Ausgabe 
5.4.1916 Erstes Blatt
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iciLDutigen. Ber Br i e \ e uw a d) e 1 1 i tt macyr es der Manen verkehr dringend erforderlich, in der Aufschrift anher dem Post bezrrre (C., NO., W. mm.) auch die Kummer des Postamts anzu aeben. Zon dem dre Senkung bestellt oder abgoholt rnird (z. B. Berlin » .Berlm 0.17). Selbstverständlich darf aber auch die Angabe der, Straße, der Hausnummer, des Gebäudeteils und des Stoäwert^ m der Ausick-rrft nicht fehlen. Man muß also beispiels werje schreiben:

Herrn Kaufnmnn Karl Müller

in Berlin NW. 6 Albrechtstr. 7, Hinterhaus

er\ * l «r, r * 3 Treppen, links.

E von der Postverwaltung herausgegebeneStraßenver- zeichnis von Berlin und den angrenzenden Orten mit An gäbe, der Bepellpostanftalt" kann an den Postschaltern eingeschen uno follte vom Publikum zur Vervollständigung der Aufschiiftm im flennt Jntevefs« stets benutzt werden. Das Verzeichnis nebst ^taolplan ist durch alle Po;tanstalten und Briefträger für 5 Psg zu beziehen.

^ Landkreis Gießen.

Der S t ä d t i s ch e S e e N s ch m a r k t beginnt Donners tag, den 6. Avril, nachmittags 2 Uhr in den Marktlanben.

a £t?ß 0 us, 5, ^lpril. Heinrich Wagner, Pflasterer und ferne Ehefrau, geb. Albach, Tochter des Gemeinde-- und Unter- Neuer einnehm ers Joh. Mbach zu Burkhardsfelden, f-ierten gestern ! -? Hfvch-5^- Von ihren drei Söhnen steht der älteste

c> t ? ! ^vfte der Kaifcrliche?! Marine, der zweite ist dem Felde der Ehre gefallen, der dritte Sohn ist verwundet.

Bellersheim, 5. April. Durch ungenügenden .lbfchuß hat sich der Rehbestand hier so vennreh'rt, daß man oft ganze Herden auf den Aeckerm werden sieht. Unsere Boltsernahrung aber muß dadurch eine beträchtliche Schä oigung erleiden. Behördliche Regelung wäre daher sehr zu wünschen. Ein wertvoller Schäferhund des hiesigen Guts Pächters wurde in der Nähe des Waldes vergiftet auf- gesunden.

teinbach, 5. April. Dem Reservisten und Richtkanonier Karl B als er un Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25, der seit Be gmn des Krieges im Westen kämpft, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

U Lang - Gön s , 5. April. Vizewachtmeister d. Res. Alfred Rompf (früher Einjähriger beim Ulauen-Regiment Nr. 6) im akttven Infanterie-Regiment 116 erhielt das Eiserne Kreuz.

Kreis Büdingen.

r-r £ ^bril- Bor etwa einem Jahre verheiratete

Nch der 2< Jahre alte Maler und Weißbindergeselle Leonhard D r er eI aus Oberbayern mit einer Tochter des hiesigen Maurers H. M o m b e r g e r und zog bald nach seiner Verheiratung nach Asiedberg. rtm er Beschäftigung gefunden hatte. Gestern abend nach 8 Uhr kam er ganz unenvartet hier in das Haus seiner Schwieger­eltern und verlangte die Herausgabe seiner Frau, die schon vor einigen Wochen sich von ihm wieder getrennt hatte und hierher zu ihren Eltern zurückgekehrt war. Als Dresel sein Verlangen nickst erfüllt wurde, gab er z w e i S ch ü s s e auf seine Frau ab, ohne sie aber erheblich zu verletzen. Dennoch fiel die Frau zu Boden, und nun versuchte der Unhold sie zu erwürgen. In der Meinung, diese Absicht erreicht zu haben, lieh er sich von seiner Schwieger mutter hinausweisen irnd gab dami vor der Haustür einen Schuß auf sich selbst ab. Die Kugel blieb im Kopfe stecken. Bewußtlos wurde der Selbstmörder zum Arzt nach Nidda und dann in das dorttge Gefängnis gebracht. Doch gelang es bis heute morgen nicht, ihn ins Bewußtsein zurückzurufen und die Kugel zu ent­fernen. Deshalb wurde der Täter heute in die Klinik nach Gießen überführt. Die Gendarmerie von Nidda machte noch in der NacÄ die nötigen Vernehmungen. Drexel soll schon schwer vorbesttaft und deshalb auch nicht zum Heere einberufen worden sein, obgleich er gedient hat. Man bezweifelt, daß er am Leben erhalten werden kann.

A Kohden, 5. April. Der Selbstmörder Drexel ist in der Klinik zu Gießen am Tage seiner Einlieferung abends seinen Verletzungen erlegen.

A Nidda, 5. April. Musketier Fritz Stein von hier, beim Infanterie-Regiment Nr. 143, erhielt die Hessische Tapferkeilsmedaille. Er steht seit Kriegsbeginn als Krlegsireiwrlliger beim Heere und ist in den letzten Kämpfen verwundet worden.

(D Ortenberg, 5. April. Die Eheleute Jakob Streuber und Lisette Jakobine Rudolf, geb. Katz, begehen in seltener körper licher und geistiger Frische am 8. April ds. Js. das Fest der Goldenen Hochzeit. Leider kann der einzige Sohn, da er im Felde steht, an dem Jubelfeste seiner Eltern nicht teilnehmen. Die einzige Tochter verstarb schon vor einigen Jahren.

Kreis Schotten.

§ Herchenhain, 5. April. Am vorigen Sonntag fand in unserem Gotteshause die Gedächtnisfeier der beiden zuletzt fürs Vaterland gefallenen Krieger aus unserer Gemeinde statt. Es sind dies: Wehrmann Heinrich Schäfer und Reservist Louis Appel. Beide waren verheiratet und hinterlassen Frau und Kinder. Mit ihnen hat unsere Gemeinde von 350 Seelen schon das neunte und zehnte Kriegsopfer verloren. Reservist Louis Appel ist der dritte Sohn, den die Fanülie des Karl Appel schon hat hergeben müssen. Die beiden Krieqervereine von Herchenhain und Hartmannshain waren mit umflorten Fahnen erschienen. Frauenhände hatten den Altar sinnvoll mit Tannenreisig geschmückt. Von den Schülern wurden zwei Lieder vorgetragen.

Kreis Lanterbach.

Ll. Lauterbach, 4. April. Die Wilhelm Dotzertsche Brauerei in der Bahnhofstraße hier, -Bürgerliches Brauhaus*, ging in den Besitz der Freiherrlich Rredeselschen Brauerei hier käuflich über.

§ Aus dem oberen Vogelsberg, 4. April. Die wieder. eingekehrten schönen Frühlingstage haben aus un­serer einsanven Berglandschaft neues Leben und Erwachen 'hervorgernfen. Die Landwirte bespannen wieder den Pflug, nur der Erde das Samenkorn anzuvertrauen. An Stelle der fehlenden einheimischen Arbeitskräfte, die zur Ver­teidigung des Vaterlandes zum Heeresdienst einberufen sind, sieht man überall, in fast jedem Ort, neben und hinter dem Pflug einen Kriegsgefangenen hergehen. Ern anschau­lich seltenes Kriegserinnerungsbild! Die Frauen nnd Kinder sind mit hem Putzen der Wiesen beschäftigt, die zum Teil schon schön grün gekleidet sind. Auch manches Blümlein hat schon seine Blüten geöffnet, wie: das Märzveilchen, Buschwindröschen, Gänseblünichen, die Schlüsselblume und Sumpfdotterblume. Die Vögel fliegen zu Paaren und suchen sich versteckte Plätze auf, um ihr Nestchen zu bauen. Die Schwalben sind noch nickt znrückgekehrt. Lllles in allem, der Frühling ist da!

Starkenburg und Rheinhessen.

c. Darm st adt, 5. April. Das Darm stad ter .hoftheater zahlt seinen Mitgliedern seit dem 1. März wieder die vollen Gagen. Außerdem erhalten die Niedrig gegi erten eine Teuerungszulage.

Kreis Wetzlar

ra. Münchholzhausen, 5. April. Unteroffizier Otto A l t h a u s , früher im Res.-Drag.-Rgt. Nr. 7, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 3. April. Der. Frankfurter Ein- b r e ch e r z u n f t ist nichts mehr heilig. Denn in der vorvergangenen Nacht räumten Mitglieder von ihr eine von der Polizei amtlich versiegelte Gastwirtschaft in derAorkstraße vollständig aus. Ferner stahlen sie aus einem Materiatwarengeschäft an der Martthalle große Mengen von Lebensmitteln und raubten aus der Ladenkasse 700 m bares Geld.

[j Aus dem Kreise Marburg, 5. 'April. Seitens des Landratsamts sind jetzt für Stadt und Laüd folgende Höchst­

preise für Fleisch festgesetzt worden: A. Frisches' Fleisch: Schieres Fleisch (ohne Fett) 2,40 (2,25 Land), Lende und Ge­hacktes 2,20 (2,10), Kamm, Rücken, sowie Keule ohne Pfoten und Kniestüück 1,80 (1,70), Schulter 1,70 (1,55), Bauch 1,40 (1.40), Rückenspeck 1,70 (1,70, Backen 1,50 (1,40), Tickbein ohne Pfote 0,90 (0,80), Kniestück von der Keule ohne Pfote 0,90 (0,80), Kopf 0,70 (0,70), Pfoten 0,30 (0,30), Flomen 1,80 (1,80), Nieren, Leber imb Herz 1,00 (0,90). B. Wurst und Dauerwaren, letztere gepökelt und geräuchert: Geräucherter Speck 2,20 (2,10), gcräucher- ter Schinken mit Knochen 2,40 (2,25), geräucherter Rollschinken ohne Krwchen 2,80 (2,65), frische Leber- und Blutivurst 1,50 (MO), Fleischwmfft 1.90 (1,80), Servelatwurst 3,00 (3,00'), ge­räucherte Mettwurst 2,40 (2,25), frische Bratwurst 2,30 (2,15), geräucherter Schinken im Aufschnitt, sonne gekochter Schinken 3,00 (8,00). C. Schmalz imb Fett: Ausgelassenes Flomenschmalz und Lchloeinefett 2,20 (2,20), Wurstfett 1,40 (1,40) Mark das Pfund. Für Telikateßgeschäste gelten die Preise nicht.

Bad Homburg v. d. H., 5. April. Die Englische Kirche wird nunmehr zu einem städtischen Museum umqewandelt. Tie hierzu erforderliche Einrichtung wilrde in Höhe von 2500 Mk. von der Stadtverordnetenversammlung bewilligt.

ko. Wiesbaden, 5. April. In, ersten Vierteliahr 1916 wurden insgesamt 22 850 F r e ni d e gezählt und zwar 10 138 Kur­gäste und 12 712 Passanten. Das bedeutet ein Mehr von 4050 gegen die gleiche Zahl des Vorjahres.

X Hanau, 3. April. Der Hofmarschall des Landgrafen Alexander Karl von Hessen zu Schloß Philippsruhe. Kgl. Kämmer­er von Strahl ist aus seiner langjährigen Tätigkeit im Treuste des Landgrafen ausgcschieden und in den Ruhestand ge- tteten. Aus diesem Anlasse ist ihm vom Kaiser der Stern zum Kronenorden zweiter Klasse und vom Grvßherz-og von Hessen die Krone zum Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen worden. Mit der Führung der Geschäfte des Hofmarschallamtes ist vom Landgrafen von Hessen der Kgl. Käm­merherr Hauptmann z. D. Freiherr Schenk zu Schweins­berg beauftragt worden. Me Führung der von dem Hofmarschall­amte <chgezweigten selbständigen Verwaltung der Güter, Forsten mrd Finanzen hat für Kriegsdauer im Nebenamte der Kgl. Re- grernngsrat v. Schutzbar genannt Milchling übernommen.

Bl. Cransberfl, 4. April. Fin Verlauf von acht Tagen wurden im hiesigen Jagdbezirk drei kapitale Hirsche erlegt, zwei Hirsche von Ernst Sommerlad auf Försthaus Hubertus, ein Zehnender und ein Achtender, der eine im Gewicht von 182, der andere wog 172 Pfund. Außerdem wurde noch in derselben Zeit von einem Herrn ans Bad- Nauheim ein Sechsender im Gewicht von 160 Pfund zur Strecke gebracht. Sämtliches Gewicht ist angegeben in aus- gebrochenem Zustand.

Rheinprovinz.

. ch. Oberwesel, 4. April. Im Laufe eines Jahres und zwar m der Zeit vom 1. April 1915 bis zum 31. März 1916 sind im Rheine hier auf den Fischereien Örtchen und Kanne insgesamt 230 Stück R h e i n s a l m e gefangen worden. Diese hatten ins­gesamt ein Gewicht von 4336 Pfund und erbrachten ein Ergebnis von 12 033.94 Mark. Der grüßte Salm hatte ein Gewicht von 35 Pfund, während der kleinste 7 Pfund wog. Auf alle Fülle brachte der Salmfang trotz seines Rückgangs im Laufe der Jahre auf diese Weise noch ein schönes Ergebnis.

Srkffaftcn der Redaktion.

Muouyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.h

I. N in h. Lacke, Firnisse und Farben, die am 15. März 1916 bereits sertiggestellt sind und sich nicht mehr im Besitze des Herstellers befinden, dürfen nach einer ergänzenden Bestimmung zu Anstrichen verwendet werden. Danach können also Maler und Lackierer die am 15. März 1916 in der Werkstatt vorhandenen Oelfarben, Lacke und Lackfarben wie bisher verwenden. Gegen den in Ihrer Anfrage erwähnten Anstrich ist jedenfalls nichts ein­zuwenden. Für die Folge dürfen Farben und Lacke nur 25 °/ 0 Leinöl enthalten. _

Märkte.

ko- Frankfurt a. M., 5. Aprtl. Schweinemarkt. Auf dem heutigen Schweinemarkt stand kein Schwein zum Verkauf.

iv. Frankfurt a. M., 5. April. Frucht- und Futter- m i t t e l m a rC t. Das Angebot in Futtermitteln wird von Woche zu Woche infolge von Warenmangel geringer bei stark bleibender Nachfrage. Einzelne Umsätze kanten zustande. Getreide geschäfts­los. Haferersatz 63 66° Äik., Spelzen 15 17 Mk., Spelzspreuinehl .32-34 Mk., ReiSkleihe 3638 All., Heumehl 36-37 Mk., Bier­treber 8385 Mk., Kataoschalen 3335 Mk., Maismehl 160 bis 175 Mk., Mischfutter 90100 Mk., ausländische grobe Kleie 8285 Mk. Alles per 100 kg ohne Sack ab Station.

ko. Frankfurt a. M., 5. April. K a rt o ff e l m a rk t. Kartoffeln ab Versandstation in loser Ladung per 100 Kilogramm 6'10 Mk»

fc. Frankfurt a. M., 4. April. Heu- und Strohmarkt. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren.

Mcteorologikche Beobachtungen der Station Gießen.

April

1916

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7,7

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Regen

Höchste Temperatur am 3. bis 4. April 1916: 4- 20,5* C

Niedrigste Niederschlag 2,8 mm,

1916:

3,2* 0.

Amtlicher Wetterbericht.

O öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 6. April 1916: Abnehmende Bewölkung, trocken, keine wesentliche Temperatur- änderung. _

Eetzte Nnerrichten.

Der Zeppelinangriff aus Dünkirchen.

Genf, 5. April. Tie jüngsten dringenden Beschwerden der vanzösischen Reeder über gesteigerte TransportschlvierigSeiten in den französischen Häfen weisen ans die Zustände in Tüntirchm hin, wo massenhaft Material, darunter auch eine Menge leichtentzünd­licher Stoffe, aufgestapelt warerr. Darum erregt der vollkommen geglückte Angriff anf Dünkirchen starke Besorgnis in Paris, wo die Zensur die Bekanntgabe der Einzelheiten über die Verheerungen in der Stadt uird im Hafen verhinderte.

Englische Zumutungen an die Neutralen.

i. K ö l n , 5. April. TieKöln. Ztg." meldet aus Kopeichagen: LautNational-Tidende" haben die dänischen Schiffsreeder die gleiche Mitteilung lvie die norwegischer von der englischen Re­gierung erhalten, daß in Anbetracht des geringen Frachtraumes mW der geringen Kohlenlager die englische Regierung den Kohlen­erwerb davon abhängig nracht, daß sämtliche Schiffe auf der Hin­reise mit Fracht beladen sein müfseir. TaS bedeutet, so benrerkt dreNational-Tidende", daß alle Schiffe <mf der Reise nach England eine Hvlz- oder Erzladung haben nrüssen und es ist leicht begreiflich, wie gefahrvoll eine solche Ladung sein muß.

Die italienische Presse und Hslland.

L u g an o , 5. April. Ueber die Voraängc in Holland ver­zeichnen die meisten Blätter lediglich die Auslandsnachrichten, die ie bisweilen mit Hoffnungen, bisweilen auch mit der Drohung be­gleiten, falls die Vorkehrungen sich etwa gegen die Errtente richten sollten, würde Holland seine Kolonien aufs Spiel setzen.d'Jtalia" veröffentlicht eine Unterredung mit eurem ungenannten Diplo­maten, der zwar meint, wenn Holland zwischen beiden kriegführeir-

den Parteien wählen müsse, würde es sich unbedingt dem Brer^ verbände anschließen, dies sei aber garrricht der Fall, da keine Seite irgendwelche bösen Absichten gegen Holland hege. Vielmehr ver­stärke das Land offenbar nur angesichts der vermehrten Tätigkeit auf dem westlichen Kriegsschauplatz seine Verteidigung, wie es dies bereits bei Ausbruch des Krieges getan habe. Der römische Vertreter derStampa" hingegen ist der Ansicht, daß diese Vor­kehrungen einen Protest gegen die Verschärstmg der Blockade und die Aufhebung des Artikels 19 der Londoner Seerechtsdeklaration bedeuten, da diese Schritte EnglairdS die Niederlande wirtschaftlich schiver schädigen könnten. Das Blatt erwartet, daß Sonnino im bevorstehenden Ministerrat die Haltung Hollands berüch'ichtigen werde.

Die britischen Handelsschiffsverluste.

«London, 5. Avril. Nach einer Meldung des Neuterschen Bureaus stellt der bekannte Admiral Sir Bridge in einem Briese an dieTimes" eine Statistik über die Verluste der Handelsschiff­fahrt während des Krieges zusammen. Er schreibt: Me Verluste, die der Handclsschiffahrt des britischen Reiches bis zum 23. März, also in einem Zeitraum von fast 19 M'onaten im Kriege zugefügt worden siird, betragen weniger als 4 Prozent der Schisfszahl und wenig mehr als 6 Prozent der Tonnenzahl. Der französische Ver­lust an Dampfern beträgt wenig über 4 Prozent der Schiffe und etwas mehr als 7 Prozent der Tonnenzahl. Der Dampferverlust Rußlands beträgt weniger als 3 3 /* Prozent der Schiffszahl und etwas mehr ahs 4Vs Prozent der Tonnenzahl. Die Verluste von vielen kleineren Schiffen imd Segelschiffen bedürfen keiner näHeren Besprechung.

Rumänische Kriegsfürsorge.

Bukarest, 5. April. Ter Hauptausschuß für Ver­pfleg u n g s v o r s >" i* g e bei dem Minister des Innern schlug der Regierung die Eirckringung eines Gesetzes im Parlament vor, wonach die Steigerung der Mieten slir Wohnungen und Geschäfte über den Satz vom Oktober 1915 verboten wird rnrd für Mieten aus zweiter Hand nur der vom ersten Mieter gezahlte Bettag verlangt werden^ darf. Ferner wurden Maßnahmen zur Behebung des Mehl-, N'ersch- UND Fischmangels getroffen.

Zum U-Bootkrieg.

i. Kopenhagen, 5. April. Laut derKöln. Zeitung" ist in Norwegen, nachdem in der letzten Zeit so viele Schiffe verloren gegangen sind, die Prämie bis 100 °/o für die am meisten gefähr­deten Linien erhöht worden.

Denkt an unslsendet

SalttnÄleikum

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Oettern

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FrgLrr-siten.

Willkommenste Liebesgabe!

Preis Nr 3% 4 5 6 a io

35i4 5 6 6lO PfAStfck.

Tabak-u. .Hu&> Ziel 2 , Ho:

abiryenidz^Dresden.

SJldiföni&svSöchsen.

Amtlicher Teil.

Betr.: Das Verbot der Ausfuhr voic Rindvieh, Schafen und Schweinen und von Fleisch und Fleischwaren aus dem Großherzogtum Hessen.

Anf Grund der Verordnung des Bundesrats über Fleischver­sorgung vom 27. Marz 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 199) hat die Reichsfleischstelle angeordnet, daß im Groß herz ogtiim Hessen die für die Hecvesverpflegung ihm auferlegten Mengen von Schlacht­vieh (Rindvieh, Schafen und Schweinen), sowie die zur Versorgung der Zivilbevölkerung einschließlich der Garnisonen, Lazarette und Gefangenenlager aufzubringenden Schlachttiere der genannten Atten aus dem Lande selbst beschafft werden nrüssen. Aus diesem Grunde when wir uns veranlaßt, die Ausfuhr von Vieh der genannten Arten und von Fleisch nnd Flcischwaren (8 11 der Verordnung) aus dem Großherzogtum mit sofortiger Wirkung zu verbieten.

Alle in bezug auf die Ausfuhr von Vieh und Fleisch ein­zelnen nichthessischen Landesteilen gegenüber zugestandenen Ermäch­tigungen merben hiermit zurückgezogen. Bereits in dieser Hinsicht abgeschlosjeue 5?auf- und Lieferuugsverträge dürfen nicht mehr aus­geführt werden.

Weitere Entschließungen im Sinuc obiger Verordnung blei^ ben Vorbehalten.

Darmstadt, den 3. Avril 1916.

Grvßherzogliches Ministerimn des Innern, v. Homberg k.

An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Großb. Bürger­meistereien der Landgemeinden des Kreises, Großh. Polizci- amt Gießen und Großh. Gendarmerie des Kreises.

, Auf vorstehendes Verbot machw wir Sie mit dem Aufttage ^fort und wiederholt ortsüblich bekarmt zu machen, alle Vrehhändler, Metzger nnd sonstige Beteiliate zu bedeuten und lebe Zuwiderhandlung zur Anzeige zu bringet. Auch die Post- amter und Güterabfettigimgen fiirb zu verständigen.

Greßen, den 4. Apnl 1916.

Großberzogliches Kreisamt Gießen.

_ I. V.: Lan a ermann. _

Betr.: Kontrollversammlung.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.

Wir iveisen Sie auf die in Nr. 74 des Gießcncr Anzeigers! erschiEnc Bekanntmachung des Bczirkskommandos Gießen mit, den: Aufträge hin, diese in ortsüblicher W<eift zu vcröffentlickiem Gießen, den 1. April 1916. |

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. B.: Hemmer de.