Ausgabe 
27.4.1916 Erstes Blatt
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-o- Butzbach, 27. April. Heute begehen die Eheleute Her­mann B e r u o h ä u s e r, Betriebsleiter des städtischen Elektrizitäts­werkes, und Anna Maria Katharina Lüdecke von hier das Fest der Silberhochzeit.

LI. O s s e n h 'im, 37. April. Der Reservist Karl H e b l e r on hier, welcher seit Anfang des Krieges bei einem Pionier-- Bawillon im Osten steht, hat bei den Durchbruchsversuchen der Russen im März das Eiserne Kreuz erhalten.

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 27. April. Unsere Volksschule gilt schon von jeher als ein Schmerzenskind. Sie erfordert diesmal einen Gesamtaufwand von 110 225 Mk.; dazu lässt sich der Bau einer neuen Schule nicht mehr länger hinausschieben. Für Wetzlar- Niedergirmes wurde die Errichtung zweier neuer Lehrerstellen genehmigt.

ra. Wißmar, 27. April. Die Wiederwahl unseres Ge­meinde-Vorstehers Ludwig L a u tz hat die Bestätigung gefunden.

Starkenburg und Nheinhessen.

= Bens h«e:n: a. B., 26. April. .Heule schickte der Bäcker­meister I. Schurlz seinen zehnten Sohn ins Feld. Von den übrigen neun wird einer seit Kriegsbeginn vermisch, einer war verwundet: die anderen sieben haben die Mühen des Feldzuges bis jetzt sehr gut überslirnden.

Hessen-Nassau.

I] M ar bur g, 27. April. Die Höchstzahl der nn hiesigen Kreise zugelassenen Schlacht nn g en ist für die Zeit 1. April bis 30. Juni noch weiter herabgesetzt worden. Sie stellt sich in diesem Vierteljahr auf 304 Rinder, 596 Kälber, 554 Schweine nnd 49 Schafe. Auf die Stadt Marburg entfallen etwa 19 Rinder, 27 Schweine, 43 Kälber und 3 Schafe, auf den übriger: Teil des Kreises 4 Rinder, 15 Sch»veme, 2 Kälber nnd 1 Schaf. Weiler wird anfgefordert, sich nicht durch Befürchtungen vor etwaigen Schlachtbeschränknngsmaßnahmen von der Schweinezucht abzu- ivenden, da diese für den kommenden Winter jedenfalls nicht zu emarten seien. Der Verkauf von Fleischovaren, die aus den vor dem 29. März erfolgten Schlachtungen stammen, ist den Land­wirte:: gestattet.

js Marburg, 27. April. Für die Stadt Marburg wird jetzt die Zuckerkarte eingeführt. Die Höchstpreise für Zucker sind jetzt wie folgt festgesetzt: Würfelzucker 34 Pfg., Kristallzucker

32 Pfg. Und gemahlener Zucker 30 Pfg. das Pfund. Für den 'Monat 2lpril darf noch für jedes Hai^haltungsmitglied 1 Pfund Zucker unter Vorzeigung der Brotausweiskarte verkauft werben. Spater entfallen auf den Kopf der Bevölkerung monatlich 1' -- Pfd. Vorhandene Vorräte werden angerechnet. Seitens des - Land­ratsmuts ist die Ausfaatmenge für den Morgen Leinsaat auf 90 Pfund bemessen worden.

--- Frankfurt a. M., 26. April. Der Vertrag zwischen Hofrat Tr. Z e i st - Dresden und dem Aufsichtsrat der Neuen T he ater - Mttengesellfchaft und dem Magistrat ist nunmehr unter­schrieben worden und bedarf nur noch der Genehmigung der Stadt­verordne tenversammluug. Damit ist Geheimrat Dr. Zeiß endlich Generalintendant der Frankfurter Theater. Er wird sein neues Amt bereits im Herbst d. I. antreteu. Der Verkehr in den Kriegsostertagen 1946 auf dem Hauptbahn Hof stand dem zu Friedenszeiten wenig nach. An den Tagen vom 20.24. April wurden cm den Fahrkartenschaltern 263 000 Mk. in barem Gelde vereinnahmt. Dazu .kommen noch 70 00090 000 Mk. für ge­stundete, also nicht bar bezahlte Militärfahrscheine uftv.

O 95 o m Westerwald, 27. April. Ein altes Berg­werk wurde bei der Station Elben, an der neuerbauten Strecke ScheuerfekdNauroth, in der Nähe der Kruppschen Grube Bind­weide neu aufgeschlossen. Bei den Schürfarbeiten fand man neben hochprozentigen: Eisen auch Kupfererze, deren Analpfe ein sehr gutes Resultat ergab. Die vor kurzem tagende Gewerken­versammlung hat deshalb eine energischere Ausbeutung der Grube beschlossen, mit deren Leitung die Kurenbesitzer Grubendrrektor Weyer in Struthütten, einem alten Westerwälder Bergfachmann, beauftragt haben.

= Schlüchtern, 27. April. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde ein aus dem Bayernbrnde ein geführtes Faß mit einen: Zent­ner Butter auf telegraphische Einordnung der wachsamen Bayern angehalten> mutzte ins Ursprungsland zurückgesandt werden. In Brückenav kam die kostbare Ware zur Verteilung.

Am de« Paschajahren des Leldmarschalls v. d. Goltz.

Colmar v. d. Goltz gehörte zu den vielseittgsteu Größe:: der deutschen Gegenwart: er war einer ihrer genialsten Feldherren, stand an der Spitze ihrer Militärschriftstell-er und Hot in jungen Jahren als Feuületvnist und Romanschriftsteller seinen Mann gestanden, und doch, ist er dem deutschen Volke eigentlich vor allem, als militärischer Präzeptor des Osmanenreiches, als Reformator des ttirkifchen Heeres, das heute an unserer Seite kämpft, ans Herz gewachsen. Und in der Tat haben seine türkischen Jahre auch für den Feldmarschall die bedeutendsten Kapitel seines reichen Lebens bedeutet. Als er 1883 als Generalmajor :md Chef des gesamten Militärlehrwesens in die Dienste des Sultans trat, da wußte er, daß es hier als Nachfolger Hellmuth v. Moltkes ein Erbe .zu heben galt, das des Schweißes der Edelsten :vert war. So ließ sich der junge Pascha nicht einen Augenblick davon ab­halten, die Ausgabe, die er auf sich genommen, mit unermüdlicher Kraft so weit durchduff'chren, wie es ihn: die schwierigen Verhält­nisse am Goldenen Horn gestatteten. Freilich ging es damit nur langsam, sehr langsam vorwärts: wie Goltz 1884 selbst gestand, herrschte am Hose des Großherrn bezüglich der Armee vollständige

Teilnahmlosigkeit: der Geueralisfiiwus Osman Pascha verließ sich für den Fall eines neuest Krieges ganz auf die allerdings vortreff­lichen soldatische:! Anlagen des türkischen Volkes, während der Sultan vielleicht mehr instinktiv als chewußt eine gute Armee fürchtete, weil sie seine Herrschaft gefährden konnte. Dazu kam, daß Gol tz keine ansführende Gewalt zu stand, so daß jeder seiner Wünsche eine Unzahl von Instanzen zu durchlaufen hatte, ehe er auch nur geprüft wurde. Besonders erschwerend fiel ins Gewicht, daß der Sultan sich standhaft weigerte, seinen Truppen Schieß­übungen zu gestatten: der türkische Soldat erhielt sein Gewehr lediglich zu Exerzierzwccken, es praktisch zu gebrauchen, war ihm verwehrt, da dem Großherr:: jeder Schuß, der aus den Reihe:: seines Heeres fiel, auf die Nerven ging. War es Goltz hier zu­nächst versagt, durchzugreifen, so gelang cs ihm mit erstaunlicher Schnelligkeit, sein engeres Gebiet von Grund aus zu reorganisieren^ Er war es, der die Pläne zu der 1886 tatsächilich. in der Türkei eingeftihrtcn allgenieinen Wehrpflicht entwarf, Mobilisierungs- und Kriegspläne ausarbeitete, Handbückier für den Felddienst, den Ge­neralstabsdienst, die angewandte Taktik, den Befestigungskrieg ver­faßte und die in Konstantinopel bestehende Generalstabsschülc zu einer den modernsten Anforderungen genügenden Fachschule aus­gestaltete: er war es, den: es glückte, ihre Kurse durch regel­mäßige Generaistabs'reisen nach preußischem Muster abzurunden. Seinen Lieblingsplan, attgemeine türkische Heeresmanöver in die Wege zu leiten, vermochte er freilich nicht durchzusetzen, da Abdul Hamid schon bei dem Gedanken an größere Truppen Vereinigungen schwach wurde. Goltz suchte sich dafür in einer möglichst gründlichen Durchbildung der Heranwachsenden Ofsiziersgeneration zu entschä­digen: was er in dieser Beziehung geschaffen, was er dadurch gleichzeitig in politischer Beziehung geleistet hat, hat in diesen weltgeschichtlichen Tagen ferne Feuerprobe bestauben. Hand in Hand mit seiner amtliche' Tätigkeit gingen ausgedehnte Studien­reisen durch das gesamte Osinanenreich, von denen er in einer ganzen Reihe anziehender Aufsätze und Bücher berichtet hat: er war ein Schilderer von Gottes Gnaden, der Land nnd Leute mit plastische A.nsck>aulichkeit zu schildern wußte, und so haben sich seine ,,A' atolischeu Ausflüge" in der deutsehen Reiseliteratur eine:: dauernde Platz erworben. Heber dem unvergeßlicher: Zauber der Landschaft übersah er nicht das Menschliche, Allznmenschliche, das oft den vollen Genuß des Tages beeinträchtigte: a::s seiner Feder stammt denn auch der hübsche Vierzeiler, der die türkische Mittel­meerküste mit den Worten schildert:Wer nie Pilaw mit Un- schlitt wer nie am Mangal (Mangal ist ein Kohlenbecken) frierend saß, toer nie im Bett den Schirm aufspannte, der keirnt dich nicht, du herrliche Levante!" Ms Goltz endlich 1894 seine Mission für beendet hielt und um seinen Mschied aus tür fischen Diensten einkam er war inzwischen bis zum Marschall (Muschir) aufgerückt, da wurde es ihn: schwer, sehr schwer ums Herz. Er hatte das schöne Land des Großherrn liebgewonnen und zahlreiche Freunde in der türkischen Armee erworben,da der gebildete türkische Offizier dem preußischen in Wesen und Anschauung sehr viel näher kommt, als die Offizierskorps fremder Armeen, die ich sonst noch kenne"; der chronische Schlendrian der leitenden Kreise machte ihm jedoch ein? Fortsetzung seines Wirkens am Goldenen Horn unmöglich.Tie Wirtschaft des Sultans wird täglich toller", schrieb er damals an einen Freund,und es wäre unmoralisch, sobald man nicht gezwungen ist, die auch nur passive Mitverantwortlichkeit zu übernehmen." Daß sein Glaube an die Türkei an sich dadurch in keiner Weise erschüttert wurde, das bewies er in den folgenden Fahren, als er immer tvieder die soldatische Vortrefflickffeit des niederen Osmanenvolkes unterstrich, das bewies er Ende 1914, als er erneut nach der Türkei aufbrach, um dort die Leitung einer Heeresgruppe zu übernehmen. _

von unseren Milklär- und Zivilbehörden am meisten verschwendet?* liefen aus allen Kreisen des Publikums eine Unzahl von Antworten ein, die deutlich beiveisen, wie wenig das französische Volk mit den gegenwärtigen Zuständen einverstanden ist. Eine der am häufigsten gegebenen Antworten lautet: Am meisten wird Papier ver­schwendet. Tatsächlich scheint der Papierverbrauch der fran^öüschen Aemler geradezu ungeheuerlich zu sein, was von um so großei-ec Bedeutung ist, als die Papiernot bei den Alliierten nachgerade einen bedentlichen Umfang anzunehmeu beginnt. Doch trotzdem alle Antworten einen unleugbaren Fehler der Regierung anfdvcl'len, erklärte sich derMatin" noch immer nicht zufrieden, bis endlich jene Antwort eintraf, auf die die Frage hingezielt hatte. Sie ent­hielt kurz und bündig nur das eine Wort: Zeit. ,Das ist," schreibt Forest, ,die einzige Lösung ineiner Frage, die die volle Wahrheit in ihrer ganzen Größe zu umschließen vermag. Und wenn, wie aus dem eingesandten Brief hervorgeht, dieser Bescheid rvirklich von einem jungen Mädchen stammt, so gebührte ihr hier­für der Preis, einen idealen Eheinann zu erhalten. Trotzdem unsere englischen Bundesgenossen daS Sprichwort .Zeit fit Geld* geprägt haben, scheinen unsere Beamten, mögen sie nun für Militär­oder für Zivilzwecke verwendet werden, nach wie vor der gegen­teiligen Ansicht zu sein. Die Verluste, die wir durch die bei uns herrschende Zeitverschwendung täglich, ja geradezu stündlich er­leiden, lassen sich kamn zahlenmäßig TeftfteCIen. Jedenfalls ist es Ueberlreibung, wenn wir es aussprechen, daß bei uns seit Kriegs- ausbrucb täglich für 30 Millionen Frs. Zeit vergeudet wird!

Vernaschter.

* Russische O stc r feicr::. Das Osterfest ist im Bereich der russischIriechischen Kirche mit einer großen Anzahl verschie­denartiger Sitten verbunden. Es ist allgemeiner Brauch, daß am Ostertage alle Leute einander init dem GrußChrist ist erstanden!" umarmen, und auch der Zar war bisher dieser Sitte ^stets getreu. Wenn der .Kaiser aller Reußen die Mitglieder seiner Familie nnd die ersten Großwürdenträger seines Hofes feierlich umarmt, bilden hierbei Truppen in Galauniform Spalier, und nach dem Zarenkuß umarmen auch die Soldaten sich untereinander. Wie bei uns zu Weibnachtei:, so ist in Rußland zu Ostern das gegenseitige Beschen­ken Mich. Auch Festmähler und Gastlichkeiten gibt es in großer Menge. Die russischen Osterkuckien,Baba" genannt, bestehen aus Mehl, Rosinen, Butter nnd Eiern. Mancherlei Legenden sind mit dem Backen des Osterkucherts verknüpft. So heißt es, daß man die Türe des Zimmers, in dem die Kuchen zubereitet werden, während des Backens nicht öffrren darf. Die Ostereier fiitb meist rot gefärbt und trägen die AufschriftChristos voskres!" (Christ ist erstanden). Im Mittelpunkt der Osterzeremonien aber steht das Festmahl, dessen Gerichte vorher in der Kirche gesegnet werden. Die Tafel ist häufig durch ein Lamm aus Butter, in das eine kleine Fahne gesteckt wird, geschmückt. Das Mahl selbst muß stehe:ü> eingenommen werden. Vor Beginn der Mahlzeit überreicht der Hausvater jedem der Teil­nehmer eine Schnitte eines hartgekochten Eies, das die Auferstehung des Leibes symbolisiert.

* Was man in Frankreich an: meistenver- s ch w e it b c t. ImMatin", der sich seit einiger Zeit in be­merkenswert scharfen Ausfällen gegen die Regierung und den völligen Mangel an Organisation in Frankreich wendet, setzt Louis Forest, der schon seit Wochen den Behörden durch sein das herrschende System bloßstetlendesFrage- und A-ntwortspiel" zu schaffen macht, den Feldzug wider die Verschwendungssucht und Leichtfertigkeit des französischen Bureaukratismus fort. Nachdem vor einer Woche von den: genannten Matin-Redakteur eine Preis­frage veröffentlich: worden war, die den Titel führteWas wird

Witterungsbericht.

(Ocffentlicher Wetterdienst.)

Das trübe Wetter am Ende voriger Berichtswoche hielt auch noch am Anfang dieser Berichtswoche 19. bis 25. April an. Ein Tiefdruckgebiet, das mit seinem Ken: über England und der Nordsee lagerte, incktc allmählich ostivärts vor und brachte über ganz Deutschland und Oesterreich verbreitete Niederschläge. Die Temperaturen, bffonders die Tagestemperatnren, stiegen nun­mehr allmählich au; so betrug das Temperaturmaximum am Mon­tag, den 17. April in Gießen nur ff-8 Grad und stieg aus ff-18 Grad am Samstag, den 22. April. Wirbel tiefen Druckes riesen avt diesem Tage nachmittags Gewittererscheinungen hervor, so daß vielerorts erhebliche Regensälle pieder gingen. Don da an kam unser Bezirk immer mehr unter den 'Einfluß eines von Südwesten rasch vorrückenden Hochdruckgebiets. Während noch am Sonntag unter dem Einfluß nordwestlicher Winde ziemlich trübes Wetter herrschte, heiterte sich das Wetter am Montag vollständig auf, und mildrcs, schönes Frülflingswetter mit verhältnismäßig hohen Tagestemperaturen (4445 Grad) und niedrigen Nachttempera­turen (34 Grad) trat ein. Nur in höheren Lagen trat infolge des klaren Himmels iwch stärkere Abkühlung ein, so daß sich hier die Temperaturen uin Null herum bewegten. Zlvar erscheint heute (Dienstag) im Westen auf der Rückseite des nach Osten abzielien-. den Hochs ein neues ausgedehntes Tiefdruckgebiet, doch dürften ünr vorläufig noch unter dem Einfluß des festländischen hohen D rufls mild?^ F rühli::g swetter bcha ltni.

Amtlicher Wetterbericht. ^

Oefsen tlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 28. April 1916: Noch ziemlich heiter und trocken, mild, Gewitterneigung._

Letzte Nachrichten.

Das Lecgeftcht bei Lowestost.

Amsterdam, 27. April. Ein Bericht der ixt Apsrv:chi erscheinendenDaily Times" besagt, daß bei dem Seegefecht bei Lowestost das englische Geschwader, vor allem auf zwei leichte:: Kreuzern schwere Treffer davontrug. Doch scheine auch hier die Havarie nicht so ernst zu sein, daß die Akttonssähigkeit der beü>en Kreuzer ausgeschaltet wurde. Unter den Mannschaften wurden mehrere venoundet, aber keine ernsteren Fälle. Einer der To-rpedo^ jäger, der bereits an einem frühere:: Gefecht in der Nordsee teil­genommen hatte, erhielt einen Treffer an die Maschinenhammer. Die gesamte Zahl der Toten imb Verwundeten wird auf 25 Mann! geschätzt. Dieser von Reuter verbreitete Bericht des englischen! Lolalblattes erscheint, mit. der Darstellung des awv-esenden Korre­spondenten derEverring News" verglichen, nicht zuverläsffg. ^ Aus Vlissingen liegen verschiedene Meldungen über die Beschießung von Lowestoft vox, die von der Darstellung der engl. Admiralität erheblich abweichen. Vor allem scheint die Admiralität die Dauer der Beschießung mit 25 Minuten ganz falsch angegeben zu haben. Die ^holländischen Wahr::ehmunge:: stellen vielmehr ähnlich wie der Korrespondent derEvenrng News" fest, daß der Kanonen­donner mehrere Stunden dauerte.

Abschaffung des belgischen Stahlhelmes.

Genf, 27. April. Wie demJournals aus Le Havre ge­meldet wird, verfügte der belgische Kriegsminister, daß der Stahl- Helm in: belgischen Heere a b ge sch a s s t und wieder durch die frühere mützenartige Kopfbedeckung ersetzt würde. Eine spanische Bahn in englischem Besitz.

.Haag, 27. April. DieTimes" weist darauf hin, daß die englische Regierung im Süden von Spcv::en die Bahn von dem wichtigen Jndustriezei:ttum Le n a r es zu dem Hafen von A l me - ria, die auch eine Zweigbahn nach Granada hat, in ihren Besitz brachte. Diese Strecke ist etwa 200 Meilen lang und stellt die Ver­bindung zu den wichtigsten Grubengebieten Spaniens her. in denen sich Blei, Kupfer, Eisen und Quecksilber findet :md die gleichzeitig landwirtschaftlichen Zwecke:: dienen können. DieTimes" sagt, damit habe die englische Regierung mehr als einen diplomatischen Erfolg erzeilt.

Auf Feindesboden, schwer und müde, Sank hin dein Haupt zur letzten Ruh, Für s Vaterland gabst du dein Leben, Schlaf wohl, du wackrer Streiter, du. Warst noch so jung, starbst viel zu früh, Wer dich gekannt, vergißt dich nie. Doch liegt es in des Höchsten Plan,

Was Gott tut, das ist wohlgetan.

Weun Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tote wecken.

So würde dich im fernen Land Nicht fremde Erde decken.

Ruhe sanft, du treues Herz,

Du hast den Frieden, wir den Schmerz.

Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss traf uns unerwartet die tieferschütternde Nachricht, dass am Karfreitag unser lieber guter Sohn und Bruder

euer wiineim nenne

Leib-Kompagnie, Infanterie-Regiment Nr. 116

im blühenden Alter von 19 Jahren den Heldentod fürs Vaterland ge­storben ist.

In tiefem Schmerz:

Die trauernden Eltern, Schwester und Verwandten Kd. Wilh. Ant. Henrich.

Lang-Gön3, 26. April 1916.

Danksagung.

Für die zahlreichen Beweise herz- licherTeilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers sagen wir allen auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

Die tieftrauernde Familie:

Ludwig Rinn XI.

B325D

Wiedersehen ist unsere Hoffnung!

09213

Heuchelheim, 27. April 1916.