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SIm 11 ^Btt: 1339 emftrntnikj von brc ^adtverordnetrn^Ver- ianmämiQ ginn Strrgermnjler crnöäjLt, hat 5>err Gnauth bis zu seiner E-rn*muurv; zunr Finarrzmmifter am 8. August 1900 unser KeweirnoeKu geartet.
Meine Herrar! Hier im Sitzungssaal« der ^tadtverordneten- flSerÄ«pkMg, wo der Entschlafene nrit vielen, ja den meisten von Auen, über die Geschicke der Stadt beraten und beschlossen hat, wäre es ein überflüssiges Beginnen, die Verdienste eines Oberbürgermeisters Gnauty im einzelnen zu schildern. Sie wissen, was Meißen ihm verdankt: wo immer wir Hinblicken auf die mannigfachen Zweige der städtischen Venvaltung: überall sind die Spuren seines scharfen Verstandes, unermüdlichen Flei- ^ es, seiner großartigen Ge staltungskraft und seines weitschauenden Blickes vernehmbar.
Gnauch ist es gewesen, der die Grundlage zu dem neuzeitlichen Gießen geschaffen hat. Das Verkehrswesen, dieGesund- heitsy-f l eg e , das B a u w e se n , die Bet r i eb e , das S ch ulwesen, das Ar men wesen, das städtische Beamtentum haben durch ihn eine bedeutsame und feste Organisation erfahren, die eine glückliche Weiterentwickelung gewährleistete.
Ms im Jahre 1900 Gnauth infolge seiner Ernennung zum hessischen Finanzminister aus seinem hiesigen, ihm lieb gewordenen Amte und damit aus der Stadt Gießeir schied, war es nur natürlich, daß die StadtvertreLung dem hochverdienten Manne in dankbarer Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste um die Stadt Gießen die Würde eines Ehrenbürgers verliehen hat.
Wir wissen, wie er diezse Ehrung durch treue Anhänglichkeit an unsere Stakst bis zu seinenr Tode vergolten, hat. lieber sein Grab hinaus wird in Gießen, namentlich in der Stadtverordneten- Versammlung, das Gedächtnis an diesen seltenen Manu lebendig
^Znm Zeichen der Trauer um den verstorbenen Ehrenbürger und früheren Oberbürgermeister haben Sie sich von Ihren Lützen erhoben. Ich stelle das fest und danke Ihnen." _
Weiterhin teilt der Oberbürgermeister mit, daß die Witwe dis Verstorbenen in meinem langen Dankschreiben ihren Dank für ine Beileidsbezeugung der Stadt ausgesprochen hat.
Des weiteren gibt der Oberbürgermeister davon Kenntnis, daß! der Rentner Karl Berg im Aufträge seines Schwagers Burkhard der Stadt die Summe von 1000 Mk. in Kriegsanleihe zur Verfügung gestellt hat, ans deren Zinsen unter- ftützungsbedürftige Kriegsteilnehmer unterstützt werden sollen. Burkhard, der vor -etwa 60 Jahren nack, Amerika ansgewandert ist. aber in der Zwischenzeit achtmal die Ueberfahrt gemacht hat, um seine Vaterstadt zu besuchen, hat diese Summe zur Verfügung gestellt, um zu beweisen, daß er nach Mjähriger Abwesenheit immer nach seiner Vaterstadt gedenkt. Die Stiftung wurde mit einem lebhaften Bravo tarn seiten der Stadtverordneten angenommen und es wurde beschlossen, an den Stifter -ein Dankschreiben zu richten.
Zur Errichtung eines Logierhauses — Erweiterungsbaues auf dem Grundstück Flur X Nr. 128 — durch die Gewerkschaft Giehener Brannsteinwerke bedurfte es einer Genehmigung, da die Bausdelle außerhalb des festgesetzten Ortsbau- Ülanes liegt. Die Genehmigung wurde erteilt, ebenso für die ErriLtung'eines Aufen 1hallsraumes am Wißmarer Weg durch die Firma A. u. W. Denninghoff. _ c
Zum Umbau im Gaswerk war eine neue Kredttbewillr- guug erforderlich. Die Gesamtumbaukosten betragen 38 000 Mk., von denen 19 250 Mk. noch neu zu bewilligen sind. Die Kredit- bewilligung ist von der Betriebs-eputation beantragt. In der LtzDrpLsircke lmndelt es sich um den Neickau eines Ofens in Höhe van 17 500 Mk. .
Stadtv. Krumm hält die Erweiterung des Gaswerkes Nicht ffür erforderlich. Ein Ofen habe, wie er höre, den ganzen Winter über 'unbenützt in Reserve dagestandeir. Wenn dies der Fall sei, so hatte <cr dm Neubau eines Ofens für überftüssig. Im Interesse der Mlgemeittheit müßten die einzelnen Ressorts mit ihren Forderungen zurücksteheu.
Oberbürgerm. Keller sagt, ihm sei nichts davon beftmnt, die Erweiterung sei aber vom Direktor des Gaswerkes als dringlich 'HLugesteilt worden, da die Gaserzeugung sich erhöht habe.
Es eutsMint sich eine flüchtige Aussprache zwischen den Stadtverordneten Schaffstaedt, Krumm und Heichelheim, in der cs sich darum handelt, ob ein Ofen in Reserve stehen muß oder nicht, und ob der Vertrag mit der Eisenbahn Verwaltung eine weitere E^rSabsahWe stcherftÄt. Zur sachgemäßen Aufklärung wird der Direktor des Gaswerkes selbst herbeigerufen.
Direktor Steding führt aus, vor zwei Jahren ser man knapp mit 5 Oesen aus gekommen, im. letzten Jahre mußten sechs Oesen voll beansprucht werden. Ein Ofen müßte immer in Reserve stehen, andernfalls könne er die Verantwortung für den Betrieb nicht übernehmen. Bei einer Mehrerzeugung, die heute schon 10—15 Prozent betrage, müßte im nächsten Jahre ein 7 ter Ofen Mit in Betrieb gemnnNven werden.
Stadtv. Tr. Ebel macht den Einwand, der Gasverbrauch werde zurückgehen, wenn wieder Petroleum vorhanden sei.
Direktor Steding hielt dem entgegen, daß die Eisenbahnverwaltung noch mehr Gas ab nehmen werde, da sie beabsichtige, die ganzen Nebenbahn st recken mit unserem Gas zu versorgen. Aber auch das Gaskochen stelle sich bei den hohen Kohlenpreisen billiger.
Stadtv. Bellers stimmt für die Kreditbewilligung, falls sie notwendig sei. Dies bezweifelt er aber, da die Stadt weniger Gas brauche, seit sie die Straßen von 10 Uhr ab im Dunkeln lasse.
Oberbürgermeister Keller verteidigt diese Ersparnis, die man auch in anderen Städten anwende, und von der im Frieden wieder abgesehen werden solle. Nach dem Spezialvoranschlag des Gaswerkes sei die Gasabgabe von 338 000 Kubikmeter ans 367 000 Kubikmeter g e st i e g e n, was die Erweiterung des Gaswerkes wohl rechtfertige.
Stadtv. L ö b e r glaubt, daß der Antrag den Bedürfnissen entspreche, und daß ein vergrößerter Betrieb auch mehr abwerfen werde.
Stadtv. W i n n gibt an, gehört zu haben, daß sich die Gasversorgung der Eisenbahnwagen nicht bewährt habe, und befürchtet, daß die Eisenbahnverwaltung im Frieden zur alten Beleuchtung wieder zurtickkehren werde. Der Vertrag mit der Eisenbahnver- waltnng müsse daher langfristig sein, damit man dieser Gefahr aus dem Wege gehe.
Direktor Steding glaubt titrt einer weiteren erheblich steigenden Abnahme von Gas rechnen zu können. Die Gasbeleuchtung in den Eisenbahnwagen weroe ständig bleiben, da sie sich billiger stelle als Oelgasbeleuch^ung. Mängel hätten sich wohl im Anfang gezeigt, weil die neue Beleuchtungsart nicht auf einmal hätte einführt werden können. Daß die Eisenbahnverwoltung auch später nicht zur alten Beleuchtung zurückkehren werde, dafür bürge der Vertrag, der bis 1921 laufe.
Nach der Feststellung, daß der Vertrag nur noch der letzten Genehmigung bedarf, wird der erforderliche Kredit für den Umbau des Gaswerkes durch Abstimmung bewilligt.
Im Anschluß daran wurden 2—3000 Mark bewilligt zur Erweiterung einer Rohrleitung nach einem Uebernach- tungshcmse der Eisenbahnverwaltung Und zu der Gasüberleitungs- statron für die Eisenbahnwagen.
Da die Erfordernis von Zählern für das Elektrizitätswerk eine erfreuliche Tatsache bedeutet, wurden auch hierfür 6000 Mark widerspruchslos bewilligt.
Der Preis für Eis aus dem Schlachthofe wurde für Metzger, die eine Kühlzelle besitzen, auf 0.70 Mk. belassen, für andere Abnehmer von 0.80 auf 0.90 Mk. erhöht.
Eine alte Feuerspritze, die den modernen Ansprüchen nicht mehr genügte, ist vom Branddirektor für 300 Mk. verkauft worden. Einem Anträge, diesen Erlös der bedürftigen Kasse der städtischen Feuerwehr zu überweisen, wurde entsprochen.
Die Rechnung der P l o ck ' s ch e n S t i f t u n g für 1914 wurde mit einer Einnahme von 5 302.02 Mk. mrd einer Ausgabe von 5 203.07 Mk. genehmigt, ebenso der Voranschlag der gleichen Stiftung für 1916 mit 5 363.24 in Einnahme und Ausgabe.
Der Voranschlag der Armenkasse für 1916 mit 110 000 Mk. in Einnahme und Ausgabe fand Billigung. Die Stadt gewährt einen Zuschuß von 95 600 Mk. gegen 80 000 Mk. im Vorjahre.
Der K i n d c r g a r t e n v e r e i n , der bisher einen Zuschuß von 500 Mk. erhielt, hat um eine Erhöhung dieser Summe ersucht.
Der Finanzausschuß hat eine Erhöhung nm 300 Mk. vorgeschlagen.
Stadtv. Krumm halt dem entgegen, daß die Kinder und Mädchen doch eine gewisse Summe bezahlen müßten, aus der die Unkosten sicher gedeckt werden könnten.
Oberbürgermeister Keller führt an, daß dafür den Kindern auch ein Frühstück verabreicht werde.
Stadtv. Dr. Ebel bemerkt, daß die Hausmrete allein 1000 Mark betrage.
Staötv. Krumm bleibt dabei, daß auch diese Summe cni3 den von den Kindern mrd Mädchen erhobenen Beiträgen bestritten werden könne.
Oberbürgermeister Keller schlägt vor, die Summe diesmal zu bewilligen, beantragt aber, fernerhin, wie es in anderen, Städten auch geschehe, Zuschüsse an Vereine nicht zu bewilligen, wenn die Einnahmen und Ausgaben nicht ttorgelegt würden.
Stadtv. Dr. Ebel macht daraus aufmerksam, daß Stadtverordneter f rum m das Fr öbel-Seminar und den Kindergarten 'miteinander verwech'ele. Die Schülerinnen des Fröbelseminars würden nur im Kindergarten beschäftigt, obgleich das Seminar an und für sich mit dem Kindergarten nichts zu tiin habe.
Stadtv. Krumm tritt nun auch für diesmal der Beivilligung des Zuschusses bei, behält es sich aber vor, nähere Erkundigungen einzuziehen.
Der Zuschuß wird demnach genehmigt.
Stadtv. Vetters spricht sich scharf, dagegen aus, daß, wie er gehört habe, in der Kl ei n ki n d er schu l e, Diezstraße, zwei- bis dreijährige Kinder in auswärtiger Politik unterrichtet würden.
Oberbürgermeister Keller hält, die beanstandete Angelegenheit für harmlos. Es sei selbstverständlich, daß man bei den Kindern aus vaterländische Tinge zu sprechen komme. Daß sic iih auswärtiger Politik unterrichtet würden, bon der mancher Erwachsene nichts verstehe, sei wohl eine Uebertreibung.
Ta sämtliche Stadtverordneten der Ansicht des Oberbürgermeisters beistimmen, wird damitchie öffentliche Sitzung geschlossen.
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In der anschließenden nichtöffentlichen Stadtverord-- netensitzung wurde u. a. nochmals die Errichtung eines K r i e g s wa h r z e i che n s behandelt. Es besteht, wie man hört im Kreise der Stadtverordneten die Absicht, in Zukunft die frühere Ohrenklinik in der Liebigstraße zu einer Gedächtnisballe für die gefallenen Gießener Mitbürger nmzugestalten. Das Kriegswahrzeichen, ^dessen Errichtung bereits beschlossen ist, soll mit dieser Gedächtnisballe in Verbindung gebracht werden. Ob es nun in Form einer Türe nrit in das Gebäude eingefügt, oder in Gestalt einer Gedenksäule vor oder in dem Gebäude selbst errichtet werden soll, steht noch! dahin. Bei der Absicht, das Gebäude der alten Ohrenklinik zu einer Gedächtnishalle zu verwenden, geht nran von dem Gedanken aus, ein Gegenstück zu der Liebiggedächtnis- halle -zu schaffen.
Alts Stcsdt r»nS Land.
den 13. April, abends 8'/, Uhr: Leseabend. - Samsraq, den
15. April, abends 8fl, Uhr: Aeltere Abteilung. - Gäste stets willkommen.
Vibelkranzchen für Schüler höherer Lehranstalten.
Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr, für dre ältere Äbteiliing jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr im Johannessaal.
Vibelkranzchen für Mädchen aus der Zohanuesgemeiude.
Jeden Dienstag von 6—7 Uhr im Johannessaal.
Evangelischer Gottesdienst.
Kirchberg: Sonntag, den 9. April, vormittags 10 Uhr.
^)eil. Abeiidiiiahl für Lollar.)
Nachmittags 5 Uhr: Kriegsbetstunde.
Daubrnrgen: Mittwoch, den 12. April, abends 8'/, Uhr: Kriegs- betslunde. Dekan G u ß m a n n.
katholische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sa ins tag, d e >i 8. Avril:
Nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.
Sonntag, deii 9. Ahril, Passions-Sonntag: Feier des großen Gebetes.
Vorniitrags 6*/. Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.
„ 7 „ Hl. Messe. Ailssetzung des Allerheiligfleiu
Beginn der Betstiinden.
„ 8 „ Austeilung der hl. Kommunion.
„ 9 „ vl. Messe mit Predigt.
„ 11 „ Hl. Messe nrit Predigt.
Nachiiiittags 2 bis 6 Uhr: Betstunde; darauf feierlicher Schluß. Dienstag rnid Freitag, abeiids 8 Uhr, ist Fastenandacht.
Diaspora-Gottesdienst.
Soiintag, den 9. April:
In Grünberg 9'/, Uhr.
In Hungen 9*/, Uhr.
Spiewlan des Eietzener Ztadtthcaterr.
Direktion: Hermann Steingoetter.
Sonntag, den 9. "April, nachinittagS 3', Uhr, bei Volksvreisen: „Das Glücksmädel." Ende gegen 6 Uhr. Abends VL Uhr, bei kleinen Preisen: „Der Gatte des Fräuleins." Ende 10 Uhr. Dienstag, den 11. April, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen: Maria Rehoff-Gaslspiel: „Ostern/ Ein Passionssprel in 3 Akten von August Strindberg. Ende gegen 10'/, Uhr. Freitag, den 14. April, abends 8 Uhr, bei kleinen Preisen, Gntscheine haben Gültigkeit: ..Logierbesuch" Ende 10 Uhr. Sonntag, *den 16. April, nachmittags 3'/, Uhr, bei Volkspreisen: „Maria Magdalene." Ende 6 Uhr. Abends 7'/, Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt): „Tranmulns." Ende 10'/, Uhr. — Schluß der Spielzeit.
Märkte.
Gießen, 8. April 1916. Landkreis Gießen.
r. L i ch . 7. April. Dem Unteroffizier Fritz Schäfer im Infanterie-Regiment 116 tvurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse persönlich voin Kai ser vor Derdnn überreicht.
k. Langsdors, 8. April. Die Beteiligung der hiesigen Einwohner an der vierten Kriegsanleihe darf als sehr gut bezeichnet werden. Die Zeichnungen bei der Postagentnr, der Kasse und anderen Zeichenstellen betrugen insgesamt niiiidestens eine viertel M i l l i o ii. Die Schillkinder beider Klassen lieferten als Kriegsanleihe 1911 Mark an ihre Lehrer ab. — Ganz vorzüglich legte aber der Osterhase fürs Rote Kreuz. Es wiirden von den Kindern 1797 Stück Eier uiid 54,05 2>!k. bei Paten, Verwandten und guten Freunden gesammelt
e. Lollar. 8. April. Dem Gesreiten Karl Klinkel bei eiiiem Telephontriipp iviirde die Hessische Tapferkeitsmedaille lind Sanitäts-Unteroffizier Liidwjg Geißler das Eiserne K r e ii z verliehen. Beide stehen seit Beginn des Krieges beiin Jnf.-Regt. Nr. 116 im Felde.
Kreis Schotten.
RebgeShain, 7. "April. Aus unserer 350 Seelen zählenden Gemeinde starben ben Heldentod fürs Vaterland die Musketiere R n p p e l und S ck in a l b a ck, sowie der Unteroffizier Eifert, vermißt sind die Wehrinniiiier Heiiirich Geiß II. rmd Heinrich Hans e l und Reservist B o st. Tie Hessische T n p f e r k e i t s - Medaille erhielten die beiden Gefreiten Rudolf Eifert und Konrad Philipp.
lH Laubach, 7. April. Den Heldeiitod hat der Pioiiier Otto Salz mann im 21. Pionier-Reginient erlitten. Landwehrnranii Jäger im Jnsanterie-Regüneut 115 gilt seit anfangs März als vermißt.
Starkenburg und Rheinhessen.
mä. Offen buch a. M., 7.'April. Die Stadtverordnet ensitzuug, die infolge ves Krieges starke Lücken zeigt, bewilligte in ihrer gestrigen Sitzung neuerdings eine halbe Milliou Mark Anleihe, die sschijte, für Zwecke der Kriegsfürsorge. Nach der vorliegenden Rechnungsablage sind bereits über 500 Mark Mehrausgaben, als bis jetzt bewilligt, vorhanden. Bis zum 1. April betrugen die Ausgaben insgesamt 4 589 263 Mark, die Ein- nahmen 1856 886 Mark. Ter "Anschluß der Stadt an die Ein- k a n f s g e n o s s e n s ch a f t für das Großherzoginnt Hessen, wodurch die Einführttng und Verteilung van Lebensmitteln geregelt werden soll, gelangte mrchj einer eingehenden Erläuterung des Stadtverordneten Neu mann zur Annahme. Der ArrsMuß an die preußische Rhein-Mainische Leben smit^el st elle mit dem Sitz in Frankfurt, fand trotz seiner guten Vorzüge kein Emverständnis. Ablehnend verhielt sich die Stadtverordneten- sitznng gegenüber dem Antrag einer landesgesetzlichen. Errichtung von Hausbesitzerkammern mft obrigkeitlichem Cl-arakter, wie sie in enter Eingabe des hessischen Landesverbandes der Hausbesitzervereine angeregt worden ist. Die Beratung der Offen- bacher Fraueirschule nahm einen großen Teil der Sitzung in An- spruchl. Ter Oberbürgermeister Dr. Dullo, der den Vorsitz führte, hatte beantragt, den Unterrich>t der Franenschttle in die Pftichtstundenzahl der Lehrkräfte der höheren Mädchenschule ein- znrock'nen, soiveit es zum Fortbestand der Frauenschule erforderlich erscheint. Trotz warmer Fürsprache^ durch Bürgermeister P o r t h wurde der Antrag itCDcl> einer lebhaften Aussprache abgelehnt. Die Existenz dieser Sck)!ule i st s onnt ernstlich in Frage gestellt.
Uirchleche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag, den 9. dlpril, Jirdica:
Kollekte für die Armen.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche.
Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer S ck w a b e.
Konfirnration der Kinder aus der Atarkus- und Militär- gemeinde. Feier des heiligen Abend,nahls.
Nrchnnttags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.
I» der Johanneskirche.
Vormittags 9ft, Uhr: Pfarrer A u s f e l d.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgememde.
Pfarrer A u s f e l d.
Abends 6 Uhr: Pfarrasfistent Hoffman n.
Abends '/,8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Lukas- und der Johannesgemeinde.
Diittwoch, den 12. April, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde.
Pfarrer B e ch t o l s h e i ,n e r.
Wartburg, evangel. Jünglings- und Manner verein.
(Diez straf; e 15.)
Sonntag, den 9. April, abends 8 Uhr: Vortrag. — Dienstag, den 11. Avr,l. abends 8'/, Uhr: Bibelstunde. — Donnerstag.
Gießen, 8. April. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 MH: Hühnereier das Stück 17—18 Pfennig; Käse 8 — 10 Pfennig, Käse- inatte 3 Pfennig das Stück; Welsche 0.00—0,00 Mk.; Ochsenfleisch das Pfund 2,00-0,00 Mk., Kuhfleisch 2,00-0,00Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,00-0,00' Alk., Schweinefleisch das Pfund 1,50-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 1,80-1,84 Alk., Hammelfleisch das Pfund 1,80—0,00 Mk.; Kartoffeln der Zenlner 0,00 Mk.; Zwiebeln das Pfund 30—35 Pfq.; Milch das Liter 28 Pfg.; Nüsse 101 Stück 00—00 Pfg.; Spinat 30—35 Pfq. das Pfund, Gelberüben 12—15 Pfg. das Pfd, Rosenkohl 25—30 Pfg. das Psd., Kohlrabi 10 —15 Pfg. d. St., Noterüben 10 —12 Pfg., Grünkohl das Pfund 25—30 Pfennig, Sellerie 10—20 Pfennig das Stück, Meerrettig 20—25 Pfg., Lauch 8—10 Pfg. - Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. — Fleischvreise auf dem Markte von answärtigen Händlern: Ochsenfleisch das Pfd. Mk. 0,00 — 0,00 Rindfleisch d. Psd. 1.80-0,00 Alk., Rindfleisch-Bratenstück das Pfund 0,00—0,00 Mk., Nnrenfelt das Psd 1,60 All., Leber- und Blirtwurst 1,60 Mk. das Pfund, Mettwurst 0,00 Mk. das Pfund, Schweinefleisch 0,00 Mk. Schmalz 2 Mk. das Pfund.
fc. Frankfurt a. M., 7. April. Heu- und Stroh markt.
Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren.
fc. Wiesbaden, 7. April. Vieh markt. Austrieb:
15 Rinder, darunter 4 Ochsen, 2 Bullen, 9 Kühe, 56 Kälber, 5 Schafe, 14 Schweine. Bei sehr flottem Geschäft wurde der Austrieb zu den festgesetzten Höchstpreisen schnell abgesetzt.
DenKf an uns!
Sendei
Aleikum
(Hohlmund slück)
SabemOoV
(Goldmunöslück)
Willkommenste Liebesgabe!
Preis Ni 3%4_5_e_8JP
3X4 5 6 610 PtdSiuck. &0 Sfück-feldpostmaßte verpackt portofrei! 50 Stück, földposirnäöi^ verpackt, 10Pi Porto !
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Trustfrei!
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
B e t r.: Maul- und Klauenseuche im Kreise Wetzlar.
Me Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden Launsbach und Kvofdorf ist erloschen. Der Kreis ist nunmehr wieder ftei von Maul- und Klauenseuche
Gießen, den 6. April 1916.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Lang ermann.


