bcn Abtransport des GetreiDes aut bau Bahn- mtb Wasserwege teils bereits veranlagt, teils tu AussiM gestellt. Umgekehrt ist eine Verständigung angebahnt, um auch die Lieferung von Erzeugnissen der Zentralmächte an Rumänien sowie eine wechselseitige Durchfuhr tunlichst zu fördern und also auch aus diesem Gebiete das erforderliche zu tun, damit sich die beiderseitigen Handelsbeziehungen »nieder normal gestalten, svwnt die^ unter den obwaltenden Umständen überhaupt dnrch-sührbar ist.
AuS Portugal.
Rotterdam, 22. März. (WTB. Nichtamtlich.) Einem Hiesigen Blatte zufolge wird der „Times" aus Lissabon gemeldet: Heute wurden drei Regrerungsbeschlüsse verlaut- bart: Durch den ersten wird der Kriegsminister ermächtigt, alle Jahrgänge, die für die militärische Vorbereitung notwendig erachtet werden, aufzurufen. Dnrch den. Zweiten werden alle Männer zwischen 19 und 45 Jahren, dre früher untauglich erklärt wurden, zu einer nochmaligen Musterung crusgerufen. Drittens wird die Pensionierung aller Offiziere, welche die Altersgrenze nicht erreicht haben, aus- gehoben.
Der 5ee?riea.
Die holländische Schiffahrt?
Amsterdam, 22. März. (WTB. Nichtamtlich) Wie die Blätter erfahren, beabsichtigt man in Schiffahrtskreisen, die Schisse der verschrienen großen Gesellschaften zusammen rm Konvoi fahren zu lassen. Sie sotten die Ueb er fahrt von Holland tagsüber machen und von einem kräftigen Schleppdampfer Mit draht- ‘ loser Telegraphie begleitet werden.
AriegZbriefe aus dem Osten.
Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Verstärkung der russischen Angriffe.
Wilna, 22. März.
Was das bei Postawh erneut einsetzende Trommelfeuer am Spätnachmittag des 19. März vermuten ließ, trat ein. In der Nacht zum 20. richteten die Russen neue, jetzt rücksichtslose Angriffe gegen die Gräben nordwestlich Postawy. 'Bier neue Divisionen stießen in starken Wellen im Schntze der besonders dunkeln Nacht gegen unsere durch das 'Trommelfeuer beschädigten Linien an. Zwei Angriffe kamen nicht bis an das Hindernis, ein dritter Angriff nahm 'Teile des Grabens, ein Gegenstoß Unterteile des Grabens, 'ejn Gegenstoß unter persönlicher Führung des Regimentskommandeurs warf die Eingedrungenen wieder hinaus. Nach einem vierten Angriff im Morgengrauen, der blutig zusammenbrach, flüchteten die Russen in die alten Stellungen zurück. Zwischen Narock- und Miadziolsee wurde mit neuen Kräften der 15. vergebliche Angriff angesetzt. Wiederum waren hier frische Truppen eingesetzt worden. Südlich des Naroczsees wurde»: an einer Stelle Teile einer vorgeschobenen Stellung aufgegeben, nachdem die Gräben verschüttet waren.
Südlich und nördlich Smorgon herrschte lebhafte Ar- rillerietätigkeit. Es wurde besonders gute Wirkung unserer Artillerie beobachtet. Die russischen Unterstände wurden auf größere Ausdechrung in Brandt gesck"'" ~ü sichen Verluste sind wieder sehr schwer. Der Höhepunkt der Angriffe dürste trotzdem noch nicht erreicht fern.
Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.
Ru§ dem Reiche.
^ie Anträge zum U-Bootkrieg.
Berlin, 22. März. Die „KreuzKeitung", die „Deutsche Tageszeitung", die „Post" und die „Tägliche Rundschau!" veröffentlichten, wie wir schon kurz mitteilten, in Uebereiw- stiminung mit einer großen Anzahl anderer deutscher Blätter eine Erklärung zu den Unterseebootanträgen im Reichs- j tag, die sie als Antwort auf die Behandlung der Reichstagsanträge durch die amtlich beeinflußten Auslassungen bezeichnen Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:
Die politischen Ereignisse der jüngsten Zeit haben im deutschen Volke Empfindungen ernster Sorge hervorgerufen Großadmiral v. Tirpitz gilt unserem Volke nicht rare als der Mann, dessen Tat- und Schöpferkraft das Wort unseres Kaisers „Bitter not tut uns eine starke deutsche Flotte" zu glänzender Durchführung brachte, sondern zugleich auch als der deutsche Staatsmann, der den englischen Vernichtungswillen gegenüber dem feindlichen deutschen Wettbewerber am frühesten und am klarsten erkannte und der entschlossen war, diesem Willen mit aller Kraft und rücksichtsloser Anwendung aller zur Verfügung stehenden Mittel zu begegnen Die überwältigende Mehrheit unseres Volkes weiß sich darin eins mit dem Schöpfer und Organisator unserer Marine. Unbeschadet seines uneisichütterten und seines unerschütterlichen Vertrauens zur obersten Heeresleitung ist das Empfinden und die Sorge in ihm weit verbreitet, daß der Rücktritt des Großadmirals v. Tirpitz mit seiner Haltung in dieser Frage in Zusammenhang steht. Aeuße- rungen von Blättern, deren Verbindung mit Regierungsstellen bekannt ist, haben diese Auffassung bestätigt. Nach unserer Ueberzeugung ist es ein dringendes Gebot der Stunde, daß dieser Sorge der Boden völlig entzogen werde. Die dem Reichstag vorliegenden Anträge bieten dazu geeignete Handhaben. Deshalb begrüßen wir diese Anträge und weisen zugleich die an ihnen von anttnch beeinflußten Organen geübte Kritik als sachlich und verfassungsmäßig unbegründet zurück. Wir entsprechen dem innersten Empfinden Und oen heiligsten Wünschen weitester Volkskreise, wenn wir der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Reichsleittang diesen^Anträgen im Reichstag eine Berücksichtigung zuteil werden lasse, die ihrem vaterländischen Geist entspricht und ihren vaterländischen Zielen Erfüllung verheißt. Das offen auszusprechen, halte:: wir in diesen ernsten Tagen für eine Pflicht gegen unser Volk und Vaterland, deren Erfüllung unser nationales Gewissen gebieterisch von uns fordert!
Die Lage des deutschen Arbeitsmarktes.
Berlin, 23. Viärz. lieber die Lage des deutschen Arbeitsmarkte s'imFebruar berichtet das „Neichsarbeits- blatt" in seinem Märzhest: Die wirtschaftliche Lage zeigt, abgesehen vom Webstoss- und Bekleidungsgewerbe, im Vergleich zum Vorjahr eine vielfach erhebliche Besserung. Wern: zu Friedenszeiten im Februar auch dem Vormonat gegenüber meist für eine Anzahl von Gewerben eine Steigerung hervortritt, so »nacht sich jetzt zur Kriegsreit eine solche Besserung nicht so auffällig geltend, da toi« Kriegswirtschaft dem Arbeitsinarkte das Gepräge gibt. Die kriegswirtschaftlichen Hauptindustrien sind bereits seit Monaten ^ . «da angespannteste beschäftigt und zeigen auch im 19. Kriegsmonat >ane ebenso gute Beschästigung wie zuvor.
Die Emsichrung von FteljUMrttu iu ÜüMru.
München, 22. März. (WTB.) Bei der Beratung des Etats der Landwirtschaft in der Kammer d er Reichsräte erklärte der Minister des Innern Freiherr von Sode n bezüglich der Einführung von Fleischkarten in Bayern: Da bezüglich der Ansdehnung der fleischlosen Tage auch in den Privathaushaltungen gewisse Bedenken bestehen, so verdiene die Rationierung des Fleischverbrauches, die zugleich auch die sozialen Gegensätze am besten aus- gleiche, den Vorzug. Es sei be-absichttigt, Landesfleischkarten ans die Dauer von vier bis 'acht Wochen auszustellen auf den Namen des Haushaltungsvorstand!Ls und zwar aus den Kops der Bevölkerung je eine Karte, so daß sie ans Reisen und in den Gastwirtschaften benutzt werden kann. Die Fleischkarte wird sich nach den vorhandenen Fleischvorräten richten. Die Einzelheiten werde eine demnächst erscheinende Ministerialbekanntmachung regelt:. Es wäre wünschenswert, wenn in dieser Frage eine möglichst einheitliche Durchführung im ganzen Reiche Platz griffe.
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Berlin, 22. März. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend die Festsetzung von Einheitspreisen sür zuckerhaltigeFuttermittel und Zuschläge dazu vom 21. März 1916.
Arischesten.
Die Versorgung der Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern.
Abg. Henrich und Genossen beantragen in der Zweiten Kammer: die Gr. Regiernng zu ersuchen, bei dem Bundcsrat d. hin zu wirken, daß die Versorgung von Angehöriger: und Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer des Unteroffiziers- und Gemeinen- standes in folgender Weise geäiwert werde:
1. Für die nach §§ 20 urrd 27 des Militärhiinterbliebenen-
gesetzes vou 1907 zu gewährenden Hinterbliebenenbezüge sollten neben den bestehenden Normalsätzen folgende Mindestsätze bestimmt werden: .
a) für die Witwe allein nicht unter Vs des vor dem Kriege verstenerterr Einkommens des verstorbenen Ehemannes, jedoch nicht mehr als 1000 Mk.
b) für jede Halbrvaise nicht unter Vß des Witwengeldes,
c) für jede Vollwaise nicht unter V.i des Witwengeldes, zusammen jedoch nicht über den Betrag des Witwengeldes hinaus.
Witwen- und Waisengeld zusammen können, soweit sie über die Normalsätze hinausgehen, nicht mehr als Vs des vor dem Kriege versteuerten Einkommens des Kriegsteilnehmers und nicht mehr als 2000 Mk. betragen.
Die Zusatzrenten hätten hiernach in Wegfall zu kommen.
2. Die Bezüge der Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern des Unteroffiziers- und Gemeinenstandes gemäß § 20a des Gesetzes, denen eine anderwette Versorgung rechtmäßig zusteht, wären in dem Sinne zu regeln, daß die Bezüge aus der Kriegsversorgirng und der sonstigen Versorgung zusammen nicht hinter den Beträgen zurüäbleiben, die sich nach dem Antrag unter 1 ergeben.
3. Das Kriegselterngeld sollte allgemein auf 500 Mk. und 360 Mk. erhöht oder aber in solchen Fällen, in denen die Eltern oder der einzelne Elternteil erwerbsunfähig sind und von dem verstorbenen Sohne ganz oder fast ausschließlich unterhalten worden sind, bis zu demjenigen Betrag erhöht »verden können, der dem Waisengeld -einer Vollwaise nach dein Antrag zu lc obeu entspricht.
4. Tie Kvmnmnalverbände möchten ermächtigt werden, die Kriegsunterstützung an erwerbsunfähige Eltern in der Höhe zu bewilligen, wie sie für die Ehefrauen vorgesehen sind.
. 5. Wird nach dem Tode eines Kriegsteilnehmers an Stelle einer Hinterbliebenenversorgung nur eine einmalige Unterstützung bewilligt, so wird die bisher bewilligte Kriegsunterstützung bis zu erfolgter Temobilisatton weitergezahlt.
Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande!
seivUglgertigtrn, zumem vetl;u onmiliD-cu Peirscyc rrewen i>te Kinder einen Kreisel an. Die asphaltierten und VerkehrsärmWenj Straßen der großen Städte sind für dieses Spiel wie geschaffen. In Berlin gebraucht man für Kreisel den Ausdruck „Triefettst. und man kennt dort auch ein besonderes Tätigkeitswort „trieseln".
Das Kreiselspiel wird balo durch das jedem' bekannte Himmel - und Hölle spiel abgelöst, in oem wir eins der aller ältesten Kinderspiele zu erblicken haben, da man seine Spuren bis zu den alten Griechen und Römern zurück verfolgen kaun . Auf dem Lande ritzen die Kinder in althergebrachter Weise die Figuren des Spiels mit einem Stäbchen oder einer Scherbe in das Erk-reich ein; in den Großstädten bedienen sie sich der Kreide, mit der sie auf dem Straßenasphalt oder aus den Platten des Bürgersteiges die bekannten magischen Quadrate, Dreiecke und Bogen Dlszeichnen. Erst wenn die Zeit der Murmel, des Kreisels rmd des Himmel-Hölle-Spieles vorbei ist, beginnt die Saison — oder Gezeit, wie man hatte sagen muß — der Pallspielg und andrer Kinderspiele. Es liegt, wie man sieht, viel Konser^ vatives im Straßenspiel der Kinder.
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** Die heutige Nummer des Familien» blüttes mußte aus besonderer: Verhältnissen Ausfallen.
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** Kriegs ausstellung Darmstadt. Im Schloß zu Darmstadt findet eben (s. die Anzeige) eine bis E»tt>e April dauernde, täglich von 9—6 Uhr geöffnete Kriegsausstellung statt. Sie wird allgemein als Quelle der Belehrung und der Erstarkung im vaterländischen Gefühl sehr gerühmt. Gegen geringes Eintrittsgeld veranschaulicht sie den Weltkrieg durch eine reiche Sammlung von Waffen, Gerät, Uniformen von Freund und Feind, Bildern, Druckwerken, Orden, Postwertzeichen und vielem anderem. Der Besuch dieser interessanten Schaustellung kann, zumal da der Erlös dem Roten Kreuz zufließt, jedermann, ganz besonders auch Schulen und Vereinen, ans das Wärmste empfohlen werde»:.
** Stadttheater. Llus dem Stadttheaterburecru »vird uns geschrieben: In den Einaktern der Freitag-Abonnementsvor- stellung si»id in Hauptrollen beschäftigt die Herren Stein Hofer, Goll, Tworkvwski. Hellmuth und Stettner, sowie die Damen Schild und Frenzel; zwischen jeden: der Stücke findet eine etwas größere Pause statt.
** Die Gießener Freilichtbühne veranstaltete gestern abend vor kleinem Kreise einen LienHardabend. Frau Mendelssohn-Bartholdh, Godesberg, schuf aus Dichtungen dieses kerndeutschen Elsässers Kunstwerke sprachlicher Plasttk.
** Der Kommunalverband Gießen bringt in den Verkaufsstellen der Firma Gebr. Grieb Schweineschmalz,das Pfund zu 2,50 Mark, zum Verkauf. Näheres siehe Anzeige.
** Ausstellung der Seminare für Lehrerinnen der weiblichen Handarbeiten, und der Hauswirtschaft. Am Samstag, den 25. d. M., von 9—6 Uhr, findet Steinstraße 10 die öffentliche Ausstellung der Jahresarbeiten des Handarbeitslehrerinnen-Seminars sowie auch der Arbeiten des Hauswirtschaffslehrerirmen-Seminars in Handarbeiten und Zeichnen statt. Tie Ausstellung soll in der Zusammenstellung der Arbeiter: jeder einzelnen Schülerin des Handarbeits- Seminars, wie der im Examen angeserttgten Gegenstände eine Uebersicht über den Ausbildungsgang der heutigen Handarbeitslehrerin und die Prüffingsforderungen in praktischen Arbeiten geben. Da wir in der Jetztzeit Stoffe nicht nutzlos liegen lassen dürfen, so werden die zu Unterrichtszwecken angeserttgten Wäsche- und Kleidungsstücke für Kinder, »oie auch die anderen Gegenstände, für welche die Ansertigerinnen augenblicklich keine Verwendung haben, zu angemessene»: Preisen dem Publikum zur Verfügung gestellt. Auskunft erteilen die aufsichtsührenden jungen Damen. t _ r
** Die Brotlieferung an d«. s Gefangenen- lag er ist den hiesigen Bäckern entzogen »norden, weil bei der Lieferung UnregelmäßigPeitten vorgefallen sind'. Wie »vir Höven, ist die Lieferung nunmehr dem Proväanttrmt .Hanau übertrage:: worden.
** Eine Handwerkerve rsam ml nng für die Kreise Gießen, Alsfeld und Friedberg ffndet am Sonntag, den 26. März 1916, nachmittags 2 Uhr, im Saale.des Hotels „Großherzog von Hessen" statt. Näheres ist ans dem Anzeigenteile zu ersehen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 23. März 1916. Die vierte Kriegsanleihe.
Wie kaum airders zu erwarten war, wird auch die vierte Kriegsanleihe ein für Gießen glänzendes Ergebnis zeitigen. Wie sich aus den Einzelergebnissen der verschiedenen Banken ergibt, ist es wahrscheinlich, daß sich das Gesamtergebnis für Gießen eine Million höher als bei der dritten Kriegsanleihe, also auf 2 6 Millionen stellen wird. Sobald bei der Reichsbank die nötigen Unterlagen eingelausen sind, werden wir das Ergebnis durch Aushang zur Kenntnis bringen.
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Frühlingsspiele der Kinder.
Die milde Borsrühlingslust, die die rauhe Witterung der letzten Wochen ganz plötzlich verdrängt hat, lockt die Kinder wieder von ne»:em zu ihren Spielen ins Freie. Auf Straßen und Plätzen finden sie sich zusamme,:. Natürlich steht auch in diesem Frühjahr »nieder das Kriegsspiel im Vordergrund aller Kinderspiele, so schwer es auch immer fällt, solche Teilnehmer an dem kriegerischen Spiel zu finden, die sich ohne weiteres und gutwillig zur Darstellung der Russen, Franzosen, Engländer oder Italiener hergeben.
Trotzden: aber geraten aitth- die eigentlichen Frühjahrsspiele der Kinder nicht in Vergesse»:heit. Unter diese»: spielt das Murmelspiel eine sehr bedeute»tt>e Rolle. Aus freien Plätzen, in stillen Straßen, überall dort, wo der weiche Erdboden die Anlegung einer „Murm-elkute" oder eines Topsloches oder „Dopp- loch-s" — so heißen die Fachausdrücke in Niederde::sich!and — gestattet, sieht man jetzt die von mehr oder weniger sicherer Hand in Bewegung gesetzten Murmeln dahmrollen. Man hat schon längst der merkwürdigen Taffache seine Au,f»nerksam!keit zugewandt, daß gewisse Ki»:derspicle an bestttnmte Zeiten des Jahres geknüpft sind. Diese Beobachtung hat schon ein Zeitgenosse Goethes, der elsässische Dichter Arnold, der Verfasser des von G-oethe sehr günstig u»:d »vohlwolle»tt> besprochenen Lustspiels „Per Pfingst- inontag" gemacht. Obwohl auch int eigentlichen Frühling sowie im Sommer und im Herbst alle Borbedingunge»: für das Murmel- -spiel gegeben sind, erreich>t dieses mit einet Regelmäßigkeit, die ihres Gleichen sucht, gewöhnlich schon in d-en ersten Wochen des Monats ^lpril sein Ende. Tie Murmeln »verdei: auch- Mür»neln, Marmel oder Mermel sowie Marks, Mirks, Murks, bunte Hunde usw. genannt. Daneben hat die Kindersprach-e eine große Zahl von Fach-ansdrücken, die nur auf dieses Spiel Bezug haben, »oie Nutte, Bamsche, Bucker, Dud.del, Kietschen. Kliepschen, Teckeln usw., um nur einige in Norddeutschland verbreitete Bezeichnungen anzuführen. Hat ei»: R^urmelspieler alles verloren, so ist er caal, bamm, flamm, oder er I>at alles verbacktvom Gewinner aber sagt man, er l-abe gesackt. Es ist auch- den: gel-ehrtesten Spracki- forscher nicht »nöglich, den Ursprung der meisten dieser „Fachausdrücke" festzusteller». Das Merkwürdigste aber dabei ist, so schreibt u»:s eii: Mitarbeiter, daß einige dieser Bezeichnungen» auch in die Spr ache der Er»vachsenen Ein gm:g gesunde»: l>aben. A»ich beim Skatsviel sowie bei anderen Spiele»: braucht mm: vielfach den Ausdruck „sacken", de»: »nan »v-oliil vom Kinderspiel aus das Spiel der Erwachseneübertragen hat.
Gleichzeitig mit dem Mur»nelspiel, ntttunter sogar etlvas früher, erscheiitt das Kreisel spiel aus dem Plan. Mit einer
Landkreis Gießen.
e. Rödgen, 23. März. Geireiter August B als er, Sohn der Witwe Heinrich Baiser IV. von Rödgem beim Reserve-Jn- fanterie-Regirnent Nr. 224 wird seit Anfang März vermißt.^
e. G a r b e n t e i ch , 22. März. Die hiestgen S ch u l k: n d e, zeichneten znr 4. Kriegsanleihe den für unseren kleinen Ort immerhin stattlichen Betrag von 2744 Mk. Bei der hiestgen Spar- und Darlehnskasse wurden 52 000 Mk. gezeichnet.
6. A l l e u b o r f a. d. Lahn, 23. März. Die hisstaen Schub k i n d e r zeichneten für die 4. Kriegsanleihe 1434 Mark. - Als O st er Hasenspende fürs Rote Kre»:z wurden 384 Eier ab-
öclie v rt © tau f en berfl, 2.3. März. Die Schüler der hiesigen Schicke zeichneten über 1100 Mk. Kriegsanleihe.
(R) Lumda, 23. Marz. Bon 44 Schülern der hiesigen Schule »mirden zur 4. Kriegsanleihe 1135 Mk. gezeichnet. — Der Gardist Georg H ör es, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl. und der hessischen TapserkeitsmttmMe, kehrte von einem nächll:che»: Patrouillengang nicht mehr zurück und gilt seit Noveinber vorigen Jahres als vermißt. In den letzten Tagen »mürbe seinem Vater durch den Kompagnie-Feldwebel mitgeteitt, daß sich fern Sohn in russischer Gesangeirschaft befrnde.
6 Grünberg, 23. März. Zur Kriegsanleihe wurden von 73 Schillern der hiesigen Realschule genau 4000 Mark aufgebracht. Eine Masse sammelte durch freiwillige Spenden 12 Mark für die Kriegsanleihe. Nach der Lttlszahlung wird Kapital und Zinsen aus Beschluß der betteffenden, Klasse für die Kriegsblinden überwiesen. — Be: der Bezrrksspar- kasse Grünberg nmrden gezeichnet 635 500 Mark, davon 43 000 Mark von den Schülern des Bezirks.
v. Ober-Hörgern. 23. März. Von hwsigen Schulkindern wurde auf die 4. Kriegsanleihe die namhafte Summe von 5200 Mk. gezeichnet.
e. Londorf i. d Rabenau, 22. März. Dre am Samstag abend in Rüddingshausen e,» 1 svrungenen beiden Russen sind heilte von dem Gendarmerie-Wachtmeister von Lollar in Stauien- berq sestgenommen und zum Kommando in Wetzlar gebracht
worden. _ _ r „ r . r
us. Bellersheim. 22 Marz. Dre Schüler der mengen beiden Schulklassen zeichneten für die vierte Kriegsanleihe 2700 Mk. — c>n geistiaer und körperlicher Frische und Rüstigkeit feierten der Handelsmann Wetter Hahn und Frau das Fest der Goldene,:
Hoch^tpho, 23. März!. Ein hiesiger Lcmdwitt mußte einen Teil seiner Kartoffelernte, die er im Herbst nicht mrterbrmgen konnte, erngraben. Als er dieser Tage den Hausen anbrach, merkte er erst, daß er Abnehmer gehabt, von denen i-ebe ^Pirr fehlt.
e Rodheim, 23. Män. Dem Gefreiten Heinrich Klip-4 pert vor: hier im Res.-Jns.-Regt. 116 mürbe das Eiserne Kreuz verliehen.
Kreis Büdingen.
e. Echzell, 22. März. Die Schüler der hiesigen Schule zeichneten durch die Beinühungen der drei Lehrer Mk. 8100,
Kriegsanleihe. .
e Bisses, 22. März. Durch Lehrer Frey mann wurden au hiesiger Schule Mk. 800,- Kriegsanleihe gezeichnet.
G Orleshausen. 23. März. Der hiesige. Pol»ze,d,ener Klee, der die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitmachte, hat jetzt sechs Söhne im Felde stehen. , .. .
ch: Leid h ecke ll, 23. Marz. In einen: Feldlazarett :m Westen starb der Landsturn»ma»»n Bausch.
±i N i e d e r - M o ck st a d t, 23. März. In den beiden Schulklassen zeichneten 8 4 Kinder 1546 Mk. für die 4. Kriegsanlethe.


