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Verg epenwLrtt Aen wckr uns mm nixh- in aller Kürze, daß auch die itali-enischen Angriffe an der 'zähen Kraft unserer BunLesgenoffen zerschellt'sind, und daß auch hier
300 000 Mann CmLentelrirppen festliegen, ohne bisher einen ernstlichen Vorstoß gegen ihre Belagerung zu wagen; daß Dalona eng eingeschlasfen ist; daß 'endlich auf der Kaukasusfront der anfangs erfolgreiche Vormarsch zum Stocken gebracht werden tonnte, so muß die Kriegs- ilage am Schluß des b ed en tunigsschweren März ,als hvcherfrenlich bezeichnet werden. Das Gesetz der Stunde diktieren wir. Die gewaltigen An'griffKpläne unserer Feinde sind in hoffnungslose Verwirrung geraten. Frankreichs Reserve:: sind wahrscheinlich größtenterls an der Maas gefesselt und teilweise schon zerrieben. Seine Hoffnungen auf wirksame A'bleukurrgshaud- kunaen seiner Verbündeten sind gescheitert; die Lage der 'Entscheiduirgskämpfe ,gestaltet sich von Dag zu Tag bedenklicher firr die Verteidigung.
Lud während unsere Heere in Ost und West so Großes «vollbracht haben, hat auch die Heimat ihren Sieg erfochten. Der Erfolg der vierten Kriegsanleihe läßt die kiihn- ften Erwart mr gen hinter sich.' Der Zeitpunkt ihrer Ausschreibung im Frühjahr, zu Beginn der Jahresarbeit der i Landwirtschaft, war au sich ungünstig; die Ankündigung .neuer Steuerlasten und mancherlei andere Umstände er- ^nrnttgten unsere Feinde in der Hoffnung, die Beteiligung »des deutschen Publikums möchte um ein beträchtliches hinter den früheren Kriegsleistungen unseres Volkes zurück- bleiben. Und trotzdem haben die Zeichnungen die elfte Milliarde nahezu erreicht. Es kann nicht anders sein: unfere Feinde toerden erkennen müssen, daß auch auf geldlichem Gebiete Deutschland nicht zu bezwingen ist.
So bleibt unseren Gegnern nur noch eine kümmerliche Hoffnung: der A u. s hu n g er u n,gls kr i -e g, der erbärmlichste und unmenschlichste ihrer Kampfmittel. Die Pariser Verhandlungen beweisen, daß die Feinde die löbliche Absicht haben, uns noch mehr als bisher zu blockieren, uns iroch gründlicher als zuvor von aller Zufuhr abzuschließen. Auch dieser teufliche Plan wird scheitern am harten Willen des deutschen Volkes. Immer mehr vervollkommnen sich unsere Methode:: der Verwaltung und Verteilung der vorhandenen Lebensrnittel. Und der nahe Frühling und Sommer wird unserer oaterlärrdischen Erde unter der sorglichen Pflegeschast der Daheimgeb lre denen reiche Schätze entlocken. Unser Volk wird durch S^lbstbescheidung und freudiges Er- ttagen mancher Entbehrung den Kampf der Brüder, die am Feinde stehen, unterstützen, und auch unser Heer wird seine Ansprüche gern ein wenig herabsetzen, um auch hierin der Heimat ein leuchtendes Beispiel frohen Opfermutes zu geben.
Der französische Finanzminister Ribot glaubte neulich aussprechen zu dürfen, daß es schon möglich sei, den Friede:: von ferne zu sehen. Auch wir sehen von ferne einen Frieden, aber es ist nicht der ^Friede des Herr:: Ribot. Um diestn mrseren deutschen Frieden zu erkämpfen, ist uns kettre Schlacht zu lang und hart, kein Opfer zu schwer.
Wort, keck: übertriebenes Interesse cm meiner Arbeit störten mich so daß diese ohne Unterbrechung durchgeführt werden konnte Dabei war die Unterhaltung stets lebhaft nnd interessant. Ich vermied wohlweislich, mul) den kriegerischen Ereignissen zu fragen und wartete geduldig ab, lvas mir der große Stratege darüb mitzutcilen für gut befinden wtirde. Ueber alles, was ich! im Haupt quartier miterleben oder hören würde, nichts an die Oesfentlichkeit zu bringen, war mir von Anfang an bedeutet worden.
Wir unterhielte uns zumeist über Kunst und Künstle nnd über die Entstehung der Kunstwerke, ime sie aus dem Groben ins Feine weitergeführt werden müssen. .... „Ganz so wie bei. der Strategie", äußerte dabei einmal der Feldmvrschall. „Lluch da heißt es vom Groben ins Feine."
Es ist bemerkenswert, wie gut zu Hause der große Feldherr m den Museen ist. Wie er die hervorragenden Kunstwerke genau icnnt, und mit welcher Klarheit und wie anziehend er über sie zu urteilen weiß.
Tie Voraussetzungen, unter denen ich an die mir gestellte höhe J^fga]- e oing, waren die möglichst günstigen in der Hauptsache. Dre Lösimg der Raumfrage machte einige Schwierigkeiten. Schließ- lrch wurde mir ein zweifenstriges, nach Norden gelegenes Zimmer das einem Offizier als Wphnung diente, zun: Arbeitsraum angewiesen. Im Nebenzimmer lag der damals ins Hauptquartier ge reiste und dort erkrankte Sven Hedin.
Feldmarschall v. Hindenburg ist 1,85 Meter groß. Die Hak tung ist militärisch aufrecht. Nur der Kops ist leicht nach vorn geneigt. Das kommt wohl von dem unwillkürlichen Bücke:: beim sprechen mit kleineren Menschen. Seine Bewegungen sind lang- '? n und bestimmt. Man muß bei seinem Anblick unwillkürlich an emen Ritter im Harnisch denken. Ans der Liesen Stimme sowie aus des Feldmarschalls oft schalkhaften, dabei aber nie verlebenden Bemerkung«: klingt Güte und Menschenfreundlichkeit wahrend seine Redeweise und Haltung den festen, bestimmten Charakter verrät. Um bcn Eindruck, den man von dem Sieger voll Tannenberg gewinnt, zu vervollständigen, kann ich nichts anderes hinzusügen, als daß man sich zu diesem Maiin wie zu einem gütigen Vater hingezogen fühlt, ohne auch nur einen Augenblick me Ehrfurcht vor ihm zu verlieren. Nach älteren Photographien zu urteilen, müsseii während der Kriegszeit Wangen und Hals magerer geworben sein. Die größere Hagerkeit läßt die Energie Des Kopfes aber nur deutlicher hervortretcn und die Linien künstlerischer wirken. Ungewöhnlich tief unter den stark hcrausgebildeten Stirnhöckern liegen die lebhaft blickenden, graublauen Augen. Was Mich besonders fesselte, war das Profil und in diesem die Nase, die. von vorn gesehen, breit und kurz wirkt, durch das ieingcbogene Aaicnbein dem Profil aber einen zarten, feinen Ausdruck gibt Weder der GesichtsanSdruck noch die Schä^elbildung habe: trotz ihrer charakteristisch festen Form etwas Brutales an sich. Wollte man ein Hlndenburg-Monument ins Grobe und Martialische schaffen, so wäre das eine Karikatur.
Messbriefe aus dem westen.
Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.!
Das siegreiche Vordringen bei Hancvurt.
Großes Hauptquartier, 8. April.
Unter glänzender Zusammenarbeit von Artillerie und Infanterie haben schlesische und bayerische Sturmtruppen den jüngsten Erfolg bei Haucourt weiter nach Süden aus- aebant.- Nach Wegnahme zweier starker Stützpunkte südlich des Dorfes Haucourt wurde die feindliche Stellung aus dem Rücken des sogenannten Termitenhügels in über zwei Kilometer Breite erstürmt. Der Termitenhügel, einer der Namen der Kriegsgeograp'hie, die jeder einzelnen hervorragenden Oertlichkeit in dem heiß umkämpften Schlacht- gelände ihre eigene Bezeichnung gibt, ist jene Höhe etwa einen Kilometer südlich von .Haucourt, die in ihrem werteren Verlaufe nrit der Ziffer 287 bezeichnet wird und sich, gewissermaßen als deren rrördlicher Zweig, an die vielgenannte Höhe 30t anschließt. Ueber den nach dem Dorfe Haucourt steil abfallenden Termitenhügel führt die Landstraße von Haucourt nach Esnes, dem nach st gelegenen noch in französischer Hand befindlichen Orte, der durch die Höhen 304 und 241 gedeckt wird. Auf die Bedeutung dieser Druckstelle im Kampsraume links der Maas ist von französischer Sette in den letzten vierzehn Tagen immer wieder aufmerksam gemacht worden. Es laßt daher bestimmte Schlüsse zu, daß die Franzosen hier ihre jüngsten, knapp auSgebiboeten, Rekruten der Iahresklasse 1916 mit als Verteidiger hingestellt Haben.
Während des Sturmes hat sich ein bisher auf dem westlichen Kriegsschauplätze wohl unerhörter Vorgang ereignet Französtsche Mannschaften hatten die Waffen gestreckt und sich den deutschen Sturmtruppen ergeben. Während diese sich mtt den Gefangenen nicht aushielten, sondern weiter vorwärts stürmten, versuchten die Franzosen ihre Waffen wieder zu ergreifen und den Deutschen in den Rücken zu fallen, ein Bruch der Soldatenehre, der für die Anstifter verhängnisvolle Folgen, hatte.
Der ganze unwiderstehliche, gewaltige Geist, der Führung und Truppen beseelt, spricht sich in einer der ersten Meldungen über das neue siegreiche Vordringen aus, bei deren Einlaufen ich zufällig zugegen war. Sie lautete etwa, in ganz großartiger Schlichtheit, folgendermaßen: „Die befohlenen Stellungen wurden zur befohlenen Zeit mit sehr geringen Verlusten genommen und sind fest in unserer Hand!" W. S ch e u e r m a n n, Kriegsberichterstatter
hindenburg.
Unter dem Gesichtswinkel des Künstlers Die für die Stadt Königsberg bestimmte Pvrträt-Büste des Feldmarschalls von Hindenburg »vor die erste, die nach dem LcSu geschaffen worden ist. Sie stammt von Professor Stovislmrs Sauer, cmeni S-voß der berühmten Künstler- samilie Eauer ' Kreuznach-Rvm-, Professor an der Kunstakademie Königsberg, uno entstaub im Mai v. I. zur Zeit der Einnahme Libaus. Es ist interessant, Stanislaus Cauer, der als Künstler die Wesensart der Adenschen auch psychologisch erfaßt, über seine bei der Arbeit geniachten Beobachtungen selbst reden zu lassen. Wir entnehmen dem „Tag" folgende Stellen:
Die BMe des Gtturalsfelemarschalls v. Hindenburg ent- ftano im Hairptauartier, des Oberbefehlshabers „Ost" zwischen dem 7. und 13. Mai 1915. Er stand mir täglich tt/? bis 'l®/ 4 Stunden mit bewunderungswerter Ausdauer. Kein ungeduldiges
. Aus ös-m HMe. '
Die neuen Verordnungen über Ksffee und Tee.
Berl: n, 8. April. (MTB. Amtlich.) Zu dem am 6. April er- layenen Verordnungen über Kaff ca und Tee wird unS vom Kriegscmsschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel. G. m. b. H.. Berlin, Bellevucsttaße 14, folgendes zur Erläuterung mrtgcteilt:
Rohkaffeemengen von 10 Kilogramm und mehr und Tee- wengen von 5 Mogramm und mehr fiitb beschlagnahmt. Ter Handel mit beiden Artikeln ist daher bis auf wackeres gesperrt.
1. Kaffee, a) Telegraphische Anmeldepflicht. Jeder Eigentümer von mehr als 600 Kilogramm Rohkaffee (als Eigentümer gilt im Sinne des Gesetzes der letzte Käufer von Rohkaffee) hat seinen Vorrat vom 8. Avril am 11. April 1916 telegraphisch an den Knegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatz'.nittel, G. m. b-..H-, Berlin, Bellcvnestraße 14, Telegramm-Adresse „KriegS- kafsee Berlin", anzuzeigcn. b) Schttftliche Amneldepflicht. Tic schriftliche Anmeldung hat durch diejenigen zu erfolgen, die Rohkaffee im Gewahrsam haben. Darunter sckid zu verstehen alle Lagerhalter oder diejenigen Eigentümer, die Rohkaffee aus eigenem Lager haben. Anmeldepflichtig sind Rohkaffoemengen von 10 Mogramm und mehr. Alle Rohkaffeemengen von 10 bis 50 Kilogramm sind per Postkarten zu melden. Me Quantitäten, die mehr als 50 Mogramm betragen, müssen durch einen geschlossenen Brief zur Anmeldung gelangen. Durch diese Bestimmung wird eine rasche Sichtung des einlausende,: Materials ermöglicht. Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, daß die endgültigen, Zahlen möglichst rasch bekannt werden, damit die etwa verfügbaren Bestände dem freien Verkehr wieder übergeben werden können. Bis zum 7. April 1916 einschließlich darf gerösteter Kaffee frei verkauft werden. Von diesem Datum ab darf Rohkaffee nur mit Zustimmung des Kttegsausschusses geröstet werden. Dem Detailhandel wi^d dringend empfohlen, nur ganz geringe Qircmtitäten jedem einzelnen Konsumenten zur Verfügung zu stellen, um eine ungleiche Verteilung der bestehenden Vorräte an geröstetem Kaffee zu verhindert:. Die Bestandsaufnahme am 3. Januar hat ergeben, daß der achte Teil der gesäurte,: deut- schen Vorräte aus geröstetem Kaffee bestand. Es ist wohl anzunehmen, daß dasselbe Verhältnis auch bei der jetzigen Beschlagnahme besteht und daß der gesamte Kafseehcritdel die Uebergangs- zeit, die zwischen der Beschlagnahme und eventueller Freigabe liegt, überwinden kann, ohne daß der Konsument das ihm liebgewordene Kaffeegettänk zu entbehren brcuuht. Es liegt in: Interesse der Allgemeinheit, daß die endgültige,: Zahle,: möglichst rasch bekannt werden, damit die etwa verfügbaren Bestände dem fteien Verkehr wieder übergebe,: werden können. Krmckenhäuser, .Heilanstalten usw., desgl. Gastwitt schäften und alle Betriebe, in denen bisher gewerbsmäßig Teegetränke verabreicht worden sind, dürfen bis aus weiteres Teegettänke aus ihren eigenen Beständen verabfolgen.
2. Tee. a) Telegraphische Anmeldepflicht. Jeder Eigentümer von mehr als 300 Kilogramm (als Eigentümer gilt im Sinne des Gesetzes der letzte Muser) hat seinen Vorrat vom 8. April am 12. April 1916 telegraphisch an den Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel, G. m. b. H., Berlin, Bellevuestt. 14, Telegra:nm-Wresse „Kriegs-Tee Berlin" anzitzeigen. b) Tie christliche Airmeldimg hat durch diejenigen zu erfolgen, die Tee im Gewahrsam haben. Damü sind perstanden alle Lagerhalter oder diejenigen Eigentümer, die Tee ans eigenem Lager haben. Anmeldepflichtig sind Mengen von 5 Kilograunn und mehr Tee. Alle Teemengen von 5—25 Kilogramm sind per Postkarte zu melden. Alle Quantitäten, die mehr als 25 Kilograurm betragen, müssen durch geschlossenen Brief zur Anmeldung gelangen. Durch diese Bestimmung ivird eine rasche Sichtung des einlaufeiwen Materials ermöglicht.
Die Kuh des kleinen Mannes.
Berlin, 9. Apttl. (Nichtamtlich.) Da mit der Fortdauer der M i l ch k n a p p h e i t im nächsten Winter gerechnet lverden muß, ist es geboten, schon jetzt dafür Sorge zu tragen, daß ie durch möglichste Verinehrung des Bestandes an M i l ch z i e g e,: geliirdett wird. Weite Kreise gerade der ärmeren 3^völkerung können in wirksamster Weise vor einer Milchnot durch die Haltung der verhältnismäßig wenig Futter beanspruchende,: „.Kuh des lleinen Mannes" bewahtt werden. Deshalb müssen die Ziegenzüchter die Mutterlämmer möglichst alle aufziehen. Um dies zu ermöglichen pder doch zn erleichtern, hat der preußische Landwirtschaftsminister eine Reihe von Maßnahmen vorgesehn:, die durch die Landwirtschaftskammern in Zusammcnarbeck mit den Ziegen- züchtcrvereinen zur Ausführung get<n:gen werden. Hierher gehören insbesondere die Gewährmcg von Auszuchtprämien für zweite unb dritte Lämmer, die Vermittelung von Angebot uiü) Nachfrage bei Ziegenlämmern, die ?kbhaltung von Ziegmnuärktei: in den Kreisstädten, die Urtterbringung von Ziegen cuvf Weiden (Ge- nosseiffchafts- und Kreis weiden). Tie L a n d w ir t fcha f t ttamurern, denn: hierfür Mittel zur Verfüguug stehn:, !verden sich in Kürze mit entsprechc-nden Mitteilungen an die Züge,:züchter wende,:. Da :m übrigen mtt hohe:: Preisen und guter Verkäuflichkeit dep Muiterlänlmer gerechnet lverden kann, liegt es auch im eigensten
Nutzen der Ziege,:halter und UnrtMrfflüh ttchttger. das Ben- langen nach Ziegcninilch zeittneilig z-urückznstellen imi> möglichst viel Mutterlämmer durchzuhalten.
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Berlin, 10. April. Wie der „Deutsche Kurier" hört, sind Bestrebungen im Gange, die auf eine wesentliche Verschärfung der für daS Deutsche Reich in Aussicht genommenen Kriegsgewinn st euer Hinzielen.
Deutfch-Uamerrmer Leben im MMieg.
Eine ercrreisende Schilöermrg von dem Lebe,: in Deutsch- Kamerun während des Krieges bitten die ?lufzeichiumgen von Frau Tr. Elbert, der Gattin des verdienstvoll«: Leiters der 01- e o l o g i s ch e n K a m e r u n - E x pc di t i o n, die, na. ? ;; sie alle durch den Krieg ins Ungeheure gesteigetten Fährli i-Leitorr mit ihrem Manne geteilt, diesen in Granada verlor und nun ihre Erlebnisse in einem Arffsatz der Umschau schildert. Die. küh::e Reisende, die ihren von der furchtbaren Schlafkran kh'it bafalkemiem Gatten gesund gepflegt hatte, mußte ihn mm im Angesicht der Heimat ffterben sehn: und konnte nur von den wissenschasttichcu Ergebnissen der beveutsamen Expeditio:: retten, was nicht durch den Krieg vernichttt war. Das Ehepaar hatte Kamerun von West nach! Ost, von Süd nach Nord durchguert; da platzte wie eh.Qi Bombe die Nachricht vom Ausbruch des Krieges in ihr ftiedliches Forscher - leben. In qualvollen Eilmärschen eilten sie nach Garua, um dort die Sammlungen abzuholen und in Sicherheit zu bringen. Hier wurden sie mit dem Ruf begrüßt: „Die E,:gläuder werden heute nacht wohl kommen." Zugleich aber hörten sie von den ersten großen deittscheu Siege::. Kurz vor EnUrruch der Nacht meldete eine Patrouille den Anmarsch der EnglÄckec auf deutschem Gebiet, die nur :wch 40 Kilometer von Garua entfernt waren. Ta Frau Elbert die einzige weiße» Frau weit:md breit war, drängte der deutsche Kommarckxutt darcnff, sie in Sicherheit zu bringen, und so ging denn der beschwerliche Marsch mit den wichtigste:: Sammlungen durch Tropenglut und Tropenreg«: nach Ngarmdere, ,vo sie die Nachricht von dem großen deutschen Sieg in Garua erhielten, den 200 deutsche Helden über 800 Engländer erfochten. Von da ging es weiter nach Tibati, mrd nach 14 Tagen langten die Reisenden todnrü'de aus der Station Joko an. „Tie Nachrrcktt vom Kriege der Weißen gegen Weiße" erzählt Frau Tr. Elbert, „hatte sich mittlerweile wie eck: Lauffeuer unter den Eingeborenen verbreitet. Tausenden von staunenden, :m- glänbigen Fragern hatten wir täglich standznhalten :md immer »weder vemahmen wir den Satz: „Ihr Weiß«: habt ims doch verboten, Krieg zu führen, und jetzt kämpft ihr selbst gegeneinander?" Andere wieder meldeten sich in Scharen zum ^Kampfe, oft mit fuukelitden Augen ihrer Freude Ausdruck gebe:tt>, u,r-) gesttaft mit Weißen gege,: Weiße kämpfen zu dürfen." In Joko herrschte reges Treiben. Hier tvurde,: Rekruten gedrillt; Muni- ttons- und Proviantkolonne,: zogen vorbei; das Proviai:tamt und Sanitätsdepot wurdm dorthin verlegt. Vom Kriege in Europa gingen viele Gerüchte:mr; es sollte sogar Paris gefallen fein. Doch erwies sich später, daß die Engländer selbst diese Lügeubotschaft gefunkt hatten, um herauszubekommen, ob noch eine Telefnnken- station in deutschen Händen sei. Ihre List gelang, denn bald war die Nachricht durch ganz Deutsch-Kamerun nach Spanisch-Guinea verbreitet, und von dort meldeten die »englischen Firnrcn schnell das Resultat ihrer Militärbehörde. Großer J-ubeli herrschte in Io ko, als die ^ersten Gefangenen eintrafen, und besonders die Anktw.ft der weißen englischer: Gefangmen machte aus die Eingeborenen einen ungeheuren Eindmck. Anfarrg Januar 1915 begaben sich die beiden Reisenden ans den Marsch ins spanische Muni-Gebitt, um hie wichtigste:: Resultate der Expeditton, dve Gesteinsammlungen, Photoplatten, Tagebücher usw. in Sicherheit zu bringen. Unterwegs war«: sie in Jaunde Gäste des Gouverneurs Eb er m aier, bei dem sie Kaisers Geburtstag verlebttn. Ter Festtag verlief genau wie in Friedenszeiten, begann morgens mit einem allgemeiner: Kirchgang, an den sich eine Schulfeier mit Vortrag deutscher .Kaisergedichte drwch sck)warze Sckmlllnder schloß, und gipfelte in der Rede des Gouverneurs an die Soldat«: und die von weither erschienenen Häuptlinge mit ihrem Volk. Nachmittags war große Volksbelustigung. In Jcnr-nde, und Ebvlvloa ,var^n sogar Kameruner Munitionsfabriken eingerichtet. Hier rmirden unter Leitung eineA Mimikers::nterBernsrung alter Hülsen täglich neue Patronen her gestellt, wozu man die Zrrnd- vlättch«: der zu Tausenden in deutsch«: Läden lagernden Mrder- pistvlen verwendete. In Cbolowa gab es sogar eine G-ewehefabrik. und zwar versah nmn dort die Läuse unbrauchbarer Gewehre, die früher als Feustergitter in den Stativnsbau eingemauett »vvrden waren, mit neuen Kolben und machte sie so wieder brauchbar.
veemrschte».
Ein französischer Speise-Philosoph im 17. Jahrhundert. Die große Bedeutung, die die Ernahrui^s- rage durch die Kriegszeit gewonnen hat, spiegelt sich auch in manch eltsantem Versuch der französischen Blätter wieder, die Eß-Philo- ophie irgend eines verstaubten Schriftstellers der Vergangenheit wieder der Vergessenheit zu entreißen. So zitiert man jetzt gerr: einige Proben aus den Schritten von Charles de Samt Evre- mond, der in seiner Tendenz zur .Einfachheit" besser in unsere Zeit zu gehören scheint, als andere begeisterte Verkünder des eplkuräi- chen Lebensgenusses, an denen die französische Literatur keinen Vftmqel leidet: .Man muß gut essen," sagt er, .aber das „gut essen" soll nicht darin bestehen, daß man sich mit Saucen und Pasteten ann:ästet, sondern vieln,ehr in: Verzehren von einfachen, unverfälschten (Berichten.^ Wenn man nun aber freilich hört, was Saint Evrenwnd unter „einfachen, unverfälschten Speisen" versteht, o verliert diese Lebensphilcäophie bald ihr asketisches Gewand, das sie auf unsere Kriegszeit anwendbar erscheinen ließ. „Einen natürlichen Braten," so fährt Saint Evremond fort, „der weder 51t
das sind die richtigen Fleischsorten, die man als Genüsse auf seinen Tisch bri,:gen sollte . . ." Alle Arten von Ragout sind in den Augen dieses Philosophen des. „einfachen" Lebensgenusses Gilt, da äe dazu geeignet sind, sich den Geschmack zu verderben, ein verdorbener Geschmack aber untergrabe die Gesundheit . . . Es ist wohl kaun: ai^zunehinen, daß die heute notwendige Strecfuitg mancher Lebensmittel den Beifall des französischen Philo- ophen gefuliden haben würde, der überhaupt ein Feind aller anormalen Verhältnisse mar und nichts heißer ersehnte, als einen uhigen Tod nach einem noch ruhigeren Leben.
rVucksaehen aller Art
k liefert ln Jeder gewünschten Ausstattung preiswert die
Biühl’sche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7
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Wenn Sie alle rechtzeitig Fay’s ächte Sattenes*- Mineral - Pastillen gebrauchen,würden Sieschneli erhebliche Linderung und Besserung verspüren. — Nachahmungen weise man zurück.
ZeÜö«uiaß8e


