Ur. 85 Zweites Malt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
D,e „Giehener Zanrilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureisvlatt für den Ureis Giehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen SeU- frö^ctr 14 erscheinen monatlich zweimal.
t(>b. Jahrgang
nzeiger für Gderhesjen
Montag. tb. April ;yhb
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steirrdruckerei,
R. Lange, Gießen.
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Die neue 5ommerzeit.
Bedra<Wl.ngeit zur Bundesratsverordnung vom 5. April.
Ler ^.undesrnt, welcher seit dem Beginn das jetzigen . .^cringens unablässig zum Wöhle der deutschen ^ollswirtgchaft seine gesetzgeberischen Maßnahmen trifft, hat am o. April 1916 wiederum eine Verordnung erlassen, die ;eden Haushalt, jedes H>andwerk, jedes kaufmännische oder industrielle Unternehmen und alle Behörden, Schulen usw. angeht: am 1. Mai d. I. werden alle Uhren um eine Stunde vorgestellt und am 30. September b. I. werden jte ltneoer um eine Stunde zurück gestellt. Danach wird also das gesamte tägliche Leben während der Sommerzeit um eine Stunde früher, als jetzt beginnen.
Mit der Einführung dieser neuen Sommerzeit haben wu die mitteleuropäische Zeit verlassen. Diese neue Zeitrechnung wurde schon seit vielen Jahren begehrt. Zuerst war es ein Engländer namens Willett, der in England
c-üü ^OZung dahingehend zustande brachte, daß die -^^^lchtzelt ,,täglich eine Stunde mehr Sonnenlicht während der Sommerzeit" genießen kann. Er stellt fest — was war übrigens ja auch bereits wußten —, da/ß infolge einer falschen Zeiteinteilung die meisten Menschen im Sommer morgens iioch im Bette liegen, während es schon mehrere Stunden taghell ist luib die Sonne scheint. Wenn -es gelange, allgemein von dieser Zeit iiur eine Stunde zu gewinnen, d. h. für die Arbeit nutzbar zu machen und die ^beit früher zu beenden, so würden dadurch nicht allein erhebliche Ersparnisse an künstlichem Lichte gewonnen werden, sondern auch die anr Schlüsse der Erholung gewonnene Stunde unser Leben reicher machen. Was Willett erstrebte, kam damals nicht sofort ins Werk, denn was half es, wenn dieser oder jener Einzelne feine uhr auf eine Stunde in der angegebenen Zeit vorruckte, die Schulen und Anstalten hatten doch ihre festgesetzten Dienststuilden, nur durch viele Hunderte von Verfügungen und gesetzlichen Aenderungen konnte das erstrebte Ziel erreicht werden. In England ist es aber nur bis zu einem Gesetzentivurf gekommen.
™ Doch auch in Deutschland hatte der Gedanke, der Menschyert für die Arbeit und Erholung mehr Sonnenlicht zuzuführen, ständig neue Anhänger gewonnen. Zuerst war es die Handelskammer Sorau,' die die Angelegenheit an den Deutschen Handelskammertag (welcher bekanntlich alle deutschen Handelskammern vereinigt) brachte. Der Deutsche Handelskammertag hat zu ihr eine sehr sympathische Erklärung abgegeben; zu Vorstellungen oder Petitionen an die Reichsregierung kam es aber nicht, damals laigen der Rerchsgesetzgebungsinaschine zu viele andere dringlick)e gesetzgeberische Reformationeii vor. Jetzt hat nun der Bundesrat durch seine neue Verordnung alle die Schwierigkeiten, welche damals im Interesse des „internationalen Verkehrs" geltend gemacht wurden, beseitigt; am 1. Mai werden eben, wie befohlen, alle unsere Uhren um eine Stunde vorgerückt, alles geht seinen Gang im Deutschen Reiche ruhig weiter, ohne jede Störung. Während die Tatsache an sich lächerlich einfach ist, ist ihre Wirkung ungeheuer!
Uebrigens wird in Deutschland jetzt die Differenz rwi- schen der russischeil und französischen Zeit, welche etwa eine
Stunde beträgt, durch die Normaluhrenzeit beseitigt. Des halb wird auch jetzt bei uns die neu eingeführte Sommer zeit keine internationalen Sch w i e r i g k e i t e n mehr bereiten; waren wir doch ohnehin früher auf Reisen genötigt, unsere Uhr nach Zurücklegen größerer Entfernungen umzustellen. Die Einführung der neuen Sommerzeit in den uns benachbarten Ländern ist fermer nur eine Frage der Zeit. Den prägnantesten'Beweis für die Anpassung des Verkehrs an gegebene Uhvenzeiten bildete der internationale Börsenverkehr in Friedenszeiten.
Vorläufig haben wir mit der Einführung der neuen Sommerzeit nur in Deutschland zu rechnen und wahrscheinlich wird auch das Kaisertuin Oesterreich in dieser Hin- sicht bald Nachfolgen. Es wird sich aus der Neuerung eine große Ersparnis an künstlicher Beleuchtung und dadurch wiederum au deu Kohlenvorräten, und eine Verminderung der industriellen Rauchplage ergeben; daraus Aird wieder eme Verbesserung des Klimas und der Gesundheit erwachsen. Die Gesundheit (und damit auch die Wehrkraft) der Bevölkerung wird besonders gefördert durch längeren Genuß des Sonnenlichtes sowohl am Morgen als auch nach dem um eine Stunde früheren Arbeitsschluß am Abend.
Dr. R.
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Wien, 7. April. (WTB.) Den Blättern zufolge ist auch seitens der österreichisch-ungarischen Regierung die Einführung der Sommerzeit ab I.Mai beab- srchtigt.
Der Deutsche Kühling.
Die März schlachten 1916.
(Schluß.)
II.
Die Kämpfe an der Maas stehen im Mittelpunkte der gesamten kriegerischen Operationeii seit dem historischen 21. Februar. Alle anderen Kämpfe bilden ihnen gegenüber Lecks Begleit-, teils Folgeerscheinungen.
An der gesamten Westfront machte sich vor und mit dem Einsetzen unserer Offensive an der Maas eine gesteigerte Gefechtstatigkeit geltend. Besonders ist der Sturm der Sachsen auf die Ville-aux-Bois-Stellung nordwestlich Reims zu verzeichnen, welcher wichtige Artilleriebeobachtungs- punkte und in einer Breite von 1400 Metern auf 6 bis 800 Meter Tiefe auch die feindlichen Infanteriestellungen in unsere Hand brachte. In der Champagne versuchten die Franzosen, die am 27. Februar ihnen entrissene Navarin-- ^tellung wieder in ihre Hand zu bringen; aber ihren hartnäckigen Bemühungen blieb der Erfolg versagt. Ebensowenig gelang es freilich uns, die am 11. Februar von der- Franzosen genoinmenen Gräben östlich der Champagne zurückzuerobern. ^
an Manchen Stellen der übrigeii Westfront tobten Artillerie- und Grabenkämpfe von wechselnder Stärke und Dauer.
Tier-Hypnose.
Als bedeutsaniste Folgeerscheinung der Kämpfe an der Maas verdient aber hervorgehoben zrt werden, daß von Armentiöres bis Arras und im letzten Drittel des März auch weiter südlich bis zur Somme die französischen Truppen durch. Engländer abgetöst worden sind. Eine besondere Regsamkeit haben diese Ersatztruppen indessen nicht entfaltet. Die Engländer haben auch nicht den leisesten Versuch gemacht, auch ihrerseits angriffs- weise ihre hartringenden französischen Verbündeten zu entlasten.
III.
Um so eifriger haben sich dafür die beiden anderen Bundesgenossen der Franzosen, die Italiener und Russe n, bemüht, die Maaskämpfer durch energische Gegenstöße zu unterstützen. Ohne jeden Erfolg.
Vor der deutschen Ostfront waren schon seit idem 10. März Truppenverschieöungen erkannt worden, welche das Bevorstehen großer Angriffe an mehreren Punkten ankündigten. Vom 13. März ab legte sich starkes Artilleriefeuer auf einen großen Abschnitt unserer Verteidigungslinien und steigerte sich stellenweise bis zum Trommelfeuer. Es ließ sich erkennen, daß der Feind durch seine Drahthindernisse nächtlicherweile Gassen geschnitten hatte und daß während des Artilleriefeuers bereitgestellte Reserven in die Front einrückten. Am 18. begannen die Angriffe.
Sieben größere Einbruchsstellen hatte der Feind sich zum Ziele seiner Vorstöße gesetzt. In dem Abschnitt südlich Dünaburg begann die feindliche Offensivtütigkeit. Die Gegend zwischen Narocz- und Wiszniew-See, dann weiter nördlich die Gegend von Postawy und eirdlich ein Streifen nördlich Widsy wurden von den Russen vom 18. bis 22. täglich mit großer Erbitterung angegriffen. Aber nur an einer Stelle, beim Vorwerk Stachoweze südlich des Narocz- Sees, kam es zu einer unbedeuteüden Rückverlegung ; tro* serer Front in eine neue Stellung, die dann ohne Wanken gehalten wurde. An allen anderen Punkten scheiterte ein russischer Ansturm nach dem anderen unter furchtbaren Verlusten für den Angreifer.
Aber auch nahe Dünaburg selbst stieß der Feind vor und an drei werteren Stellen in dem Abschnitt zwischen Dünaburg und Riga bei Jakobstadt und weiter dünaabwärts bei Friedrichstadt—Lennewaden, endlich in der Gegend Kekkau und Olai. Auch hier mit gleichem blutigen Mißlingen.
Nach dem völligen Scheitern der Angriffe des 18. bis 22. März führte der Feind frische Truppen heran und begann am 24. und 25. nach neuer uiid langer Artillerievorbereitung eine weitere Reihe von Anstürmen auf allen früher berannten Punkten. Sie alle brachen an den folgenden drei Tagen vom 24. bis zum 26. blutig zusammen. Und ur der Nacht vom 26. zum 27. konnten wir sogar ou zwei Stellen, südlich des Narocz-Sees und südlich Widsy, mm Gegenangriff ubergehen und den Feind aus einigen für uns unbequemen Punkten seiner ursprünglichen Front entfernen. Seitdem i)t die russische Offensive „eingestellt" — eine Maßregel, die mit der Rücksicht auf das eingetretene Tauwetter recht kümmerlich begründet wird. In Wahrheit ist die große Entlaftnngshandlung des östlichen Verbündeten völlig ergebnislos und unter beispiellosen Verlusten zu- sammengebrochen.
Im Gegensatz zu den früher weitverbreiteten.Ansichten über den Hypnotismus, die in dieser Wissenschaft etwas Ueb-rsinn- liches erblickten, wurden in neuerer Zeit die hypnotischen Erscheinungen als ern rern physiologischer Prozeß erkannt Versuche, auch Tiere ziu hypnotisieren, lassen sich, wie Dr M. H Baege im nächsten Heft der bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Ueber Land und Meer" ausführlich darlegt, durch Jahrhunderte zurückversolgcn. Im 17. Jahrhundert hypnotisierte Daniel Schwcnter, Universitätsprofefsor m Altdorf, eine Henne, indem er sie mit dem Schnabel aus den Tisch hielt und von beiden Seiten des Schnabels einen geraden teibeltrid), zog. Zwei Jahrhunderte später wurden ähnlich Ver- ,suche auch mit Gänsen, Truthühnern, Tauben, Enteii und verschiedenen Singvogelarten von dem deutschen Physiologen Czer- m a k unternommen, wobei festgestellt wurde, daß die Tiere auch ohne Kreidestriche in diesen Zustand gebracht iverden konnten Auch Versuche mit kleinen Säugetieren gelangen. Ergreift man z. B. ein Meerschweinchen oder Kaninchen mit beiden Händen und legt dann das betreffende Tier aus den Rücken, so hören nach wenigen Augenblicken des Festhaltens die Flucht- und Umdrehversuche auf. Die Be me wie das ganze Tier bleiben nach dem Loslassen unbeweglich liegen. Auch Eidechsen, Schlangen, Frösche, ja selbst wirbellose Tiere, wie Krebse, können in hypnvtr- Zustand versetzt werden. Während bei den Wirbeltieren 'die betreffenden Erscheinungen nur künstlich her vor gerufen werden können, zeige,: sie sich bei den wirbellosen teilweise geradezu als Schutzanpaßung, also in engstem Zusammenhänge mit dem biologischen Verhalten dieser Tiere. Beliebt war auch das „Magnetisieren" von Krebsen. Durch! „nragnetische Striche", die sie vom Schwanz zum Kops hin ausübten, versetzten frühere Magnetiseure angeblich die Krebse in hypnotische Starre. Ezermak hat nun gezeigt, daß es dieses „Magnetisierens" gar nicht bedarf, sondern daß man den gleichen Effekt erzielt, wem, man die Tiere bis zum Aufhören ihrer Fluchtversuche kurze Zeit in Rückeiilage fest- hält. Ter Hypnose nahe verwandt sind auch die merkwürdigen Erscheinungen, die die S t ab h e n s chr eck e n darbieten. Sic sind Nachttiere, d. h., sie bewegen sich, um ihre Nahrung zu suchen, nur des Nachts. Bei Tage hingegen nehmen sie eine eigenartige Schutzstellung ein, ber der der Körper völlig regungslos niid vollkommen gerade an einem Blatte oder Zweige frei hängt. 9lnf diese Weise süid sie kaum von der Umgebung zu unterscheiden. Wie die Forschungen von Schl-eip evrviesen haben, ist es der Beleuchtungs- wechsel, der die Schutzstelln-ng hervorruft; denn nach vorans- ^gangener Dunkelheit genügt bereits eine sehr schüvachc plötzliche -Belichtung, um den Uebergang in die Schlitzstellung tzervorzurufen. Wahrend Darwin solche Erscheinungen als Wirkungen voii Schrecklähmung ausfaßte, neigen Ezermak und andere Forscher der Meinung zu, daß cs sich um nnt der inerischlichen Hypnose identische Zustände handle. Es stellte sich heraus, daß in physiologischer Beziehung zwischen der menschlichen Hypnose und den bei Tieren beobachteten oder bei ihnen dirrch das Experiment hervorgerufeiien Vorgängen eine weitgehende Uebereinstiinmung stattftndet. Ta gegen fehlt bei den Tieren die psyck-vlo gische Seite der Hypnose wenigstens smd noch keine derartigen Versuche angestellt worden' Die Eiitstehnngsart des hypnotischen Zustandes ist also bei Mensch und Tier verscknedeu, die Symptome sind aber gleich. Tie Gleichheit der Symptome ist es aber, die über die Frage der Zn- sammer^^ri^eit zweier Zustände de,: Ausschlag gibt. Experi uiente über die physiologischen Vorgänge im Zen t r a lne r den sy st c m
AEellmi.g einer Theorie der tierischen Hypnose geführt. Durch dre versckstedenen lmechanischen Reize, durch die Tiere m Hypnose versetzt werden können, werdeir bestimmte Hemmungen im Gehirn, und zwar in den Gebieten der Bewegungskoordination und Lagerreflexe geschaffen, die die Haupt- er,chnnung der tierischen Hypnose, die Biwegnngslosigkeit und das Ausbleiben der Lageveränderung Hervorrufen.
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~ “ ®. in englisches Bild der englischen Dame.
. l S immer dringlicherem Bedürfnis in Großbritannien ge- suhrte Feldzug, gegen überflüssige Ausgaben jeder Art hat allmählich dahin geführt, daß die gesamte englische Presse im Durch- schnittstyp der Dame der Londoner Gesellschaft die größte Ge- sayr sur das Sparsanikeckssystem uiid damit auch ein starkes Hemmnis in der Nutzbarmachung aller Kräfte des Laiides zur wirkimuen Ktiegführung erblickt. Unter einer Reihe mehr oder Minder ausführlicher uiid ernstchafter Artikel, die sich mit dieser Frage beschäftigen, fallen besonders die Ausführungen des durch ihre Schärfe auf. „Jetzt," schreibt tas Blatt, „da die Frage der nationaleu Pflicht ansgerollt ist und allem Luxus die rZ-etzde erklärt wurde, ist dringend zu ver- Mgen, .daß! auch die vermögeiideu T-amen der englischen Gesell- o £ y , e kleradezu gefährlichen Fehler ablegcn und aus eine Lebenshaltung verzichten, die ihnen selbst und uns allen in sehr ernster Weise zum Na,cht«il gereichte. Nichts kann diesen bis zum äußersten leichtsinnigen Fraum gesünder sein, als ein Zwang, fte zum einfachereii und vernünftigen Leben der Großmiitter zuruckfuhrt. Leider ist bei uns in Englaiid- dieses Ideal schon lange völlig verloreir gegangen. Wenigstens weiß inaii in den einigermaßen bemittelten Kreism nülfts von Hauswirtschaft und im herkönimlichen Sinne. Tie moderne Unabhängigkeit unserer Frauen lmt ihr Geinüt verdorben Sie tunken srchl über alle Wirtschaftsfragen hoch erhaben, und die mersteii besitzen nickst eiinnal mehr die Fähigkeit, die Ausgäbeii ihres Haushaltes zu kontrollieren und ihre Dicnersckmft zu beaussichtigen Unsere Frauen haben durch diese moderne Richtung sehr viel verloren und nichts gewonnen. Durch Uire Verstäimnislosig- lett und Unbekümmertheit wurden sie von deir Dienstboten abhängiger als diese von ihnen. Sie denken nur noch an Untätigkeit und leiden au der ncodernen Krankheft des verbrecherischen Luxus. In neun voii zehn Fällen begnügt sich die Frau der Londoner Gesellschaft damit, sich voii Morgens bis abends be< dienen zu lassen und ihr Geld für nichtige Lächerlichkeiten auszn- ' S Müe nicht, daß dies ein zu schwarzes, übertriebeiies ri rocrj tft oie zweite Natur dieser Frauen geworden, iiichts Sir iT' lc v anziisehen als das, loas der gesellschaftliche Verkehr, die Mode und das Vergnügeii vorschreiben. Daruni ist cs kein Wunder, daß die Frauen auch in der gegenwärtigen Läge bei uns in den bemittelten Gesellschaftskreisen weit mehr Schaden aiirichten. als üo ^Oltzen stiften können. Es ist die dringeiidste Pflicht der Oesfent- lichkeit, hier eine einschneidende Uniwandlung zu verlangen, und iv ,r erfordert, daß die'en höchst beschäurenden Zu
standen ein für allemal ein unbarmherziges Ende gemacht rverde."
- Tau b st u m in e n s ür so r g e. Auf die Notwendigkeit einer weitergreifenden Fürsorge für die Taubstummen macht Lan desrat Schmeddmg im neuesten Heft der Zeitschrift „Theologie 'Md Glaube" nachdrücklich aufmerksam. Er gibt dabei einen ge- sckn.chtsichen Uebcrblick über die Entwicklung des Unterrichts der Taubstummen. Im. Altertum und Mittelalter deckte finstere Gerstesuacht die meisten der so schwer geprüften Aiitineuscheu;
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mir an einzelnen Personen wurde bis 1760 ein Unterricht versucht. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts traten gleich- zeitig ztver Männer auf, dre eine neue Zeit für die Unglücklicften k™. 171 ‘- m Versailles geborene Abbs Charles Michel de l Evse, der um 1760 in Paris eine Er-, zreyunE- und Unterrichtsan st all für Taubstumme begründete, i.nd ^ ^^nsels m Achsen geborene Samuel Hernicke, Ä UUi> £a: . ltor / 11 Eppendorf bei Hamburg ein Jnsti-
i 7 «Q Ub, \ U ?r tn r ernrichcete und nnt großem Erfolge leitete, ^ 88 f a f Anftorjxrung des, Kursürften Friedrich August nach belegte, ^ entstanden die französische und deutsche Scksule, schftÄ Z^en völlig voneinander unter-.
mw£ . Zbne will den Zögling zum Ausdruck seiner Gedanken 'W? .Empsrnoungeil ourch dre künArche Gebärde und durch die die Schreib- und Druckschrift lesen und verstehen lehren. Trese hingegen verrvirft die Fingersprache, bedient ^ ^Elmehr der -autsprache in Verbindung mit der Schriftsprache onizigen Lehrform, dre den Taubstummen zu einem klaren Lenken zu fuhren vermag. Hernicke wollte seine Schüler erwerb-^- i ul ' 9eT r hcfj ' e Gesellschaft einführen und ließ sie darum di^ Lautsprache erlernen. Anfangs schien die sranzöst' ? '->
tung, dre rn Deutschland ebenso ^lnlstinger gefunden halft''vst.' die f Frankreich, das Uebergewicht erlangen L Lu Aber !^^tzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gewann die d e n t 1 ^ ethode nnmer mehr Boden, so daß sie ans dem 1880 ersten internattonalen Taubstummeiftehrerkongreß fts allgemein anerkannt und zur Einführung e »'•-'> ToUen wurde. Sre rst refet tn allen Anstalten der ganzen Wett von wenigen Ausnahnren abgesehen, im Gebrauch. In neuenr steit J? Hlll rn Weißenfels noch vervollkommnet worden
In Preußen entstmrd dre erste Schule 1788 in Berlin b'a'-ü'idtt duvck, vem.ckes Schviegersohn Eschke. Sie wnrde vom Stm
konnte sich mir mit Mühe, und Am lmlten.. 1,98 wurde sie vom Staat übernommen Erst 1817 r r = fteb tn Camberg die zweite Anstalt, der nun bnld weitere in Kobers und Breslau Watai. 1824 gab eS in Preus n d d 1800 taubstumme, von denen aber nur 170 Unterrrckft Vrhir'\ . sr IC . m r i ^ Crt beulen veidankten privater Berein^tättgkeit W‘ Begründung und Unterhaltung. Erst 1873 und 1875 i
rechtlichen Verhälttiisse dieser Anstalten gereottt st - dem das gesamte Taubstnmmeiuvesen den Provinzen übett.'> -
»fc Sto'ÄtSi“"®' »»» 101S m,;,.!
rr c. ^ neues Bildwerk von Hugo Lederer r
enbur g. Professor Hugo Lederer, der 3 l! u ; ,y H amburger Bismarcks und des neuen Metknrsbrunue,i in
Uö ^ eftrer Mitteilung der „KUnft''rönik" nenes Brldrvert rn großem Modstl vollendet, da -5 fär die 3 ^ Charlottenbnrg, besttmmt ist. Es soll neben einer scheu rin; vott' r
finsL nn ^ nCI !'? 191ir i" den städtischen Anlagen Aufü.-!!,.M7
finden, dre such am Ufer des Lietzensees aus der 3.u - ; T - 1
dämm en lang ziehen. Die neue Figur ist ein m'm - -'s ner Bogenschütze. Das Motiv schuf der Kümtler in E'iiw u '
Anregung, die das russisch? Ballett mit seinen lamV,r-st'-en- ^.' 11(3011 bot. Es rst em nackter Kämpfer, der im Lau en >u ( m tit ^ rolnuia zurückgewandt mit dem Bogen schießt. 3au t-ba. - a* or HB' lttvße Figur einer Läuferin. Die beiden Bildwerke frud rin- Ausführung rn Bronze bestimmt, und iverchrm daher Voraussick tti. 1 , erst nach! dem Kriege aufgestellt lverdan könucn 1


