Ausgabe 
13.4.1916 Erstes Blatt
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IÄtrfeeu von int Notterdamcr Hafen liegenden, aus England ein getroffenen Schiffen ist die Wirkung der letzten Zeppelttrangriffc sehr viel scheuerer gewesen, als von englischer Seite Mgegebien wird. L >e i t h , H u l l, Sünder- la n d , N e w c a st l e imd Grimsbff haben furchtbar ge­litten. In Leith verursachte ein Zeppelin Feuersdrünste, um bei deren Licht seinen Weg finden zu -tonnen. Er griff dann die Hafenanlagen und den Bahnhof an. Besonders im Hafer: wurde großer Schaden angerichtet. U. a. wurde ein englischer Vier mast er so gut wie gänzlich zerstört. Auf dem Bahnhof wurde ein Personenzug getroffen 'und viele Reisende getötet oder verwundet. Eine große Spritfabrik in Leith ist durch Feuer gänzlich vernichtet worden. Bei N e w c a st l e wurde die bekannte Tffne - b räche fast vollständig zerstört. Ein Augenzeuge beruhtet, daß. durch die Angriffe in der vorigen Woche besonders Grimsby schwer heimgesucht worden ist. Am 3. April stürzten mehrere Häuser ein; eine Kaserne wurde in einen Schutthaufen verwandelt, wobei einige hundert Sol­daten getötet oder verwundet wurden. Hüll wurde nur durch eine Bombe getroffen, die zwei Häuser vernichtete und vier Menschen tötete. In Hüll herrschte eine furchtbare Angst vor den Zeppelinen. Tie meisten Einwohner brächten die Nacht außerhalb der Stadt in Bauernhäusern oder Landhäuschen zu. In der letzten Zeit seien in allen mög- lichen Orten französische Abwehrgeschütze mit französischen Offizieren und Mannschaften aufgestellt worden. Auch andere Vorsichtsmaßregeln würden in -ganz England mit größter Strenge ge Hand habt.

ualen Verbrauchs wird Brennspiritus auch weiterhin unter Sicherung der Verwendung abgegebem Die Abgabe erfolgt durch Bezirksvertriebs stellen der Spiritus-Zentrale.

Eine Krisis in der griechischen Kammer.

Bern, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Mel­dungen aus Athen kam es in der Sitzung der griechi­schen Kammer am Montag anläßlich der Neubesetzung des Finanzministeriums zu b e w e g t e n A u f t r i t t e n. Die Regierung stellte die Vertrauensfrage, bei deren Ab­stimmung sie eine Mehrheit von 200 Stimmen von 206 ab­gegebenen Stimmen erhielt.

Aus Portugal.

Lissabon, 12. April. (WTB.) Nach Blättermeldun­gen hat der Ministerpräsident ein Rücktritts­gesuch des ganzen Ministeriums eingereicht.

Der 5eeMeg.

Amsterdam, 12. April. (WTB.) Die Direktion des West­indischen PostdiensteS hat ein Funken tel eg ramm vom Kapitän des neuen DampfersCol um b ia" erhalten, nach welchen: das Schiff um 5 Uhr 45 Minuten früh in 51 Grad 51,5 Minuten nördlicher Breite und 1 Grad 56 Minuten östlicher Länge wahrscheinlich auf eine Mine gelaufen ist. Ter Dampfer fährt lang chm. nach dem Sund-Leuchtschiff zurück. Das Vorschiff ist voll Wasser. Der nor­wegische DampferNanna" leistet Beistand. Der Kapitän hofft, das Schiff nach einem Londoner Hafen' bringen zu können. Aus Hoek sind Schleppdamser zu Hilfe geeilt. Die ,.C o l u m b i a" wurde im vorigen Jahre gebaut und war um 710 050 Pfund Ster- "3*0, <nt eine New Porter Reedereisirma verkauft worden. Das Schiff, das mit Regierungsgetreioe nach Holland unterwegs war, hätte nach seiner Ankunft in Amsterdam an den Käufer abgeliesert werden sollen.

London, 12. April. (WTB. Nichtamtl.) Lloyds Agen­tur meldet: Der schwedische DampferMurjak" (12335 Tonnen), von Philadelphia nach Narvik mit einer Köhlenladung unterwegs, ist gestern infolge einer Explosion gesunken. Die Besatzung wurde gelandet-

Pwurden, 12. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ein hier ein- getvoffener Fischdampfer brachte die ganze von chm ausgenommen« Besatzung des dänischen DampfersD o r h e a M e t h i l" mit, der nach Esbjerg mit Kohlen unterwegs, am Montag um 3 Uhr nachmittags aus 55 Grad 45 Minuten nördlicher Breite und 3 Grad 30 Minuten östlicher Länge auf eine M ine g e - stoßen und gesunken war. Tie Besatzung hatte 21 Stunden m den Booten zugebracht. Ter Kapitän I. Jessen ist verwundet.

parlamentrwahlen in Spanien.

Madrid, 12. April. (WTB.) Parlainentswahtcn vom Sonntag: Gewählt oder auf Grund des Artikels 29 des Wahlgesetzes ermanitt worden sind: 235 Liberale, 86 Kon­servative, 8 Anhänger Laciervas, 16 Aichänger Mauras, 10 Reformisten, 8 Jainusten, 2 Nationalisten, 3 Konjunktio- Ulsten, 4 Radikale, 13 Regionalisten, 6 Unabhängige, 3 Ka­tholiken und 4 Parteilose: es stehen noch 16 Resultate aus

Au§ dem Reiche.

Die Beratung der neuen Steuern.

B e r l i n, 1 2. April. (WTB. Nichtamtl.) Im Steuer­ausschuß des Reichstages stellte der Berichterstatter unter Zustimmung des Ausschusses fest, daß die Quittungs- ft c m p e l ft e u e r der Regierung nach den Ausführungen der Parteien nicht auf Annahme rechnen könne, und schlug deshalb vor, in die Einzelberatung des vom Zentrum vor­gelegten U m s a tz st e u e r e n t w u r s e s einzutreten und eine vorläufige Stellungnahme des Ausschusses hierzu herbei­zuführen. Dem Vorschläge schlossen sich mehrere Redner an. Der Staatssekretär hatte betont, er vertrete nach wie vor die Regierungsvorlage, wenn aber der Ausschuß der Um­satzsteuer, bte gewiß ertragreicher sei, den Verzug gebe, werde er sich mit dem Bundesrat ins Benehmen setzen. Soziale Bedenken könne man gegen den Zentrumsantrag unter den gegebenen Verhältnissen nicht hegen.

Die Kriegsgewinnsti'uer im Ausschuß.

Bei der Beratung des Kriegsgewinnsteuergesetzes hat der vauptaus,chuß des Reichstages zu §14 einen Zentrums­antrag angenommen, der als Mindestgrenze des als Mehr­en: kommen zu b er ücf i idnig cnb en Einkommens anstatt 10 000 Mark 3000 Mark festsetzt. Ferner wurde ein fortschrittlicher Antrag angenommen auf Heranziehung des Einkommens der Offiziere ustv. in vollen: Umfange.

Berlin, 12. April. (WTB.) Der H a u p t a u s s ch u'ß des Reichstages beriet heute über die Höhe der K r i e g s g e w i n n sie u e r s ä tz e für den Kriegs - Ver­mögenszuwachs und entsprechend dem gestrigen Beschlüsse für Kriegsmehreinkommcn. Unter Ablehnung des vorliegen­den sozialdemokratischen Antrages nahm die Mehrheit einen fortschrittlichen Antrag an, der gegenüber der Vorlage eine Erhöhung der Sätze bringt nach dem Grundsätze, daß eine schärfere Heranziehung von Gesellschaften ebenso eine scharfe Heranziehung von Einzelpersonen als gerecht erscheinen lasse.

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B erli n, 12. April. (WTB.) Mit Wirkung vom 5. April 1916 hat die Spiritus-Zentrale auf Veranlassung des Staatssekretärs des Innern die Abgabe von Brenn- spiritus zu Zwecken des Kleinhandels im privaten Gebrauch für Leucht - und Kochzwecke bis auf weiteres gänzlich eingestellt. Zum Zwecke des gewerblichen und medizi-

Asrs Stadt und Land.

Gießen, 13. April 1916.

Kreisverbaud des Alice-Frauerrvereins.

In der vergangenen Woche fand auf Einladung der Frau Fürstin zu Solms-.Hohensolms-Lich und des Geheimerats Dr. U s i n g e r (Gießen) in den Räumen der Provinzialdirektion eine gemeinsame Besprechung der Vorstände sämtlicher ordentlichen und außerordentlichen Zweigvereine des Alice-Frauen-Bereins im Kreise Gießen über die Frage des Zusammenschlusses zu einem Kreisvev- bande statt. Es zeigte sich, daß die aufklärende Tätigkeit des Vorsitzenden des Kreiskomitees für Rotes Kreuz und Kriegs­fürsorge, des Geheimerats Dr. U s i n g e r in den ver­gangenen Monaten an verschiedenen Orten des Kreises und infolgedessen die Arbeit der Ortsausschüsse gute Frucht ge­tragen hatte. Es konnte sofort der Kreisverband gegründet werden, dem folgende Vereine beirraten (die meisten hatten Vertreter, entsendet). Es sind: Annerod (Frau Lehrer Roth, Pfarrer Groth), Alten-Buseck (Frau Lehrer Schmidt, Pfarrer Hartmann), Ä l l e n d o r f a. Lahn (Frau und Lehrer Jäger), B e l l e r s h e i ni, Bersrod (Lehrer- Wolf), B e u e r u (Frau und Pfarrer Wagner), D a u b r i n - gen (Frau und Dekan Gußmann), Eberstadt (Frau Bürgermeister Görlach, Pfarrer Ködding), Geilshausen, Lumda, Odenhausen (Pfr. Grauling, Grünberg), Gießen (Frau Geheime Justizrat Gebhardt), Großen-Buseck, Heuchelheim (Frau und Pfarrer Dürr), Holzhejm (Frau und Pfarrer Freitag), Hungen (Frau Prinzessin zu Solms-Braunfels), Klein-Linden (Frau und Pfarr- affiftent Bröckelmann), L a n g - G ö n s , L i ch (Frau Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich), Lindenstruth (Frau und Lehrer Hahn), Lollar (Frau und Hekan Gußmann), M a i n z l a r (Frau Lehrer Kurz, Dekan Gußmann), M ü n st e r (Frau und Pfarrer Ahlheim), M u s ch e n h e i m (Frau Becker), Nieder- Bessingen (Frau Graulich), Ober-Bessingen (Pfarrer Ahlheim), Reiskirchen (Frau Lehrer Stein, Pfarrer Lic. Gombel), Rödgen (Frau und Pfarrer Groth), Saasen (Frau und Lehrer Herber), Steinbach (Frau und Pfarrer Köhler), Trais an der Lumda (Pfarrer Büchner), Utphe (Frau und Lehrer Bredenkopf).

Nachdem die Satzungen des Kreisverbandes durch­beraten waren, wurde der Vorstand folgendermaßen ge­wählt. Als Borsitzestde die Fürstin Emma von Solms- Hohensolms-Lich, Stellvertreterin Frau Geheimerat Dr. U sing er. Schriftführer: Geheimcrat Dr. Using er, Stellvertr.: Dekan G u ß m ann (Kirchberg). Schatzmeister: Kirchen rat Ha in er (Hungen), Stellvertreter: Provinzial­kassenrechner Kauß. Die Versammlung bevollmächtigte den Vorstand, zu der Kreisvertretung, die aus se einem Mit­glied der zum Verband gehörenden Vereine gebildet wird, noch sechs weitere Perfoireu hinzuzuwahlen. Die Vorsitzende dankte den erschienenen Vertretern für ihr Vertrauen und bat um ihre weitere Mitarbeit. Sie gab bekannt, daß sie in deren Namen folgendes Telegramm an die Großherzogin habe ab­gehen lassen:

,Teile Eurer Königlichen Hoheit mit, daß soeben Kreisverband Gießen des Alice-Frauen-Vereins mit 32 Ver­einen und rund 3300 Mitgliedern gegründet wurde."

Hieraus ist inzwischen folgende Antwort eingelaufen:

Fürstin Solms-Lich ^ehr erfreut über die Gründung des Kreisverbandes Gießen des Alioe-Fräuen-Vereins mit 32 Vereinen und einer so großen Anzahl Mitglieder sage ich herzlichsten Dank für Mitteilung und wünsche gesegnete reiche Arbeit. Eleonore."

So ist durch die Gründung des Kreisverbandes ein wich­tiger Schritt auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege ljm Kreise Gießen geschehen. Die Frauenvereine haben sich nach ihrer Satzung die Aufgabe gestellt, im Kriege im Zusammen­wirken mit dem Hauptverein des Roten Kreuzes die Mili­tärverwaltung in der Fürsorge für die im Felde Verwun­deten und Erkrankten durch eine geordnete Privathilse zu unterstützen, und in Friedenszeiten die nötigen Vorberei­tungen für diese freiwilligen Hilfstätigkeiten in einem künftigen Kriegsfälle zu treffen, namentlich durch Gewin­nung und Ausbildung von sreiwilligeir Helferinnen Und Hilfsschwestern, durch Beschaffung und Anfertigung von Krankenwäsche und Krankenkleidung, und in Verbindung damit nach Kräften zur Forderung einer zweckmäßigen Krankenpflege, Säuglingspflege und ähnlichem überhaupt beizutragen. Gerade die letztgenannten Arbeiten sollen den Gemeinden selbst zugute kommen. Es wurde im Laufe' der Verhandlungen betont, daß die Hauptarbeit des Kreisver­bandes und der ihm angeschlossenen Vereine in Zukunft vor allem der Friedensarbeit dienen müsse, die nach dem Kriege ein großes Feld zur Betätigung ausweisen werde. Eine Unterstützung solcher gemeinnützigen Unternehmungen, wie Krankenpflege usw. durch den Kreis wurde von Geheime­rat Dr. Usinger dankenswerterweise in Aussicht gestellt Sehr erfreulich ist es, daß fast alle Frauenvereine der Ge­meinden des Kreises, kirchliche und interkonfessionelle, sich zu gemeinsamer Arbeit auf den genannten Gebieten die Hand gereicht haben.

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Amtliche P e r s o n a l n ach r i ch t e n. Die Groß- Herzogin hm den Grobherzoglichen Finanzrat Heinrich Lin-- denstruth gn Darmstadt zum Mitglied des Hauptvorstandes und Schatzmeister des Aliee-Frauenveroins ernannt.

"Auszeichnungen. Kriegssteiwilliger Gefreiter Hein» "ller aus Gießen. Jui.-Rgt. 116. 4. Komp., z. Zt. schwer'ver- mundet in Stuttgart, erhielt die Hessische Tapferkeits­medaille. Unteroffizier Otto G e h r i g erhielt die B a d i s ch e Verdienstmedaille am Bande und das Ritterkreuz vom Zähringer Löwen, 3

** D/er Fleischverkauf, der auf Rechnung der stadst in der Neustadt mit Ausnahme an den fleischi- losen Tagen joden Vormittag, sotangie der Vorrat reicht abgehalten wird, hatte gestern am zweiten Verkaufs tag das Resultat, daß neun halbe Schweine abgesetzt wurden die einen Erlös von rund 1200. Mark brachten. Es ist neuer­dings die Anordnung getroffen, daß jeder Einkauf nur die Menge von zwei Pfund erreichen darf, wobei es aller­dings auf ein Mehr von 1/4 Pfund nicht ankommt. Besonders tark 'begehrt sind die fetten Stücke und die sonst gerade nicht beliebten Bauchtappen. Die Einrichtung hat den Beweis erbracht, daß unsere Hausfrauen das Vorurteil gegen Gefrierfleisch, wenn sie die Ware erst angesehen und beurteilten, überwunden haben. Es wäre zu wünschen wenn die städtische Verwaltung in der Fleischbesch-affung sur unsere Bevölkerung nicht bei diesem sehr gelungenen Versuch stehen bleiben würde.

**Sammlung von nicht mehr g ebra uchs fähigen ^uwmiwaren. Im nat-mnalen und wirtschaftlichen Interesse wrrd die Bürgerschaft ersucht, die in im Haushaltungen und Ge­

schäften nutzlos lagernden, nicht mehr gebrauchsfähigen Gummi­waren Handschuhe. Eisbeutel, Katheter, Lust-, Gas-, Wasser , Weinschläuche, Radiergummi ustv.,' üt der städtischen Sammelstelle abzuliesern. Tie Sammelstelle befindet sich im städtischen Gas- mtb Wasserwerk, Gartenstraße 3 l technisches Bureau) und ist 1 Werktags von 1012 und 36 Uhr geöffnet. Selbst die kleinste Menge ^vird mit Tank angenommen. Näheres siehe Anzeige.

** S t a d t t h e a t e r. Aus dem Stadttheaterbureau wird mitgeteilt: Nochmals sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Ausführung vonL 0 g i e r b e s u ch" <tm Freitag die letzte Ge­legenheit bietet noch etwa ansstehende Gutscheine zu verwenden.

** S t a d t t h e a t e r. Die cnn 16. Lbpril zu Ende gehende Spielzeit unseres Stadttheaters hat im 2. Kriegsjahre wie im ersten mit einem Ueb er schuß abgeschlossen, der wie in 1914/15 zu Theaterzwecken Verwendung finden soll. In anzuerkennender Weise hatte die Stadt wiederum das Theater pachtfrei überlassen und .Heizung und Beleuchtung gestellt; andernfalls wäre ein günstiges finanzielles Resultat überhaupt unmöglich getveseu. Der von der Stadt außer­dem in Aussicht gestellte Zuschuß bis 10000 Mark zur Deckung eines möglichen Fehlbetrags branchte also wieder­um nicht in Anspruch genommen zu werden. Es darf der Leitung unseres Theaters wohl öffentlich Dank ausgesprochen werden für die Erreichung dieses günstigen Resultats in schwerer Zeit. Außerdem konnte auch das künstlerische Er­gebnis trotz schwieriger Verhältnisse durchaus befriedigen und dafür gebührt .Herrn Direktor Steingoetter noch besonderer Dank. Bemerkt sei noch, daß das Theater von unseren Feldgrauen stark besucht wurde, denen einzelne Plätze zum halben Preise znO Verfügung standen und daß über 3000 Verwundete die Vergünstigung freien Eintritts gerne benutzten.

Landkreis Gießen.

ra. H e u ch e l h eim, 12. April. In öeu Kämpfen vor Verdun wurden zwei Söhne unserer Gemeinde^ der Reservist Ferdinand B e n d e r und der Gefreite Karl R »n n mit den: Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Rinn darf es sich als besondere Ehre an­rechnen, diese ^Auszeichnung bet einer Truppenschau persönlich ans den Händen des Kaisers empfangen zu haben.

e. Rodheim b. Hungen, 13. April. Die Ferkelpreisc habci^in dieser Woche in hiesiger Gegend einen 'Umschwung er­fahren. Am vorigen Samstag kaufte map noch das Stück zu 6080 Alk. Diese Woche ist schon das Paar schöner Ferkel für 70-80 Alk. zu haben.

Kreis Alsfeld.

Np. A u § d e IN O h IN t a l, 13. April. Der Kälterückfall hat nicht die üblen Folgen gehabt, die man befürchtete. Die Blüten der Pflaumen waren schon soweit entwickelt, daß ihnen die niedrige Temperatur nicht geschadet hat. Zwetscheu und Birnen haben ihre Blüten noch nicht geöffnet. Ueberhaupt ist die. Blütenzeit der Obst- bäume in diesem Jahre ungewöhnlich früh; sic wurde verursacht durch die überaus milde Wintertemveratur. Der Ansatz des Stein­obstes ill sehr reich. Man bat auch hier schon während zwei Jahren keine Zwetscheuernle gehabt. Die Beerensträucher in den Gärten sind ebeniall? mit Blütenkospen gut besetzt. Die Aussichten sür Obst und Beeren sind mithin recht günstig.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 13. April. Unteroffizier Jakob Lachmann beim Futz-Art.-Regt. Nr. 3, der bereits mit dem Eisernen Kreuz und der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet ist, wurde numnchr zum Vizeieldwebel befördert. Musketier Heinrich Karl vom Nes.-Jm'.-Regiment 224, Sohn der hiesigen Wilwe Karl, galt seit dem 30. August vorige,: Jahres als vermißt. Alle Bemühungen, überfeinen Verbleib eiwas ausfindig zu machen, waren vergeblich. Man nahm schließlich an, daß er gefallen sei. Nun­mehr aber ist eine Karle von ihm Singetropen, wonach er sich in russischer Gefangenschaft befindet.

Kreis Schotten.

np. Vom vorderen Vogelsberg, 13. Avril. 'Vortreff« lieb haben die Bienen durchwintert mit ausfallend wenig Toten und inäßigem Verbrauch an Futter. Nur wo man nicht rechtzeitig im Herbste gefüttert, sind eingegangene Völker zu beklagen. Die Aussichten für die Honigernte sind recht gut. Schon befliegen die Bienen die blühenden Pflaumen und Kirschen. 'Dazu schießt der Raps schon in die Blüte; er hat gut durchwintert und ist stärker wie sonst angebaut. Der Naps bildet für unsere Gegenden die grundlegende Bedingung einer guten Honigernte. Hoffentlich bannt der jetzt eingetreteneSchlehenwinter" die Völker nicht zu lauge in ihre Stöcke, damit sie den heuer so früh gedeckten Lenztisch auch ausgiebig benützen können.

Kreis Friedberg.

81. Fried b erg, 13. April. Dem beim hiesigeir Tiefbauamt augestellten Techniker, Unteroisizier Wilhelm Vt e tz von Bingenheim, und dem Techniker bei dem Kreisbauamt Friedberg, Unlerofsizier August W e tz aus Griedel, wurde das Eiserne Kreuz yerliehen. Der Großh. Hochbauaufseher beim hiesigen Hochbanamt, Unter­offizier Georg Bickel Haupt, erhielt das Sanitätskreuz.

ZI. O st h e i m, 13. April. Dem Leutnant oer Reserve Richard Görlach, Sohn des Lehrers Joh. Heiur. Konrad Görlach von hier, wurde zum Eisernen Kreuz die Hessische Tapferkettsmedaille verliehen. Sie wurde ihm vom Groscherzog im Felde persönlict überreicht.

NI. Butzbach, 13. April. Fiuanzaffessor Fourier ir Darmstadt, ein Sohn unserer Stadt, ist in die belgische Zivil- Verwaltung nach Brüssel abberufen worden.

LI. Fauerbach, 13. Avril. Der Kriegsfreiwillige Rudolf S ch ü tz, Vizeivachlmeffter, früher bei dein F-eld.Artillerie-Rögiment Nr. 35 in Darmstadt, jetzt beim Referve-Feld-Arjillerie-fZegiment Nr. 67, wurde znm Leutnant befördert.

= Holz hausen v. d. H., 12. April. Der steckbrieflich ver­folgte Landftnrmnimrn Wilhelm H. von hier wurde bei W.etz!ar, wo er in Garnison stand, als Leiche aus der Lalpr gezogen. Er wurde seit etwa 14 Tagen vermißt. Dadurch dürste auch der hinter ihm erlassene Steckbrief seine Erledigung gesunden haben.

-- BadNanheim, 12. April. Der Kupferschmied Berg, der vor einigen Wock-en ein hiesiges Hotel ansplünderte, den Raub in seinem Hause verbarg und wegen dieses Berg, h.ms im hiesigen Untersuchungsgefängnis saß, ist gestern mittag ausgebrochen. Berg verließ in Hemdsärmeln das Gefängnis, begab sich nach Hanse, zog hier einen Rjvck an und verschwand dann. Bisher konnUe der Mann noch nicht wieder ergriffen werden.

Kreis Wetzlar.

e. Wetzlar, 13. Ang. Von den Angestellten der Bndev.il s- schen Eisenwerke sind bisher 2500 ins Feld gezogen. 84 erhielten 1915 das Eiserne Kreuz, 169 sind gefallen, davon 52 ,ans Wetzlars näherer Umgebung. Ter Umsatz des Gesamtunternehmens weist nach deni Geschäftsberichte 1915 für das abgelaufene Jahr eine bemerkenswerte Steigerung ans. Es stellte sich aui 33 603 765 Mark, das ist 9 228 691 Mark mehr als im Jahre 1914, wo er 175074 Mark betrug. £er n flieg dementsprechend

von 2138 374 Mark (1914) aus 4 270 933 Mark. Der nach.'Ab­schreibungen in Höhe von 2 353 712 Mark verbleibende Reingewinn stellt sich ans 1 917 221 Mark. Im Vorjahr war keine Gewinn­ausschüttung vorgenommen morden, während diesmal wieder sünr Prozent vorgeschlagen werden. Für soziale Zwecke und Steuern wurden von der Gesellschaft im Berichtsjahre 717 000 Mark verausgabt, darunter 259 158 Mark an Steuern. Ferner an freiwilligen Leistungen 498 193 Mark, darunter 320 495 Mark für Unterstützrrirgen an Angehörige solcher Werksangehörigen, die zum Heeresdienste einberusen sin!f. Die Gesamthöhe der Gesell­schaftsleistungen für diese Zwecke belief sich mithin aus 1215163 Mark. Von den Werksangehörigen wurden dagegen aus­gebracht: an gesetzlichen Leistungen für Kassen und Versich uupgen verschiedener Art 326 433 Mark, an fteiwilliaen Leistungen (Be­träge zn Unterstützungskassen) 28 730 Mark. Ans Unterg-itzuno-- kasscn, zu denen Werk und Arbeiter Beiträge zahlen. wurdeu'scrUer gewährt 24 969 Mark. Die Gesamtsumme aller dieser Leistungen für gemernnutzige Zweche beträgt mithin.für Gesellschaft und Wer cs-