ffttfettfctt iu Sofia.
m , 30- März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der
^mrg^Tscht'n Telegraphen-Agentur. Generalfeldmarschatt Von Mackensen ist heute mittag aus Konstantinopel hier Eingetroften und wurde im Bahnhof von Vertretern des Hofes empfangen. Der Generalfekdmarschall fuhr zmn tomgllchen Palaste, wo er als Gast des Königs abstieg. Um mittags nahmen der König und der Generalfeldmarschall gemeinsam ein Frühstück ein, worauf Mackensen den Besuch des Ministerpräsidenten Radoslawow emp- Mg. Um 6 Uhr abends reiste Mackensen ins.Hauptquartier üb. Der König begleitete ihn zum Bahnhofe.
Kritik des Luftdienstes im englischen «NnterhanS.
London, 30. März. (MTB.) Unterhaus. Billing 1 erneuerte seine Airgriffe aus die Regierung wegen der unge- ' nugenden Borrehrungen für den Luftdien st. Er wies an vielen Emzekheiten nach, daß viele der eingestellten Maschinen schr seiahrtich seien und sagte, daß nach einer unvollständigen .Lifte 150 Fllegeroffizrere als getötet, 160 als verwundet und -über 105 als vermißt gemeldet worden seien. Die meisten Flieger, dw gchallen wären, könne man üls Fokker-Futter bezeichnen; {He seren fast alle herabgefchosfen worden, da die deutschen 'Maschinen ihnen unendlich überlegen wären. Ob- rwohl man die besten Maschinen der Welt haben könnte, die' deutschen Flugzeuge weit übertreffend, kaufe nran aeronautischen Schund zu Tausenden, bestelle bei der Royal Aircraft Factory Flugzeuge mit unzuverlässigen Maschinen, die nicht einmal ge- vrüft worden seien und schicke damit die Piloten in den Tod. Es würden Flugzeuge benutzt, an derrcn Maschine und Propeller ^orne seien, so daß der Pilot weder sehen noch schießen kann. Die Bewaffnung war in einem Falle ein Revolver, in einem anderen ein ^ Winchester-Revetiergetvehr. Billing sagte, britische Flugzeuge würden unbewaffnet nach Frankreich geschickt, und dort versuche ein Schwvdronsschmied, sic in Kriegswaffen zu ver- wandeln. Es sei schlimm genug, daß die englischen Maschinen Nur 80 Meile,: in der Stunde zurücklegen würden, während die Fokkermaschinen 110 Meilen machten: aber nach ihrer Bewaffnung sänke die Schnelligkeit der englischen Maschinen auf 68 «Mellen.
In der Aussprache sagte,Sir W. Gelder: Wenn die Städte
, per Oftkuste unverteidigt blerbeir und die Deutschen es erfthren, .so würden, einige einfach vom Erdboden verschwinden. Lunch «Rationalist) sagte, die englischen Luftschfffbauversuche seien alle tehkgeschlagen Dogge lLiberal) sagte. Billing. h.be dem Dause so wlel Material geliefert, daß man die Dinge nicht lassen könne wie bisher,. Tennant sagte: Wenn Asquith zurückkehre, werde er rhw eine Konrnriffion Vorschlägen, um die Angaben Billings zu p rissen, , .
Der Secfrfeg.
din englischer Bericht über das letzte Gefecht in der Nordsee.
orrr " 0 ud on, ,30. März. (WTB.) Tie Admiralität teilt mit. alle untere Schiffe, bic an der Unternehmung gegen die deutsche Küste beteiligt warm, sind jetzt zurückgekehrt bis aus der: Torpcdo- ^erstorer^„Medusa', der untergegangen ist, nachdem die ganze Be- latzung ryn verlassen hatte. Während unsere Torpedobootszerstörer ßff stündlichen Vorpostenschiffen beschäftigt waren, wurden sie von Fliegern angegriffen, erlitten jedoch keinerlei Schade,:. Von den Durch liniere Schiffe versenkten feindlichen Torpedobooten sind fol- gende Gefangene, eingebrackst worden: 4 von „Otto Rudolf", 16 .von „Braniu chwerg". Am Samstag abend flnb unsere kleinen Kreu- Division deutscher Torpedobootszerstörer gestoßen, erner dieser Zerstörer ist vom Kreuzer „Cleopatra" gerammt und rn Grund gebohrt worden; von der Besatzung wurde niemand geratet. (2lnmerkung: Es hmchelt sich um das Torpedo- x a - ? e , uttstscheu anttllichen Bekanntmachung von dem Vorstoß zur Verfolgung der englischen Schiffe nach dem Fliegerangriff vom 25. März nicht znrückgekehrt ist.)
Zum Vntergans der „Provence".
c. 30. März. (Privattelegramm.) Tie ''5^rcffirrtcr Zrittmg meldet aus Gens: Wie wir von znver- laftr^r Seite aus Paris hören, gibt man im französisck-en Marine- Ministernnn letzt offen zu, daß an Bord des am 26. Februar im Mittelmeer versenktm französischen Hilfskreuzers „Provence" 4000 VLann waren. Tie Besatzung der „Provence" letzte sich zusammen aus dem Stab der 3. Kolonial-Jnfanterie-Ar- Ä o. Bataillon, der, 2. Kompagnie des 1. Bataillons, der ^^^^^briompagnw und noch einer anderen Kompagnie ' Uebevlebcnde tmtbrn nach Malta gebracht und ungefähr . 400 Gerettete mich Mrlvn. Der übrige, größte Teil der Besatzung nt untergegangen
Winnes bei der Preisgestaltung zugelaften. Dem Käufer ist die Möglichkeit geg-sben, einen zivilrechtlichen Anspruch aus Preisminderung gegen den BerMrser zu erzielen. Die Geltendmachung der Ansprüche erfolgt vor einem Schiedsgericht. Die Schiedsgerichte werden grundsätzlich bei amtlichen Handelsvertretungen gebildet. 3fyre unparteiische Zu sammensetzung wird dadurch gewährleistet, daß der Vor- schende uud sein Stellvertreter von der Verwaltungsbehörde ernannt und zwei Beisitzer den Käuferkreisen angehören sollen. Auch auf die Beteiligung des Handwerks bei der Bildung des Gerichts wird Bedacht genommen. Bei den übermäßigen Preissteigerungen in Gegenständen des täg- licheii Bedarfs verbleibt die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung. Bei dem Verdacht einer Ueberteuerung hat der Vorsitzende des Schiedsgerichts der Staatsanwaltschaft Mitteilung zu machen.
Die Auseinandersetzung in der Sozialdemokratie.
Im „Vorwärts" veröffentlichen der Vorstand der Sozialdem-okratischen Partei Deutschlands und der Vorstand der Sozialdemokratischen ReichS- bagsfraftion eine Ansprache an die Parteigenossen, worin es heißt: Die Sonderfrattion nimmt für sich das Monopol auf eine selbständige grundsätzliche sozialdemokratische Politik in Anspruch. Hierüber wird der nächste Parteitag zu entscheiden haben, der ohne Zweifel bestätigen wird, daß eine sozialdemokratische Partei, die die Notwendigkeit >er Larrdesverteidigirng anerkennt, nicht anders handeln dürfte, als die sozialdemokratische Reichstagsfratlion in der Krregszert gehandelt hat. Wer das Austreten der 18 un- befangeil beurteilt, der wird unserem dänischer: Druderorgan recht geben, das als Folge der Spaltung eine Schrväche des Einflusses der SoziaL-envotratie auf den Frieden und eine Verlängerung des Krieges befürchtet.
Berlin, 31. März. (WTB. Nichtamtlich) Wie verschiedene Morgenblätter aus Güstrow meiden, wurde im Mordpro.es; Kallas gegen 12 Uhr nachts das Urtell gefällt. Olga Kallies wurde wegen Beihilfe zum Morde zu 6 Jahren Zuchthaus und 6 Jahren Ehrverlust verurtellt. Vier Monate werden auf die Untersuchungs- Hast angerechnet. Der Angeklagte Thies wurde freigesprochen und sofort aus der Haft entlassen. Der Staatsanwalt hatte gegen Olga Kallres 10 Jahre Zuchthaus beantragt. Tie Angellagte brach b'N der Urteilsverkündung völlig zusammen.
Hamburg, 30. März. (WTB.) Von 23 großen wirt- schaftlrch am Außenhandel beteiligten Firinen ist folgender Antrag an den Reichskanzler gerichtet worden: Die Reichsreaieruna wolle mit Rücksicht aus die von unseren Feinden in Aussicht genommenen, bezw. von ihnen schon durchgeführten Maßregeln, die nicht allein unsere politische Machtstellung, sondern auch unseren Außenhandel und unser blühendes Wirtschaftsleben bedrohen, eine Registrierung der deutschen Forderungen an feindliche Ausländer veranlassen und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, damit sie der Reichsregieruna eine volle Uebersicht über die geschädigten oder gefährdeten deutschen Interessen gestatten und damit sie für diese bei Friedensschluß von den feindlichen Machten vollen Ersatz in Form von Faustpfändern und anderen Bürgschaften fordern kann.
Mer über das gesetzlich zulässige Maß hinaus Hafer, Mengkorn, Mischfrucht, worin sich Hafer befindet, oderGerste verfüttert, versündigt sich am Vaterlande!
London, 30. März. MTBO Meldung des RMdnPckvn Bureaus Wie Mstgeterlt wird, fit der Tmntsser „Kilbribe"l E 1. März versenkt worden. Der Tampftr „Savinia A t f*. $ si esuu ken. Tie Mannschaft ist gerettet worden. , Der Mafchmist ist verwundet.
^.9* lWTB.) Noch einer Meldung von
Llotzos Agen^r ist der russische Schoner ,F)ttoman" gesunken. Ern Sckpffer und neun Mann sind gerettet worden. Bei dem Untergänge des holländischen Dampfers „Duiveland :ft die ganze Besatzung gerettet worden.
London, 30. mm- (WTB.) Lloyds meldet: Ter britische Schoner „Montrvse" ist gestrandet; er gilt als verlorm. Me Besatzung wurde gerettet.
Aus dem Reiche.
Eine Verordlmng über Süßstoffe.
Berlin, 30. März. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat durch eine am 1. April 1916 in Kraft tretende Verordnung den Reichskanzler ermächtigt, weitere Ausnahmen von den Vorschriften des geltenden Süßstoffgesetzes zuzulassen. Von dieser Errnächtigung wird insoweit Gebrauch gemacht, als Zucker lediglich zu Germß zwecken verbraitcht wird, als Nahrungsmittel aber nicht in Betracht kommt. In Aussicht genommen ist vorerst die Freigabe von Süßstoff für die Herstellung von Limonaden Die Kontrolle des Verbrauchs und der Verteilung des Süßstoffs wird durch eine noch bekanntzugebende Zentralstelle erfolgen. Der Preis des Süßstoffs, welchen die Verbraucher zu zahlen haben, wird voraussichtlich den: ieweili gen Zuckerpreis entsprechend festgesetzt.
Die Preise für Web-, Wirk- und Stricklvaren.
Berlin, 30. März. (Amtlich.) Der Bundesrat hat eine Verordnung über die Preisbeschränknnaen bei Ver- taufen von Web-, Wirk- und Strickwaren erlassen. Dre von den Stellvertretenderi Gerreralkommandos gleichzeitig mit der Beschlagnahme der Textilien ain 1. Februar erlassene Bekanntmachung betzeffend Preisbeschränkungen im Handel mit Textilien soltt den wucherischen Preistreibereien beim Berkcnrf von Textilwaren in den: Augenblick der BeschlaNiahme einen wirksamen Riegel vorschieben. Sie hat ihre vorläufige Aufgabe erfülltt Bei ihrem Erlasse war von vornherein klar, daß sie dauernd in vollem Umfange nicht würde aufrecht erhalten nierden können. Die nuiiniehr ergangene Verordnung des Bundesrats hält grundsätzlich daran fest, daß eine etwaige Knappheit an Textilien nicht zu preistreiberischer Ueberteuerung ausgenutzt werden darf. Andererseits ist eine Berücksichtigung der tvachsenden Ge- fteyungskosten und ein Zuschlag des angemessenen Ge-
Aus Stadt und Land.
Gießen, 31. März 1916. Gießener' SänglingSheim.
Aus dem Jahresbericht 1915 des Gießener Säuglingsheims geben wir auszugsweise folgendes wieoer:
durch den Völkerkrieg sich auch in Deutschland besonders fühlbar waä>ende Geburtenrückgang läßt es begrefflich ersä-einm, daß allen mit der Wege und der Erhaltung von Säuglingen zusammenhängenden Beitrebungen zurzeit ein reges Jnlermfe zu gewandt wird. " 3
Die Wichtigkeit dieser jetzt allseits cinsetzenden Bestrebungen rn Gießen sck>on verhältnismäßig frühzeitig eikannt und chrer !Dedeutung u. a. durch die Errichtung des Gießener r 9 • n $£ P und der mit ihm verbundenen Milch- kn che rm Mar 1908 Rechnung getragen. Das Gießener Säug- lingsheim blickt demnach im laufenden Jahre bereits auf ein achffahnges Bestehen zurück.
, Seit seiner Gründung im- Jahre 1908 ist das Säuglin-^^ herm :n dem der Stadt Gießen gehörigen Hause, Wetzsteingasse 43 untergebracht.
Der untere Stock des LiauptbauS sind die Mlchkückie und Kindermilch^ ^pulraum, sowie daS Ausgabezimmer für die
Im Keller befindet sich der mit einer Berieselungs- bezw. Abkühlungsanlage versehene AufbewahrumMaum für dw fertigen Mckchmifthnngm und sonstigen Diätformen, in der rechten Halste des Erdgeschosses die durchwegs elektrisch be- läge mit dei: nöttgen Trockenvorrichitungen.
Der mittlere Stock des Hauptbaus entKilt die W i r t s ch a f t s- raume sowie fernerhin Schwesern- und Schü eckNnenzimmer usw Au dem SeitenflügÄ liegeii 2 größere Säuglingszimmer (ca.
O.uaoratme1er) nebst nnem Reinen Vorraum mit vorgelagertem Badezimmer.
Die an das Säuglingszimmer angebaute Veranda ist mit ernem Sommerdache versehen und lvird bei geeigneter Witterung als Liegehalle benutzt. Zu dem gleichen Zwecke dient ein Neines Dausgärtchen.
Die übrigen 4 Säuglingszimmer (ea. 93 Quadratmeter) liegen im zwecken Stock des Hauptbaus. Sämtliche zur Aufnahnre von Sauglingm btctienbeu Räume sind einfach gehglten; sie ent sprechen aber bei richtiger Belegung den hygienischen Anforderun gen.
Für jeder: Pflegling ist auch bei stärkster Belegung ein abwaschbares, weiß eniailliertes Bettgestell mit herabklappbaren Sertenwändeu vorhanden. Es stehen fernerhin zur Vermeidung von K'rankhätsübertragungen eine ausreick>ende Anzahl von Bade- wannen ,owie für jeden Säugling ein besonderer, luftdicht verschlossener, numerierter Emaitte-Windeleinnw zur Verfügung Auf ebenfalls abwaschbaren Bretterii sind für jc^es Kind seine eigenen TollettenMeiisllien, die zur Reinigung der Augen, der Nase und Ohren nötigei: ^Gerätschaften, sowie fenrerhin eine mit Glasdeckel versehene Glasschale mit dem Sauger und endlich ein mit anti- stptischer Flüssigkeit angefülltes Glas-Standgefäß mit den: Thennometcr untergebracht.
... ö^r für jeden Pflegling aiigelegünr und an leicht über- ffchtlicher Stelle angebrachten Tal>ekc loerden die täglichen Mes- fflttgen, das leweilige Gewicht, die Zahl der Entleerriiigen. ettvaiges Erbrechen oder AiAchüttm der Kinder, sowie die Quantität und die Qualität ihrer Nahrung jeden Morgen vor der ärztlickien Visite ausgezeichnet. Be: Erkraiikungen der Kürder kommen fernerhin entsprechende Einträge in die Kurven.
Zur Pflege der Säuglinge auf beit einzelnen Stationen Urnen 4 geprüfte S äu gl i n gs s ch w e ste r n und außerdem noch ^ Schülcrimien zur Verfügnug. Die Schü^erinnei: nrüs'en sich im Säuglingsheim einem einjährigen prak1isck>en und theoretischen Lehrgang m der Säuglingspflege unterziehen.
In dem abgelaufenen Jahce 1915 ivaien nun im ^oaugiings- nn ganzim 102 Ki-Wer mit 12 934 Verpflegungstagen un:er- gebracht. pie Zahl der aufgenommenen Sä:»<stinKe war im Ver- 6ib:ch zu den früheren Jahren fast eine ebensogroße, trotzdem die Anstalt wegen einer Keuclchustenepidemie für Neuaufnahmen voll- ftandrg geskstossen werden mußte. Auch späterhin mußten wegen zu starker Belegung eine Reihe von Aufnahmegesuchm unberück- ffchtrgt bleiben.
<l* e Säuglinge wurden in der zweiten Lebenswoche
l10 Tag) ausgenommen. Bei einer nicht unieträchtlichen Anzahl handelte es sich auch um etwas ältere, schwächliche, darmkranke unö unterernährte Kinder, sowie fernerhin um Säuglinge von erkrankten, meist in die Kliniken verbrachten Mütter. Unter den Auwahnren befand sich weiterhin auch eine Reihe von Frühoelmrten mit einem Äcindest-AufnalMegewicht von I486 G amm. Dieiund- zwanzig der im Jahre 1915 aufseno.nmenen wirrer waren ehe- !'$ er ' ^^?oh"licher Geburt, so«ie 55 männlichen und 47 werblichen Geschlechts. In über 70 Fällen handelte es sich rn^^l^der von Kriegsteilnehmern. c ’^ ler Gesundheitszustand der Säuglinge war :m v»r- ffossenen Jahre — von der KeuchhuVenepidemie abge'ehen —
.durcliaus beftie^igender zu bezeichnen. LeÄer fie'en dieser Opidenne, welche trotz aller Vorsichtsmaß'vretn eixqechppp' wurde,
4 Kinder zum Opfer. Weitere Totes alle traren nicht im Berichts- lahr zu verzeichnen. Die Sterblich-eitszifser bellef sich demnach im >vahre 1915 im Säuglingsheim ank o f 9 Prozent.
Lrei wertere im Säuglingsheim bereits erkrankte und in die Minck perbrachte Kinder verstarben dort epenfatts an Keuchhusten, ffrnerhin noch ein 4. Kind daselbst. Rechnet man auch a £ e zu den Todesfällen im Säuglingsheim, so er- re:cht d:e Sterblichkeit trotzdem nur eine Höhe von 7,8 Prozent, Zahl, welch? im Vergleich zu der sonstigen Säuglingssterb- ltchkett nn Deutschen Reiche recht günstig ist.
Außer der Keuchlmstenepidemie sind frine anderen Krankheiten tem Bedeutung zu verzeichnen. Insbesondere kamen Magen-, Tarm- bezw. Ernährungsstörungen, die für die Beurteilung der Leffmngsiahigkert eines Säuglingsheimes einen Maßstab abgeben, iNsosw: nur ganz vereinzelt zur Beobachtung. Todesfälle an Ernährungsstörungen sirrd, wie bereits aus den obigen Ausfuhrmigen hervorgeht, überhaupt nicht vor- gekommen.
Dieses erfreuliche Resultat beweist einerseits, daß das Pfkege- trÜ? >J e ^Eige Asepsis in durchaus befriedigender Weift be- herrscht. Es ist fernerhin wohl auch darauf zurück^nführen, daß 2, seiimeife sogar 3 Hausammen zur Verfügung standen, und oaß auch, soweit es sich irgendwie ermöglichen ließ, die Mütter per :n das Heim aufgenommenen Kinder angehalten wurden, ihre Kruder nicht vollständig von der Brust abzusetzen.
. Der B e st a n d der Pfleglinge belief sich am Ende des Jahres auf 46 Kinder.
- üchen betrieb hat sich seit den letzten Jahren
nichts geändert. Die Herstellung der Sänalingsnahriing erfolgt unter der Leitung einer geprüften Milchküchenschwester. Es wird ^ der Milchküche nicht nur der Bedarf des Säuglingsheims her- gejtellt, sondern aus besondere Anordnung der Aerzte auch für St : n d er in der Stadt jede gewünschte Milchmischung oder chnstige Diätformen abgegeben. Die Prüfuwren der verschiedenen Sorten von Sänglingsnahirnng auf Sterllität erfolgt nach Bedarf L™ ^Untersuchungsamt für Infektionskrankheiten. Die Preise für hie Milchmffchungen sind sehr niedrig gehalten; es wäre daher zu wünschen, daß von dieser wertvollen Einrichtung für Kinder der Stadt noch in einem viel größeren Umfange gls seither Gebrauch gemacht würde. Verarbeitet wurden in der Milch- kuche un verflossenen Jalne im ganzen 12112 Liter Vollmilch.
Zum Schluß möge noch der Stadtverwaltung Gießen und den anderen hochherzigen Stiftern, welche wieder im verflossenen Jahre es dem Säuglingsheim durch Zuschuß von Mitteln ermöglichten, ferne Aufgabe zu erfüllen, herzlichst gedankt sein.
Dr. Bötticher.
** Auszeichnung. Leutnant d. Res. Behr wurde mit den: Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Leutnant Behr hat cei: Bewegungskrieg beim aktiven Ins.-Regt. 116 mitgemacht, wurde schon zweimal verwundet und befindet fick) seit seiner Be- owerung über 3 /i Jahve bei einem Regiment in den Argonnen.
L. U. Von der Landesuniversitütt Der ordent- 'iche Professor für Archäologie an der Landesnniversität Professor Dr. W a tz i n g e r hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Tübingen zum 1. Oktober 1916 angenommen. — Die ordentlichen Professoren an uns-erer öudovi- ciana Geh. Kirchenrat Dr. Gustav Krüger und Geh. Hofrat Dr. Dietrich Behrens blicken am 1. April, auf eine 25jährige Tätigkeit als ordentliche Professoren an der desuniversität zurück.
** Amtliche Persvnalnachrichten. In den Ruhestand ^ versetzt wurde am 29. März die Gefangenenauffeherin am Provinzialarresthaus in Darmstadt, Luise Renner, auf ihr Nach- luchen unter Anerkennung ihrer treuen Dienste mit Wirkung vom 1. April 1916. — Am 28. März ds. Js. wurde der Großh. Steuer- aufseher Karl Kaus zu Gernsheim vom Tage des Dienstantritts an :n den dSteneraufsichtsbezirk Butzbach versetzt.
** Die O st er Hasenspende f)at im ganzen in der Volksschule 360 Mk. ergeben, davon entfalle:: aus die Knabenschule 590 Spender mit 160 Mk. und auf die Mädchenschule 788 Spender mit 220 Mk. Es handelt sich also um rund 1400 Kinder, welche den Eltern gegenüber auf den Osterhasen Verzicht geleistet haben und den Betrag, den die Eltern für Ostergeschenke hätten aufweudeu müssen, freiwillig für die Kriegssürsorge geopfert haben. Ein Bravo den kleinen Bürgern und Bürgerinnen in unserer Stadt für die edle Handlungsweise.
** Kriegskinderspende des Alice-Frauen- Vereins Gießen. Wie schon früher an dieser Stelle bemerkt, hat die Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen eine Kriegskinderspende ins L-eben gerufen, durch welche alle Mütter, welchen nach dem 20' September 1915 (Tag der Stiftung) ein Kind geboren wurde und während der Kriegsdauer geboren wird, eine Zuwendung von 20 Mk. erhalten. — Um auch den Müttern, deren Kinder während der Kriegszeit voml. August 1914bis 2 0. September 1915 geboren wurden, mithin nicht in der Kronprinzessinspende berücksichtigt werden, eine Freude zu bereiten, hatte es der Alice-Frauen- Ber ein, unterstützt vom Roten Kreuz, übernommen, ihnen eine Zuwendung zu machen. Montag den 27. und Mittwoch den 29. d. M. wurden an 130 Frauen der Stadt Gießen je 10 Mk. bar und Lebensmittel im Werte von 5 Mk. geteilt. Alle waren hocherfreut und sehr dankbar. Damit ist die Spende des Alice-Jrauen-Vereins geschlossen. Die der Kronprinzessin geht bis zum Ende des 'Krieges weiter. 0 In ihr wurden bis jetzt 36 Frauen bedacht.
** F r e i z ü g i g k e i t s - B r o t m a r k e n. Eine amtliche Bekanntmachung im Anzeigenteile unseres Blattes verfügt die Einführung der schon kürzlich von uns erwähnten Landesbrotmarken für den Bezirk der Stadt Gießen. Die Landesbrotmarken, die zum Bezüge von 50 Gramm Brotware berechtigen, haben im ganzen Großherzogtum Gültigkeit und können in den Brotmarkenausgabestetten gegen die Müschen Brotmarken cingetauscht werden. Brot darf in liesigen Wirtschaften und Brotverkaufsstetten an Ein- 'wimische und Ortsfremde — auch Angehörige anderer Bundesstaaten — nur gegen Brotmarken abgegeben tverdcn. Die Landesbrotmarken sind von Wirten, Bäckern und Händlern zu sammeln und bei der Mchlvcrteilungsstelle einzu- tanschen. Selbstversorger können gegen Mehl bei den Bäckern und Händlern Landesbrotmarken eintauschen. Hierbei entsprechen 700 Gramm Mehl einer Brotkarte zu 1000 Gramm.


