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4.3.1916 Zweites Blatt
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Die 4- llriegranleihe ist zu zeichnen.

Jeder kmm und jeder foH und jeder mutz zahlen!

Ter unvergleichliche Helden- und Opfermut unserer Väter und Brüder hat die Flut der Feinde, die in unser Vaterland einbrachen und es zu zertreten drohten, längst gestaut und in erstaunlichem Sieges­zuge in West und Ost und Süd weit in Feindesland zurückgedämmt, und ein Deich, eisenfest, ein Wall von Leibern, unbesiegbar und unbezwingbar, schützt uns Gut und Leben. Zerronnen ist der Feinde Zastlenivahn, ihr Bauen auf ihre zermalmenden Massen, ihre so heimlich, so fein gesponnenen Anschläge, alles elend zerronnen. Um ihres eigenen Besitzes Sicherheit drückt sie nun schon die Sorge. Zunichte auch der tückische, teuflische Plan, uns mit Weib und Kind jämmerlich anszuhungern, gescheitert an Gottes gnädiger Erntehilfe und an des deutschen Volkes einträchtigem, festem, entsagnngsfrohem Sieqes- willen. Längst ist der Hungerring durchbrochen.

Und doch noch immer nicht geben die Feinde ihre verlorene Sache verloren. Auf das schließ- ltche Versagen unserer Geldkraft, aus unseren Bankerott rechnen sie; daß unser Geldbeutel doch wird endlich den leeren Boden zeigen müssen, das ist der Gedanke, an den sie sich in ihren Mißerfolgen und Niederlagen auf allen Fronten noch immer klammern, dabei noch immer in tönender Phrase mit ihrer Siegeszuversicht die Welt belügend. Sie freilich haben für Kriegsrüstung Milliarden ins Ausland werfen uiüssen, haben dazu mit Unsummen Genossen ihres Verbrechens ködern müssen. Wir haben durch unserer Waffen Sieg uns Bundesgenossen zugesellt und haben unser Geld im Lande behalten. Un­erschüttert, noch mit Vollkraft arbeitet unsere Wirtschaftsmaschine. Was unser Volk dem Staate bisher geliehen, fließt in gleichem Rundstrom immer wieder in die Taschen aller Bevölkernngskreise zurück. Nicht ärmer sind wir während des Krieges geworden.

Nun ist die 4. Kriegsanleihe zu zeichnen.

soll d;e 4. RriegsMt!vlhe? Sie soll unsere Lieben da draußen mit allem Erforderlichen versehen, soll ihnen Herz und Sinn und Kraft stählen, sott unserer Heeresverwaltung reichlrch die notwendigen Kriegsmittel gewähren, damit nichts fehle, was zum Siege dient.

af ß&CE ttod) ftlicl tlicl Soll etwa ein minderes oder auch nur

mäßiges Ergebnis dem Feinde seine Hoffnung neubeleben, ihm den Rücken stärken, unseren Feld- grauer: aber den Sieg erschweren, ihre Anstrengungen, Gefahren und Opser vermehren und ver- langern? Nein!

Schlagen sM sie den ^ydtib,

bic letzte Säule seiner Hoffnung soll sie ihm arnriiitimg-n, zeigen soll sie ihm, daß wir, je länger der Kricq dauert, je mehr MiNiarden aus der Erde Ünmvsen, soll ihm und aller Welt mir »n qeheuren Z^h^en^b eweisen, daß die aus deutsche» auf deutsche Ordnung und auf deutsche Opser-

freudigkeit gegründete deutsche Geldkraft nie versaqen u nd niemals versiegen kann. Eine Riesengctdschlacht nilt ks fiir u»sDa«,eim7ebIiebcez schlagen u.eincnRicscnsiegzuaewinnenI ber wie wxchtigcr K«-,,,«n?ch!aa dem Fciuvc auch den letzte » Halt zerschmettert, itm aus icinc» r»ü»e» reifit und ihn die hartcWatzrdcit endlich beftrSfUiinv l'ckcnncn rätzt:Unbc ?,wi,>abar ist Teutkcklaud:

^Wieviel Geld wird noch heute vertan! Wollen wir Wohlleben, können wir denn überhaupt genietzen, wahrend Tausende und Abertausende da draußen darben, kämpfen, sterben für uns?

Heraus mit den silbernen Kugeln, heraus mit all dem Geld, das nur dem Gennffe, nicht dem Leben dient! Dem Vater­land gehört es in dieser entscheidnngsvotten Stunde.

Und nicht einmal opfern sollen wir es, nein, nur jetzt für den Augenblick es uns entziehen und dem Vaterlande leihen zu unserem Besten und dazu zu eigenem, nicht unbeträchtlichem Gewinn.

Jeder mutz zahlen, auch der Kleinfte, jeder kann zahlen!

Auf hundert Mark lautet das kleinste Stück der Anleihe. Aber auch für den der keine hundert Mark aufbringcn kann, ist an vielen Orten Gelegenheit geschaffen, sich zu beteiligen. ' Wo es noch nicht geschehen ist, möge man diesem Beispiel folgen! Schulen, besonders eingerichtete Zahlstellen Ber- trauenSmänner, Genoffenschaften jeder Art, auch Sparkassen können solche kleinen Einzahlnuaen ent­gegen nehmen, sie auffammeln und die Summe in Kriegsanleihe anlegen, deren hoher Zinsfuß aus diese Weise den einzelnen Zahlern direkt zugute kommen soll. Ganz in gleicher Weise können Sparvereine wie sie jetzt schon vielfach bestehen, verfahren, Vereine jeder Art können aus ihren Mitgliedern kleine Spar- genoffenschaften bilden; Spielklubs und Kränzchen, die an jedem Ort in großer Zahl vorhanden sind und von denen viele für irgendeinen gemeinsamen Zweck, einen Ausflug, eine Reise oder dergleichen' aus kleinen Beträgen, Spielgewinnen u. dgl. ein paar hundert Mark sammeln, können jetzt statt dessen Rcichs- anleihe erw«rben. Ucberall wird sich ein allen zusagender Weg finden laffen, soweit es sich darum handllt,

,«dem Bete,!,gten zu einem angemessenen Zeitpunkt seinen Zins- und Kapitalanteil wieder zukommen zu laffen.

Man wende nicht ein, es handle sich da überall nur um Kleinigkeiten. Bei der dritten KrieaS- anlethe haben im ganzen Reich 246000 Schüler höherer Schulen über 3l Millionen Mark aufgebracht. Zn einzelnen Kreisen, wo die Arbeit besonders rührici war, sind überraschende Ersolae erzielt worden. In einem kleinen schlesischen Kreise wurden bei der zweiten Kriegsanleihe über 140000 Mark, bei der dritten fast 179 000 Mark allein durch die Schulen gezeichnet. Ein ähnlich gutes Verhältnis für ganz Deutschland würde zu ganz unerwartet hohen Ziffern führen. ' J 5

. Biele Wenig haben noch immer und überall ein Viel gegeben. Und jetzt werden sie ein riesiges Viel geben, wenn jeder voll nnd ganz sein- Pflicht tut. Jeder sei sich seiner Mitverantwortung bewußt, keiner zahle, bloß um gezahlt zu haben. Jeder lege sich freiwillig und freudigen Herzens Etnschrankungen auf. Die Einschränkungen, die wir tragen, sind ja ga«, winzig gegenüber dem, was unsere Braven im Felde täglich und stündlich für uns opfern gegeuüber dem Elend aber, vor dem unserer Führer Scharfsinn und Tatkraft und unserer Bruder Mut und Blut uns bewahrt hat, sind sie nichts, rein gar nichts!

Nicht Almosen leidet die Größe des Siegespreifes, nicht lässiges Spiel, nicht Wohltätigkeitssport,

sondern bewußten, kräftigen Verzicht erheischt sie und volles Anspannen der äutzersten Kraft im Geben.

Groß gehungert und groß gedarbt hat sich ja das deutsch- Volk. Es wird auch jetzt sich abkaraen können, was Sieg und Grütze des Vaterlandes fordert. ^ b

Zum Zeugen und Mitvollzieher einer großen Zeit ist jetzt jeder Deutsche geweiht. Was wir heute erdulden und erstreiten, wird Segen für Hunderte von Generationen, Unfeaen aber, was w»r heute versäumen. Hnndertsache Verantwortung trägt jeder! -

Ueberaü im deutschen Land, von den Alpen bis zum Meer, in Stadt und Land, rüstet sich schon das ganze deutsche Volk ,n allen Schichten und allen Lebensaltern zu dieser Riesenschlacht, sammelt im stillen alle Kräfte und holt aus zum ungeheuren Schlage.

Dast er mit deutfchcr Sicherheit und deutscher Wucht, w ie Wetterschlag, zerschmetternd, vernichtend, entscheidend treffe, dazu stehe jetzt jeder g a n z seinen Mann.

Dann kann die 4. Kriegsanleihe unsere Siegesanleihe werden.

Wer zahlt, was er kann, hilft mit zu Sieg und Frieden!

Wer nicht zahlt, was er entbehren kann, verlängert den Krieg!

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