Ausgabe 
26.4.1916 Erstes Blatt
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der Ms stell ring am Sonntag bestimmt erfolgt. Aus der Ausstellung der Sammlung Olga Hasselman-Kurtz wurden 6 Bilder verkauft. Weitere Ankäufe für das hiesige Ober­hessische Museum stehen noch in Aussicht.

** D ie Hauptversammlung des Lahnkanal- Pcreins findet, wie ittmmehr feststeht, am 14. Mai l. Js., nachmittags 2 l 4 Uhr, int Gasthaus Gvoßherzog von Hesseit in Gießen statt. 'Ti? Tagesordrimtg ist wie folgt festgesetzt: 1. Bericht über die Vereinstätigrfieit unb die Ergebnisse der Versuchsfahrten mit dem Pro de-Autoschiff: 2. RechnungsMage für 1915 und 'Ent­lastung des B-vrstandes: 3. Wahl des Ortes der nächsten Haupt­versammlung: 4. Vortrag des Direktor Ba n se r-Limburg über die Bornenschrst'sahrt im Kriege und die Zukunft der Lahn; 5. Son­stige kleine Mitteilungen imb Anfragen. Tie Versamnllung ist öffentlich. Nicht nur die Mitglieder, sondern alle Freunde unseres Lahnflusses sind eingelaoen .

** Vortragsabend. Am kommenden Freitag, den 28. April, beabsichtigt cand. Phil. Karl Höcker im Großen Hör­saal der Universität einen Vortrags-Abend (Der Orient in der deutschen Dichtung) zu veranstalten. Herr Hücker hat cur derselben Stelle vor Jahresfrist schon einmal mit Erfolg ge­sprochen und hat seitdem eine Reihe wo hl gelungener Mende ver­anstaltet, so vor kurzem einen äußerst beifällig aufgenommenen Deutschen Meisterabend in der Literarischen Vereinigung zu Bad- Ems. Ter Reinertrag des hiesigen Abends soll der Spende zur Errichtung von Sol baten Heimen an der Ost- und Südost- fvont zufallen. Solche Soldatenheime finb. bereits in verschiede­nen Städten des Operationsgebietes eingerichtet und bei unseren Feldgrauen recht bdkbt, zumal sie sämtlich mit Lese- und Schreib­zimmern, Vortragssaal und Bibliothek versehen sind. Aus das Drogramm ves Bortragsabends kommen wir noch zurück.

** Zu der B esichtigungderPflanzungenund An­lage n für Gemüsebau von Professor K l e b e r g e r, zu der der Obst- und Gartenbanverein Gießen seine Mitglieder für gestern nachmittag eingeladen hatte, waren etwa 70 Interessenten, überwiegend Frauen, erschienen. Professor Kleberger hieß die Erschienenen in den Kulturen herzlich willkommen und bemerkte, daß die Anregung zu ihrer Entstehung vom Oberbürgermeister Keller und dem städtischen landwirtschaftlichen Ausschuß ge­geben worden sei. Man habe wohl nrit Recht angenommen, daß msolge des Krieges bei uns der Gemüsebau jetzt eifriger denn je betrieben werden müsse, und daß große Kreise unserer Bevölkerung bei der Bebauung ihres Gartens mit Gemüsen der Belehrung be­dürfen. Tiefe zu geben, sei er jederzeit gern bereit. Professor Kleberger wies dann darauf hin, daß der Boden, auf dem die Versuchs Pflanzungen vorgcnvmmen sind, im vergangenen Jahre verhältnismäßig epst spät bebaut werden konnte, daß aber trotzdem die erzielten Erfolge, was den Ertrag anlangte, recht befriedigten. Es wurden daun die einzelnen Gemüsebeete besichtigt, auf denen Spinat, Rotkraut. Weißkraut, Salat usw. angebaut sind, die mit Kali, Phosphor und Stickstoff in verfckftÄrenen Zusammenstellungen gedüngt sind. Professor Kleberger zeigte an Hand der Pflanzen, in welcher Zusammensetzung die künstliche Düngung den besten Ertrag bringt. Die gefährlichen Feinde des Gemüsebaues sind die Wühlmaus und für die Salatpflanzen die Schnecken, für deren Bekämpfftng man besorgt sein müsse. Tie Schnecken be­seitigt man. wenn man um das Salatbeel eine Streuung von Kainit macht. Zu den Hülsenftüchten übergehend, wurden die eben , ausgeh.enden Pserdebolmen und die nicht rankende goldgelbe Victo­ria-Erbse besichtigt, deren Anbau den Gartenbesitzern warm enr- pfoUen wurde. Professor Kleberger empfahl auch den Anbau von ! Zuckerrüben im kleinen. Bei der Zuckerknappheit sei hierzu nur dringend zu raten, denn die Rübe sei geeignet, beim Einkochen von Marmeladen und Birnen- oder Zwet scheu Honig den Zucker TU ersetzen. Zum Schluß besichtigten die Mitglieder des Garten- banvereins noch die Kartoffel Pflanzungen. Bei dieser Gelegenbeit wies Professor Kleberger darauf hin, daß es ein Fehler sei, wenn man das Knollengewächs zu dicht aufeinander rn den Boden stecke.- Er riet, diese Frucht mindestens 40 Zcnti- Miter auseinander zu setzen, damit nickst der Schatten eines Busches d«r Boden, aus dem der Nachbarbusch steht, allzusehr beschattet. Die Kartoffel brauche, irm sich gesund und gut in der Erde ent­wickeln zu können, Sonne, dies sei die Hauptsache. Auch sonst gab der Vortragende wertvolle Hinweise über die Art und Weise des Kartoffelanbaues und wies darauf hin, daß er hoffe, in einigen Wacken den Mitglieder des Gartenbauv-ereins seine Versuchsbeete zeigen zu können, damit sie die weitere Entwicklung der Pflanzen beobachten könnten. Der Vorsitzende des Vereins, Stadtverordneter Simon, dankte für das. was die Mitglieder gesehen hätten, besonders aber für die ihnen durch Professor Kleberger zuteil gewordene Belehrung und Unterweisung: der Verein wolle dahin wirken, daß die Theorie der Männer der Wissenschaft von den Dereinsmitgliedern in der Praxis betätigst werde: er könne ver­sprechen, daß die Einladung für eine spätere Besichtigung der Gemüsepslanzun^en Professor Klebergers vom Obst-, und Garten- bcmverern dankbar angenommen werde.

** Diebeiden stüd ti schen Sirenen werden, wie Lins vom Tiefbauamte mitgeteikt wird, morgen vormittag 10 Uhr probeweise in Tätigkeit gesetzt werden. Es liegt also bei deren Ertönen keinerlei Grund zur Befürchtung einer Feuersbrunst vor.

** AusschußsitzungdesOb'erhessischenBienen- izüchter - Pe rcins. Wie alljährlich am 3. Osterfeiertag fand buch gestern im Gasthof Schütz dahier die Ausschußsitztmg des Ober- hessischen Bienenzüchtervereins statt, in der fast sämlliche Zweig­vereine vertreten waren. Nach einer herzlichen Begrüßung der An­wesenden durch deu Vorsitzenden, Lehrer Buß-Leihgestern, wurde der im lechen Vereinsjahr verstorbenen oder gefallenen Mitglieder rn der üblichen Weise gedacht. Dann teilte er aus dem Vereins- leben unter anderem folgendes mit: Ter Mitgliederbestand bettägt 1148. der Kassenüberschuß 647.40 Mark, der Kapitalbestand 2 200 Mark. Ter Honigertrag war im allgemeinen gut. Unfälle, die durch Bienen verursacht waren, sind im Vereinsgebiet nicht zur Kenntnis gekommen. Als neuer Zweigverein ist der Eisen­bahn i m k e r v e r e i i; Gießen dem Hauptverein beigetrrtew Der Rechenschaftsbericht des Rechners, Lehrer M e r g o t t- Nidda, weist an Einnahme 3264.20 Mk., an Ausgabe 2616.18 Mk. mtf. Aus der Staatskasse erhielt der Verein zur Förderung der Bienenzucht 400 Mk. Unterstützung, die bestimmungsgemäß ver­wendet worden sind. Die öarrt zwei Mitgliedern geprüfte Rechnung wird genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Der von dem ZÄwsitzenden vorgetragene Voranschlag für 1916 mit 3340 Mk. in Einnahme und Ausgabe wurde einstimmig gutgeheißen. Wäh­rend im vorigen Jahre wegen des Krieges die Vcreinslehrgänge für Bienenzucht ausgefallen waren, soll in diesem Jahre ein solcher Lehrgang abgehalten tverden, an dem außer Vereinsmitgliedern auch Kriegsbeschädigte und Frauen teilnehmen können. Er findet Ende Juni aus dem Vereinsbienenstand in Hirzenhain statt, nähe­res darüber wird in der ,.Biene" bekannt gegeben. Eine Wander- versammlung findet auch in diesem Jahre des Krieges wegen nicht statt. Ein Antrag LeS Zweigvereins Friedberg aus Einstellung eines Betrages von 35 Mark zur Bewehrung der Vereinsbücherei wurde angenommen. Ebenso ein weiterer Antrag dieses Zweigvereins auf Herbeiführung eines behördlichen Verbotes über das Ab- brechen und Verkaufen von Weidenkätzchen, die im Früh­jahre die einzige Nahrung der Bienen bilden. Ter Antrag wird vom Vorstand an die zuständige Stelle weitergegeben werden. In­folge der Verteuerung aller Gebrauchgegenstände der Bienen­züchter ist eine Erhöhung des Honig Preises nötig ge­worden. Ter Vcrbandsvorstand hat bereits den Verkaufspreis für das Einzelpsund ohne Glas aus 1.40 Mk. festgesetzt. Zur Unter- stützung der schwer geschädigten Ostpreußischen Imker sind beim Vorstand eingegangcn 55 Mk.. Zweigverein Mücke und Friedberg haben ihre Gaben an den deutschen Jmkerbund direkt ein gesandt. Außerdem sind einige Bienenvölker zur Verfügung gestellt. Mit dem Verband öffentlicher Lebensversicherungen in Deutschland ist vom Vorstand ein Vertrag abgeschlossen worden, der von der Ver­sammlung genehmigt loirb, wonach der Verein sich verpflichtet, den Mitgliedern den Abschlus von Versicherungen zu empfehlen. Ein Vertreter des Verbandes setzte diesen Zweck auseinander. Die Ver­sammlung wird um 1 Uher vom Vorsitzenden geschlossen.

** Gautag der hes s i s che n Wandervögel am 1. und 2. Osterfeiertagin Friedbcrg. Ungefähr 500 Wan­dervögel ans Hessen waren zu ihrem Gantag wälzend der Oster­feiertage nach Friedberg gekommen. Am ersten Feiertage fanden die Verhandlungen der Gauleitung statt, inzwischen kochten die Wander­vögel auf dem Ockstädtcr Exerzierplatz ab. Am Abend versammelte sich alles um das Öfters euer und gedachte der vielen im Felde schon gefallenen Wandervögel, Auch der Oesterreicher undSchnxizer Wandervögel, die Grüße gesandt hatten, erinnerte man sicki. Am Ostermontag fand ein größeres Geländespiel statt. Tie rote Partei hatte den Winterstein zu verteidigen und die blaue Partei sollte die Linien der roten durchbrechen. Dies gelang auch mit wenig Verlusten. Danach wurden Bewegungsspiele ver­anstaltet, wie Wettlans, Gerwerfen, Steinschlagen usw. 'Dabei er­zielten die Wandervögel recht ante Leistungen. Im Laufe des Nachmittags brachten die Frieoberger noch ein Hans Sachs- st ü ck zur Aufführung, midi viele Volkslieder wurden gesungen und altdeutsche Tänze von Buben und Mädchen getanzt. Dann zer­streuten sich die Horden wieder, vielfach zogen sie noch weiter aus Wanderschaft (wie die Gießener Bubengruppe), teilweise gings auch noch ins Oandheim, um beim Feldbestellen zu helfen.

**Bauxit im Vogelsberg." Zu unserer Mitteilung über Bauxit im Vogelsberg geht uns folgeube Ergänzung zu: Bauxit von Langsdorf bei Lich wurde 1884 von I. Laug, späteren! Direktor an der Fabrik Griesheim-Elektron bei Frand furt, analysiert (Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft 1884, S. 2892). Er wurde als Knollen von Ruß- bis Kopsgröße auf deu Feldern gesammelt und zur Alaun fabrikation benutzt. Alljähr- lich wurde aus dem gelb bis braun gefärbten Mineral in deu hiesigen Vorlesungen weiße Tonerde bereitet, wie sie zur fabrikmäßigen Gewinnung von metallischem Aluminium ver­wendet wird.

"Bestandserhebung von Reißmaschinen. Aut 26. 4. 1916 ist eine Bekanntmachung betreffend Bestandserhebnng von Relßmascbinen veröffentlicht worden. Hiernach sind alle im Inland befindlichen Maschinen, die zum Neigen oder Auflösen von Lumpen, Gegenständen oder Abfällen aller Art dienen können, ins« besondere Kunstwoll- bezw. Vorreißiuaschinen (Reißwölie), Rach- rciß- (Essilochö-) Maschinen, Nachreißinaschinen und Drouictten bis zum 10. 5. 1916 an das Webstoffmeldeamt der Kriegs- rohstoffabteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriinns, Berlin 8. W. 48, Verlängerte Hedemannstraße 11, zu melden, von dem auch die auitlichen Meldescheine zu erfordern sind. Der Wort­laut der Bekanntmachung ist bei den Polizeibehörden einzuseheli.

" Der Gießener Hausfrauen-Verein gibt im Anzeigenteil verschiedenes bekannt, Nils das wir besonders Hin­weisen : ebenso sei aus eine Bekanntmachung des O b e r h e s s i s ch e n Viehhandelsverbandes hingewiesen.

Landkreis Gießen.

Q. A l l e n d o r f a. d. Lda., 26. Avril. Unter Beteiligung des Kriegervereins fand gestern mittag in unserer Kirche eine Ge­dächtnisfeier für die süngst Gefallenen statt. Im März und April haben drei Kriegsteilnehmer von hier bcn Heldentod fürs Vaterland erlitlen. Pionier Heinrich Spöhrer siel am 2. März bei Verdun, Johannes Reil,, 19 Jahre alt, und Heinrich Keil, der älteste von sechs zum Heere eingezogenen Brüdern, starben in voriger Woche an schwere»! Verwundungen.

* Bellersheim, 26. April. Den! Gefreiten Adolf A n g e r »n ü l l e r von hier, iin 16. Bayr. Jnf.-Regt. wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

u 2ang«©ön§, 26. April. Musketier Willy Henrich beim aktiven Infanterie-Regiment 116 starb den Heldentod. Musketier Otto Kramer in demselben Regiment ivurde ver- ivundet. Dem Mltsketiec Karl Müller II. im Infanterie- Regt. 117 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Sein Bruder, Otto Müller, dient nnt ihm iit der gleichen Kompagnie. Außer ihnen stehen noch zwei Söhne von Wilh. Ant. Müller II., Maurer dahier, im Felde.

Kreis Friedberg.

81. F r i e d b e r g , 26. April. Am 23. April feierte Fr. S o i n e, Buchhalter bei der Firma Friedrich Roßbach hier, fern 25iähriges Arbeitsjubiläum. Dem Sanitätsgefreiteu Ludwig Kogler, welcher als Sailitätshundeführer im Anfang des Krieges ins Feld zog, wurde das Friedrich-August-Kreuz 2. Klaffe verliehen.

81. G a m b a ch , 26. April. Dem Sohne des Bäckermeisters Megger von hier, dem Pionier Metzger, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

81. Rodhei m v. d. H., 26. 2lpril. Der Wehrinann August Kitz im Laudwehr-Jnfanterie-Regimeut 9h:. 116, der seit Kriegs­beginn im Felde steht, erhielt die Hessische Tapferkeitsnledaille.

Kreis Wetzlar.

ra. F r a n k e n b a ch , 26. April. Ersatzreservist Ehr. C l o o s starb am 14. April in den Kämpfen vor Verdun den Ehrentod. Es stehen noch vier Brüder von ihm im Felde, wovo»t zwei verwundet waren.

Hrssen-NassM.

= Frankfurt a. M., 26. April. Der Vogelsberge r Höyenklub hielt unter dem' Vorsitz von Prof. Bender seine Hauptversammlung ab. Dem Jahresbericht zufolge stieg die Zahl der Mitglieder aus 543. Durch Tod verlor der Klüb 13 Mitglieder, darunter 4 auf dem Felde der Ehre. 129 steherr int Felde, 29 Mit­glieder erwarben das Eiserne Kreuz, 4 die Hessische Tapferkeits- medaille. Für Liebesgabensendungen wurden 726 Mk. verausgabt. Die offiziellen Klnbwanderungen fielen aus, an ihre Stelle ttaten freie Watiderungen. Der Kassenabschluß wies Einnahmen von 4269,21 Mk. und Ausgabeit von 2324.92 Mk. auf. so daß ein Vor- ttag von 1944,29 Mk. verbleibt. Die Wohltättgkeitskasse zeigt einen Bestand von 3407,65 Mk. Von einer Vorstandswahl sah man ab. Der bisherige Vorstand wird die Vereinsgeschäste inr neuen Jahre weiterführen.

Frankfurt a. M., 25. April. Im Alter von 48 Jahren verstarb plötzlich Sanitätsrat Dr. Georg Avellis, einer der ersten Aerzte für Hals- und Kehlkopfkrankheiten, vor allen! für Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen der Halsnerven. Dr. Avellis war, bevor er sich in Frankfurt uiederließ, au der inneren Klinik zu Gießen als Assistenzarzt tätig.

X. Hanau, 25. April. Ein schweres Unglück er­eignete sich im Spessartdörfchen Mosbach. Ein 15jähriger Junge hatte auf dem Speicher ein altes Gewehr gefunden. Er machte allerlei soldatische Hebungen damit, bis es sich plötzlich entlud und die aus Schrot bestehende Ladung zwei 16jährige Mädchen traf, die auf Besuch anwesend waren. Das eine davon erlitt eine Verletzung im Auge, lvodurch die Sehkraft verloren sein wird, das andere eine Knochen­splitterung des linken Annes. Die schwerverletzten Mädchen wurden ins Krankenhaus überführt. In die Fluten des Mains hat sichjsvon der Steinheinier Eisenbahnbrücke aus der Maschinist Heinrich Sand kühl aus Schlüchtern gestürzt. Er hat den Tod gesucht und gefunden.

Vermischtes.

* Budapest. 25. 9lpril. (Priv.'Tel.) Gestern uachiuittag hat sich über der Hauptstadt ein Wolkeubruch entladen, mehrere Tausend Kronen Schaden anrichlend. Längere Zeit stockte fast der gesamte Verkehr. In deu tieier gelegenen Stadteileu setzte aas Wasser eine Anzahl Kellerivohuuugen, Lagerrräume und ein­stöckige Häuser vöflig unter Wasser. 9lu mehreren Stellen sind die Braudn!auer»! eiugestürzt. Während des aarxzeu Nacknnitlags mußten die Wohuuugeu geräumt werden. Mehrere ^Mietshäuser und öffentliche Lokale blieben den Abend ohne elektrische Be- lenchtling, da die Leitungen stark beschädigt sind. Es sind keine Menschenverlufte z»l beklagen.

* Fliegerleutnant Boelkc. Die Frankfurter Zeitung schreibt: Eine »mertvartete, herzliche .Kundgebung gab cs gestern abend während der Aufführung vonUndine" im hiesigen Opern­haus. Andächtig hatten die Besucher der Arie des Veit im dritten Akt: ZVatcr, Mutter, Brüder, Schwestern..." gelauscht und deren Sänger, Herrn Schramm, nftt laittem Beifall gedankt. Die erwartete Zugabe kam, diesmal aber in Gestalt einer freudigen Uebervaschung, denn der Sänger tat in ivohtgermrdettn Versen den Hörern knnd und zu wisseit, daß Fliegerleutnanl B^lke im

Hause sei. 9!och lauter und stürmischer als zuvor wievrwvotre ncv der Beifall, der auch diesmal deni Sänger galt, aber vor allem dockj dem kühnen, erfolgreichen Streiter der Lüfte. Immer wieder mußte Herr Schramm auf offener Bühne erscheinen, und immer deuttick)er wies seine Hand die Richtung, in der der Gefeierte zu suchen sei. Da saß der jugendliche Held, fast, schüchtern und bescheiden zurück- gelclmt in-der Loge. Tiskret richteten sich die Gläser dahin und tausend gute Wünsche kamen aus dankbaren Herzen.

Märkte. .

Laubach, 25. April. Der heute hier auf der Helle ab- gehalteue S ch w e i u e m a r k l war gut besucht von»»seru aus der llingebung und unserer Stadt. 150 Stück Jungvieh waren alägesahren, die teilweise zu hohen Preisen, 95 und 85 Mk. der Kopf, abgegeben ivnrden. 4 Wochen alte Ferkel ivurden mit 65 wlk. das Stück bezahlt. Der Handel aing flott, trotz der hohen Preise, daß meist aller Vorrat antQefauft war.

fc. Frankfurt a. M., 25. April. Heu- und Stroh markt. Auf dem heutigen Heu- und Strohinarkt ivar nichts angeiahren.

ob. NieScr-Jngelheim, 25. April. Es kosteten Spargel u 1. Sorte 100110 Mk., 2. Sorte 5060 Mk. der Zentiwr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 27. April 1916 : Ziernlich heiter, trockeii, ivarui.

Letzte Nachrichten.

Der deutsch-amerikanischr Konflikt.

Berlin, 26. April. TerBerliner Lokalanzeiger" schreibt: In hiesigen deutsch-amerikanischen Kreisen war mau gestern hoff­nungsvoller in der Beurteilung der diplomattschen Lage zwischen den beiden Nationen, als in den vorhergehenden Tagen. Diese Stimnrnng äußerte sich namentlick) auch in gewissen öffentlichen: Verhandlungen, die ihren Gang nahmen., ohne von den polittschen Verhältnissen boeinslußt zu lverden. Ties ist im wesentlichen auch darauf zurückzuftihren, daß die Persönlichkeiten, die Gelegenheit hatten, den amerikanischen Botschafter Herrn Ge­ra rd am Montag auf den Rennen in Karlshorst zu begrüßen, dessen gute Laune in einem günstigen Sinne auslegten und das, ob­wohl der Botschafter es geflissentlich vermied, irgendwelche Andeu­tungen nach der einen oder anderen Richtung hin zu machen. Ten amerikanischen und deutschen Berichterstatterir gegenüber, die Herrn Gerard gestern im Lause des Tages besuchten, war er ebenso mu mitteilsam wie am Tage vorher. Ueber seine Unterredung mit dem Reichskanzler schwieg er sich ganz aus. Da auch das der amerikani­schen Note beigefügte angebliche (aus französischer Quelle stam­mende) Beweis nca terial üoer den Untergang des Sussex" eingehend überprüft werden muß, so dürfte >vohl noch eine Reihe von Tagen vergehen, ehe die deutsche Regierung sichüberitzre Antwort aus di< amerikanische Note schlüssig werden kann.

Neues Licht über die holländische Mobilisierung.

i. Köln, 26. Aprll. Laut derKöln. Ztg." meldet das hol­ländische BlattTribüne" vom 19. April, anknüpsend au eine Mitteilung desNieuwe Rotterdamsche Courmtt" am 31. März, wonach das holländische SchiffBreda" auf der Rück­fahrt von England nach Holland Widerwärtigkeiten un ­glaublicher Natur erlitten habe, die sich zur Veröffent­lichung nicht eignen. Das Blatt sagt, der Zustand war am 31. März so krftisch, weil von englischer Seile irrtüm­licherweise ein holländisches Kriegsschiff in den Grund gebohrt wurde. Die MLmnschaft wurde sofort nach

t ndien geschafft, um die Sache geheim zu halten, nachdem ngland Schadenersatz versprochen hat. Der Bericht stammt von einem Mitglied der Besatzung derBreda". Die Geheimhaltung des Vorfalles hängt mit der strengen Zensur zusammen. 97ach dem England beruhigende Erklärungen abgegeben, konnte dann am 4. April die niederländische Negierung Erklärungen abgeben daß der krittsche Zustand nicht die Folge bestehender politische- Verwicklungen sei.

Russische Vorhaltungen gegen Italien.

i. Köln, 26. April. Wie dieKöln. Ztg." Meldet, bemerkt die9rowoje Wremja" in einem Leitarttkel zu den Reden der fta- lienischen Minister Salandra und Sontrimo. Im Laufe von sechs Wochen erhielt Salandra dreimal ein Ver­trauen svotnm. Das kann ja stcherlich ans gefestigte Einheit des Ministeriums schließen lassen, aber durch eine pesftnristische Brille gesehen, kann nian sich der Unsicherheit dieses schwankenden Kabinetts nicht verschließen, denn wer sich an seinem Platze sicher fühlt, läßt über Verttauensfrage nicht alle 14 Tage abstimmen. Das Wesenlliche an der Rede Sonninos und der anderen Wort­führer ist, daß keine sich mit der wichtigen Kriegserklärung an Deutschland befaßt. Wir können uns die Solidarität Ita­liens mit den Alliierten nicht zum vollen Bewußtsein bringen, so­lare sich Italien nur auf dem Papiere im Kriege mit Deutschland befindet, aber nicht aktiv gegen den Hauptseind eingreift, der sowohl uns, wie den Franzosen und Engländern so schwere Schläge ver­setzt hat.

Die Schwierigkeiten des russischen Vormarsches bei Erzerum.

Genf, 26. Aprll. Das PariserJournal" erhielt von seinem Korrespondenten in T i fl i s ein TÄegramm über die außer ordentlichen Schwierigkeiten, denen der russische Vormarsch wesllich Erzerunts begegnet. Tie russischen Artilleristen seien in dem dortigen unwegsamen Gebirgsgeländc genöttgt, ihre Geschütze ohne Hilfe von Lasttieren M ttansportteren. Ueberdies leiste der Gegner, der über sehr starke Artlllerie verft'ige, sehr energischen Wider­stand in dem für die Verteidigung ausgezeichnet geeigneten Gelände.

Für Schwerhörigrc.

Herr F. K. in N. schreibt:

xJch war von Jugend auf Ohrenleidend. Als ich vier Wochen Ihren Apparat trug, besserte sich mein Gehör und ich bin seitJahresfrist wieder im Besitze meines Olehörs, wofür ich Ihnen herzl.danke." 8«; Schwerhörigkeit tteTCrtSaat# ist A> x-wdoer » pat. Sörtromnel unentbehrlich; wird kaum sicht­bar im Obr ge­tragen. A!it großem Erfolg angemend. bei Ohrensausen, nerv.Ohrenleiden usw. Tau­sende im tziebrauch. Zahl­reiche Dankschreiben.

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