v l w Mk ttuk AM von stW rknd mehr Persoüren %' Pfund Butter er- Aalten.
** DaÄ Mildausfuhrver bo t der Grossh. Regierung hat bekanntlich zu lebhaften Klagen seitens' der nicht im Gross- hierzogtum lohnenden Pachter hessischer Jagden geführt. Ans eine Vorstellung des! Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz Vereins für daZ Grosshwzogtum Lessen (dem auch eine große An- 8<chl FrairLfurter Jüger angchött) ist nun im amtlichen Teile der „Darmftadter Zeitung" eine nähere Regelung der Angelegenheit veröffentlicht, die einerseits das erlassene Verbot tzkmsichtlich des größten Teiles des! zum Abschüsse gelangenden Wildes aufrecht er- tjiälL, (indcrersejtsl den Wünschen der Jo-gdpächter irrsowttt entgegcn- ronttnt, als- es sich irnü die Belastung von selbsterlegtem Wild handelt. Der betreffende Zusatz lautet: „Dieses Ausfuhrverbot gilt biS auf weiteres nicht für dasjenige Wild, das der Eigentümer oder Pächter AMfcher Jrgden, der im Königreich Preußen seinen Wohnsitz Art, selbst unnvttelbar von der Jagd au der Jagdtasche au gehängt oder im Rucksack mit sich nach Hause nimmt."
** U e b c x Rohfette veröffentlicht der Oberbürgermeister im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes eine Bekanntmachung, auf die wir besonders Hinweisen.
** Das Fest der Silbernen Hochzeit feiern am nächsten Montag Fuhrmann Valentin D L e tz und seine Ehefrau, geb. Lemp.
**17 80 gefangene Franzosen ans den Kämpfen imr Verdun wurden gestern abend gegen i/z5 llh>r nach dem Gietzener Gefarrgersenlager überfuhrt.
** Spinnstoffe und Garne. Zu der Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme baumwollener Spinnstoffe und Garne (Spinn- und Webverbot) Nr. W. II 1700/2. 16. K. R. A. ist ein Nachtrag (W. II. 5700/4.16. K. R. A.) erschienen, dessen Anordnungen mit dcha 10. Mtti in Kraft treten. Durch diesen Nachtrag Werder^ insbesondere die §8 3, 6 und 10 des Spinn- irnd Webverbots geändert nnd einige Bestimmungen der ursprünglichen Bekanntmachung hmMgefügt. Die wichtigsten Äenderungen beziehen sich auf die Kennzeichnung der Ausland-Spinnstoffe und Ausland- Garne vud casS die Erweiterung des ^ 10. Durch sie werden von der Vorschrift, dass auch vor dem 1. April 1916 abgeschlossene Verträge nach dresem Zeitpunkt nur unter Einhaltung der Höchstprcis- bestmmwngen erfüllt werden dürfen, bestimmte Ausnahmen zuge- lassen. Der Wortlaut der Nachtragsverordnnng ist in heutiger Nummer des Gießener Anzeigers abgedruckt.
** Unbestellbare Postse ndungerr. Wie wir erfahren, erfolgen die Beröffenillchwigen über die bei der Ober-Paftdirektion in Tarnistadt lagernden unbestellbaren P-tztsendungen nicht mehr durch die Zeittrngen. lieber die unanbrin glich gebtübenen Postsendungen werden vielmehr vicrtttjähttich Verzeichnisse ausgestellt, iw in dem Schalt e r twr r a mn der Postcmstalt am AusgabIorte der Sendu.-gcn 4 Wochen zur Einsichtnahme für das Publikum crus- hangrn. Diejenigen unserer Leser, die wegen des Verbleibs einer u*n ih7ieu aufgelieferteu Postsendung — sei es eine Wert- oder l iuschreibseuduasg, ein Paket oder ein Brief mit Geüüuhalt — im ungewissen sind, werden deshalb gut tun, diese Verzeichnisse eiuMsthen, um sestzustellen, ob etwa der von ihnen vermisste Gegenstand bei der Ober-Posidirektion lagert. Zutreffendenfalls würden sie sich toegLr WiedereriauMMg der Seudung an die betreffende PoftanstalL M wenden haben.
** Wespenplage in Aussicht! Die Direktion der Obft- .md landw. Winterschule Friedberg schreibt uns: Der aufmerk- same Beobachter wird in letzter Zeit die Wahrnehmung gemacht i dm, dass jetzt schon zahlreiche Wespen vorhrnden sino. Untersucht man dieselben näher, so findet man, dass es zunt grössten Teil Könraimren, dH. weibliche Tiere sind, von denen jedes bis zum Lerbss ein Wespenvolk erzeugt. Es ist dringend erforderlich, die jetzt vorL-mm-enden Wespen zu vertilgen, um einer Wespenplage im Herbste vorzubeugeu. Garrz besonders konnte im naturgeschicht- ? N"n UnverriH in unseren Schulen darauf hingewiesen werden. '7igrossen Schäden, die zahlreiche Wespen an unseren Obsterttägen ! ^ Ursachen, dürften allseitig bekannt sein.
** Salatöl-Ersatz. Jedermann kann sich den angeblichen Salatöl-Ersatz, der jetzt vielfach für teures Geld angepriesen und verkauft wird, auf folgende Weise selbst Herstellen: 10 Gramm Karraqheen werdeo mit 1 Liter kaltem Wasser angesetzt und nach sechsstündigem Stehenlaffen bis zum einmaligen Wallen aufgekocht. Nach dein Erkalten wird durchgeseiht, 1 Eßlöffel Salatöl zugegeben >u,d tüchtig durchgeschüttelt. In einer gut verkorkten Flasche ist i eses Mittel bei kühler Aufbewahrung einige Zeit haltbar. Es dient im wesentlichen dazu, Salat schlüpfrig zu macheu, besitzt aber keinen Nährwert.
** Gemüse, die nichts kosten? Unter den von der ZentralEnkaufsgesÄsscho-ft heraNsgegebenen Flugschriften zur Vttksern-ähnmg ist als Heft 23 eine sehr hübsch! illustrierte Schrift erschiene» „Unsere Wildpflanzen in der Küche" von Prof. Richard Winkel, welche genaue Anweisung zum Sammeln und zur Zubereitung der wildwachsenden essbaren Pflanzen gibt. Tic
ttft ist aus Ansuchen von der Geschäftsstelle des Rhein-Main- i scheu Verbandes für Volksbildung, Frankfurt a. M., Panls- vlatz 10 kostenl'os zu beziehen .
Landkreis Giessen.
Ba. Garb e n tei ch, 13. Mai. Aus dem Felde erhielt eine hiesige Familie vergangene Woche die amtliche Nachricht, dass ihr Sohn gefallen sei. Welch eine Ueberra.schu.ng ;mirde aber den Eltern in ihrer Trauer zuteil, als sie dieser Tage eine Karte erhielten, daß sich ihr Sohn als verwundet in eitlem Lazarett in Trier befände und auf dem Wege der Besserung sei. Sofort reisten sie nach Trier und fanden auch dort ihren totgemeldeten Sohn wieder.
g. Londorf i. d. Rabenau, 12. Mai. Der Freiherr!. Oberförster Br i el, der als Unteroffizier bei eine,nInfanterie-Regiment stand, ist in französische Gefangenschaft geraten. — Konrad Schnecker beim Infanterie-Regiment 8l, ist die Hessische Tapfer- keitsmedaille verliehen worden.
Kreis Lauterbach.
< 2 a u t e t b a d), 13. Mai. Wachtmeister Bausch verhaftete am Bahnhof einen Reisenden, welcher einen großen Schließkorb mit sich führte und damit nach Frankfurt nbersiedeln wollte. Er mimte seinen Korb öffnen und inan entdeckte große Mengen von Fleisch und Wnrstwaren. Das Fleisch und die Wurst wurde am Bahnhof behalten. Er aber mußte mit seinem leeren Korbe wieder zurück in die Stadt.
M. Lnuterbach, 13. Mai. Bei den kürzlichen Erhebungen der Fleischvorräte wurden im hiesigen Kreise insgesamt über 360Y Zentner Dauerware festgestellt. Davon befinden sich im Besitze der ländlichen Bevölkerung aus eigener Schlachtung etwa 3450 Zentner, wahrend der Rest von 150 Zentner aus die Metzgereien enlia'llt. Es wird bezweifelt, ob diese Zahlen dem tatsächlichen Vorrat an Dauerware entsprechen, da die Erhebung nur auf persönlichen Angaben der Besitzer beruht.
rr. Schlitz, 13. Mai. An die hiesige Volksschule wurde eine zweite Lehrerin berufen, Fräulein H e n s i n q aus Nierstein. — Wilhelm G erl i g bei den reitenden Jägern erhielt die Hessische T a pferkcitsmedaille. — Fürs Vaterland siel Christian Niepoth beim 1. Garde-Regiment.
Kreis Schotten.
# Gedern, 12. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Aerla ch.
# Kaulstos. 13. Mai. Die Führung der Bürger- in e i st e r e i g e s ch ä s t e wurde dein ältesten Genieinderatsmitglied Christian O b e r h e i m übertragen.
Kölzenhain, 12. Mai. An schwerer Krankheit st a r b der Musketier Dietz im Jnianterie-Nteginrent 116.
# Rainrod, 12. Mai. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Bast im Infanterie-Regiment 116.
Kreis Friedberg.
Bl. Friedberg, 13. Mai. Wilhelm H e st e r w an n, Sohn des hiesigen Schlossermeisters Hesterniann, erhielt die Hessische Vapierkeilsinedaille. — Dem Kriegsfreiwilligen Albert Eb e rt von hier, im Res.-Jnf.-Ngt. 116, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
Bl. Bad-Näuheim, 13. Mai. Vizefeldwebel der Nes. im Ne-.-Rns.-Regt. 224, Lehrer Rothenmeier an der hiesigen
Stadtschule wurde zum Lelitnant der Reserve befördert und mit der Hessischen Tapferkeitsrnedaille ausgezeichnet.
Bl. Kaiche rr, 13. Mai. Unteroffizier Karl Merz im Feld- Art.-Rgt. Nr. 183, erhielt die Hessische TapserkettSmedaille.
o-o Vilbel, 13. Mai. Zur Erzielung einer gerechten gleich- mäsftgen Fleischvetteilung,hat die hiesige Gemeindevettrettmg cin- stimmig belchlossen, Fleischkontriollkarten einzuführen. Die Karren gleiten für einen Monat und berechtigen zum Bezug von Fleisch und Wirrst aller Art, sowie zunächst auch für Fett. Für diese Woche entfällt auf den Kops der Einwohnerschaft Vs Pnnd Fleischware. Tie Wahl der Sötte unter den Fleisil)waren steht icher Familie frei. Gleici^eitig ist die Ausfuhr von Fleischwaren nrcht wir irach Prerrssen, fcurdern auch nach hessischen Gemeinden verboten. — Die Butter wird Eünftig von einer Zentrale (Bürgermeisterei) gegen Mwzeigen der Bvotausweiskarte verteilt. Um die Butterhändler schadlos zu halten, sollen sie abwech- selud btt der Buttervertellung gegen Verguttrng Helsen. Die F e t t v e r 1 e i 1 u n g soll in gleicher Wttse cmsAQ'ibt lverden. — Dem Musketier Wilhelm Lehr von lsier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse vertteherr. Das Ge- nvn nberocksmitglid> Ludwig Ebert, ehemaliger Gättnereibesitzer, das, wie wir unlängst berichteten, trotz Bestrafungen und sonstiger Aufforderungen seit Monaten den Sitzimgen des Gemeinderats lern bleibt, weshalb der Gemeinderat seinen Ausschluss zu bean- tvagerl beschloss, lxrt nuruneh-r svttwillig seinen Austtttt aus dem Gemeinderat erllatt. Der aus 15 Mitglieder bestehende Gemeinde- vat. von dem 4 Mitglieder zum Heeresdienst ttngezvgen sind, bestcht zurzeit noch aus 10 ortsansässigen Mitgliedern und ist mit 2 /3 Anwesenheit = 7 Mitglsi4)ern riach der abgeänderten Laridge- merndsordmrng von 1014 beschlussfähig.
Starkenburg und Rheinhessen.
ob. A u s R h e i n h e s s e n, 12. Mai. Die Reben stehen günstig. Sie haben kräftig ausqetrieben und weifen leuchtende, schöne Gescheine aus. Der freihändige Weinverkauf ist lebl-aft geblieben, obwohl die Weinversteigerungen viel Anftnerksanckeit seitens der Weinhändler beanspruchen. Die letzten Verkäufe erbrachten für das Stück 19l5er in Undenhcim 950 Mt., Mettenheim 1000 Alk., Alsheim 1100 Mk., Bechtheirn 1000 Mk., Heßloch 950 Mk., Wallertheim 980—1000 Mk., Oppenheim 1200 Dck., Dittelsheim 950 Mk.
Kreis Wetzlar.
ist Wetzlar, 12. Mai. Nach Mitteilungen aus Kreisen der Stadtverordneten schließt die Rechnung unserer Stadt- kasse im letzten Rechnungsjahre ttotz des Krieges sehr günstig mit einem Ueberschuß von 125 000" Mk. ab. Ein günstiger Griff des Leiters unserer städtisck)en Verwaltung war zweifellos die Brotversorgimg für unsere Bevölkerrtng in eigener Regie, wobei ein Betrag von über 30 000 M^. erübrigt sein soll. Dieser Bettag soll dafür verwendet werden, die Sckstvierigleiten der Ernährnngsfrage für weite Kreise der Emwohner zu mildern. In der Bürgerschaft ist man mit der städtischen Verwaltung sehr einverstanden und kommt ihr daher auch sehr weit entgegen.
Hessen-Nassau.
sj Marburg, 12. Mai. Auch hier wird beabsichtigt, die Ungerechttgkeit der Fleischverteilung dirrch Einführung der Fleischkarte zu beseitigen. Auf den Kops der Bevölkerung sollen 300 Gramm Fleisch die Woche kommen. — Die für den Bezug von Lebensmitteln geltenden Vorzugskarten sollen jetzt nur noch an Familien, die bis zu 1500 Mk. versteuern, abgegeben werden. Msher karnen noch Familien in Betracht, die mehr als ein Kind hattest und 2400 Mk. versteuerten.
ra. Crumbach, 12. Mai. Unteroffizier Wilh. R e it} dj I i n o (Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 39) starb den Ehrentod.
ra. Hatzfeld, 12.'Mai. Die Nagelung des Eisernen Kreuzes für das KreismuseumBiedenkopf ergab hier den Betrag von 272 Mark.
-- Frankfurt a. M., 13. Mai. Am 18. Mai tteften die bulgarischen Abgeordneten auf ihrer Rundreise durch Deutschland zu mehrtägigem Aufenthalt hier ein. Ihnen zu Ehren findet am Begrüßungsabend im Operichause eine Festvorstellnng statt, zu der „Salom-e^' von Nich. Strauß in neuer Einsttrdieruug und die Festwiese aus den „Meistersingern von Nürrrberg" vorbereitet werden.
A Frankfurt a. M., 12. Mai. Am konunenden Sonntag ist inl Zoologischen Garten der Einlrrtt während des ganzen Tages auf 50 Pfg. (Kinder 2b Pfg.) herabgesetzt. Der Eintritt in das Aquarium mit den teilweise neu und naturgenw'ß eingerichteten Reptüien- und Lurchenbehältern ist auf 20 Pfg. für Erwachsene und 10 Pfg. für Kinder ermäßigt. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr finden Konzerte des Frankfurter Konzert- Orchesters statt. Sobald die Abendkonzerte im Freien stattfinden, wird die Baumbeleuchtung die Abendbesucher wieder erfreuen.
An Vor- eines deutschen A-Vootes.
Im März dies'es Jahves ivrurde der inwwegische Viermaster „Lindfteld" an der Südwestküste Irlands durch cm deutsches Unterseeboot versenkt. Vorher ivar die Besatzung in die bttdeir Rettungsboote gegangen, und der U-Boot-Kommandant nahm deshalb die 24 Dünn der ,Lindfteld"-Besatzuu.g an Bord, wo sie drei und ttnen halben Tag verblieben. Ueber diesen Mssienthalt berichtet der Kapitän Norberg nun im norwegischen „Morgenbladet" folgendermaßen: „Es war ein ans gezeichnetes Boot und nachm nur wenig See über den Tnrrn. Ich selbst ging frei umher und konnte mttn Tagebuch Uhren, das zensiett wurde, bevor ich das Schiss verließ. Das U-B>oot war 1914 erbaut; die Motoren trugen jedenfalls diese Jahreszahl. Am Tage, bevor die Granaten die norwegische Bark versenkt hatten, hatte das Boot einen eriglischen Dampfer torpediert. Die Besatzung des U-Bootes erklärte, dass es 30 bis 40 Tage UTnrnterbvochen in Tätigkeit sein könne. Als es die ,Lindfteld" ttaf, war es eine Woche unterwegs gewesen: das' bewiesen die Bremer Zeittrugen, die auf den: Tische des Kapitcürs lagen. Wenn das Signal zum Niedettaucheu gegeben, wurde, mussten alle Mann sofort aus den Beinen sttn. Kapitän Norberg erhielt eine Koje im Offiziersraum, die Mannschaft wurde im Dorpedorauni untergebracht. Der Aufenthalt cur Bord war so gut, wie er den Umständen nach sein konnte. Die Norweger bekamen dasselbe Essen wie die Deutschen. Der Spttsezettel Ur die Tage ihres Aufenthaltes lautete folgendermassen: Sonnabend, den 18.: Frühstück: Kaffee, grobes Brot, Butter, Zucker, kondensierte Milch und Wurst. Mittag: Geschmortes, präserviettes Hammelfleisch, Gemüse. Schmeckte ausgezttchnet. 4 Ukxr nachmittags: Dasselbe wie zum Frühstück mit dem Unterschied, dass man an Stelle des Käffses Tee bekam und dazu Sardinen oder lleine Mäkrelen. Sonntag: Frühstück: Nachmittagskaffee und Abend wie am vottgen Tag mit denr Unterschied, dass man statt des Tees Kakao bekam. Mittag: Fttsches Fleisch und Kartoffeln, ttugemachte Pflaumen zum Nachtisch. Montag: Mittag: Reisgrütze und Wurst, Frühstück, Nachmittagskaffee und Abend wie an den vorhergeherrden Tagen. Hieraus kann man sich also eine Vorstellung von der Verpflegung an Bord der U-Boote machen. Von Freitag nachmittag, da die Norweger an Bord kamen, bis Sonnabend nachnrittag um! 3 Uhr Uhr das U-Boot an der Oberfläche. Am Sonnabend nachmittag beobachtete man plötzlich einen englischen Zerstörer. Sofort wurde das Signal zum Untettaucturc gegeben, und binnen 50 Sekunden sank das U-Boot auf 30 Meter Tiefe. Später stieg es auch 23 Meter unter der Wasseroberfläche und hielt sich dort, bis die Dunkelheit eintvat. Sonntag abend beinerkte man wiederum einen englischen Zerstörer und ging sofott auf 23 Mietet Tiefe hinab. Als das? Signal dazu erfolgte, bekam man plötzlich, sagt Kapitän Norberg, ein nervenrttzendes Gefühl, ^md es kam ihm vor, als wenn die U-Boot-Mannschaft stets, wenn das Unter tauchen erfolgte, eine lauschende oder gespannt ablvattende Haltung einnähme . . . Dienstag nachmittag ttaf das deutsche U-Boot endlich die norwegische Bark „S-los", und Kapitän Norberg und sttne Mannschaft wurden dorthin an Bord gebracht. Als das U-Boot die „Sllos" verüess wurde mit den Flaggen, gsgrüsst, und die „Lrndsield"-Besatzung brachte auf den Kommandanten und die Mannschaft dreimal drn Hurrahs aus. (Zensiett Berlin.)
veesnischtes.
B u d a p e st, 11. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Untersuchung in der EinkotaerMordaffäre hat ergeben, daß Kiß74 Frauenspersonen E he v e r s p r e ch u n g e n gemacht hat. Den Aussagen der sich tteiwillig meldenden Zeugen zufolge befand sich Kiß im November 1915 als Soldat in Naab, ivas^gegen die früheren Angaben eines Bekannten deS Kiß spricht, wonach dieser schon im Jull 1915 in Daljevo gestorben sein sollte. Frail Johann Jakubek ist wegen Beweismangel entlassen worden.
GcriiÄtsscral.
H Marburg. 12. Mai. Wegen Vergehens gegen die B r o t g e s e tz e hatten sich heute nenn israelitische Einwohner und ein christlicher Bäckermeister aus Kirchhain in der Berufungsinstanz vor dem hiesigen Landgericht zu verantworten. Ihnen wurde zur Last gelegt, die sog. S a b b a t b r o t e zu höherem Gewicht, wie es die jetzt gellenden Bestimmungen gestalten, hergestellt zu haben. Der Bäcker kanr als Mittäter in Betracht, weil er die Brote so gebacken hatte. Das schössengerichtliche Erkenntnis, das aus je 1 Alk. gelautet, wirrde ansgehoben und jeder der Angeklagten zu 3 All. Geldstrafe verurteilt.
Börsen-Wochenbericht.
Frankfurt a. M., 12. Mai.
Im freien Verkehr der Bött'e eTttwicbelte sich in dieser Woclie ein sehr lebhaftes Gtt'chäft, und die Auswättsbewegi^ngr irahm zcitwttse so stürmische Forrnen an, dass sie an die stärkste Hausse im Friedenszeiten ertmtarte. Die .Beweggründe Ur diese Auffoärtsbewegruig sind nach wie vor die gute Kriegslage, vor-, kttlhaste Jndusttieb-erichte, die hohen DividendenerllärnNgen nnd die lttchten Geldoerhaltnisse. Besondere 2LnvegUng gab in dieser Wvä>e noch die 2lnnahme der deutsä^r Note durch Anrerika- wvdrcrch nicht nur ein wttteres Umsick>grttfen des Völkerringens zunächst verhütet wurde, sondern lrw«m sich auch vielfach Hoffnungen knüpften, daß die Vereinigten Staaten, jetzt moglicherwttss doch wieder mehr Bereitwilligkeit zeiget! werden, btt der .Herbei- Uhrung eines baldigem Fttedens sich nützlich zu erwttsen. Tft die Beteiligung am Börsengeschäft sich von Dag zu Tag erwettette, so bildete sich allmählich eine fühlbare Wirenttvapphttt heraus, und es genügten oft schon, namentlich in wenig gangbaren Sp^ial- werten, mäßige Kaufaufträge, um die Kurse sprmrghaft emporschnellen zu lassen. Sehr lebhafte Umsätze vollzogen sich in den letzten acht Tagen am M onta n mar kt c, wo insbesondere für Phönix, Bochnmer, Caro-Hegenscheidt, Oberschlesische Eisenbalm bkdarfs-Gesellschaft, Bismarcklftitte und Laura Hütte größeres Interesse sich geltend machte. Abgesehen von den in stetzier Zeit vorgenommenen Preiserhöhungen für Eisttrprodukte trugen offene bar auch die verschiedenen Fusüms- und Konz<mttatiVnspro-jektt. namentlich die tErweiterung der Gelsenkirckener Bergwerksgesell- schaft, zur Belebung der Nachftage namentlich Ur die Aktien, mttt- lerer und kleinerer Eisenwerke btt. Gerüchte über wettere angeb- lich bevorstehende Kombinationen kamen in Umlauf, die sich besonders an die Bu deru^--Gesellschaft knüpften. Die Aküml dieser Werke waren wesentlich gebessett, fenrer ivaren Stahlwerk Ocking, Becker und Lindeuberg begünsttch. Metalllvarrn Ring, Nürnberg-Augsburger Masckstnen und SchloeinUtter Gnss- stähl-Kugel wurden! ebenfalls vielfach gekauft. Reger Kanslnst er- fteuten sich auch wieder R'ü st u ng s w ert e , namentlich Rhttn- metall, Deutsche Waffen, Köln-Rottweiler Pulver, Dynamit rmd Hirsch-Kupfer. Elektron werte konnten gleichfalls durchweg etwas anziehen, namentlich Edison. Sckmckett, Felten & Guilleaume und Sachsenwerk. In den Aktien chemischer Fabriken fanden schliesslich ebenfalls einig«' Rückkäufe statt, so dass sich die Kurlse von ihrem jüirgsten Rückgang ettvas erholten. Antowerte lagen voriviegend fest. In Schiffahrts- aktien und Banken war das Geschäft rstKger, die Kurse kennten sich aber auch hier' Kleinigkeiten befestigen. Der Anlagemarkt trat ttotz der Flüssigkeit am Geldmärkte mehr in den Hintergrund, deutsche nnd frcirtb-e Fonds blieben aber im allgentttnen gut behauptet. Privatdiskonten stellten sich etwa aus 4h4 Prozent. ___ ,
Amtlicher Wetterbericht.
Oesfentli che r Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 14. Mai 1916: Wolkig, weist trocken, tagsüber etwas wärmer.
Letzte Kachrichje».
Zum Rücktritt Delbrücks.
Berlin, 13. Mai. Das „Berlirrer Tagebl." schreibt: Innerhalb des Reichsamts des Innern soll, wie wir hören, eine besondere Abteilung für Lebensmittelversorgung gebildet werden. An ihre Spitze soll ein Verwaltungsbeamter treten. In Betracht kommt dafür der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen, Graf von Batocki. Gleichzeitig soll in dieses Amt auch ein General treten, der sich schon in der militärischen Lebensmittelvert- sorgung betätigt hat. Er soll mit besonderen Vollmachten ausgeftattet lverden. Die Person steht noch nicht fest, doch dürfte auf eine Persönlichkeit zurnckgegriffen lverden, die im Jntendantnrwesen praktische Erfaht'ungen gesammelt hat.
Die Serbentransporte nach Mazedonien.
Athen, 13. Mai. An gitt unt-erttcküeter Stelle will man mit aller Bestimmtheit Nüssen, idass 3 0 000 Serben sich vorläufig der Nebersiedelung nach Saloniki nicht anschliessen werden, da sie sich noch nicht genügend erhott haben, um gefechts fähig zu sein. Uebttgens habe es abermals M-ttnimg-sverschieden- heit-en zwiscknm der französischen und serbischen Heeresleitung gegeben. Sie entsprangen der Weigerung der Fvanzvsin, den Serben das Ur den Lebensunterhalt der Truppen 7wttge Ge6> zu geben. Sie wollten den Serben vielmehr glttch die Naturalien liefern.
Athener VicrverbandsLeitungen bringen heute die gleichLau- tende Meldung, dass 8 0000 Serben — die gewohnte Ueber- tteibung — in Saloniki eingettossen- seien, rmd dass bis 20. Mai alten Sttls der Transpott der Serben zur See vollendet sein dürfte. Entgegen diesen Meldungen verlautet tzartträckig, dass die Serben nach Flottna (Griechenland südlich Monastir) gebracht werden sollen, lvo wnderlZolt Beairfttagte der Engländer urw Franzosen die Möglichkttt der Uirterbttngrmg 'gepttift hatten.
Die Kohlenförderung in England.
Haag, 13. Mai. In London f>aben Beratungen des Ausschusses der KoWenindustrie l>egonnen, in ivelchem sowohl die Grubenbesitzer wie lguch die Arbeiter vettreten sind. Der Vorsitzende, Sir Richard Redmau, erklärte die Lage des Kohlen Marktes für sehr ernst. Während der ersten zwölf Kttegsnwnate habe der Kohlenbergbau 30 000 Donnen weniger als im Vorjahre ergeben und zeige auch Ijeutc keine Besserung.
Der umarische Blaubart.
Budapest,^13 .Mai. Im Cinkvtaer Lttchenfund wurden am Freitag vormittag die. zwei letzten bisher noch rcneröffneten Mech- tonnen ausgespreirgt. Auch diese Gefäß ' enthielten je einen tvttb- lichen Leichnam. Bttdc Opfer tmirdcn der Obduktion unterzogen. Die ärztliche Kommission fand, daß die siebente Tonne bk best- crhaltene Lttche enthielt und wahrschttnlich Mis den letzten Ubrbai des Kiß herrührt. Der Ausschuß untersucht sorgfälttg das Getvrcht des Inhaltes, um festzustellen, ob es dem Mörder möglich war, die Opfer allein in -die Tonne zu heben, oder ob er dabei Konplicen hatte. Die Direktion ttner hiesigen Vetticherimgsgesellschaft erhielt vorgestern aus einer ungattichen Prvviuzstadt ein Schreiben, das mit Bela Kiß, Schlossermeister, unterferttgt war. Der Absender bittet um Bekairntgabe der Bersicherungsbeding^mgen. Das Schrtt-^ ben wurde der Poliztt übermittelt. Bei lder Polizei,meldete sich' heute Apotheker Stefan Takaks und erklätte, Klß wurde im Januar vottgen Jahres mif der Elektttschen zwischen Brrdapest und Cinkota gesehen und zwar in Milttärunssorm. Dieser erllärte, er sei mit seinem Obetteutnmtt von dem russischen Kriegsschauplatz' auf einen Tag nach Budapest gekonmren und müsse anderir Tags^ nücder zurückfahren. Die bisherigen Erhebungen lassen darauss schließen, daß der in Gewahrsam genommeire Johann Nagy mit-s schuldig ist.


