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8.5.1916 Erstes Blatt
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wivderr. ^nrr.ijnr. daß Deutschland tm wesentlichen Punkte Amerika ^ngleHandniss-' maüit. Ihre Meldungen aus Washington lassen mum den (5-t:.>:!»cf ^ n:n'n. den die Note in Amerika machte, und oa^!mktit dar: r» ralil 'iVw Kreisen der Meinung ist. jetzt zu breelren, "wäre ungerecht,evtigt. Deutschland wäre weiter- entgeaencrekommen, <us man erwart : babe. Die deutschen Zugeständnisse hätten eine ffmsffae Au-legung gefunden, festigend aus die Börse gewirkt usw Dezerchnendernx'ise hatte Havas von diesen Meldungen nur das wiedevge gehen. das: Lausing erklärt habe, Irrtümer gäbe es nicht. Man im'isse die genauen neuen Anweisungen abwarten. Die Be.- ffrrchtunq, es möchte zur Verständigung zwischen den beiden aroßen . latirmen komnren, laut die Hetzarbeit in den französischen Blättern zu neuem kräftigem Leben erwachen.

,p 7" untergegangen.

London, 7. Mai. MTB. Nichtamtlich.) Die Ad­miralität teilt mit: Ein Zeppelinluftschiff ist von einem unserer leichten Kpeuzergeschwader in der Nähe der schleswigscheu Küste zerstört worden.

D m u i d c n, 7. ''Mai. MTB. Nichtamtlich.) Ein hier hier eingetroffener Fischdampfer berichtet, er sei gestern vor­mittag um 11 Uhr Zeuge eines Kampfes zwischen einem Geschwader von 21 Kriegsschiffen und einem Zeppelin auf 1 Grad 30 Minuten nördlicher Bwite und 7 Grad 2 Minuten östlicher Länge, 8 Meilen west­lich des Horns-Riff-Feuerschiffes gewesen. Der Zeppelin griff das Geschwader an, das sofort auseinanderging. Zwei Kriegsschiffe blieben in der Nähe. Das Luftschiff gab zwei Schüsse aus dem Hinteren Teile des Schiffes, anscheinend ohne Erfolg, ab. Sodaun feuerte eines der Schlachtschiffe dreimal auf den Zeppelin, der sich zurückzog. Er sei aufgcstiegen und anscheinend nicht getroffen worden. Aber zehn Minuten nach Passieren des Fischdampfers erfolgte eine gewaltige Explo­sion. Das Luftschiff sei in das Meer gestürzt. Der Fischdarnvfcr versuchte sich dem sinkenden Schiffe zu nähern, die englischen Schisse gestatteten es aber nicht.

M a l m o e, 7. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der Stock- bolmer DampferSvea". der heute hier eingetwfsen ist, bervchtat, er habe auf der Reise dorthin, etwa 17 Minuten westsüdwestlich von Horns Rifs, bei Jütland, einen in west­licher Richtung fahrenden Zeppelin gesichtet. Ein paar Sturrden später sah mau einige Zerstörer, die dem Zeppelin nach segelten. Das.Luftschiff kehrte um und ging zurück, wurde aber von den Zerstörern eingeholt und beschossen, woraus sich die Zerstörer entfernten. Eine halbe Stunde später g i n g d e r Zeppelin s ch r ä g a u s d i e W a s s e r - linie nieder. DerSvea" wollte zu Hilfe eilen, als aber die Zerstörer sich auch dem Zeppelin näherten, hielt der Kapitän desSvsa" es für ratsam, weiter zu segeln. Die Zerstörer verließen sodann den Zeppelin, der jetzt brennend auf dem Wasser lag und kurz darauf sank. DerSvca" näherte sich wiederum der Unfallstelle, konnte aber nichts cnüwcken.

London, 5. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Admirali­tät teilt mit: Die Schiffe, die gestern das Zeppelin­tu ft schiff (L. 7) vernichtet haben, sind die kleinen Kren zerG a l a t e a" undPhaeto n". Das Zeppelin- 'luftschisf war offenbar auf einer Erkundungsfahrt be­griffen, als es durch das Geschützfeuer dieser beiden Fahr­zeuge zerstört wurde.

- . Gegen 2i o Uhr heute morgen näherte sich ein Zeppe- ' l r n - L u f t s ck> i f f Saloniki. Als etz über dem .Hasen kreuzte, wurde es von der britischen Flotte heftig beschossen utch getroffen, so daß es, in Flammen gehüllt, in der Nähe der Mündung des Karadere-Flujses herabsiel.

Der Untergang des deutschen Luftschiffs bei Saloniki.

Saloniki, 6. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterschen, Bvreaus. Der Zepvelin erschien ungefähr zwei Uhr morgens. Ein Kriegsschiff im Hafen schoß drei rote Feuer yieile ab. Einige Sekunden später bestrahlte ein Scheinwerfer den Angreifer, der gerade über der Mitte der Stadt war. Eine Sintflut von Gra- natmr folgte. Französische Brandgranaten erhellten die ganze ^ Stadt. Der Zeppelin setzte seinen Kurs in die See fort und bot den Kriegsschiffen ein gutes Ziel. Er stieg aut und nieder, fuhr

Zick-Zack und verschwand schließlich. Er hatte sich offenbar selbst in eine Tam'pswolke gehüllt. Dann wurde plötzlich zweimal ein scharfer Knall vernommen, dem eine helle Flamme folgte Das Lustschiiff war in die Mündung der Wardar gefallen. Ein französischer Flieger, der in der Finsternis ansstieg, behauptet das Luftschiff mit zwei Bomben getroffen zu haben.

'ib ° n 11 rt n °£ e * / Ö. yjtai. Ktlu/tuliuiiu.) j.uu

Nl-elonngen von der S u e z k a n a l f r o n t muff-en die Engländer naw der Niederlage von Mafia ans Furcht vor mrer neuen Uebec- raschung unablässig Erlundungsslügc. Aber den Engländern gc trugt es nicht, !dre türkischen Bewegungen zu erkunden. Tie Nieder- tage von Katm trug dazu bei, das Ansehen der Engländer bei den Dtammen und den Freiwilliger ans Medina, welche an den Kamp len tellgenommen haben, zu vernichten. Die Versuche des Feindes, durcg Flieger die Elfenbahnarbeiten, die in der Wüste rasch Fort- wir:t-? machen, zu stören, eifern die Arbeiter nur noch an Tie Erfolge der türkischen Panzerautomobile, die mit Abwehrkanonen Eiudruck^^ ausgestattet sind, machen auf die Stämme großen

Ein norwegischer Protest

in SH?* a ' F ai - Die norwegischen Ge-

iandtschasten m London und Paris haben entsprechend ihren schriftlichen Anweisungen der britischen und ftanzösischen Re­gierung die Antwort dernorwegischen Reaierun - das Memorandum betreffend Beschlagnahme der Briespost auf See das von den genannten beiden Negierungen Anfang April an die neutralen Regierungen gesandt worden ist, überreicht. Die norwe- M'che Regierung vertritt nach wie vor den Standpunkt, daß sie'die Rcchngkeit der Auslegiing der Haager Konvention von 1907 Fff fer 11, durch die britische und französisch Negierung nicht anerken- nen kann Sre neht sich deshalb genötigt, über die Maßnahmen Bpchwerde zu führen, die von der sranzöfischen und britischen Re gicrung im W r d e r s p r u ch z u d e n I n t e r e s s e n d e r N e u ^ -} e , , rt ^rorfen worden sind, Maßnahmen, die auf Durchsicht Feschaltm und Beschlagnahme von Artikeln hinzickn, die in «riefen und Poftbeuteln gesandt werden.

Französische Uebcrgriffe gegen Griechenland.

«0. Mai. (WTB.) Vom Berichterstatter des ^£ 0 . Es wird bestätigt, daß die Franzosen nach ihrer lek- ten Razzia in 6-lorina einen Posten auf dem Bahnhof zuiwagelassen, und so die B esetzun g d er Ba h n Sal 0 - n i k t rp l 0 r r n a vollendet habem Seit einiger Zeit war bereits das Bestreben der Engländer und Franzosen erkenn- rZ-ront in Mazedonren nach Westen auszudehnen, r-f ^., e : k ,eT Strymon von einer französischen Division überschritten und in Lhgkovami ein Stabsauartier ein gerichtet. Neue Kräfte, dre auf Florina zu verschoben wer den, lassen dre endgültige Besetzung dieser Stadt als bevor stehend erscheinen.

2 lus Rttmänien.

6. Mai

rp~

I 0 lr 6- Map (WTB.) Bulgarische Telegraphen- -gmtiir erfahrt: Dre mazedonischen Bulgaren, ehe- mc.lige serbische Staatsuntertaneii, sind in Rumänien seit einigen Monaten allen möglichen Belästigiingen durch die serbischen Konfularmrtreter ansgesetzt, die sie durch listige Mittel'' die serbffch.- Armee regulieren wollen. Diese Vertreter übergeben Ztierf. allen lenen, die^ sickü melden, ohne Unterschied des Alters paße und lassen sich oafur eure Taxe von 50 bis 70 Franks angeb- ii. zugunsten des ferbischen Roten Kreuzes bezahlen, nehmen ihnen chpater bic daise wreoer ab und folgen ihnen Marschrouttn na h Rußland aus. mit dem Aufträge, sich am 13. Mai in Galatz zu

Tu-?! "° o 0nm Ue nach Odessa eingeschifft werden sollen, wo eine serbische Legion gebildet wird.

Suchomlinow verhaftet.

P et er s b u r g, 6. Mai. (WTB.) Meldung der Peters­burger Telegraphen-Agentur. Senator Sogorodsky, der mit der Untersuchung der Angelegenheit des ehemaligen ^WsmiNisters Suchomlinow beauftragt ist, der des Mißbrauchs der Amtsgewalt, der verbrecherischen Fahr- assigkett, der Verschleierung der Wahrheit in seinen Berich- ten und des Hochverrats beschuldigt wird, hat Suchomlinow ^rner Wohnung vevnommen. Er erklärte es nach der Vernehnvung für notweiidig, Vorbeuguugsmaß- ^ 9 fln gegen Suchomlinow zu ergreifen, namentlich ihn zu verhaften Suchomlinow ist am selben Tage in der Peter Pauls-Festung interniert worden.

* *

Der türkische Bericht.

Kvn stantino pel, 7. Mai. (WTB.) Das Hauptguartter triJt mit:

1?Ih der I rakfron t rrichts Neues.

An der Kaukasusfront wurden im Tschorukab- schnitt .->00 feindliche Infanteristen, die einen überraschenden Angriff versuchten, mit Verlwten zurückgeschlagen. An den übrigen Abschnitten dieser Front nichts Wichtiges ^ Eine der Bomben, die am 3. Mai von zwei feindli-chen/ Smyrna überfliegenden Flugzeugen abgeworfen wurden, traf einen Güterzng und verletzte drei Personen leicht. Am 3. Mai wurde ein feindliches Flugzeug, das Bircn Sabah überflog, nörd- Ira> dreies Ortes abgeichossen imd der Flieger gefangen genommen. Er t^rfprach den zur Hilfe herbeieilenden Beduinen Geld, falls Ire seme Flucht erleichtern würden.

Lord Curzon über die Kriegsdauer.

London, 6. Mai. (WTB.) Mekdüng Reuterschen Bureaus: Lord Curzon sagte rn der Ansprache in einer konservativen Bersamnrlung in London:

Ter Krieg kaw.i noch ein Jahr oder zwei dauern. Ob er aber nun wxh eine lange, oder nur kurze Zeit währt, auf irden Fall muß er gewonnen werden. Die Regierung und das Land iverden Sn bis zum Ende durch.feckten. Keiner der Alliierten wankt. Im Kavriiett habe ick: über vieles sprechen gehört, aber das eine, das ich niemals erwähnen hörte, war der Frieden. Frieden ist das Wort, oas wir aus unserem Wortschatz entfernt haben, bis der Sieg errungen ist.

Die Aeußerungeu Curzvns wurden mit wiederholtem lauteii Beifall ausgenommen.

Die englische Ein-und Ausfuhr.

London, 6. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterscken Bu­reaus. Amtlich. Die E i n f u h r im Avril betrug 75 635 362 Pfund Sterling oder 2 046 780 Puma mehr als im April 1915, die Aus f u hr betrug 36 817 839 Pfund Sterling ooer 4 648 105 Mund mehr als im April 1915.

Der Krieg in Aegypten.

K 0 n st a n t i n 0 p e l, 6. Mai. lWTB.) Nach glaubwür­digen Nachrichten hat der Imam von D a r fu r, Ali Dinar, den Heiligen Krieg gegen die Engländer ver­kündet. Er marschiert mit seinen Truppen und 8000 Kamelen Stegen den nördlichen Sudan und treibt die englischen 'Streitkräfte, denen er begegnet, in wilder Flucht vor sich her. Er plant, vereint mit den Senussi vorzugehen. Die in einer Proklamation vom 5 April enthaltene Mitteilung, die England'!, hätten oir Tcupv'n des ?si nom geschlagen, ist falsch. Vielmehr befinden sich die Engländer in wilder Flucht auf dem Rückzuge gegen den Nil, seitdem die Trup­pen des Imam ihren Vormarsch nordwärts fortgesetzt haben.

Bulgarischer Besuch in Deutschland.

^ , Berlin^ 7. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) 15 Mitglieder der oulgarffchen Sobrauie sind bei l?errlichein Wetter mit dem sahr- planmaßrgeu Zuge n«äMittags 5 Uhr 03Mimrten aus dem An- hatter Bahnhof emgetroffeu, nacktem sie vorher in Dresden ge­weilt hatten. Auf bev.i Bahnsteig hatten sich eingefunden: Herren oer bulgarrschen Gesandtschaft, der bulgarische Generalkonsul Mit- glreder der bulgarisch)en Kolonie, darunter zahlreiche Sprdenten einige Herren des Auswärtigen Amtes, darunter der Wirklick-e Ge­heime Legattonsrat von Radowitz. Reichstagspräsident pr. Kampf mat dem Direktor des Reichstags, Geheimrat Junq- heim, Stadtverordnetenvorsteher Michelet, Stadtrat Dossein, Ver­treter der deutsch-bulgarischen Gesellschaft und deren Vorstandsmit- gli<^er Gras^chweuiitz und D. Fritz Mittelmann, sowie zahlreick)es Publikum. Herr, von Radowitz begnißte die bulgarischen Gäste namens der Kafferlichen Regierung. Die Mgeordnettn nahmen im HotelMfferhvf" Wohnung, von dem bulaarffche Fahnen weh- ten. Die öffentlichen und sehr zahlreiche Privatgebäude hatten ebenfalls geflaggt.

Erlaffe des Kaisers Franz Josef.

Wien, 7. Mai. MTB. Nicktaintlich.) Wie das Militär- verwaltungsblatt meldet, hat Kaiser Franz Josef zu Ge neralobersten ernannt den General Rhoru, den Landesver- teid:gnngsminister Frhr. v. Georgi, sowie die GenerÄe Böhm- Ermolli, Pflanzer-Baltin, Dvnkl, Boroevie, Tersztyansky und Pu Halo.

Der Kaiser schuf ferner dre Würde eines Großadmirals rn die zweite Rangklaffe unv ernannte den Admiral Hous znm Großadmiral.

Der §eektteg.

London, 6. 9Nai. (WTB.) Lloyds Agentur meldet: Der Dampfer R u a b a n (2004 Bruttoregistertonnen) ist gesunken. Tie Besatzung wurde gerettet.

Amsterdam, 6. Mai. (WTB.) Das.Handelsblad" mel­det -aus Vmuiden, daß dort der DanrpftrawlerC a a n st ro 0 m II" mit beschädigtem Vorderschiff angekomvien ist. Er hatte einen Zusammenstoß mit einem deutschen Torpedoboot.

Ans Stadt «nd Land.

Gießen, 8. Mai 1916.

Gießeuer Kinderpflege.

Am vergangenen Mittwoch, dem 3. Mai, hat sich in der kleinen Aula der Universität ein Kreis von Gießener Damen und Hepren zusammengetan, der sich die Ausgabe gesetzt hat, die Tätigkeit der in unserer Stadt bestehenden Einrichtungen für Kinderpflege durch Aufbringung ausreichender Mittel zu fördern. Gesteigerte Kinderpst-ege ist ein Gedanke, der in der Luft liegt. Aus Darmstadt, Frankfurt, Mannheim hören wir von gleichen Bestrebungen. Die Kinder sind unsere und unseres Volkes Zukunft. Es bedarf kau^n 'vieler Worte, um die Sorge um sie in dieser Zeit in weitesteu Kreisen wüch- zurufen. Der Krieg entzieht ihnen die Väter, er zwingt viel­fach die Mütter, dem Erw-erb nachzugehen. Die Kleinen blei­ben sich selbst oder der Aufsicht itod) unerwachsener Ge­schwister überlassen. Ihr Leben zieht sich auf die Straße. Und so sehr mau sich dieser Kinderschareu freuen-darf, man wird die Gefahren nicht v-erkemren, die da lauert!. Eine Fülle von Aufreaung, ungewohnten Erlebens, abenteuernder Gedanken bemächtigt sich der Kinderseele. Kein Zufall g-ewiß, daß

itad> oeit 'Aupoitouirnjeu stxieaeu gieca-o ^ v* : -,y \r und erfolgreichen Bemühungen führten.

^y : !lnd heute weiter, unsere Kinder unvergleichlich ge- llftpfl' e * der Fall >var. Unsere allgeineine

Volksschule rft uns zu unberechenbarem Segen geworden. Bon allem anderen abgesehen, wissen wir alle deutschen Kinder vom 6. bis 14. Jahre für einen großen Teil des Tages rn j icherer Obhut und Zucht. Und wer wollte zweifeln, daß ore.e Zucht weit über die Schulstunden hinaus wirkt, wennoch bleibt die schulfreie Zeit übrig. Nur für oie Kinder rn iloch nicht schulpflichtigem Alter bestehen noch keine staat- lich verpslichteten Einrichtungen. Zwar unsere Stadt hat langst auch deren Aufgaben sich mannigfach und vorbildlich angenommen. Bon unserm Säuglingsheim, dem neben un)erer Kinderklinik besondere Aufgaben zugewiesen sind, ourch K r l p p e n , K i n d e r g ä r t e n , K i n d e r s ch u l e n K n a d e n - und M ä d ch e n h 0 r t e n unserer Voll-schulen i)t alles vorhanden, was zu verlangen wäre. Und es ist vorhanden in mannigfacher Gestaltung und unter ver)chrLden)ter Leitung, so daß auch allen Sonderbedürf- m)sen und Wünschen der Eltern reichlich Rechnung ge­tragen w<ird. Es bedarf also keiner Nenschöpfungen, nur der Stärkung und vielleicht der Erweiterung be­stehender Einrichtungen. Ihnen allen tut eine trafttge tinanzrelle Unterstützung not, damtt sie ihren Ausgaben ohne lähmende Sorge genügen können. Die neut Vereinigung hat darum in gar keiner Weise die W- jlcht, ln her Arbeit selbst einzugreifen. Sie sollen sie tun nach den Gedanken und Methoden, die sie für die richtigen halten. Uber ihnen allen soll geholfen werden, wo Hilfe not- mt, für alle sollen Mittel beschafft werden, wo diese nicht auö pr l !£ en ~Zweck wurde zunächst ein Arbeits- an 's ch u ß gewählt, der aus Frau Geheirnrat Gail, Frau Rechi.sanwalt E n g i s ch, Kauftnanu Leopold Mayer und Professor I). E ck besteht. Die Beteiligter! hoffen zuversichtlich, wenusie nach vorbereitenden Arbeiten sich an die Gieße- $ a it wenden, ein williges Ohr und eine offene Hand zu fenden. Unsere Kinder sind unsere Lieblinge, sie i^^ u.n)ere Zukunft. Was wir für sie tun, das lohnt sich hundertfach. Wrr werden es gern und fteudig tun

*

Bichzucht, Fleischerzeugung und BottSernährnng.

-Lii! hohen ^leischihreise für Fleischsorten, die nicht Höchst, xieiien unterworfen sind, Kalbfleisch, Geflügel, Seefische ywei! !,! den letzten Tagen zu einer Menge von Klagen imc» Aus- la)iunc)en geführt, dre in Bffrverden über den herrscheichen Lebens- nnttclWucher und die angebliche Untätigkeit der Staats- mtb Ge­meindebehörden aus klangen.

. Tie Einhelligkeit der Vorwürfe nnnft auf bestehende Miß- üande hm, du' Verschiedenheit der Schlußfolgerungen und Vor- fftnagc laßt die Schwierigkeuen ahnen, die sich einer Abstellung

entgegen stellen.

Es wir' immer verkannt, daß der Drehmmkt aller Schwierig- kerten und Mffz)tände ber den Ernührungsftagen in dem herrschen­den f.Nangel an Vrehkraftfutter zu suchen ist. Dieser hat die Vieh- be)täude selb)t und das Schlachtgewicht der Biehstapel vermindert

Bei dieser FuttermittetknappheiL war es ivotzl nröglich, ge­nügend Ernährungs- oder Existenzffutter für die Viehbestände zu jchanen, es fehlte aber an Masffutter, ohne daß bei Fleischansatz zuruäbleibt. Für Mastfutter werden aber wesentlich, größere Mengen benötrgl, als für Existenzfutter, und diese Mengen sind nrckt vorhanden.

Wie klmn diesem Mangel gesteuert und )vie können die Vieh- tapel wieder ausgefüllt Und rnast- und schlachtreif gemacht werden? Welcher Umfang der Vieherzeugung der Zahl nach ist im Gesauttzusammenhaug der Ernährungsftagen wünschenswert? Was die letztere Frage betrifft, so haben unsere kriegswirffchaftlicheui Erfahrungen bewiesen, daß für die Ernährung der Bevölkerung dar Viehstapel gar nicht groß genug sein kann: ohne in Unmöglich- kectsgrenzen naä> oben zu varsallen, steht jedoch fest, daß der vor­handene VieWapel zu gering ist un ddaß feine Vergrößerung not­wendig ist.

Mit dieser- Erkenntnis fallen alle ^Vorschläge aus Verringerung der Viehbestände und damit auf Erhaltung von Futtermengen für die menschliche Ernährung aus. Die Dringlichkeit der Futter-, beschaffung für das Vieh tritt nnffo starker hervor. Sie nruß so dnrchgeff'ihri iverden, daß Verstärkung imd Erhaltung der Viech- bestände für den Sontmier lvie für den Winter möglich, und dnrfft- führbar ist.

Da hierin Erfolge iffcht von heute aus nwrgen zu erziele:- sind und der Einfluß des Futtermittelmangels auf Zahl und Schlachtgewicht der Tiere nicht zu verhffrdern war, so ergibt sich, daß die U e b e r g a n g s z e i t bis zur Auffüllung der Bestände und zur Gewimrung neuer Kraftfutlermittelmengen die schwierigste ist und daher die zurzeit hervorttetenden Erscheinungen und Uebel- stände vorübergehender Natur sirrd.

Uebcrblickt Wan die Menge der Maßnahmen und Verordnungen der Behörden, die ergangen sind, um'die Futtermitteknot zu bo-, heben, so sieht m'an sich einer umfassenden Fürsorge gegenüber, die die besten Erfolge verspricht mrd teilweise schon erzielt hat. Tic Staffelung der Viehpreise für die Landwirtschaft reizt zum Mästen an. Das Schlachten von magerem und fleischlosem Vieh hat aufgehört.

Tie Heranscheffung von Kraftfuttermitteln ist auf den ver­schiedensten Wegen angebahnt und vorbereitet worden. Der deut­schen Landwirtschaft selbst ist die Notwendigkeit, Futtermittel an­zubauen, vor Augen geführt worden. Törranlagen flir die Erl>al- tung von Mfällen durch Konservierung sind im Bau. Tie Wälder sind für Weidegang preisgegeben und die Sammlung und Ver­wertung von Abfällen, die als Futter Verwendung ffndeir können, ist in großzügigenr Unffange bereits zur Tuvchfflhrnng gekommen.

Das Verbot, Osterlämmer zu schlaffsten, beivies gleiche Für­sorge tonb der im gleichen Sinne seitens der Landwirtschaft und auch besonders von vielen Fleischern gen-achte Vorschlag, auch die Ab- schlachtuug von Kälbern zu verbieten oder nur Bullenkälber in besttmmtem Alter und Gewicht zur Abschlachtung zuzulassen, bedarf sicherlich der Ueberlegung und Erwägung. Lückenlos schließen sich also die Maßnalstnen Mreinandcr, die die Möglichkeit der Ausfüllung und Mästung der Viehstapel und damit auch! eine wieder ausge- dehnlere Versorgung mit Fleisch in Aussicht nehmen lassen.

Wemr diese Entwicklung der grundlegenden Faktoren der Er- nährungsversorgung den Wucher in Spezialartikeln von Fleisch mrd anderen Nahrungs stoffen begünstigt, so kann tem nur durch das Verhalten der Bevölkerung und die sttengste Anwendung, tur bestehenden Gesetze gegen den Lebensmittelwucher Einhalt geboten werden. Wo sich Wucher zeigt, soll derjenige, der auf ihn stößt, ihn zur Anzeige bringen. Die bestehenden Glesetze reichen sicherlich gegen ungerechtferttgte Preissteigerungen aus. Sie müssen aber in der Bevölkerung verständnisvolle Beachtung ftnden, sollen sie nickt nur aus dem Papier stehen.

*

** Auszeichnungen. Dem Hauptmann d. Res. Aints- gerichtsrat Trump ert^ von hier wurde am Geburtstage des Kronprinzen vom Divisionskommandeur das Eiserne Kreuz e r st e r Klasse überreicht. Dem Sprachlehrer Ludolf Köhler, zurzeit Ossiziers-SteNvertreter und Dolnretscher in dem Gefangenen­lager Weitmoos (Oberbayern) wurde das König - Ludwigs-Kreuz verliehen. Dem Kriegsfreiwilligen Gefreiten Herm. S i e b e r t im Jnfanterie-Regilnent 186 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

* Beförderung. Die Feld-Unterärzte Lohr, Fuldert.

S a l 0 m 0 n, 52. Res.-Sanitäts-Kömp., wurden zu Feld-Hilss« ärzten befördert.

:, i* De uts ch er F l 0 t t e n ve r e in , Hessischer Landesver­band. Nach dem Jahresbericht für das Jahr 1915 fand infolge des Krieges keine Hauptversanlinlung statt. Die Mitglieder^ahl ist um 550 zurückgegangen; Starkenburg hat 575, RbechHessen 144