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15.4.1916 Erstes Blatt
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Nr. 90

Der «etznrer L«zrt-«

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Erster Blatt $6. Jahrgang

Samstag, (5. April M6

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger sür Gderhessen

Rotattsnsdnuk und Verlag der Brühl'schen llniv.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschästrstelle und Druckerei: Schulstr.7.

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Russische Angriffe abgewiesen.

Reue Angriffe aus Griechenlands Neutralität.

Trohes Hauptquartier, 14. April.

(Amtttch.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von stellenweise lebhaften, im Maasgebiet uemgen Feuerkömpfen. ist nichts Wesentliches zu berichten. Angrisft.verfuche auf dem linken Maasufer crstarben unter unserem Artilleriefeuer schon in den Ausgangsgräben.

O e ft l i ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Bei der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hindenburg

wurden in der Gegend von Garbunowka (nordwestlich Druraburg) und südlich des Narocz-Sces begrenzte feinsftche Vorstöße blutig abgewiesen. Ebenso blieben bei der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern Unternchmnngen russischer Abteilungen gegen die Stellun­gen «m Serwetsch nördlich von Zirin erfolglos.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die gegnerische Artillerie war gestern östlich des W a r - dar zeitweise lebhaft tätig.

Zn der Rächt vom 12. zum 13. April warfen feindliche Flieger erfolglos Bomben auf Gjevgjeli und Bogo- od i ca östlich davon.

Oberste Heeresleitung.

We griechische Neattralitätspolitik schillert wieder ein- :rnLl in ediert Re genb ogenfrrrben. Es ist ein beinahe na tut* Nndriges Schauspiel, denn auf das Land ist irochi kein er- £ßudetibe§ Wa$ gekommen England uni) Frankreich haben .andas Kabinett Sknlndis neue Zumutungen gestellt, nnö iwenn es mm mich arglistig in einigen Reuterdepeschen heißt, es seren keine Drohungen und Forderungen gemacht, sondern nur Wünsche ausgesprochen worden, so wird doch gleichzeitig hirrzugefügt, nach der Ablehnung dieser Wünsche durch das /griechische Kabinett habe sich die diplomatische Lage in Athen iwieder verwickelt. Man scheut sich anscheinend in London, den letzten Rest von Wohlanständigkeit abzuwerfen, und probiert es mit Mittelchen, die noch eine Handhabe für die Ableugnung lassen, England wolle den Glanz neutralen Heiligenscheins nicht trüben. Man heizt die Lage mit allerlei Schikanen. Griechenland ist in seiner Nahrungszufuhr voll­kommen von der Entente abhängig. Hat es sich nun ge­weigert, den Engländern die Benutzung seiner Eisenbahnen iäüt Beförderung von Hilfstruppen für Saloniki zu gewähren, so wrrd der liebkosende Druck von Albions Hand an der Kehle des griechischen Staates etwas stärker. Schon erfahren wir heute in aller Form, daß die Kohlenzufuhr für Griechenland wieder gehemmt sei. Da zeigt sich, wie England es mit der Freiheit und Selbständigkeit der Staaten meint. Kleine ^Handeltreibende legen sich unter Mißbrauch des SatzesEine Hand wäscht die andere" häufig allerhand lästige Verpflich­tungen auf. Der Bäcker, der dem Gastwirt oder Manufaktur­warenhändler seine Brote liefert, muß nach ungeschriebenem Gesetz des Wirtes Ausschank in Anspruch nehmen und bei dem Manufakturenwarenhändler Reste einkaufen. Und doch .würde es eigentlich genügen, wenn die Brote schmackhaft und nicht zu teuer sind. Auf diese Weise kommt cs dann, daß der ! Bäcker nicht die Krawatte trägt, die seiner persönlichen Heral­dik am nächsten liegen würde, und daß er mit seiner ganzen Familie in der Freiheit seines Um- und Ausganges aus seiner Backstube einigermaßen belastet ist. Aber wir wollen den Bäcker nicht zum Märtyrer abstempeln. Es kann -ebenso gut ein Metzger oder ein Milchhändler sein. Und nicht nur kleine Handeltreibende verfallen in diesen ge­schäftlichen Unfug, wie wir jetzt an dem Beispiele Eng­lands sehen. Es erklärt den kleinen Staaten offen: Kohlen sind gegenwärtig rar, und der Unterseebootskrieg macht uns allerlei Sorgen. Ihr könnt Kohlen aus Errgland nur wegsühren, wenn Eure Schiffe frachtbeladen zu Uns kommen; nur wenn sie bei uns aus geladen haben, dürfen sie die schwarzen Diamanten Einladen. England geht also noch weiter als die besagten Händler. Um wieder auf das erste Beispiel zurückzukommen: bei jedem Korb mit Back­ware, den der Bäcker beim Wirt abliefert, muß er seinem Magen Gewalt antun, ob er Alkoholbedürfnis hat oder nicht. Solche ins Ungebührliche wachsenden Handelsbräuche kön­nen sich aber nicht ewiglich halten. Es konrmt ein Tag, wo wirllich einmal ein großer Kladderadatsch Eintritt. Trotz aller Interessen" kommt das Temperament des Betroffe­neil zum Durchbruch, und er wirst seinem Peiniger den ganzen Bettel vor die Füße. DaD ist zugleich der Tag, wo die Toga des stolzen Kaufmanns durchlöchert erscheint, weil seine Unfähigkeit, reelle und saubere Geschäfte zu machen, immer kläglicher ans Tageslicht rückt. Und es hilft ihm dann nichts, wenn er etwa zur selben Zeit noch in einer Vereinigung zur Abstellung von Geschäftsunsitten das große Wort führt. Wir fürchten, auch England steuert mit dem Mißverhältnis seiner Worte und Taten einer Pleite zu. Es werden den von ihm bedrückten kleinen Staaten zur rechten Zeit ehrliche Makler zu Hilfe kommen, und seine Macht wird nicht mehr ausreichen, um Drohungen zu verwirklichen und Existenzen zu vernichten. Deutschland will durch seine U-Boote und Zeppeline diese Entwicklung beschleunigen

I Schon tut das große Jnsellaud einen letzten verzweifelten I Schritt: es will durch Wirtschaftskonferenzerl einen Hcnr- delskonkurrenteli dauernd von der Bildfläche ausschließen. Aber auch dieser Plan wird im Systeme rechtlicher Ordnung auch im internationalen Handelsverkehr keine Aussicht mehr haben

* * *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 11. April 1916.

R u s s i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Gestern standen unsere Linien an der unteren Strypa, am Dnjestr und nordöstlich von Ezerno- witz unter heftigem Geschützfcuer. Zn der Nacht kam es im Mündungstvinkel der unteren Strypa und süd­östlich von Bmzacz zu starten Vorfeldkämpfen, die teilweise noch fortdauern. Im südlichsten Teil des Gefechtsfeldes wurde die Besatzung einer vorgeschobenen Schanze in die Hauptstellung zurückgenommen. Nordöstlich von Zasto- w i e c drang der Feind gleichfalls in eine unserer Vorstellun­gen ein, wurde aber durch einen raschen Gegenangriff wieder hinausgeworfen, wobei wir einen russischen Offizier, drei Fähnriche und 199 Mann gefangerl nahmen. An der von Buezacz und Czrrtkow führenden Straße bemächtigte sich ein österreichisch-ungarisches Streifkon-mando durch Nebcrfall einer russischen Vorposition. Auch gegen die Front der Armee Erzherzog Josef Ferdinand entfaltete die feindliche Artillerie erhöhte Tätigkeit.

I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.

Das beiderseitige Geschützftmr wurde, soweit es die Sichtverhältnisse erlaubten, auch gestern fortgesetzt. Am Mrzli Vrh bemächtigten sich unsere Trupven einer Vorstellung u;H schlugen wiederholte Gegenangriffe unter schweren Verlusten der Italiener a b. Bei Flitsch und Pontebba nahm unsere Artillerie die feindlichen Stellungen unter kräftiges Feuer. An der T i r o l e r F r o n t schritt der Feind an mehreren Stellen zum Angriff. Seine Versuche, sich im Sugana-Abschnitte unserer Stellung auf den Höhen beiderseits Novaledo zu bemächtigen, wurden ab­gewiesen. An der Ponale-Straße räumten unsere Truppen heute nacht die Verteidigungsmauer südlich Sperone und setzten sich in der nächsten Stellung fest. Im Ada- mello-Gebiete besetzten Alpini den Grenzrückcn Doscon di Genova: südlich des Stilfser Jochs scheiterte ein feinDV licher Angriff auf den Monte Scorluzzo.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Der französische Bericht.

Paris, 13. April, (zf.) Amtliche Mitteilung vom 13. April.

3 Uhr nachmittags: Die Nacht war ruhig in der ganzen Ge­gend von Verdun. Ter deutsche Angriff, der sich gestern zu Ende des Tages gegen unsere Stellungen von P u n k t 3 0 4 vorbereitete, kam aus den Schützengräben nicht heraus. Tie Sperrfeuer unserer Artillerie und das Bombardement, das von unseren Batterien der Nachbarabschnitte auf die im Walde von Malancourt versammel­ten feindlichen Kolonnen gerichtet wurde, scheinen die Operationen vereitelt zu haben. Kein bedeutendes Ereignis zu melden auf der gesamten Front.

11 Uhr abends: Zwischen der Oise und der Aisne Tätigkeit unserer Artillerie auf die feindlichen Einrichtungen von Moulin- sous-tvnts-Vents und in Nampeel. Westlich der Maas andauernde Beschießung von P u n kt 3 0 4 und unserer Front Mort Homme Eumieres, östlich der Maas mittlere Tätigkeit der Artillerie. Keine Jnfanterieattion im Laufe des Tages. Eines unserer weittragen­den Geschütze schoß auf den Bahnhof von Noveant-sur-Moselle und -ans die Brücke von Corny (nördlich von Pont-ä-Vkousson). In den Gebäulichkeiten des Bahnhofes entstand eine Feuersbrunst. Ter Tag war ruhig auf dem Reste der Front.

Aus Holland.

Haag, 11. April. (WTB. Nichtamtlich.) In Beantwor­tung von Anfragen in der Zweiten Kammer kündigte der Minister des Innern einen Gesetzentwurf an, welcher be- timmt, daß die Uhr während des Sommers eine S t u n d e v o r g e st e l l t werden soll. Der Minister er­klärte weiter, die Regierung beabsichtige nicht, die Unter­suchung derTubantia"-Frage der Reederei des Schisses zu überlassen, sondern sie selber weiterzuführen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Berlin, 15. April. In holländischen Kauf- mannskreisen wird, verschiedenen Blättern zufolge, die Abschnürung der Zufuhr von Getreide und anderer Stoffe nach Holland, die in England zu einem System geworden ist, wie aus dem Festhalten meh­rerer holländischer Getreideschiffe hervorgeht, deren Ladung sogar an die holländische Negierung adressiert lvar, mit Em­pörung besprochen.

Deutsche Gegenmaßregeln gegen unwürdige Behandlung deutscher Gesungener in Frankreich.

Berlin, 14. April. (WTB. Nichtamtlich.) DieNorddeut­sche Allgemeine Zeitung" schreibt: Im Sominer 1915 hat sich die französtsche Regierung unter dem Drucke dentsck/er Gegenmaßregeln entschlossen, die in den westafrikanischen Kolonien gefangen genom-, menen Uird in D a h o m e y internierten Deutschen teils nach Nordafrika, teils nach Frankreich überzuführen. Gleichzeitig I

hat sie jedoch diesen Kriegs- und Zivilgefangenett jede Poftverbrw» düng gesperrt: sie durften nur in einem einzigen Brief ihre An­kunft im neuen Lager melden. Als Vorwand für diesen Bruch der Haager Konvention wurde der postalische Abschluß der ftanzösischen Zivilbevölkerung in den besetzten Gebieten angegeben. Nach langen, vergeblichen Verhandlungen über die Aufhebung der Postsperre hat die deutsche Heeresverwaltung angeordnet, daß als Gegenmaß­regel die Post für Kriegsgefangene und für die zivilgefangenen Franzosen in drei deutschen .Lagern gespertt wurde. Diese für den 5. Februar 1916 befohlene Maßregel hatte den Erfolg, daß die französische Regierung durch eine Note der spanischen Botschaft am 6. Februar 1916 erklärte, sie habe die über die deutschen Ge­fangenen aus Togo und Kamerun verhängte Entziehung des Rechts, Korrespondenz und Pakete wie die anderen Kriegsgefangenen zu empfangen, ausgehoben. Infolgedessen hat die deutsche Heeresver­waltung die am gleichen Tage schon in Kraft getretene Postsperre in hen drei deutschen Lagern ansgehoben. Diese amtliche Erklärung der französischen Regierung widersprach den Tatsachen, denn die französische Regierung gestattete den Deutschen in Dahomey nur, einen -einzigen Brief zu schreiben, worauf die Postsperre unvermin­dert wieder in Kraft trat. Der diesbezügliche Befehl in dem marok­kanischen Lager 'Medjonrna wurde Ende Februar in folgender Form bekanntgeaeben: Nachdenr die deutsche Regierung begonnen hat, offizielle Nachrichten von in jetzt besetzten Gebieten festgehaltenen Franzosen durchzulassen, sind als Gegenmaßnahme alle Gefangenen von Togo und von Kamerun ermächtigt, einen Brief an ihre Fa­milie zu schreiben, in dem sie den Grund dieser Maßnahme Mit­teilen. Die endgültige und vollständige Aufhebung dieser Maß­nahme des Korrespondenzverbotes wird erst durch eine spätere Ver­fügung genehmigt werden, wenn die Verständigung, zu schreiben, von der deutschen Regierung beibehalten wird.

Auf die wiederholten Anfragen der deutschen Regierung, warum das amtliche Versprechen, die Postsperre au ft u heb eil, nicht erfüllt wurde, hat sich die ftanzösische Regierung zunächst damit begnügt, halbamtlich beschwickitigende Erklärungen abzugeben. Die Post­sperre blieb aber tatsächlich bestehen. Das Verhalten der ftanzösi­schen Regierung hat die deutsche Heeresverwaltung gezwungen, die aufgehobene Gegen Maßregel "wieder in Kraft zu setzen. In den drei Lagern ist die Post für die gefangenen Franzosen wiederum ge­sperrt worden. Nach einer soeben eingettosfenen Note voM27. März sollen zwar nunmehr die Befehle zur Aushebung der Postsperve gegen die Deutschen in Dähömey von der französischen Regierung an die unterstellten Behörden erlassen wordeir sein, die deutsche Heeres­verwaltung sieh: sich aber nach den gemachten Erfahrungen veran­laßt. chre Gegenmaßregel erst aufzuheben, tvenn sämtliche Deutschen in Dahlvmev aus den Lagern selbst berichtet haben, daß ihnen die vollen postalischen Rechte der Kriegs- und Zivilgefangenen wieder eingeräumt worden sind.

* * *

Der türkische Bericht.

K o n st a n t i n o P e l, 14. April. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptguartier meldet: An der I r a k f r o n t keine Veränderung. Der Feind beschäftigt sich damit, seine Befestigungsarbeiten aus- auszudehncn. Die 3 000 Toten aus der am 7. April an dieser Front geliefetten Schlacht gehötten, wie eine Prüfung der Uniformen ergab, der 13. Division Kitcheners, hauptsächlich zwei Brigaden dieser Division, an. In dieser Schlacht, die, wie in unserem letzten Bericht gemeldet wurde, erfolgreich ft'ir uns endete, hatten wir 78 Tote, 168 Verwundete und 9 Ver­mißte.

Kaptasusfront: Die Lage ist infolge des schilechten! Wetters unverändert. Tie Operationen im Tschoruk-Tal nehmen den Charakter unbedeutender örtlicher Kämpfe an.

Ein Kreuzer und ein Monitor eröffneten auf einen weiten Abstarrd ein zeitweiliges unwirksames Feuer gegen Arr Burnn. Infolge einer Antwort unserer Artillerie mißglückte der Versuch, das Feuer näher heranzutragen. In den Gewässern von Smyrna richteten ein Torpedobootszerstörer und ein Kreu- zur ihr Feuer auf den süolichen Teil der Insel Kentenno, zogen sich aber zurück, als unsere Artillerie antwortete.

Konst an t ino pel, 14. Aprll. (WTB.) An der Irak-, front herrschte Ruhe.

An der Kaukasusfront wirrde ein feindliches Bataillon, das eine unserer Abteilung-en im Tschoroktale angegriffen; hatte, vertrieben. Es verlor seinen gmrzen Bestand bis ans 70 bis 80 Soldaten. Einen Leutnant nnd einige Soldaten nahmen wir gefangen. Auf den übrigen Abschnitten dieser Front Scharmützel zwischien Erkundungsabtellnngen.

Von der übrigen Front ist nichts Wichtiges zu melden.

Ein englischer Bericht über die Lage am Tigris.

London, 14. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Amtlich ftnrd gemeldet: General Lake mel­det: Am Nachmittag des 12. April warfen unsere Truppm auf dem rechten Ufer des Tigris die vorgeschobenen feind- lrchen Linien 1% bis 3 M-ellen zurück. Um das durchzuftihrcm, mußten die Truppen ein ü b e r s ch w e m m t e s G e l ä n d e d u r ch- m essen, das von vielen Sümpfen unterbrochen ist, die eine Aus­dehnung von 500 bis 1200 Meter haben und sich vom Tigiis bis zu den Sümpfen von Unrmalbrahm erstrecken. Auf dem lin­ken Ufer wurde das Wasser der Sünipft durch einen Sturm in einige Laufgräben des Feindes in Sannaiyat getrieben. Der Feind wurde, als er sich vor der Ueberschmennnung in seine ftühere Stel­lung flüchtete, übel zugerichtet.

London, 14. dlpril. (WTB. Nicktamtlüh.) Oberbaus. Bezüglich der türkischen Behausung, daß 3 0 00 englische Leichen in einem Teil der türkiscl-en Gräben bei Fclahi« nach der Schlacht vom 9. Älpril geborgen worden seien, erklärte Send h u r st int Namen des Auswärtigen Amtes., daß die Gesamt­zahl bti Toten und Verwundeten, viel niedriger sei (?) Ge-