borgetfreeCtert Summe» nttfueleit. Der ^-chatzkan-ler wies darauf
daß das Vertrauen der Gläubiger zum Staat dadurch befestigt werde, daß die Einnahmen der Alliierten erhöht werden.
Grotzfeucr in einer englischen Pulverfabrik.
London, 4. 2Lpril. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des 'PreßburecrnS. Der M unitions min ist er teilt mit, daß während des Wochenendes in einer Pulverfabrik in '&'eut ein größeres Feuer ausbrach, welches mehrere Explosionen verursachte. Das Feuer entstand rein zufällig und wurde .um die Mittagszeit entdeckt. Die letzte Explosion fand kurz nach 2 Uhr nachmittags statt. -Die Zahl der Opfer beträgt ungefähr 200.
Aus Griechenland.
B e r l i n, 4. Llprll. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." mcll)^ aus Athen: Der Kriegsminister hat telegraphffch augeordnet, daß die den ^Jahrgängen 1884 bis 1916 angehörenden Professoren und Lehrer, die bisher vom Militärdienste enthoben waren, innerhalb 24 Stunden zu ihren Regimentern einzurücken haben.
Der Zeekrreg.
Englische Tücke.
Amsterdam, .4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitung i'„New Dark Sun" enthalt einen Berückt über das nrysteri,öse BersckSründen von Papieren, Photographien und Passen, welche den Passagieren deS Holland-Amerika-Danrpfers „Rotterdam" gehörten. Man glaubt, daß britische Spione ihr Wesen auf dem Schiffe trieben. Passagiere, die häufig Geschäftsreisen über den Atlantischen Ozean gemach haben, erklärten, es sei die regelmäßige Gepflogenheit der Beamten des britisck^cn Geheimdienstes, aus Schiffen der Holland-Llmeriiä-Lrnie als Passagiere erster Klasse zu reisen und die Reisenden zu überwachen. Ern gewisser Foote, der von einer Gxschästsreife von England zurilckkehrte, erzählte, daß sein Paß, mehrere Geschäftsbriefe und einige Photographien au? einer früheren Reise aus seinem Rock gestohlen worden seien. Ändere Passagiere haben ähnliche Erfahrungen gemacht. — Hier eingettwffene amerikanische Blätter enthalten eine Meldung der Associated Preß, nach voelchr ein gewisser Oliver Vickery aus ! St. Louis, der auf einem britischen Dampfer beschäftigt war, erzählte, daß die britischen .Handelsschiffe die amerikanischen Häfen zwar rm bewaffnet verlassen, aber auf hoher Sec Kanonen an Bord Nähmen. Bickery ftrhr am 15. Juni 1915 auf dem Dampfer „Leonatus". Ms sie in einiger Entfernung von Hatteras gekommen waren, begegneten sie dem britischen Kreuzer ..Glory", von dem zwei Kanonen an Bord des Dampfers ,Leonatns" gebracht wurden. Eine wurde vorne und eine rückwärts aufgestellt. Drei Mann von der Besatzung, die in Amerika für gewöhnliche Seeleute ausgegeben worden N-aren, entpuppten sich als britisches Marinepersvnal, das die Bedienung der Geschütze übernahm. Als der Danrpstr in Para in Brasilien eintraf, wurden die Geschütze verborgen. Ms sie später nach Boston zurückkehrten, wollten die Offiziere Vickery Trübt erlauben, an Land zu gehen. Er entfloh.
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Haag, 4. April. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Nach einem beim Marine-Departement eingegangenen Bericht wurde der niederländische Schvoner „Elzin Helena" gestern nachmittag 3 Uhr in der Nordsee torpediert. Die Besatzung wurde in einem Boote nach dem Leuchtschiff Novrdhinder gebracht und gestern abend von dem Rettungsschiff „Atlas" übernommen, von wo sie haute abgeholt wird. Bei ihrer Ankunft wird die nähere Untersuchung ein geleitet.
Weiter teilt das Marine-Departement mit, daß die Unter- suchimg des Wrachs' der „Tnbantia", für welche zuerst durch den Königlich Holländischen Lloyd Maßregeln getroffen worden ivareu, von der Regierung übernommen wurde. Infolge des ungünstigen Wetters konnte nicht vor der letzten Woche mit der Untersuchung begonnen werden. Es glückte gestern, die genaue Stelle, wo das Wrack liegt, festzustell-en, und von dem Dampfer „Wodan" die erste Untersuchung durch Taucher anstelle zu lassen. Heute früh sollte das Tauchen fortgesetzt werden, das Wetter war aber iviedevum zu ungünstig.
Vlissingen, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Korrespondent der Niederländischen Delegramma gentur sprach den Kapitän des holländischen Schvoners „Elise Helena". Das Schiff ist nicht torpediert, sondern um 3 Uhr nachmittags tum einem deutschen U-Boot aus der Höhe des Noordhinder- Leuchlschiffes angehalten worden. Es hatte eine Ladung von gehobeltem Holz. Ein Offizier des deutschen U-Bvvtes verlangte 4>ie Schiffspapiere, die er durchsah. Er gab der Besatzung fünf Minuten Zeit, um die Boote zu besteigen. Die Deutschen brachten , Bomben an Bord und sprengten das Schiff in die Luft.
Kristiania, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die norwegische Gesandtschaft in London hat <rn/das Ministerium des Aeußern telegraphiert, nach einem Bericht der britischen Admiralität sei die morwe gische Viermast bar? „Bill" bei den Scilly-Jn- ffeln in Grund gebohrt worden, die Besatzung aber gerettet.
Berlin , 4. April. (Priv.-Tel.) Die „B. Z. a. M." meldet -aus Kristiania: Nach einer Llohdsmeldung ist die Mannschaft kdes norwegischen Viermasters „Bell Fortland" bei Brigon <Brigthon ?) gelandet. Es handelt sich üm das deutsche Schiff ^,P e r k e o", das von den Engländern zur Prise gemacht und einem norwegischen Reeder verkauft worden war. Es hatte Korn «us Oregon an Bord, das nach England bestimmt war. Die Ursache des Unterganges ist unbekannt.
London, 4. April. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: .Der norwegische Dampfer „Ino" ist gefunken, die Besatzung wurde gerettet.
Glasgow, 4. April. kWTB. Nichtamtlich.) Der unbewaffnete Dampfer „ P e r t h " (653 Bruttv-Registeittonnen) ist versenkt worden; 6 Mann sind umgekommen, 8 gelandet.
Aus dem Reiche.
Bundesratsbefchlüsfe.
Berlin, 4. April. (MTB.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme': Der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aendernng des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen ; die Aendernng der Be- Acmrttmackyimg über Kaffee, Tee und Kakao vom 9. November 1915; die Aendernng der Bekänntmachnng über die 'Einfuhr von Salzheringen vom 17. Januar 1916'; der Ent- -nmrf einer Bekanntmachung über die Erhebung der Vorräte chon Kartoffeln sowie Erzeugnissen der Kartoffeltrock-- >nerei und Kartoffelstärtcfabrikcrtion: der Entwurf einer ;Belanntmachnng über .die Bereitstellung' von städtischen! «Gelände zur Klein garten beste klung usw. und der Enttvurf eines Gesetzes betreffend Aendernng der Reichs- chersicherungsordnnng und des Einfuhrnugsgesetzes zur flieich sversich ernngso rd nung.
Zur Gewinnung einer Grundlage für die Anordnnnaen j>cr Reichskartoffel st ele bei Durchführung der Speise- kartofselvcrsorfxung ist es erforderlich, eine Erhebung darüber anzustellen, welche Vorräte cm Kartoffeln in den Händen der Erzeuger, sowie Gemeinden, Händler und Verbraucher vorhanden sind. Ter Bnndesrat hat als Erhebungstermin den 96. April festgesetzt, ein Zeitpunkt, an dem die Mieten im wesentlichen geöffnet zu sein pflegen. Da die Trockenpvo* Linkte in gewissen Mengen die frischen Kartoffel ersetzen, Ist die Erhebung auch auf alle Kartofjeltrocknungöerzeng.- arisse ausgedehnt worden.
Der SteuerauSschuh des Reichstags erledigte die erste Lesung des Entwurfes betreffend die mit ^>en P o st - u n d T e l e g r a p h e n g e b ü h r e n zu erhebende ^außerordentliche Reichsabgade. DerMgUdentarifwurde
gegen die L>trnrmen der ^oziatoemorraren enrjpoea)-eno einem gemeinsamen Anträge der bürgerlichen Parteien wie folgt gestaltet: Für Briefe a) im Orts- und Nachbarorts-, verkehr 3 Pfa.; b) im sonstigen Verkehr 3 Pfy.; Drucksachen 2 P, g. Pakete bis 5 Kilogramm bis 75 Kilometer 5 Pfg., bis 5 Kilogramm auf alle weiteren Entfernungen 10 Pfg-, über 5 Kilograrmn bis 75 Kilometer 10 Pfa., über 5 Mlogramm auf alle weiteren Entfernungen 20 P,g. Telegramme pro Wort 2 Pfg., mindestens jedoch 10 Pfg.; Robrpostbriefe und Rohrpostkart e n 5 Pfg. Anschlüsse an das Fernsprechnetz 10 Prozent mehr, Nebenanschlüsse 10 Prozent niehr; Ferngespräche aller Art 10 Prozent mehr. Postanfrragsbriefe, Postanweisungen und der Postscheckverkehr sollen abgabenfrei bleiben. Der Ertrag beziffert sich auf rund 190 Millionen.
Von den vorliegenden Anträgen wurden angenommen: Ein Antrag der Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei betreffend die Aufhebung der Reichsabgabe spätestens nach Ablauf des ersten Etatsjahres nach Friedensschluß, wenn der Reichstag dies verlangt;,ein Antrag der Fortschrittlichen Volksparrei, daß die regierenden Fürsten, ihre Gemahlinnen und Witwen von der Reichsabgabe nicht befreit sein sollen; ein Antrag des Zentrums aus Ab g abefrHäh e it für Pakete, welche ausschließlich Zeitungen oder Druckschriften enthalten, wenn sie an beiden Seiten zur Kontrolle offen gelassen fiitb und Anträge der Nationalliberalen, betreffend die Einführung e in h e i t l i ch e r P o st we r t z e i che n und betreffend Abgabefreiheit für Pressemeldungen im Telegrammverkehr. Der letzte Antrag wnrde einstimmig angenommen
Die Einzahlungen auf die Kriegsanleihe.
Berlin, 4. April. (MTB.) Soweit bis Dienstag mittag Mitteilungen Vorlagen, sind bis zu diesem Zeitpunkt bereits 5 705 Millionen Mark auf die vierte Kriegsanleihe eingezahlE worden. Nicht enthalten sind in diesen! Betrage diejenigen Zahlungen, die außerhalb Berlins am Dienstag vormittag geleistet wurden. Die Darlehnskassen wuroen für Zwecke der vierten Kriegsanleihe bis zum 31 .März, mit 118 Millionen in Anspruch genommen.
Berlin, 4. April. (WTH. Amtlich.) In seiner heutigen Sitzung hat der Bnndesrat zwei Verordnungen beschlossen, die sich auf die Benutzung von Grundstücken städtischen Charakters zu landwirtschaftlich enund gärtnerischen Zwecken beziehen. Durch die eine wird die Möglichkeit gegeben, solche Grundstücke, die sich zur Bebauung mit Gemüse und landwirtschaftlichen Produkten eignen, dieser Nutzung zuzuführen. In der anderen Verordnung wird bestimmt, daß Grundstücke in Gemeinden von mehr als 10000 Einwohnern zur gärtnerischen Nutzung nur zu mäßigen, von einer unteren Verwaltungsbehörde festzusetzenden Pachtpreisen verpachtet werden dürfen. Es soll dadurch einer spekulativen Ausnutzung durch den Besitzer Einhalt getan werden.
Weiter hat der Bnndesrat eine Verordnung über Kaffee, Tee und Kakao erlassen, durch die die bisher schon bestehende Befugnis des Reichskanzlers, den Verkehr mit diesen Gegenständen zu regeln, dahin ausgedehnt wird, daß der Reichskanzler nunmehr Bestimmungen über den Verbrrauch dieser Gegenstände treffen kann. Weiterhin kommen die betreffenden Bestimmungen nun auch für K a f s e e e r s a tz m i t t e l in Anwendung. Die entsprechenden Bestimmungen des Reichskanzlers sind schon für die nächste Zeit #u erwarten. Endlich hat der Bundesrat die Verordnung über die Einfuhr von Salzheringen vom 17. Januar 1916 dahin erweitert, daß der Reichskanzler neben der Möglichkeit, BestimTnnngen über die Einfuhr zu treffen, nunmehr auch den Verkehr mit den eingeführten Salzheringen regeln darf unb daß er weiterhin befugt ist, die betreffenden Vorschriften auch auf andere Fischarten ans- zndehnen. Die entsprechenden Ans führ un gsbestim m u ngen des Reichskanzlers, durch die die für Salzheringe bestehende Zentralisation verschärft wird, und durch die weiterhin die Einfuhr von Salz- und Klippfischen sowie Fischrogen zentralisiert wird, werden ebenfalls bald erlassen werden.
Berlin, 5. April. Der „Vorwärts" bringt einen Artikel von Scheidcmann. Darin heißt es: An eine militärische Niederwerfung Deutschlands glaubt das Ausland nicht mehr. Alle Hoffnung wird deshalb auf wirtschaftliche Not, Hunger, Zerrissenheit im Volke und Zwietracht unter den Parteien gesetzt. Jedes Zeichen zunehrnen- der Uneinigkeit und Spaltung ist eine neue Hoffnung der Feinde, verlängert den Krieg und kostet Tausenden unserer eigenen Genossen das Leben. Wir wollen den Frieden, aber wir wollen ihn nicht auf den Knien erflehen, wollen ihn auf dem Wege der Verständigung. Wollen das unsere Gegner nicht, wollen sie den Krieg weiter führen, dann müssen wir weiter zu unserem Lande stehen.
Ans Stadt nnd Cattö.
Gießen, 5. April 1916.
•• Amtliche Personalnachrichten. Die Großherzogin hat am 1. April d. I. den Gerichtsaffessor Dr. Franz S ch r o d in Darmsladt zum ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschait und Eisenbahnwesen, mit dem Amtstitll „Oberfinan'zassessor" ernannt.
L. U. Vergrößerung des Universitätsgartens. Geb. Modizinalrat Professor Dr. Sommer und seine Gattin haben der Ludwigsnniversität ein Grundstück von 729 Quadratmetern am Gleiberger Weg zur Ergänzung des von ihnen im Sommer 1914 zur Verftigung gestellten Universitätsgartens geschenkt.
** Professor D. Dr. Gunkel in Christiania. Wie uns aus Christiania gedrahtet wird, hielt am Montag abend Prof. 11. vr. Gunkel-Gießen in der Überfüllten Aula der Universität den ersten seiner angekündigten Vorträge über die.„biblische Schöpfungsgeschichte". Schon bei seiner Ankunft am Bahnhof lvurden dem deutschen Gelehrten, der die Würde eines Ehrendoktors der norwegischen Universität innehat, b e g e i st e r t e Huldigungen dargebracht von den Abordnungen, die das Universitäts^ kollegium, die Studentenvereine und die theologischen Vereine sowie die deutsche Kolonie entsandt hatten. In letzterer Namen hatte Pastor Günther den Gießener Gelehrten herzlich willkommen geheißen. Mrt RektorM o r g e n st j e r n e an der Spitze hatte sich Christianias Elite zu dem Vortragsabend eingefunden, die der etwa zweistündigen Darbietung mit regstem Interesse folgte und mit nicht endenwollendem Beifall den Dank für den Abend abstattete. An den Vortrag reihte sich ein Festmahl, an dem Norwegens erste Wissen-- schaftler, die deutschen Gesandtschafts- und Könsulatsmit- glieder sowie die Repräsentanten der deutschen Kolonie, vornehmlich der deutschen Vereine sich beteiligten.
** Ein starkleuchtendes M eteor ging, wie wir gestern schon aus Hungen und EttingshAnsen berichtet
yaoen, vorgegeru etwa um 5.30 Uhr am r!ordoirUcy.eu Hun^ mel nieder. Das Niederachen des Meteors wnrde auch von Gießen ans beobachtet. Die Leuchtkraft war trotz des Hellen Sonnenscheins blendend. Den Weg, den das Meteor genommen, bezeichnete ein schmaler, dünner Nebelstreifen, der noch einige Minuten nach dem Niedergehen sichtbar blieb. Bei Hungen war, wie wir ergänzend erfahren, ein Rauschen in der Luft zu vernehmen. Wie ans Stockhansen berichtet wird, handelte es sich um ein kugelsörmitzes sehr helles Meteor, welches explodierte und eine klerne Rauchwolke hinterließ, die sich in Zickzackform anflöste. Berichte aus Münster und Queckborn gÄen folgende Einzel- lteiten: Heute nachmittag 3Vs Uhr wurde hier bei hellstem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel in nördlicher Richtung eine glühende Kugel beobachtet. Der Kugel folgte ein langer, glühender Schweif, der sich schließlich in eine Zickzacklinie verwandelte. Noch lange nach der Erscheinung tonnte man in der Bahnrichtung des Meteors kleine weiße Wölkchen beobachten, die erst nach etwa 20 Minuten verschwanden. — i. Queckborn, 3. April. Heute nachmittag 3Vs Uhr fuhr am nordwestlichen Himmel langsam ein in reinem Weiß hell leuchtendes Meteor senkrecht herab und verschwand nahe über dem Gesichtskreis. Ich schätze die Lichtstärke auf das Vielfache der zurzeit am Abendhimmel hell strahlenden Venns. Man konnte noch hinein- sehen, ohne geblendet zu werden. Nach dem Verschlvinden war noch etwa 10 Minuten lang ein Heller Ranchstreisen an der Stelle sichtbar, eine unregelmäßige Linie, die iinmer unregelmäßiger wurde, etwa wie eine Linie arabischer Schrift, und' sich schließlich in kleine wagrechte Wölkchen anflöste. Nicht uninteressant ist eine Deutung, die man in Hausen der Himmelserscheinung beilegte. Da angeblich in Gießen ein Flieger niedergegangen sein sollte, hielt man den Vorgang für einen Teil einer militärischen Uebnng.
** I m hiesigen Kunst verein ist gegenwärtig ein großes Gedenkblatt für unsere gefallenen Krieger ausgestellt, dessen Besichtigung wir den Lei'ern unseres Blattes anempsehlen. — Bon dem bekannten Historienmaler Professor Johannes G e h r t s in Düsseldorf geschaffen und in der angesehenen Weltfirma von I. B. Obernetter m München (Graphische Kunsbanstalt) künstlerisch ausgeftihrt, gehört dieses Ge- denlblatt unstreitig in die allererste Reihe der schon vielfach vorhandenen derartigen Erinnerungsblätter, ja die meisten überragt es vermöge seiner feinsinnigen ernst-würdevollen Gestaltimg. —' Da das hier ausgestellte Geoenkblatt eine in allen Teilen fertige Ausführung vor Augen führt, indem es Bildnis und Namen eines Gefallenen mit Angaben der nötigen Daten unter Glas und in passendem Rahmen vor Augen führt, gewährt es dem Beschauer gleich den richtigen Eindruch von denr Gedcnkblatt, wie mcni es dem Gedäcktnis an einen teEren, auf dem Felde der Ehre gefallenen Faniilienangehörigen zu widmen boabsichitigt. Auch Vorstände von Vereinen, feien auf das Gehrts'sche Gedenkblatt -aufmerksam gemacht; die offengelassenen Felder gewähren Raum zur Einführung mehrerer Namen von Gefallenen.
** Im Seminar für Kindergärtnerinnen und Jngendleiterinnen der Mainzer Frauenarbeits-Schule beginnt am 1. Mai ein neues Semester.^ Prospekte, Auskunft, Amnekdungen: Mainz, Rosengasse 12, Zimmer Nr. 1. Näheres siehe im heutigen Anzeigetelle.
** Gewerbescheine. Tie diesjährigen Gewerbescheine (Patente) können bei Großh. Bezirkskasse — Senkenbergstraße 7 — im Lause dieses Monats ohne Kosten gegen Bezahlung eines Stemvelbetrages von „Einer Wiark^ eingelöst werden.
M Auszeichnung Musketier Karl Heimes aus Gießen, im Jnl-Regt. 116, welcher seit Beginn des Krieges im Felde steht, inzwischen zum Gefreiten befördert, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wnrde zuni Unteroffizier ernannt.
** Postanweisungen nach Bulgarien sind nicht mähr in Franken und Centimen, sondern in Leva und Gdotiirki aus^ustAlen chl Lev --- 100 Stotinki). Postanweisungen nach der Türkei haben gleichfalls nicht nrefa auf Franken und Centimen, sondern aus türkische Goldwährung (türkische Pfund, Piaster und Para) zu lauten. (1 Pfund türkisch! = 102 Piaster 24 Para.) Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.
** Seidenbau in Deutschland, als Fürsorge für Kriegsinvaliden und Kriegerwitwen. Es ist ein erhebendes 61e- fühl, wahrzunehmen, wie in ganz Deutschland in allen Herzen sich das lebhafte Bestreben zeigt, unfern Invaliden und Kriegerwitmen ihr Los zu erleichtern. Diesem edlen und volkswirtschaftlich hochwichtigen Zwecke soll auch die Wiederbelebung des Seidenbaues in unserem Vaterlande dienen. Zur Erreichung dieses nationalen Zieles hat sich eine Vereinigung „Deutscher Seidenbau-Verband^, Vorsitzender Konsul Mühlberg, DreSden-A., Wallstraße 15, gebildet. Die Organisation eines Zweigverbandes für das Großerzog- t u m Hessen hat Ingenieur Georg Müller-Leon ha rdi, Butzbach, „Waldhaus Werdeniels^ übernommen. Interessenten und 'Menschenfreunde werden gebeten, sich zu näherer Auskunft an diesen zu wenden Zur Informierung über Ausführung und Rentabilität des Seidenbaues sei das aus langjähriger Praxis entsprungene Büchlein: „Der Seidenbau in Deutschland" von Kantor cm. E. Großkops in Liebenwerda (Verlag von A. Schröter in Ilmenau, 60 Pjg.) empfohlen.
** Gießener Fröbel-Seminar. Montag, 3. Aprll- fand die mündliche Prüfung der sechs abgetzenden Kindergärtnerirr- nen unter dem Vorsitz des Großherzoglichen Prüfnngskommisfars Herrn Prof. Dr. Alles statt. Dieser schloß sich die Prüfung der abgehenden Kindcrpflegerirmen an. Mle Prüftinge bestanden. — Die Ausstellung, die schon Samstag, 26. März für die Schulbehörde geöffnet war, wurde am 1. April dein größeren Publikum! fteigegebcn. Der rege Besuch zeigte, daß der Veranstaltung viel Interesse entgegengebracht wurde. Wäs in der kleinen Ausstellung geboten wurde, war auch des höchsten Jntereffes wert. Jede der Prüftinge hatte in einer besonderen Abtellung' ihren ganzen Ent- ivicklungsgang dargelegt und an Hand dieser niedliäien kleinen Gegenstände, die mit Hilfe der Kindergärtnerinnen von zarten Kinderhänden gefertigt iverden können und gefertigt werden sotten, ließ sich leicht der ganze theoretische Aufbau des Fröbelschen Systemes verfolgen. Gar vielfach sind die Beschäftignngsspiele, die gleichzeitig dem Anschauungsunterrichte dienen und den Sinn für die praktische Ausnutzung der allerunscheinbarsten Gegenstände, wie Streichholzschachteln, Nußschalen usw., wecken. Mtt den einfachen Mitteln waren ganz entzückende kleine SächÄchen gefertigt. Es sei nur noch emm^ an die Klebe- und Flechtarbeiten, die ausgezupften und mit wenigen Sticheln verzierten Puppendeckchen, die Faltblätter und Stäbchenarbeiten erinnert. /Für größere Kinder waren schwierigere Aufgaben gezeigt. Laubsägearbeiten (ein «ttlll mit allem Zubehör), ganze Puppenaussteuern und Puppenzimmer. Was so gesckiaffeu wird, ist unfehlbar dazu geeignet, Kinderberzen: zu entzücken, und deutet ans eine hervorragende Ausbildung der Schülerinnen. — Das Sem ina r , das im Oktober 1915 auf sein fünfjähriges Bestehen znrückblicken konnte, zählte in dem ersten Jahre acht Schülerinnen. Ihre Zahl nahm so zu, daß mit Beginn des neuen Kursus über 40 Schülerinnen die Anstalt besuchen iver- den. — Die Anerkennung unserer Prüfungen auch in Preußen bringt verschärfte Aufnahmebedingungen mit sich, und es wird gut sein, wenn alle diejenigen jungen Mädck>en, die in das Seminar eintreten wolleir und das Abgangszeugnis einer höheren Mädchen- schule uichit besitzen, sich frühzeitig im Seminar Rat zu holen, damit sie sich für eine Aufnahineprüsung vorbereiten können.
** B r i c f a u f s ch r i f t e n. In der jetzigen Zeit, wo der Bestelldienst der Postanstalten zum großen Teil durch wenig geübte Hilfskräfte besorgt werden muß, wirken Mftngel in der Aufschrift der Postsendungen (ungenaue iBezeichnung des Empfängers, Fehlen der Angabe von Straße, Hausnummer, Gebäudeteil, Stocklverke usw. auch bei wenig bekannten Personen oder GeschäfleNl besonders- erschwerend auf den Betrieb und vernsach-'rr nicht selten erhebliche Verzögerung in ihrer Bestellung. Richtigkell, Deutlichkeit und Vollständigkeit der Aufschrift sind die unerläßlichen Vorbedingungen für die ordnungsmäßige Beförderung und Zustellung der Post-


