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Der «etz<«r ÄAzeitze,
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Erstes MM
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(66. Jahrgang
Samstag, 25. März (9(6
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emr Anzeiger
Ge«eral-A«zeiger für Oberhchm
Line Spaltung in der Sozialdemokratie. Lm Gefecht in der Nordsee.
<WTB.) Großes Hauptpuartier, 24. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
In der Champagne, an der Straße von Somme-Py— Souain, in den Argonnen, im Maas-Gebiet und bis zur Mosel hin steigerte sich, die Deftigkeit der Artillerie- kämpfe zeitweise erheblich. Westlich von Haucourt besetzten wir in Auswertung des vorgestrigen Erfolges noch einige Gräben, wobei sich die Zahl der Gefangenen auf zweiunddreißig Offiziere, achthundertneunundsiebzig Mann erhöhte.
OestlicherKriegsschauplatz.
Während sich die Russen am Tage nur zu einem starken Vorstoß im Brückenkopf von Jakobstadt, östlich von Buschhof. aufrafften, unternahmen sie nachts wiederholte Angriffe nördlich der Bahn Mitau — Jakobstadt. sowie einen Ueberrumpelungsversuch südwestlich von Dünaburg und mühten sich in ununterbrochenem heftigen Ansturm gegen unsere Front nördlich von Widsti ab. Alle ihre Angriffe sind in unserem Feuer, spätestens am Hindernis, unter schwerer Einbuße an Leuten ?. u s a m m e n g e b r o ch e n. Weiler siwlich sind keine neuen Angriffe erfolgt.
Balkan-Kriegsschauplatz.
In der Gegend von Gjevejcli kam es beiderseits des Wardar in den letzren Tagen mehrfach zu Artillerien kämpfen ohne besondere Bedeutung.
Aus einem feindlichen Fliegergeschwader, das Volo- vcc, westlich des Dojran-Sees, angegriffen hatte, wurde cin Flugzeug im Luftkampf abgeschossen. Es stürzte in den See.
I Oberste Heeresleitung.
Berlin, 24. März. (WTB.) Nachrichten zufolge, die von verschiedenen Stellen hierhergelangt und neuerdings bestätigt sind, hat am 29. Februar in der n ö r d l i ch e n N o r d- s e e zwischen dem deutschen Hilfskreuzer „Greif" und drei englischen Kreuzern, sowie einem Zerstörer ein Gefecht stattgefunden. S. M.S. „Greif" hat im Laufe dieses Gefechts einen großen englischen Kreuzer von etwa 15 999 Tonnen durch einen Torpcdoschuß zum Sinken gebracht uird sich zum Schluß selbst in die Luft gesprengt.
Von der Besatzung des Schiffes sind etwa 159 Mann in englische Kriegsgefangenschaft geraten, deren Namen noch nicht bekannt sind. Sie werden von den Engländern, die über den ganzen Vorfall das strengste Stillschweigen beobachten, von jedem Verkehr mit der Außenwelt abgeschlossen. Maßnahmen hiergegen sind eingcleitet.
Der Che^des Admiralstabs der Marine.
Wir können über das glänzende Ergebnis der vierten Kriegsanleihe nichts Besseres sagen, als wäs der amtliche Verwalter der Reichs sin anzerr gestern im Reichstag selbst darüber kundgelan hat. Es ist ein herrlicher Sieg der Botks- krast, die auch nach 20 Kriegsmonaten im Reiche noch lebendig ist und über kleinliche Zweifler und zagende Kopfhänger triumphiert. Wir können und wollen es gar nicht leugnen, da^ es anch laue und verdrossene Gemüter unter uns gibt; das war schon im Ans lang des Krieges' der Fall, und es 'tritt jetzt naturgemäß nur mrehsr in die Erscheinung weil solche° Rüttler am nationalen Siegeswillen glauben, heute sei für ihre Offensive der Boden noch besser als vordem bereitet. Es ist ganz wörtlich genommen etwas Natürliches; Unkraut und Nesseln wachsen auch da draußen, wo das Sonnenlicht die Wunder der Schönheit und Lieblichkeit entfaltet. Wer wollte der: dnnnnen Glauben hegen, unsere Menschheit habe sich im Kriege ganz verwandelt iniD: die Nörgler und Aufwiegler 'gegen den Geist des Guten seien nicht mehr imter urrs? Nein, sie sitzen noch in ihrer trüben Kummer, sie nrögen auch noch einen oder den anderen Gesinnungsgenossen dazu gewonnen haben —t aber sie sind eine uns wenig beunruhigende Minderheit geblieben. Die Fruchtbarkeit des deutschen Badens, der Grundlage, aus der uns der Sieg erwachsen sott, ist nnts durch die Saat dev Kriegsanleihe herrlich offenbar geworden. Tie Wärme der Begeisterung, der stolzen Vaterlandsliebe reicht uns noch für mehr als einer: Sommer, wählend wir mit nahezu! 11 Milliarden eine vorläufige Ernte unterbringen, die im Anslande schwere Besorgnis Hervorrufen mag. Und wir bleiben dabei: dies ist die Hareptsa<he; wenn bei der Ernte auch einige Dornen in die Erscheinung getreten sind, nehmen wir es gelassen hin. Die gestrigen Vorgänge im RerckMag verdrießen uns auf den ersten Blick nicht wenig; die Blutenknospe, die da in den Auslassungen des Abg. Haase aufgebrochen ist, düstet gar zu widerlich. Aber betrachten wir es als eine Naturerscheinung, daß, lmr auch die Saat des Mißtrauens uüd der. Verdunkelung unseres nationalen Werkes einmal bei hellem Tageslichte übersehen können! Was hat es mrt der Spaltung in der Sozialdemokratie anderes auf sich, als daß aus einer bisher unsichtbaren Fraktion eine s i ch t - bare geworden ist? Sind es nicht dieselben wohl-- bekannten Wortführer Haase, Lcdebour, Stadthagen, Wurm, Zubeil nsf., die wir genugsam kennen, als daß wir uns über ihr Treiben iwch wundern sollten? Der neue Rat dieser 18 unter der 397 Mann starken Reichstagsgesamtheit ist nrcht
imponiereird, und das Ausland wird mit dieser Ziffer nicht viel anfaugen können. Das große Geschrei, das Haase über die Knebelung der Meinungsfreiheit anhob, ist durch den Verlauf der Reichstagssitzung selbst widerlegt worden: Der Präsident, dem Liebknecht das Schimpfwort „Belagerungspräsident" entgegenschleuderte, war im Gegenteil zu nachsichtig, z u geduldig und ab wartend. Und Worte sind außerdem weniger wichtig als Abstimmungen: Das Häuflein Un- kvaut, das sich jetzt arrs dem deutschen Garten offen abgeschieden hat, ist wirklich nur ein winziger Bestandteil des deutschen Volkstums. Das Programm, das von dieser „Arbeitsgemeinschaft" verkündet wird, ist, wenn die übrige politische Welt in Deutschland, die es mit dem Kaiserin ort „Ich kenne keine Parteien mehr" hält, rechte Wachsamkeit übt, wenig welterschütternd. Lassen wir sie in ihrem Arbeitshause ihrem Wahn entgegendämmern, den sie der deutschen Siegesgewißheit entgegensetzen will. Wir freuen uns über die vernünftige Mehrheit in der deutschen Sozialdemokratie! Und wir erhoffen von der Spaltung Außerdem eine Gesundung unseres innerpolitischen Lebens für späterhin. Die Bedeutung, die darin liegt, überwiegt bei weitem den demonstrativen Erfolg (oder Nichterfolg), den der einstmalige Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei mit seiner Ansprache an die Menschheit davongetragen hat. Der Krieg geht, mit den: weithin deutlich gewordenen Willen des deutschen Volkes, weiter bis zum endgültigeu entschiedenen deutschen Siege! ;
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lieber das Ergebnis der Kriegsanleihe schreibt uns ein Berliner Mitarbeiter:
In atemloser Spannung hat das feindliche Ausland auf das Ergebnis der vierten deutschen Kriegsanleihe gewartet. Es lag förmlich auf der Lauer, bereit, mit seiner Kritik über uns herzufallen und seinen Bundesgenossen sowie den Neutralen zu beweisen, daß Deutschland finanziell erschöpft und fertig sei. Angesichts des Zehn-, ja vielleicht Elfmilliardenerfolges verstummt der Jubelschrei, zu dem die Gegner schon die Lungen vollgenommen hatten. Aber irgend ein Haar in der Suppe sucht man, um sich herauszureden, und wahrscheinlich wird es die Tatsache sein, daß unsere dritte Anleihe 12 Milliarden, die jetzige vierte aber „nur" 10h» Milliarden gebracht habe. Man wird uns Vorhalten, daß wir uns nicht wieder selbst überboten haben. Aber diese Beanstandung können wir mit dem größten Gleichmut hinnehmen. Alle, die rechnen können, Freund und Feind, und wir selbst im Reiche wußten ganz genau, daß die dritte Anleihe ein Rekord war, der schlechterdings nicht zu überbieten ist, und daß es nicht darauf ankommt, die Anleiheziffern in arithmetischer Steigerung fortzuentwickeln, sondern daraus, in gesundem Fortschritt eine Anleihe auf die andere auszubauen. Durch technische Manöver wäre es vielleicht möglich, immer größere imponierendere Zahlen hervorzuzaubern und durch eine innerlich unwahre Gebarung von selbst und die andern eine Zeitlang zu täuschen. Dem deutschen Charakter liegt nichts ferner als das. Wir haben den Topf des Vollswohlstandes seit der letzten Anleihe einfach wieder voll laufen lassen und dann diese Anleihe — aus dem Winterverdienst! — abgeschöpft. Ja, unsere Regierung hatte den Mut, mit der Steuerschraube zu winken, ehe diese vierte Anleihe unter Dach und Fach gebracht war. Im Sinne gewisser ausländischer Staatsmänner wäre es vielleicht „diplomatischer" gewesen, die Aussicht auf neue Steuern erst zu eröffnen, nachdem der Goldregen vorüber. Aber mit solchen Kunststücken wird bei uns nicht gearbeitet und daher auch das Vertrauen des Kapitals, wie es kein mit uns im Kampf steherrdes Land aufzuweisen hat.
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 24. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. März 1916.
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Italic nischcrKricgsschauplatz.
Der Feind beschoß die Städte Gö rz und Rovereio. Sonst keine Ereignisse.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Felömarschalleutnant.
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Der französische Bericht.
Paris, 24. Mürz. (Zf.) Amtliche Mitteilung vom 23. März:
.3 Uhr nachmittags. W e st li ch de r Maas verlangsamte sich das Bombardement im Laufe der Nackt. Der Feind erneuerte seine Angriffs versuche auf den kleinen Hügel von Hauconrt, dessen Reduit mir besetzt halten, nicht. Oestlich der Maas dauerte das Bombardement an mehreren Punkten unserer Front mit Heftigkeit fort. An der Woevre ist außer der mit Unterbrechung stattfind? nden Kanonade nichts zu melden. Westlich P ont-ä- M o u s s o n erlaubte uns ein gegen einen feindlickien Graben geführter Handstreich in der Gegend von Fev-en-Haye, einige Gefangene zu machen. Ruch ge Nacht auf dem Reste der Front.
11 Uhr abends. Nördlich der Aisne Zcrstörrmgsfeuer aus deutsche Werke auf dem Plateau von Bauelere. In den A r g o u - nen imter hielten wir ein starkes konzentrisches Feuer auf die feindlichen Einrichtungen, auf die Straßen und Eisenbahnen in den östlichen Argonn-en und auf den Wald von Mälancoutt. Westlich der Maas anhaltende Beschießimg der Gegend von Malancoutt und unserer Front Bethmcoutt—Mott-Homme-Cumiores. Oest
lich der Maas lM an der Woevre nahmen oie Artillerie kämpfe eine gewisse Heftigkeit an. Es kam sert ewigen ^agm zu keiner Jnfanterieaktion. In den Vogesen bombardierten Nur die feindlichen Kantonnemente in der Umgebung von Mühlbach.
Bom Kardinal Mercier.
Berlin, 24. März. (WTB.) Kardinal Mercier beschwette sich wegen des folgenden Vorfalles in heftiger Wege beim Generalgouvernenr rwn Belgien und drohte dabei mit Klage an einem höheren Ort: In der Privatwohnnng eines Sekretärs des Kardinals, der verdächtig ist, an. der Organisation für Bttef- schmuggel beteiligt zu sein, rvnrde eine Haussuchung vorgenommen. Ter Kardinal erhebt nun Beschwerde „im Namen der religiösen) Freiheit". Es ist unerfindlich wie man hier einen Zusammenhang zwischen einer Privathaussuchung und einer Bedrohung der religiösen Freiheit Herstellen kann. Es bleibt nur die Erklärung, daß der Kardinal, der ja immer den Weg in die Presse des feindlichen Auslandes findet, durch diese Darstellung künstlich den Eindruck Hervorbringen möchte, daß die deutsche Verwaltung eine Gefahr für das religiöse Leben Belgiens bedeute. Ta er keinen einzigen Fall eines Eingriffes in die Kultus fr eiheit Nachweisen kann, bemüht er sich eben, einen solchen Fall zu konstruieren. Wie sehr er übrigens an eine Agitation in der Oeffentlichkeit denkt, beweist die Tatsache, daß die ausländische Presse bereits den Inhalt der -Antwort des Kardinals ans das Schreiben des Generalgouvernmrs vom 15. Piarz mitteilm kann. Aus Anfrage erfahren wir, daß diese Antwort an der zuständigen Stelle noch nicht eingegangen ist und daß det Kardinal nur die Nachricht gesandt hat, er könne diese Antwort erst in einigen Tagen schicken.
Lloyd George über die Pariser Wirtschastskonsereuz.
London, 24. März. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Rotter- damsche Courant" meldet aus London: In der gestrigen Unterhaussitzung hat Lloyd George in ttnm Rede über die Pariser Wirtschaftskonferenz gesagt, daß er dagegen sei, daß auf dieser Konferenz die Fragen von Freihandel, Tarifreform oder Berzngszölle zur Sprache gebracht werden. Wir muffen, sagte er, alle unsere Kräfte anspannen, um den Krieg zu gewinnen Aber man datt Vergeltung nicht mit Geschäft verwechseln. Wer hat jemals erlebt, daß ein Handelsunternehmen geglückt ist, bei dem Rache eine Rolle spielte? Der Ktteg hat gezeigt, daß wir in einigen wichtigen Jndustttezweigen vom Feinde abhängig sind. Das soll fortan nicht mehr der Fall sein. Wir wollen es aber vermeiden, die große Sache der Freiheit, für die wir kämpfen, dadurch, herab- zuziehen, daß wir dem Kriege den Charakter eines Handelskrieges geben. Die Tische der Geldwechsler dürfen nicht in den Tempel gelassen werden. (Lauter Beifall.) Die Konferenz ist die erste dieser Art und ich würde nicht nur überrascht, sondern enttäuscht sein, wenn sie die letzte wäre. Wenn wir uns daran niachen, den Handel Europas für künftige Geschlechter zu organisieren, muß dieses mit Ueberlegung und Sorgfalt geschehen. Die Tariffrage ist nicht die einzige. Es gibt viel trächtigere Fragen, zum Beispiel mrsere Beziehungen zu Rußland, wo sich für den Handel uirbegrenzte! Möglichkeiteir eröffnen. Es wird verständig sein, auf der ersten Konferenz nur leise auf den Busch zu klopfen. Wir müssen deni anderen zeigen, wie wir darüber denken, und die anderen Nationen müssen sagen, tvie sie denken. Unser Hauptziel muß sein, den Ktteg sobald wie möglich zu beenden. Alles andere kommt erst in zweiter Linie. Der Redner fuhr sott: Was den Vorschlag betrifft, den Premierminister von Australien, Runciman, au die Seite zu stellen, so sei er zwar voll Lob für die Fähigkeiten von Hnghes> aber >es handele sich um eine heikle Frage, die auch die Kolonie:^ angehe und er halte es nicht für wünschenswett, sich in der Oeffentlichkeit darüber zu äußern.
Eine Aussprache im englischen Unterhaus über die Lage in Mesopotamien.
London, 24. März. (WTB.) Jni Unterhaus sagte der Minister für Indien, Chamberlain, auf ttue Anfrage über die Lage in Mesopotamien: Der Felvzug habe mff ziemlich kleinen Operattonen begonneu, die dm Hilfsguellm der Regierung Jndims mtsproäwn hätten: aber er habe sich ausgedehnt, bis jene Hilfsquellm nicht mehr ausreichten. Ter Redner sprach seine Frmde aus, daß schließlich der Regierung Jndims die Verantwortung abgmommm worden sei. Er könne auf die Frage nicht eingehm, ob die Trupßmnachschübe in Mesopotamien und die Truppm, mit dmm der Vormarsch auf Ktesiphon nnternommm wurde,'ausreichend gewesen seien. Tie militäcischm Behörden seien mit dem Zug gegen Bagdad ttnvcrstandcn gewesen. Cham- bcrlam gab zu, daß die Lazaretteinrichtungen in beklag euswerterWcise zu sammcngebro che n seim. In Basrah stt eine genügende Mmge aller Lazarettbedürfnisse vorhanden gewesen, aber lveiter oberhalb fehlte es daran, vor allem wttl reine geeigneten Flußfahrzeugc erhältlich gewesen seien. Einige gingen auf dem Tigtts und vorher auf dem Meere verloren. Mer der Bootsmangel stt nicht der ttnzige Grund dafür, was ge- schehm stt. Weder die englische iwch die indische ^iegierung seien mit den Zustündm, die sich daraus ergeben, zufrieden. Ein General und ein Zivilbeamter seien hingeschickt worden, nur die ärztlick>en Vorkehrungen zu untersuchen. Tie Untersuchung ist noch nicht ab- geschlossm. Chancherlain fuhr fort: Er hoffe, das; die Besorgnisse über die militättsche Austtistung unbegttindet seien; jedenfalls sttm Verbesserungen gemacht worden und wtttere würden folgen.
Hobhouse sagte: Er bedguere, daß die militärischen Behörden Englands die Unternehmung Indiens in Dtesopotamim gebilligt hätten. Er habe gehofft, daß der Befehlshaber an Ott und Stelle seine Befugnisse überschritten habe, als er weit überlegme feindliche Stteitkräste angrisf, und daß er für diese vielleicht nicht gerade unheilvolle, aber jedenfalls durchaus nicht erfolgreiche Unternehmung verantwottlich wäre. Er sei erstaunt, daß die militättsclien Behörden den Vormarsch igebilligt hättm: denn) der Traum, daß man Bagdad mit 20 000 Mann nehmen könne> scheine ihm militÜrischer Wahnsinn zu sttn. Der Redner bedauerte, daß Chamberlain genötigt gewesen sei, zuzugcbm, daß die ärztlichm Vorkehrungen gänzlich zusammengebrochen seien. Wmn Soldatm aus Mangel an Vorsorge an ihren Wunden gestorben sind, so verdienen die dafür verantwortlichen Pcr>onen die schärfste Strafe. Der Redner wandte sich gegen di? 1' mcrkung Chamberlains, daß die Berichte der Gegner romanhaft seien.- Ter letzte ttittische Bericht sei viel weniger wmmchaft, als der lMte englische. Tic Zahl der brüischcn Verwundeten stt im tüttisrben Dettckt viel genarier angegeben, als im britischen. Eh-amber- lain erwiderte, der Feind erfahre die englischen Verluste erst


