yübe ffetegtnt Obligationen der Nntionalvcrteidignng hatten nur 2900 Mtllwnvn Mark ergel^en. Um besseres ru erreichen, schrieb man eine Anleihe ans, die bei einem Ansgabeknrs von 88 5 Prozent Zinsen versprach. Sre wurde als die S i e g esa n l ci he bezeichnet Schon am erster r age verkündeten die Zeitungen, das; die fabel haste Summe von 20 Milliarden Mark gezeichnet sei. und als am Ende Gott den Schaden besah, waren es 1V 0 Milliarden, und davon waren nur 6 —7 Milliarden Mark Barzeichnungen. Wenn man genau zusieht, wird das von unfern Gegnern wegen seiner Finanzen best verleumdete Oesterreich-Ungarn mehr Geld an langfristtgen Anleihen aufgebracht haben, als das reiäie Frank reich
Es erhebt sich nun die Frage: wie haben denn unser Gegner den Krieg finanziert? Nun, sie haben es — mit Ausnahme von England — zum gut Teil durch Noten ge mackt. Frankreich hat seinen Notenumlauf von 5300 Mill. Mark zu Beginn des Krieges auf 11 700 Mill. Mark (9. März 1916) er höht, also fast 61/2 Milliarden Mark neues Papiergeld geschaffen während sich gleichzeitig der Goldbestand nur um 700 Mill. Mark hob. In Rußland arbeitete die Notenpresse noch intensiver: hier wurde der Notenumlauf uni nahezu 10 Milliarden Mark ver größert, ohne das; der Goldbestand eine Stärkung erfuhr. In Italien wird ähnlich gearbeitet.
Natürlich! ist es außerordentlich verführerische, im Kriege seiner Finanznöte dadurch Herr zu werden, daß man aus Papier Geld macht. Dvch ist die große Gefahr damit verbunden, daß das Geld wesen in Unordnung gerät, der Geldwert wird erschüttert und bannt ein sckfwer heilbarer Schaden heranfbeschworen. Ist daher ein Staat dazu gezwungen, im Kriege seinen Notenumlauf zu vermehren — und ganz kann ja kein kriegsführendes Land darum hernmkommen, haben doch, selbst Deutschland und England für 2—3 Milliarden Mk. neue Noten ausgcben müssen — dann muß es dafür Sorge tragen, daß das vermehrte Geld ständig wieder von Zeit zu Zeit durch Anleihen abgeschäpst wird.
Wenn Deutschland jetzt seine vierte Anleihe aus schreibt, so ist das nicht etwa ein Zeichen finanzieller Schwäche in: Gegenteil. Schwach [würde es sich zeigen, wenn es das nicht wagen könnte und es darauf ankommen ließe, wie Frankreich und Rußalnd in den Jammer der Papierwirtschafi zu versinken. Es kann kein besseres Zeichen geben für Deutschlands ge funde finanzielle Kraft, als daß es jetzt schon die vierte erfolgversprechende Kriegsanleihe anslegen kann.
Mit den Kriegsfinanzen unserer Gegner ist es schlecht bestellt Gleichwohl bleibt die Tatsache bestehen, daß sie bisher in der Lage waren, den Krieg zu finanzieren. Es erhebt sich die Frage, wie lairge werden sie es noch machen können? Wer hält länger aus — sie oder wir? Tie Kriegskoste:: unserer Gegner wer den wachsen, stetige Erhöhung der Preise und damit der Heeres- verpflegungs- und Ausrüstungskvsten. Zu Anfang des Krieges kostete England der Krieg monatlich Vs Million, heute über drei Millionen, Frankreich: Anfang 1 Million, heute über zwei Millionen; Rußland: Anfang 1 Million, heute über 1V 2 Million ?lber muh die in direkten Kriegs kosten werden steigen. Nicht nur vermehren sich die Schulden selber, auch der Schulden dienst wiro immer größer. Die Sckzuldzinsen wachsen nicht nur relativ mit der größer werdenden SchuL», sie wachsen auch progressiv, da sich der Zinsfuß ständig steigert. England fing an be: seiner ersten Kriegsanleihe mit 81/2 Pr>^. — bei seiner amerika irischen Anleihe über 6 Proz. Bei den andern ähnlich Immer höher werden die Zinsen, fote sie gewähren müssen, während Deutsch land seine 4. Kriegsanleihe zu den gleichen Bedingungen; ansgeben kann wie seine zweite. Und wenn kein Wunder geschieht, dann werden unsere Gegner — einschließlich England — in steigendem Maße die Notenpreffe in Anspruch nehmen müssen, so daß schließlich ihre Notdeckung nur zu kleinen Bruchteilen noch aus Gold bestehen wird.
Wenn der Krieg noch bis Ende 1916 dauern sollte, dann wird Frankreich allein zur 'Verzinsung seiner Schulden jährlich 4 Milliarden Mark beanspruchen. Das ist so viel, wie vor dem Kriege der französische iFriedensausgabeetat betrug. Das schon vor den: Kriege unter seinen Stenern schwer seufzende Volk wird also doppelte Lasten zu trage:: haben. Die Lage Rußlands, lediglich vom Standpmrkte seiner Finanzverhälttrisse aus betrachtet, ist natürlich verzweifelt. Die Staatsschulden sind ins Ungemessene gewachsen. Der Vadrta ist infolge der übertriebenen Notenausgabe auf den halben Wert gesunken.
Italiens Finanzlage ist für Jahrzehnte zerrüttet, Englands finanzielle Vormachtstellung ist für immer dahin.
Die Mächte des Vierverbaudes such, zusammengenommen, gewiß auch finanziell betrachtet, keine zu verachtenden Gegner. Aber nicht tmr die Kriegskosten finö entsprechend höher, die Finanzkraft ist auch nicht gleichnväßig verteilt. Rußland und Italien sind verhältnismäßig schwach. Beide chnmm nur so lauge Krieg führen, als sie von den reicheren Bundesgenossen unterstützt werden. Es fragt sich, wie weit und wie lauge diese Zuschüsse reichen. Naturgemäß können die Zuschüsse nur einen kleinen Teil der Kriegskosten ans- machen, den Hauptteil müssen sie selber tragen. Und deshalb wird sich die Frage, wann Erwägungen finanzieller Art den Dierver band zum Friedensschluß geneigt mmhen werden, nicht entscheiden nach dem Zeitpunkt, wann England finanziell erschöpft sein wird, sondern, wann Italien, Rußland, ja selbst Frankreichs Finanzen zu versagen ^ginnen.
Natürlich wäre es frivol, wollte man leugnen, daß auch, für die Zentral machte die Lage ernst sei. Aber besser als die der Entente ist sie zweifellos. Zudem haben wir einige Trümpfe m der Hand. Der Haupttrnmpf: wir find militärisch der Sieger
— kein Beispiel in der Weltgeschichte zeigt uns, daß der Sieger aus finanziellen Gründen zum Frieden gezwungen worden wäre. Wrr verfügen über Länderpfänder, deren Wert weit höher
als alle Kriegskosten, die uns bisher entstanden sind, und Mreßlrch ist es uns bisher so gut wie keinem der Gegrnr gelungen, unsere Kriegsüosten durch langfristige Anleihen zu decken.
Sie werden -nun selber erkennen, daß wir über unsere! finanzielle Lage beruhigt sein können. Freilich gilt das nur m der Voraussetzung, daß das deutsche Volk nach wie vor seine Pflicht tut und das ikberschüssige Geld für 0 « Kriegsanleihe hergibt. Geschieht das nicht, dann wäre ^nnt freurch noch nicht gesagt, daß wir aus Mangel an Geld tfrtfüPtt schließen müßten. Wir würden es nur dann so machen muhen wie unsere Gegner, d. h. mit der Notenpresse. Ter Krieg MvDe dann freilich wohl länger danern. Term zu imsern vielen ^veren Feinden würde ein neuer hinzngekommen sein, die finan-- KI 6 - ^^üiächung, auf die unsere Gegner so lange schon sehn- lumttg als Bundesgenossen gewartet haben. Ein finanzieller Mißerfolg käme einer verlorenen! Schlacht gleich. Wie würden sie jubeln, wce würden sie es ausposannen in alle Welt. „Seht, nur: ist doch ver Herbst gekommen, der den stolzen Wald entblättert hat." Das darf mcht sein!
Zum dierten Male — während das Gebrüll der deutschen Geschütze vor Verdun bis an unser Ohr schallt — ist an uns ^apeimgeblcebene der Ruf ergangen. Wir hören und gehorchen. Ävch von der 4. Kriegsanleihe soll der Chronist schreibe:: können: „L-er Krieg rief, und alle, alle kamen!"
- (Fortsetzung folgt.)
las dem Reiche.
' ^ Die Regelung des Fleischverbrauchs.
Berlin, 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Zu den Meldungen über eine Regelung des Fleischverbrauchs rfahren wir von zuständiger Seite, daß eine solche wohl ^.^orsteht, daß aber bisher noch keine Entscheidung darüber Moffen wurde, ob die Regelung durch die Einführung von meiichkarten oder in anderer Form erfolgt.
Vom Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten München. 16. März. (WTB. Nichtamtlich.) Die fi>. D '^.enz Hofmann meldet: Gestern nachmittag fand
unter dem Vorsitz des Staats- E? SSIfk b f* Außen! Dr. von Hertling eine Sitzung «m.dcsratäausschusses Tür auswärtige Angelegenheiten
statt. Der Reichskanzler gab dem Ausschuß eine ein- gehende Darstellung der gesamten Lage, wie sie sich im gegen 'vart^en Zeitpunkt des Weltkriegs für uns ergibt. Die zu ^Nchlltchen und von dem unerschütterlichen Willen zum Durchhalten bis zu einem siegreichen Ende getragenen Aus fuhrungen des Reichskanzlers beschäftigen sich mit allen wich- Fragen. Die vom Reichskanzler vertretene fand die ungeteilte vertrauensvolle Zustimmung (amtlicher Mitglieder des auswärtigen Ausschusses.
*
Berlin, 16. Mürz. (WTB.) Die Pensionskasse für Ar beiter der preußisch-hessischen Eisenbahnge ^^Ihschaft, die von den ersten drei Kriegsanleihen bö Millionen Reichsschuldbuchforderungen erwarb, zeichnete dre vierte Kriegsanleihe wiederum mit 20 Millionen S chul d buch f 0 rde run gen.
Berlin, 16. Mürz. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme eine Aenderung der Verordnung über den Verkehr mit Kraft fnttermitteln vom 28 .Juni 1915, der Entwurf einer Verordnung betr. Uebertragung von Malzkontingen ten, der Entwurf einer Verordnung über Rohfette u:rd der Entwurf einer Bekanntmachung betr. denNachnahme- Frachtverkehr mit dem Auslande.
Mannheim, 16. März. (Priv-Tel.) Die Zeichnungen auf die vierte Kriegsanleihe gehen hier in sehr befriedigender Weise ein. Nachdem gestern die Städtisch-: Sparkassenzeichnung von 14 Millionen Mark bekannt wurde zeichnete heute die Firma Benz u. Co., Rheinische Auto mobil- und Motorenfabrik, A.-G. in Mannheim, für sich 6 Millionen Mark, für ihre Angestellten eine halbe Million Mark.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 17. März 1916.
** Auszeichnung. Dem beim Großh. Finanzamt Gießen beschäftigten Finanzamtsgehilfen Wilhelm Blank, der seinen Kollegen Wilhelm Stork vom Tode des Ertrinkens gerettet hat ist an: 14. ds. Nits. durch Großh. Provinztaldirektion Gießen die vom Großherzog von Hessen verliehene Rettungsmedaille am Bande überreicht worden.
**Kriegsarbeitides Allg. deutschen Frauen Vereins. Man schreibt uns: Nun hat auch der fünfte Buchsührungskürsus für Handwerkerfrauen und -Töchter sein Ende erreicht. Als die hiesige Ortsgruppe des Alla deutschen Frauenvereins sich die Aufgabe stellte, diese Kurse einz-urichten, war nur an einen, höchstens zwei Kurse gedacht worden; aber der ungeheure Andrang der Frauen und Mädchen zu den Unterrichtsstunden, der zugleich das Bedürfnis der Belehrung erwies, machte immer wieder den Beginn neuer Kurse nötig. Dem Verein wäre es indes nicht möglich gewesen, einer so großen Anzahl von Lernbegierigen die Ausbildung in -der Buchführung zu ermöglichen, wenn sich nicht Herr Reallehrer Appel in selbstloser Weise dem Verein zur Verfügung gestellt hätte. Er hat die vielen Wochen hindurch die Arbeit ohne jede Vergütung geleistet und ihm gebührt der wärmste Dank sowohl des Vereins, als auch der vielen Schülerinnen. In der schweren Zeit des Krieges werden gewiß viele Handwerkersrauen und Töchter das in seinen Kursen Gelernte nutzbringend arv- wenden können.
Militärische Ausbildung der Jugend.
**
Nn den beiden letzten Mittwoch-Menden wurde exerziert und bajonettiert. Am letzten Sonntag wurden Schanzarbeiten aus geführt und die ersten Hebungen im Granaten werfen, worüber Gerichtsschceiber Ranft vorher unter richtet hatte, vorgenommen.
** S t a d t t h e a t e r. Aus dem Stadttheaterbureau schreibt man : Die 14. Dienstag-Abonnements-Vorstetlung, die am 14. d. M. wegen Erkrankung eines Mitgliedes aussallen mußte, wird am Dienstag, den 2i. März, nachgeholt, und zwar wird an diesen: Tage Calderons „Richter von Zalamea" gegeben werden.
** Eierverkauf des Kommunalverbands. Der Kommunalverband hat wieder einen Waggon frische ungarische Eier bestellt, die heute eingetroffen find und in den verschiedenen Verkaufsstellen der Firma Grieb, Dampftiwlkerei Gießen, zum Preise von 13 Pfg. das Stück, in Mengen bis zu 5 Stück verkauft werden.
"Krieqsanleihe-AuSkunftste'lle. Ueber alle die neue Kriegsanleihe betreffenden Fragen wird vormittags von 11 bis 12 Uhr im Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 11, Aus kunst erteilt.
"Gegen st ände aus Kupfer. Messing und Reinnickel sind in der in der Enteignungsanordnung angegebenen Zeit abzulieiern. Letzter Ablieserungstaq ist der 29. März. Nach Schluß der Ablieferungszett wird die Enteignung auf Kosten des Eigentümers durchgesührt. Die Kosten der Zwangsvollstreckung werden von den zur Auszahlung kommenden Beträgen in Abzug gebracht. Näheres ist aus einer amtlichen Bekanntmachung im heutigen Blatte zu ersehen.
** Ter Kreiszuchtverein für Vogel §- berger Vieh hält am Montag, den 20. März d. Js., nachmittags 31/2 Uhr, im Hotel Schütz in Gießen seine Haupt- Versammlung ab.
Landkreis Gießen.
•• Burkhardsfelden, 17. März. Unteroffizier Schäfer von hier, im Jnf.-Regt. 236, dem bereits im August 1915 das Eiserne Kreuz verliehen wurde, erhielt kürzlich auch die Hessische Tapserke:tSmedaille.
" Garbenteich, 17. März. Der Dachdeckermeister Ludwig R u h l von hier, wohnhaft in Duisburg-Meiderich, wurde zum Unteroffizier im 10. Pionierbataillon befördert, Rnhl wurde auch vor kurzem mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. ,
O Dorf-Gill, 16. März. Gestern abend ^and auf dem hiesigen Rathaufe eine Versammlung statt, worin Belehrungen über die Kriegsanleihe erteilt wurden. Viele haben bereits, eingedenk ihrer Pflicht gegen das Vaterland, gezeichnet, und es ist aber, daß die übrigen noch zeichnen werden, waS ihre Verhältnisse gestatten, um dadurch den Helden im Felde ihren Dank abzuttagen und zu ihrem Teil mitzuhelfen, unsere finanzielle Rüstung sicherzustellen.
Kreis Schotten.
Laubach, 17. Marz. Der Tiakonieschwester Elisabeth F e ! d m a n n , die in einem Etappenlazarett in Bialystok in Rußland tätig war, wurde dir R 0 t e K r e u z - M e d a i l l e 3. Klaffe erließen. — Die beiden Wohnhäuser mit Scheuer und Stallungen des verstorbenen Maurermeisters Job. Georg Rühl IV. gingen zun: Preise von 7400 Mk. und 7500 Mk. an Landwirt Wilhelm P i tz II. und Maurer Joh. Friedrich Rühl in öffentlicher Ver- teigerung über. Für Aecker und Liegenschaften wurden hohe Preise erzielt.
Kreis Friedberg.
Bl. Fried berg, 17. März. Zahnarzt Landau von hier wurde die Stelle eines Zahnarztes beim Reserve-Lazc- rett Friedberg mit Wirkung vom 1. März 1916 verliehen.
Morgen feierrr die Eheleute L. Hofmann mrd Frap Hilda, geb. Lion, das Fest der goldenen Hockizeit. — In den Ruhestand tritt nach einer beinahe 40jährigen Dienstzeit Gerichtsvollzieher Wagner. Waaner tvar erst 18 Jahre im Militärdienste, dann über 21 Jahre lang Gerichtsvollzieher. Vor 16 Jahren wurde er hierher versetzt.
Bl. Nieder-Rosbach, 17. März. Schon wieder hat ein Angehöriger unserer Gemeinde, der Sotzn der Witwe
Jüngst, Karl .Heinrich Jüngst, sein Leben für das Vaterland geopfert.
-^odheim v. d H'., 17. März. Dem Landwirt Wrlh. Zipperlein, Jnfanterie-Regtment 116, wurde die Hessische Tapserteitsmedaille verliehen.
0-0 Vilbel, 17. März. Dem Gefreiten Heinr. D e r n v 0 r t von hier, dein: Landsturm - Bataillon Friedberg, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. — Auch an der ai ! e } ^ c . . lüirö sich unsere Gemeinde, und zwar mit 1 4 000 Mark, beteiligen. — Zur Vernreidung der bedeutenden Aufwendungen, bis jetzt annähernd 26000 Mark, die durch dii lange Einquarliernng eines Bataillons unserem Städtchen entstehen, wird die Bürgerineisterei Schritte um Verlegung der Truppen tun.
Hessen-Nassau.
U Marburg, 17. März. Aus dem Viehmarktplatze wurde gestern der diesjährige F r n h j a h r s p f e r d e m a r k t abgehalten. AZenn inan d:e Kriegszeit in Betracht zieht, kann man den Ans- tr:eb als gut bezeichnen. Trotz der hohen Preise, welche jetzt für Pferde angelegt werden müssen, ging der Markt flott.
Märkte.
fc. Wiesbaden, 16. März. Heu- und Strohmarkt. Mau nvtrerte: Heu 8,00-9,00 Mk., Stroh (Krummstroh) 0,00 bis ,00 iL-orf. Alles per 50 Kilo. - Fruchtmarkt. 2lm Frilcht- marklwar nichts angefahren.
Wetteraussichten in Hessen am Samtsag, den 18. März 1916 otcmltcl) luMier, ivocfen, warm.
Letzte Nachrichten.
Der Untergang der „Tubantia".
Amsterdam, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem ber dem Marmestabe eingelanfenen Berichte wurden 377 Schiff- bruchzg'e von der „Tubantta" gelandet, während sich nach den Angaben des holländischen Lloyd 361 Personen an Bord befand«:. Man glaubt, daß diese Differenz auf ein Versehen zurückzuführen nt rmd mmmt an, daß alle Personen gerettet wurden.
Nach einem Bericht aus Enmiden herrschte ein leichter Nebel, öbr den Ausblick auf 4 Meilen Entfernung gestattete.
^ Vlissingen berichtet wird, erzählten dort angekommrm
Schrffbruchrge, daß bei der Explosion ein Teil der Kommandobrücke gerissen wurde und Schiffstrümmer von unten auf das Teä ^schlendert wurden. Tie Ladung und die Post sind verloren.
Nach Erzählungen von Schiffbrüchigen traf die Explosion gleich am Wasserspregel. Das Vorderschifi sentte sich nach der Seite. Als dre Katastrophe eintral, lagen die Passagiere in den Betten. Sie wurden so scchrell wie möglich geweckt. In der ersten Klasse entstand eine Panik, aber der Mfatzung gelang es, Ordnung zu schaffen. Im ganzen wurden 34 Boote ausgefetzt. An der Unfallstelle sah man mehrere Boote und Sch:fssttümmer umhertreib«:. Zur Zeit des Unfalls war kein Schuf in der Umgebung. Später kamen mehrere Fahrzeuge der Mar me, ein Raddampfer der Zeelandgesellschaft Krakatau und der Dampfer Breda.
^Amsterdam, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die chefraen Blätter erfahren, ist der Dampfer „Breda" mit 200 Geretteten und dem Kapitän der „Tubantia" an Bord in Nieuwe- Waterwey angekommen. Ferner hat der Dampfer „Campine" c>0 Personen an Bord und die „Gooredijk" 27 Personen. Auf dem Leichterschiff Noord'hindher befinden sich 65 Gerettete. 92 Personen wurden von den Torpedobooten G 1 und G 5 und dem Marineschiff „Seine" nach Vlissingen gebracht. Die „Krakatau" nahm 87 Person«: auf. Der Unfall ereignete sich zwischen 2 und 3 Uhr 30 früh. Das Schiff sank um 5 Uhr 45.
Der neue französische Kriegsminifter.
Paris, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Hcrvas: Divisionsgeneral Rvques ist zum Kriegsmini- lter an Stelle des airs Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Generals G a l l i e n i ernannt worden.
Kabinettskrisennachrichten aus England.
Amsterdam,17. März. Ueber die Sttmmung im englischen Kabmett sowie in England überhaupt, macht der Londoner Gewährsmann der „Bossischen Zeitung" aus zuverlässiger Quelle folgende Mitteilungen: Man.spricht in Londoner pvlittschen Kreisen von der Möglichkeit eines baldigen Rücktritts von Asauüh, gegen den im letzten Kabinettsrat starke Mißstimmung herrschte. Zwischen Asguith, Grey und dem englischen Finanzminister Mac Kenna besteht aber ein Abkommen, daß keiner von ihnen während des Krieges allein aus dem Kabinett aus trete. M an weiß deshalb noch mcht, wie Asguith die Schwierigkeiten umgehen soll.
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