Ausgabe 
4.5.1916 Erstes Blatt
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J*t gKyji EHerüte MeW zvieiber Klaffe und

die HeWirfa TagBeckkestsmedaikle dem Leutnant d. R. Postafsistent

Rost aus Lampertheim und dem Fcld)vebelleuttiMi t, Ober-Postassi- srent öotmait aus Mainz, die Hessische Tapfer kestsmeda Ule dem Felfawbelleutrraut, Oder-Postaffistent R a u ch aus Mainz, das .ixfife Allgemeine Ehrenzeichen für Kttegsverdienste anr Kriegs- Lmcke dem Mcrjior der Landwehr, Verrehrsossizier wm Platz in Mainz, Geheimen Postrat Dingel dey aus Darmstadt und Gärtner aus Morms; das bayerische Militär-Verdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern dem Brzefeldwebel d. N. Postassiftent Weber aus Grvß-Germc. Aum Offizier des Beurlaub- tenstaudes wurde befördert Postassistent Hönisch ans Mainz. Etatsmäßig angestcllt lvurde Telegraphenassistent Reinhardt aus Tarmslndt in Gießen. Versetzt wurden ^>osiverwalter Körbs von Gau-Odern denn, nach Mainz unter Ernernnrng zum Ober-Postassistent und Ober-Postassistent Gustav Schmidt von Gießen nach Gau-Odernheim unter Ernennung nun Postwerwalter. Angenommen wurden als Postanwärter: Unteivffizier Kunz in BensheiM; als Telegraphnrgehilsin Sophie Wcnseler in Worms. Gestorben ist Telegraphen sekret ä r a. D. Leichtweiß in Worms. Bor dem F-einde gefallen ist Ober-Postassistent Johann Müller aus Bingen (Rh.).

** Spenden zugunsten des Türkischen Roten Halbmondes und der Tarda nelle nkämpfer werden nacht wie vor gerne bei dem Kaiserlich Türkischen Generalkonsulat Frankfurt a. M., Kaiserstraße 18/20, entgegen genommen, und daß dort auch farbige Postkarten zu 20 Pfg. und Kunstblätter zu 20 Mark mit dem Bildnis des Sultans zu erfassten sind, deren Erlös ebenfalls dem Türkischen Roten Halbmond zufließt. An­läßlich des großen Erfolges unserer türkischen Waffenbrüder bei Knst-el-Amara wird man fichi ficl>er des türkisclien Roten Halb- numdes gerne erinmrn.

* Kriegsbeschädigten-Für sorge. Die im Felde stehende 3. Kompagnie des 1. Landsturm-Jnfanterie-Bataillons Tarmstadt überwies dem Hessischen Landesausschnß stir Kriegs-- deschädigten-Fürsorge ein Geschenk von 1009 Mark (in Kriegs­anleihe).

** Sammelt Brombeerblätter! Jetzt ist aerafa dre richtige Zeit, sie zu sammeln, denn jetzt kommen sie, von der T. ch- lingssonne geweckt, hervor, und die jungen Brombeerblätter^ könne", zur Bereitung eines aromatischen und bekömmlichen Getränks be­nutzt werden. Sie werden in scharfer Sonne oder, da diese noch selten zu haben ist, auf reiner heißer Herdplatte sehr bald nach dem Abpflücken getrocknet. Werden sie trocken ausbewahrt, w halten sie sich einige Zeit und können dann in derselben Weise wie echter Tee ausgebrüht werden.

** Fünf Ge bote für Eisen bahne, r. Die vrevßffcb-faf- Ischen Eisenbalmdirektionen haben an die ihnen unterstellten Be­amten und Arbeiter eine Verfügung erlaffen, in der es beißt: ..Effenbahner: Der Weltkrieg tobt weiter. Infolge der gewaltigen Schläge, die unsere überall siegreichen Heere den Gegrrern verletzt haben, sind diese zu der Einsicht gekommen, daß sie Teuft chlanv uird seine Verbündeten militärisch nicht niederringen können, aber mit umso größerem Eifer betreiben sie den wirtschaftlichen Krieg, vor allem den völkerrechtswidrigen dlusbungerungs krieg. Da ist es vaterländische Pflicht der daheim Gebliebenen und in erster Lffne der Effenbahner, denen wegen ihrer dienstlichen Unab­kömmlichkeit vielfach nicht vergönnt.ist, an der Front zu kämpfen, idiefer KttegssMrrmg wie bisher, so auch weiterhirr, ja in verstärk- -tein Maße zu begegnen. Es handelt sich um Sein oder Nichtsein unseres Volkes: darum heißt es, nicht nur den allerseits, auch an Allerhöchster Stelle anerkanirten, opferwilligen Diensteifer weiter bis zum äußersten betätigen, sondern auch wirtschaftlich unermüd­lich weiterzuarkxnten und sich den durch den Krieg geschaffenen Ver­hältnissen immer mehr anzupassen, damit wir durchhalten können. Beherzigt besonders folgende fünf Gebote: 1. Treibt Klein- gattenüau! 2. Tveibt mehr als bisher Kleintierzucht.' 3- Pflanzt Haselnuß sträucher und WÄlnnßbäume, baut die Sonnenblume an: Dcint Del ist knapp: 4. Seid sparsam im Haushalt und paßt Euch mit Eurer Familie den durch die Kriegswirtschafl gebotenen Ein­schränkungen an; 5. Nehmt die Bahn- rord Bahnkassenärzte nur in Anspruch, wenn es wirklich notwendig ist!"

"Web-, Wirk- und Strickwaren. Durch Verord- nung vom 30. März d. Js. hat der Bundesrat bestimmt, daß Web-, irf- und Stückwaren zu keinem höheren Preise verkauft werden dürfen als dem, den der Verkäufer bei Gegenständen und Ver­käufen gleicher Art innerhalb der Kriegszeit vor dein 1. Februar 1916 zuletzt nachweislich erzielt oder als Verkaufspreis festgesetzt hat. Wenn der Käufer glaubt, daß der vereinbarte Preis un­angemessen hoch ist, kann er binnen 2 Wochen nach Abschluß des Kaufvertrags Feststellung des Preises durch das bei der Handels­kammerin Gießen (Lonystraße 7) für deren Bezirk (Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach) gebildete Schiedsgericht be­antragen. Der Antrag auf schiedsgerichtliche Entscheidung ist schriftlich oder zu Protokoll des Schriftführers des Schiedsgerichts zu stellen. Er soll unter Darlegung der Sachlage und Angabe der Beweismittel kurz begründet werden; der Antragsteller soll die ihm zugänglichen Bcweisurkunden, insbesondere Vertragsurkunden und Briese, beifügen.

** Für den Verkehr mit Berbranchszncker wird laut Bettrnntmachung in unserem heutigen Blatte u. a. für den Bezirk der Stadt Größen folgem)es bestimmt: Die Abgabe von Verbrauchszucker an Verbraucher ist nur gegen Vorzeigung der Ans weis karte znm Bezug von Brotmarken ließen der Stadt Gießen gestattet. Die Ueberlassnng der Answeiskarte an nickst zum Haushalt gehörige Personen ist verboten. Sie tarnt die Einziehung der Karte zur Folge haben. Näheres ist aus der Bekarmttuachmrg! zu ersehen.

Landkreis Giehen.

Bellersheim, 4. Mai. Dem Gefreiten Adolf Anger­müller wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Anger- müller steht beim 16. Bayr. Jnf.-Rgt. im Felde.

Hungen, 4. Mai. Der Kriegsfreiwillige Willi Seiden von hier, bejm Jnf.-Rgt. 144, der im Herbst 1914 ins Feld zog und zum Leutnant der Res. befördert wurde, erhielt jetzt das Efferne Kreuz 2. Klasse und die Hessische Tapserkeitsmdaille.

e. H u n g e n, 4. Mai. Gefreiter Karl Gerhardt von hier im Landw.-Fußartillerie-Regiment Nr. 10, wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

l^Lang-Göns, 4. Mai. Hauptmann d. L. K. S p i e s, Landsturm-Jnfanterie-Regiment Nr. 8. erhielt das Eiferne Kreuz.

Langd, 4. Mai. Ihre Goldene Hochzeit feierten am 29. Avril Wilh. Beppler und seine Ehefrau Elisabeth.

L i ch , 3. Mai. In unserer Gemeinde ist angefragt, ob unsere Einwohnerschaft in der Lage ist, 500 Berliner Kinder längere Zeit auszunehmen und zu verköstigen. Wie hier verlautet, sollen aus der Millionenstadt, wo die Ernährung der Jugendlichen der ärmeren Bevölkerung Schwierigkeiten macht, rund 50 000 Kinder vorübergehend in Oberhessen untergebracht werden. In unserer Stadt, wo mail mit den Frankfurter Ferienkindern gute Erfahrungen, gemacht hat, ist man bereit, auch den Berliner Kindern Quartier luid Beköstigung zu gewähren, wenn es sein muß.

Wl. Londorf, 4. Mai. Dem Musketier Georg Winkel­haus, 11. Komp. Jnß-Reg. 116, welcher sich seit Dezember 1914 ununterbrochen im Felde befindet, wurde am 13. April d. Js. für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz' 2. Klasse verliehen.

Obbornhofen, 4. Mai. Mit dem Eisernen Kreuz 2 Klasse wurden allsgezeichnet die Reservisten Hermann Block und Hermann L e s ch h o r n, beide im Jnf.-Rgt. 116.

Kreis Büdingen.

sh Büdingen, 3. Mai. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der 11>ltcrofsizicr Schußler. Den Heldentod fürs Vaterland starben die Reservisten Ehristian Albert und Ferdi­nand K n a f.

tz Blofeld, 3. Mai. Ans dem Gerüste der Scheune des l-a'livirtes No hl hatte sich der Taglöhner Johannes Stede aus d">,' benachbarten Leidhecken häuslich niedergelassen. Die Tochter d.'s Hauses sah den ungebetenen Gast, der alsdann die Flllcht er- g , Man fand einen Korb mit Salzfleisch, das allein Anscheine nach .nitgenommen werden sollte, sowie eine große Anzahl leere Wemslaschen.

3- 0rtenfccr$, 3. Mar. Ter Worwr WLlhüm GLuther wurde wegen besonderer vor dem Feinde bewiesener Tapferkeit mit

der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Damit wurde in unserer Gemeinde die 51. Kriegsauszeichnung verliehen. Es er­hielten bisher das Efferne Kreuz 1. Klasse, 2. Klaffe und Hessische Tapferkeitsmedaille: Prinz Ernst zn Stolberg-Roßla und Prinz Hans zu Stolberg-Roßla, ferner Major Ziegler. Das Efferne Kreuz 2. Klasse und Hessische Tapferkeitsmedaille bezw. das Sanitätskreuz an deren Bande erlftelten: der Fürst Jost Ehristian zu Stolberg- Roßla, der Prinz Christoph, sowie Graf Kuno zn Stolberg-Roßla, ferner Hanptmann Sckswieder, die Leuttrants Heinrich .Hebbel, Wilfalm .Hebbel und Karl Heuzenröder, Oberarzt Erich Pröhl und Unterarzt Werner Pröhl, Off.-StellVertreter Gustav Engel, die Unteroffiziere Armbrüster, Karl Frech! und Herbst. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten: die Unteroffiziere Georg Hebbel, Paul Vogel und Imins Weckesser, die Webrmänner Hansel, Resch und Ulrich. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille erlsielten: Veterinär Tr. Löffler, die Kanoniere Göbel, Heinrich Hebbel, Otto Hebbel imb Albert Schmidt, Seesoldat Georg Pfeiffer, ferner der auf dem Felde der Ehre bereits gefallene Unterofsizier Richard Vogel. Die Rote- Kreuz-Medaille 3. Klasse erhielten Prinzessin Mathilde zu Stol­berg-Roßla und Kammerdiener Mann.

ckß S ch w i ck a r t s h a u \ e tt, 3. Mai. Im Kampfe fürs Vater­land starb der Kriegsfreiwillige H a r t m a n n, Sohn des hiesigen Großh. Försters Hartmann.

Kreis Alsfeld.

Np. Elpenrod, 4. Mai. Die hier in der Zoll'fchen Gast. Wirtschaft abgehaltene B r e n n h o l z - V e r st e i g e ru n g aus der Großh. Domanialwaldung im hiesigen Bezirk war sehr gut besucht. Die Preise erreichten eine Höhe, wie sie in den letzten Jahren nicht daaewesen. Bezahlt wurden für 4 Rnckr. Bnchenscheit 4446 Mk..

4 Rintr. Vuchenprügel 3034 Mk., 4 Rmtr. Buchenreisig 6 Mk., 4 Rmtr. Buchen stocke 910 Mark.

e Nieder-Ohmen- 2. Mai. Heinrich Nahrgang von hier, Kanonier in einein Feld-Artillerie-Regiment, erhielt zu seiner ^ österreichisch^ Auszeichnung nun au.ch> das Eiserne Kreuz imd die Hessische Tapsetkeitsmedaille. Sein Bruder Jeremias er­hielt das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapferkeitsmedaille, uackiidenl er einen französischen Hauptmann mit 12 Soldaten aus einem Schützengraben als Gefangene zu seiner Kompagnie zurück- gebracht hat.

up. A u § d e m O h m t a l, 4. Mai. In ganz vortrest'licher Weise haben Pflaumen. Kirschen, Zwetschen und Birnen abgeblüht, Reicher Llütenansatz und trockene Blütenzeit, da kann eine reiche

0 b st e r n r c nickt ausbkeiben. Bereits blühen die Aepfelbäume, Ihr starker Blütenflor ist nach der reichen Aepselernte im vorigen Jahre wirklich erstaunlich. Dazu blühen die in diesem Jahre so zahlreichen Rapsfelder in üppiger Fülle. Rapsblüte und Aepfel- blute, die kommen selten zusammen.

O Vom vorderen Vogelsberg, 4. Mai. Die ver­schiedenen Frostnächte und das Regenwetter vor Ostern haben an den Obstbänmen und der Saat, außer an den im Tal gelegenen Stellen, fast keinen Schaden getan. Der F r u ch t a n s a tz an Kirschen und Mirabellen ist sehr gut, an Zwetschen mittelmäßig; die Frühäpfel, wie Gravensteiner, Charlnmowski und Geflammter Kardiilal, blühten überreich und versprechen gute Ernte, die Spät­sorten fangen an zn blühen und zeigen, soweit sie vorige? Jahr nicht trugen, ein überreiches, herrliches Blülengewand. Der in diesem Jahre wieder vielfach angebaute Raps bar fast abgeblüht und zeigt vorzüglichen Schotenbehang: auf den Wiesen und Aeckern kann das erste Grünsutter bereits gcfrfjnittcn worden.

Kreis Friedverg.

' Butzbach, 3. Mai. Heute uachmittag gegen 3% Uhr entluden sich schwere Gewitter über unserer Gemarkung. Ter Regen, vermischt mit Hagelrönreru von Erbsengröße und größeren Stücken, ivar so stark, daß die Kanäle die Wassermengen nicht alle aufnehmen konnten, und die Straßen und Plätze über- schivemmten. Tie Straßen lagen so dicht mit Hagelkörnern, daß es hernach aus sah. als habe es geschneit. Ter Hagel dauerte etwa 25 Minuten bei Südwestwmd.

o-o Vilbel, 4. Mai. Polizeidiener Wilhelm Jörg dahier, Unteroffizier im Landwehr-Jnf.-Regt. Nr. 116, erhielt das Efferne Kreuz erster Klasse. Dem Aktuarrats-Assistenten Wilhelm Gin­ge r i ch, llntevosfizier im Landsturm-Bataillon Friedberg, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Die gleiche Aus­zeichnung .erhielt Maurermeister Franz Schmidt, Unteroffizier im Reserve-Fußartillevie-Regiment Nr 3, und Landsturmmann I. Knoll im Landsturm-Bataillon Friedberg. Das hier ein- guartiert gewesene Ersatz-Bataillon Landwehr-Jns.-Regt. Nr. 116,' ist, wie befohlen, am 29. v. M. in die neue Artcklerie-Kaserne bei Bonames abgerürkt und hat bei seinem Abrürken der Bürger­meisterei Vilbel für das bewiesene Entgegenkommen, sowie der Bürgerschast von Vilbel für die freundlick>e gute Aufnahme des Bataillons während 10 Monaten seinen herzlichen Tank öffent­lich ausgesprochen.

Kveis Wetzlar.

8. O d e n h a u s e n, 4. Mai. Als dreizehntes Kriegsopfer aus unserem Dörfchen beklagen wir den Verlust des allseitig beliebten und geachteten langjährigen Vorsitzenden des Gesangvereins ^Lieder- krairz", Ludwig S i m o n. Bei seiner iknermüdlichen Tätigkeit be­deutet sein Hinscheiden einen großen Verlust für den Verein.

Hessen-Nassau.

][ M arbUrg, 3. Mai. Bei dem gestrigen Gewitter, welches über den westlichen Teil des Kreises Marburg zog, wurde der zur Landbestellung aus dem Felde beurlaubte Landwirt Vorm sch lag in Dilschhausen, der einen Acker pflügte, vom Blitze getroffen und blieb bewußtlos liegen, während das Gespann davonraste. Ter Mcmn hat sich,, wie faule mitWteilt wird, wieder soweit erholt. Es sdeht zu erwarten, daß der Unglücksfall' weiter keine nachteiligen Folgen für ihn fat 9luch heute nachmittag zogen wieder mehrere Gewitter, wackre kräftige Regengüße mit sich bvaclsten, Über das Lahn- und Ohmtal.

[ Alle nd orf (Kr. Kirchhain), 3. Mai. Hier gab ein^ als Schwester gekleidete Schwindlerin eine Gast­rolle. Sie suchte die Angehörigen im Felde weilender hiesiger Einwohner auf, erzählte diesen allerhand Geschichten, richtete Grüße von den angeblich in Lazaretten liegenden Leuten aus. und nalM was der Zweck der Hebung war Geldbeträge «sw. in Emstsang. Die angebliche Schwester wurde verhaftet und nach Marburg gebracht. Vielleicht hat sie auch an anderen Orten ähnliche Schwindeleien begangen.

--- Frankfurt a. M., 3. Mai. Kommerzienrat Beit von Spetter hat zur Erinnerung an seinen im Felde gefallenen Sohn eine Stiftung von 30 000 Mark errichtet, aus deren Mitteln je ein würdiger und bedürftiger Abiturient des Goothe-Gttmnasiums eine Studienreise machen soll. föür die Wandelhalle des Opern- fauses stellte Nicolas M ans köpf aus dem Schatz seines musik­historischen Museimrs dem Magisttat die von Joseph Uphues ge­schaffene Marmorbüste der Mathilde Marchesi zur Verfügung. Mathilde Marchesi, eine geborene Frankfurterin, war eine Gesang- lchrerin m>n Weltruf und starb 1913 in London. In Gegemvart der Schutz-Herrin der Verlosung, der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, wurde heute mittag der Verkauf.von Losen für die Juwelenlotterie zu (tzunften irotleidender Familien Frankfurter Ge- merbetreibenber eröffnet. Für die Verlosung wurden mehrere Tau­send Sämrncksachen im Werte von 20 Mk. bis 70000 Mk. das Stück von Frankfurter Familien zur Verfüguug gestellt. Wegen fortge­setzter M i ßh a n d l u ng und fast teuflffcher Quälereien ihrer neun­jährigen Stteftochter wurde die Fuhrmannssvau Anna Gaß, Schopenhauerstraße 18, vom Schöffengericht zu vier Monaten Ge­fängnis verurteilt. Nach einer Feststellung des Beratungsaus­schusses für den gewerbliäien Mittelstand sind in der Zeit vom

1 Septeurber 1914 bis Ende Juli 1915 M i e t a u s f ä l l e in Hobe von 2 380 000 Mk. entstanden. Die tatsächlichen Verluste werden jedoch toeit fafar geschätzt, weil viele Vermieter keine Airgaben

machten. ^ ___

= Bad Homburg v. d. H., 4. Mar. Dre Stckdtverord--

netenversarmnbttig qen-elnnigte bei der Festsetzung des Haushaltsplans für 1916 die Erhsthrnkg der Einkvnrmen steuer von 163 auf 165 Prozent. Bon einer Steigerung der

Gewerbesteuer 180 Prozent sah mm trotz eines Aus­falles von 5000 Mk. ab, um den ohnehin schon schwer leidenden Gewerbe- und Hcrndwerbersttrnd nicht noch mehr zu belasteu Für Kriegsunterstützungen an bedürftige Fa­milien der Stadt wurde der dafür im Haushaltsplan vor­gesehene Betrag von 4000 auf 10 000 Mk. erhöht.

Townshend, der velagerungsgeneral.

Eine höchst merkwürdige Fügung ist es, daß General Donms- hend, der sich nach ffinfmonatliclier Belagerung den Türken hat ergeben müssen, schon etnnral in seiner Soldatenlausbahn nur mit knapper Not einem ähnlichen Schicksale entgangen ist. Es war im Jahre 1895, als dre englische Garnison von Tschitral an der Nordwestgrenze von Indien infolge der anläßlich eines Thron­wechsels entstandenen Unruhen in harte Bedrängnis geriet. Be­fehlshaber der dortigen Streitkräfte war kein anderer als Tvwns- hend. Er sah sich genötigt, sich mit einer kleinen Schar von; 300 Kaschmirsoldaten und 99 Sikhs iu ein kleines Fort von Tschitral zurückzuziefan, das im ganzen einen Umfang von 65 gm hatte. Mit Einschluß der in der Befestigung noch unter gebrachten Zivilisten und sonstigen Eingeborenen waren es im ganzen 543 Männer, die in dem dürftigen Fort zusammen gedrängt waren. Um seine 5kräfte in der Hauptstellung zusammenznhalten und ftei-es Blickfeld zu haben, legte Townshend die äußeren Mauern des Forts nieder. Es waren überaus harte Tage, die er damals in Tschitral durchzumachen hatte. V^schiedene Angriffe schlug. er glücklick zurück, aber einmal vermochte er das Fort unb seine Stveitkrast nur noch gerade zu .retten, da es den Pathans gelang, so nahe zu kommen, daß sie einen der Türme der Festung iu Feuer setzten. Ms ihnen dies schließlich fach nicht geglückt war, begannen sie mit Minenarbeiten, wobei sie allerdings von den Sikhs emp­findlich gestört wurden, von denen 40 einen Ausfall machten, bei dem sie die bisherigen Minenarb eiten des Feindes in die Lust sprengten. Vorige Woche waren genau 21 Jahre seit dem Tage verflossen, da Oberst Kelly vor den Mauern von Tschitral erschien und den arg bedrängten Townshend entsetzte. Jetzt hat ihn das Schicksal nun doch erreicht, dem er damals noch entronnen ist mir daß die Streitmacht, die er bei Kitt el Amara den Türken übergeben mußte, um ein Vielfaches jene übertrifft, die er durch seine Verteidigung von Tschitral zu retten vermocht hat.

Vertnlschter.

* Hanau, 3. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) In der P u l v er* fabrik bei Hanau ist heute mittag eine Zentrifuge explodiert. Ein Mann ist tot, ein Mann leicht verwundet. Der Material­schaden ist unbedeutend. Ter Betrieb der Pulverfabrik ist nicht gestört.

ASitterungsbericht.

(Oeffentlicher Wetterdienst.)

Gießen, den 2. Mai 1916.

Fast in dieser ganzen Berichtswoche 26. April bis 2. Mai stand unsere Wetterlage unter dem Einfluß, eines festländischen Hochs. Zwar erschien im Westen ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet, das ims aber im allgemeinen nur durch Randwirbel beeinflußte, die vielerorts Gewittererscheinungen farvorri-efen. Die Tempera­turen waren seit Ende der vorigen Berichtswoche noch Wester ge- stiegen, vor allen Dingen auch die Tagestemperaturen, so daß das Tagesmittel in Gießeir von rmgefähr10° am Montag, den 24. April, rmf -tz 16° am Donnerstag, den 27. April, gestwgen war, um dann wieder, aber mir um ein Geringes, zu fallen. Das Tem­per aturmaxinunn bewegte sich in der ganzen Berichtswoche in Gießen um -tz 20° herum. Niederschläge traten, bis auf ganz schwache Gewitterregen am fanttgen Tage, nicht ein. Tos fest­ländische Hochdruckgebiet bewegte sich während der ganzen Woche noröwcstwärts und lagert heute mit einem Kern über der nörd­lichen Nordfee. Im Südwesten besindet sick noch immer ein Tief­druckgebiet, ebenso im Osten auf der Rückseite des westwärts vor- gedrimgenen Hochs, während im Südosten ein neues HoM>ruck- gebiet erscheint. So erstreckt sich faule ein Hochdruckrücken von Süfasten über ganz Deutschland hin nach Nordwesten mit einem Kern über den DonMiländern und einem nördliche von England. Wir faben daher in unserem Bezstk nur mst Randwirbeln der südwestlichen Depression zu tun, so daß die Neigung zu Gewitter- erscheinungen bestehen bleibt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 5. Mai 1916: Ziemlich heiter, trocken, warm, Gewitterneigung.

letzte Nachrichten.

Die Antwortnote an Amerika.

Berlin, '3. Mai. DieBerliner Morgeupostt' berichtet: Ter Reichskanzler Herr von BetlMann Hollweg, Staats­sekretär Wmiral von Capelle, .Reichsschatzsekretär Tr. Helfferich und der Efas des Admiralstabs Wmiral von .Holtzenfarff kehrten, wie wir erfahren haben, faule Mittwoch, nachmittag aps dem Großen Hauptgnartier, wo sie an den Beratungen über die Ant­wortnote an Amerika teilgenommen haben, nach Berlin zurück. Tie Berattmgen sowohl im HMiptguartter, wie in Berlin sind abgeschlossen und die Ueberreickxung der Note an den amerikanischen Botschafter Herrn Gerard ist noch heute oder spätestens morgen zu ermatten. Tie Note umfaßt etwa acht bis zehn Sei­ten. DieVosstsck)e Zeitung" schreibt: Die Antwort an die amerikanische Regierung ist, wie wir hören, imnmefa fertiggestellt. Es fft ein recht' umfangreiches Schriftstück, das im Lause des heutigen Nachmittags, spätestens morgen vornstttag dem ameri­kanischen Boffchafter übergeben und dann auch sofott der Oeffern lickckeit milgeteilt werden .soll. Im Hinblick auf die Wichtigkest der Angelegenheit beabsichtigt, tvie wir ferner hören, der Reichs­kanzler Herr von Bethnrann Hollweg, persönlich dem Haus­haltsausschuß des Reichstages die Erklärungen über unsere Beziehungen zn Amerika abzugeben, die Staatssekretär von Jagow am Dienstag angekundigt hat.

Der rumänisch-bulgarische Handelsvertrag unterzeichnet.

Sofia, 4. Mai. Es tvird bettchtet, die halbamtlicheKam- baua" teilt mit, daß der rumänisch-bulgarische Han­delsvertrag durck; den bulgarischen Gesandten in Bukarest und den rumänischen Finanzminifter Constautinecu gestern unterzeich­net wurde.

Die Schtveizer Zuftchr.

Bern, 4. Mai. DieNeike Zistcher Zeitung" bemertt zu der Meldung, daß int Aufträge der schweizerischen Bundesbehörfa von der damit betrauten Londoner Firma bereits ffandiuaoische, grie­chische, spanffche und japanische Schiffe für die Zufuhr der Schweiz geckwrtert worden sind. Die Zufuhr von Getreide iit unge­nügend. Die Hauptschwierigkeit besteh! in dem Mangel an Eisen­bahnwagen in Frankreich, wo der Wagenmangel infolge des immer größeren Anwachsens der Einfuhr bald den höchsten Grad erreicht haben wird. Ein Kriegsausbruch zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wäre mst den größten Nach­teilen für die schweizerische Lebensmittelversorgung verknüpft.

Rnssische Brannttvcmsorgen.

Stockholm, 4. Mai. Das Petersburger Städttfckx- Kura­torium lrenachrichtigte den Cbef des Petlwsbnrger Militärbezirks und den dortigen Polizestniffidenten, daß der Verbrauch von denaturiertem Spiritus und von S pir i Ins s ch n apS durch breite Ein wohn erschicküen allmählich den mcitefteit Umfang erreichen und nach Form und System streng rnganisiett ^ist. Dar denaturiette Spiritus wird als Schnaps twnvffen Das Sckmal>s- verbot wird durch! allerlei Findigkeiten inmmugen. Sv bezeichnet man versteckte Destillen ats Parsirmsabttken.