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13.5.1916 Erstes Blatt
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Ans Griechenland.

Paris, 12. Mai. (WTB. Nichornttch.) DerTemps meldet aus Athen: Der Künighiat den französischen Gesandten zu einer Unterredung empfangen.

Athen, 11. Mai. (WTB.) Von dem Vertreter des 2volffschen Telegraphen-Bureaus. Die F r a n z o s e n haben das griechische Fort Dowatepe, nördlich Demirhissar, trotz des Protestes der kleinen Besatzung besetzt.

Man betrachtet die durch das Verlangen der Verbands machte, die serbischen Truppen aus der griechischen Eisen bahn nach Saloniki zu bringe::, heraufbeschworene Krisis i'iber die neue Haltung der griechischen 9tegi.eru.ng denmach als sehr erfolgreich

Athen, 11. Mai. (WTB.) Von dem Vertreter des Wolsfschen Telegraphenbureaus. Am 15. Mai wird die Kammer eröffnet werden und die Regierung den Staatshaushalt vorlegen.

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Krltif im englischen Parlament.

London, 12. Mai. (WTB.) Meldung, des Reuterschen Bureaus: Ter Natioimlist D i l l o n lenkte im Unter Hause die Aufmerksamkeit auf die^Hi nri chtungen in Irland Er verlangte von der Regierung, daß sie eingesteNt werden und datz die Gerichtssitzungen in Zukunft öffentlich sein soNen, damit den beunruhigenden Berichten über das Auftreten der Militär­behörden ein Ende gemacht werde. Asquith »nies auf die schrecklichen, ohne Herausforderung begangenen und nicht zu ent­schuldigenden Missetaten hin, die durch die Rebellen an Militär- Personen und Burgern begangen worden seien. Nicht weniger als 1315 Personen seien Vcrlvundet tvorden, wovon 304 gestorben waren. Ferner erklärte Asquith, daß noch zwei Führer, die den revolutionären Aufruf mit 'unterzeichnet hätten, er- schossen werden würde,:, gab aber gleichzeitig zu erkennen- m dMüber hinaus kerne Hinrichtmigen stattfinden würden, und dah drc Regierung die große Masse der Aufständische:: mit Müde behandeln iverde. Er 'wies ferner <n:f den ungewöhnlichen Zustand hrn, der retzt rn Irland bestehe, und teilte unter lauten: Beifall 71t ^' mBL? AvH Jrlmw ab zureisen beabsichtige, uni dort

nnt Matttar- und Zrvüpersonen zu beraten, die Verhältnisse in Irland für dre Zukunft so zu regeln, daß alle Parteien Irlands damit zufrieden fern würden.

Lo ndon, 12. Mai. (WTB.) Lord Loreburn (liberal) beiantragte, das Haus sollte seine tiefe Unzufriedenheit der Verwaltung Irlands bekunden. Das Schloß von fei nur durch einen Zufall nicht erobert worden. Die R e g:erung sei auf devarttgc Ereignisse offenbar gar nicht vor bereitet gewesen, obwohl die bewaffneten Paraden und Ma verge sechte^n den Straßen Dublins und die Verbreitung auf Zchoerrscher Literatur die Regierung hätte warnen sollen. Der ttÄmer verlangte eine genaue Untersuchung. Birrel sei noch Är? Minister, der von den Vorgängen in Irland

'Aemcknis gehabt habe. Der Redner kritisierte den Mangel der Kontrolle tnt Parlament und erinnerte an die Expedition nach Antwerpen und die Unternehmungen nach Gallipoli und ; M e so Po t a m: e n, :vo die Streitkräste zersplittert, das Pre- ftrge vermindert und wo tausende Menschenleben verloren gegmupe:: seren, ohne daß eine gründliche Kritik erfolgte und ohn' daß nwn tinfte, wer die Schuld trage. Dasselbe gelte jetzt auch von Irland. Lord L-vreburn schloß, er verfolge in die,er furchtbaren Zeit das Ziel, einen ehrenvollen Frieden zu erhalten, sobald er erreichbar ^ b:s dahm alle Opfer für die Truppen im Felde zu bringen C. Midleton gab mehrere Beispiele für die Leichtsertia- - ?srwaLttmg Der Staatssekretär habe gewußt, daß

wer R ebellen erhebliche Vorräte an Waffen, Munition, Explosiv- ,t oWen «nd Gell» hjattei: und die jungen Rekruten zu verführen per­suchten. Tvotzdem habe er Nichts getan. Wem: nicht ein Schiff E wrer Ladimg «n: 1800 Tonnen Gewehre, Maschinengewehre und Bomben versenkt worden wäre, so wären die Schwierigkeiten :m Sudwesten Irlands noch größer geworden.

Lord Crewe «widerte in etwas spöttischer Weise, Lord T^^burn wolle arychenrend, daß alle Kriegsereignisse per fort- laufeubeu Erörterung des Parlaments ünterworfen würden. Crewe tnnd^te an, daß ein Untersuchungsausschuß, den der Ervizekönia von Indren any^hort, ernannt worden sei.

Qotb Desart sagte, er sei während des Aufstandes in Jr- la^ch gewes«: und se: höchst erstaunt über die op-ttmisttsche Auf­fassung, daß dre Gefahr weiterer Unruhen vorüber sei Der or- Kampf uw ge vorüber sein, aber er glaube nicht daß

Mtem Freiherr v. Schorlemer sagte u. a.: Gegenwärtig schon kann festgestellt werden, daß verschiedene Viehhandels- verbande den an sie gestellten Anforderungen nachaekom- men sind. Es läßt sich erwarten, daß es auch den übrigen genügen wird, mit Unterstützung der Landräte, die er- sorderlrchen falls zwangsweise Vieh requirieren sollen, die angeforderten Viehmenge:: zu liefern. Die Fleischversor- gnng wird sich in Zukunft wieder günstiger gestalten. Eine w e : tere Zn n a hm e u n ser e r V i e h b e st ä n d e ist nicht nur be:m Rindvieh, soreden: auch bei den Schweinen rn er­warten, da wir schon am 15. April allein 3 700 000 Ferkel unter acht Wochen in Deutschland zu verzeichnen hatten. Be: den tzimstigen Enteaussichten dieses Jahres sei zu er­warten, daß nicht allein .von Älnshnngerung keine Rede se:n kann, sonder:: daß auch die im Inland erzeugten Levensm:ttel in reichlichem Maße demnächst zur Ver­fügung stehen würden.

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^'ZErlin.IS.Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der von dem Ausschuß des Abgeordnetenhauses für das S t a d t - enge setz erngesetzte Unterausschuß hat be- schlossen, dem Ausschuß einen Aittrag der Fortschrittler, Fre:ton,ervat:ven und Sozialdemokraten zur Annahme vor- zuschlagen, nach welchem Mittel bereitgestellt werden sollen, um den (Z e m e: n d e n H i l f e l e i st u n g e:: für infolge des

Kr:eges n: Not geratene Hausbesitzer und für infolge des Kr:eges ::: Not geratene Mieter zwecks Abbürdung der Miet­schulden zu ermöglichen.

Aus Stadt und Lund.

Gieß en, 13. Mai 1916.

iuh, uuvt cl giEvr mcpr, oaj

urfTSL Unruhen vorüber seien. Die jüngsten Ereig

n:sse konnten wohl noch «ne Mißernte von Leidenschaft und Haß zx:r Mge haben. Dre Sinn-Feiner-Bewegung se: noch nicht aus- geitorb^:, man müsse dagegen Vorkehrungen treffen. Lord Do- ^more spottete über die Mohrenwäsche des Untersuchungs- Wenn der Exvrzekönig von Jndieri in der iriscknn -r ^ sei sollte man den (^staatssekretär Ir-

lands^ Birrel, ,znm Vorsitzenden der Untersuchungskommission über ore Ere:gm,,e m Mesopvtamre:: machen.

London 12. Mai. (WTB.) DieTimes" berichtet:Das da^lament wird augenblicklich durch die irische Frage Ä m Anspruch genommen. Tie beiden Nationalistengrup^n und sehr beunruhigt und das ganze Haus befinde sich in einem' nervösen Zustwide. Es smd deutliche Anzeichen vorhanden, daß cne lungsten Erergmsse erne veränderte parlamentarische Lage er-

m r^ T r K- irifd ^ Parteien eine Rolle von wachsen­der Bedeutung spulen könn«:."

v -^?E>on, 12. Mai. (WTB.) Router. Der Ober befehlshaber in Dublin teilt mit, daß er mit Rück­sicht auf den ernsten Charakter des Aufstandes sowie auf den großen Verlust an Menschenleben und die Zerstörung von Eigentum es für eine gebieterische Notwendigkeit hält, die O^anisatoren dieses verabscheuüngswürdigen UufstandeV und d:e Führer, dre am den eigentlichen Kämpfen teilgmomEA haben, so streng wie möglich zu be° strafen. Er hoffe, daß dres genüge, um die Intriganten inZu^nst abzuschrecken und ihnen klar zu machen, imß die Ermordung treuer . Untertanen des Königs irnd andere Taten, h,e die Sicherheit des Landes gefährden, nicht straf los betrrebeu werden körrnten. ^

ver Seekrieg.

Minen an der Holländischen Küste.

Amsterdam. 12 Mai. WTB. NichiaEch.) Im Monat Ipnl wurden an der hoIlän di s che n sie über 9 0 Mi nr n

englische, 9 stanzösischc, 12 dÄsch^ und 2« Mw^nnnter Nationalität. Seit Beginn des .Krioaes rcÄk" io°7i dslnm annc-spült, i*non 535 englischer, 61 Uamf lstcher, 193 deutscher und 225 unbekannter Herkunft waren.

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. . ^ ^ on ' Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds Aaen-

tur meldet aus Grunsby: Der F i s ch d a m p f e rH o r n s"

^faufenfc, ist wahrscheinlich von deutsch^: Kmegssch:ffen versenkt worden, nachdem die Mannichaft gefangen genommen wurde.

Aur dem Reiche.

Der preußische Landwirtschaftsminifter über die - Fleischversorgung.

Berlin, 13. Mai. Ein Mitarbeiter der Voss hatte Gelegenheit, sich mit dem La n dw irisch aVts- mrnrster über die Ergebnisse der Viehzähluna vam 15. April und der Fleischversorgung zu unter

SonntagsgeVanken.

r. hat über ein Kriegsschädengesetz ver­

hagelt Wir haben guten Worten gern gelauscht. In erregter Tettuahme habe:: wir von Kriegsanfang her der Leiden derer gedacht, über d:e der Feind das Schwerste brachte. Sie haben an den Grenzen für uns^lle gelitten. In diesen Frühlings- tagen sind wir alle durch deutsches Land gewandert. Auf blühenden Fluren, grünenden Wiesen und Aeckern hat unser Auge geruht. Fr:edvoll lagen die Dörfer und Weiler da, fern Ei? Stadt mit Türmen und Schloten. Flüchtig kam uns der schreckhaftc Gedanke: hier der Krieg!! Das Schloß in Mar­burg oder Frredberg ein Beobachtungsposten, und die Gra- ^len.schlagen hinein!- Oder näher noch, unser Gleiberg eine Geschützstellung, und d:e Geschosse sausen über das weite Tal, s:e suchen unsere neue Kaserne auf der Höhe, gar unsere alte E Schloß, mttten n: der Stadt: Flüchtlinge auf den Wegen, den Wäldern und Bergen zu, hinter ihnen die flammenden Zeichen der Notllmd Zerstörung! Wem sind solche Gedanken nicht gekommen? Und er wies sie mit einem tiefen Atemzug unendlicher Erleichterung als nnnwglich von sich.

Das Unmögliche haben sie in Ostpreußen erlebt, im Elsa);, in einem kleinen Zipfel des schönen Landes erleben sie es noch. Aber weiter darf und kann der Zug unserer Ge­danken gehen: das schwere Erleben unserer Grenzmarken heute ist das Kriegsschicksal deutschen Landes durch lange Jahrhunderte gewesen. Noch in unserer Großväter Zeit hat man cs nicht mrders gewußt. Goethes Kriegsdichtung durch zlvei Jahrzehnte ist in ergreifender Anschaulichkeit von den selbsterlebteu Schrecken erfüllt:

Gcwalt'ger Kriegskampf, Waffenklang und Mordgeschrei

Ertönen heute, wo noch gestern Frieden sang.

Dort lodert's auf! Die Ernte strömt im Feuerquall Zum Himmel an, und des Blitzes'treu Gchäus Schwankt'unterflammt und beugt fiel), widersteht und sinkt. Durchglühter Schutt stürzt, Flammenrauchstaub kraust empor. Und unten krachend, schwerbelastet, dunrpsgedrückt,

Verkohlt so vieler Menschenjahre werter Fleiß,

Und Grabesruhe waltet über Trümmern.

. c . Ach!

Selbst in das Grab dringt wilder Elemente Wut Und reißt die Toten zwischen die Lebendigen;

Sie sollen schauen, welch ein Elend uns betraf,

Und irren, unsre Väter, heimatlos wie wir.

Wie doch ist! das anders geworden? Binders jetzt, da der ungeheuerste aller Kriege di^ Welt erschüttert? Wie lauerten s:e an all unfern Grenze^ das alte Schicksal übeü Deutschland heraufzuführen. Wie anders ist cs gekommen, als ihre Staatsmänner in prahlerischen Worten vorausver- kmrdet hatten. Es verlohnt sich, die Frage nach diesem Wandel s:ch :mmer wieder zu stellen, die einfach-große Antwort sich m Kopf unb Herz zu hämmern. Wir Deutsche haben wirklich unfern Staat gefunden. Spät ist es geschehen, herrlich ist er uns erstanden. Siegreich schirmt er uns die Grenzen der Heimat, treu sorgt er in schwerer Zeit um das Brot seiner Binder, ja, er findet Zeit und Kraft, noch mitten im Kriege d:e Heimstätten der Kriegsgeschädigten neu zu bauen, aus Schutt und Trümmern neues Leben an unfern Grenzen zu schaffen. Wie erscheint neben diesem Einziggroßen alle Not des Tages klein und ärmlich! Wie verschwindet alles, was wir von Torheiten, Mißgriffen, ja selbst Schurkereien hören, neben der emen Tatsache, daß der Gedanke des Staates endlich uns allen gehört und wir alle ihm, sein Leben schlagend in unfern Herzen, unsere Herzen schlagend für ihn. E ck.

Fürsorge für die Kriegsbeschädigte« im Grotzherzogtum Hessen.

Angesichts der schweren Einbuße an Volks kraft und Volksvermögen, die wir durch den Weltkrieg erleiden, ist die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und soweit dies irgend möglich ihre Zurückführimg in das Erwerbsleber: aus rein -ethischen und aus volkswirtschaftlichen Gründen eine der wichtigsten u:ü> dri:lglichstei: Aufgaben der Gegen­wart. Seit mehr als Jahresfrist stehen der Äandesausschuß für die Krieg-sbeschadigten-Fürsorge im Großherzogtum Hessen und die ihm an geschlossenen örtlichen Ausschüsse im Dienste dieser Aufgabe, Hader: aber dabei die Erfahrung gemacht, daß es noch in recht großem Umfange der Auf- klarung über die Zwecke und Ziele der Kriegsbeschädigteip­ursorge, sowie über die Mittel und Wege bedarf, die zur Erreichung der Fürsorgezwecke zur Berft'igung stehen. Nur )ann, wenn diese Kenntnis in die weitesten Kreise des Volkes dringt, und nur wenn alle Volksschichten die Be- trebungen der Kriegsbeschädigtenfiirsorge verständnisvoll u:ld pla:m:äßig unterstützen, kann die Kriegsbeschädigten- ürsorge auf -einen dauernden und durchschlagenden Erfolg rechne::. Um die erforderlick)e Aufklärung zu verbretten und das ganze Volk zur tatkräftigen Mitarbeit anzuregen, Mt der Landesausschuß für die Kriegsbeschidigtenfürsörge im Großherzogtum Hessen schon vor einiger Zeit einLe:t- wortt' für die Kriegsbeschädigten herausgegeben, das jetzt in einer dem gegemvärtiger: Stande entsprechenden 9ttu- auflage erschienen nnb mit einen: Verzeichnis der einzelnen hessischen ' Organisationen der .^kriegsbeschädigtenfürsorge versehen ist. Die Druckschrift nrirt» an alte Interessenten

kostenlos abgegeben und kann von der Larchesviersicherungs- anftalt Großh. Hessen in Darmstadt, Wilhelminenstr. 34 bezogen werden.

*

** Amtliche Personalnachrichten. Der Größ­ter zog hat gm 10. Mai l. Js. den von dem Fürsten zu Jsen-- burg und Büdrngen :n Birstein auf die evaugelische Pfarrstelle zu Sprendlrngen, ^rknot Offeillrach, präsentierten Pfarrer Julius Re u, ch zu Groß-Felda für diese Stelle bestätigt, und den evan- yelucheu Pfarrer August Wolf zu RumpOilieim auf sein Nach- mm zwecks Uebernahme einer Pfarrstelle in Ma'.ldel (Rhein- h^o.tnnz), m:t Wirkung vom 16. Juni 1916, aus dem Dünste der heffischen evangclffchen Landeskirche entlassen. Der Groß- tz e r z o 9 hat am 6 Mai den Oberlehrer an den: Neuen Gymnasium zu Larmstadt Prosessor Dr. Eduard Anthes aus sein Michsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wir- rimn vom 16. )Jcar 1916 an in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zmn RMertreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grotzmuttgen verl:ehen. In den Ruhestand versetzt wurde am 6. Mai die Lehrerm an der Höheren Bürger-(Mädchen-)schule zu Heppenhe:m a. d. B. Helene Knapp auf ihr Nachsuchen :vegen geschwächter Gesundheit vom 10. Mai 1916 an. In den Ruln- stand versetzt wurde der Weichensteller in der Hessffch-Preußischer Eiscnbahngemeinschaft Konrad Koch zu Büdingen vom I.-Juu dieses Jahres an.

Auszeichnung. Dem Unteroffizier Karl Bolz vor wer wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Dem üriegssreiwi lügen Schützen Martin Korndörfer von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

1 ** 3) er Voranschlag der Stabt Gießen für

lJlb/17, der vorgestern in der Stadtverordneter:versmrun- lung seine Genehmigung fand, schließt in Einnahme und Ausgabe m:t 5 630'997 Mk. (gegen 5 543153 Mk. im Vor-' lohr) ab. Es entf-allen davon auf die Vermögensrechnung 1804 292 Mk. (1572972 Mk.) und auf die Betriebsrech- nung, ans die es bei der Beurteilung der städtischen Finanz- lage überhaupt ankommt, 3 826 705 Mk. (3 970180 Mk) jn der Betriebsrechn u n g ist der Rest aus vorderen Bahren gegen die früheren Jahre erheblich herab gegangen, er konnte nur mit 153 979 Mk. (232.556 Mk.) in Einnahme gestellt worden. Um zwischen den Ausgaben der Betriebs» rechnung und ihren Einnahmen einen Ausgleich zu schaffen irurde e:n (Fehlbetrag von 40000 Mk. aus der Vermöge ms- rechnung in die Betriebsrechnnng herüdergeirommen und in gestellt. Weiter aber ergibt sich ein Einuahme- Ausfall be: dem ^itel Waldungen. Dieser Ausfall wird damit begründet, daß infolge des Krieges aus den Wal­dungen 4200 Festmeter 5)olz k 10 Mk. zu wenig gefällt und verkauft werden könnten. Um diese:: Ausfall zu decke:: werden weitere 42 000 Mk. aus der Vernnögensrechnuug :n o\£ Betriebsrechnung herübergenommei: und unter Wal­dungen u: EinnalMe gestellt. Dies soll jedoch uür ein vorübergehendes Darlchn sein, da man beabsichtigt, das schlagreffe Holz in 1917 18 um diese 4200 Festmeter mehr zu fallen und aus dem Erlös die 42 000 Mk. wieder in die Vennogensrechnung zurückfließe,: zu lasse::. Hierbei rechnet man allerdings damit, daß für den Festtneter Holz durch-- H Il i Mk. erlöst irerden. Für einen Posten von .x)000 .'.'ff., der für 1916 1* in Ausgabe gestellt ist, hat man bisher noch teure Verwendung gefunden. Die Summe ist vorerst zur Berfiigung der Stadtverordneten gestellt, und wenn diese den Daumen auf den Beutel drückt, kann von diese::: Betrage jedenfalls erhebliches übrig bleiben. Zwei­fellos ist die Finanzlage unserer Stadt gut, aber es muß doch gespart werden, wo nur gespart werden tetn. Dies S?U*a auch die städtische Benvalttmg zur Richtschnur bei Aufstellung des Voranschlags gemacht und hat gegen früher bei vielen Titeln erhebliche Abstriche in den Ausgaben gemacht. ^

** Der Verein ehe m. 116er Gieß,en hüll am ver- nang-enen Samstag den 6. Mai im Beoeinslokal Hotel Gvoßherzog seine di-esiährige Frühjahrs Versammlimg ab. Der derzeitige l. Vorsitzende begrüßte die zahlreich effchienenen Kameraden und erstattete daraus den Jahresbericht. Die Zahl der Mtglieder be­sagt z. Zt. 447, von diesen stehen 189 unter den Fahnen. Leider hat der .Krreg auch m:s den Reihen des Vereins seine Opfer ge­fordert. Der Verein beklagt den Verlust von M treuen Kameraden, Die den Heldentod fürs Vaterland fanden. ?luch unter den in der Heimat zurückgebliebenen Mitgliedern hielt der Tod reiche Ernte, es starben hier im verflossenen Jahre 11 Mitglieder. Zu Ehren -der :m Felde und in der Heimat Berstiorbei:en crhi'ben sich die 9ln- wcsenden von ihren Sitzen. Der Kameraden im Felde wurde dankbar gedacht. Soweit bekanw, wurde:: an Mitglieder des Ver e:ns .."" r - ~

medaillen, _DDM.

bestätigt eit I>at sich, der Verein währimd des Krieges gan besonders angelegen sein lasse::: alle im Felde stelpnden Vereins kameradcu wurde:: wiederholt mit Liebesgaben bedacht, die nac zahlreich eiugelauserren Dankschreiben aus dem Felde vollsten Bei fall fanden. Aluch den in der Heimat zurückgebliebenen Angehön gen bedürftiger Kameraden wurde seitens des Vereins die mög llchste U n t -e r st ü tz u n g zu teil. Dank der umsichttgen Arbei des Gesamtvorstandes, besonders aber des Rechners, tonnen di finanziellen Ve r h ä l t n i s s e twtz der durch de:: Krio hervorgerufenen außerordentlichen Mehrausgabe:! als nur gittlsti bezeichnet werden. Zu der 2. und 3. Kriegsanleil-e zeichnete de Venen: je 1000 Mark. Die nach Erstattung des Jahresbericht noch zur Verhandllmg stehenden Punkte ivnrdon rasch .md ein stilnmig erledigt. Dem Vor stände wurde aus der Versammlun Airertennung und Dank für seine außerordentliche Mühe und Ar beit ausgesprochen. Bm: einer Neuwahl des Vorstandes tmrrde bi- nach- Beendigung des Zhriogos abgesehen. Nachdem der Vorsitzend noch des OKburtstages des Kronprinzen gedacht hatte, wurde di Versammlung mit -einem dreisackxn Hurra auf Herrscherhaus Heer und Marine geschlossen.

** ©te{jener Soldaten he im. Um auch in de warmen Jahreszeit den Besuchern des Soldatenheims, Ver wundeten und Erholurrgsurlaubern, aber auch den Soldate: der Garnison eine anziehende Heimstätte und Gelcgenhei zum Aufenthalt im Freien zu bieten, ist der hübsche Haus garten neu hergerichtet worden. Auch eine gute Kegel bahn steht nun den Gästen des Heims zur Verfügung. Bi auf weiteres werden an jedem Mittwoch, nachmittag- von 3 bis 5 Uhr Ko n ze r te der Kapelle des Ersatz-Batail lons des Gießener Regiments stattfinden.

** Gießener Hausfrauenverein. Stadtverordnete Simon hatte in fernem Vorttag am 10. Februar in freundliche Weise den Verein eingeladen, die nnter s-einer Leitung angelegte Zlüiegsgärten zu besichtigen. Gestern fand die Besichtigung nute Führung Herrn Simons statt. Die 48, «ruahezu gleich großen Gärte: die auf einem Grundstück von Geh. Rat Okrif angelegt sind, biete schon an mrd für sich einen sehr hübschm Anblick. Es ist erslaunlick was in verhältinsnmßig kurzer Zeit alles geleistet worden ist. ^ lldem Garten sind heute schon Obstbänme, Stachelbeer-, Jolianni' beer-, Lümbeersträncher und Schlingrosen angepflanzt. Ein Brunne ür Trinkwasser ist vorhanden, desgleichen hat man Wasserschöps stellen eingerichtet. Anlage soll in nächster Zeit noch icnite vervollkommnet iverden. U. a. soll jeder Garten ein Hüttchen er halten. Die Teilnehmer an der Bffichtigimg batten Gelegen heil viele praktische Winke und nützliche Hinweise des sachkundige, Führers mit imch Hause zu nehmen.

** Regelung der Butter Versorgung. In der Zei von Montan, den 1v. bis Samstag, den 20. Mai 1916 können i: den Verkaufsstellen der Molkerei Gebr. Grieb, Schanzenstraße uni BrsmarckjtraßL Haushaltungen bis zwei Personen eiuschließliä .V4 Pfund, Haushaltungen bis fünf,Personen einschließlich y 2 Pfund