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3.4.1916 Erstes Blatt
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Der kaiserliche Dank an Fmmctnranri.

Berlin, 1. .April. (W»TB.) Die glänzenden Erfolge des Mymchen FliegerleutnantS Immelnrann haben eine crneule Anerkennung Seiner RLajestät durch das nachstehende (schreiben gefunden:

lm ' i,u r Freude erfahre ich, daß Sie Nnederum ein feind- uches Flugzeug Ihr dreizehntes außer Gefecht gefetzt haben. Ich fpreän' Ihnen aus dieser Veranlassung gern von neuem meine vollste Anerkennung für Ihre vvrttefslick-en Leistiiwsen im Luftkampf ans, »me ich Ihnen fcf^on kürzlich durch die Verleihung des Ordens Pour le msrite, meines höckcken .Kriegsordens, gezeigt habe, welchen W«wt ich Ihrer kühnen Tätigkeit beimesse.

Großes Hauptquartier, den 30. März 1916.

gez.: Wilhelm.

Aus Holland.

Haag, 1. April. (WTB.) Anläßlich der verschiedenen um­laufenden Gerüchte hat sich das Korrespondenzbureau an die maß­gebende»» Stellen um Aufklärungen gewandt Es wurde »hin mit aller Bestimmtheit niitgeiaikt, das; die Auslobung des mili- fdrt fd>cn Urlaubs nicht 'mit irgeird einer zwifckwn den Nieder­landen und einer der kriegführende»» Parteien bestehenden diplo- »niatischen Ver»vicklung znsammenhänge.

Wien, 2. April. (WTB. NichtamtlichI DasFrem­denblatt" erfahrt, daß sämtliche Nachrichten, die der gestrige Tag aus dem Haag und aus Ainsterdam brachte, den festen und unerschütterlichen Entschluß der hollän­dischen Regierung zeigen, jeden Eingriff in die Neutralität der Niederlande zurückzuweisen und nicht zu dulden, daß Holland seines freien Bestimmungs­rechtes beraubt werde. Das Blatt hebt hervor, daß die Mittelmächte nienials daran gedacht haben, das Selbst- bcftimmungsrecht .Hollands anzutasten. Die Mittelmächte hätten sich während des ganzen Krieges von den» Bestreben leiten lassen, die Neutralität Hollands in vollsteur Maße zu achten. Oestcrreich-ttngarn und Deutschland können daher die militärischen Vorkehrungen Hollands in vollster Ruhe betrachten.

Berlin, 3. April. Au den Gründen, welche die ener­gische Haltung sder holländische»» Regierung herb ei ge führt haben, erfährt ein Mit-arberttr desBerliner Tageblatts" im H-aag: Die Ereignisse, die sich in deir letzten Wochen durch noch rrn.au fgeklärte Umstände ait-f der Nordsee ab- geschelt haben, fiihrter» in London nnd in Paris eine falsche Anffashmg über ,die Gtttnnnnrg in Holland herbei. Die Alliierte »»-Konferenz in Paris vergrub sich noch tiefer in diesen Irrtums nnd über Paris kam es dann zu einem, <rn sich imverbindliche»» Beeinflirssungsversuch der holl<ttidisther» ckttgiertruigi, der von ihr kräftig und über­raschend mit den Maßnah»nen beantwortet wtrrde, die jetzt so großes Aussehen nrack-en. Der holländische RechtsstanD- prmkt »vird in allen Meisen der Bevölkerung hochgehalten, nn,abhängig von de»» Sttnrrnnngen, die dieses Land zu der ei»»eu oder anderen Partei .der Kriegfirhrende»» hi»»zieheu mögen. *

Gin Mitarbeiter derKrenzAeittmg" berichtet: Irgend­eine Dcrnrarck^ oder lein Ultimatum vonseiten des Vierver- barcdes ist besttnrntt noch nicht erfolgt. Es »nüsse angenom »ne»» irnrden, daß die holländische Regierung anderweittg zuverlässige Nachrichten über die Pläne des Vierverbandes erhalte»» l)abe. /

Wie demBerliner Lokalmizeigett' berichtet wird, drmkgte»» sich anr 1. Lbpril bei alle»» Großbanken Alands die Kmrden, um ihre Guthaben in Silber ausdeMchllt zu be konrineu, obwohl Zeittrugen und Regierung alles »»»ögliehe verblaßte»», um »»»»nötiger Unruhe vorzubeugen.

In derDägl. RundsckZau" nnrd gesargt: Ob England durch de»» entschiedenen Wrllen .Hollands sich von seinem einmal gefaßten Plan zlurücksck-recken läßt, was gegen seine Gewohnheit wäre, oder ob es hofft, die Niederlande durch Gewalt zum Vas<r1lenstaat herabzudrücker», nnrd sich bald erweisen.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 1. April. (WTB.» Bericht des General­stabs. Von der Irak-Front keine Nachricht tont Bedeutung.

An der Kaukasus-Front im Tschoruktale nmrden einige Teile feindlicher vorgeschobener Posten zum Rückzüge gez»oungcn. In diesem Mschnitt schreiten unsere Operationen erfolgreich fort.

Am 30. März griffe»» zwei unserer Flugzeuge unter dem Befehl des Hauptuumns Boedke fefttdlick"? Flieger an, die Sedd- ül-Bahr übersiogen. Bei dem Luftkampf siel einer der feindlichen- Flieger ins ,Mc>er, die übttgen ftolm» in der Richtung nach IUrbros.

Ein feindliches Torpedoboot nn Golf von Saros wurde dnrxin unsere Batterien in (Rickckrmg auf die Insel- Sanvothrake verjagt.

Die Wehrpflicht in der Türkei.

Konst an tinopel, 30. März. (WTB.) Das Amtsblatt veröffentlicht die »mtängst vom Parlament beschlossene»» W e h r g c s e tz n o v e l l e u, welche bestimmen, 1. die Wehr­pflicht wird bis znm 14. Oktober »mch Dolletidung des fünf­zigste»^ Lebensjahres ausgedehnt. Die La»»dsturu»Pflichtiaen von 46 Jahre»» »n»d Idariiber sollen gegen Entrichtung der für die gegenwärttge, am ^ttregsanftritg mtigeordnete Mo­bilisierung bestimmten Militärbesreinirgstaxe von 22Psuud tw»» der atttven Di-eustleisttlna enthoben »verden; 2. die z»»m Altersjahrgaug 1914 (1898) gehörigen Osma»»eu wer­den zur W»-!)»ps lickst he ran ge zogen; ihre Mustermtg ist bis Kinn 13. September d»»rck»zn führe»»; >3. die für E»»thebung von der aktive»» Dienstleistung seit dem ersten Tage der gegenwärtigen Mobilisierung von den reservierten' Land­sturmpflichtigen e»»ttichtete Militärbefreinngstaxe hat nur fitt 18 Mo»»ate, und'Die von rrur» an zu entrichtende Taxe »n»r für l2 Monate ziu gelten. Für eine etlvaige zweite Zahlung wird die Taxe mit 30 (statt 44) Pfu»»L festgesetzt.

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Trinksprüche in Rom.

Rom, 1. April. (WTB.) Meldung der Agenzia Stefan». Bei dem gestrigen Fesdnahl in der Cons-ulta hielt der Minister des Acuseren, Sonninv, solgeirdei» Trinksptmch an Asln»ith: Mit der lcbbrftesten Genugtuung heiße ich Eure Exzellenz namens der Königliclieu Regierrmg be» uns »»allkomme»». Ich spreche dabei als getreue» Dolmetsch der Nx»r»iren Gefühle, »nit denen die Nation in de» italienischen Hauptstadt die Anwesenheit des britisckieu Premier»,rinisters begrüßt- Ihre An»vesenl>eit lvfestigt in uns das Beuniütscin der ü be r ko »n mene»» F r eu n d s cha f t, welche un­sere Regierungen »ind Völker durch die Wechsel»alle der Cöeschichtc hmtolrch torbunden lmt. Die Fre»rndsch«ft z»mschen E»»gla»»d »titb Italien rul>t »mersäi^tterlich aus dein tt»üen allgenreinn» (s>efichl des Ve»t»a»»eils i»nd der Slimpathre ebenso»»whl n-ie au» der tat- saMichen Uebereinstinnnung der politisäirn nnd »mrtfrf)aftfidx'n Inlerei e' Die übe. l' nnnienen Bande »»vrden hmte durch Waffen bttk^er.'äxtst »md tnne»» BündniSocrttag verstärkt, der uns »nit den a-m^eren edlen Völkern vergingt hat, mit denen wir den l>ei- spieNosen >tt»mv» f»rr die Gere<ht»gke»t nud Freiheit der Völker fvrtser.en. Ich erhebe mein Glas zu Ehren des .W»»igs u»ld der Köniain (Großbritannien, der Königin Alrxandra, der König l»ch- Familie nnd der^ hier vertretenen Sou»>cräne und Ober bnup. . ue> alliierte»» Staaten, so»v»e auf d»e G^'lnndl- Eu.rer ^ 1 der Sie die Rcg»er»»ng der uns besreundetcn m»d ver­

bündeten Nation so »nürdig letten.

A s quith arrtwottete: Herr Minister! Ich komme in diese historische Stadt, »oelck-er nienurnd ohne tiefe Beniogurrg nahen kann, »un Italien urrd seürem König, der tapferen Arinee »rnd Mari»»e den AuÄnmck unserer Solidarität und unseres volle»» Vertrauens aut ,den Triunrph der Sache, die uns vereint, zu überbringen. Mir liegt daran. Ihnen ineine aufrichtige Freude über den mir gcuwrdenen so herzlichen u»rd begeisterte»» Empfang auszusprechen. Unsere beiden Völker begreifen lrotz der Ent­fernung, die sie trennt, und trotz ihres verschiedenen Teinperaments heute n»ehr als je die Stärke der Bairdc, »velche sie seil nrehr als e»ncn» halben Jahrhundert durck) die Gleichheit der leitenden Ge- srchtspirnkte und durch das Z»rsainmenstiinmen politischer urrd Wirt- schaftlicher Interessen verbmden. Das englisch' Volk verfolgt mit ernnlütiger Sympathie, an der alle großen Geister, Dichter »rnd Staatsnränner teilnehmen, den heldenhaften Kainpt des italienische BolktS für seine Besreirmg' uird Einheit. Das Geschick hat es 'gervollt, daß sich die beiden Völker in der Sck-icksalsstunde, wo d»e gemeinsamen Ansprückie und Grundsätze bedroht i»x»ren, d»»rch cin V r u d c r b ü n d n i s verburrden sairden, um die Sach dcw Freih.'it zu torteidigen und de»» Rechten aller Völker, wcrriger mächtiger, »oie mächtigster Achtung zu verschaffen. Stark durch die Vcrcinigmrg aller unserer Alliierten, »verden wir m»tcrnander auch durch die härtesten Prüsunge»» gehen mit dem »merschütterlichn Vertrauen eines endlichen Triumphes. Voll Tankes an die Königlich Regierung für den so h^rzliclien Einpfarrg, und an Errre Exzellenz für die Gefühle, d»e S»e soeben ansdrückten erhebe ich mein Glas zu Ehren Ihrer Maicstäten, des Königs und der Königin von Italien, der Königin- Mutter und der Mitglieder der Königlichen Fainilie. Indern Kfy nrernen Gr»»ß dein ersten Soldaten Italiens entbiete, bitte ich E»rre Exzellenz, darin den Gruß der britisckien Nation an die ruhmreich Nation zu sehen, welch das Beispiel Seiner Majestät zu neuen Siegen begeistett u»»d crnrutigt.

ver Seekrieg.

Sin englischer Panzerkreuzer gesunken.

Köln, 2. April. (WTB.) DieKölnisch Zeitung" meldet von der hollänbischn Grenze: Glaubwürdigen Nachrrchei» zu­folge ist Mitte Feb»m-ar »oeftlich der Orkney-Inseln ein englischer Panzerkreuzer der County-Klasse aus eine M»nc gelaufen und gesunken. Dem Vernehmen nach soll eS sich um den PanzerkreuzerDonegal" handeln. (Der eng- lrsche PanzerkreuzerDonegal" ist 1902 vom Stapel gelaufen »md verdrängte einen Ramngehalt »wn 9 950 Ton»»e»». Seine Schirelligkeit betrug 34,3 Socrneilen in der Stturde, die Besatzung zählte 530 Köpfe. Der Kreuzer toar 134 Meter lang, 20,1 Meter breit und hatte einen Tiefgang von 7,5 M'eter).

Ein russischer Borwurf.

Petersburg, 2. Aprü. (Aus dem anttlichn Kriegsberickck vom 1. April.)

Schwarzes Meer: Am 30. März 8 Uhr vormittags »vurde der DampferP o r t u g a l", einfra»»zösisch-russisches Ho» p»t a lschi f f, der bei Ofi im östlichen Teile Anatoliens lag und dortlst»» geschickt chrder» »vvr. Um Dernmndete aufzunehmen von einen» deutschn U-Boot airgegriffen »md in die L»»ft gesprengt. Nach dem zroeiten Torpedosckmß, der die Maschinen traf, sank das Schf, »n we»»rger als einer Mimtte. Elf von den 26 Schvestern »vurden rn Booten und Kuttern, die diePortugal" beglerttten, ^rettet. Vernrißt »»»erden Gras Tatischff, Delegierter des dvoten Kreuzes, Dr. Parrkrischsf-Tikhurenoivo, die Oberschoester Baronin Mependorff und 14 Sch»oestern, 50 russ. Besatzungs-Sanitätsleute, 29 Man»» von den franz. Besatzungs-Scmitätsleutei» »md 29 Mann von der französischen Besatzung. Es befanden sich 273 Personen an Bord, von denen 158 ger'ettet Nwrden sind. Die türkische Heeres lerttmg hatte diePorttlgal" als Hospitalschff anerkannt. Das Schff »oar »niit den für ein Hospitalschiff üblichen Farben benmlt. Der Angriff nnrrde am hellen Tage ansgeführt. Das U-Boot fuhr um den Dampfer herum »md lancierte aus allernäckchter Nähe. D»ese deutsche Handl»mgsrveise, ohne jeden militärischen Nutzen, Üt enrpörenb und zeigt v'on nejuchnj, daßl äm Frieden »Nit dein Fernde, der in unsinniger Weise göttlick>e und menschliche Gesetze verletzt, unmöglich isti es» denn, er läge vernichtet am Boden.

(Anmerkung: Nach den Erfahrungen, »mlche »vir mit derartigen Nacknickcker» genmckut haben, ist die Meldung natürlich »mt Vor bcchalt aufzunehmen. Eine Aerrßerimg von deutscher Seite ist abzn loarten.) /

London, 2. Aprck. (WTB. NichtmnAich.) Lloyds meldet aus Penzance (rn der M«unts-Bei, Grafsck»aft Corn»vall) vom 1. April: Der Drrnrp^erGoldmoulh" (7446 Tonnen) ans London »st versenkt rvordei». Die Ma»msck»aft tourde gelarrdet. Der Funkentelogvaplnst »md ein Mattose ftrtb venoundet nwrden.

London, 1. LLpi'il. (WTV.) ?Neldung des Re»»tersck»en Bn- voans. Ter norwegische DampferNvrne" wurde ver senkt. Die Besatzung ist gerettet.

London, 2. Ap»ttl. (WTB. Nichdrnttlich.) LlotM Agen- ttir meldet: Der schwed-rs che D a»n pferHoll a ndia" ist gesunken, die gontze Besatzu»»^ ist gerettet worden. Der norwegische DampferHans Gude" soll von ei»»em Unterseeboot unweit Quessant versenkt worden sein; jdte Besatzung ist gerettet.

Aus dem Reiche.

Der Heeresvoranschlag im HauvtauSschuß des Reichstags.

Berlin, 1. Llpril. (WTB. Amtlich.) Bei der Hute fort­gesetzten Beratung des Heeresetats im Hauptaus- schuß des Reichstages kam ein konservativer Redner a»»f die Frage zurück, ob es »nöglich sei, die Boot- »md Fleisch­rationen zu erhöhen. Tie land- »»nd viehivirtschaftlick^c Ausmitzung des besetzten Gebietes müsschin höherem Maße als bisher gefördert »verden. Eine größere Wirtschaftlichkeit bei der ProduklionS u»»d Konsu»nregelu»»g wäre »mter der Mttt»mrk!m»g von la»»d»vir'tschaft- liche»» Sackwerständigeu u»»d der Truppe»l»virtscjiastsaussck>üsse sicher zu erzielen. Bei Urlaub sollte den Offiziere»» in allen Fällen Freisoint ge»vährt »verden. Der Stellvertretende Kriegsmrnister von Wandel dankte den» Vorredner für die »varncherzige An- erkennung der Leistungen uird Arbeiten des Kriegs»ui,iisterhcms. Die zuständigen Stellen hätten ton» Anfang an darauf Bedacht getrommen, zn» den Wirtschaftsausschüssen für die besetzte»» Ge­biete landwirtschaftlick»e Sackwerständige zuzuziehen, lieber die Lage in der Heimat versuch »nmt alle Stellen im Felde aufzullären, um auch draußen die Sparsamkeit zu fördern und einen unnötigen Verbrauch bei der Tr»»p»>e hinta»» 5 »»l>atten. Bei einer Armee in» Westen sei ein höherer land»v»rtsch»ftlicher Ertrag a»»s dem Boden herausgewirtschaftet worden, als seinerzeit durch die französischen Besitzer. Die Wünsche der Landwirtschaft und Industrie sollten nach Mi»glichkeit berücksichtigt »verden. Die Freifahrt »verde den Offizieren bairit- bewilligt, »r»enn eine Notivendigkeit für Reisen in» Interesse der Gesundheit und Erholung uorliege. Wie im Jahre 1870, »verde auch, diesmal für die zurückkehreudcn Truppen gesorgt, damit niemand brotll)sZ>asteh.'. Wenn i»n Heimatsgebiete lwl^ere Offiziere auf niederen Stellen verwendet würden, so be­kämen sie lediglich die Gebübrnisse dieser Stelle, »»ich den Gehalt ihrer Charge. Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes Dr. Hel fs er ich besprach die Frage der Mannschaftsbesoldnng unter Berücksichtigung der Verhältirisse in der Heimat und twr dem Kriege. Die Familieinmterstnlmng für die Daheimgebliebenen sei erhöht und erweitert »ooroen, so daß jetzt »no»»atlich rund 130 A!illionen Mark aus ReichsmitteU» aufg»'wandet lvürden. Seit Be­ginn des Krieges seien für Leii'tungen an Truppen (höhere Ber- pslcgimgssätze, BeköstigungsgeDer, Erhöhung der Krankenlöh»»e, Tabakzulagen, Gewähr»»»»g von Freifahrt be» Urlaub) Nkehrkosten in» Betrage von »noiratlich 107 Millionen Mark erwachsen.

Ergänzend kann aus de»» gestrigen vertriullübc»» Mitteilungen des Stellvertti'tenden K'riegsministers über unsere Wehrlraft »uxb folgendes mitgettilt »oerden: Der Minister fiilyrtc unter anderen» aus, daß »vir mit unseren» Menschieiuilaterial für den Heercsersatz nvcl). lange ausreichten und cino Verlängerung der Wehr­

pflicht über das 45. Lebensjahr deslxüb, »vie sie bereits mehr­fach veröffentlicht »vvrden sei, nicht »n Aussicht genommen ist. Rcan sei sogar in der glücklichen Lage, Mannschaften, die in» Laufe des Krieges das 45. Lebensjahr übersck>ritten haben, aus der Front zurückzuziehen. Ein wesentlicher Teil an dem g»"m- stigen Zustand sei der vortrefflichen Verwundeten-« für sorge zuzuschrciben, der es gelinge, einen außerordentlich h«hen Prozentsatz der Verwundeten den» Heere als dienstbrauchüar wieder zuzuführen. Tie vom Minister bekanntgegebenen Berlust- ziffern kön»»cn im Vergleich zu den bekannten Verlusten unserer Gegner keines»vegs als hoch bezeickmet werden. Wie »mt den Ri-ensch^n, so stehe es nrit den Stoffen. Unsere Rohstoffver­sorgung sei für lange gesichert. Genuß müsse mit dem einen oder anderen Rohstoff hausgehalten »rw»-den »md Eing»:iffe in das Wirtschaftsleben seien nicht zu »»»ngehen. Aber besorgt brauchten »o»r nicht zu sein amh bei noch so la»»ger Kttegs- aauer nicht. Ein glänze»»des Zeugnis stellte der Minister unserer Indnsttie einschiließtich der teckp»isck)en Institute des Heeres aus. Gerade dir letzten Erfolge vor Verdun zeigten, daß sie jt&cr beliebigen Ansordenkng geraelft zu werden imstande - seien. Tiefe von stolzer Zuversicht getragenen ?ll»sführu»»gen des Mi- »i,ers »vurden von den im Auspclmß An»oese»»den »nit außerorde»»t- licher Befriedigmrg ent gegen genommen.

Die nächste Sitzrmg des Reichstages

findet am Mittwoch, den 5 April, nachmiltags 3 Uhr statt. Auf der Tagesord»»u»»g steh-e»» der Etat des Reichsko»»zlers und des Auswärtige»» Amtes.

Die Stellungnahme des Tabakvcreins zur Sttuerfrage.

In B e r l i n hat z»»?ecks Stell»»ng»»ahnre zum iGesetzcnlurun über die Eih chnng der Tabakabgaben unter de»n Äoichitze des Geheimen Kommerzienrats Edmund Schmidt in Wtenbrrrg eine außerordent­liche Haupt»>ersammlung des Tcmtsckwn Tabakvereins stattg<-funden, dst von mehr als 500 Firmen ans allen Teilen Deutschlands besticht »var. Der Geschäftsführer, Sy»»dikus Schloß mache r, Frankfurt a. M., erstatwte einen einleibenden Bericht über dir Borbereittmg der VorMäge, die der Vei^in am 11. Norvmber 1915 dem Reickisschatzamt gemacht Hot, und denen die dem Reichs­tag unterbreitete NegieiTungsvorlage im großen urrd ganzen ent- spiicht. Es »vrrrde einstimmig folgende Erklärung zum Beschluß erhoben:

Ter Deutsck-e Tabakvcren» erklätt, daß die vorgesehene Nru- belastung zweifellos eine mißevordenllickr einschneidende ist »rnd eine um so ernstere Last für die gesamten deutschen Tabak»nte»>, ^ssenten bedeutet, als die Herstelllmgskosten in dex Zigarren-, Rauch-, Kau- und Sck-nupftabakiudusttie ohnehin durch die als Folge des Krieges eingetretene gewaltige Preiserhoh»mg firr Iivh- tabak, durch »rotwe»rdig gervordene Lohnsteigeimngen »rnd die Er­höhung des Guldenkurses sehr stark gervachsen siird.

Twtzdem erklärt der Deutsche Tabakverein, in Rücksicht arrf die Finanzbedürfnisse des Reickies der Vorlage nicht widersprechen z»» »vollen und betv»»t, daß er die geivählte Form der Mehr­belastung der Zigarren-, Rauch-, Kau- »rnd Schnupftabakindustrie für das Rich>tige n»rd die vor geschlagenen Sätze als die äußersten rn ihrer Höhe betrachten muß.

lieber der» Zeitpunkt des Jnttaftttetens der Vorlage gehen die Ansichten in der Versammllmg auseinander. Ein Teil der Lür- wesenden glaubt, daß der gegemvärtige Zeitpunkt für den Eintritt der Mehrbelastung um deswillen der geeignetste ist, weck d»rrch den gewaltigen Bedarf von Heer und Marine an Tabakfabrikaterv trotz der notwendigen sehr starken Preiserhöhungen eine Vvll- besckjästigrmg der Tabakindustrie für die Dauer des Krieges nrit Sich.ttheit anz»mehmen ist, »rnd a»rckii nach Beendigacng des Krieges trotz des als Folge der eingetretenen Betteuerung anzimehmenden erheblichen Verbrauck^srückganges der flotte Beschäfttgungsgrad »n der Tabakindustrie noch stir längere Zeit anhalten wird, zurnal die notwendige Wiederausftillimg der stark zusamrnengeschmolzenen Fabrikanten- »rnd Händlerläger alsdanu ihren Einstuß aus die Anfertigung ausüben wird.

Ter andere Teil hält es ft'ir dringend erforderlich, daß das Inttafttreten der Erhöchmg des Wettzolkznsckckages so länge brnaus- geschoben wird, bis eine wesentliche Ermäßigung der Rohtabak- to'eise »rrrd der hrllmkdischen Valuta eingetreten ist. Tiefer Test nn'k»rsck?t deshalb, daß der Vorlage zwar z»rgestinrntt, der Zeitpunkt des Inkrafttretens der Erhöhimg des Wettzvllzuschlages aber den» BundeSrat im Benehmen mit der Tabakindustrie überlassen wird." Sichermlg des Kartofftlbedarfs.

Berlin, 1. Llpril. (Amtlich.) Nach den geltenden Be- stitnmnngen find die Landwirte verpflichtet, alle entbehr­lichen Vorräte auf Erfordern abzngeben. Durch ei»»e neue Bekamitmachnmg hat der Reichskanzler diese Pflicht der Kar- toffelerzeuger zur Ablieferirrrg ihrer Vorräte im einzelnen erläuttrt. Zu belassen sind dem Produzenten, sofern der Bedarf nicht geringer ist, lediglich: 1. hv-chstens 16 dz Saat- gilt pro .Hektar, 2. für jeden Wirtfckkaftsangehörigen IV» Pfd. Kirrtoffeln pro Kopf »rnd Tag bis zum 31. Juli 1916, 3. für Vieh, das schon bisher »nit Kartoffeln gefüttert wurde, .Höchsttattonen von 10 Pfund täglich ftir Pferde, 7 Pfirnd fitt Zugochsen, 5 Pfund für Zttgkiche, 2 Pfirnd für Schweine, solv'eit die Heeresverwaltung die Spiritt»serzengr»ng in Anspr-uch nhrant, die Karttoffcln fitt der» zugewiesenen D»»rch- sch»»ittsbra»rd, 5. Kartoffelmenaen, die a»» die Trockerrkar- toffelverwertttngsgiefellschast abzuliefern sind. Die Fittbe- »Tungsn»enger» sind fitt oie Zeit bis zum 15. Mai zu belassen.

Unsere Kartoffelvorräte sind völlig ausreichetrd urrd die Deckung des gesatnte»» Bedarfs bis zur nächster» Ernte ist in keiner Weise gefährdet. Wenn der Reichskanzler die vor- telye»»den Bestinirmrugen erlassen hat, so ist das nur ge­schehen, »r»n vornehmlich im Interesse der städttscben Verbraucher allen auch mrr zeitweisen Stocttrnge»» der Versorgung gegetrüber die stärkste überhaupt »»rögliche Siche­rung zr» schasse»». Der la»»dwirtfchaftlichen Bevölkerurrg »ver­den damit allerdings gewisse Opfer zrtgermrtet, die sie aber ziveifellos im Interesse und zun» Wohle der Gesatntheit gern ttagen »mrd. An einige»» Wochen, »venu die Weide--und !Grüw- fttterzeit beginnt, »vird übrigens die Beschränkurtg der Kirrtofielverfütterung »tickst »nehr sonderlich sckMer' emp- lttlbcii »verden.

Der Verbnnd Mitteldeutscher Industrieller

hielt am 30. Mürz in Frankfurt a. M. eine sel/r zahlreich be- 'uchtc Mitgliederversammlung ab. Nach einigen embntenden Worten des Dorsitzerioen. Konsul Zeiß-Beirder, über das n^eit- chickckigc mtb wickitige Th'nvr der .^kriegsgenünnstenet" erstattete Hcmdebskaimnersyndikus Dr'. Eratz -Osfenbach a. M. auf Grimd des lmdgültigen Entlourfs eines Gesetzes zur Besteuerung der Kriegsgewinne, wie er dem Reickistcv» vorgelegt und dem Reichs-- hausbaltsausschuß zur »veiteren Beratung überwiesen wurde, eine»» Nmsassenden Bettckft ül>er dieses Steuergesetz. Dr. Eratz, der den Verband Mitteldeutsckner Iirdusttteller in der vomKttegsans- 'chuß der deutschen Industrie" eingesetztenKommission zur Be­ratung des KriegSge»ton»»ste»rergesetzes" verttitt, I»atte sich zur Aus­gabe cTeftellt, die Haup1gr»mdsätze des Gesetzes, sttne Begriffe »md Bestin»mrnrgen kkarzrileg«» und sich zn tonrbmta» Ä'er einzelne Spezialfragen d»>s Entlvurfes, »velck^e die OefsenttiMeit viel be- stiastigt und die Presse be»mr»»higt lnrben (die Frage der steuerlichen Behandlung der realisierten sttllen Reserven wälwend des K'tteges, der Neun»»» cbafsungen zu l>vl>en .üäicgspreisen, der Besterrerimg der Rücklagen dirrch die Bundesstaaten u. bergt. mel>r). An den nrit lelchaftem Beifall ansge»»on»menen Vorttag schloß fid> eine sehr ge. Aussprarl?e, an der sich unter atrderem Iusftzrat Grünewald- Gießen beteiligte. Die nachstehe»rde, vom Bettchterstatter vorgc- ck)lagene Entschließirng nmrde einstinvnig a»»ge»»onrmen:

Der Verband Rtttt»kde»ttsck^r Industtiellec bekennt »ick» rück- lialtlos zu dem Grundgedanken des Entwurfs eines Kriegsge- »»nnnsteuergesedes »mbesckiadet der zu beanstandenden Mängel im Einzelnen, welck:e die zur Dnrchsülwung der leitenden Abftchten des G»fetzgeb»ns v orge sch lagen cn Bestimmungen ausiveisen. Es ist gerechtchrtigt, »-ah de» der steuert»chn» Deckung der iusolge des Krieges auß»wL>rde»ftnch gestiegene»» urrd noch steigerten ^lusgabcn