Ausgabe 
16.3.1916 Erstes Blatt
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TieDaÄH News" meldet: Man gkrubt, daß das Kriegs- «grrtt bei der Einberufung der Verheirateten zu voreilig zu Werke -gegangen ist. Ter Beschluß war offenbar der Regierung nicht zur Genehmigung vvrgelegt worden. Hinter den Kulissen sollen auch noch einige Schwierigkeiten wegen der Mitteilung des Kriegsanrtes vtom Montag abend über militärfreie Berufe entstanden sein. Da vnch bei dieser Frage die Regierung umgangen wurde, sei cs mög­lich, daß das Kabinett die militärsreien Berufe auf den Eisen­bahnbetrieb, die Bergwerke und einige Industriezweige einschränke, in weläien alle Männer im Interesse des Landes an der Arbeit bleiben müssen, und daß eS das Kabinett den Gerichten überläßt, zu entscheiden, ob die Männer in den anderen Industriezweigen, die setzt auch berücksichtigt werden, für den Militärdienst zur Ver­fügung gestellt werden müssen oder nicht. Außerdem würden administrative Maßregeln verbreitet, um die Zahl der Unverheira­teten militärischen Alters bei den Bergwerken und Munitionsfabri­ken zu. vermindern. Inzwischen hat Lord Selborne einer Abord­nung von Bauern neuerdings erklärt, was für ein großes Jnter- ess« die Regierung habe, daß der Ackerbau nicht allzusehr von, männlichen Arbeitskräften entblößt werde. Er sagte in ziemlich scharfen Worten, daß Lord Derby nicht namens der Regierung, sondern im Interesse der eigenen Arbeit gesprochen habe. Tie Daily News" bemerkt dazu. Es werden also von der Regierung doch wenigstens die Ansprüche eines großen Zweiges der Produk­tivesten Einrichtungen des Landes in vollem Umfange anerkannt.

Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen den

frühere« russischen Kriegsminister Suchomlnrow.

Petersburg, 15. März. (WTB. Nichtamtlich.) Ein vom Zaren eingesetzter Oberster Ausschuß zur Unter­suchung der Ursachen, die den Munitionsmangel her­beigeführt haben, entschloß sich, den ehemaligen Kriegs­minister Suchomlinow wegen ungesetzlicher Handlungen vor den Gerichtshof des Reichsrates zu stellen. Der Kaiser hat den Beschluß des Ausschusses gebilligt.

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Der türkische Bericht.

KsnstantiNopel, 14. März. (L . B. Nichtamtlich.) Be­richt des Hauptguartiers. Am 11. März und 12. März feuerten zwei Kreuzer zu verschiedenen Zeiten einige Granaten in die Um­gebung von Tekke Bnrnn und zogen sich dann zuriick. Drei Flugzeuge, welche die Halbinsel Gallipoli überflogen, wurden durch das Feuer unserer Geschütze verjagt. Bon den anderen Fron­en nichts von Bedeutung.

Ein englischer Bericht aus Aegypten.

London, 15. Mürz. (WTB. Nichtamtlich.) Das 'Kriegs­amt veröffentlicht ein Telegramm aus Cairo vom 14. März: Unsere von Genenll Peyton befehligten Truvpen werden heute Soll'um besetzen. % Lager der Sennssi bei Mcroad ist unbesetzt. Die Beduinen-, die sich Mt den Anhängern Said Ahmeds vereinigt haben, sind demoralisiert, enttäuscht und leiden Hunger. Der be­deutende Schei? vvn Ost-Mersa und Matruh ergab sich: die Führer des Auladali-Stanrmes baten um Gnade. Hungernde Beduinen mit ihren Familien kommen in Scharen in unsere Linien, um Nahrung und Obdach zu erlangen, nachdem sie von den Leuten Said Ahmeds beraubt und mißhandelt worden waren.

Diese beruhigende Meldung darf bei uns nicht allzu ernst genommen werden. Es wird sehr viel Schönfärberei dabei sein.

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Dom norwegischen Parlament.

Mristia nia, 15. Mürz. (WTB. Nichtamtlich) Das 'S torthing begann heute die Adrcßdebatte. Der Führer der Rechten, Ha-gerup Bill, sprach feine große Befriedigung über die MinrLerkvnserenz in Kopenhagen aus, die Meder bewiesen habe, 'daß die Regierungen der drei Länder von demselben Willen be- !seelt seien, die Neutralität zu wahren. Der Minister des Ae nßern.erkl ärte, daß seit der Konferenz in Malmö ein stetiges Zusammenwirken zwischen den skandinavischen Ländern bestanden habe, wenn auch keine Konferenzen abgehalten worden seien Staatsminister Knndsen teilte Mt, daß in der Ministerkonferenz in Kopenhagen Einigkeit darüber geherrscht habe, die Unabhängig­keit der skandinavischen Länder während der wirtschaftlichen Kümpfe zu wahren, die nach der Beendigung des Krieges eintreten würden. Da- Heer der Bereinigten Staaten.

Washington, 15. März. (WTB.) Meldung des Reu 'terfchen Bureaus: Das Repräsentantenhaus nahin gegen eine Stimnve eine Entschließung an, durch welche der Präsident autorisiert wird, die reguläre Armee auf ihren vollen Stand von 120 000 Mann zu bringen

Zur dem Reiche.

Der Dmtsche Handelstag und die neuen Steuern.

Berlin, 15. März. (WTB.) Dem ,^okalanz." zufolge 'hat der Ausschuß des Deutschen Handelstages die Notwendigkeit der Beteiligung aller Kreise an der Aus­bringung von Mitteln zur Deckung der dem Reiche durch den Krieg entstandenen großen Lasten anerkannt. Er ist des­halb dem Entwurf des Gesetzes über die Erhöhung der T a- baksteuer beigetreten, um sto mehr, als annähernd alle Fachverbände der Fabrikatherstellung unter Führung des deutschen Tabakvereins im Einvernehmen mit dem Roh­tab ak- und Detailhandel sich bereit erklärten, die geforderten neuen Steuern aufzubringen. Ebenso sprach er sich für die Erhöhung der Post- und Telegraphengebühren aus und für den Frachturkundenstempel, jedoch- mit der Maßgabe, daß diese Gebühren nach dem Kriege wieder beseitigt werden müssen. Der Ausschuß sprach sich ferner nicht gegen die Einführung der Qni ttun g s steuer ans, hebt aber die Bedenken wegen der nicht unbedeutenden Belastung und der erheblichen Belästigung, namentlich für den Kleinverkehr, Kleingewerbetreibende, Handwerker, Pri­vate usw., hervor.

Wer Brotgetreide verfüttert, versündigt sich am Vaterlande!

Aus Stadt «nd Land.

Gießen, 16. März 1916. Zur vierten Kriegsanleihe.

Es kann rricht dankbar genug anerkannt werden, daß eine große Anzahl vaterländisch gesinnter Männer und Frauen bemüht ist, für die vierte Kriegsanleihe werbetätig zu sein und Aufklärung uird Belehrung über sie in die wei­testen Bevölkerungsschichten zu tragen. Trotzdem sind noch ilnmer haltlose und unrichtige Gerüchte im Umlauf, die stets wieder auf treten und sich so hartnäckig erhalten, daß man auf den Verdacht kommen könnte, sie würden von einer unserer nationalen Sache feindlichen Seite in die Welt gesetzt und genährt. Vor allem ist es die Stenerfrage, die fortdauernd Anlaß zu grundlosem Gerede gibt. Es kann demgegenüber nur immer wieder betont werden, daß die Steuerbehörden von den Vermittlungsstellen keine Aus­kunft über die .Kriegsanleihezeichnungen erhalten, und daß niemand im Reiche daran denkt, die Besitzer der .Kriegs­anleihen in irgendwelcher Hinsicht schlechter zu behandeln, als andere Steuerpflichtige. So rft es ganz ausgeschlossen, dafl irgend eine Sondersteuer, z. B. irr Form einer Kupon­

steuer auf die Kriegsanleihen gelegt werden könnte. Ins­besondere haben auch Kriegsanleihe und Kriegsgewinnsteuer ganz und gar nichts miteinander zu tun. Kriegsgewinn­steuer muß jeder bezahlen, der während der Kriegszeit sein Vermögen vermehren konnte, mag er die Vermögensver­mehrung angelegt haben in Kriegsanleihe oder in anderen Wertpapieren oder in Grundstücken oder in Teppichen oder sonstigen Llprusgegenständen, oder mag er sie noch unan­gelegt besitzen. Wer sein Verinögen nicht vermehrt hat, zahlt keine Kriegsgewinnfteuer, auch wenn er noch so viel Kriegs­anleihe besitzt, die er ja z. B. aus rückgezahlten Kapitalien, aus dem Erlös verkaufter Grundstücke oder Wertpapiere er­worben haben kann. Ist aber der Besitzer 5 prozentiger Kriegsanleihe einschließlich der Schuldbuchsorderungen oder 5 prozentiger Schatzanweisnngen zur Kriegsgewinnfteuer veranlagt, so genießt er den Vorteil, daß er diese bei der Entrichtung der Steuer in Zahlung geben kann, und zwar zuni Nennwert, .so daß er den Unterschied zwischen dem Nenn­wert und dem Ausgabekurs, bei der vierten Kriegsanleihe IV 2 Mk. von je 100 Mk., gewinnt.

Ebenso grundlos sind die Besorgnisse, die sich an die Unkündbarkeit bis 1924" knüpfen. Diese Klausel hat nur die Bedeutung, baß das Reich vor dem 1. Oktober 1924 die Anleihe nicht kündigen und also auch den Zinsfuß nicht herabsetzen kann, auch- wenn es beispielsweise durch etite erhebliche Kriegsentschädigung, dazu instand gesetzt werden sollte. Sie dient demnach nur dem Vorteil des Zeichners, dem sie den Genuß des ungewöhnlich hohen Zinses von 5 Prozent bis 1921 sichert, während der Zeich­ner seinerseits nicht etwa für diese Zeit auf die Verfügung über.sein Kapital verzichtet, sondern seine Anleihe verkaufen oder verpfänden und überhaupt darüber wie über jedes ^andere Wertpapier jederzeit verfügen kann. Nur der Schuld­buchzeichner, der dafür aber auch die Anleihe um 20 Psg. billiger erhält, unterwirft sich einer Sperre bis zum 1. O k- tober 1917, das heißt, er verpflichtet sich, bis dahin die Forderung im Schuldbuch bestehen zu lassen. Von dieser Sperre kann aber durch das Reichsschatzamt Dispens erteilt werden, lntb dies geschieht in allen Fällen, wo trifft,ge Gründe vorliegen, in entgegenkommendster Weise.

Wer künftige Ersparnisse oder künftig füllig werdende Kapitalien in Kriegsanleihe anleaen will, kann sich be­kanntlich einstweilen ,die Mittel durch Verpfändung von Wertpapieren bei den D a r l e h n s ka s s e n beschaffen. Ganz unbegründet siitd die zur Sprache gekommenen Besorgnisse, daß diese Darlehen etwa zur Unzeit gekündigt werden könnten. Die Darlehnskassen werden nicht nur für die Dauer Des Krieges, sondern jedenfalls auch noch einige Zeit nach­her offengehalten werden, und jeder Kriegsanleihezeichner kann von ihnen die weitgehendste Rücksichtnahme erwarten.

. Mehr der Sonderbarkeit wegen sei noch erwähnt, daß immer wieder die Frage auftaucht, ob die Kriegsanleihe mündelsicher sei. Selbstverständlich ist dies der Fall, ja man kann sogar sagen, daß die Kriegsanleihe unter den nründelsicheren Werten Deutschlands den ersten und vor nehmsten Rang cinnimmt. Dies .gilt gleichmäßig von samt lichen vwr »Kriegsanleihen, die sich überhaupt hinsichtlich der Sicherheit und .des inneren Wertes in jeder Beziehung gleichstehen. * J 3

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'* Beförderung. Zum Leutnant der Reserve befördert wurde Vizewachtineisler B r ü ck m a u n , Gießen, und Vizewachl- inelster Ferdinand Meyer, Friedberg; zum Assistenzarzt der Land webr 1. Aufgebots wurde der Unterarzt Rademacher, Gießen, befördert.

** Auszeichnung. Sanitäts-Unteroffizier G Stammler wurde mit dem Hess. M i l i t ä r - S a n i t ä t s k r e u z am Bande der Hess. Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet.

* Amtliche Personal Nachrichten. Die Groß­herzogin hat am 11. März dss. Js. den vom Graten zu Erbach- ^urstenau auf die zweite evangelische Psarrstetle zu Michelsladt präsentierten Pfarrer Friedrich Müller zu Ober-Mossau für diese Stelle bestätigt.

** Wer Kriegs anleihe zeichnet, hilft den Kri eg ab kurzen! Das wird seder leicht ein sehen, der sich klar macht, datzj die tfenroc aus Mangel an militärischen Erfolgen ihre Hoff­nung mm noch auf ein rmrtschaftliches Versagen Deutschlands ,etzen. ^rese Hoffnung wird vernichtet durch ein. nmchtiges Zeich­nungsergebnis. Denn eine große Milliardenziffer iv-ürde dem Feinde die Augen darüber öffnen, daß das deutsche Volk mit seinem Können und mit seinem Wollen keineswegs am Ende ist. Das Mer würde der Feind amiehmen, wenn das Zeickmungsergebnis weniger glanzend f-en: sollte. Aus einem weniger guten Zeichnungs ergebnis würde vermutlich auch der Schluß gezogen werden, daß bei unsdas Vertrauen fehle. Daß. das alles grundfalsch ist, wissen wir am besten. Ter Feind aber würde in seinen Hoffnungen neu belebt und in seiner Widerstandkraft bestärkt werden So er­gibt sich für jeden Einsichtigen, daß nur ein glänzendes Ergebnis den Erreg ab kirnen kann und ein weniger gutes Ergebnis ihn ver­längern muß.

** Die Stadt Gießen hat sich an der vierten Kriegsanleihe mit 300 000 Mark beteiligt. Die BetMligung^der^Stadt mr den früheren Kriegsanleihen be-

** Der Verein fürSterbeunterstühnng hielt am Sonntag, den 5. Marz, im Restaurant Sauer seine Hauptversamm- ab, die von etwa 50 Mitgliedern besucht war. Der Vorsitzende des Vereins, Schuhmachermeister S e i d e w a n d . gab den Ge­schäftsbericht, in dem er mitteilte, daß von den Mitgliedern etwa 200 im Felde stünden, wovon bis jetzt sechs gefallen seien. Das Fahr 1916 habe für den Verein seit seinem Bestehen die meisten Sterbefälle aufzuweisen. 38 Sterbesälle waren zu verzeichnen, wo­für von dem Verein an die Hinterbliebenen ein Sterbegeld von 10 260 Mk. zu zahlen war. Hieraus gab Rechner D i e h l den Rechenschaftsbericht, aus dem zu ersehen war, daß die Gesamt- emnahme einschließlich Kassenbestand im verflossenen Geschäftsiabre 30 336.65 Mk.. während die Gesamtausgabe 12 408,46 Mk. betrug ^ ba« am Ende des Geschäftsjahres ein Kassenbestaud von 17 928 Mk. 14 Psg. verblieb. Außerdem besteht noch ein Ausstand an Beitragen m Höhe von 3300 Mk., der bei Abschluß des Jahres noch nicht kassiert werden konnte. Die M i t g l 1 e d e r z a h l be­trug Anfang 1915 1594. Eingetreten sind iin Laufe des Jahres 29 durch Tod oder Austritt 42, so daß Ende 1915 noch 1581 Mitglieder dem Vereine angehörten. Der Verein hat sich an der 1. und 3. Kriegsanleihe mit zusanrmen 1000 Mk. beteiligt ^er Antrag des Vorstandes, das Sterbegeld bei 270 Mk. zu belassen wurde ohne Aussprache angenommen. Bei der alljährlich zu er­folgenden Wahl wurde die bisherige Verwaltung durch -wruf wredergewählt. 0

** Warnung vor dem Bezüge ausländischer Butter. Zur Einführung der Butterkarte wird in den Zei- ttmgen vielfach betont, daß durch die Butterkarte der Bezug Vm, von mrswärts nicht gehindert sein solle. Diese Mitteilung ^icht sich selbstverständlich nur ans vvm Lande bezogene deutsche Buttn, ist aber vielfach dahin mißverstanden worden, daß auch der Bezug von Butter aus dem außerdeutschen Auslande frei-- gegeben sei. infolgedessen haben sich in letzter Zeit wiederum die Bestellungen von Butter im Auslande vermehrt. Die Besteller Erhalten dmrn von der Zvllbehörde die zutreffende Mitteilung, dstter nach wie vor sofort mr die Zentral-Ein- kaufsgesellschast nr. b. H. in Berlin abgeliefert werden muß und haben zu dem Aerger über die Fortnahme der Butter Mich noch Bf der Regel pekuniären Schaden. Es muß daher dauernd von dem ^Rzuge ausländischer Butter abgeraten werden. Die Zentral-Ein- kaussgesellfchaft m. b. H. ist,aus Grund der in der letzten Zeit ge­

machten Erfahrungen genötigt, die Beschlagnahme ausländischer Butter mit allem Nachdruck durchzuführen.

** Ge st ohlen wurden in der Nacht zum 14. 8Rärz aus einem außerhalb der Stadt gelegenen Garten zwei weibliche Stallhasen, ein grauer und ein schwarz- lvcißer mit schnretterlingartigem Abzchchen über dem Maul.

Ferner wurden in der verflossenen Nacht aus einem un­verschlossenem Hofe zwei Bettkolter entwendet, die auf der einen Seite rot und auf der anderen gpau sind. Sachdienliche Mitteilungen werden von der hiesigen Krimi­nalpolizei entgegengenommen.

** Die Ablieferungsfrist der beschlagnahme ten Metallgegenstände läuft am letzten dieses Monats ab.

Wer sich weiterhin säumig zeigt, hat neben den unvermeidlichens Kosten mancherlei Unannehmlichkeiten zu erwarten und setzt sich nicht unbedeutenden Strafen aus. Tie neueste Bekannt-, machung vom 15. März 1916 läßt einige Ausnahmen zu; diese und die Strafbestimmungen sind in der heuttgen Nummer unseres Blattes wich erholt zum Abdruck gebracht.

Ihr 2 5 j ä h r i g e s D i e n st i u b i l ä u m als Putzirau in der medizinischen Klinik iciert heute die Witwe Elisabeth B ol b e t h.

Landkreis Gießen.

^ c. Muschenheim, 16. März. Karl Eller (Sohn des Hemrich Eller V.) vom Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 116 wurde die Hessi­sche Tapserkeitsmedallle verliehen. Eller steht schon seit Anfang des Krieges im Felde und wurde im August 1914 an der Hand und am Arm verwundet.

! No n n c n r 0 t b, 16. März. In Rußland starb den Helden- tod M u S f e t re r Eller infolge eines Kopfschusses, den er auf Vorposten erhielt. Der Gefreite Weber erlag in einem Feld- wächclt seinen Verwundungen, die er bei den letzten Kämpfen um Verdcm erlitt.

e. Grünberg, 16. März. Leutnant der Reserve Karl Heutzeuröder erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille, nach­dem chm bereits vvr längerer Zeit das Eiserne Kreuz verliehen ivorden ist.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 15. März. Hier itnb nt NiÄdn fanden vorgestern und heute die amtlichen Frühjahrs-Konfe­renzen der Lehrer des Kreises statt. Seit der letzten ^ersauimlung sind weitere drei junge Lehrer des Kreises, nämlich der Leutnant b. R. Lehrer Jäger in Berstadt, Zehrer Fuchsin Büdingen und Schnlverwalter Kühler in Nieder-Mockstadt den Heldentod gestorben; ferner ist Zehrer Vcetz in .Harn-Gründau einem schweren Leiden er­legen Der Vorsitzende der Konferenz, Schulrat Bald auf von hier, tordmete den Toten einen ehrenvollen Nachruf. Die lehr umfangreiche Tagesordnung umfaßte die Bekanntgabe verschiedener Ausschreiben, die Fürsorge für die Kriegs­beschädigten, die Disziplinarmittel gegen die Verwahrlosung oer fügend, das Verbot der Teilnahme von Schulkindern an Leichenbegängnissen von Verstorbenen, die einer anstecken­den Krankheit erlegen sind, und die Beteiligung der Schulen an der 4. Kriegsanleihe^ Den Hauptgegenstand der Verhand- lurrgen bildete zuletzt die Besprechung der neuen Anleitung zur Erteilung des evangelischen Religionsunterrichts. Hierzu hatten die Lehrer von ein-, zwei- und mehrklassigen Schulen ausführliche Referate übernommen. Die im ersten Jahre nach dem neuen Lehrplan gemachten Erfahrungen gaben zu regen Aussprachen Veranlassung.

' . rdda, 15. März. Bon hier haben in den letzten Tagen wieder drei Krieger des Jnf.-Regt. Nr. 116 den Heldentod aus dem Schlachtselde gesunden, nämlich Metzgermeister Reinhard Merßner, Lehramtsassessor Dr. Kvrl Gatzert und Metzger- geselle Mar I e n d r 0 s z e k. Letzterer ist der vierte tzleselle eines hiesigen Meisters, der aus dem Felde der Ehre starb. Das Eiserne Kreuz erhielten Uhrmackwr Moritz Levi, Jnf.-Regt. 116, und Weiß bindermeister Karl Walther, Unteroffizier bei einer >cnnrtwnskolvnne. Ter Assistent beim hiesiaen Kreisvermessnngs- amt, Geometer Th. Spanier, bei einer 'Fernsprechabteilung im Osten, erhielt das Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge anr rot-weißen Bande.

# Büches, 16. März. Der Pionier Kimpel erhiekt die Hessische Tapserkeitsmedaille.

G B u r g - B r a ch t, 16. März. Die Heffische Tapfer- keitsinedaille erhielt der Gefreite Heinrich.

4P Hainchen, 16. März. Auf dem Felde der Ehre starb infolge schwerer Verwundung der Unteroffizier H ü h xu

Kreis Alsfeld.

g. Alsfeld, 16. Mävz. Trotz dev Ungunst der fchrveren Kriegszeit, und unbeschadet der allenthalben mmtgelnden Arbeitskräfte, hat es die Eisenbahnverwaltung ermöglicht, daß die Inbetriebnahme der Reststrecke Grebenau-'Als­feld mit den Bahnhöfen Schwarz und Eifa der Eisen­bahnneubaulinie NiederaulaHersfeld am 1. April d. I. erfolgen kann. Die 33,4 Kilometer lauge Häuptling Niederaula Alsfeld stellt im Anschluß an die be­stehende Nebenbahn HersfeldTreysa, eine lang-^ erstrebte Verbindung zwischen den verkehrsreichen Kreis­städten Hersfeld in Preußen und Alsfeld in Hessen lytc urtb verkürzt den Reiseweg zwischen Gießen und Bebra ganz wesentlich. Die Einführung der neuen Bahnstrecke in den Bahnhof Alsfeld erfordert neben umfangreichen Erd- - und Oberbauarbeiten auch eine Berleanng der HauptbalM^- FuldaGießen auf 2 Kilometer Länge. Für die Be­arbeiten der gesamten Neubaustrecke ist ein Kostenaufwand von rd. 11500 000 Mark vorgesehen.

op. Aus dem Ohmtal', 16. März. Borgestern flog die erste, her bemerkbare Schar von Kranichen über unsere Ge­markung, ein Zug von etwa 25 Stück. Die Kraniche gelten als Boten des Frühlings, und prompt ist ihrem Rückstrlch der Früh­ling gefolgt.

np. O b e r - O h m e n, 16. März. Ein Stück aus der alten Zelt lst mit dem Tode der hier verstorbenen 80 Jabre alten Anna Marie B a st dahingegangen. Sie war Botenfrau und besorgte ganz so wie in alter Zeit die Botengänge zwischen Grnnberg, Ober- Ohmen und Ruppertenrod. Das hat Tie ein Menschenalter hin­durch treu und redlich getan, bis das Alter chr den Wanderstab entwand.

e. Wind Hausen, 16. März. Welchen Erfolg die Klein­arbeit des Lehrers in der Volksschule zeitigen kann, zeigte sich hier. Bei einer Einwohnerzahl von 400 Seelen zeichneten die 52 Kinder der hiesigen Schule den ansehnlichen Betrag von nahezu 3000 Mk.

Kreis Friedberg.

Bl. B'utzbach, 16. März. Dem Wachtmeister Georg Schmidt von hier, zicrzeit in einem badischen Artillerie-Rem^ ment, der bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Badischen Tapserkeitsmedaille ist, würbe nun auch die Heffische Tapserkeits­medaille /verliehen. Ebenso erhielt der Unteroffizier Wilhelm H i l d, ein Sohn des Weichenstellers Hlld, die Hessische Tacher- keitsmedaille. Das Eiserne Kreuz hat er schon im vergangenen Jahre erhalten.

er dl. Klein-Karben, 16. März. In der Wirtschaft von Frau Beck fmid eine gut besuchte Versamnrtnng des Krieger- Vereins statt. Lehrer Flach, Groß-Karben, hielt einen fesseln­den Vortrag über: Hindenburg und seine Kämpfe im Ostens Reicher Beifall jourde dem Redner zuteil. Nach ihm sprach Lehrer Will, der Bezirksvorsitzende, in eindrucksvoller Weise über un­sere ernste Zeit. Zum Schlüsse seiner Ansprache überreichte er dem Vorsitzenden unseres Vereins, Lehrer C o st, die vom Präsi­dium der Hassia verliehene Ehrentafel. Nachdem noch einige geschäftliche, besonders das Unter stütz ungstvestn betressenden Fragen erörtert waren, schloß ider Vorsitzende die Bcrsammlimg mit einem Hoch aus den Großherzog und die Hassia.

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