Nr. 89
Erster Blatt
Der #fc$<aer Anzeiger
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166. Jahrgang
Zreitag, H. April 19(6
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General-Anzeiger für Oberheffen
BotathMtsteud «ni> Verlag öer vrühi'schen Umv.-Vnch- «nt Stemdruckerei R. Lang«. Schriftleitung, Geschäftsstelle unv Druckerei: Schulstr.7. Beck/> '• Unje ' fler “ ea: 41
Bczu gSv rei Z: monatl. 99 •£?., viertel- A jährl. Mk. 2.65 bitV't r& Abhole- u. Zrveigstellei? moitatl. 80 'i’r.; durch diePost'Dtk.2.45 viertel- jährl. allsschl. Bestellg. Zeilenprets: lskallSPi., ausw. 20 Pi. — Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Veraittwortlich siir den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. (tzoetz; für Stadt und Land, Verntischtes und Gerichtssaal: Fr. N.Zenz;
sämtlich m Gießen
Ver öfterr.-ungar. Minister des Aeußeren beim Reichskanzler.
(WTB.) Krotzes Hauptquartier, 13. April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Im allgemeinen konnte sich bei den ungünstigen Be- -obachtungsverhältnissen des gestrigen Tages keine bedeuteu- dere Gefechtstätigkeit entwickeln. Jedoch blieben beiderseits der Maas, in der Wo evre-Ebene und auf der Cote südöstlich von Verdun die Artillerien lebhaft tätig.
Südöstlich von Albert nahm eine deutsche Patrouille im englischen Graben siebzehn Mann gefangen.
Ein französischer Gasangriff in Gegend von Puise- leine (nordöstlich von Compiögne) blieb ergebnislos.
OeftlicherKriegsschauplatz.
Südlich desNarocz-Sees verstärkte sich das russische Artillerieseuer gestern nachmittag merklich.
Oestlich von Baranowitschi wurdet: Vorstöße feindlicher Abteilungen von unseren Vorposten zurückgewiesen.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
Oberste Heeresleitung.
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Im Gegensatz zu uirseren Feinden haben wir wenig formelle und geräuschvolle Konferenzen mit unseren Bundesgenossen abgehalten, denn urrsere gemeinsame Kriegspolitik hat den Vorzug, wirklich gemeinsame Interessen zu fördern, während man dies von den Unternehmungen Englands, Frankreichs und Rußlands nicht gerade sagen kann. Wir wissen es auch: die voll besetzten langen Konferenztische der Entente haben nie etwas Rechtes und für unsere Feinde Befriedigendes zutage gebracht. Fiel schon die Einigung über die' politischen Ziele des Krieges, über die Teilnahme auf diesem oder jenem Kriegsschauplätze schwer, wie viel.aussichtsloser waren noch die Beratungen über allgemeine Organisationen, die das Finanz-- und Wirtschaftsgebaren fördern sollten. Erft geftern lasen wir wieder, daß demnächst eine Munitionskonfereuz von den Ministern der feindlichen Staaten abgehalten weiden solle. Man hat sich drüben noch nicht zu der Einsicht ausyeschwmrgen, die bei uns längst in Geltung ist, daß Kommissionen wohl eine kontrollierende, aber keine organis«rende Tätigkeit entfalten können. Man braucht in dieser Beziehung! nur die kleine, den wichtigsten Teil unserer .Kriegswirtschaft schildernde Broschüre Walter Rathenaus zu lesen, des Organisators der deutschen Abteilung für Rohstoffversorgung, um die glänzenden Vorzüge deutscher Leistungen zu würdigen, die uns unsere Feinde niemals werden nachmachen können.
Verhältnismäßig selten hört man von Konferenzen des A^ichskanzlers mit den obersten Vertretern der Politik unserer Bundesgenossen, alles geht in der Stille von statten, es gibt keine Nervosität und Aufregung, und die Erfolge zeigen sich aus allen Kriegsschauplätzen. Heute wird aber wieder einmal amtlich milgeteilt, daß Frhr. v. Burian, der Nachfolger des Grafen Berchtold, in Berlin eingetroffen sei, um Mit dem Reichskanzler Rücksprache zu halten. Hängt diese Besprechung bereits mit den Kriegszielen zusammen, deren Verwirklichung immer näher rückt, so daß diese großen Fragen auch von dem 'gewiß nicht voreiligen obersten deutschen Staatsmann öffentlich im Reichstag behandelt werden konnten? Die österreichisch-ungarische Presse hat sich in den lobendsten Ausdrucken über des Reichskanzlers Rede ausgesprochen, und es ist anzunehmen, daß auch Herr v. Burian dem Kanzler glückwünschend die Hand schütteln wird. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die künftige Gestaltung Polens die beiden Staatsmänner vorzugsweise beschäftigen -wird. Im übrigen wird etz ein Austausch von Nachrichten über den Stand von allerlei Verhältnissen und Bedürfnissen in den eigenen Ländern sein: schwerwiegende Entscheidungen werden darum in diesen Tagen in Berlin, kaum fallen. Die bundesbrüderliche Eintracht hat ja in der abgelaufenen Kriegszeit nie gewankt, und in der Aussicht der gemeinsamen Lösung großer Zukunftsfragen im Osten wird der Siegeswitte der verbündeten Länder mit jedem Tage neu gestärkt.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
W ien, 13. April. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. April 1916.
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nach wie vor unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Das Artilleriefeuer hält an zahlreichen Stellen der Front mit wechselnder Stärke an.
An der Ponalestratze sind wieder Kämpfe im Gange.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
Der französische Bericht.
Paris, 13. April. (WTB. dttchtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht vom Mittwoch nachmittag; Au f dem linken Maas- u f e r richteten die Deutschen morgens a'us unsere Stellungen im Carretteswalde, zwischen den: Toten Mann und Cumiures einen Angriff, wobei sie brennede Flüssigkeiten schleuderten. Der Feind wurde überall zurückgeschlagen. Auf dem rechten User starke Artillerietätigkeil: zwischen Doucuunon. und Baue. Der Feind /nui* rte ledoch whrerch der Nacht fehle Angriffsversuche nicht.
Es bestätigt sich, daß die gestrige sehr heftige OffensivtätigkeiL,, die uw. 4 Uhr nachmittags auf diesen Abschnitt gerichtet war, und die wir überall zu rückschlugen, dem Feinde sehr betrachte liche Verluste kostete. Die Nacht verlief aus dem übrigen Teil der Front verhältnismäßig ruhig.
Awlticher Abendbecickü vom Mittwoch!: In Belgien war unsere Artillerie in der Gegend von Langemark tättg. Zwischen Somme und Oisi verschiüttete unser Zerstörungsfeuer Gräben westlich von Parvillers und in der Gegend von Roye. In den Argon neu ließen wir bei Fälle Morte, 'Häute Chevauchco :imb bei Vauguois 4 Quetschmin-en auffliegen. Nach einein Kampf mit Handgranaten besetzten wir die Südrcrnder zweier Trichter vor unseren Gräben im Abschnitt von Conrtes Ehaussees. Westlich der Maas hefttg andauernde Beschießung bei der Höhe 304, in der Gegend von Esnes und des Toten Mannes. Oestlich der Maas amd in der Woevre Artillerietättstkeit. Zu einem Vorgehen der Infanterie kam es im Lause des Tages nicht.
Der englische Bericht.
London, 12. April. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht: Gestern führten wir eine erfolgreiche kleine Unternehmung gegen die feindlichen Gräben in der Nähe von Richebourg und Lavon 6 durch, wobei wir 10 Deutsche töteten. Der Feind griff gestern abend dreimal hintereinander westlich der Straße Pil - cken-Dpern an. Beim ersten Angriff gelang es ihm, in unseren Gräben Fuß zu fassen, er wurde aber rasch vertrieben: seine anderen Angriffe wmwen abgeschlagen, wobei er 25 Tote und 3 Gefangene zurückließ. Wir beschossen faute die feindlichen Graben in d ie sein Gebiete. Besonders tättg war die Artillerie nordwestlich von IW y 1 sch ae t e, etwas auch bei Souchez, Carency und Calonne. Tie feindliche Artillerie war hinter St. Eloi sehr tättg, beschoß aber wenig unsere vorderste Linie und die Trichter. Es stellt sich jetzt heraus, daß die hier in der Nähe kämpfenden tapferen .Kanadier dem Feinde in der letzten Woche schwere Verluste zufügtvn.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 13. April. (WTB.) Amtlich wird ans de!nt Hauptguartier gemeldet:
All der Irak front keinerlei Veränderung. Eine «ms persischen Kriegern nrrd unseren Abteilungen bestehende Trnppemnacht griff am Morgen des 8. April bei Sautsch Bnlak und Umgebung die russische Kavallerie, deren Stärke ans unge- fählr brei Regimenter geschätzt wird, an und zwang sie, in Richtung U rmia zu fliehen. Die pesiischen Krieger zeichneten sich bei dieser Gelegenheit besonders aus.
Von der kaukasischen Front-fft bis aus Patrouillen- scharmützel nichts Wichtiges zu melden.
Einige feindliche Torpedoboote, die in den Ge- wäffern von Smyrna erschienen, wurden durch unsere Arttllerie vertrieben. Mn Wach-tboot, das auf der Höhe von Tschekme erschien, wurde durch einen Schuß unserer Arttllerie getroffen. Am 9. April kamen Banditen in vier großen Barken und versuchten bei Kalamaka, westlich von Kusch-Adasi, zu landen; sie wurden jedoch durch das Feuer unserer Küsten wachere gezwungen, sich wieder einzuschiffen und zu entflickfan.
Der russische Bericht.
Petersh«ryx 13. April. (WTB.) Amtvvcher Bericht vom 12. April:
Westfront: An der Tüna und südlich- von Dünaburg stellenweise Infanterie- und Artillerieseuer. Tie feindliche Ar- ttllerie beschoß gestern in der Gegend des Brückenköpfe! von Uex- küll mehrere Unterkünfte. Bei Kutno .(40 Kilometer) südwestlich Pinsk hatten freiwillige Erkundungsableillmgen von uns einige für uns erfolgreiche Zusammenstöße mit deutschen Patrouillen. Nördlich und südlich des Bahnhofes von Olyka machte der Feind Versuche, an unsere Gräben heranzukommen und sich vor ihnen emzugraben. Wir wiesen ihn zurück.
Kaukasus: In der Gegend westlich von Erzerum eroberten unsere Truppen wiederum Teile der türkischen Stelllmgen. Bei Bitlis wurden alle Angriffe des.Gegners abgeschlagen. Tie süd lich des Urmia-Sees geworfenen Banden gehen flnchtarttg nach dem Süden zurück.
Die Enthüllung eines „eisernen Mörser»" in Konftantinopel.
. Konstantinopel, 13. April. (WTB.) Gestern wurde nt Gegenwart zahlreicher Würdenträger, darunter Vertretern der verbündeten Staaten, der in Stambul aufgestellte „E i s e r n e M ö r s e r" enthüllt, der nach Art des Berliner „Eisernen Hindenburg" und des Wiener „Wehrmanns in Ersen" zugunsten bedrängter Sioldatenfamilien benagelt werden soll. Kriegsnttnister Enver Pascha hielt eine Ansprache. Die ersten Nägel wurden namens des Sultans und der verbündeten Souveräne eingeschlagen.
Asquith vor dem Sturze?
Sir Herbert Henry Asgrüth, nachdeitt er aus Rom zurückgekehrt ist und auch die parlamentarischen Gaste crus Paris gut eingeseift hat, wird noch vor Ostern einen neuen. .Sturnr bestehen müfferr. Es ist diestnal fraglich, ob er ihn aushält, ohne zu stürzen. Die Kab inetts krisis steht wieder vor der Türe. Letzten Dienstag lief die Fpist ab, die dem Kabinett in Angelegenheiten der allgiemeinen Wehr- pfiicht gesetzt war. Die Unionisteit hadert ihre Dampf- tnaschine Ccrrfon bereits geheizt. Carson muß den Antrag einbringen, über den Asguith und die mit ihm noch im Amte sitzenden libetalerr .Kabinettsntitglieder fallen sollem Mr. Asqutth Hirt so oft ausdrücklich erklärt, er sei gegen jede allgemeine Wehrpflicht und w-erde am Tage ihrer Ern- führung gehen, daß er jetzt nichts arideres mehr erklären kann. Das Gesetz der beschrärtkten englischeir Dienstpflicht hat versagt. Lord Derby hat die versprochenen 650000 lln- verheirateteit tttcht znsammengebracht. Wohin sich die Drückeberger verkrüntelt haben, weiß man nicht. Genug, an die Reihe kormnen jetzt jene verheirateten Freiwilligen, die sich im vorigen Jahre gemeldet haben uitd die min, da. sic
das Khaki — meist ganz gegen ihre Ertoartmtg — anziehen müssen, begeisterte LobrÄ>en halten und Agitatoren der allgemeinen Dienstpflicht sind. Tie Konservativen behaupten, daß sie ihre sichere Mehrheit für den allgemeinen Wehr-" zwang int Parlament haben. Was tut aber dann Herr Asguith? Die neue Wehrpflichtkrise verschärft sich endlich durch Enthüllungen der „Daily Mail", die, verä-rgert wie sie ist, nun nach den Grüinden des Mißlingens der bisherigen Rekrutierung sucht- „Nur wenige," so schreibt sie, „sind sich bewußt, wie groß die Furcht und Abneigung gegen die allgemeine Wehrpflicht in weiten Schtchtert ttnseres Volkes ist" Die Gegner lassen sich in drei Klassen einteilen. Zur ersten gehöreit diejenigen, die aegett Zwang in jeder Form sind. Matt fürchtet, daß die Arbeiter zunt Dienst gezwungen werden, während die oberen Klassen Mittel findeit, ihm zn entgehen. Zur zweiten Klasse lassen sich die zählen, die befürchten, daß Famllien ihres Ernährers beraubt werden. Zur dritten Äaffe, und das ist die größte, rechnen die Drückeberger, die sich aus allett Gesellschaftsklassen zu- sammensetzeit. Noch eine vierte Klasse wird erwähttt, nämlich ein Teil der irischert Bevölkerung.
Rotterdam, 13. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Londoner Korrespondent des „Rotterdamschen Gourant" meldet über die polittsche Lage, daß der Streit über die Rekrutierung' und die Bewegung gegen die Koalitton sich iveiter enrivickeln, die Aussichten aber, daß die Rekrutternngsfrage gegen die Regierung mit Erfolg ausgespielt werden kann, sich vermindern. Earsow brachte gestern seinen Antrag ein, in dem die nt i l i t ä r i s ch e Dienstpflicht für alle Männer militärischen Alters für die Kriegsdauer gefordert wird. Das Kabinett tritt morgen zusammen. Die Minister werden dann vermutlich einen vorläufigen Besicht der Kabinettskomnttssion, die sich mit der Rekrutterungs- ftage besaßt, vorgelegt erhaltet.
Der parlamentarische Mitarbeiter der „Times" erwartet, daß A s g tri t f) am Dienstag eine Erklärung über die Rekrütiernng abgeben 'wird. Wenn seine Mitteilungennticht befriedigen, wird der folgende Tag für die Verhandlung des Antrages Carson festgesetzt werden. Mese Regelung der 'Angelegenheit ioerde heute int ttnterhause in aller Form mitgeteilt werden. Der polittsche Mit- ar&nter der „Daily News" schreibt, daß die Anbänger der Regierung, die Beziehungen zu den Ministern unterhalten, gestern auf die Möglichkeit hingewiesen \yabai, daß die Altersgrenze bis ans 45 Jahre erweitert und die Dienstpflicht dann aut die Unverheirateten bis zu 45 Jahren mtsgedehnt wird. Man nimmt allgemeüi an, daß das Kabinett vor einer Agitation zur Ausbreitung der Dienstpflicht nicht zurückioeichen wird, erwartet aber, daß das Dienstpflichtgesetz auf alle jungen Mätmer anskyebdimt wird, die das 18. Lebensjahr erreicht oder nach August 1915 erreicht haben. Man hofft, auf diese Weise mehr Mannschaften! ffir die Armee zu erhalten, als wenn man dert Dienstzwang auf die verheirateten Männer ausdehnen würde.
England» künftige Handelspolitik.
Rotterdam, 13. April. (WTB.) Der „Rotterdamsche Courant" berichtet: Der Kongreß der englischeit Handelskammern hat, wie man sich erinnert, seinerzeit den Wunsch ausgesprochen, daß nach dem Kriege von den Sch iss eit jener Länder, mit denen England jetzt Krteg führt, für das Anlaufen englischer.Häfen eine Gebühr erhoben werden soll. Die in England erscheinende „Jndependance Belge" meldet dazu, daß dieser Vorschlag auf einem Kongreß der Handelskammern sämllicher Ententcftaaten beraten werden soll. Das Blatt erklärt sich gegen eine solche Maßregel. England sei zwar vielleicht stark genug, um die Folgen zu tragen, Belgien sei es aber sicher nicht. Belgien dürfe die Fretheit seiner Häfen in keiner Weise beschränkeit, besonders Antwerpen müsse als Ausfuhrhafen möglichst viele Schisf- fahrtsltnten an sich ziehen. Belgien habe die ausländische Schiffahrt für die Einftihr von Rohstoffen und die Ausfuhr seiner.Erzeugnisse nötig.
London, 13. ?lpril. (WTB.) Oberhaus (ausführliche Meldung). Lord Courtney sagte, Runcnnatts Erklärung im Unterbause, daß der deutsche Handel nach dem Kriege nie wieder das Haupt erhebeit dürfe, wie vorher, ntüffe in Verbindung mit der Ankündtgung der Pariser Konferenz in England Besorgnis erwecken und in Deutschland sehr unglücklich wirken. Die Derttschen müßten durch die Erklärung^ an fge re i z t werden, daß auf den militärischen Krieg ein Handelskrieg folge, und daß eilt neuer Aufschwung von Hondel und Industrie in Detttschland im Keime erstickt werdait müßte. Lord Courtney erörtert die Schwierigkeiteit etner Schutzzollpolitik für England und Indien tnid fuhr Tort: Asguith sagte, Belgien müsse die alte Unabhängigkeit lvieder erlangen. Aber das alte Belgieit kann nickst foieder erstehen, lvenn Rutschlland mcht foirttchafflich gedeiht. ?lntwerpett und Rotter- « sind geographische Vorposten Deutschlands und von ifmt abhängig. Wenn man Deutschland niederhaltckn wfll, muß tnan «urch Antwerpen und Rotterdam meberfalten.
Lord Cre w e enviderte, Courtney mache sich *ofseirbar Jllu- sio,ien über die Verhältnisse in Deutschland, als ob eine Partei in Deutschland zu einein sofortigen Frieden bereit sei, dessen Bedingungen für die Verbündeten annehmbar seien. Die Aeußernngen über die Vernichtung des preußischen Militarismus imd die Vernichtung Deutschlands seien vielfach mißverstanden lvordeu. Was habe Deutschland in kommerzieller Hinsicht getan, daß die Leute htcr und in Frankreich entschlossen seien, Deutschland späterhin nicht die Macht zn lassen, seine srüliere Tätigkeit wieder aus- zilnehmeil? Deutschland lzabe eine i o in m erzielte C x p a n - fion imb eine polittsche Jntrigue kü-hiit und erfofetretd) kombiniert, für bic es ui der Vergangenheit keine Parallele gebe. Wenn Lord Courtney den deutschen Untetmehmnngsgeist von dein Dnttfdu'iL Militarismus und den Cfarakter des deutschen Volkes von den Ambitionen des ßstneralstabcS zu trennen sucht, so Nabe er ein Unmögliches vesiucht. Man könne die militärisch e u A in b i - tionen, nrelcke die Welt in Brand gestockt faden, von der a l l g e m einen A n g r i s f s l u st Deutschlands auf der ganzen Welt nicht trennen. Deni Bilde Deutschlands, das Lord Courmen entworfen habe, nach ivelchem dort zwei Nationen gebe- eine, die für jede Art von Angriff gedrillt und bereit sei. und eine andere voller friedlicher Absichten, und itut bestrebt, cm deulscive


