Ift. 92 Zweites Blatt
Elches «-«ch E AuS»«hmc des Sonntags.
scmnitumm- werden d-.n
KrT^l T' naI >°°ch°«"ich b-naelegt, das
..«Elatt far den Kreis Sichen- ,wen„a:
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1 3tn erscheinen monatlich jweimat.
M. Jahrgang
leyener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejfen
Dienstag, >8. April MS
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fcher» Universitäts - Buch- und Steindruckereu R. Lange, Gießen.
Schriitleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Berlaq:e^^51, Schrift» leitung: S-^112. Adresse für Drahtnachrichten: Allzeiger Gießen.
Die Rede 5onmnoz.
(Schluß.)
ttrach^dein b n T c n getroffen worden, -von 1900 und rrs- ^ sranzo, isch-italien isch en Vertrages
^rer nnss^/ E Gegen^be für bre französische Anerkennung ^ Oberherrschaft über Tripolis von 1912 aus unsere Kapitulationen verzichtet haben Ah-nachwtgen zimschen Italien und Marokko S ' m,cn uud Fran-kreich ersetzen. Bei
' hanDlnngcn schassten wir den in Marokko und den
die^ t " - italienischen Arbeitern Sicher.
L t C JT? : Regelung sich bereit erklärt bat.
z^tre^ l ut iä™ Zwischen,all Maßregeln
für « Bedeutung des Abkommens und seiner Borteile
Kvlwnie h, erinnern, oaß die italienische
ssu“siÄ , sKSiÄ u y“' te * -« -«
Kriems^^r.^ Frankreich für die Dauer des gegenwärtigen von ffn.ifr ll! 11 ^ ur bl l gegenseitige Au sl iefer u n r< mü $ » *n l ff ^ ^ lsfcrteurcn getroffen, und bo^iae^ iÄ Ueferemfomüien, das unseren Staatsange- tzMngen und Burgern unserer K'olonren künftighin in Ae g p p t e n M d/^tzBehandlung wie den anderen Fremden zusichert Üaben wir irns bereit erklärt, von jetzt ab ^ dre Anrhebuug der Kapitulationen hu aegijWeii onjuerfeimen, wozu wir uns schon im Oktober 19,2 bei
,-b« Liby-tt durch
nr.„^v.s ‘ , . 5 w-u4.k4im^icu uver ^roycn onra,'
hatten Lnr stimmten auch der Umwandlung W £5™ 1 ^shöf-e zu. deren Fortbestehen in
^be Januar 1917 vorgesehen ist. England ^.^. 0 , 'Ur Ernennung eines neuen italienischen. Beamten bet den j8emiK£iteii Gerichtshöfen, dessen Stellung derjenigen des fran- »chüch'-en Beamten gleich ist. der im letzten Jahr nach der Abreise res Heut^chen und osterreichlschmng.rrischen Beamten bei Kriegsausbruch ernannt worden ist.
s,.^^.^^dene Redner haben die grausame und lzarte Behandlung erwähnt, der die italienischen Staatsbürger in Oesterrei ch- ffn^^.^^efttzt men: es wurde gesagt, daß ihre Güter und Unternehmungen beschlagnahmt worden seien und daß ihnen vcr- ^^Eiukünfte daraus in Enipfang zu nehmen und * 1 x Im Sf n fnnc Kenntnis von derartigen Anordnungen uild orwarten die Antwort auf unseren in dieser Sach? durch Ber- mtttming der Veremigten Staatelt gemachten Schritt. Ta aber mit Ubcr solche schmerzlichen Fälle sich mehreil, wollten
K der Regierung durch den bereits Unterzeichneten Erlaß die Iwgltchcett geben, entsprechende Gegenmaßregcln gegen die ftind- ^chen Interessen anzuwcnden. Seit unserem Eintreten in den Kneg haben wtr dte Regel befolgt, nichts zunt Schaden der feindlichen Untertanen zu unternehmen, was nicht unbedingt in den der militärischen Verteidigung liegt, sowie alle aus lllleimatronalen Abmachungen beruhende Kriegsregeln zu achten.
... .Äch^habe Ihnen in großen Zügen vorgeführt, was wir geschaffen haben, seitdem ich zuin letzten Male über die internationale gelimrf.’eit Ifattc. Wir hntten vor allem im Auge, die Bande der Einheit und G e m e i n w i r t s ch a f t zwischen den Lllli- rerten .'slterzu knüpfen, indem das diplomatische, wirtschaftliche und militärische Borgern in immer engere Ucbereinftimnrung ge- macht wird. Unser Ziel ist einfach: Wir wollen mit allen unseren graften snr die gemeinsame Saclw kämpfen und gleichzeitig die höchsten und driirglichsten Interessen der Nation sicher stellen, or i r Itf r • ?. r 0 bezei ch ii e t zweifellos c i n e n neuen
Abschnitt in der Geschichte der Zivilisation der Menschheit Unseres Rechtes gewiß, um den König geschart und voller Ueberetnstlmmnng mit den Waffen gen offen, tämpfen wrr unerschrocken und mit höchster Kraftanspannung, um den Sieg zu erlangen, der nicht, wie die Feinde wollen, ein Zeitalter d's Hasses und ein,eiliger Oberherrschaft, sonderii der Gerechtigkeit und Freiheit aller Völker begründen svird. W i r - h a b e n z w e i - fellvs noch die härtesten Proben zu bestehen; aber gestlltzt auf das gegenseitige herzliche Znsammenwirien der Alliierten und dank den Heldentaten des tapferen Heeres zu Wasser und zu Lairde und vollkommener Einheit der durch glühenden Patriotismus aller Parteien und Büraerklassen gefestigten Geister ^ehen wir der Zukunft entgegen im Vertrauen aus das glanzvolle!
^.chicksal Italiens, ^zeder, lme auch seine persönlichen Lebeirs- umstaiidc seren, wird sich^glücklich schätzen, zu dem von den Vätern begonnenen Werke des Heils beizutragcn, indenr er an der Vervollständigung und Befestigung des mit so viel vaterländischer Dugend imd so viel Opfern errichteten ruhmvollen Baues beiträgt, e - “X n Beantwortung verschiedener Anfragen erklärte Sonnino, das; Italien einem bei einer andcrcik Gelegenheit vom Parlament unzweideutig geäußerten Wunsche entsprechend, den Vertrag mit ^ eutschlaiid über das literarische Eigentum durch Vermittelung der Schweizer Regierung gekündigt habe, so daß in einem ^ahre die Bestimmungen des Berner Vertrages voll in Kraft treten gutocit. — Was die rechtmäßige Lage in N o r d e p i r u s im Jusammenhang nnt den letzten Ereignissen betrifft, so svird vcr- !^brt, daß die griechische Regierung förmlich zugeftandcn hat, daß die Besetzung dieser Gegend nur eine vorübergeh?nüe Maßregel der Ordnung und nicht der Eroberung darstellt. Griechenland er kennt auch heute noch die —c.. «...
—, —r me Beichlüsse der Botschafterkonfcren; über
Ulbanien an. Die griechische Regierung erklärte, daß sie Zulassung der Abgeordneten aus Nordcpirus im griechischen Parlament den- selbeii Beduiguikgen unterliegt, luxe die Besetzung selbst, der diese Abgeordneten ihre Berufung verdanken. Was die unmittelbare Teilnahme und wirksamere A u f s ich t des P a r l a m e n t s über die r L l r.- Politik betrifft, hat das der Kammer znstehende Aecht der Auntcht und des Urteils keine andere Schranke, als die -r-atevlandsliebc dieser Versammlung. Jedoch erklärte sich Sonnino entschieden gegen iede Maßregel, die auf eine Beeiiiträchtigung des diplomatischen Geheimnisses abziele, denn dies würde die italienische .uegierung in ihren Vcrhandti'ngen mit den anderen Nationen offen bar schwächen. (Lebhafte Znstiniinung.)
Die Rede Sonninos rief in allen auf die Tüchtiakcit Italiens und seiner Alliierten bezüglichen Stellen stürmische Begeisterungs- kundgebungen hervor. Abgeordneter C a v p a . der nach Sonnino wrack., brachte dem Minister die lebhaftesten^ Glückwünsche zur An- nandiakelt seines Charakters und der Untadelhaftigkeit seiner ^bensführung dar. was einen ireuen Begeisterungssturm ent'egelte ^-ach dieser Rede nvirde Cappa von Salandra umarmt. Es erwlate wiederum eine große Frcudenkundgebung. Unter den von den Ab- oeordneten einqebrachten Taaesvrdnungeil ist die des Katholiken Soderini beinerkenswert, in der von der Regierung Maßreaesti zur Milderung der durch die ü b e r in ü ß i g hohen Schiffs- f r a ' t e n entstandenen Schwierigkeiten verlangt werden Bor der
Abstimmung
bemerkte Sonnino. die Regierung wünsche ein ausdrückliches Vertrauensvotum, das die Einmütigkeit über die während der Be- ratuiig dargelegten Ziele erkläre
Eine von Allassio, Scalea, Bissolati und anderen eingebrachte Tagesordnung besagt: „dcackdem die Kammer die Erklärungen der Regierung angehort hat, geht sie zur Beratung der Kapitel des Budgets der auswärtigen Angelegenheiten über."
Sonnino ersuchte ANassio'und die anderen Abgeordneten, die Vertrauenstagesordnungen ciugebracht haben, sich aus sol- gende Formel zu einigen: „Tie Kammer billigt die Erklärungen der Regierung und geht zur Budgetdcratung über."
Allassio nahm diese Formel an; die anderen Tagesord- n u ii gen wu rdcii^z urückg ez-o g en.
Aie von sonnino vorgeschlLgeuL Vertraüenstagesordnung lvurde in namentlicher Abstimmung mit 3 5 2 gcgen36Stim-
Beifall°heN)or Abstimmung ries langanhaltenden
ar Kamin er hat das Biidget des
Auswärtigen tu geheimer Abstimmung mit 307 gegen 40 Stimmen angenommen und sich bis zuin 6. Juni vertagt
inodern bewährte Einrichtungen und Sch-ülcrheiui. Die Schüler werden bis zunl Einjährigen geführt, oder in die Prima und Ober- sclunda (7/8. Kl.) der Gymuasien, Realgymnasien, Oberrealschn- len mit großem Erfolge und meist mit Zeitersparnis übergeleitet. In den Kriegsjahren allein lvurden 18 Schüler in die Prima, 14 in Obersetunda übergeleitct, 60 erhielten die Einjährigen-Berech-- tigung und 26 frühere Schüler bestanden das Abiturium (Absolu-- torium).
Vüchertisch.
- B o n g s i l l u st r i e r l e K r i e g s g e s ch i ch t e „Der Krieg 1914/16 in Wort und Bild". 72.-74. Lest. (Preis je 30 Pfennig) Deutsches Berlagshaus Bong L Lo., Berlin W. 57, Potsdamer Straße 88.
Briefkasten der Redaktion.
Mitonyme Anfragen bleiben nnberückftchtigt»tz
Lch. Ter Ehefpreis wurde von der Leibkompagnie des hiesigen Regiments in den Jahren 1908 und 1909 errungen.
S. kf. Für Ihren Sohn dürste vielleicht die Militär-Knaben» Erziehuiigsanstalr ''Annaburg in Frage koiumen.
A. w. Die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste darf nicht vor^ vollendetem 17. Lebensjahre naäjgesucht werden. Der Nachweis der Blwechtigung hat bei Verlust des Anrechtes spätestens bis zum 1. Avril des ersten Militärvilicktiabres zu er-
tcuui 9 imii ]iau:|i[a)en imu, sick vel oer 'hrmungskommnslon, in deren Bezirk der Wehrpflichtige gestellungspflichtig ist, schriftlich unter Beifügung einer Geburtsurtnnde, eines Unbescholtenen- Zeugnisses chci Minderjährigen außerdem Einwilligung des gesetzlichen Vertreters) zu melden. Außerdem bleibt die sv i s s e n - Uch a s t l i ch e Befähigung für den. cinjälirig-freiwilllgew 'Dienst nvch nachzuweisen. Von dem Nachweis der wissen- s cha f t l i ch c n Befähigung dürfen durch die Erfatzbehördcn dritter Instanz entbunden werden junge Leute, welche sich in einem Zweige der Wichenschaft oder Kunst oder in einer anderen, denx' Gemeinwesen zugute tommenden Tätigkeit besonders auszeichnen, tunstverständigc oder mechanische Arbeiter, welche in der Art ihrer Dätigkeit Hervorragendes leisten, außerdem zu Kunstleistungen an- gestellte Mitglieder landesherrlicher Bühnen. Die Vergünstigung kann auch solchen jungen Leuten gewährt werden, die noch in der Vorbereitung zu einem Lebeusberufe sich befinden und durch ihre Leistungen auf einer Kunstschule oder einem Knnstinstitute sich besonders auszeiä^nen. Tiefe find nur einer Prüfung in den E leme n t a r t c n n t n i sfe n zu unterwerfen, nach deren Ausfall die Ersatzbehördc dritter Instanz entscheidet, ob der Berechtigungs- scheln zu erteilen ist oder nicht. Wegen Ausstellung der für 'die 'Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst erforderlichen Bescheinigung über Ihre besonderen Leistungen wollen L-ie sich an die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Tarm- stadt oder an einen niit dieser in Verbindung stehenden; Ortsgewerbeverein wenden.
Sebnlen.
.j- i 1 v rt Q ^lpris. Nach dem soeben erschie-
nenen Bericht der hiesigen Goetheschule (Privat-Real- und U S imt. ber Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Mllitattienst) wurde die Anstalt im Schuljahre 1915 16 von 333 Schülern besucht 64 Untersekundaner bestanden die Abschluß- prusung Dem nill der Schule verbundenen Alumnate aehärten 64 Zöglinge an. Die Hausaufgaben werden von allen Schülern unter Aussicht der Lehrer m der 9lnstalt angefertigt.
• HE id elber g, 17. dlpril. Das Pädagogium Neue n- herm -Heidelberg, Mit kleinen Gymnasial-ReaMasscn, hat
9Rärkte.
Gietzeu, 18 April. Mar kr bericht. Aus dem heutigen Wocheumarkte kostete: Butter das Pfd. 1.90-0,00. Hühuereier das ^tück 20-00 Pfg., Käse das Stück 8-10 Pfq.,' Käsematte 1 Sllick -0 Pfg., Kartoffeln der Zentner 0,00 bis 0,00 Mark, Olllch das Liter 28 Pfg., Sviuat 25-30 Psq. das Psd., (iZelberübeu 00-00 Pieumg das Pfd., Rosenkohl 25-30 Pfg. d. Pfd., rote Rüben 0-0 Pia Zwiebeln das Pfund 30-35 Pfg., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg' Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 0-00 Pfennig das Stück ckr.inko'A 20-25 Pfg., Feldsalat 10-12 Pfg. - Marklzeit vsv l bis 1 Uhr.
fc. Frankfurt a. M. B i e h b o s m a r k t b e r i ch t vorn 17. Avril« 2liif dem heutigen Biarkt ivar kein Stück Vieh angetrieben
ic. Frankfurt a. M., 17. April. Frucht- und Futtermittel mar kt. Tie bevorstehenden Feiertage machen sich bereits an der Stimmung auf -dein Markte geltend. Ter Beiiich ist nur schwach. Preise niiverändert fest. Sämereiartikel neigen zur maingen 2lbschwüchiing, ebenso Futtermittel bedinat durch das bevorstehende Grüniiitter. Getreide acschänslos.
a. M., 17. Apr.l. K a rt o ff e l m a rk t. 6 10 m ab ‘ berfaubftatlon m loser Ladung per 100 Kilogramm
Auf Zrühlingswegen am Rhein.
Von Hans Ludwig L i Ii k e n b a ch.
Und wieder blühen die Kirschen am Rhein. Und wieder lacht die Sonne ans die farbenbunte Frühlingswelt herab, so hell so warm, als hätte ihr Auge niemals verwüstete Felder und rauchende Trümmerstätten gesehen, als gäbe cs draußen nicht Krieg und Not und tausendfältige Schmerzen.
Unübersehbar fast ziehen sich die duftigen Blütengärten zur sRechten und Linken des Stroms dahin, und zlvischen dem blendenden Schnee der Kirschen- und Birnbäume schimmert das matte Gelbweis; der Zwetschen und Mirabellen, das satte Rot der Pfirsiche und das milde Rosa der 2lpfelblüte. In lichtent Grün stehen die Wälder, die den Scheitel der Rheingaubergc und die sanften Höhen des rheinhessischen Hügellandes krönen, und Blütenschimmer und Wäldergrün umrahmen die freundlichen Städtchen und Dörfer hüben und drüben. Blumen durchMirien den breiten Teppich saftgeschwellter Wiesen; in den Feldern sproßt die junge Saat und selbst die Wetriberge, die noch gestern so kahl und starr dalagen, tragen Frühlingsschmuck. Kerzengrade, in Reih und Glied wie eine Kompagnie Soldaten, stehen die glatten Pfähle, sorgsam gerichtet von des Winzers Hand. Aber schon rankt schüchtern und
zart junges Rebgewind an ihnen empor, das — witts Gott _
in diesem Herbst wieder köstliches Traubengold tragen sott. Alle verfügbaren Kräfte sind bei der Arbeit, den Boden zir bestellen die zarten Sprüßlinge aufzubjnden mrd zu beschneiden, dann! die Sommersonne alles wohlbereitet finde, svenu sie ihr frommes Werk beginnt und ein Teil ihrer eigeixen Kraft'und Glut den Gescheinen mitteilt.
Allüberall ist das rheinische Leben wieder ausgewacht, und auch der Strom selber steht unter seinem Zeich-cn. Lange Schiffszüge trägt sein breiter Rücken zu Berg und zu Tal, und von deitz Masten wehen bunte Wimpel lustig im leichten Wind, der die Wellen kräuselt und sein munteres Spiel mit Schllf und Weidenfahnen treibt. An den Ufern pocht und klingt der Hammerschlag werktätigen Lebens, und aus freuiidlicheii Gärten, in denen schon hier und da der Flieder blüht, der Feuerstrauch seine leuchtende Pracht entfaltet und aus dichtem Laubdach breitkroniger Kastanienbäume stolze Blütenkerzen aufstreben, dringt Gläserklangi und Stimmenlaut. Nicht anders ists wie in seligen Friedenszeiten, und nur das rheinische Lied schallt nicht mehr so frei und hell ins Weite hinaus wie einst. Mer das Bild der Landschaft ist unverändert geblieben, und wer nichts Ivüstte von dem furchtbaren Geschehen dessen dumpfer Tonnerlaut ab und zu das Ohr des stillen Wanderers trifft, wer nicht wüßte, daß drüben, jenseits der waldigen Hunsrückberge, das Schicksal der alten Kulturvölker entschieden wird, der möchte glauben, daß die Welt eitel Lust und Freude sei. Fröhliches Tun und tätiges Frohsein, das ists, was denl rheinischen Frühling die Weihe gibt und was ihm auch im Truck und Drang
der Gegenwart nicht verloren gmg. TaS ists, was wir mit einem Schlagwort Rhempoene nennen. Nicht die Berg- und Burgenromantik nicht der Abglanz versunkener Zeiten und Geschlechter, nickr das Rcmschen und Raunen der Sage, die um verfallene Felsen- nZtei ihr schimmerndes Goldnetz spinnt — das alles nicht allein nnnaßen wxr mit jenem so oft mißbrauchten Wort, sondern die ^^'^^otzende Lebenssülle, die immer wieder neue Schönheit gebiert, die selber Schonhext ist.
N ® ^ bc . ra ^ ? m deutschen Rhein, nur in wechselnder
Gestalt. Aber nirgeiids vielleicht kommt sie uns so stark zum Bewußtsein, nirgends vielleicht weht uns ihr Hauch so rein und viislig entgegen wie ui dem Teil des Stromlanss, dessen Weseir am wenigsten aus Romantik eingestellt ist, der keine grotesken Felsgebilde, keme Prunk- und Paradestücke der Natur kennt, und der che großen Erinnerungen von einst und die Gegcnwartswirk- licrfcu zu ,ch>onem Zwei klang miteinander verschmelzt. Das ist rbe 1 *12 me ',J? n Anmut und Liebreiz so unendlich reiche Laiid- !^ch^.«wllchen Worms und Bingen. Hier zeigt sich der rheinische Frühling ui ,einer ganzen verschwenderischen Fülle, und wer ihn von der alten Domstadt Mainz aus suchen geht, ob er nun dem Rheingau entgegenellt oder die ftuchtbaren Gefilde Rhein- ”r en |jk ur ^ l 3 liert ' 00 er sich, dem Strom selber anvertraut oder über Bergrücken hinweg, durch Täler und Schluchten die viel- gewundenen Pfade des Rheinhöhenwegs verfolgt — allüberall trtsst er Bilder von beionderer Eigenart, von verführerischer Lieb- kichielt, die ihn vergessen lassen, daß da draußen das große Völker- ringen ungehemmt und nngemindert weitergeht.
.. f l J. nb wenn er sich doch zuweilen daran erinnert, weil selbst der Frühling nicht imstande ijt, den lallenden ^Alpdruck von ihm zu neb-
ivirxfT 11 aik Bitternis, alle Herzensnot vor dem
Gefühl der Dankbarkext gegen die, die unser deutsches Vaterland beschirmt dte die Ufer des Rheins vor den Stürmen des Krieges be-
die Kraft verliehen haben,'uns dav Bild des Friedens freundlich vorzutäuschen.
Frühling am Rhein! So leicht und gewohnheitsmäßig sprechen wrr diese drei Worte ans, so selbstverständlich, llinge?: sie Und
sElleßen fte eine ganze Welt von Gedanken und Enivftndnngen em Wer wollte sie aufzah'len, wer wollte versuchen, ihren tiefen angcnchts der grausamen Notwendigkeit, die uns das Schwert immer fester in dre Hände drückt?
e . Aber cs ist kein Märchen, es ist herrliche Wirklichkeit, daß unc 4 der Frühling int deutschen Vaterland so warm und bell erscheint Lernst mtb W sich, der heiß umstrittene RhL zum Ln Male m dieser schreäenretchen Zeit in seinem Lichte sonnen dar
Grenzen^laswt ^ ^ ^ UltFet ' baä ba ^üben, jenseits bn deutschen
„Ueticrt Bellern von jenseits des Kanals in dichten Scharen in den rheiNi,chen ^-ruhllng geführt, und da erklang das Lob des Rh'ins L °Hen Tonarten aus jenen Blättern, die sich heute nicht genug tun können, da^ „Hunnen- und Barbarenland" zu beschimpfen Dem Frulftl* 1 - ro ?r r bc Ü entfremdet worden und das alte
)0 t kn fi 11 mc ^ baben!" blieb cm Klang aus ver-. gc„enen Tagen, dem keine tiefere Bedeutung me! e zukam Heut sollen ihn nicht haben! Das braust wie Une Schwertgeklirr und Wogenprall" durch die d'mt- ? ow e^oude und weckt ein tausendfaches Echo in allen Herren Und dieses eiserne Lied löst Gefühle aus, die lange schlummert^' und die nun imeder wach geworden sind und alles' in sich schließen! wav wir wollen und wollen müssen, um deutsche Art und deutsch? Sitte gegen eme Welt von Feinden zu verteidigen, um der L scheu Kultur den ^ieg gegen fremde Zivilisation zu erfechten, mfj?? ausbleiben: Der Deutsche wird sich wieder seines
b ^ r vielen erfteulichen Ergebnisse b 'Z^^ Weltkrieg gebar. Er wird wiederkommen, um zu s'hen waches Kleinod xhm die erlerne Wehr da draußen gesichert D drn rhemllchen Fruhlmg wird er wieder in Dankbarkeit rr« meto, den rheinischen Frühling, der ihm diesmal noch rrii U nb slHoner entgegenllitt als sonst, der ihm zum Inbegriff bS te
abgehoft' C “ blutigen. Opfern 'erkauft uX' "Id,^
^ ^ cr daben die ratternden Züge utrd die lustig bewimpelten Dampfer unsere „treundlichen" Nachbarn a„S dem Westen und Üe
fpiion © * IU U ^agoiaoei oerichtet, aus eine der ausa^yn-. testen Konzertreisen, die ic gemackc nwrden sind ^ie Kni-eit«
!* e Ü Ur J? l \ bie - Sängerin vom Redpaty Musleas- Burwn L pflichtet wurde, ch'gmnt am 24 Avril in L,
und e,chet am 9, Septe.nber in Gpieaga
daß0di^KnMlei-ll^5 eine erftamklicku? Zahl, wenn man bedenll oaf, die Knnstlerm dadurch vcranlayr wird, fast an ,edem zu singen. Dafür nnrd ihr aber auch ieder erdenkst r.; fl .. ©„ äusterst -dEeNnL"ULakeu''L^ L-fw l J!i^ tCni3 Bodercwski und etwa Brnan bcm.wu mürd' Künstlerin auf ihrer langen Reise ^aacn ?ll>teilungen, die zioei Badezimmer, einen Speffemul Kpchc, Balkon usw. enthalten. Eine berühnrte Pianofort - Fn ma stellt einen Flügel im Salonwag.m zur Berfügung K Klxvff.-
iosteii'ffir^" T'bs'rall hin, wo die Sängerin amtivrii wird Die ;!hK w ^ Salonwagen allem betragen Z0 000 sj > no „ und Annoncen das Doppelte. 500 Zeitungen werden üb-r K ^nnznt-Tournee ausführlich berichten. Man sieht daß dies, Rekord-Rerse völlig im amerikaniscchn Maßstab organisiert mV


