sirHA M. laffen. — General BertHIuut ntUft in einem Artikel tut „Petit Journal" zugeben, daß man vvn der Einnahme von Bavx viel sprachen toerde, weil der Name aus dem Gange der Schlacht bekannt sei. Darin liege anch eine Gefahr, nämlich in imoralischer Hinsicht, weil das Vertrauen effchüttert werden könnte. Es sei falsch, zn sagen, die Dörfer hatten keine Bedeutung mehr weil sie nur noch Ruinen feien. Die Vorrückung um mehrere Hundert Meter sei ei:ke Sache vvn beträchtlicher Bedeutung, zumal es sich jum eine Ortschaft Und um Straßen handele. — Oberstleutnant Ronsset tröstet im „Petit Parisien" die Leser damit, daß die Einnahme von Vaux nichts Katastrophales habe. Die Deutschen hätten gehofft, zwischen den Ruinen von Vaux und den eigentlichen Fortstellungen eine Verwechslung zu schaffen, was ihrem Prestige mißlich sein sollte. Man solle nur aus die Führer und die Soldaten vertrauen.
Der französische Bericht.
Paris, 2. April. (Zf.) Amtliche Mitteilungen vom 2. April.
3 Uhr nachmittags: Westlich der M aas ziemlich heftiges Bombardement unserer Stellungen im Walde von Avocourt ohne Infanterieaktionen. Oestlich der Maas ruhige Nacht. Der -Feind hat in den Gegenden von Donaumont und Vaux keine neuer: Versuche gemacht. Schwache Tätigkeit der Artillerie in der Wvevre. Keine bedeutenden Ereignisse zu melden im Laufe der Nacht auf dem Rest der Front.
.11 Uhr abends: Zwischen der Somme und der Oise zeigte sich unsere Artillerie besonders tätig in beit Gegenden vvn Carvilters, Fouqueseourt und Lassigny, rvo feindliche Gräben durch unser Feuer verschüttet wurden. Weftlichder Maas führten die Deutschen mehrere starke Angriffe gegen das Reduit des Waldes von Avocourt aus. Alle Anstürme wurde:: durch unser Sperr- und Ma- schrneng-ervel-rfeu-er abgewiesen. Oestlich der Maas sehr leb- lßafte Kämpfe während des ganzen Tages in den Gegenden von Douanmont und Vaux. Die Deutschen richteten nach einem Bombardement mit großkalibrigen Granaten von äußerster Heftigkeit vier gleichzeitige Angriffe mit einem Truppenauf- «gebot von mähr als einer Division ans unsere Stellungen zwischen der Front von Donaumont und dem Dorfe Baux, südöstlich des Forts Douaumont. Sie drangen in den Caillette-Wald ein. Unsere sofort ansgelösten Gegenangriffe vertrieben sie ans dem nördlichen Teile dieses Waldes. Südlich von Banx geht unsere Linie längs der unmittelbaren Umgegend des Dorfes, dessen letzte in Ruinen geschossene Hänser wir räumten. In der Wo e vre Artillerie-Tätigkeit mit Unterbrechungen. Im Priest er Walde wurde ein feindliches Flugzeug durch unsere Speziasgeschütze abgeschossen. Der Apvarat fiel in die deutschen Linien -nisder. In den Vogesen rief das Feuer unserer Batterien die Explosion eines Munitionsdepots östlich des Reichsackerkopfes, westlich von Münster, hervor.
In der Nacht vom 1. aus den 2. April warf eines unserer Kampfflugzeuggeichwader 28 Granaten auf den Bahnhof von E t a i n und aus die Biwaks, die in der nächsten Umgegend (am Rande) des Dorfes Nantillois hergerich'ei sind. In der gleichen Nacht warfen drei unserer Flugzeuge 22 Granaten, die z ah reiche Feuersbrünste in den Dörfern A z a n n e s und B r i e u l l e s her vorriefen. Fm Laufe des Tages des 2. A^ll schossen unsere Flie ger drei feindliche Apparate aus der Fron: von Berdnn ab. Zwer enbere deutsche Flugzeuge mußten plötzlich in derselben Gegend landen. Auch wurde ein Drachen von einem unserer Flugzeuge in Brand geschossen und zum Niedergehen gebracht.
Die feindlichen Mmutioilsminister.
Bern, 3. April. (WTB.) Die „Idea Nazionäle" mel bet : Nächstens soll in Rom eine Z u s a m m e n k u n f t der Munitionsminister Englands und Frank reichs mit dem italienischen Munitivnsnnnister statte
finden.
Die Abreife Afquiths aus Rom.
Rom, 3. April. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefani Anläßlich der Abreise Asguiths fa::d am Sonntag abend eine von der Interventionistischen Bereinigung veranstaltete Kundgebung statt. Unter den Klängen der Musik begab sich die Bcr- eimgmrg, von einer zahlreichen Menge gefolgt, zarm Bahnhof Unter den Fahksen, die der Zug mitführt-e, befanden sich die der Bierverbandsmäc^, ßmäe vvn Trient, Triest, Istrien und Dal matien. Salandra, Sonnmo, sowie andere Minister und Staatssekretäre, der Botschafter Italiens in London, der Präsekt, der Bürgermeister und archeve waren zur Verabschiedung ans dem Bahnhofe erschienen. Der Abschied gestaltete sich sehr herzlich Tie Menge brachte dem englischen Premierminister lang andauernde Huüngungen dar. Mit As-guith stiegen der englffche Botschafter in Rom, Reimell Rodd, und der Unterstaatssekretär im KriogsMinffLrium, General Elia, in den Zug; sie begleiten den Gast zur Front.
Rom, 3. April. (WTB.) Bei dem gestern zu Ehren AK- guich gegebenen Essen brachte Salandra einen .Trinkspruch aus, in dem er den hohen Gast begrüßte, der, wie er sagte, durch die Anwesenheit in Rom als' lebendes Sinnbild der Solidarität austreten wolle, die aufs Treue Italien mit dem großen britischen Reiche verbinde. Er erinnerte daran, daß, nachdem es den edlen Bemühungen Englands, denen Italien sich mit ganzer Macht an geschlossen habe, nicht gelungen sei, den vorbedachten Konflikt zu verhindern, der die Welt seit 20 Monaten mit Blut bedecke, das Parlament und die Regierung von Italien ebenso wie England mehrmals ihren Willen kundgetan hätten, die Waffen nicht' eher rriederzulogen, als bis ihre Sache yvm Kriege gekrönt sei. Sa landra gedachte Mazzinis, Garibaldis, Cavvurs, Gladstones und Palmerstones und sagte: Sie nehmen würdig den Platz ihrer
3. April. (Privattelegramm.) Me „Magerfährt aus Gens: Pariser!
großen Vorgänger ein-, deren Andenken bei den dankbaren Italienern nicht sterben wird. Sie können ihren Mitbürgern sagen, daß'hinfort das freie und seiner selbst sichere Italien stolz daraus ist, den letzten Schritt seiner nationalen Auferstehung zu tun. Zum Schlüsse trank Salandra aus das Wohl von Asqnith, die Größe desbri tischen Reiches in Frieden und Freiheit und den Sieg der alliierten Heere.
As quit h dankte in der Antwort für den ihm zutell gewordenen Empfang und für die verbindlichen beredten Worte SÄandras. Er erinnerte daran, daß die .Freundschaft zWischer: Italien und England nicht erst seit gestern bestehe und daß das nationale Leben der beiden Völker, zu einem großen Teile aus den gleichen Quellen gespeist, vom gleichen Geist des Hasses gegen die Tyrannei, der Liebe zu der Gerechtigkeit, der Leidenschaft für die Freiheit, dem Gefühl der Gleichheit der Bürger vor dem Gesetz und der Freiheit des Gedankens und Wortes beseelt sei. Er sagte: Wir werde:: entweder zusammen widerstehen oder zusammen fallen Indem wir so Widerstand leisten, wie wir es tun, werden wir einen entscheidenden icnd dauernden Sieg erkämpfen, nicht für uns selbst, sondern anch für unsere Nachkommen und für die Zukunft der Zivilisation.
Eine Spende des Königs von England.
London, 3. April. (WTB.) Der König hat eine Summe von 100 0 00 Pfund dem Reichs schätze zur Verfügung gestellt. Der Verwalter des Privatvermögens des .Königs sagte in dem Briefe an Asqulth, in dem er diese Tatsache mitteilt, daß es der Wunsch des Königs sei, daß diese von ihm aus Anlaß des Krieges gespendete Summe in einer Weise verwendet werde, wie es der Regierung am besten dünke.
Die feindlichen Blockadepläne.
Paris, 3. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Minister ohne Portefeuille, Denys Cochin, erilärte einem Vertreter des „Petit Parisien", man beabsichtige nicht die Bildung eines Blockadeministeriums, fordern er sei Vorsitzender eines Ausschusses für Einschnürung der Verpfle gungsmöglich teilen und des Handels des Feindes nach englischem Vorbilde: dieser befasse sich zusammen mit den einschlägigen Ausschüssen mit allen Möglichkeiten, Deutschlands Verproviantierung wirksam zu verhindern.
M a gd e b u r g
dcburgrsche Zeitung" erfährt aus Genf: Pariser Blättermeldungen zufolge ist der Beginnder verschärften Blockade seitens der Verbandsmächte gegen die neutralen Länder auf den 18. April festgesetzt. Die neutralen Regierungen sollen gemäß der Beschlüsse der Pariser Konferenz bei Ankündigung der Blockadeverschärfung in aller Form davor gewarnt werden, die Blockade zu umgehen.
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Die Zeppelin-Angriffe auf England.
Amsterdam, 3. April. (WTB.) Da vvn Samstag abend bis Sonntag abend keine Telegramme ans England angekonrmen snrd, glarlbt man, daß die Telegraphen- lertungen beim letzten Zeppelincrngriff beschädigt wurden.
London, 3. April. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Zwei Luftschiffe näherten sich in der letzten Nacht der nordöstlichen Küste. Nur eines überflog die Küste, das andere kehrte um. Ms jetzt sind sechzehn Todesopfer und ungefähr 100 Verwundete bekannt. Acht Wohnhäuser wurden z-erstört und ein größerer Brand in einer Möbelpoli-eranstalt verursacht.
London, 3. April. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Sonntag nacht besuchten Zeppeline die Küste Schott- l and s und die nördlichen und südöstlichen Grafschaften und ließen Bomben fallen.
London, 3. April. (WTB.) Das Kriegsamt teilt am 2. Llpril mit: Die Gesamtsumme der durch die Zeppelin- streise in der Nacht vom 31. März, hervorgernfenen Unglücks fälle beläuft sich jetzt auf 43 Zote und 66 Verwundete. Ungefähr 200 Spreng- und Brandbomben wurden abgeworfen. Eine Kapelle, drei Wohnhäuser und zwei Hütten wurden zerstört bezw. teilweise beschädigt. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht: Eine Anzahl englischer Flieger stieg auf, um die Zeppelinführer anzugreifen. Leutnant Brandow, der 6000 Fuß hoch stieg, sah gm 9 Uhr 45 Minuten abends einen Zeppelin ungefähr 3000 Fuß über ich. Auf 9000 Fuß Höhe überflog er den Zeppelin und griff ihn an, indem er einige Bomben abwarf, von welchen drei, wie man glaubt, trafen. Um 10 Uhr nachts überflog er abermals ein Luftschiff und warf zwei weitere Bomben auf dessen Spitze. Brandons Flugz-eng wurde mehrmals von Maschinengewehrgeschossen getroffen. Dies dürfte von dem Zeppelin gewesen sein, der ein Maschinengewehr, Munition und einen Petroleumbehälter, sowie Maschinenteile oberhalb der Themsemündung abw-arf.
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Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 3. April. (WTB.) Hauptquartiersbericht.
An der I r a k f r o n t feine Veränderung.
An der K a u k a s u s f r o n t mißglückten feinbUdje Angriffsversuche, bte bezweckten, unser Vorrücken im Abschnitt von Tschornk aufzuhalten.
Unsere Unterseeboote versenkten am 30. März in den Gewässern nordöstlich von Batum ein russischesTraus- port schiss von ungefähr 12000 Tonnen mit Soldaten und Kriegsmaterial: am 31. März ein anderes Schiss von 1500 Tonnen und ein Segelschiff Die Unterseeboote beschossen wirksam die befestigte Küste nördlich von Poti.
An der Demenfront überraschte eine unserer Abttilimgen m der Nacht zum 13. März „itt Ersolg Me Stellung von Alemad nordöstlich vvn Scheikh Osman, die die Engländer seä einiger Zeit befestigten. Der Feind wurde, nachdem er zahl reiche Verluste erlrtten hatte, gezwungen, sich unter dem Schutze der weittragenden Geschütze zurüctzuzichm. In derselben Nacht ffel une durch Infanterie verstärkte feindliche Kavallerie in einen Hinterhalt m der Gegend von Elhadjale, nördlich Scheikh Osman. Ter Feind Ivurde, nachdem er Verluste erlitten hatte, vertrieben.
rag gefunken. 62 Mann der Besatzung wurden an Land gebracht, 5 werden vernrißt.
Kristiania, 3. April. (WTB.) Die Reederei Fred Olsen hat ein Telegramm empfangen, daß ihr Dampfer „Moments" vor Lowestoft nach einer heftigen Explosion gesunken ist. Die Mannschaft ist mit Ausnahme eines Mannes gerettet worden. Das Schiff befand sich mit Koks aus der Reise von London nach Porsgrund.
London, 3. April. (WTB.) Lloyds Agentur meldet, der norwegische Dampfer „Peter Hamre" sei versenkt worden. Man ist ohne Nachricht über dasSchick- sal der Besatzung.
London, 3. April. (WTB.) LloOs Agentur meldet aus Plymouth vom 2. April: Der Dampfer „Ash- bnrton" (4000 Tonnen) ist v e r s e n k t worden. Das Schiff war unbewaffnet. Die Besatzung wurde gerettet.
? u c .Ayril. (WTB. Nichtamtlich.) Der rumänisch Rheder # Chirmchdes ist benachrichtigt worden, daß sein Schs' „ßJüür:a" (285 Registertonnen) in der Nähe von Lissabon gesunken i)t. Die Mannschaft wurde gerettet.
Eine deutsch-schweizerische Auseinandersetzung
Bern, 3. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der
Schweizerischen Depeschen-Agentnr. Die Regierung des Deutschen Reiches hat dem Bundesrat durch den lffesigen Gesandten mitteilen lassen, die crngeordnete Untersuchung habe erMben, daß die Flugzeuge, welche am vergangenen Freitag, bat 31. März, über Prnntrn t Bomben abwarfen, deutsche Flugzeuge gewesen sind, welche die Orientierung vollständig verloren hatten und sich über Belsort glaubten. Die deutsche Reichsregierung spricht dem Bundesrat ihr lebhaftes Bedauern auS und teilte mit, daß die schuldigen Flieger bestraft und von ihrem Posten erltfernt werde:: würden. Auf Anregung der deutschen Regierung lvird die Frage, wie durch Kenntlichmachung der Grenze oder ans widere Weise einer Wiederholung solcher ledanerlicher Zwischenfälle vorgebeugt werden kann, zrvi- cheii den zuständigen Stellen näher geprüft werden. Desgleichen ist eine Regelung des eingetretenen Sachschadens Vorbehalten worden.
Die Lage in Holland.
Berlin, 4. April. Nach einer Rotterdamer Meldung des „Berliner Tageblattes" erwartet man, daß heute nach der g eh e tmen K ammersitzungimtzaag eine kurze Veröffentlichung erscheinen wird. — Den „Berliner Neuest Nachrichten" zufolge hat die A u f r e g u n g in .Holland b e - deutend nachgelassen. — Laut „Berliner Lokal-Anzeiger" durfte die Pariser Presse auch gestern die auswärtigen Angaben über die Bedingungen, unter denen die französisch-englische Forderung an Holland gegenstandslos werden könnte, nicht besprechen.
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Der Seefrieg.
Amerika und der U-Bootkrieg.
New York, 3. April. (WTB.) Durch Funkspruch von dem Vertteter des Wolffbureaus. Tie U-Bootfrage wird dadurch! verwickelter, daß das Staatsdepartement von dem amerikanischen Konsul in Que-enstvwn amtlich benachrichtigt worden ist, daß der Dampfer „Manchester Euginee" mit ziver amerikanischen Neger-Viehhändlern an Bord torpediert wurde Tie amerikanische Botschaft in London hat die amerikanische Negierrma benachrichtigt, daß drei amerikanische Ueberlebende von dem britischen Pferdetransportschiff „Englishmann" unter Eid ausgesagt haben, daß der „Englishmann" beschossen und torpediert worden ist. Wegen der Tatsache, daß daS Schiff mit Granaten beschossen wurde, neigen die Regiermrgskreise der Ansicht zu, daß es einen Flrichtversuch unternommen hat. Die heute aus Dover beim Staatsdepartement emgelansenen Meldungen scheinen nach Aussage amtlicher Kreise die ursprüngliche Annahme, daß die „Sn s se x" torpettert worden ist, zu bestättgen.
U-Boote zum Transport von Lebensmitteln.
Amsterdam, 3. April. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitchrist des niederländischen Seewesens Meldet, daß in Lkmerika ein Patent auf die «Erbauung von Unterseebooten für den Transport von L ebensmitte^ln nach eingeschlossenen .Hä- en genommen wurde.
London, Bureaus. Der
3. Llpril. (WTB. P o st d a in p f e r
Meldung des Reuter scheu ,A ch i l l e s" ist am Frei
Nur dem Reiche.
Die Scheidung in der Sozialdemokratie.
Das „Corresppndenzb latt" der General» t o nr m i s s iv n schreibt über die Fraktmonsspaltung: „Nachdem der Parteiausschuß die Erllärung abgegeben hat, daß die Gründung einer zweiten sozialdenrokratischen Neichstags- fraltion unvereinbar sei mit den Grundsätzen des Orgmri- sationsstatuts, das nur die eine sozialdenrokratische Reichs- tagsfraktion-kennt und ailerkennt, ergibt sich für die Gewerkschaften die einfache Konsequenz, da sie nur mit der sozialdemokratischen Partei Deutschlands das Mkmnmen vom Jahre 1906 getroffen haben."
Einführung einer „Sommer-Zeit"?
Die „Frkf. Ztg." schreibt: Seit einiger Zeit haben in Ressorts eingehende Beratungen über die Einführung einer sogenannten Sommer-Zeit ftattgefunden. Es ist mit ziemlicher Sicherheit darauf zu rechnen, daß nun tatsächlich am 1. Mai b. I. die deutsche Sommer-Zeit im ganzen Deutschen Reiche dnrchgeführt werden wird, und zwar rn der Weise, daß von diesem Termin an sämtliche Uhren eine Stunde vorgestellt werden. Soviel wir hören, sind bei der preußischen Eisenbahnverwaltung bereits die entsprechenden Vorbereitungen im Gange. Diese deutsche Sommer-Zeit soll bis zum 30. September in Geltung bleiben. T:e einzigen Schwierigkeiten, die zu überstiindcn sind, liegen rn der Umstellung des Betriebes auf die neue Uhr-Zeit in der Nacht vom 30. April bis zum 1. Mai und in der Nacht vom ^0. September zum 1. Oktober. In der Zwischenzeit würde sich aber der ganze Verkehr genau so abwickeln wie jetzt. Eine
Aenderung der Fahrpläne wird durchaus nicht notwendig sein.
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K a r l s r u he, 3. April. (MTV.) Heute nachkinittag 5 Uhr starb im hiesigen Städtischen Krankenhaus der nati-onal- liberale Reichstagsabgeordnete Lan'd^errchtsdivektor Dr. Rudolf O b k i r che r im Alter von 52 Jahren.
H a ni b u r a, 3. April. (WTB.) Der von 23 großen wirtschaftlichen Verbänden Hambilrgs dem Reichskanzler überreichte Antrag ans Schutz der ForderunFen deutscher Reichsangehöriger an feirrdliche AuslLr^>er wiirde nirnmehr auch sämtlichen Bundesregierungen sowie allen Handelskammern Denffchlands übernrittelt.
Aus Studt und €and.
Gießen, 4. April 1916.
** Amtliche Personalnachrichten. Die Groß» Herzogin hat am 1. April den Direktor der Eleonorenfchull: zu Worms. Gustav Lautenschläger, zum Direktor des Gymna- siums daselbst ernannt. — In den Ruhestand versetzt wurde <rm 16. Februar der H>auptlehrer Rektor Georg Die hl zu Michc-lstadt, Kreis «Erbach, auf [ein Nachsuchien, unter Anerkennung seiner 50- jähcigen treuen Dienste mit Wirkung vom I.Mrrz 1916 an. — Der G r o ß h e r z o g l)at am 16. Februar dem Hauptlehvec Rektor Georg Diehl zu Mchelstadt anläßlich seiner Versetzung in den Ruheltand die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütige:: verliehen. — Die Großherzogin hat am 1. April den ständigen Hilfsarbeiter in der Abteil:mg für Finanz Wirtschaft und Eisenbahnwesen des Ministeriums der Finanzen, Finanzrat Dr. Franz Michel, zum ständigen Hilfsarbeiter in dem Ministerium des Innern unter Verleihung 'des Charakters als „Rogierungsrat" mit Wirkung vom 1. April 1916 ernannt.
** Handwer k l iche Schülerkurse. Um unsere Jugend praktischer für den späteren Beruf vorzubereiten und ihr vor allem in der freien Zeit nutzbringende Beschäftigung zu geben, hat der Orts gewerbeverein 'beschlossen, in seinen neucingerichteten Werkstätten handwerkliche Schülerkurse, zunächst in Schreinerei und Bild schnitz er ei, ins Leben zai rufen. Die Ausbildung, toelche je 20 Wochen umfassen soll, liegt in der .Hand vo:i Fachleuten. Unterrichtet wird an einem Tag von i//> bis 1 /S Uhr. Die Ferien sind ftei vonr Unterricht. Das Unterrichtsgeld beträgt für Schüler der höheren Schulen 15 Mk., für solche der Stadtschule 10 Mk. Zugelassen werden Schüler über 12 Zähre. Die Anmeldimgen müssen bis zum 10. Zlpril erfolgen. An- meldeforinnlare sind bei dem Hausverwalter (neues Ge- lverbehaus, Kirchstraße 16) zu haben. Handioerkszeug, sowie Material für die ersten Uebungsarbeiten werden kostenlos gestellt.
** Zeichnungen von Beamten auf die vierte Kriegsanleihe. Wie bei der dritten Kriegsärtteihe, so hatte die Großh. Regierung den Beaniten auch bei der vierten Kriegsanleihe die Mäcflichkeit gegeben, sich an ihr durch nronatlichie Gehaltsabzüge zar beteiligen. Bon 1211 Beamte:: wurden insgesamt 655100 Mark auf die vierte Kriegsanleihe gezeichnet. Bei der dritten Kriegsanleihe hatten sich 1525 Beamte mit 892900 Mark beteiligt.
** Sammlungsergebnisse. Die beim Oberbürgermeister der Stadt Gießen seit der letzten BerofferttliäMmg werter eingegangenen Spenden für Kriegsfürforge sind im .AnzeigenUtle urfferes heutigen Wattes aufgeführt.
** Salatölersatz. Der Polizeipräsident erläßt folgende Wariiung: „Nachdem die Reklame mit dem ganz minderwertigen sogenannten Salatolersatz unterbimden ist, sind gewisse Händler uiid Private dazu übergegangen, die Bevölkerung mit Rezepten zur Selbstansertigmig vvn Salatölersatz zu bedienen. Diese Rezepte sind nach fachmännischem Gntachte:: ganz wertlos, denn sie enthalten keine anderen Mitteilungen als die von der Presse bereits unentgeldlich bekamtt gsgebeiten über Anfenehttmgsmittel für Salat, kosten aber Beträge bis zu 5 Mark. Ich warne daher dringend, für solche Rezepte Geld auszugeben, imb werde gegen ihre Ver breiter gegebenenfalls wegen Betrugs einschvertert."
** Der Gießen er Hansfrauen-Verein halt am Donnerstag, 6. April, alnnids 8 1 /* Uhr, in der Neuen Aula der Universität eine Mitgliederversammlung ab. Näheres siehe Anzeige.
** f 3ur Regelung der Arbeit in den Web-, W irk- und Strick st offen verarbeitenden Gewerbezwei- g e n ist am 4. April 1916 eine Bekanntmachung in Kraft getreten. Tie Vorsch«fteii dieser Besanntmaämng bcrülunt alle 'gewerblichen Betriebe, in denen die Ansertigung oder Bearbeitwux von Männer- oder Kiiabenbelleidmig, Frauen oder KinderbeWtzung^


