ül'CUl/it» LH-CItULlgCil Ul vu>u yw fc a.iyi:^l/J^tl itA-iuCu, Ivcv-
chen im Cfeßenfafe m der Mehrheit des Deutschen Volkes der Krieg noch Gewinne oder euren Vermögensznsatz gebracht hat. Jede Erhöhung der Steuersätze des Enttvnrfs jedock: »vürde die Gefahr der Einschränkung der wirtschaftlichen Tätigkeit sowie einer Hemmung der Kapitalbildung vermehren und begegnet datier, vom Standpunkte unseres gesamten Wirtschafts- und Staatsorganismus aus betrachtet, den allerschwersten Bedenken. Sodann müsse nicht nur bei den juristischen, sondern auch für die Einzelpersonen gesetzliche Sicherheiten geschaffen werden, wonach unter allen Umständen spätere Verluste und frühere Ge- winne incinmrder verrechnet werden können, damit schließlich nur das Ergebnis der ganzen Kriegszeit den Maßstab für die Be- steu-erung bildet.
Aus guten Gründen sieht der Entwurf eine Milderung der Doppelbesteuerung bei den Gesellschaftern einer. G. m. b. H. vor. Sowohl in den Motiven des vorliegende:: Entwurfs als auch dirrch den Staatssekretär des Reichs schätz« nrtes bei den Kommissions berattmgen des Sicberungs-Gesetz-Entwurfs ist anerkannt worden, daß die Gesellschaften mit besckwänkter Haftung mehr PersönlickMtsnnternehmnngen sind wie die Aktien-Gescll cbatten, bei welchen das Kapital und nicht so sel)r die Persönlichkeit der Gesellsclmfter im Vordergrund steht. Daran können Ausnahlnen von dieser Regel, wie sie sowohl bei der G. m. b. H. als auch bei Aktiengesellschaften verkommen, nichts ändern. Ter Gesetzgeber hat die Allgemeinheit der Fälle im Auge zu behalten. Die Höbe des Kapitals und die Anzahl der Gesellschafter bieten keine sachlichen Unterscheidungsmerkmale. Deshalb ist der Absatz 2 des 8 17 folgerickftig zu streichen.
Für die im Sinne des Gewinnsteuergesetzes durchzuführende Bereckmung, des Mehreinkommens, welches in Verbindung mit dem Vermögenszufatz den Gegenstand der Besteuerung der Einzelpersonen biLet, ist — abgesehen von den Vorschriften des 8 16 und 17 — die landesrechtliche Ern kommensteuer Veranlagung maßgebend. Ta die einschlägigen bundesstaatlichen Steuergesetzgebungen wesentlich voneinander abweichen, wird die Wirkung des Kriegsgewinnsteuergesetzes bei gleichen wirtsä)«glichen Verhältnissen in den einzelnen Bundesstaaten eine verschiedene sein. Darin erblickt der Verband Mitteldeutscher Industrieller eine besondere Schwache des vorliegenden Entwurfs. Es zeigt sich muh hier wieder. wie notwendig es ist, daß endlich einmal für die bnndesstaatlrckie Besteuerung einheitliche Normen von Reichs- wegen geschaffen werden,
Berlin, 3. Hpril. Zum goldenen Militärjubiläum des Generalober st en von Eichhorn überbrachte laut „Berliner Lokalanzeiger" General Litzmann die Wünsche der Armee des Generalfeldmarschalls von Hinden- burg und pries den Generalobersten als einen guten Kameraden. Weiterhin wurde seiner militärischen Erfolge gedacht als entscheidender Flügel in der Winterschlacht, als Sturmbock vor Kowno und als Prellbock in den letzten Wochen, als es daran ging, die russische Entlastungsoffensive ab- zuwehreu.
Freiburg, 1. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der Reichstagsabgeordnete für den britten badischen Wahlkreis, Landgerichtsdirektor Birkenmayer-Waldshut (Zentrum), ist gestern gestorben.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 3. April 1916.
** Ans zeichn ungen: Leutnant d. R. Oberlehrer Wilhelm Schmidt aus Gießen, Direktor der deutschen Schule in Madrid, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse, nachdem er die Hessische Tapferkeits-Medaüle und das Eiserne Kreuz 2. Klasse bereits zu Anfang des Krieges erhalten hatte. — Gefreiter Adolf Rühl aius Gießen bei der Feld-Flieger-Ahdeilnng 32 rm Westen, wurde zum Unteroffizier befördert.
** Amtliche Personalnachrichten. Die Groß- Herzogin hat zum 1. April den Oberlehrern: Dr. Willy B o e ck an der Oberrealschule zu Gießen, Dr. Otto E m m e l an dem Realgymnasium zu Gießen, Jakob Fuldner an der Ernst-' Ludwigs-Schule (Realschule) zu Bad-Nauheim, Lic. theol. Wilhelm Gaulan dem Ernst-Ludwigs-Senrinar zu Bensheim, Dr. Heinrich G r ä f an der Oberrealschule am Friedrichsplatz zu Ofsenbach, Otto Hotz an dem Gymnasium zu Ofsenbach, Jakob Kabel an dem Realgymnasium zu Darmstadt, WilhÄm K l e ck an der Oberreal- schule zu Mainz, Heinrich Klump an derselben Schule, Johann K r o n an der Oberrealschule am Stadthaus zu Ofsenbach, Dr. Ludwig Lambinet an denk Realgymnasium zu Mainz, Friedrich Lamby an der Oberrealschule zu Gießen, Dr. Hermann Lotz an der Ludwigs-Oberrealschnle zu Darmstadt, Georg Luft an der Oberrealschnle zu Mainz, Franz Petersohn an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz, Julius R e p p an der Realschule zu Oppenheim, Dr. Philipp Seitz an dem Realgymnasium zu Mainz, Fritz T e x t o r an der Viktoriaschule und dem Lehrerinnenseminar zu Darmstadt, — den Charakter als Professor erteilt. — Nebertragen wurde: am 29. März dem Lehrer Friedrich Weinheimerzu Weiterstadt, Kreis Darmstadt, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu .Hechtsheim, Kreis Mainz. — Der Groß Herzog hat 5em Mitglied des Hauptvorstandes des Alice-Frauenvereins (Hessischen Lcrndes-Franenvereins vom Roten Kreuz) Fräulein Marie Winter zu Darmstadt, Vorsteherin des Alice-Hospitals und der Schwesternschaft des Alice- Frauenvereins, den Damenord en 1. Klasse des Sterns von Brabant zum 1. April ds.Js. verliehen. — Die Groß- Herzogin hat am 1. April den Präsidenten des Ministeriums der Finanzen, Dr. Johannes Becker, zum Minister der Finanzen ernannt. — Die Großhergin hat am 1. April den in den Ruhestand versetzten Minister der Finanzen Dr. Dr.-Jng. Ernst Brau zum Präsidenten der Oberrechnungskammer uwer Belastung seines dermaligerr Ranges und Titels als Minister der Finanzen außer Dienst ernannt.
**Oeffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Ob erhoffen am Samstag, '»en 8. April, vorin. 9 Uhr, im Sitzungssaal des Regie- rungsaebäudes zu Gießen. Tagesordnung: 1. Gesuch der Elise .Klein zu Gießen um Erteilung eines Wandergewerbescheins für 1916. 2. Klage des Ortsarmenverbandes Paderborn gegen den Orts armenv erb and Schlitz wegen Erstattung von Armepflegekosten für den Former Paul Hantle aus Königsberg. 3. Klage des Gemeinderechners Weck zu Hungen gegen die Gemeinde Hungen.
** W er spendet e'i ne Gei ge? Ein Schühengraben- Künstler-Quartett im Westen wendet sich mit der Bitte an die Leser des Gießener Anzeigers um Zuwendung einer Geige. Es braucht kein Meister-Instrument zu sein, muß aber den Umständen nach einen „Puff" vertragen kö:rnen. Die Schriftleitung des „G.- A" ist zur Auskunfterteilung gern bereit.
** Speisekartoffeln. Die bestellten aber noch nicht abgeholten Speisekartoffeln können noch! am Dienstag, den 4. os. Mts., vornmttags von 7 bis 12 und :mchmittags von 2 bis 51/2 Uhr im Keller des Realgymnasiums in Empfang genommen werden.
** Schul nachm uch s. Für den Schulanfang sind in unserer Stadt in: ganzen 541 Anfänger (gegen 553 im Vorjahr) angemeldet. Die neuen ABC-Schützen setzen sich aus 253 Mädchen (274 i. V.) und 288 Knaben (279 i. V.) zusammen. Auf die einzelnen Schulen verteilt, werden erngesch-ult: Gymnasium 31 (28), Realschule 51 (43), Höhere Töchterschule 37 (42), Erlveiterte Töchterschule 41 (47) Anfänger. Im ganzen entfallen auf die höheren Schulen IM (157) neue Schüler darunter 78 (86) Mädchen und 81 (71) Knaben, auf die Volksschulen 381 (396) Ansänger und zwar 175 (188) weibliche und 206 (208) männliche Kinder. Interessant dürfte sein, daß in der Vorschule der Realschulen außer den Anfängern weitere 22 (20) Knaben aufgenvMmen sind, welche bisher die Volksschule besucht haben. Man hat in
xtycei rc-etjcu vl.ci,au- tuiutuomuicn, o<rtz ]ur oas neu beginnende -schnljahr ein mehr oder weniger starkes Abflauen, des Zustroms von Schülern der Volksschule nach den höheren Schulen stattfinden würde. Diese Annahme wurde damit begriindet, daß bei den sehr hohen Leüensmittelpreiseu und der teilweisen Stockung des Erwerbes manchen Eltern das immerhin hohe Schulgeld zu viel sein rvürde. Diese Annahme hat sich also als nicht zutreffend erwiesen. Wissen doch weite Kreise der Bevölkerung, daß eine gute Schulbildung für die Heranwachsenden Kinder das beste Rüstzeug ist, das Eltern ihren Kindern für den späteren Kamps ums Dasein mitgeben können und daß das Wissen ein wertvoller Schatz ist, der bei alten Wechseln des Schicksals nicht verloren ehen kann. Erfreulich ist, daß eine so hohe Zahl von Schü- ern der Volksschule, bei denen doch zweifellos Begabung vorausgesetzt werden muß, der Realschule zugeführt werden.
** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterburean wird mitgeteilt: Nochmals sei in letzter Stunde auf daS heutige Gastspiel drs Künigl. Sachs. Hosschauspielers Max Rens und seiner Mitglieder mü „Frieden im Krieg", Heiteres aus ernster Zeit, hingewiesen. Das Gastspiel hat in den letzten Tagen auch in Bav-Naul-eim und Marburg einen großen künstle:ischen Erfolg errungen. — Es sei daraus hingewiesen, daß in der morgigen Wiederholung des Lustspiels „Ter Gatte des Fräuleins" wiederum Herr Rotteck die Titelrolle spielen wird. Auch zu dieser Vorstellung haben Gutscheine noch Gülligkeit.
** Konzert im Philosophenwald. Man schreibt uns: Trotz des schönen Wetters war das gestrige Konzert von Kruses Musik-Institut im Philosophenwald gut besucht. Es war eine Freude, die ...Kleinen" bcirn „Wir müssen siegen" mit festem Sttich und Begeisterung spielen zu scheu. Das Konzertstück von Lnmbi für 2 Violinen wurde von den Schülern Stark und Linkmann sicher ansgeftch t. Im 2. Teil war der Kleine Tambour von David vorgesehen, Papa Kruse wurde von seinem Sohn Kgl. Kammermusiker in Kassel) abgelöst. Es folgten noch Trom peten-Vortrag, von Herrn M a n k mit schönem Ton geblasen, und zum Schluß durchbrausten Weidmannsjubelkläuge den Saal. Das Publikum spendete lebhaften Beifall und Papa Kruse (welcher eben seinen 77. Geburtstag gefeiert hatte und sein Institut mit mit voller Rüstigkeit noch leitet), dankte mit seinen Schülern.
** Feldpostbriefe mit Wertangabe werden neuerdings wieder häuftg bei den Postanstalten aufgeliefert, deren Inhalt ausWaren,wie Lebensmitteln, Zigarren, Zigaretten, Tabak, Briefmarken zu Sammelzwecken usw., besteht. Tie Versendung solcher Gegenstände in Geldbriefen bringt für den Feldpostbetrieb arge Mißhelligkeiten mit sich und ist, 'wie bereits früher bekannt gegeben, nicht gestattet. Tie Postanstallen sind deshalb angewiesen, derartige unzulässige Geldbriefe von der Beförderung auszuschließen.
** An der Kranken erfrisch ungs st ellevom Roten Kreuz am hiesigen Bahnhof wurden im Monat März 18880 durch reisende Soldaten, darunter 2213 Verwundete, erfrischt. — Tie freiwillige Sanitätskolonne hat im März 822 Verwundetentransporte ausgeführt und in 220 Fällen sonstige Hilfe geleistet.
"Der Gießener Geflügel- und Vogelzucht- verein, der m neuerer Zeit sich lebhaft betätigt, um die Geflügel- zucht im Kreise trotz aller entgegenstehenden Schwierigkeiten auf der Höhe zu halten, hat eine U n i v e r s a l m ü h l e mit Kraftbetrieb bestellt, um mit dieser als Geflügelkraftfutter Knochenmehl herzustellen, das an die Vereinsangehörigen zu einem billigen Preise abgegeben wird.
•• Der Allgemeine Staats-Eisenbahn-Verein ließ in dein Uebernachtungsgebäude seinen Angehörigen durch Fräulein O h a u s aus Frankfurt a. M. einen interessanten Vortrag halten, in welchem der Gebrauch der Kochkiste und ähnlicher neuester Apparate praktisch vorgeführt wurde. Fräulein Ohaus verstand es, in fesselnder Rede namentlich den anwesenden Frauen den Zweck und -die Einrichtungen klar zu machen, um in der jetzigen schweren Zeit an Brennmaterial und Nahrungsmitteln zu sparen. Sie mahnte auch zu größerem Vertrauen in die eigene Krast und Geschicklichkeit unter Weglassung des alltäglichen Jainmers über die derzeitige schwierige Beschaffung von Lebensmitteln. Es müsse eben die alte angelernte Methode der Großmutter verlosten und der neueren Zeit Rechnung getragen werden. Weil früher vi/l Nährstoffe durch Verkochen verloren gegangen, müste jetzt in gut schließenden Gesäßen vorgekocht iind dann durch Benutzung der Kochkiste gargekocht werden, dabei würden die Nährstoffe der .Speisen bester erschlossen und in eine leichtere verdauliche Form übergeführt. Weiterhin gab sie wertvolle Fingerzeige, wie das Kochen des Gemüses (Dampstovi) iind Braten des Fleisches ohne Fett in schmackhafter Weise möglich ist. (Papier- düten). Die nach Schluß des lehrreichen Vortrages ails dem Zn° hörerkreife gestellten Fragen ließen deutlich das lebhafte Interesse und die große Dankbarkeit für das Gebotene erkennen.
Landkreis Gießen.
e. Allertshausen, 1. April. In unserer kleinen Gemeinde zeichneten 2? Schüler 505 DU. für die viette Kriegsanleihe.
Kreis Büdingen.
y Nidda, 2. April. Für diejenigen Krieger unseres Kirchspiels, die seit Neujahr den Heldentod fürs Vaterland gestorben sind, fand heute in der hiesigen ev. Kirche eine Gedächtnisfeier statt. Die Angehörigen der Gefallenen, viele Gemeindeglieder, die Krieger vereine von hier, Unter-Schmitten, Kohden und Michelnau mit umflotten Fahnen und fast alle Verwundeten aus dem hiesigen Vereinslazarett hatten sich im Gotteshause eingeftm- den. Nachdem die Gemeinde das zur Trauerfeier recht passende Lied: „Wenn der Herr einst die Gefangenen" gesungen hatte, predigte Pfarrer Hermann in herzlicher, trostreicher Weise über Malm 126, Vers 5: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten." Zum Schlüsse verlas der Geistliche noch einen kurzen Lebenslauf von jedem einzelnen der sieben, im letzten Vierteljahr aus unserem Kirchspiel geforderten Opfer des Weltkriegs. Es star-^ ben den Heldentod: L. Seipel, Schreiner geselle; Gustav Vitt, Schreinermeister; Dr. Karl Gatzert, Lehramtsassessor, Max Jendroszek, Metzger geselle, und Reinhard Meißner, Metz- germeifter, sämtlich aus Nidda, ferner Hermann Mögt, Schmiedegeselle ans Michelnau: Heinttch Kühn, Maurergeselle, aus Kohden.
A Nied er - M 0 ck stad t, 2. Llpril. Unser Letzter, Albert Krast, der beim Infanterie-Regiment Nr. 168 diente und sehr schwer verwundet wurde, hat das Eiserne Kreuz erhalten.
T. Echzell, 3. April. Unterofflzier Re nß vom Landsturinbataillon Friedberg und Gefreiter Ernst S ch m i b t erhielten die Hessische Tapferkeitsmedaille. Hch. Reih starb den Heldentod.
# Ober -M 0 ck stadk, 3. April. Zur 4. Kriegsanleihe zeichneten die Schulkinder der hiesigen zweiklassigen Schule den Betrag von 1236 Mk.
chh Burgbracht, 3. April. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gardist L 0 h r e y.
Kreis Schotten.
# Ulrich stein, 1. April. Den Heldentod starb im Westen der Musketier Schmidt im Jnf.-Regt. 116.
Breungeshain, 1. April. Aus dem Felde der Ehre starb der Wehrmann Linker im Jm.-Regt. 116.
ck. Ulla, 1. April. Die Sammelzeichnung rnr 4. Kriegsanleihe hat in der hiesigen Schule außer einigen größeren Einzel- zeichnungen von Schülern 1619 Mk. ergeben.
ck. St 0 rnfels , I. April. Die Schulkinder haben hier 200 Mk. zur Sammelzeichnung für die 4. Kriegsanleihe beigetragen.
Kreis Fncdberg.
Bl. Fricdberg, 1. Llpril. Bei der gestern abgehaltencn Sitzung des Kreistages fand zuerst die Prüfung und Bestätigung der im März vollzogenen Wahlen statt. Nach Anhörung der Kreiskassenrechnnng und des Berwaltungsdettchtes, wrrrde der Voranschlag für 1916 berateil und genehnrigt. Äe Wahl zum Kreisausschuß ergab die Wiederivahl des Landtag sab geordneten Tr. v. H e l m 0 l t - Niederwöllstadt, und die Neuwahl der Herren Philipp Keller- Melbach, Bürgermeister K a y s e r - Bad-Nau-
heuu au> 6 Jahre, uuo LaoeriMUnei ^ e 11 - Dutzvach ans 3 Jahre. Zu Erastzmitgliederu wurden wiedergewählt die Herren Ferd. Damm-Friedberg und neugewählt Hartmann S toll -Bad- Nanheini. . .
Bl. Friedberg, 2. April. Gestern feierte Baumwatt H. Billasch sein 25 jähriges Tienstjubilänm in städtischen Diensten. Neben seiner Tätigkeit als Baumwart war der Jubilar während der verrlossenerr 25 Jahre auch als Hilfslehrer bei den Baum- wärtcrkursen an der Grosth. Obstbauschule hier tätig, so daß er aucki hier aus eine 25 jährige erfolgreickie Tätigkeit zurückblicken kann.
# B utzbach , 1. April. Zum Leutnailt befördert wurde der Reallehrer Fel sing; ebenso erhielt er die Hessische Tapferkeit s m e d a i l l e und das Eiserne Kreuz.
— Vilbel, 2. April. Das Generalkommando hat das Gesuch um fernere Belassung des hier einquartierten Bataillons abgelehnt und die Verlegung der Truppen in die fertiggestellteir Kasernen am Bahnhof Boncrmes verfügt. Tie Gemeindevettretnng beschloß, falls die Einquartierung belassm wird, zur Entlastung der Gemeindekasse vom 1. April an als Vergütung an die Qnattier- geber nur den tarifmäßigen Verpflegungssatz, der der Gemeinde ersetzt wird, zu zahleir.
Bl. Tornassenheim, 2. April. Der Wehrmann Will). Rack von hier, Sohu des Beigeordneten Wilh. Rack III., der auf den Schlachtfelderrr Belgiens, Frankreichs und Rußlands gekämpft hat und verwundet wllrde, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Bl. Holz Hausen v. d. H., 2. April. Am 1. April waren es 25 Jahre, daß der Taglöhner Aug. Weber auf der Schlappermühle als Kmeckft beschäftigt ist.
Hessen-Nassau.
tt^M a r b » r q , 2 April. Gestern waren es 40 Jahre, daß Herr Stadlsekretär K e r st e n sein Amt versieht. Aus diesem Anlässe wurde dem verdienten Beamten vom Magistrat eine goldene Uhr mir < ekte, sowie ein Blumenaebirrde überreicht.
al. Weilburg. 1. Arril. Die Stadtverordneten stellten die 2 t a d t r e ch n u n g in 910 6'» 1,80 Mk. Einnahme und 903684,34 Mk. ^lusgabe fest. Der Zuschuß der Stadt gut landwirtschaftlichen Wmterschnle beträgt 9300 Atark.
— Griesheim, 2 Avril. Auf dein hiesigen Bahnhofe stieß eine Maschiiie auf mehrere Säure wagen; diese entgleisten und liefen teilweise aus. Das Zugpersonal konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
— B 0 rnh 0 sen , 2. April. Zwischen hier und Kestert platzte in der Alaschine des nach Frankfurt fahrenden Güter- zilgeS 6734 ein Siederohr. Durch den ausströmenden Dampf wurde das Lokomotivperfonal schwer verbrüht. Der Heizer Rindsfüßer aiis Oberlahiisteiu starb nach wenigen Augeii- blicken. Der Lokoncotioführer F ärger kam in fast hoffnungslosem Zilstande in das Oberlahiisteiner Krankenhaus.
— Gelnhausen, 2. April. Landrat Graf vonWartens- leben wurde zur Uebernahme der Geschäftsführuog einer amt- licheii Reichs-Lebensmittelstelle nach Berlin berufen.
Frankfurt a. M., 2. Apttl. Wegen Vergehens gegm die Kttegsgesetzte venirteilte das hiesige Amtsgericht und das Schöffengericht abernrals zahlreiche Personen zu empfindlichen Geldsttafen. Tie Bergehei: bestanden in der Uebcrschreitnng der Höchstpreise für Butter,^ Gemüse und Kartoffeln, in der verweigetten Abgabe von Kartoffeln, in der Ueberschreitnng des Backwarenverbvtes, in der Bewucherung beim Viehsalzverkauf und in der Nichtanmeldnng von Küpfergeraten. — Bei der Entleerung einer Grube aut dem Grundstück Hanauer Landstraße 197 erstickte ein sünftmdfünszig- jahriger Arbeiter durch Einatmen von giftigen Gasen.
vermischte».
* Merseburg, 1. April. Gestern tötete in einem hiesigen Gasthause der emeritierte Pastor Nitschmann aus Halle, anscheinend in einen: Wahnsinnsanfall, seit: dreijähriges Töchterchen, verwundete seinen sechsjährigen Sohn schwer und erschoß sich. Der Knabe wurde in die Hallesche Klinik übergeführt; es besteht AuS- sicht^ku^mn^eben^i^erbaltem^^
Universitäts-Nachrichten.
[1 Marburg, 2. April. Im Alter von 39 Jahren starb an den Folgen einer Infektion, die er sich im Kriege zuqezogen hatte, der langjährige Diitarbeiter des Wirkt. Geh. Medizinalrats Pros. Dr. v. Behring, Professor vr. meä. Paul Römer, ordentlicher Professor der Hygiene an der Universität Halle. Der Verblichene, der aus dem nahen Kirchhain stanunt, war früher Abteilungsvorsteher am hiesigen hygienischen Institut. Vor zwei Jahren folgte er einem Rufe nach Greifswald und kam von da als Direktor des Hygienischen Instituts nach Halle. 2lls der Krieg auSbrach, zog er als Stabsarzt der Reserve nnt nach Rußland, wo ihm der Posten eines Korpshygienikers anverttaut wurde. Er erwarb sich dott auch das Eiserne Kreuz 1. ui:d 2.Klaffe. Prof. Römer war als ein t üchtiger Gelehrter seines Faches schon weit bekannt. _
Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
April
1916
u
5o.2i
Z *
w
-H ü <3 3
E 0 £.0
&
O QJ
"H CE Q ~
S-'ö 5? 5
£3
. 0*05
ZA
£2
if
0 *
•ö
!o
i
-"tz
«Hl
Ü-E’S'
■° ts.
Wetter
2.
2»
17,2
65
44
_
_
0
2.
9»
—
11,6
6,6
65
—
_
0
3.
7"
5,6
5,6
82
0
Höchste Temperatur am 1. bis 2. April 1916: -f- 18,5* C. Niedrigste „ „ 1. „ 2. . 1916: — 4,6'0.
Niederschlag 0,0 mm.
Wetteraussich-ten in Hessen am Dienstag, den 4. April 1913 Ziemlich rvolkig, noch trockeit, warm. • _
Letzte Nachrichten.
( Die Rettung der Besatzung des „L 15".
London, 2. April. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung deS Renterschen Bureaus. Das Verdienst für die Rettung der Ueberlebenden des Zeppelins „L 15" gebührt dem Fischdampfer „Olivine" unter dem Befehl des Leutnants Mar- kintsch von der königlichen Mattnereserve, das Verdienst des Her- nnterholens des Luftschiffes einer Landbatterie der östlichen Grafschaften. Es war ein Glück für den Zeppelin, daß er in der breiten Themsemündung hernnterkam, denn von dem Kanonenfener war die Hülle zettissen, die Gondeln waren von Schrapnellkugeb: durchsiebt. Einige der Besatzimg ivaren schwer verwundet. 'Der deutsche Befehlshaber hatte genügend Vertrauen zu der Mcnsch- lichkeit der britischen Seeleute, um drahtlose Notsignale anszusmden. Ein Mattose, der Augenzeuge des Niedergehens des Luftschiffes war, sagt, daß das Luftschiff wie ein ttanker Vogel heruntergekommen sei, beide Enden gleich Flügeln herabhängend. Die See war glatt, die Nach-t llar, wenn auch dunkel, so daß der Fischdampfer sowohl die Verwundeten wie die Unvcttvundeten an Bord nehmen konnte. Die „Olivine" befestigte dann ein Tan an den: Luftschiff und versuchte nun, die Prise in den Hafen zu schleppen. Das war aber schwierig, weil daS Luftschiff tatsächlich entzweigebrock)en war; beide Enden ragten in die Luft, während die Mitte in das Wasser niedersank. Nach, zwei Meilen Schleppens sank der Zeppelin. Die „Olivine" brachte dann die Gefangenen ans einen Zerstörer, der sie nach Chatham fühtte, wo die Verwundete:: in ein Krankenhaus gebracht ivurden.
Asguith auf dem Kapitol.
Lugano, 3. Aprll. Die politische Welt iu Rom ereifert sich«, vor Asguith zu dienern uiü> ihm die Unterwürfigkeit Italiens recht deutlich vor Auge:: zu führen. Im Kapitol, wo dein englische:: Premier ein großes Mahl gegeben wurde, pttcs der Bürgermeister Fürst Colonna^in dithyrambischen Sätzen die edle englische Natton, welch:' die Sacbe der italienische:: Freiheit stets mit so lvarmer Sympathie verfocksten l>abc. Er:gland sei nun an Italiens Seite in den „glvrreick-en Kanijps für die Freiheit deK; Volkes" gezogen.


