Ausgabe 
27.4.1916 Erstes Blatt
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fjmsdjfeituTvgen irrtb besetzte schließlich auch die Däuser in den H«u-Ptstraßen und entlang den Kais. Im Laufe des Tages trafen aus dein Lager von Currach Soldaten ein, die jetzt Herren der Lage sind. Soweit hier bekamtt, sind 3 Offiziere :md vier odcp fünf Soldaten, sowie zwei treu gebliebene Freiwillige und zwei Polizeibeamte getötet worden; verwundet wurden 4 oder 5 Osfi- ziere, 7 oder 8 Soldaten urrd 6 treugebliebene Freiwillige. Ueber die Verluste der Anhänger der Sinn - Feffr-Bcwegun g find noch kerne genauen Mittelungen ein gezogen worden. Nach Meldungen aus Cork, Limmerich Ennis, Tralee und Tippe rary haben sich dort keine Unruhen ereignet.

Berlin, 26. April. (Priv.-Tel.) TerBerl. Lok.-Anz/' meldet aus Rotterdam: Wie aus Dublin gemeldet wird, ist am Sonntag ein Attentat gegen einen Eisenbahnzug mit Vergnügungsreiseichen bei ^Meryborough versucht tvorden. Eine .Lokomotive mit Polizisten, die man über die Strecke schickte, fand, einige Schienen aufgerissen und den Bahnkörper zerstört. Verletzt wurde niemand.

Eine Erklärung Asquiths.

London, 26. April. (WTB. Nichtamtlich.) Im Unter- Hause wurde eine Reihe von Anfragen betreffend die Lage in Irland an die Regierung gerichtet.

Asguith verlas folgendes Telegramm des Vizekönigs:

Die Lage ist befriedigend. St. Stephens Green wurde besetzt. Elf Aufständische wurden getötet. Die Nachrichten aus der Provinz lauten beruhigend. Der Generalsekretär der Polizei meldet, daß, in Dooghda nationalistische bewaffnete Freiwillige auszogen, um der Regierung beizustehen. (Beifall.) Viele eingeborene Personen haben ihre Unterstützung angeboten."

Asguith teilte mit, daß, in Stadt und Grafschaft Dublin das Kriegs gesetzverkündet und drastische Maßnahmen er- . griffen toorden seien, um die Bewegung zu unterdrücken und die Verhaftung aller Beteiligten zu sichern. Abgesehen von Düblin . sei' das Land ru!ßiig> Nur drei kleinere Fälle von Unruhe seien gemeldet worden, um das befreundete Ausland über die wirkliche ' Bedeutung dieser Vorgänge zu unterrichten. Asguith erwähnte dann, daß, die Nachricht, das Schloß des Vizekönigs sei von den Äufständischen genommen, und diese seien in: Besitze von Maschinen­gewehren, unwahr seien und teilte mit. Lang werde morgen das DieMtpflichtgcsetz einbringen.

Das Unterhaus nahm darauf die geheime Sitzung wieder auf, 'die wahrscheinlich heute nachmittag beendet sein wird.

ArLedenHftrömurrgen in England.

London, 24. April. (WTB.) In Salford fand gestern die Jahr esv-ersaurmlung der britischen Sozia- listenpartei statt. Zwischen beiden Gruppen der Ab­beiter, der Kriegspartei und den Pazifisten, kam cs zu einem Streit über die Zulassung der Presse. 30 von den anwesenden 150 Delegierten verließen unter Führung von Hyndman die ;Versammlung. Die zurückbleibende sozialistische Partei nahm eine Resolution für die sozialistische Friedenspropa- jganda an. Die ausscheidende Minderheit konstituierte sich sspäter als selbständige Organisation.

Die unabhängige Arbeiterpartei hielt in j Newcastle chre Jahresversammlung ab. Der Abgeordnete sagte: Die Partei würde, wenn sic könnte, den Krieg ^tioch heute durch eine Verhandlung beendigen. Die Versamm­lung nahm sodann einstimmig eine Resolution an, die u. a. tbesagt, daß der ausführende Ausschuß mit allen Mitteln eine .eMrgrsche Kanrpagrn für die Beendigung des Krieges durch Jriedeusverhandlungen betreiben sollte. Der Abgeordnete -Snswden sagte, die letzten Reden des Reichskanzlers hätten gezeigt, daß jetzt nichts zwischen Deutschland und England stände, was die Opfer weiterer Menschenleben wert sei.

- Die neue Regelung der Dienstpflicht in England.

26. April. (WTB.) Meldung des Reuterschen M rrriatä. Das P«ssebuvem: teilt mit: In der g e \f e i m e it Sitzung dckÄ Un terhau ses gab As q wi t h Einzelheiten über die Deevesverwehrung und die militärische Tätigkeit des britischen 'Reiches einschließlich der Kolonien und Indien ab. Er gab sodann eirre Uebersicht über die Untersuchung der RegiKung über die Re- krutierungssrage, die Forderungen der Arbeiter und die Bedürf­nisse der Harchelsslotte, der Häfen, der MunitionÄndustrie und der anderen -unentbehrlichen Industrien. Er verbreitete sich ferner über die Koftendecku n g der Rekrutierung und der Sub­vention an die Alliierten und sagte, die Regierung habe erstens beschlossen, den Dienst der Mannschaften, deren Dienstzeit abgelausen ist, bis zum Ende des Krieges zu verlängern, zweitens ;bie Territorualtruppen mit den Regimeittern, die sie brauchen, zu -vereinigen, drittens die befreiten Mannschaften Meder dienstpflich­tig zu machen, sobald ihr Befreiungszertifikat abgelausen ist.

Ferner schlägt die Regierung vor, junge Leute, die am 8. August noch nicht 18 Jahre alt sind, dienstpflichtig zu machen, sobald sie jdaB 18. Jahr erreicht haben. Zugleich schlägt die Negierung vor: .erstens sofort Maßregeln zu ergreifen, um durch freiwillige 'Anwerbung von nichteingetragenen Unverheirateten die not- rveudigen Mannschaften zu erhalten. Zweftens fordert die Regie­rung die Ermächtigung, sofort zu Zwangsmaßregeln über­zugehen, wenn am 27. Mai nicht 50 000 von diesen angeworben 'firtb. Drittens: dasselbe soll stattsinten, wenn in irgend einer Woche .nach dem 27. Mai weniger als 15 000 eingeschrieben werden. Vier­tens: die Maßregeln unter 1 und 2 sollen eingeführt werden, bis 200000 Mann von nicht Eingeschriebenen erreicht sind.

An der Debatte nahmen 16 Abgeordnete teil. Das Haus wurde vertagt. Am 26. April ft-ndet wieder eine geheime Sitzung statt.

Im Oberhause machte Lord Cvewe dieselben Mitteilungen.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 26. April. (WTB. Nichtamtlich.) In btm erst heute eingetrofsenen amtlichen Bericht vom 12. April ' heißt es:

Jwa'kf-ront: In -der Nacht vom 12. April erbeuteten wir \ dan? den von uns vorher getroffenen Maßnahmen ein seind- ilirches Schiff, das von Felahie in der Richtung auf Küt-el- - Amara fuhr. Der Kapitän 'und ein Teil der Besatzung wurde getötet j oder verwundet. Wir entdeckten an Bord des Dampfers eine große ßM-enge Proviant und Kriegsmaterial sowie einige Maschinen- , gewahre. Unsere gegen den Suez-Kanal vorgehenden Kräfte ver- ,nichteten vier von ihnen angetroffene Schwa- 'tdronen des Feindes vollständig. Wir machten einige Geftwgene und- erbeuteten große Mengen Kriegsmaterial, Pvo- -vrant und Munition. Unsere Verluste in diesem Gefecht waren ganz i unbedeutend.

Deutsche Parlamentarier in der Türkei.

Kon stantinope l, 26. April (WTB. Nichtamtlich.) Vor­gestern abend gab de: V i z e p r ä s i d e n 1 d er K a m:n e r, Hussein DserhidBeh, den dcutichen Parlamentariern ein Mahl. Er erinnerte in seiner Begrüßungsrede p\ die Eindrücke, welche er vor fünf Jahren von der Reise der Studienkommission nach Deutschland ^ heimgebracht habe und die imTanin" in die Wendung zusammen- ; gefaßt wurden:Wenn die ganze Zivilisation zu Grunde ginge und allein Deutschland aus Erden übrig bliebe, würde sie, ohne ct- : was von ihrem Glanze zu verlieren, fron diesem Lande allein wie­der aufgebaut werden können." 'Das bewähre sich heute, wo Deutsch- -land, umringt von furchtbaren Feinden, seinen Verbündete:: noch "helfen könne, während es überall siegreich kämpfe. Oiestern abend gab X a mm erpräs ident Hadschi Adil Bey den Parlamentariern ein Mchl. Abg. Basser m an n dantte itt französischer Sprache für die frcurchschacklich 'varme Begrüßung , urch die Redner und den herz­lichen Em-fang in der schönsten .Hauptstadt der Welt. Er erinnerte an den Verlust der bewen großen Männer, welche in'den letzter Ireis/g Jahve.: an dem Fortschritt und der Größe des o-manischen

Volkes gearbeitet hätten, von der Goltz-Pascha und Freiherr von Marschall, und wies ferner darauf hin, daß die innere Neugestal­tung der Türkei bestände durch Kriege gestört worden sei. Aber nach den Heldenkämpsen dieses Weltkrieges unter einem Führer wie !Enver Pascha, Schulter an Schulter mit den deutschen Soldaten, würde das türkische Volk die Mitarbeit der Deutschen haben. Auch diese Reise würde dazu mithelfen.

Der französische Bericht.

Paris, 25. April, (zf.) "Amtliche Mitteilungen vom 25. Avril.

3 Uhr Nachmittags. Westlich der Maas griffen die Deutschen gestern zu Ende des Tages nach heftiger Beschießung wiederholt irnfere neuen Stellungen in der M o r t - H o m m e - G e q e it d an. diachdem die ersten beiden Versuche mißlungen waren, unter- näbm ider Feind einen letzten Angriff mit ausgiebiger Verwendung brennender Flüssigkeit. Durch imser ^Sperrfeuer und das Fender unserer Infanterie aufgehalten, waren die Deutschen genötigt, mit' bedeutende:: Verlusten in ihre Linicm zurückzukehren. Anhaltende Tätigkeit der Artillerie in der Gegend von Avo c o urt. Im Lause der Nacht versuchte der Feind ohne Erfolg, unseren vorgeschobener: Posten im Reduit von Avocourt zu nehmen. Oestlich der Maas ziemlich lebhafte Beschießung unserer ersten und zweiten Linie. Im Walde von Apremont Handgranaten kämpfe. In Lothringen zerstreuten wir eine starke feindliche Erkundungsabteilung, welche sich einen: unserer kleinen Posten östlich von Neuviller zu nähern versuchte.

Flugweser:: Am Vormittag warf ein deutsches Flugzeug sechs Bomben auf Dünkirchen ab. Eine Frau wurde getötet, drei Männer wurden verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend.

Abends 11 Uhr: Nördlich der Aisne nahmen unsere Truppei: nach Artillerievorbereitung heute früh ein kleines Gehölz südlich des Bois des Buttes in der Gegend von Ville au Bois. In den Argonnen zerstörten -unsere schweren Batterien einen deutschen Posten und deckten im Abschnitt des Four de Poris einen feind­lichen (Graben auf 50 Meter zu. Be: Punkt 285 ließen die Deutschen eine Mine in fbiie Luft fliegen. Unser Sperrfeuer hinderte den Feind, den Trichter zu besetzen, dessen Südrand wir befestigten. Westlich der M'aas intensives Bo m b a r d e me n t von Punkt 304 und der Gegerrden von Esn-es und Cnmieres. Oestli-chi der Maas relativ ruhiger Tag. In der Woevre sehr heftiges Bombarv-ement in: Abschiritt von Moulainville. Keine Jnsanterieaktion im Laufe des Tages. Eines unserer weittragenoen Gesckütze hat Wirts au: den Bahnhof von Hauoieourt beschlossen. In Lothringen Unter­nahmen die Deutschen südöstlich von Bado nviller nach inten­siver Vorbereitnng gegen Mittag einen starken Angriff gegen unsere bei La Chapelotte vorspriugende Liine. Der Angriff wuvoe vollstän­dig äbgewieser:. Einige feindliche Abteilungen, die im nordvstlichlen Teile dieser vorspringenden Linie Fuß gefaßt hatte::, wurden am Nachmittag wieder daraus vertrieben und zun: Teck durch unser Feuer vernichtet. Wir machten etwa 50 Gefangene, darmtter einen Offizier.

Flugwesen: Bei Bauq::ois wurde ein feindliches Flugzeug nadji einen: Luftkampf gezwungen, in seinen Linien niederzugehen. In der Gegend^ von Verdun hat eine unserer Jagdflugzeuge ein deutsches Flugzeug heruntergeholt, das auf dem Psefserrückew nied-erstürzte, ungefähr 50 Meter vor: unseren Gräben entfernt. Ein drittes feindliches Flugzeug, das durch einen unserer Flwger nieder geholt wurde, stürzte im Forges-Wald ab. Schließlich wurde ein Fotter von emem unserer Flugzeuge aus kurze Distanz nrit einem Maschinengewehr beschossen uiib stürzte kopfüber in der Gegend von Hattonchatel ab. In der Nacht vom 24._ zum 25. April warf eines unserer Luftschiffe 10 Eff: hundertsün fzeh n er - G ra- naten und Zwechundertzwanziger-Granatn: auf den Bahnhof von Eonslans ab.

Mord eines französischen Offiziers.

Berlin, 26. April. (WTB.) DieNordd. Mg. Ztg." veröffentlicht die eidlichen Aussagen von fünf Krankenträ­gern eines im Westen stehenden Jägerbataillons, durch die unumstößlich festgclegt wird, daß ein französischer Offizier deutsche S a n i t ä t s m a n n s ch a f t e n dirrch Bedrohung mit dem Revolver zum Verrat ihrer eigencu Kameraden zu verleiten suchte, und du ihm dies nicht gelang, die Krankenträger meuchlings niederschoß. Der Sa­nitätsgefreite Hell in ge r wurde dabei durch einen Kopf­schuß getötet. Die deutschen Sanitätssoldaten waren voll­kommen unbewaffnet und machten den französischen Offizier ausdrücklich auf ihre Roten-Kreuz-Abzeichen und ihre Eigen­schaft als Sanitätssoldaten cntfrncrksam.

Bulgarischer Besuch.

Sofia, 26. April. (WTB.) Etwa zwanzig Mitglieder der So brau je unternehmen am nächste:'. Sonntag unter Führung des Vizepräsidenten der Sobrmffe, Momtschilow, eine dreivwchent- liche Be fuchs reise nach. Ungarn, Oesterreich und Deutschland.

Aeußeruugen des bulgarischen Geueralstabschess.

Berlin, 27. April. In einer Unterredung, die der bul­garische Generalstaöschef Jo stow gestern einemMitarbeiter desBerl. Taaebl." gewährte, erklärte er u. a.: Ich habe bei meinem Besuche an ver Westfront sehr viel gelernt und viel gesehen, was man früher für kann: möglich gehalten hätte. Ich kehre voll Bewunderung fiir das zurück, was die Deut­schen an Organisation, Kraft und an militärischer Knust vollbracht haben, und das nicht allein an der Front, sondern auch hinter der Front. Ich war in Belgien und habe gesehen, welche vortreffliche Ordnung die Deutschen durchgeführt haben. Wo ftni> die vielerzählten Vernichtungen in Belgien? Ganz Belgien gleicht entern prächtigen Garten außer an den Orten, die im Fenerbereich liegen und wo Verwüstttnaen wohl vorkonnnen. Ich habe auch Gelegenheit gehabt, ven Deutschen Kaiser zu sprechen. Er ist voll Zuversicht, und ich bin von tiefer Bewunderrrng für seine Persönlichkeit erfüllt. Die Lage an der Westfront scheint mir sehr günstig.

Deutschland und Amerika.

Amsterdam, 26. April. (WTB.) Das Reuterfche Bureau verbreitet folgende Mashin<ftor«n Meldung:In dem ungestümen Wunsche, den Kongreß zu beeinslnssen, überschwemmen deutsche Agitatoren de:: Sei:at mit Telegrammen, die gegen ein Vor- gehei: Einspruchs -erheben, das z:nn .Kriege führen könnte. 25 000 Te­legramme sind bereits dttgetroffen, rneistens aus Staaten des mittleren Westens, in Ivelchen der deutsch-amerikanische Einfluß vorherrscht."

Der Seekrieg.

Gjedser, 25. April. (WTB.) Meldung des Ritzauschen Bureaus: Gestern nachnrittag ist ein kleinerer T a n: p f e r beim Gjedser Lencht feue r gesunken." Er scheint aus eine Mine gelanfe:: zu sein; die Nationalität ist imbekannt. Vom Lande wurde ein vorn Dampfer abrudenwes Boot beobachtet, dessen Insassen von einem deutschen Hilfskreuzer ausgenommen nwrden sff:d. Der Schornstein des gesunkenen Tanrpfers ragt aus dem Wasser.

Notiz des WTB.: Wie wir von nnterrichiteter Seite erfahren, handelt es sich um den norwegischen DampferStroe- moner" (240 Bruttoregistertomen), der trotz der in den Nach­richten für Seefahrer erlassen: Warm:::gen und ungeachtet der Warmngsschüsse und Signale eines unserer Hilfskreuzer das ge­fährdete Gebiet zu passieren suchte. Die Daurpferbesatzung ist ge­rettet und nach Warnemünde gebracht worden.

Haag, 26. April. lWTB. Nichtamtlich.) Gestern nacht kam an Bord dLs RettungsschiffesMas." die Bemannung des cng-

lffchen F i f d) ZT'7TÜ1?YJ'~'uTp?lf 16 w' att, das ITm

12 Uhr durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken ge- b r a ch t :vorden war. Das Unterseeboot hatte die Bemannmg nach dem Leuchtschiff Noordhinder gebracht.

Rotterdam, 26. April. (WTB. Nichtamtlich? Ter Damv- ferMaashaven", der vor der englischen Küste airs eine Mine stieß, jedoch ff: einen Hase:: geschleppt werden konnte, trat am Dienstag nach :wtdürft:ger Reparatur, geschleppt von den TancpiernNoordzee" undPoolzee", die Reise nach Rotter­dam an. Mittwoch früh stießenMaashaven" undPvol- z ce" auf Minen u:ü> versanken. Ter SchlepperNo-ordzec" ist nrit den geretteten Mmnschaften im Neuen Wasserweg eiu- getrosfen.

Arrs Sittdt nnö Larrd.

Gießen, 27. April 1916.

L. U. A n d e r L a n d e s u n i v e r s i t ä t Gießen ist 5)erc M eh m c b Ali Bey Haschwet, bisher Direktor der Musterschule zu Schischli, einem Vorort von Konstantinvpel, als L e k t o r s ü r d i e t ü r k i s chi e S p r a ch e angestellt wor- dem Mehmed Ali Bey ist 1889 in Philippvpel geboren, er entstammt einer alten türkischen Familie. Für die Stelle des Lektors ist er vom türkischen Unkerrichtsministerium emp­fohlen worden. Er wird seine für Anfänger und Fortgeschrit­tene bestimmten Uebungen, die in Verbindung mit den an der Universität gehaltenen Vorlesungen über die türkische Sprache stattfinden, in der ersten Maiwoche beginnen. Der Besuch der Vorlesungen und Uebungen ist auch Nichtstudie­reuden gestattet. Eine Vorbesprechung ist auf Montag, den 1. Mai, abends 7 Uhr, angesetzt (Hörsaal 44 der Universität).

** V o r t r a g sa b e n d. In dem am Freitag, den 28. Llpril im großen Hörsaal der Universffät stattftndendet: Orienta- l i s ch c n Abend wird caad. phil. H ö cke r zunächst Balladen und Gedichte von Goethe, Heine, Heoder, Platen u. a. bringen.,

Im zweiten Teil des Mends werden besonders moderne Dich­tungen noch lebender A::toren zum Vortrag kommen. Sv u. a. ein Kapitel 'aus derSüdlick-en Reise" von A. H. R^us ch, dem Friedberger Dichter, ferner Gedickche von R il ke, wie eine Asiatische Novelle pon Tauthendey. Der Abend verspricht mithin recht interessant und abwechslungsreich zu werden.

** Eine weibliche Leiche wurde heute morgen gegen 7 Uhr in der Nähe des Biebertalbahnhofes aus der Lahn gezogen. Wer die Gelärchete ist, konnte noch nicht fest- gestellt werden.

** Zinss ch e in e als Zahlungsmittel. Im Anschluß an die von uns kürzlich gebrachte Notiz wird uns von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß nunmehr sämtliche Bezirkstassen sowie sämt­liche staatliche Unt'ererhebstell-en angewiesen worde:: sind, die Zins-^ scheine der 9!eichsanleihen, insbesondere der Kriegsanleihen in Zah­lung zu nehme::.

** Au f Anordnungder Reichs stelle für dieVe r- s o r g u n g m i t V i e h« u n d F l e i s ch (Reichsfleischstelle) sollen die im Eigenttline der Komnmnalverbände und Gem^emden befindlichen Vorräte an Gefrierfleisch, Fleischräucherwaren und F le i s ch ko n se r ve n, oh::e Rücksicht auf de:: Ort der La­gerung, nach dem Stande in der Nacht vow 30. Aprll zum 1. Mai 1916 festgestellt werden. Die Großb. Zentralstelle sür die Landesstatistik, welche vom Großh. Ministcrmm des Innern mit der Durchführung der Erhebung im Großl»erzogtt:m beauf­tragt rvorden ist, wird die in Betracht kommeuden Fragebogen den Kommunalverbänden und Gemeindan in den nächsten Tagen zu­kommen lassen.

** Die L an d e sve r t e i lnng s stelle für Futter­mittel in Darmstadt gibt bekannt, daß holländische Run-> ie { r ii b c:: zu 2,502,60 Mark pro Zentner erhältlich seiet:. Ferner werden die Sa a t n: a i s b e st e l l u ng en im Laufe btefet' Woche restlos au-ge führt. NachbesteUungen aus Saatmais könnQv noch eingereicht werden. Ms Hühnerfutter steht Hirse und etwas Ausputzgcrste zur Verftgung. Den Milchwirtschaften kann nock ctivas getrocknete Schnitzel (TrvckM.swnitzel, Zucker- schnitzcl und 9Nelasseschn:tzel) bei der -Schlußverteilung, die jetzt stattsffwet, überwiesen werden. Sämtliche Auftageu und Bcstellm:- gen sind durch die örtlichen Futterverteilungsstellen an die Zen­tralgenossenschaft der Hess, landw. Konsumver­ein e i n Darmstadt zu richten.

** Bestandsaufnahme von Verbrauchszucker. Laut Verordnung des Bundesrats vom 10. April 1916 ist eine Bestandsaufnahme von Zucker über die vom 25. April 1916 vor­handenen Vorräte angeordnet. Diejenigen, die mft dem Beginn des'

25. April 1916 Zucker in Gcrvahrsam hatten, werden in einer Be- kanntmachung in unserem heutigen Blatte aufgesordert, binnen 24" Stunden den Vorrat nach Mengen und Eigentümern aus dem Stadthause, Zimmer 9, anzuzeigen.

Landkreis Gießen.

e. Heuchel-Heim, 27. Llvril. Hoboist Sergeant Sack beim Jnionterie-Regiment 116 wurde mit der Hessischen Tapferkeits­medaille ausgezeichnet.

u Lang- 63 öns, 27. April. Feld-Unterarzt Phil. Freu, z. Zt. in Frankreich, Sohn von Kd. Joh. Frey II-, Landwirt, wurde zun: Sanitätsosfizier befördert.

Kreis Büdingen.

<£ Ortenberg, 27. April. Ter im September 1914 ver­wundet in französische Gesaugenschait gefallene Vizefeldwebel Hermann Je cke l von hier kam vor kurzem nach schwerer Krank­heit als Austaufchgefangener nach Käppis in der Schweiz, wo er . nach IlLjähriger Trennung den Besuch seirwr Angehörigen en:pfangen ' durfte.

Kreis Alsfeld.

Up. Mücke, 27. April. Der Osterverkehr vom hiesige:: Bahn-» - Hofe in den nordwestlichen Vogclsberg war diesmal so groß, wie noch nie in den Friedensjahren. Unter den Ostergästen üderwog die Uniform; auch mancher Feldgraue mit Sack und Pack war aus dem I Westen beurlaubt worden. Tie Großstädter, die ebenfalls so zahl- \ reich das Land besuchten, mochten wohl wissen, daß der Vogels- ! berger Osterhase noch gut legt.

up. Ruppertenrod, 27. April. Dem Fahrer Sann von j hier bei der Munitions-Kolonne^ des Fuß-ArtiUerie-Regiments t Nr. 3 wurde vom Großherzog die Hessische Tapferkeitsmcdaille vcr- | liehen. Aus der Reinhard Allcndors'schen Stiftung wurden -u \ Ostern 13 Konfirmanden mit Gesangbüchern beschenkt. So wc.o dem Stifter und seiner Ehefrau, denen die darikbLre Gemeinde eine » Gedächtnistasel in hiesiger Kirche gewidmet, ein ehrendes Andenken j bewahrt.

Kreis Schotten.

L. Lardenbach, Kreis Schotten, 26. April. Die hessische % Tapferteitsmedaille erhielt am 12. ?lpr:l d. I. der Sergeant Eduard M ö lche r von hier, im Feldartillerie-Regiment Nr. 27, ß nachden: er gerade vor einem Jahre das Eiserne Kreuz zweiter Klasse eckl)alten hatte. Ferner erlchelten ^dri-egsauszeicbnungen aus! -- unseren: Torfe: Karl Lein, Feldartillerie-Regiment^ 241, -und . Otto Keller, Reser Ve-Jnfcmterie-Regiment 223: die Hessische i Tapserkeitsmedaille. Ter schwer verwundete Wffhelm Keller, welcher wegen seiner Verwundung entlassen ist, wurde

mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.- Hier befinden , sich gegenwärtig 17 russische Kriegsgefangene. Sie stammen zun: Teil aus Sibirien, zum Teil aus der Ukraine. Sie haben sich bisher Mt bewährt. Es sind meistens ruhige und fleißige Leute. | Es sollten alle Bewohner der Dörfer des Vivgelsberges, wo die 1 Arbeitskräfte mangeln uitb wo man bisher mit der Einstellung I von Kriegsgefangenen aus nichtigen Gründen gezögert hat. die f Gelegenheit benützen, die fehlenden Arbeitskräfte aus diese Weise zu ersetzen.

Kreis Friedberg.

TA. Friedberg, 27. April. Der Gefreite Kanonier in: Artillerie-Regiment Nr. 25 Ernst Mai von hier wurde zun: Unter« osfizier befördert.

LI. B a d ° N a u h e : n:, 27. April. Der Gefreite Tjard H a jf t erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.