Aus mit Land.
Gieß c\u, 1. Mai 1916.
Schonung der Obstbarrm-lttte.
Fn diesen Wochen pilgert man in i\cn verschiedenste:! Teilen des Reichs, in denen der Obstbaw znhanse ist, zur Baumblüte; und, wie sonst, werden auch diesmal die meisten Ausflügler ein paar blichende Zweige als WLild der Frühlingspracht nach Hause nehmen wollen. Die Eigentümer der Daimipflanzungen konimen diesem Wunsch leicht entgegen, weil der Verkauf der Zweige ihnen ja nrinde-stens so viel, wahrscheinlich viel mehr einträgt, als sie für die verloren gehenden Früchte erlösen würden. In Friedenszeiten mag dieser Gesichtspunkt zulässig sein; jetzt ist er es unter keinen Umständen. Für eine rasch vergängliche, rein ästhetische Freude darf auch nicht der kleinste Teil der deutschen Obst- wnte geopfert werden. Fn sieden: einzelnen Falle ist der Verlust natürlich ganz geringfügig; häufen sich die Fälle aber tausendfach, jo lvird er zu einer Große, nrit der man rechnen muß. Niemand soll deshalb Mutenzweige von Obstbäumen abrcißen, verkaufen oder kaufen: nach wo das Pslicht- esübl der Einzelnen versagt, sollten öffentliche Berate nachhelfcn. ^
** Das hcUt ige Familienblatt fällt aus. An seiner Stelle wird der neue Sommerfahrplan veröffentlicht
** Die neue Sommerzeit. Gestern abend hatten sich kurz vor 11 Uhr etwa 40 Menschen an! Marktplatz ein- esunden, um das Vorstellen der Uhr der Stadtkirche und es Nathauses in der Nähe mitzuerleben. Die Uhr des Uhrmachers Schmidt am Eck vom Faberschen Hause lief schon seit dem Nachmittag eine Stunde vor, zeigte also schon verfrüht die neue Sonrmerzeit 2Kn Kriegerdenkmal ging ein Eck)üchmann auf und ab, aus einer Wirtschaft klangen die Töne des Liedes „Der Mai ist gekommen", dunkel, nur spärlich mit Gas beleuchtet, lag der Markt, da hoben die Uhren zum Schlag aus; 1, 2, 3, 4, so zählte alles die Diertelstundenschläge, dann kam der Stundenschlag mit 11, eine kurze Ruhepause. Die Uhr am Rathause schlug 'vorlaut noch 1412 Uhr und daun kamen gemeinsam die 2 Schläge von dem Turme der Stadtkirche und vom Rat- wause. So nreinte ein Mann zu seiner Frau, jetzt sind wir um eine Stunde unseres Daseins zu kurz gekommen. Lebhaft über das Ereignis des Eintritts der ne".en Sommerzeit plaudernd, verliehen seine Zeugen den Platz.
•* Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhe- Hand versetzt wurde am 19. April die Lehrerin an der Volksschule zu Weisenau im Kreise Mainz Julie Weber auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, von: 1. Mai 916 an. — Erledigt ist die Stelle der Direktors der Höheren Mädchenschule zu Offenbach a. M. Die Meldungen sind an Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheilen, zu ichten. Meldeschluß 10. Mai 1916.
•* Auszeichnung. Dem kriegsfreiwilligen Schützen Hans Hauser, Jnf.-Regt 117, Maschinengewehr-Kompagnie, seit Beginn des Krieges im Felde, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
** Beförderung. Der Vizefeldwebel der Reserve Heinrich Nicolai aus Gießen, früher in: Jnf.-Regt. Nr. 116, jetzt im Jnf.- Regt. Nr. 39, wurde zum Leutnant befördert.
** bvjähriges Arbeitsjubiläum. Am 1. Mai find 50 Jahre verflossen, daß der Werkmeister Heinrich K o l b au? Wieseck in der Bock'schen Zigarrcnfabrik tätig ist. Der Jubilar, dessen Pflichttreue für alle seine Mitarbeiter vorbildlich ist, wurde von leinen Prinzipal-en beglückwünscht und beschenkt. Von einer besonderen Feier hat man mit Rücksicht auf die Kriegszeit Abstand ' genommen.
** Verwendung von mißratenem Brot. Es kommt gelegentlich vor, daß beim Backen aus dem eilwn oder a>de:-enGrunde Brot mißrät und für den menschlichen Verbrauch ungenießbar wird. Die Reichsgetreideüelle hat aus Anfragen, was ,rnit diesem Brot geschehen soll, erwidert, daß der Gemeindeverbaud 'das mißratene Brot, wenn Mißbrauch verhütet werden soll, sich von den Bäckern zur Verfügung stellen lassen muß und ihnen für das verwendete Mehl nur insoweit Ersatz überweisen darf, als es der an den Gemeindeverbaud abgelieferten Brotmenge entsvricht. Ter Gemeindeverband kann das ihm überlassene Brot für andere Zwecke, für Fütterung nsw., verwenden.
** Streu-, Heide- und W e i d e n u tz n-n g. Die Vorschriften der Bekanntmachung des Bundesrats über Streu-, Heide- und Weidenutzung auf nicht landwirtschaftlich genutzten Grundstücken vom 13. April 1916, die für die Viehhaltung von sehr erheblicher Bedeutung sind, haben in ländlichen Kreisen noch nicht überall die gebührende Beachtung gefunden. Es sei deshalb daraus hingewiejen, daß durch diese Bekanntmachung alle Besitzer von Forsten und nicht landwirtschaftlich genutzten Grund- stücken verpflichtet worden sind, ans Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde , Kommunalverbände, Gemeinden oder auch Einzelpersonen die Gewinnung von Streumaterial und Futter jeder Art und außerdem den Eintrieb von Schweinen und Rindern zur Meide, sowie die Errichtung der nötigen Hürden und Unterkunftsräume zu gestatten. Im Interesse tunlichst starker Ausiiutzung unserer natürlichen Futtergnellen, die sehr große Werte für unsere Ernährung zu bieten vermögen, sollte von den Möglichkeiten, die die Bekanntmachung gibt, der ausgedehnteste Gebrauch gemacht iverden.
Familienunterstützung u n d G n a d e n g e b ü h r - n s s e. Nach dem Erlaß des Ministers des Innern vom 10. Avril 11 G sind die Jamilienunterstützungen den Angehörigen der in den 'Dwnst eingetretenen Mannschaften nicht für die Dauer ihrer zeitweiligen Beurlaubung in die Heimat infolge Erkrankung oder Verwundung, sondern auch für die Zeit einer kürzeren Beurlaubung z:»r Erholung, zur Besorgung häuslicher oder wirtschaftlicher Geschäfte unverkürzt weiter zu zahlen. - Sofern die Hinterbliebenen der im vorletzten Absatz des Erlasses vom 17. Februar 1915 erwähnten Beamten der Militärverwaltung aus der daselbst erwähnten Kricgsstelle (eines Ofsizierstellvertreters, Wachtmeisters usw.) Gnadengebührnisse oder an deren Stelle gemäß Erlaß vom 31. Januar 1915 Versorgnngsgebührnisse beziehen, sind ihnen außerdem die aus der Friedensdienststelle des Verstorbenen zuständigen Gnadengebührnisse unverkürzt zu gewähren.
” Erhöhung des Milchpreises. Um die seitherigen Vollmilchlieferungen trotz der so sehr gestiegenen Plilchviehvreise möglichst aufrecht erhalten zu können, haben sich die Milch- produzeuten von Gießen und Umgegend gezwungen gesehen, den Preis für ein Liter Vollmilch tm Einzelverkauf von 28 auf 30 Psg. mit Wirkung von: 1. Mai d. I. zu erhöhen.
** Nicht zuge l a s s ntc Fel dposts eud un gen. Neuerdings wechn: vielfach Fläschchen rnit Essigessenz, 80 pro - zeuti scher Essigsäure, ins Feld verschickt. Diese Säure gehört zu den ätzenden Flüssigkeiten, die nach der Postordnung zur Postbes örderung nicht zu gelassen sind. Gleichzeitig wird ans ^lnlaß zahlreicher, in letzter Zeit festgestellter Zuwiderhandlungen daran erinnert, daß auch Kalzium karbid wegen inner Feuergefährlicksteit nrit der Post nicht versandt werden darf. Eine Ilebertretung dieses Versendungsverbots würde strafrechtliche Verfolgung lUKfy sich ziehen.
** Viehversorgung. Das Kreisamt rnacht bekannt i Da der Bedarf der Lazarette, Kliniken und immobilen Truppenteile gedeckt worden ist, wird die deu Metzgern erteilte Ermächtigung zum frLrhändigeu Ankauf von Schlachtvieh zurückgenommen. Alles von Metzgern in der Zwischenzeit angekaufte Vieh ist den Vertrauensleuten des Oberhessischen Vühhanüessverbau des zur Abnahme an- zumelden. '
** Ladesertige Bezettelnng der Stückgüter. Seit Anfang Noveniber vorigen Jahres müssen Stückgüter ladejectig bezettelt ausgelieserl werden, d. h. vom Absender außer
« mit Zeichen und Nummer, sowie dem Namen der Bestimmungsstation auch mit dem Tage der Aufgabe und dem Namen der Versandstation deutlich und haltbar bezeichnet sein > Aussührungs- bestrmuinngen IV—VI zu 8 62 der Eisenbahn-Verkchrsordnung). Diese für die Dauer des Krieges getroffene^Maßnahme hat weesitt- lich zur Beschleunigung der Aunahnw der Stückgüter und zur Verminderung von Unregelmäßigkeiten bcigetragen, jedoch werden die einzelnen Bestimmungen von den Verkehrtreibenden nicht immer richtig ausgeführt. Es sei deshalb erneut daraus hin gewiesen^ daß sich als am zwecknräßigsten die Verwendung von Beklebezetteln oder Archängeschildern nach nachstehendem Muster empfiehlt:
Zeichen und Nr.:
Von (Versandstation) am (Tag der Aufgabe) nach (Bestimmungsstation.)
Zur Kennzeichnung von Frachtgut sind Beklebezettel oder Anhängeschilde von weißem Papier, zur Kennzeichnung von Eilgut oder eilgut mäßig zu beförderndem Frachtgut solche aus roten: Papier oder auch weißem Papier mit roten: Rande z ti verwenden. Hat der Msender Stückgüter nicht vorschriftsmäßig oder nur undeutlich bezeichnet, oder hat er unvorschrists- mäßige Beklebzettel oder Anhängeschilder (weiße statt roter oder- weißer mit rotem Rande oder umgekehrt) verwandt, so :vird die Bezeichnung von der Eisenbahn gegen Erhebung der in: Neben- gebührentarif (Teil I, ^Abteilung B des deutschen Eisenba hn guter- tariss) vorgesehenen Gebühr nachgeholt.
Landkreis Gießen.
Wa. Lang-Göns, 1. Mai. Ein bedauernswerter Unalü cks- ^all ereignete sich vorgestern. Der 16jährige Arbeiter Sp. von Lang-Gons schoß einem hier beschäftigten russischen Kriegsgefangenen mit einer alten Schußwaffe ins Auge, so daß dieser ins Gefangenen- Lazarett nach Gießen verbracht werden mußte.
6. Weitershain, 1. Mai. Unterofsizier Theodor D ö r r beim Regiment 254, der im Herbst die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt, wurde jetzt auch mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet.
Kreis Friedberg.
A Friedberg, 1l Mai. In letzter Zeit sind Gerüchte überein starkes Auftreten von Genickstarre verbreitet worden. Der „Oberhessische Anzeiger" gibt eine Mitteilung von maßgebender Seite wieder, daß die Gerüchte über das Auftreten der Genickstarre weit übertrieben sind. Es kann angenommen werden, daß für die Bevölkerung keinerlei Gefahr besteht, und daß es den Behörden gelingen wird, ebenso wie in früheren Fällen bei ansteckenden Krankheiten, die vereinzelten Fälle auf ihren Herd zu beschränken.
chp Butzbach, 30. April. Auf dem Felde der Ehre starb der Unteroffizier Wilhelm H a r r e s, früher Lehrer an der hiesigen Stadtschule, gebürtig aus Ober-Gleen.
Hessen-Nassau.
s> Aus dem Kreise Marburg, 30. April. Seitens des Landratsamts sind jetzt für Stadt und Land folgende Höchstpreise festgesetzt ivvrden: Lappen, Brust- und Bein fleisch 1.60 (in der Stadt Marburg). 1.50 (in den: übrigen Teil des Kreises), Nackenstück, Kamm, Blattrippe, Hochrippe 1.80 (1.70), Bug 1.90 (1.80), Roastbeef, Keule und Lende (letztere mit 20 °/o des Gesamtgewichts Knochen beilege) 2.10 (2.00), Lende ohne Knochenbcilage 2.40 (2.30), Schieres Fleisch (ohne Knochenbeilage) einschließlich Rollladen 2.50 (2.40). Gehacktes 2.40 (2.30), Nierensett 1.80 (1.80), Snppenknochen 0.30 (0.25), Sckstvanz 1.00. (0.90), Kopf im ganzen oder in halben Köpfen 0.45 (0.45), iibops in: einzelnen Pfunde 0.80 (0.75), Zunge mit Schlund (ohne Knochenbeilage) 2.00 (1.90), Magen (Pansen, Haube, Blättermagen, Labmagen) 0.80 (0.75), Leber 1.20 (1.10), Herz 1.30 (1.20), Lunge 0.50 (0.45) Mk. das Pfund. Sämtliche Eingeweideteile ohne Knochenbeilage. Tie gewerbliche Ausfuhr von Fleisch- und Wurstwaren aus den: Kreise Marburg ist den Metzgern verboten. — Ein langjähriger früherer Lehrer am hiesigen Königlichen Gymnasium Philipprnum, Professor Earl Bogt, ist gestern nach längerem Leiden verstorben.
Win. Kirchhain , 30. April. Tie vor 14 Tagen abgehaltenc Sammlung von Altpapier in hiesiger Stadt durch die Schuljugend hat jetzt bei den: Versand ein Gewicht von 2213 Kilo ergeben.
--- Frankfurt a. M., 30. April. In der Freitagnacht warrdcn durch Einbruch aus einem Schuhtvcrrenlager für mehrere tausend Mark Herren-, Damen- und Kinderstiesel gestohlen. Ferner erbeuteten Diebe bei einem Einbruch in eine Villa, deren Bewohner verreist lvaren, Kleidungsstücke und Silbersachen im Werte von etwa 5000 Mk.
---- Frankfurt a. M., 30. April. Vom 1. Mai ab verkehren im Hauptbahnhos täglich 508 Schnell-, Eil- und Personenzüge, d. h. mcr etwa 200 weniger als in Friederts- zeiten.
---- Frankfurt a.M., 30. April. Die städtische Kriegskcmv- miffion hat eine bettächtliche Erweiterung der von der Gesellschaft für WoWfahrtseinrichttmyeu betriebenen Volksküchen beschlösse::. Sie stellte dem Nationalen Fauendiecht zur Beschaffung vmt deutschem Tee durch Dörren von Kräutern 1000 Mark zur Verfügung.
** Frankfurt a. M., 30. April. Die Kaiserin traf heute abend gegen 6 Uhr von Bad Homburg zur Begrüßung des Prinzen Eitel Friedrich, der sich auf der Durchreise von Karlsruhe :mch Wtn befand, im hiesigen Hauptbahnhof ein. Die zahlreich versammelte Menge brachte ihr herzliche Kundgebungen dar. Fm Hairptbahnhof unterhielt sich die Kaiserin mit verschiedenen ihr begegnenden Soldaten. Nach kurzem Aufenthalt int Salonwagen des Prinzen begab sich die hohe Frau, während der Zug aus der Halle rollte, unter dem Jubel der Anwesenden nach dem Fürstenzimmer und fuhr um 7 Uhr im Kraftwagen nach Bad Homburg zurück.
--- Bad H o nt b u r g v. d. H., 30. April. Die Kaiserin ist Freitag abend zu kurzem Aufenthalt hier eingetrosfen und hat im Kgl. Schloß Wohnung genomn:en. Fn ihrer Begleitung befiitden sich Oberhoftneister Kammerherr von Trotha und die Palastdame Gräfin Keller.
UnLversiiätS'Nachrrcbten.
- Ter ordentliche Professor Dr. jur. B. F r e u d e n t ff a l ist mit Rücksicht aus seine Tätigkeit in der Reichs-Entschädigunqs- Konnnission bis Ende de? Sommer-Sen:esters beurlaubt. Dtit der Vertretung der Disziplinen des öffentlichen Rechts während des Sonuner-SemesterS ist, ivie schon in: Winter-Semester, wieder der Geheüne und Oberbergrat Prof. Dr. Arndt ans Eharlottenbnrg von: Minister beauftragt worden.
Gerichrsfaal.
--- Vilbel, 28. April. Ein interessanter Fagdpvozeß, der wobt noch weitere Jnstawen beschäftige:: dürfte, kam vor dem hiesigen SWsfengericht zur Verhandlung. Ter 26jährige Sohn des Gutspächters Wittmer vom Dottenfelder 5)os fck>oß am 6. Februar auf den: väterlichen Jagdgebiet — in Gronaner Gemarkung — i5me Wildente, die lenseits der Nidda cnff Vübeler Gebiet niederftel, also ans fremdem Fagdboden. Ta der Hnnd nicht die Ente holte, ging Wittmer über die nahe Eisenbahn brücke und holte sich vom frenwen Gebiet das Tier. Hierbei wurde er vom Gendarmericivachtmeister Wc n z e l aus Bübel betroffen und tvege:: nnbefugten: Betreten eines Bahnkörpers und Fagdvergeherrs angezeigt. In der Verhandlung gab der 'Angeklagte seine „Vergehen" ohne weiteres zn, erklärte aber, daß er dazu das Recket gelebt zu haben glaube, da zwischen seinem Vater und dem Vilbeler Jagdnachbar eine Vereinbarung über gegensettige Fagdfolge bestehe. Diese Annahme wurde jedoch von dem als Zeugen eidlich ver
nommenen Vilbeler Pacyter verneini. -ber <dacpr:::ct,rel. rcrcmx. nicht vernoncmen. Ter Amisamvalt beantragte Bestrasimg imch reien: gerichtlichen Ermesfien. Darauf verurteile das Gerrcr:
den Wittlner wegen rmbeiugtem Betreten deS Bahnkörpers zn 3 Mark Strafe. der 'Anklage des JagdvergelMs Iwach num ich: frei, weil er in gutem GlMrbeir und och:e Vorsatz gelwadelt habe. Dieses fr e i s prechen o c Urteil erregt in Jagerkre:)-«: berechtigtes Aufsehen, da in: vorliegcnwen Füll dje^Voraussetzungen des 8 'L92, und 9lbsatz 10 von ^ 368 des R St G im gairzem, Umfange gegeben erschienen. Auf den weiteren Verlauf der ^>ache ist man gespannt. . , ,
s> M a r b u r g . 29. April. Vor den: Landgencht l)atte s:m gestern ein aus Wiesbaden staimnnü-er älterer Mann, vor: Bern: Friseur, wegen Bettelns und Landstreich)erei zu verantworten. Von: Schöffengericht zu 12 Wockie:: Haft uch> zur UeberlverNrng an die Landespolizei verurteilt, hatte er gegen die letztere Verfügung Einspruch erhoben, roeil er trotz seiner 1 2 4 V o r st r a f e n , die er wegen Umber ziehen s als Bettle-r abgebüßt, versrchcrte, er )e: kein Landstreicher. Er begründete dies nrit der ürm von ärztlmrer Seite bestätigten Angabe, daß. er an einer unheilbare:: Darm- Krankheit leide und überall überflüssig sei. Das Gericht erlief' ihm die Uebenveisung und erkannte :vegen Bettelns auf -> Woäie:: Haft, welche Strafe durchs die Untersuchung als verbüßt galt.
Die Straskanmier verurteilte gestern einen Zwangszöglrng, der in Niederbeishein: eingebrochen und allerhaird Lebensmittel und sonstige Sachen gestohlen hatte, imter Einbeziehung in Cassel und Frankfurt verübter Straftaten, zu 6'/- Vionateu Gefängnis. Bemerkt fei, daß der Bursche von einem geswhle::en 2lckstpsünder Brot die Hälfte an Ort und Stelle Mlfgegessen hatte. Eine Brotkarte besaß er nicht.
Handel.
— Dortmund, 29. April. (WTB.) Das in Liquidation befindliche Eisenwerk Rote Erde umrde für 2 135 000 Diark an die deutsch-lnpemburgische Bergivcrks'Hütten-2lktiengefellschast verkauft. Nach Abzug der Obligationsschuldeu und einer bevor rechtigten Forderung von 135 000 Mark der Essener Kreditanstalt verbleibt für die Gläubiger noch eine Dividende von rund 60 Prozent.
Meteoroiogische veobachtungekr der Station Eietzen.
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Höchste Temperatur am 29. bis 30. Llpril 1918: -s- 18,9' 0. Niedrigste „ „ 29. , 30. . 1916: 4- 9,1'6.
Niederschlag 0,0 mm s
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 2. Mai 1916 Wolkig bis heiter, trocken, Temperatur wenig geändert.
Letzte Nachrichten.
Zur Regierungskrise in England.
Amsterdam, 1. Mai. Der „T e l e g r a a f" erinnert daran, daß wan in England vielfach dun Rückttitt der eirglischen Regierung verlangt habe, falls Kut-el-Amara falle, und sagt sehr schwere Tage für das englische Kabinett voraus. Auch der „Telegraaf" gibt im Gegensatz zn dem amtlichen englischen Bericht oie Stärke der übrig- gebliebeuen englischen Armee ans 13 000 Mann an.
Italien und das feindliche Ausland.
Bern, 1. Mai. Ein Erlaß ermächtigt die Regierung, gegen A,:gehörige feinblick>er Staaten, sowie gegen Personen und Einrichtungen auf feindlickiem Gebiete gewisse Vergelttmgsmaßnahmen zn treffen, darunter die Beschlagnahme beweglickier und unbeweglicher Güter, die Ernennung eines Verrvalters für solche Güter, der verpflichtet ist, die Einnahmen daraus einer bestimmten .Kasse zuzu- führe::, ferner ein Verbot, Zahlungen zu leisten und Verpflichtungen einzuhalten, außer der Ueberwachnng von Häusern und Unternehmungen komnverzieller Natur jeder Art.
Paul Schlcnther f.
Berlin, 1. Mai. Im Mter von 62 Jahren ist gestern der frühere Direktor des Wiener Hofbnrgtheaters, Paul Schlen- ther, derselben Krankheit erlegen, der sein Freund Otto Brahm zum Opfer fiel. Seit Mttte der Achtziger Jalne, sagt der „Lokal- Anzeiger", hat Schlei: ther, der in Sttaßbirrg zn den Schulen: Syrers gehörte, gemeinsam mit Otto Brahm, Harden i:nd anderen eine führeilde Rolle an denr Kampf einer jüngeren Generation für literarische Erobenmg der Bühne gespielt. Er hat genrcinsamj mit Brandes :md Elias die deutsche Ausgabe der Werke Ibsens gelettet. Er war der Biologe Ha:wtmanns. Ern Jahrzehnt lang :var Schlenther Mitglied der Rcdakttm: des „Berliner Tageblattes". 64 raf Holck f.
Berlin, 30. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der bekannte Rennreiter und Mieger Rittmeister Graf Holck hat im Luftkampf den .Heldentod erlitten.
Die Rechtsstellung der Gewerkschaften.
Berlin, 1. Mai. Tie vielbesprochene, lang errvartete Nv- volle zum Vereinsgesetz (RechtssteNnng der Gnverkschaftew ist, wie das „Berl. Tagebl." erfährt, nunmehr ferttggestellt. Sie wird schon in den nächsten Tagen an de:: Burwesrat gehen und vermutlich nock: in dieser Woche den: Reichstag vorgelegt werde::.
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Oden» bcch a. lll.
RealklaHen, verbunden mit Vorichule, erteilt einjätirigcnzeugnis. ..„ss
Photogr. Ä Apparate
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RyfihöusspTEchnitiüm
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