«»S den britischen Berichten. H-obho use sagte, der Feind habe dänfig«: als das Kriegsamt es zugebe, erstaunlich richtige Angaben
gemacht.
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Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 24. Marz. (WTB.) Bericht das Haupt yuartiers:
An der Irak front bei Felahie versuchte eine feindliche Abteilung von ungefähr zwei Bataillonen unsere Vorposten auf dem rechten Tigrisufer anzugreifen, wurde aber nach einstündigem Kampfe zurückgeschlagen. — In der Nackü vom 21. März warfen unsere Flieger wirksam Bomben auf die Feinde in Kut-el- Arnara. In derselben Nacht griff eines unserer Wasserflugzeuge feindliche in der ^phalosbucht aus der Insel I m b r o S ankernde Schiffe mit Bomben an. Wir beobachteten, daß alle Bomben wirksam ihr Ziel erreichten.
Ein feindliches Torpedoboot füllte vier Segelschiffe mit über 200 als Räuber verkleideten Soldaten und landete sie unter seinem Schutze in der Ortschaft Keumir Dili auf dem Südostuser des Golfs von Clazomene. Aber auf den Angriff unserer zahlenmäßig schwachen Küstenabtcilungeu konnten sich die Räuber trotz des Schutzes _ des Torpedobootes am Ufer nicht halten und flüchteten eckig auf die Barken, wobei sie jedoch zehn der Bevölkerung gehörende Hammel Mitnahmen; darauf zogen: sie sich zurück. Sonst ist nichts zu melden.
Mackensen in KonftanLinopel.
Konstantin op el, 24. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Telegraphenagentur Milli. Generalseldmar- schall v. Mackensen, der den Auftrag hat, dem Sultan den ihm vom Kaiser Wilhelm verliehenen Marschallstab zu überreichen, ist auf dem Wege nach Kvnstantinopel gestern mit Gefolge in A dr i a n o p e l eingetroffen, wo ihm ein glänzender Empfang bereitet wurde. Mackensen besuchte in Adrianopel die Selim-Moschee und nahm an einem von der Stadtbehörde gegebenen Festmahl teil, bei welchem Aussprachen gehalten wurden. Die Bevölkerung bereitete dem Feldmarschall eine sehr sympathische Aufnahme. Mackensen trifft heute in Konstantinopel ein und wird vom Sultan in einer Sonderaudienz in Gegenwart von Enver Pascha empfangen. Llbends findet im Palais zu Ehren des Feldmarschalls eine kaiserliche Tafel statt.
Konstantinopel, 24. März. (WTB. Nichtamtlich.) Generalfeldmarschall v. Mackensen ist heute vormittag hier eingetroffen, um dem Sultan den ihm vom Deutschen Kaiser verliehenen Marschallstab zu iibcrreichen. Auf dem -Bahnhof fand großer militärischer Empfang statt. Unter Ederen waren Marschall Liman von Sanders, Vizeadmiral -Souchen und Vertreter der deutschen Botschaft, sowie des Sultans und der türkischen Regierung anwesend. Das Publikum begrüßte den Gast herzlich. Auch die türkische Presse -feiert die Ankunft des deutschen Heersi'chrers in Leitartikeln
Reichstagsfraktion, die sich aus 18 sozialdemokratischen Abgeordneten zusammensetzt.
Berlin, 25. März. Zur Spaltung der sozialdemv- krattschen Reichstagsfraktion stellt der „Vorwärts" fest, daß die zu Haase stehend? Minderheit von den Rechten der Fraktion ausgeschlossen worden ist, und daß. sich die 18 Köpfe starke Minderheit als besondere „Sozialdernokratische Arbeitsgemeinschaft" konstituierte. Es sei damit däs eingetreten,. was nach der Tiefe der Memungsgegensätze und vollends nach den Szenen: des gestrigen Tages unvermeidlich war. Mehrheit imb Minderheit würden nunmehr, ungehemmt durch die bisheriges Reibungen, ihre besonderen Auffassungen vertreten können. Die Parteitage der Zukunft würden zu entscheiden haben, mtlcfye Gruppe die Gebote der Zeit erkannt habe. Aus einer Erklärung der neuen Fraktion im „Vorwärts" geht hervor, daß. der Frak tionsbeschluß mit 58 gegen 33 Stimmen bei 4 Stiminenthat tungen gefaßt wurde.
Berlin, 24. März. (WTB.) Aus der sozialdemokr scheu Fraktion des Reichstages sind mit dem heutigen Tage 18 Mitglieder ausgeschieden und hüben unter der Bezeichnung „F r a t t i o u b er s o z ial d emo k ratis ch e n Ar- b e i t s g e m e i n s ch a f t" eine neue F r a k t i o n gebildet. Die Ausgeschiedenen sind die Abgeordneten Bernstein, Bock, Büchner, Dr. Oskar Cohn, Dittmann, Geyer, Haase, Henke, Tr. Herzfeld, Horn (Sachsen), Kuhnert, Ledebonr, Schwartz, Stadthagen, Stolle, Vogtherr, Wurm und Zubeil. Vor sitzende der neuen Fraktion sind Haase und Ledebour.
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Berlin, 24. März. (WTB.) Der Oberbefehlshaber in den Marken verfügte anläßlich des glanzenden Erfolges der vierten Kriegsanleihe, an der die M i t w i r k u n g der Schulen wiederum hervorragenden Anteil hat, daß morgen in Berlin und in der Provinz Brandenburg die Schule a u s f ä l l t.
Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlaude!
Gräuel in Armenien.
Konstantiuopel, 24. März. (WTB.) Meldung der „Agentur Milli": Amtlichen Meldungen zufolge nehmen die /armenischen Banden, größtenteils aus Armeniern ! bestehend, die aus der Türkei gebürtig sind und welche mit der russischen Armee zusammen operieren, ohne Rücksicht au lGeschlecht und Alter Muselmanen fest, die in den von der türkischen Armee aus militärischen Gründen geräumten -Gegenden zurückgeblieben sind. Sie sperren die unglücklichen Muselmane^i in die Moscheen der Dörfer ein und werbrennen sre darin lebendig. Gleichfalls wird Ertlich festgestellt, daß diese armenischen Banden im Einverständnis mit Kosaken auf den: Paß von Bitlis ungefähr 20000 Muselmanen ohne Rücksicht aus Alter und Geschlecht LMgebrachr haben.
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England und Italien.
^ Bern, 24. März. (WTB.) Der „Marina Meroantile ^ztalra" veröffentlicht eine Mitteilung seines Londoner Korrespondenten, wonach die englische Regierung beschloß, 7 0 Frachtdampfer der italienischen Regierung zur Verfügung zu stellen. Die Schiffe sollen nach italienischen Häfen sofort 350 000 Tonnen Getreide transportieren. Die italienische Regierung werde für die Schiffe die gleichen Frachtsätze bezahlen wie England für die remittierten Schiffe. Die englische Regierung verpflichtet sch, mit eigenen Schiffen Italien monatlich 50000 Tonnen Cardiff kohlen während der ganzen Kriegsdauer zu liefern. Die Kohlen find Wr die Staatseisenbahnen bestimmt
Der 5eekrieg.
Die Torpedierung des österreichisch-ungarischen Spitalschiffes „Elektra".
Paris, 24. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter bringen auszugsweise ein Schreiben des Marineminifters an den Minister des Aeußern, in dem an der Hand des Berichtes eines Tauchbootkommandanten die Torpedierung des österreichisch-ungarischen Spitalschiffes „Elektra" zugegeben wird. Der Minister teilt jedoch mit, daß nach dem Be- richt die „Elektra" nicht die vorgeschriebenen Zeichen geführt habe. Eine Untersuchung sei im Gange. Wenn sich die Richtigkeit der österreichischen Mitteilung ergeben würde, würden die notwendigen Verfügungen getroffen werden.
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( x (WTB.) Einer Havasmeldung zu-
folge ist das englische Schiff „Zelv o n g b a n-k" im Kanal rn der Nacht zum 23. März torpediert worden. Die Be satzung wurde bis auf den ersten Offizier gerettet „ ^"bon, 24 März. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter fche Bureau meldet: Der britische Dampfer „Fulmatt wurde versenkt. 18 Mann von der Besatzung wurden
Ans Stadt Mttfi» Land.
Gießen, 25. März 1916.
Aus dem Reiche.
. Das Ergebnis der «ricgsanleihe.
V e r l i n 24 März. (WTB, Amtlich.) Die Zeichnungen auf.die vierte Kriegsanleihe belaufen sich nach ven bisher vorliegeiiden Meldungen auf rd. 10 6 0 0 0 0 0 0 0 0 Mark. Teilanzeigen, die das Ergebnis noch etwas erhöhen werben, stehen noch aus Auch die ffcidzeichnungen und die Zeichnungen aus dem überseeischen Ausland sind darin noch nicht enthalten. Das deutsche Bolk brachte daniit für nrieaa zwecke m 26 Monaten gegen 36'/» Milliarden sVorf an langfristiger Anleihe auf.
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Eme Spaltung der sozialdemokratischen ReichSta^fraktion.
F r a n k f u r t a. M., 24. März. (Priv.-Tel.) Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Berlin vom 24. März: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion schloß nach der heuti gen Plenarsitzung den Abgeordneten Haase aus. Darauf bildete sich hinter dem Vorsitz von Haase eine neigte
Sonntagsgedanken.
„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben". Mit diesen alten Worten schließt Friedrich Schleiermacher 1806 eine geharnischte Anrede an Napoleon. Das war ganz die Stimmung der großen Patrioten jener Tage. „Deutschland ist immer noch da, seine unsichtbare Kraft ist ungeschlacht." Sie sahen die Rettung nicht, sie wußteu auch den ungebahw ten Weg nicht zu bezeichnen, der zu ihr führte. Auf uw- sichtbare Kraft vertrauten sie. In Gemüt, Geist, Wille lag diese verankert. Aus diesen Tiefen heraus tvird sie sich auch das sichtbare Eisen holen, an dem der „Mächtigste der Erde' zuschanden werden wird.
Es war ein wundervolles Schicksal, das die Erinne rungsfeiern an 1813—14 dem Weltkrieg unmittelbar voraus- gehen ließ. Mer wer in den herrlichen Augusttagen 1914 die Helden jener Bergangenheii auftief, der konnte leisem Zweifel wohl begegnen. Aus tiefster Not waren vor hundert Zähren die Flammen der Begeisterung ausgebrochen, die Lohe hatte sich entzündet an grimmigem Feuer der Trübsal. Nichts davon war 1914 zu spüren. Aus tiefem Frieden, e ??,'W er frohem häuslichem.Behagen wurden ivir
plötzlich aufs Schlachtfeld geworfen. Und die Rüstung, die wrr damals fast aus dem Nichts erst schaffen mußten, stand diesmal im voraus bereit. Lüttich, die Lothringer Sck)lacht, Antwerpen, Tannenberg uiid Masuren sagten es uns allen, wie herrlich dies Volksheer, Scharnhorsts mündig gewordenes Kmd, sich in Feuer und Blut bewährte. Wie anders das alles als damals ! Bedurfte es da wirklich auch für uns noch heute des Glaubens an unsichtbare Kraft? Bot nicht das Verttauen auf die sichtbare Bürgschaft genug?
Aber die Tage sind dahingegangen, die Wochen, die Monate ;^das Ende sehen wir nicht, dttrr eins tvird uns immer gewisser, es gräbt sich immer grausiger und immer stolzer uns in die innerste Seele: um Leben oder Tod, uni Sein oder Nichtsein ringen wir. Noch ist die Welt der Feinde nicht kleiner geworden und noch ist trotz allen Schlägen ihre haßerfüllte Leidenschaft nicht zur Besinnung gekommen. Schon reden sie, die hellsehenden Herren der Zukunft, vom Kriege nach den: Kriege, in dem Deutschlands friedlicher Arbeit für immer der Lohn soll genommen werden, der ihr vor Gott und Menschen gebührt. Ja wirklich, das Ende sehen wir nicht. ' ’
Wohlan, wir glauben wie damals an unsichtbare Kraft Und wie herrlich doch steht es um dies alte Erbgut deutscher Geschichte — herrlich, weil es Gemeingut aller ist, sein soll und sein kann. Die sichtbaren Mittel und Wege, die zum Ziele führen, kenneir wir nicht; die Zukunft erst wird sie enthüllen. Aber die unsichtbare Kraft des Willens zum Fiel ist unser eigenstes Eigentuni. Kein Kleinmut, kein Verzagen: das Herz fest in der Hand! Alles aufsteigende Zweifeln und Bangen zerdrückt in der Stzele! Ms zu Worten darf es sich gar nicht verdichten, und wo es sich von andern uns frevelhaft aufdrängen will, da Ohr und Seele verschlossen' Wir Horen nicht, well wir nicht hören wollen. „Deutschland ist unmer noch da seine unsichtbare Kraft ist ungeschwächt. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben." Eck
Zur herrschenden SeifenknappheiL.
Vom Kriegsausschuß für Oele uni Fette wird uns geschrieben- Seitdem eine gewisse Knappheit an Seifen emgetveten ist wird cen .HMisfrauen vielfach empfohlen, aus häuslichen Fettresteu vvfV ' K ^ 1t % ^ herzustellen. Dieser tvohl meinende
4 Unkenntnis der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen
bte Sundesratsverordnuiig vom 6. Januar 191b r,t nam rch die Verwendung von Fetten und Oe eu zur S iferr- hcrstellung verboten und darf nnr im Wege der Ausnahme erfolgen, wenn eine besondere Genehnn.gu.ug seitens des Reichskanzlers erteilt wird. Tie Hausfrauen werden daher mit daran tun, itire Fett- und Oelreste zu sammeln und diese einer Leisen fabrik, ivelche sich diese Genehmigung verschafft hat übet zu verschaffen in der Lage ist, zu verkaufen. Tie Sclbst- bereitung von Seifen im Hause ist schon aus dem Grunde unzu- laßig, weil hierbei das wertvolle Glycerin, welches in dm »ecken mthalten ist, nicht geivonnen werden kann und verloren Aa das Glycerin einer unserer wichtigsten Krügstohstvfst ist, bedeutet iede Vergeiwung dieses wertvollen Materials eine Beeinträchtigung der Landesverteidiming.
Mit den geringen Vorräten an vorhandenen Seifen sollte m ocm Haushaltiingen heute auf das sparsamste gewirt- schaf te t »verden. Noch immer wird bei der Wäsche in u n- verantwortlicher Weise Seife vergeudet, in vielen wird lwchwertige Kernseife oder
,n d«nen der angesttebte Zweck ebensogut durch Verwendung eines villig-en Waschpulvers erreicht werden kann. Vor allem aber sollte gegenivartig ganz davon abgesehen iverden, Seifen oder
Seifenpulver zum Reinigen von Geschirr und züu Scheuerzwecken zu verweiiden. Für diese Zwecke sollte ausschließlich warnie Sodalösung benützt werden, die hierfür dieselben Dienste leistet, wie die wertvolle Seife.
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** Auszeichnung. Der seit Kriegsbeginn im Felde stehende Vizefcldwebel Heinrich Bel lost im Jttianterie-Regiment Nr. 117 wurde am 15. März zum Offizier-Stellvertreter ernannt. Ihn wurde schon im Sepleinber 1914 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Am 4. März 1916 erhielt er die Hessische Tapferkeitsmedaille.
Aintliche Personalnachrichten. Die Groß- Herzogin hat am 18. März lid. Js. dem Pfarrer Heinrich Z i l l e s zu Niluhorn die evangelische Piärrstelle zu Seligenstadt cmd dem Pfarrer Ludwig Wörißhoffer zu Maulbach die evangelische Pfarrstelle zu Wonsheim übertragen. — Die Groß- h erzog in hat ani 18. März den Kreisamtsgehilseu bei deui Kreisamt Dieburg Jakob Gauß zum Bureauvorsteher eines Kreis- ansts und deii Anwärter für das mittlere Verwaltungssack Friedrich Wagner aus Altenstadt zum Kreisamtsgehilseu eriiannt — Die Groß Herzog in hat am 11. l'd. Mts. dem Vorstand der Reichsbankslelle Darinstadt, dem Kaiserlichen Bankdirektor Wil- helin O s f e it berg zu Darmstadt, das Ehreiikreuz des Nerdiellst- ordens Philivps des Großmütigeir verliehen. — Der Groß- Herzog hat den: Postagenteu a. D. Peter A l b r e ch t in Groß- Äinternheiin das Allgeiueine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Fiir treue Dieuste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen vcrlieheii.
** Stadt th e ater. Aus dem Stadttheaterbureau wird initgeteilt: Tie beiden Aufführungen des morgiigeu Sonntags — nachmittcijAs die „Ehrie"' bei VoMpreisen, abends „Das G lücks mäd ebei kleinen Preisen — sind die letzten Aufführnngen dieser Stücke. — Am Mittwoch, den 29. März, findet ein eimnaliges Gastspiiel des „Ober- bayrischen Bauerntheaters" nnt dem neuesten Bauernschlvank von Real u. Ferner „Die geheimnisvolle B a b e t t e" statt, in dem Frau Anna Dengg die Hauptrolle chbt. Wir kommen auf das lustige Stück, das laut vorliegenden Besprechungen überall einen dürchschlaFsnden Erfolg erzielt hat, noch! zurück. Vorbestellungen werden an der Theaterkasse in den Geschäftsstnnden angenommen. — Wegen Erkrankung von Frl. Feldermann spielt Frl. Erna F r i e ^ e vom Neuen Theater, Frankfurt a. M., in der morgigen Vorstellung die Titelrolle in „Glücksmädel".
’ ** Im Oberhess is chen Kunstverein gelangten in der Ausstellung der deutsch-öfteareichischen Künstler 32 Bilder neu zur Ausstellung. Unter diesen befindet sich eine Sammlung Aquarelle des bekannten Aquarellmalers E. Z etsche-Wien. Sämtliche Mlder bleiben nur noch 14 Tage ansgestellt. Die Ausstellung der deutsch-österreichischen Künstler wandert sodann nach Kiel, die Saurmluirg Zetsche nach Frankfurt.
** Arbeiten von Verwundeten. Seit einigen Tagen ist im Schaufenster des Llusstattungsgeschäfts von Fritz Nowack eine Ausstellung von Arbeiten Benvundeter zu sehen. Neben den: bunten, küustlerischeii Mld, das das Auge erfreut, ist es Bewunderung Und Rührung, die diese Ausstellung besonders anziehend machen, denn alles dies' ist von beu Männerhänden unserer .Kriegsverletzten verfertigt, ja ost wurden diese bunten Mnge gar nicht mit Händen, sondern nur mit einer Hand gearbeitet. Der Zweck und Sinn der Ausstellung aber ist der, daß gezeigt werden 'oll, wie mit einer einfachen und leicht zu eÄernenoen HanÄ- 'ertigkeit, die bis jetzt nur sehr einförknig geübt wurde, vielerlei hergestellt werden kann. Zugleich soll sie eine An- regung zu weiterem Schaffen in den' Lazaretten geben, für die diese Arbeit wie keine zroeite geeignet ist, infolge ihrer Leichtigkeit, sröhlichen Bunchett und vor allem Lärmloftg- !'eit und der Möglichkeit des Arbeitens mit einer Hanii. Die ausgestellten Gegenstände, die sämtlich im Lazarett Siechenanstalt, Station Dr. Klein, U7tter Leitung von Hilfsschwester Freifrau v. Fritsch hergestellt jovrden ind, werden gerne aus Bestellung angeferttgt. Der Preis, der infolge von Aendernngeu des Materials und feiner Kosten nicht für ständig feststeheir kann, wird auf Anfrage: zuvor genau ausgerechnet.
** N ochnrals eine Z iehharmonika- Au§ dem Osten geht uns solgeirde Bitte zu: ,^Jm Namen mehrerer! Oberhessen (auch Gießener) erlaube ich mir die höfliche Anrage, ob es Ihnen möglich ist, uns durch eine kleine Notiz eine Ziehharmonika zu verschasfen. Vielleicht gibt es in unserem lieben Oberhessen einen gütigen Spender. Das Jn- trninent soll uns unsere freien Sttinden im Schützengraben verschönern helfen. Sage Ihnen iin voraus herzlichsten Dank." Wir sind gerne bereit, eirkem wohlmeinenden Spender die Adresse der mnsikliebenden Laudsturnnnänner cm- zugeben.
** Kriegskinderspende des Ali ce-Frauen- Vereins Gießen. Die Anszalilung der Spenden erfolgt: für die Namen A—M Montag, dm 27. März, nacl^ii. von 4—6 Uhr, iir die Namen M—Z Mittwoch, den 29. Mürz, vorm, von IOV 2 bis 12V 2 Uhr, im Geschäftszimmer in der Alten Klinik.
** Ein Vo rtrag über Fragen der Frühjahrs- b e st e l lang findet am Sanistag, deii 1. April 1916, nachmittags 2 V 2 Uhr, im Saale des Hotels Gwßl-erzog von Hessen statt. Prozessor Dr. 5tteberger wird, diese jetzt überaus wichtigen Fragen erörtern. Näheres im Anzeigenteil.
** Rhein-Mai nis cher Verein für Bevölke- rungs Politik. Am Donnerstag, den 30. .Mürz halt Pros. Tr. E. Opitz eiiren Vortrag über Krieg Geburtenrückgang, eine Mahnung tzir Deutschlands^ Zukunst.
, ** Der Verein der Hausbesitzer hielt am 22. d. M.
im Hotel Schütz seine ordentliche Jahresversarnmluug unter dem Vorsitz von Herrii Fabttkant Inderthal ab. Aus den: von dem Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß trotz des .Krieges der Verein eine gedeihliche Weiterentwicklung erfahren hat. Außer der Förderung der ürtlick-eri Angelegenheiten) betrieb der Verein in Verbiridung nrit dein Landesverband eine rege Tätigkeit im Interesse des gesaniten hessischen Haus- und Grimdbesitzes durch Eingaben uiid Verhandlungen mit Mini- sterium und Behörde, die u. a. die Herabsetzung der Steuern bei Mietsausfällen, die Besteuerung nach dcnn Ertrag, Ermäßigung des Umsatz- und Hypothekenstempels bezweckten: auch die Bc- tttebung eine Hausbesitzerkammer für das Großherzog- tmn zu errichten, Ixit der Verein unterstülü. Am Schlüsse des Jahres zählte der Verein 510 Mitglieder. Tie Kasscnabrechnnng, du einen Vermügensbestand von 3758.99 Mk. am 1. Januar 1916 auftoeist, wurde richtig befunden uiid von der Versammlung genehmigt. Bei der darmif folgenderi Wahl für 1915/16 rvurdcn die Herren Hamann, Inderthal, Kann, Launspach Raab, Schneider und Sil bereisen tvieder und Herr von M ü n ch 0 !v neu in den Vorstand geivählt. Eiw Ansraga aus der Versammlung betreffs Instandhaltung der Wohnimqen wurde dahin beantioortet, daß sich mit Rücksicht auf die ungünstigen Zeitverhältnisse, mangels geschulteir Personals mid geeigneter Rohstoffe auf die notwendigsteii Ausbesserungen beschränkt werden müsse, dabei dürste auf die Einsicht der Mieter zu rechnen sein. Der übrige Teil der Verhaudlungeii befaßte sich im wesent^ licheu mit der geplanten Ostündung einer Trenlimidgeuoffenschast, toelcher die Aufgabe zufalleii soll, die Bmvccktnng des notleidenden Haus- und C^nnidbesitzes, die Bermittlinig von Hyvotheten und deren Bürgschaft, die Einigung von Gläubiger und Schuldnec- bei Kündigniig von Hypotheken u. a. zu besorgen uird dainit Verbauen und Beruhigung in das Hypothekengefchäft zu bringen, nutz hofft man dabei, von den Behördeii und Geldinstituten unterstützt zu werden. Ein vorbereitender Ausschuß wUl zu diesein Zweck in


