baß Deutschland am Der Hunger» und Bankerott ist, daß das deutsche Bolk auf dem Punkte steht, Norden: sich zu erheben, um den Kaiser zu vertreiben und Asquith und Grcy an seiner Stelle die Krone an-itbielen. Man liejt von mtgeblich.'n britischen (Erfolgen, die in Wirklichkeit Niederlagen waren. Man erfährt, wie die Engländer Frankreich und Rußland errette« haben und dabei sind, Belgien qu retten. ll:ü'do<h :veiß nun:, das; England bisher niemals ilußaude war, zu Lande irgend etwas zu retten. Tie Franzosen honen den Krieg durch tapferen Kämpf zu gewinnen. Tie Engländer scheinen noch immer zu glauben, das; der >krieg durch ein Wunder gewonnen werden wird, weil die Deutschen böse Menschen ! seien. Tic Männer, die sich gestern wxh für fähig hielten, dü Welt zu regieren. küitnen jetzt nicht England und Irland, noch nicht einmal Wales in dar Stunde der höchsten Krise regieren. Ein ganzes System ist in England zusammengcbrochen. Eine Randvoll unbedeutender und eigennütziger Politiker hat lange Zeit die Macht über die Völker gehabt, und hat cs fertiggebracht trotz ihrer Mißerfolge, die sic in Frankreich an den Latcrnenpsahl gebracht haben würden, sich diese Macht zu erhalten. Sic haben das britische Volk betrogen, und das Ergebnis sieht man in Flandern, irl Ästen und in der ganzer: Welt, und cs kommt jetzt auch in Irland zum Vorschein.
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Der türkische Bericht.
Berlin, 4. Mai. <WTB. Amtlich.) Ein Telegramn: aus Konst antinopel besagt: Tic Russen verbreiten durch Funkipruch, sie hätten Ersindjan genommen. Das türkische Große Hauptquartier teilt mit, daß dies erfunden ist.
Der Sieger von Kut-cl-Arnara.
K o n st a n t i n o p e l, 4. Mai. (WTB.) Kaiser F r a n z Josef hat dem derzeitigen Kommandanten der türkischen sechsten Armee, Brigadegeneral 5)alil Pascha, anläßlich der Einnahme von Kut-el-Amara den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse mit der Kciegsdekoration verliehen.
Die mazedonische Front.
i. Köln, 5. Mai. Laut der „Köln. Ztg." melden Pariser Blätter von !der m azedonische n Fron t, daß nach der Ruhe ld-er letzten Tage die deutsche Artillerie w i e - der in Tätigkeit getreten sei. Das Rege'nwetter lwbe jedoch jede Bewegung der Infanterie verhindert. Gleichzeitig seiet: die deutschen Flieger lebhafter tätig. Spätere Meldungen besagen, daß ein Vorposten ge sech t stattgesunden habe. Der „Petit Parisien" berichtet aus Saloniki, in Mazedonien herrsche Besorgt:is wegen des Mangels an Mehl und Korn.
Ein neuer russischer Truppentransport in Marseille.
Marseille, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Gin neuer russischer Truppentransport ist heute vormittag hier eingcttosfcn.
Aus Griechenland.
Athen, 4. Mai., (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence d'Athänes. Gegen die Agence Radio, welch? die Nachricht verbreitet hatte, daß die gr i echi schen Offiziere eine Liga zur Verteidigung des Königs gebildet hätten, ist die gerichtliche Untersuchung eingeleitet tvorden. Die Nachricht ist, wie amtlich festgestellt wurde, frei erfunden.
Auszeichnungen des Kaisers Franz Josef.
Wien, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Das Militär- Verordnungsblatt meldet: Der Kaiser hat anbefohlen, daß dem General der Kavallerie v o n B ö h m - E r m o i l i für die hervorragende erfolgreiche Führung seiner Armee vor dem Feinde eine allerhöchst belobende Anerkennung bekannt gegeben wird. Der Kaiser verlieh unter anderen dem Festungskommandanten Feldzeugmeister Kuk in Anerkennung hervorragender Dienstleistung im Kriege den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse mit der Kriegsdekoration und dem Stellvertreter des ^ Chefs des Gencralstabs, Feldmarschalleutnant Ritter böser von F e l d st u r m in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung im Kriege das Kommandeurkreuz des Leopoldordens mit der Kriegsdekoration.
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Amerikas Rotte im Weltkrieg.
Zürich, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Bon einem hervorragenden Neutralen mirb der „Zürcher P o st" geschrieben: Wer kann der Friedensstifter sein, der die nach Friedeil hungernden Völker wieder in menschliche Zustände bringen wird, ivie'der für Gesittung und Kulturarbeit freie Bahn schafft? Bei Amerika liegt die Möglichkeit, die Gru:ü>lagen zu schassen, aus denen der Friede ausgebaur werden könnte. Die welthistorische Aufgabe Amerikas scheint zu sein: Es erkläre nicht nur, daß es sich mit aller Gntschicoenhät gegen den deutschen Tauächootkrieg wende, sondern mtt der gleichen Gutschiedenheit erkläre cs England, dab Amerika die Hand zum Aushungerungskrieg gegen Deutschland nicht biete und aus seinem Rechte bestehe, die Einfuhr n:cht gebannter Wären nach Deutschland ohne Englands Benachteiligung durckzuführen. Erklärt sich Deutschland zur Beendigung des ^auchboottrieges unter der erwähnten Bedingung bereit, und ist Amerika gewillt, auf dem Rechte der Ausfuhr nicht gebannter Waren zu bestehen, so ist der Krieg zu Ende. Den Kriegführenden ottebe nur Eines, worauf die Völker lange warten, daß sie sich -» besannen, wie endlich diesem unseligen Kriege ein Ende gemacht werden könne.
Die Alandsfrage.
_ Stockholm, 4. Mai. (WTB.) Der in der Alands- -frage von Professor Steffen eingebrachten Interpellation hat sich die erste schwedische Kammer mit ' ' gegen 52 Stimmen angeschtossen.
Me Blätter bespreche:: die Interpellation ausführlich, wgar die liberale Zeitung „Stockholms Tidningen" stellt fest, hast es ein starkes schwedisches Interesse sei, daß auf den Alandsinseln keine dauernde:: Befestigungen anq-ebracfit werden dürfen.
der Seekrieg.
Die englische Anmaßung zur See.
. Kopenhagen, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Tie „Na- tronal Tioende" meldet: Letzter Tage aus England hier eingetrof- fene K o h l c n d a m p f e r musste:: sich zu R ü ck f r a ch t e n ver- Pflichten. Nach der Mitteilung eines davon bettoffenen Reeders fordert England keine bestimmten Ladungen, sondern gestattet aus Schweden und Norwegen .Kiesel, Holz, Erz und Stückgut mitzu- nehmen. Auf;erden: wird über eine Erleichterung der sehr drastischen Bedingungen mit England verhandelt.
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London, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Wie aus Jersey gemeldet wird, ist der S ch o o :: e r „M a u d" von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden.
Haag, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer amtlichen Mitteilung hat die Untersuchung des Marine-Departemeuts über die Versenkung des niederländischen Schisses Ber- ke l ft r o o m" in der Nordsee ergeben, daß das Schiff' durch zwei deutsche U-Boote am 24. April morgens um 4 Uhr 45 Mrnuten angehalten wurde. Nach den Schiffspapieren bestand die Ladung aus ungefähr Ml) Tonnen, darunter Strohpavve, Kätao und Fisch m. Ter Bestimmungsort des Schiffes war London TaS Sä in wurde ctrva aus Abstand von vier Seemeilen von einem der Unterseeboote mit drei scharfem Schüsse:: gewarnt. Nachdem das wd,nT angchaltem hatte, wurde auf das Signal eines der Unterseeboote ein Boot abgeschickt, mit die Säffffs Papiere zu zeigen Nach einer Untersuchung beschloß der Kommandant des Untersee- iwttj, das Schiff zum Sinken zu bringen iuit> signalisierte: Ver
lasset so schnell wie möglich das Schiff! Daraus ging die gesamte Bemannung mib der Kapitän in die Boote. Das zweite Unterseeboot machte sich daran, das Schiff zmn Sinken zu bringen. Ter Kommandant des U-Bootes erbot sich, die Boote nach dem Noord- hindcr Leuchtschiff zu schleppen. Aber nach einer Viertelstunde Fahrt näherte sich ein feindliches Flugzeug das das Icheppende Unterseeboot augriff. Das Unterseeboot tauchte. Das Schlepptau wurde abgebrochen. Aber cs blieb am Untersecbvo« hangen und die Trosse mußte abgeschnitteu werden, damit die Boote nicht :n die Tiefe gezogen würden. Darauf segelten die Boote nach der englischen Küste und wurden um 10,15 Uhr durch ueu britischen Kreuzer „Penelope" ausgenommen
Aus dem Reiche.
Seife.
Berlin, 4. Mai. (WTB. Amtlich.) Um entstandene Zweifel über die Auslegung des § 1 Ansatz II der Ausführungsbestimmungen zu der Bekanntmachung über den Verkehr mit Seife usw. vom 18. April 1916 zu beheben, ist durch eine heute im Reichsgesetzblatt veröffentlichte Bekanntmachung eine Neufassung der Bestimmung vorgenommen worden. Danach darf Seife währeno-ides ganzen Monats gegen Vorlegung der für den 22. Tag des betreffenden Monats gültigen Brotkarte abgegeben werden.
Futtermittel.
B e r l i n, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) DieBezugs - Vereinigung der deutschen Landwirte, Berlin W. 35, K r a f t f u t t e r m i t t e l a b t e i l u u g, weist auf Grund der Bundesratsverordnnng vom 1. Mai 1916 darauf hin, daß sich ihr Ueberlassungsverlangen nunmehr auch auf alle solchen Futtermittel der ihrem Anforderungsrecht unter worfenen Arten erstreckt, die aus ausländischen Rohstoffen im Inlands hergestelU sind, ebenso auf alle Mischsntter, die irgendwelche Bestandteile solcher Waren enthalten. Die Eigentümer solcher Futtermittel werden ersucht, sie der Bezugsvereinigung ohne Verzug brieflich anzumelden. Jeder freihändige Verlauf und die Ablieferung ans noch unerfüllte Verträge ist strafbar.
Stcuerberatungen in Bayern.
München, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kam- mer der Abgeordneten hat sich in ihren letzten Sitzungen mit Steueranträgen beschäftigt. In der heutigen Sitzung lehnte sie einen Antrag der Sozialdemokraten betreffend die Einführung der Vermögenssteuer in Bayern und betreffend die Einführung von Zuschlägen zur Einkommensteuer auf größere Einkommen ohne entsprechendes Vermögen ab. Dagegen fand ein Antrag der Liberalen auf Fortführung der Reform der direkten Steuern und ein auch von: Finanzminister v. Dreunig lebhaft befürworteter Antrag des Zentrums Annahme, der die Staatsregierung ersucht, mit allem Nachdruck im Bnndesrat darauf hinzuwirken, daß bei der bevorstehenden Erschließung neuer Einnahmequellen im Reiche jeder weitere Eingriff der Reichs- gesetzgebung auf dem Gebiete der- direkten Besteuerung von Vermögen oder Einkommen vermieden uird so den Bundesstaaten die Möglichkeit, auch zukünftig wichtigen kulturellen Aufgaben gerecht zu werden, ungeschmälert erhalten bleibe.
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' Mai. (WTB. Amtlich.) In seiner Sitzung
vom 4. Ma: hat der B u n d e s r a t zu der Bekanntmachung betreffend die Ausführung dech§ 8 des V e r s i ch e r u n g s - gef e tzes ffür Angestellte vom 9. Juli 1913 (Reichs- gesetzbuch, S. 571) beschlossen, daß von der Bersicherungs- pslicht nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte befreit ble:ben Dienstleistungen von Angestellten, die durch Stellenlosigkeit in gemeinnützigen Schreibstuben oder in Verpsle- gungSstationen oder in ähnlichen Wohltätigkeitsanstalten während eines verhältnismäßig geringen Zeitraums des Kalenderjahres beschäftigt werden, auch wenn ihnen eine Geldentschädigung gewährt wird.
Berlin, 4. Mai. WTB.» In der heutigen Sitzung des ,B uu de s retes gelangten zur Llnnahme: Eine Aendcrung
der Grundsätze für die Besetzung vo r: B e a m t c n st c l l e n mit Militäranwärtern, der Entwurf einer Bclänntmachung betr. Ausführung d-es ^ 8 des Vers ich e ruug s g e setzcs für Auge- stellte mrd der Euwurf einer Bcwnntmachung über das Verbot des Mal z Ha ndels.
Dre Tabaksteuer im Aurschuft.
B e r l i n, 4. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der S t e u e r - a usschuß des Reichstages Hut die erste Lesung des Tabaksteueraesetzentwurfs begonnen. Der Staatssekretär des R e i ch s s ch a tz a n: t s führte u. a. aus: 5)ier handelt es sich um die einzige Verbrauchssteuer unter den verschiedenen Vorlagen. Dia sollte der Reichstag sich durch die Stimmung in Interessentenkreisen nicht irre machen lassen. Die Finanzlage des Reichs erfordert dringend neue Einnahmen, mrd die verbündeten Regierungen legen aus das Zustandekommen des Gesetzes den größten Wert. Berichterstatter Abg. Molkenöuhr (Soz.) bekämpfte die Vorlage aus wirtschaftlick>en und sozialen Gründen. Mittlere und kleinere Existenzen würden in großer Zahl zugrunde gehen. D:e Arbeiter würden sehr leiden. Mitberichterstatter Abg. Dr. Haas (Fortschr. Volksp.) bestätigte dem Staatssekretär, daß die größeren Fabrikanten recht uneinig seien. Sie hatten ::: erster Linie an die eigenen Interessen geoacht. Der Redner erörterte, ob sich nicht die Einführung einer Banderole empfehle, vielleicht ohne Markensystem.
Der Verttet-er der Deutschkonservativen sprach sich grundjatzlich für das Monopol aus, für das gerade die Sozialdemokraten eiutreteu müßten, wenn sie höhere Löhne ansttebten. Bern rinderte das Gesetz die Zahl der Zigarren- Händler, so wäre das kein Unglück/es gebe viel zu viele und d:e könnten, insbesondere nach dem Kriege, nützlichere Arbeit leisten. Im übrigen stellt er sich auf den Boden der Vorlage und wünscht möglichste Berücksichtigung der in Frage kommenden Interessen.
Einem Zentrumsredner kommt es vor allem darauf au, daß die Steuer nicht von einer kleinen Mehrheit gemacht werde, die dann von der Minderheit agitatorisch angegrissen werde. Auf Zurrffe der Sozialdenwkrate:: erklärt er, daß er an diese Partei dabei gar nicht gedacht habe. Wenn die Steuer nicht von einer großen Mehrheit oder fast vom ganzen Reichstage gemacht werde, würde das Zentrum sie auch nicht machen.
Die Deutsche Fraktion spricht sich für die Vorlage aus. Ein nationalliberaler Abgeordneter wünschte, daß die Steuer dem Reiche möglichst viel ein- bringen, die Industrie, den Handel und die Arbeiter möglichst wenig schädigen und auch die Verbraucher nicht allzusehr belasten solle. (Zuruf: Seid umschlungen Millionen')
Der dem Reichstage als Sozialdemokrat angehörende Vorsitzende des T a b a k arb e i te r v e r b a des schließt sich den Vorrednern insofern an, daß, wenn schon die Steuer gemacht werden müsse, dies allerdings besser'jetzt wie spater geschehe, lveil jetzt weder Arbe:tslos:gke:t, lwch große Lagecdestände vorhanden, noch
eine umfangreiche Vorversorgung möglich wäre. Aber gleich den anderen Rednern seiner Partei lehnt auch er die Vorlage cn:s den bereits oben wiedergegebenen Bedenken ab.
Der R e i ch s s ch a tz s e k r e t ä r erwidert, daß schon nach den früheren Tabakfteuererhöhungen sowohl die Zahl der Ar- better als auch ihre Löhne gestiegen seien. Unregelmäßig- leiten waren hauptsächlich aus die Vorversorgung zurück- znflihren. Auch dem Reich-ssckmtzsekr ttär liegt sehr viel daran, daß jetzt in Kriegszeiten Steuern möglichst einmütig vom Reichstage angenommen würden, wie dies in England durchaus der Fall gewesen sei. — Die Weiterbera- tung wurde auf Fieitag nachmittag vertagt.
Aus Hessen.
T a r m st a d t, 4. Mai. Der erweiterte Erste Aus - schuß der Zweiten Kammer setzte heute seine Be- rattingeu fort. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden auf Anregung Großh. Negierung in die verschiedenen Zweigstellen der Landeszentrale für die Lebensmittelverteilung Vertreter des Kriegsausschusses delegiert, und zwar wurden gewählt als Delegierte der Landeskartoffelstelle 2lbg. Mol- than, als Stellvertreter Abg. Breitenbach, der Landesfleisch- jtelke: Abg. Ulrich, alS Stellv. Abg. Dr. Fulda, der Landesverteilungsstelle für Futtermittel: Abg. Uebel, als Stellv. Aba. Lang, der Landesvertcilungsstellc für Butter: Abg. Heerdt, als Stellv. Abg. .Henrich. Auf eine Anregung des Abg. Brauer erörterte die Großh. Regierung die Gründe, me zum Verbot der Hausschlachtungen jührten. Gegenüber den von verschiedenen Mgeordneten gccmf;erte*t Bedenken, daß ein auch zeitlich unbeschränktes Verbot der Hausschlachtungen leicht zur Einschränkung der Schweine- 3 T ia R kehren könne, sagte Großh. Regierung eine nochmalige Prüfung der Frage zu. In Ergänzung der Ausfirhlrungen :n der gestrigen Sitzung gab Großh. Mgierung die Maßnahmen zur Verminderung zu großen Wildstandes bekannt und beantwortete eine Anfrage des Abg. Dr. Fulda wegen der Verwendung des Fleisches der abgeschossenen Sauen oe^.' Großh. Wiloparks. Die Vorstellung des Darmstädter Kons umen ten-Ans s chu s s cs, Getreide preise betr., über 'welche Abg. Henrich Bericht er,tattele, wurde, nachdem der Re- g:erungsvertreter eine Entscheidung des Kommunalverbands harmstadt in derselben Angelegenheit mitgekeilt hatte, für eine spätere Sitzung vertagt, ebenso die Beratung des Antrags Tr. Osann in Verbindung mit der Vorstellung der Hausbesitzervereine.
Aus Staöt und Lnnd.
Gießen, 5. Mai 1916.
Baut Oelpflanzen!
Man schreibt uns:
Schon vor dem Kriege konnte mau die bedenkliche Tatsache wahrnehmen, wie Deutschland beim Bezüge von Oelen mehr und mehr in Abhängigkeit vom Auslände geriet. Heute empfinden wir den Aushungerungsplan unserer Feinde am meisten in dem Mangel an Fetten und Oclen. Wie diesem Notstände abgeholfen, vielmehr für die Zukunft vorgebeugt werden kann, das ist eine Aiifgabe, der wir viel mehr Aufmerksamkeit eutgegenbringen sollten und die weite st geh<moe Beachtung verdiente.
Bereits vor dem .Kriege war in Deutschland die Loh- gewiunung von Eichenbeständer: bedeuteno gesunken. Der Krieg brachte aber einen Mangel an Gerbstoffe:: mit sich, nnb nun benötigte man wieder die deutsche Eichenlohe. Die durch Ent l o h u n g fr ei g eworden e u Flächen eignen sich aber vorzüglich zur Einsaat von Raps, besonders Kohlraps. Soweit dichter Lohwald den Boden bedeckt und Sonnenlicht und Luft wenig Zutvitt haben, ist der Waldesgrund von Gras ftei. Nachdem diese Aächen gewölmlich uu Mai entlobt und sreigeworden sind, lassen sie sich in: v sitU und August, sobald der Boden die nötige Feuchtigkeit hat, recht gut mit Raps bebauen. Vielfach deckt sogar fetter Humusboden den Grund, Und oftmals geben solche Böden höhere Erträge als offenes Ackerland. Wenn anstatt des wuchernden, üppigen Unkrautes im nächsten Frühjahre eine dichte Rapssaat den Boden bedeckt, so wird dieses Verfahren selbst den Prinzipien eines Forstmannes nicht widersprechen. Im nächsten Jahre ist dann die Triebkraft des Unkrautes zum Teil gebrochen. Nach 4—5 Fahren ist der Waldboden sogar weit besser entwickelt, während sonst wohl die jungen Forstkultureu im Unkraut erstickten.
Im vorigen Jahre machte man vereinzelt in der bayerischen Nheinpfälz den Versuch, die durch Kahlhieb geschaffene Bruch fläche eines Laubwaldes dem Anbau von K o h l r a p s dienstbar zu machen. Das Ergebnis befriedigte sehr. Ebenso lassen sich bei rauheren, katt- ärmeren Bodenarten die Kahlhiebsläcken mit Leinsaat bebauen. Auch 5- ül s e u f r ü ch t e können mit gutem Erfolge gebaut werden, wie z. B. in der Eisel.
Wem ist es wohl noch nicht ausgefallen, daß diz S chu t t l a g e r st ä t t e n bei St ei n b rü che n, Bergwerken, Kalk- und Tonwerken usw. vielfach dem Auge eine Wildnis üppigwachseuden Unkrautes darbieten? Gerade so gut lassen sich Oelpslauzen darauf gewinnen. Auch die für Bauschutt nötigen Flächen können teilweise bebaut werden Während ein kleiner Teil aufgefüllt wird, kann der größere Rest ganz gut dem Anbau einet Oelpflauze. dieustliar gemacht !verden.
Alle „wunde::" Erdstellen bei S t r a ß e n- u n d B a h n- bauten, alle S t r a ß e n b ö s ch n n g e n lassen sich erfolgreich mit Raps bepflanzen. Ein Versuch, der beim Bau einer Straße, die über einen steinigen Hang führt, in der Pfalz gemacht wurde, zeitigte ein vorzügliches Ergebnis, denn der vom Straßenwärter ausgesäte Raps entwickelte sich prächtig. Gerade der „w i l d e"'B o d e n ist dem Anbau von Oelsaaten günstig. Tn diese tief wurzeln, schließen sie gleichzeitig den Boden aus und beschleunigen somit die „Bodengare".
Vieles ließe sich so erreichen. Es wären nur die geringen Ausgaben für das Saatgut zu erschwingen. In dein selbstgewonnenen Oele besäße man aber dann ein äußerst notwendiges Nahrungsmittel, das eben selbst für vieles Geld kaum aufzutreiben ist. Denn kein Mangel drückt uns so sehr, wie gerade der an Oelen und Fetten. Fleischkost können wir zur Not entbehren. Aber wie ohne Fett unsere Pstauzen- spersen zubereiten? Gewiß, der Krieg hat hierfür recht brauchbare Rezepte gezeitigt. Aber gänzlich ohne Fett kann der menschliche Organismus aus die Dauer nicht bestehen. Darum tue jeder sein Teil, die Pläne des Feindes einzu, dämmen oder ganz unwirksam zu machen. Einen dreifachen Krieg führen unsere Feiirde gegen uns. Sie Ivollen nicht nur unser tapferes Heer besiegen, sie wollen uns nicht nur durch Hunger mürbe und widerstarrdslos machen, nein, sie künden uns auch einen späteren, vernichtenden Handelskrieg an. Große Worte! Zeigen wir ihnen dafür große Taten! Ergreifen wir darum alle Möglichkeiten, daß dem Siege der Waffen ein ebenbürtiger Sieg auf wirtschaftlichem Gebiet sich anreihe! ^


