Ausgabe 
10.4.1916 Erstes Blatt
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# Vonhausen, 10. April. Aus dem Felde der Ehre starb der Pionier L e i st n e r.

4- Ortenberg, 9. April. Zu einer Feier der ganzen Ge- jmernde gestaltete sich die soldene Hochzeit, die die Eheleute Jakob Strenber gestern im Kreise von Kindern, Enkeln und Ur­enkeln in voller Rüstigkeit begehen konnten. Zur größten Freude waren auch der Sohn imd zwei Enkel aus dem Felde in Feldgrau erschienen. Pfarrer Kahn, der die Glückwünsche der Gemeinde überbrach ke und das Jubelpaar einsegnete, überreichte im Beisein des Kirchenvorstandes ein Bild des Großherzogs mit eigenhändi­ger Unterschrift und eine Bibel. Lehrer Köhler überbrachte die Segenswünsche des Gesangvereins, dem der Jubilar als Gründer angehört.

Kreis Alsfeld.

«. Alsfeld, 10. April. Nach dem Jahresbericht der Großh. Oberrealschule betrug im verflossenen Jahre die Zahl der Lehrkräfte 14. Im Heeresdienste stehen 7. Die Zahl der Schüler betrug am 15. Mai 1915 278, darunter 4 Schülerinnen ; die Gesamt­zahl der Schüler war 287 (284 im Vorjahre). Die Kriegs-Rene- prüftmg bestanden 5 Schüler im Juni, 2 im September. Die Reifeprüfung im Februar 4 Schüler. Die wissenschaftliche Be- sähigung zum einjährig-freiwilligen Dienst erwarben sich 31 Schüler.

H- Grebenau, 10. Avril. Die Hessische Tapferkeitsinedaille erhielt der Schulverwalter R a m g e.

Kreis Laulerbach.

G Schlitz, 10. April. Tie Schulen des Sparkassebezirks zeichneten zur 4. Kriegsanleihe 24 930 Mark.

rr Schlitz, 9. Llpril. Vorgestern feierten Metzger'meister Karl Do ff mann und Frau das Fest der Silbernen Hochzeit. Gestern konnten die Eh'lente Christian Vogel das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Stadtpfarrer B o e ck n e r überreichte ans diesem Anlaß ein Bild des Großherzogs, das der Landesfürst mit eigner Unterschrift denr Jubelpaar zngehen ließ. Außerdem wurde im Namen der Kirchengemeinde eine Bibel überbracht.

Kreis Schotten.

^Schotten, 10. April. Das Eiserne Kreuz vom Kaiser persönlich überreicht erhielt der Dizeteldwebel S p a m e r. Kurz vorher erhielt er die Hessische Tapferkeitsmedaille. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Musketier Neeb im Jns.-Negt. 117.

G Ein artshausen, 10. April. In einem Feldlazarett starb an einer schweren Erkrankung der Landsturmmann Mauer im Inf.-Regt. 115.

# Eichelsachsen, 10. April. Nächsten Mittwoch, den 12. d. Mts., findet eine gemeinsame Konferenz von Geistlichen und Lehrern der Bezrrkslehrervereine Schotten, Gedern, Nldda und Ortenberg aus dem benachbarten Hof Zwiefalten statt. Gegenstand der Tagesordnung ist der neue Religionslehrplan für die Volks- ÜchrUen Hessens. Vorträge zu diesem Thema halten Pfarrer R ü h I- Wingershausen und Lehrer Würz- Eschenrod.

Kreis Friedberg.

Bl. Friedberg, 10. Llpril. Für die National stif­ten g im Kreise Friedberg gingen im Monat März folgende Be­träge ein: In der Gemeinde Assenheim 66,50 Mk., bei der Bezirks- kasse Butzbach von Ungenannt 50 Mk., bei der Stadtkasse Fried­berg 5,50 Mk. und bei dem Mathildenstift Friedberg 10 Mk.

Y Butzbach, 10. April. Der frühere Kommandeur des hiesi­gen Bataillons, Oberstleutnant Stempel, ist infolge einer schwe­ren Augen-Verwundung mit dem Prädikat Oberst in den wohl­verdienten Ruhestand getreten.

Bl. Bad-Nauheim, 10. April. Dem Reservisten Deinr. Raab von hier wirrde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

** Vilbel, 10 April. Denr Streit um die hiesige Ein­quartierung hat das Generalkommaudo nunmehr ein Ende gemacht. Es hat die von sechs gewerbetreibenden Ge-- meindcratsmitgliedern befürworteten Gesuche hiesiger Ge­schäftsleute um Belassung der Truppen in Vilbel unberück­sichtigt gelassen und die Verlegung des hier einquartierten Bataillons endgültig auf den 29. April d. I. verfügt. Das Bataillon bezieht die neuerbauten Kasernen am Bahnhof Bonames bei Frankfurt.

Bl. Beienheim, 10. April. Der WäckKmeister Major von hier erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Starkenburg und Rhcmhessen.

B i n g e n, 10. April. Unterhalb der Burg Klopp legte man bei der Vornahme von Erdarbeiten eine Anzahl römischer Altertümer frei, die wahrscheinlich einer Begräbnisstätte römischer Soldaten entstammen. Die Fundstätte befind?! sich an der altrömischen Heerstraße. Unter fachmännischer Leitung werden die Ausgrabungen fortgesetzt.

ke. V o in Main, 10. April. Die S t e i n o b st b ä u m e stehen zurzeit im Unteren Maingau im herrlichsten Blütenschmuck. Der Blntenansatz ist üveraus reich, so dag, wenn keine ungünstigen Witterungsverhältnisse enttreten, ein reiches Obstjahr bevorsteht.

Hessen-Nassau.

ü Marburg, 6. April. Auf dem Bahnhof in Wetter geriet der Hilfsschaffner Heinrich Briel aus Battenfeld im Speise Biedenkopf zwischen die Puffer uud erlitt solche Ver­letzungen, daß er auf dem' Wege zur hiesigen Klinik starb. Infolge der Einführung der B u t t e r k a r t e n in Marburg fordert das Landratsamt die Landwirte auf, soviel Butter wie möglich nach Marburg zu bringen und sich an die geltender: Be­stimmungen zu halten. Ter Verkauf von Butter durch Händler und Erzeuger norfii außerhalb des Kreises ist untersagt. Um der BntterHamsterei auf den Ortschaften entgegen zu treten, ist das Auf­käufen von Butter nur an mit Erlaubnisscheinen versehene Leute gestattet. Für den Eigenbedarf körmen jedoch Leute in ihrem Wohn­ort 125 Gramm die Woche für jede Person ihres Haushalts kaufen. Ter Weiterverkauf ist verboten. Ebenso dürfen Härrdler an außer­halb der Stadl wo hu ende Leute keine Butter verkaufen.

Frankfurt a. M., 9. April. Professor Dr. Theodor Peterscn feiert heute in bewundernswürdiger Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Im wissenschaftlichen Le­ben nimnit das greise Geburtstagskind wie schon seit langen Jah­ren noch heute eine führende Stellung ein. Vor allem hat er in der Pflege der exakten Wissenschaften Physik und Chemie in Frankfurt Hervorragendes geleistet. Vor zehn Jahren ernannte ihn der Physikalische Verein zumewigen Mitglied", unter dem NamenPetersen-Stiftnng" wirch sein Andenken ebenfalls weiter leben. Auch im deutschen Alpinismus nimmt Pctersen seit 50 Jahren eine Führerrolle ein. Die Verschmelzung der deutschen und österreichischen Alpenvereine zu einem Gesamtverbande vor 43 Jahren ist Petersens Werk. Ihm zu Ehren führt ein 3500 Meter hoher Gipfel der Oetztaler Alpen den Namen Petersen- spitze. Professor Peterscn wurden heute reiche Ehrungen zuteil.

= Frankfurt a. M., 10. April. In Verbindung mit etwa 70 Frankfurter Frauenvereinen aller Konfessionen und Richtungen erläßt der Nationale Frauendienst einen Aufruf, der alle Frauen Frankfurts zum Kampf gegen die Auswüchse und Ueber- treibungen der neuen Mode auffordert. Der Aufruf weift auf die Sinnlosigkeiten der neuen Mode hm, die in krassestem Gegensatz zu dem Ernst der großen Zeit stehen, und auf die Pflr<A der Frau, sich den wirtschaftlichen Verhältnissen anznpassen. Hindenbnrgs goldenes Militär jubiläum feierte die Stadt Frankfurt gestern mittag am Bismarckdenkmal durch einen glanzvollen Festakt, dem .ungezählte Tausende von Zuschauern beiwohnten. Nach dem Aufmarsch der zahllosen Vereine aller Jnteressenrichtungen und der Auffahrt der Vertreter der Behörden hielt Seminardirektor Keller eine An sprach, in der er der unsterblichen Verdienste Hindenburgs gedachte. Die schlichte und in il-rer Kürze sehr eindrucksvolle Feier wurde von musikalischen Darbietungen wirkungsvoll umrahmt.

Universitäts-Nachrichten.

Ek. Marburg, 10. April. Geh. Mat Professor Dr. Ernst M a a ß, Ordinarius der klassifchen Philologie an der hiesigen Universität, begeht am 12. Avril seinen 60. Geburtstag. Er ist auS Kolberq gebürtig, wurde 1883 Privatdozent in Berlin und 1886 ordentlicher Prozessor in Greifswald, von wo er im Jahre 1895 nach Marburg übersiedelte. Im Studienjahre >909/10 bekleidete Prof. Maaß das Rektorsamt der Marburaer Hochschule.

Vücherüsch.

Die erste deutscheGeschichte der islamitischen Kunst gibt gegenwärtig der Wiener Kunsthistoriker Dr Erikst Diez in 6 Lieferungen bei der Akademischen Verlagsgesellschait Alhenaion, Berlin-Reubabelsberg, heraus. Das reich illustrierte, wohlseile Werk ist die Frucht seiner ausgedehnten Studienreisen in den einstigen und heutigen Kulturländern des Islam von Spanien bis Indien, die Dr. Diez im Aufträge des Wiener Uni­versitäts-Instituts für Kunstwissenschaft, unterstützt von der öster­reichischen Negierung, unternahm.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen.

April

1916

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Bew. Himme^

Höchste Temperatur am 8. bis 9. April 1916: -f- 15,0* C.

Niedrigste Niederschlag 0,0 mm.

8. 9.

1916:

7,3' 0.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlichcr Wetterdien st. Gieße«. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 11. April 1916 Heiter und trocken, nachts kalt, tags warm.

Letzte Nachrichten.

Die Luftverteidigung Englands.

A m st e x b a nt, 10. April. Ter RücktrittLordDerbyH und Lord Montagus vom Luft ver teidi guir gsau s- schuß hat in England nicht geringe Aufregrmg hervorgerufen, lieber die Gründe zu diesem Schritt ist bisher nichts bekannt- gegeben ivorden. Aber allgemein nimmt man an, daß die Macht- beschränlimg, die denr Ausschuß auferlegt ist, eine erfolgreiche Arbeit unmöglich machte. DieDaily Marl" meint, daß der Ausschuß von der Regierung nur dazu benutzt werde, um das ffAriblikum einzulnllen. In politischen Kreisen, so sagt das Blatt, sei eine Bewegung im Gange, nur die Regierung von der Wichtig­keit der Errichtung eines L u f t m i n i st e r i u m s zu über­zeugen, das heute in Anbetracht der wachsenden Reibungen zwischen den Luftabteilmrgen der Admiralität und des Kriegsministcriums iwtwendiger zu sein scheint, als je zuvor. Viele Kabinettsmitgliedeis sollen sich schon zugunsten der Schaffung eines selbständiger Luft­ministeriums ausgesprochen haben. Daß Lord Curzon den Berby ablösen soll, wie von verschiedenen Seiten verlautet, von derDaily Mml" mit den Worten abgetan, daß das betitelte Herren nicht brauche, sondern scharfe, schrrelle und prak­tische Anordnungen. (Voss. Ztg.)

Ein Oberkommando für die Ententemarine.

Rotterdam, 10. Llpril. DerNieuwe RotterdamscheCou-> rant" meldet aus Le Havre: Um die Flottillen im Kanal, in der Nordsee und in der Meeverrge von Calais gegen U-BootS- angriffe zu beschützen, werde Frankreich im Einverstärrnr.> mit Eng­land mrd Belgien ein Oberkomrnaudo der Marine schaffen, dessen Machtbereich sich ausdehnen wird bis zum Kap Antifec. Der Sitz wird in Le Havre sein. Dem Oberkommando untersteht auch der Marineflugdienst. Für kombinierte Operationen understcht das Marinekommando der Gewalt des Befehlshabers vom Heereskorps in der Küstengegend. (Berl. Tagebl.")

Lord

wird

Land

Statt j<arten.

Die Geburt eines gesunden

Jungen

zeigen hocherfreut an

Dp. Paul J<üehel und prau Jhisbeth

geb. Ihring

J3utebaeh, 9- April 1916.

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Dr. A. Weyl und Frau

geb. Eichenauer zeigen die Geburt eines

Mädchens an.

7. April 1916.

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Ober- u. Unterarmen, versch. Figuren, aus derBrust großes Frauenbild.Bekleidung: Uni­form, eigene Mütze und Schnürschuhe wegenFahneu- flucht abzuliesern an die nächste Militärbehörde.

Gießen, den 7. April 1916. Gericht des 1. Erft-Batl. J»r.'Reat. 11«. UJ)

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Schmidt, Heinrich, Friseur, angeblich Unterofnzier der 1. Gen.-Komv. 1. E. 116, geb. 22.6. 95 zu Darmstadt, zuletzt wohnhaft Hamburg, Hasen­straße 7, jetzt verrnutlich in Hamburg oder Köln oder Darmstadt. Größe: 1,78, Ge- stalt: schlank, Haare: dunkel­blond. Bes. Kennzeichen: Schuß- u. Overationsnarven am l. Unlerarin u. .r. Ober­schenkel, 51leidung: UO.-Utü- sorm, Hosen nrit Steg, Nock mir ausgeschlagenen 2!ermeln und grauen Treffen, gelbe Schuhe, Ordensschnalle mit Eis. Kreuz II. Kl., Hess. Tapf.- Medaille. Rettungsmedaille wegen Fahnenstucht abzu- liefern an die nächste Mili­tärbehörde.

Gießen, den 7. Avril 1916. Gericht des 1. En'.-Batl. _Jr»k.-Reat. 116 . f. ? ,D

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