Ausgabe 
12.5.1916 Erstes Blatt
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Hebe Teuerungszulage bcimiliflt: tui '-bec^eicatete ohne Xtinbeu sechs Mar? (früher 4 Mk.), mit einem Kinde 7.50 Mk. (5 Mk.), mit zwei Kindern 9 Mt. (6 Mk.), mit drei Kindern 10.50 Mk. (7 Mk.), mit vier .Andern 12 Mk. (8 Mk.), mit fünf und mehr Kindern 13.50 Mark (9 Mk.). Die bisherige Aussvendung von 9800 Mk. wird da­durch auf 16 470 Mk. erhöht

Stadv Ebel fragt an, ob sich drese Erhöhung auch für Ar­beiterfamilien versteht, deren Ernährer nn Felde stehen. Wenn nicht, wünscht er, lmß Aes so sei. . .

Oberbürgermeister Keller erklärt, von Knegsbegrnn an habe die Stadt die halben Löhne mit prozentualem Zuschlag weiter­aezahlt Tiefe Regelung entspreche der in größeren Städten. Er bittet, wenn der Anregung des Vorredners entsprochen werden solle, die finanzielle Tragweite zu bedenken.

Beigeordneter Gr unewald wünscht zahlenmäßig zu erfah­ren was die Angeihörigen von Kriegsteilnehmern erhalten.

Stadv. Ebel gibt an, daß eine derartige Stattstik ausgear­beitet werde. Es gebe tatsächlich Familien, die mehr Einkommen hätten, wie vor dem Kriege. Es sei aber nicht möglich, ihnen das BLehr zu streichen und sie auf den Satz zu bringen, den sie vorher gehabt hätten. Bon seiten der Angehörigen von Kriegsteilnehmern würden oft die unerhörtesten Forderungen gestellt Bei Zuwen­dung vonSchuhwerk habe man geradezu mit innerer Roheit das derbere Schuhwerk zurückgewiesen, weil es ihnen nicht gut genug scsi, Im allgemeinen herrsche aber doch Krankheit und 9tot unter Angehörigen von .Kriegsteilnehmern. Die Stadt habe bis zu 50 Prozent Zusckmß beschlossen. Es geschehe alles, was geschehen könne. Am schlimmsten seien die Angehörigen'von Gewerbetreiben­den -und v-on Angestellten, überhaupt die Angehörigen des Mittelstandes betroffen. Der Arbeiterbevölkerung gehe es im all­gemeinen besser als dem Mittelstände. Rühmlich für die Haus­besitzer sei es, daß» sie den Kriegerfamilien die Mieten herab- gelassen hätten.

Oberbürgermeister Keller fugt zu dem Antrag des mnanz- ausfchusses den hinzu, die E i n k om men sg r e n z e bei der Teue- imngszulage von 1600 Mk. auf 1800 Mk. zu erhöhen.

Dieser Zusatzantrag wird einstimmig angenommen und damit die öffentliche Sitzung geschlossen.

Fn der nichtöffentlichen Sitzung lag u. a. ein Antrag der Kriegsgefangenen des Gießener Lagers vor, auf de« h^sigen Ehrenfriedhose neben dem noch zu errichtenden Denkmale der Stadt aus eigenen Mitteln ein Denkmal zu errichten. Der Antrag wurde ebenso wie in anderen Stuten genehmigt. Das Modell des Denkmals weist als Mittelstück auf einer quadratischen Fläche das Relief einer Trauernden über einem Grabe auf. Das Relief ist durch breite Treppenstufen, die zu ihm hinführen, und abschließende steinerne Geländerfasfung zu einem schlicht und eindrucksvoll wirkenden Ganzen zusammengefaßt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. Mai 1916.

Ersatzmittel für Tee.

Infolge des ständigen Steigens der Preise für chinesi­schen, japanischen und sonstigen asiatischen Tee muß gerade letzt im Frühjahr darauf hingewiesen werden, daß es zahl­reiche einheimische Tees gibt, die im Haushalt an Stelle von asiatischem Tee Verwendung finden können. Die Zubereitung der einheimischen Tees entspricht der des chinesischen Tees.

Als einheimische Tees kommen vornehmlich die jungen getrockneten und alsdann zerkleinerten (geschnittenen) Blät­ter der Erdbeere, Brombeere, Heidelbeere, Moosbeere, Krons­beere, Preißelbeere, schwarzen Johannisbeere, Himbeere, Stechpalme, Kirsche, Birke, llftne, Weide und Eberesche sowie des Schwarz- oder Schlehdorns und Weidenröschens in Betracht.

Es hängt vom Geschmack des einzelnen ab, welchen Blättern er den Vorzug geben will. Bei der erheblichen Auswahl wird jeder, der in der gegenwärtigen Zeit an Stelle des sehr teuren asiatischen Tees ganz oder teilweise billigen einheimischen Tee verwenden möchte, schon ein ihm zu­sagendes Getränk herausfinden. Bemerkt sei noch, daß davon abzusehen ist. als tägliches Familiengetränk solche Tees zu verwenden, die als Arzneimittel besondere Wirkungen aus­zuüben vermögen, wie z. B. Lindenblütentee und Fliedertee.

Die zuvor genannten einheimischen Tees werden zum Teil noch in Apotheken und Drogengeschäften geführt. Es ist erwünscht, daß auch der Drogengroß- und -kleinhandel dem Einsammeln, Trocknen und Vertrieb der als Genuß- mittel in Betracht kommenden einheimischen Tees alsbald be­sondere Beachtung schenken möge, zumal es der Bevölkerung nur zum Teil möglich ist, sich selbst derartige Tees ,zu sammeln.

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** Die ersten Fleischnrarken werden morgen mit den Brottarten ausgegeben. Ohne sie bars kein Ueisch, Wurstwaren. Wurstkonserven oder Fett abgegeben werden. Die Fleischkarten lauten auf 1200 Gramm für 2 Wochen und den Kopf der Bevölkerung; Kinder unter 5 Fahren er­halten nur die Hälfte der Marken. Gasthäuser erhalten zur Versorgung Ortsfremder besondere Bezugsscheine, auf denen diese den Empfang von Fleisch- und Fleischwaren durch Unterschrift zu bescheinigen haben. Näheres siehe in einer städtischen Bekanntmachung im Anzeigenteil.

** Die Zuckerkarte tritt in Gießen von morgen ab in Kraft. Von nun ab darf jede Art von Zucker nur auf diese Karte hin abgegeben werden. Die Zuckerkarten lauten auf 400 Gramm für den halben Monat und den Kopf der Be­völkerung. Sie werden zusammen mit den Brotmarken aus­gegeben. Es bleibt Vorbehalten, die Menge, auf die die Zucker- karteu lauten, jederzeit zu ändern. Die in den Haushaltungen aufgenommenen Bestände werden den Besitzern angerechnet. Sie erhallen erst Karten, wenn der Vorrat aufgebraucht ist. Für das Einmachen von Früchten werden besondere Z u s a tz k a r t e n auf Zucker ausgegeben, wenn der Nachweis des Besitzes der Früchte zum Einmachen oder Einkochen er­bracht wird. Hierüber werden noch besondere Vorschriften er­lassen. Bei der Abgabe ^ion Getränken in Gastwirtschaften und Kaffeehäusern darf reine größere Menge als ein Stück Zucker verabfolgt werden. Näheres ist aus dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu entnehmen.

** Hammeldiebstahl. In der vergangenen Woche »w-urde in Garbenteich von der Herde weg ein Hammel im Werte von 130 Mk. entwendet. Der Verdacht lenkte sich auf einen hiesigen Korbmacher, der um die fragliche Zeit durch Gcrrbenteich fuhr und bei dem bei einer Untersuchung noch der abgekochte Hammelskopf und andere Fleischteile ge­funden wurden. Da der Dieb trotzdem noch leugnet, ist es für die hiesige .Kriminalpolizei vön Interesse, zu wissen, ckvo das Fell und die übrigen Flefichterle hingelangt sind. 'Zweckdienliche Mitteilungen werden an die Kriminalabtei­lung erbeten.

** Aufnahme der Viehbestände am 15. M a i 1916. Die Reichsstelle für die Versorgung mit Vieh und 'Fleisch (Reichsfleischstelle) bedarf einer fortlaufend berichtig­ten Angabe über die Viehbestände, um das Schlachtvieh auf die einzelnen Bezirke in gerechter und zweckmäßiger Weise zu verteilen. Diese Kenntnis läßt sich aber nur dadurch erreichen, daß in kürzesten Zwischenräumen kleine Viehbestandserhebun- gen vorgenommen werden. Das Ergebnis der Viehzählung

vom 15. April b. I. jotl deshalb nach dem Stand vom 15. Mai berichtigt werden, dieses dann nach dem Stand vont Ib.Junss und so allmonatlich weiter. Die Großh. Zen­tralstelle für die Landesstatistik sendet in diesen Tagen die bei der Zählung am 15. Avril d. I. ausgefüllten Zähllisten und Gemeindebogen an die Großh. Bürgermeistereien zurück, damit diese die Angaben nach dem Stand vom 15. Mai durch Umfrage bei den einzelnen Vrehbesitzern fcststellen und in den Listen selbst die früheren Angaben berichtigen. Die ab- geänderten Zählpapiere sind spätestens am 18. Mai an )ie Großh. .Kreisämter einzusenden.

** Die Auszahlung der Familienunterstntzn n g an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Mjai 1916 findet statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit AH Montag, den 15. Mai. IR Dienstag, den 16. Mai, SZ Mittwoch, den 17. Mai. Zahlstunden: von 81 Uhr vor­mittags. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 7.

** Städtischer Ver kau f von Eiern. In der städti­schen Verkaufsstelle Asterweg 25 (Alte Gerverbeschule) werden von Montag, den 15. Mai ab jeweils nachmittags von 26 Uhr Eier znm Preise von 14 Pfg. das Stück abgegeben. Die Abgabe erfolgt nur gegen Vorzeigung der Brotausweiskarte. Es werden für jedes Haushaltungsmitglied bis zn 3 Stück verabreicht.

** .Städtische Spargel. Eine kleine Teilsendung der durch die Stadt Gießen bestellten Spargel wird voraussichtlich heute eintreffen. Die Inhaber von weißen Bezugskarten, die nicht mehr als drei Pfund bestellt haben, können am 13. ds. Mts., nachmittags von 2 bis 6 Uhr, im .Hause Neustadt 61, Spargel abholcn. Preis 45 Pfennig das Pfund.

** Metallablieferung. Um den mit der Ablieferung der beschlagnahmten Gegenstände Säumigen nochmals Gelegenheit zu geben, diese abzuliefern, wird die Metallsammelstelle Sams- tag, den 13. Mai 1916, geöffnet. Nach diesem Tagewiro die Enteignung auf Kosten der Säumigen endgültig dnrchgesührt. Diejenigen, welche zur Ablieferung Frist bis znm 30. April 1916 erhalten haben, werden aufgefordert auch diese Gegenstände am Samstag abzuliefern. Diejenigen, welche die Anerkenntnisscheine über abgeliefertes .Kupfer, Messing und Reinnickel bis setzt iroch nicht abgeholt haben, haben diese unter Vorlage der Wiegescheine inner­halb acht Tagen inr Stadthaus, Zimmer Nr. 16, in Empfang zu nehmen.

** Richtpreise sür Saatkartosfeln u n d F u t t e r - r ü ben sind in einer Bekanntmachung der PreiSprüfungsslelle st'ir die Provinz Oberhessen im heutigen Kreisblatt bekannt gegeben.

** H ö ch st p r e i s e für Schweinefleisch und F l e i sch­wären, die für den Bezirk Gießen morgen in Kraft treten, sind im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes veröffentlicht. Wir weisen <an dieser Stelle besonders darauf hin. Ebenso sind im An- zeigertteile die Höchstpreise für den Verkauf von Speisekartoffeln bekanntgegeben.

** 100 Gram m Feinseife, 500 Gramm andere Seife stehen dem Verbraucher von nun ab in jedem Monate zn. Die näheren Bestimmungen hierüber sind ans einer amtlichen Bekanntmachung des Oberbürger­meisters im Anzeigenteile unseres Blattes zu ersehen.

** Eine Grasversteigerung der Stadt Gießen findet Samstag, den 20. Mai d. I. statt. Näheres siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

e. Leih ge st ern, 11. Mai. Von 18 Leihgeslernern, die sich in Amerika befinden, sind dem hiesigen Bürgermeister 1015 Mk. sür die Witwen und Waisen gefallener Krieger überwiesen worden.

Wieseck, 10. Mai. Dem Gefreiten Karl Roden- hausen und dem Musketier Richard Stephan von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

Kreis Büdingen.

r. Nidda, 11. Mai. Gefreiter Leonhard Fleck von Hier, i»n Landwehr-Regiment 81, erhielt das Eiserne Kreuz und die Hessische TapferkeitSmedaitle.

Kreis Schotten.

r. Glashütten, 11. Mai. Unteroffizier Richard Ullrich, Sohn des Gastwirts Richard Ullrich, wurde mit dem Eisernen Kreuz und der Hessischen Tarüerkeitsmedaille ausgezeichnet.

r. O b e r - L a i s , 12. Mai. Unteroffizier Schäfer in einer Pionier-Kompagnie erhielt das Eiserne Kreuz. Er ist der fünfte Krieger aus unserer Gemeinde, der ausgezeichnet worden ist.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Nieder-Jngelheim, 12. Mai. Mit den Spargel- Pflanzern der hiesigen Gegend wurde von der Eisenbahn- direktion Frankfurt a. M. ein Vertrag abgeschlossen. Die in Frage kommenden Pflanzer liefern im Mai und Juni ihren gesamten Spargel zu 35 Pfg. das Pfund der Direktion, die sie in Frankfurt und Umgebung zu 38 Pfg. das Pfund an die Eisenbahnangestellten ab gibt.

Max Reger f.

Leipzig, 11. Mai. (WTB.) Wie das Leipziger Tage­blatt" meldet, ist der Komponist Max Reger heute am Herz­schlag hier gestorben.

Max Reger wurde am 19. März 1873 in dem bayerischen Oertchen Brand (Bezirksamt Kemnath) geboren. Er war ein Lehrerssohn und erhielt seine erste musikalische Bildung durch seinen Vater und den Organisten Lindner in Weiden. Später stndiette er bei Hugo Riemann in Sondershausen und Wiesbaden, war von 1891 bis 1896 Lehrer am Wiesbadener Konservatorium, ging 1901 nach München und lehrte bis 1906 Kontrapunkt an der dortigen Kgl. Akademie. Im nächsten Jahre folgte er einem Rufe nach Leipzig als Universitätsmusikdirektor nud Kvmposittonslehrer am Konservatorium, wurde 1908 zum'Professor und von der .Uni­versität Jena zum philosophischen Ehrendoktor ernannt. Im Jahre 1911 wurde Reger die Leitung der Hofkapelle in Meiningen über­tragen, der er in den letzten Jahren durch ausgedehnte Konzert­reisen zn neuem, bedeutendein Ruf verhalf. Reger war als Kom­ponist von außerordentlicher Fruchtbarkeit, die Zahl seiner Werke geht in die Hunderte. Er hat in der Hauptsache Kompositionen für Klavier, kleines OrckTester und Orgel geschrieben. Als Orchester­dirigent sowie als Klavier- und Orgelspieler war Reger mit Recht sehr geschätzt. Besonders großes Ansehen genießen seine Orgel- kompositionen und Bearbeitungen Bachscher Werke für die Orgel.

Vermischtes.

* Berlin, 11. Mai. Die33. Z. a. M." meldet aus Budapest : In der E z i n k o t a e r Massenmord-Affäre

wurden heute die ersten Verhaftungen vorgenommen. Der frühere Gehilfe des Klernpnermeisters Kiß, Johann Nagyum, dessen Haushälterin Frau Jakubek wurden wegen Verdachts der Mit- schuld in Präventivhaft genommen. Nach den Vorgefundenen Briefen sind bisher etwa zehn Frauenspersonen als Opfer des Kiß f e st g e st e l l t. Der Verdacht ist nicht aus­geschlossen, daß die Zahl der Opfer noch bedeutend größer ist. Die Polizei öffnete ein Paket, welches Kiß seiner Bedienerin Jakubek zur Aufbewahrung übergeben hat. Es enthält eine große Anzahl von Liebesbriefen, ans welchen 23 Adressen bekannt wurden, auf Grund welcher die Polizei Nachforschungen anstellt. Auf dein Dachboden wurden m einem Sack Frauenkleider gefunden. Heute vormitlag ivurden von der Gerichtskommission vier von den sieben Blechtonnen geöffnet. In dreien fand ,nan Franenleichen. Sie sind vollkommen bekleidet, mit Strickeii verschnürt und jede hat einen Strick um den Hals. In der vierten Tonne befinden sich siebeil Franenkleider. Die Leichen sind vollkommen verwest, doch ,lickst unkenntlich. Eille Leiche wurde voil der genannten Bödiemrin und einer Nachbarin als jener der vor vier Jahren verschwundenen Katharilla Varga. einer Tienstmagd des Einkotaer Gastwirtes Apjari, evfannt, die, wie allgemein bekanilt, ihre Ersparnisse voil 500 Kronen stets bei sich -trug. Von den im vierteil Faß be- fiudlicheu Fraueilkleidern 'wurde das eine als das der vor zehn Jahren verschwundsiren sechsundzwanzigjährigen Kochm

Tvlh eitannt. In einem anderen erkannte Frau <ttesa>l Toth dasjenige ihrer verschwundenen Tochter Margit. Am Vor- lililtag erschien bei der Stadthallptinanilschaft der Honvedkorporal Majde lilid sagte aus, daß er mit Kiß im serbischen Spital voll Valjevo beisamnleu lvar. Er habe ihn sterbeil sehen. Kiß sei m Valjeoo beerdigt.

Universitcits-Na<Hrichtsn.

- Bcrliil, 11. Mai. (WTB.) DerReichsanzeiger" niel* bet: Der ordentliche Professor der philosophifcheil Fakultät der Universität Berlill, Wirklicher Geheiiner Rat Wagner, erhielt den Kronenordell erster Klaffe.

kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgejellschast.

Sabbatseier am 13. Mai 1916'

Freitag abend 8.15 Uhr. Sanlstag voriil. 8.39 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbatnllsgailg 9.55 Uhr. Wochengottesdienst morgens 6.00, abends 8.30 Uhr.

Märkte.

= Herborn, 11. Mai. Alls dem heute abgehalteiieu 4. die . jährigen Markte lvaren aw'getrieben 28 Stück Rindvieh und 376 Schweine. Es winden bezahlt für Fettvieh und z,var Ochsen 1. Qualität 0000 Alk., 2. Qualität 00-00 Mark, Kühe und Rinder 1. Qualität 0000 Mk., 2. Qualität 60-00 Mark >», 20 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 120165 Aik., Lällser 160200 Alk. und Einlegschiveine 210260 Alk, das Paar. - Ter nächste Markt siudet am 29. d. Alts. statt.

Witterungsbericht.

(Oeffentlicher Wetterdienst.)

Gießen, den 9. Mai 1916.

Das westliche Tiefdruckgebiet, bas am Ende der vorigen 3k* richtswoche uns Gewittererscheinungen mit Regenfällen brachte, ver­stärkte sich am Anfang dieser Berichtslvoche 3. Mai bis 9. Mai und drang zunächst ostwärts vor. Unser Bezirk kam jedoch nur unter den Einfluß seiner Ranbwirbel, so daß auch !lwch am Mittwoch, den 3. Mai, die Wetterlage sich kaum veränbert hatte. Es kam bei sonst wechselnder Bewölkung vielerorts zu Gewitterbildungen, verbunden mit zum Teil heftigen in Gießen allerdings nur geringen Niederschlägen. Trotzdem die westliche Depression sich weiter ver­stärkte und ostwärts vordrang, heiterte sich bei südöstlichen Winden infolge Föhnwirkung das Wetter nunmehr auf und nur in der Nacht von Freitag zu Samstag gingen in ganz West- und Süd­deutschland verbreitete Regenschläge nieder. Die Temperaturen wa­ren seit Anfang dieser Berichtswoche stark gestiegen, besonders die Tagestemperaturen, so daß das Tages mittel in Gießen von st- 15,75 Grad am Mittwoch auf st- 19,75 o am Freitag sich erhöht hatte. Das Temperctturmarimum betrug am Freitag in Gießen sogar st- 27 o. Von Sonntag an zog sich die Depression wieder nach Westen zurück: ihr folgte hoher Druck von Osten her nach, so daß das ziemlich heitere Wetter weiter anzuhalten schien. Doch schon in der Nacht vom Sonntag zum Montag zweigten sich von dem nordwestlichen Tiefdruckgebiet Wirbel tiefen Druckes ab und riefen auf ihrem Zuge guer durch Deutschland ausgebreitete Regenfälle hervor. Auf der Rückseite des nack dem Balkan abgezogenen Teil- tiefs stteg der Druck über dem Festlande wieder an. Wir liegen nunmehr auf der Südseite der mit einem Ausläufer über die Ostsee bis nach Polen reichenden nordwestlichen Depression und haben zu­nächst bei Winden aus westlichen Richtungen mit teils bedecktem, zeitweise aufklarendem Wetter und mit stellenweisen Regenschauern zu rechnen.

Meieorologi sche Beobachtun gen der Station Eietzen.

Mai

1916

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Wetter

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Bew. Himmel

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67

10

Regen

12. 7'°

8,5

7.4

89

10

Bed. Himmel

Höchste Temperatur am 10. bis 11. Mai 1916: st- 14,5'6. Niedrigste , 10. . 11. 1916: + 1,4*0.

Niederschlag 0,1 mm.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 13. Mai 1916; Zunehmende Bewölkung, zeitweise leichte Niederschläge, nachts etwas wärmer.

Letzte Nachrichten.

Wieder eine englische Neutralitätsverletzung?

Budapest, 12. Mai. DemAz Est" wird aus Sofia be­richtet : England richtejte am 18. April eine geheime Note an Spanien, worin es die Regierung crussordett, die in spanischeu Häfeu liegenden deutschen Schiffe zu konfiszieren und die Meerenge von Gibraltar abzusperren. Damit wollte England erreichen, daß der holländische imb griechische Handel gehemmt werde. England versprach, daß^es, wenn Deutschland ivegen der Konfiszierung seiner Schisse Spanien den Krieg erklärte, die spanische Küste ver­teidigen und nach dem Kriege Tanger Spanien übergeben wollte. Die spanische Regierung hielt die Note geheim urrd wird die eng­lische Aufforderung zweifellos zurückweisen.

Der Kölner Fleischhinterzichungsskandal.

i K ö l n, 12. Mai. In dem skandalösen Fall der Fleisch- Hinterziehung des Metzgermeisters kommet erfahren wir noch, daß die Fleischmengen doppelt so groß fiud-, als bisher angenommen wurde. Bisher wurden aus den verschiedensten Aufbewahrungs­räumen Gommers 25 000 Pfund gute Fleischware, 5 0000 Pssind minderwettige und 9 000 Pfund verdorbene Fleischwaren heraus- besorgt. An 18 Zentner Fleischwaren mußten dem Zoologischeu Gatten zur Tierfütterung überwiesen Ivetten.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Das diesjährige Jnvaliden-Prüfungsgeschäft im Kreise Gießen ssndtt wie folgt statt:

Am 18. Mai ds. Js., beginnend 9 Uhr vormittags, im Hotel Hirsch in Grünberg.

Am 29. und 30. Mai ds. Js., beginnend 9 Uhr vormittagD. im Rathause in L i ch.

Am 31. Mai, 2., 3., 5., 6. und 7. Jüni ds. Js., beginnend» 9 Uhr vormittags, im Bezirkskommando in Gießen.

Tie bis 1916 anerkannten Invaliden, Friedens- und Kriegs- Rentenempfänger haben zu diesem Geschäfte zu erscheinen, sorveit sie hierzu einen besouderen Gestellungsbefehl erhalten.

Gießen, den 11. Mai 1916. 37116

Gvoßherzogliches Bezirkskommando.

N a u m a n n, Oberstleutnant und Bezirks Kommandeur«