Ausgabe 
4.4.1916 Erstes Blatt
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»der Weiher unb bunter Wäsche, oder von Gebrrmchsgeasn- stimde». die gmy oder Überwiegend ans Web-, Wirt-, Strickst osten, ZAollen oder Filzen hergestellt sind, im großen betrieben wird. Die gleichen Vorschriften finden aber anch Anwendung, wenn es sich mn gewerbliche Betriebe der bezeichneten Art handelt, in denen außer dem Jnli-aber oder Leiter mindestens 4 Arbeiter (Arbeite­rinnen) beschäftigt sind. Die Vorschriften der Bekanntmachung wol­len eine gleichmäßige Aufarbeitung der vorhandenen Vorräte an Web-, Wirt- und Strickwaren sowie einen gleichmäßig bleibenden Verdienst der in den bezeichneten Betrieben beschäftigten Arbeiter imd Arbeiterinnen, sowie nach Möglichkeit eine dauernde Beschäf­tigung der Arbeiter und Arbeiterinnen erzielen. Die Regelung der, 'Verteilung der Arbeit läuft deshalb in ihren verschiedenen Be-' stimmungen darauf hinaus, daß in einer Woche nicht mehr zuge­schnitten imb nicht mehr verteilt werden darf, als in der nächst folgenden Woche verarbeitet werden kann. Die Regelung der Lohn­zahlung ist eine verschieden^ je nachdem die ArbÄtnehmer inner­halb oder außerhalb des Betriebes des Arbeitgebers beschäftigt sind. Soweit nicht bestimmt ist, daß die Lohnsäße nicht geringer als die am 1. Februar 1916 gezahlten sein dürfen, ist genau vor­geschrieben. um wieviel Zehntel der Lohn nur unter dem Stande vom 1. Februar 1916 sinken darf. Soweit die übertragene Arbeit den zulässigen Mindestlol/n nicht erreichen würde, ist der Arbeit­geber verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz des Lohnbetrages aus eigenen Mitteln zuzulegen. Auch für die Kündigung von Ar­beitnehmern in den ersten, zwei Monaten nach Erlaß dieser Bekannt­machung sind bestimmte Anordnungen getroffen. Die Ueberwachung der Jnnchalttrng der getroffenen Anordnungen ist den Gewerbe- Anfsichtsbecrmten übertragen worden. Der Wortlaut der ausführ­lichen Bekanntmachung, deren wesentliche Teile ^n den einzelnen Gewerbebetrieben ausgehängt werden müssen, ist/bei den Polizei behörden einzusehen.

Landkreis Gießen.

e. Lich, 4. April. Die Großh. Landwirtschaftliche Winterschule hat ihren 2.Jahresbericht veröffentlicht. In der oberen Abteilung nahmen 12, in der unteren 17 Per­sonen am Unterricht teil. 10 Lehrkräfte sind an der Schule tätig.

e. Hungen, 4. April. Gestern nachmittag wurde vom Wege aus bei der Einfahrt in den Bahnhof Laubach eine feurigeKugel gesehen, die sich vom Himmel herabsenkte, und einen Schweif zurückließ, der eine Minute lang sichtbar

blieb.

e. Ettingshausen, 4. April. Eine merkwürdige Er scheinung sahen eine Anzahl hiesiger Leute gestern nachmit tag 1/24 Uhr. Langsam senkte sich ein heUstrahlender Körper vom Himmel herab. Die ihm folgende Bahn sah wie ein lich­ter Strahl aus, der sich langsam, zickzackförmig auflöste. Da verschiedene Leute dieselbe Beobachtung machten, erscheint ein Sichtäuschen ausgeschlossen. Jedenfalls wird es sich um ein Meteor geharrd-elt haben. Bisher wurde nichts geftrn den, obwohl die Leute auch über den Ort, wo der Meder statt gestruden hatte, einig in ihren Aussagen waren, acng ist aus etwa 200500 Meter Entfernung gemacht, doch befand sich zwischen den Peobachtern und der vermutlichen Stelle des Medergangs ein alleinstehendes Haus, so daß der Einschlag selbst nicht beobachtet werden

konnte, alS dessen Ort das Gelände zwischen unserem Dorf und dem Bahirstrvng bezeichnet wurde.

Kreis Büdingen.

** Bingenheim, 2. April. Gestern waren es 25 Jahre, eit Johannes Metz Ehefrau hier die Stelle als Putzfrau au der hiesigen Schule versieht.

Kreis Friedberg.

Bl. Schwalheim, 4. April. Der Gefreite Kvnrad Niko­laus II. von hier wurde zum Unteroffizier ernannt, und mit dem Eisernen Kreuz und der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

Hessen-Nassau.

H Marburg, 3. April. Heute nachmittag gegen 3 Uhr wurde am östlichen Himmel ein großartiger, mit leichtem Donnerrollen begleiteter niedergehender Meteor beobachtet.

Bad Ho in bürg v. d. H., 4. April. Auf Veranlassung der Königin von Bulgarien treffen hier zahlreiche verwundete bulgarische Offiziere zum Kurgebrauch für längere Zeit ein. Es sind dies die ersten bulgarischen Offiziere, die in Deutsch­land Erholung suchen.

Frankfurt a. M., 4. April. Eine Diebsbande suchte eine Anzahl Geschäfte am Peterstor mit gutem Erfolge heim. Sie plünderte eine Konditorei ans, stahl dann ans einem Metzger­laden für mehrere hundert Mark Fleischwaren und nahm schließlich aus einer Wirtschaft alle erreichbaren Lebensmittel mit. Auf die für die vierte Kriegsanleihe in Frankfurt gezeichneten 405 Millionen Mark wurden bereits 300 Millionen Mark einbezahlt. Das sind 72 Prozent.

H ö ch st a. M., 4. April. Das mit einem Kostenaufwand von 1050 000 Mk. erbaute neue Krankenhaus wurde in Gegenwart des Oberpräsidenten Hengstenberg-Kassel, des Regierungs­präsidenten Dr. v. Meister-Wiesbaden und zahlreicher Vertreter anderer Behörden und Körperschaften eingeweiht und seiner Be­stimmung übergeben. Die Höchster Farbwerke spendeten zu den Baukosten 160 000 Mk. Die Anstalt enthält neben den üblichen Operationsfälen, Laboratorien und Wirtfchastsräumen 126 Betten. Das Bett stellt sich auf rund 6500 Mk.

Aus dem Rheingatt, 4. April. Ein Großfeuer vernichtete am Sonntag in K i e d r i ch die Gehöfte der Landwirte I. Schwedt und L. Fischer und den Krahn'schen GasthofZum Sprudel". Der Schaden ist bedeutend.

ra. Biedenkopf, 2. April. Zu der Hauptversammlung der Kreis-Vieh kaffe war auch der frühere Vorsitzeüde des Auf­sichtsrates, Dekan B alz er aus Dotzheim, erschienen. Gegenüber dem Jahre 1914 ist diesmal am Versichernnqskapital eine Abnahme von 450 000 Mk. und an Beiträgen 18 17()Mk. zu verzeichnen, was aus der Einziehung der Pferde zum Heeresdienst und der erfolgten Abschlachtung der Schweine zu erklären ist. Von den gezahlten Entschädigungen kommen auf den Kreis Biedenkopf 49 047,90 Mk., Kreis Brilon 1320 Mk-, Tillkrcis 838 Mk., Kreis Frankenberg 6784 Mk., Kreis Kirchhain 8870,40 Mk., Kreis Marburg 34 386,60 Mk., Kreis Wetzlar 2788,20 Mk. und Kreis Wittgenstein 1050 Mark.

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* Kartoffelverbrauch und Einkommen. oer

ersten Hallte des Jahres 1915 sind von mehreren deutschen Städten, wie Berlin, Düsseldorf und Mannheim, Umfragen über den durcy- schnittlichen täglichen Verbrauch von Kartoffeln in verschiedene! Schichten der Bevölkerung angestellt worden. Das Ergebnis dte,er Statistik, die im Ministerialblatt für Medizinalangelegenbetten ver­öffentlicht wurde, zeigt zweifellos, daß der Kartoffeltonsuni nu sleiqendein Einkommen sinkt. Obere Beamte verzehrten 401 Stamm in Düsseldorf und 302 Gramm in Berlin, untere 796 imo bol . gelernte Arbeiter aber schon 917 und 603, ungelernte Ar Vetter 1182 Gr. und 696 Gr. Auffallend ist der Unterschied -wlschen Berlin und Düffeldorf in der Höhe des Konsums. In Tiu'eldoN betrug der Durchfchnittsverzehr 939, in Berlin nur 591 Gramm. Aehnlich waren die Verhältnisse in Mannheim und Stuttgart. kamen 665, in Stuttgart nur 335 Gramm auf den Kopf. Ueberau verzehrten die Familien mit gutem Einkommen am wemgsten, Kartoffeln.__ _

fc. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 3. April.

Auftrieb: Rinder 250 Stück (einschließlich 0 dänische), darunter

Ochsen 39, Bullen 15, Kühe und Färsen 196), Kälber 65, Schafe 0 keine Schweine. . , . r ~ .

Marktverkauf: Die zum Rindermarkt zugetrrebenen 40 mlanöi- scheu Rinder wurden zu den festgesetzten Höchstpreisen schnell ab- gefetzt, Kälber bei lebhaftem Handel. Preise für 100

J 1 J Lebend- Schlacht­

gewicht.

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ic. Frankfurt a. M., 3. April. Frucht- und Futter- m i t t e l m a r f t. Stimmung fest, Ware mangelt m den meisten Artikeln. Es wurden folgende Preise verlangt: Spelzen 15.75 vis 16.25 Mk., Spelzspreuineh! 32 - 34 Mk., Haumehl 3536 Mk., Bier­treber 82-84 Wik. Maismehl 155170 Mk., Mischfutter 90-100,00 Mk., grobe ausländische Kleie 82-84 Mk, feine ausländische Kleie 8082 Mk. Alles per 100 kg ohne Sack ab Station.

UirrVersitäts-Nachrrtchteir.

Frankfurt a. M., 3. April. Der Direktor der Römisch- Germanischen Kommission des Kaiser!. Deutschen Archäologischen Instituts, Dr. Friedrich K o e p p zu Frankfurt a. M., ist zum ordent liehen Honorarprofessor in der philosophischen Fakiiltät der hiesigen Universität ernannt worden.

Letzte Had>H(öteti«

Bei den Geretteten des8 15".

Amsterdam, 4. April. Zwölf neutrale JvmmaUsten be- smbten, wie ein hiesiges Blatt meldet, die Geretteten des , 5z 15", der, wie berichtet, tond? englisches GeschützsrM gctvotfm wurde. Sie trafen die beiden Offiziere und 15 Mann unHaupt- quartter in Ehatham, wo sie vorläuftg bis zu ihrer Uabersührung in das Internierungslager verbleiben werden. De gesamte Mann­schaft des Zeppelin zählte 18 Köpfe. Einer von chnen war er­trunken, als der Ballon ins Wasser stet. Zwer andeve wurden lmcht verwundet. Der Kommandant, ein Kapitänleutnant Brert- haupt, hatte eine leichte Schramme am .Kopse davongetragen. Er trug das Eiserne Kreuz. Die meisten der Mannschaft waren junge Leute, denen man Entbehrungen nicht ansah. In Ehatham feien sie ausgezeichnet behandelt worden. Bei den Offtsreren hatte jeder Kammern zur Verfügung. Oberleutnant Kühne, der zwerte gefangene Offizier, sprach fließend englisch. Ber ferner Vernehmung vor dem militärischen Ausselfuß erklärte der Kaprtänleutnant, daß er alle Verantwortung für das, was geschehen ser, übernehme. Tie Journalisten versuchten zu erfahren, in welcher Hohe das Luftschiff gefahren sei, aber alles, was sie herausbringen konnten war, daß das Schiff höher als 5000 Fuß geflogen war. (Voss. Ztg.)

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