Ausgabe 
6.3.1916 Erstes Blatt
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gliederte zur Ausstellung freiem Zutritt. Nicht Mitglieder zahlen 20 Pfg., die iljncn im Falle des Beitritts zum Verein auf den Mitgliedsbeitrag angerechnet werden. (Siehe Anzeige!)

Auf die Ko chvorführungen, Neustadt 60, sei nochmals aufmerk,am gemacht. Tie hierzu ausgegebenen Karten gelten ,vie folgt: Nr. 51100 Montag. 6. März. 87 4 Uhr, 101150 Mitt­woch. 8. März. 8V4 Uhr. 151200 Donnerstag, 9. März 4V- Uhr, 251-300 Montaq. 13. März. S 1 /^ Uhr.

"* Eine öffentliche S i tz u n g d e s P r 0 v i n z i a l - a u s f ch u s s e s der Provinz Oberhessen findet am Samstag, den 11. März 1916, vormittags 9 Uhr. nn Sihnngssaa'e des RegierungS- oebäudes hier statt. Ans der Tagesordni>ng fleht: I. Ablösung der Steuerfreiheit der Freiherrlich Riedesel'fchen Grundstücke in den Gemarkungen: Landenhansen. Rixfeld, Reichlos, Schadges. 2. Klage der Emma Paulzen zu Gießen gegen Grosch. Kreisamt Gießen wegen Versagung des Wandergewerbefchelns für 1916.

** Keine Beschlagnahme der Viehbestände. Von unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt: Dem Verneh­men nach ist in Kreisen der Landwirte die Ansicht ver­breitet, daß ihre Viehbestände demnächst beschlagnahmt würden. Wie man uns von zuständiger Stelle mitteilt, ist diese Auffassung unzutreffend. Ebensowenig ist ein all­gemeines Verbot des Haus schlachte ns in Aussicht ge­nommen. Im Großherzogtum Hessen wurden lediglich ein­schränkende Bestimmungen hierfür erlassen. Sie waren not­wendig, weil in letzter Zeit viele Personeit, die früher nie­mals daran gedacht hatten, selbst zu schlachten, glaubten, sich setzt reichlich mit Fleisch versehen zu müssen. Hierdurch wurde die Allgemeinheit empfindlich geschädigt, ganz ab­gesehen davon, . daß das eingehamsterte Fleisch in vielen Fällen nicht sachgemäß behandelt und anfbewahrt und damit dem Verderben ansgesetzt wird und auch vielfach noch ganz unreife Tiere zur Schlachtbank kommen. Hausschlachtungen sollen, von besonderen Ausnahme- fällen abgesehen, nur von solchen Personen voraenommen werden, die die Tieve selbst an.fgerogen und gemästet haben.

** Fün f Pfund Fett sind in der jetzigen Zeit ein begehrenswerter Gegenstand und werden um so begehrens­werter, wenn man sehen muß, daß jemand sie höflich vom Lieferanten versprochen bekommt, wenn eben dieser Lieferant gleich darauf einem selber ein halbes Pfund verweigert mit per Begründung, er Hube selber keins. So ging es dieser Tage einem Landstürmer in einem hiesigen Geschäft: Eine Dame bestellte unter Angabe ihrer Wohnung fünf Pfund des begehrten Artikels, den sie abholen lassen toerde, der Landstürmer aber mußte bedrückt und fettlos wieder Ab­ziehen. Jur festgesetzten Stunde erschien denn auch die girädige Frau, ihren Vorrat in Empfang zu nehmen; sie mußte aber zu ihrem Erstaunen hören, daß derselbe gerade vor einer halben Stundein ihrem Auftrag" abgeholt worden sei. Des Rätsels Lösung war nicht schwer; da mußte der Landstürmer seine Hand im Spiele gehabt haben. Die Moral dürfte sein: (Ärtweder seine Fettbestellnng dem Meister ins Ojhjr zu flüstern oder aber urid das ist besser imr so viel KU verlangen, daß guch bescheideneren Mit­menschen etwas verbleibt.

** Der Postscheckverkehr hat den Zweck, den bargeld­losen Zahlungsausgleich möglichst zu fördern und den.Zahlungs­verkehr zu vereinfachen, zu verbilligen und zu beschleunigen. Die Vorteile des Posts checkverkehrs bestehen für den Einzelnen darin, daß der Inhaber einer Postscheckrechnung bei Zahlungsleistungen weder ans die Post zu gehen braucht, um Postanweisungen anfzuliefern, noch andere Gänge zu diesem Zweck ausznsühren hat. Er hat es auch nicht nötig, deshalb bares Geld bei sich in der Wohnung oder auf dem Geschäftszimmer bereit zu halten und aufzubewohren. Seine Postscheckgelder sind vielmehr vor Verlusten durch Diebstahl oder Feuer gesichert. Er weist seine Zahlungen einfach vom Schreibtisch aus an und läßt diese Auf­träge den: Postscheckamte, das eine Scheckrechnung führt, in einem gewöhnlichen Briefe zugehen, den er in den nächsten Briefkasten steckt. Wie die Erfahrung lehrt, kann der Inhaber einer Postscheck­rechnung servier damit rechnen, daß bei dm Vorteilen, die seinen Schuldnern durch die bekannte blaue Zählkarte geboten werden, die Rechnungen schneller als bisher bezahlt werden. Da auch die Ge­bühren im Postscheckoerkehr niedrig sind, empfiehlt es sich für jeden, der einen irgendwie nennenswerten Zahlungsverkehr hat, sich eine Postscheckrech­nung eröffnen zu lassen. Hier in Gießen beftnden sich bis jetzt 187 Postscheckkunden.

Landkreis Gießen.

tt. Treis a. d. Lda., 4. März. Gestern nachmittag ging ein ckwa IX Meter hoher Luftballon aus rotem Seidenpapter nit der Nummer 4, der mit einer in Zeitungsvapier eingebundenen leinen Menge Erde beschwert war, m unserer Gemarkung nieder md wurde von einem im Felde beschäftigten Schulknaben un­versehrt geborgen. Den Heldentod sürs Vaterland starb am 10. Februar ds. Js. der Wehrmann Adam Hosmann von hier im Lazarett zu Ehavignou. Am 26. v. Mts. siel vor Verdun der Reservist Heinrich Nuhn, nachdem er an Kaisers Geburtstag mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden war. Beide standen von Anfang des Krieges an im Felde. Mit ihnen hat unsere Ge­meinde jetzt 21 Gefallene.

Kreis Schotten.

lH Laubach, 6. März. Zwei Oberprimaner des hiesigen Gymnasiums haben sich am 3. März mit Erfolg der mündlichen Maturitätsprüfung unterzogen, sie haben die Einberufung zum Heeresdienst bereits erhalten. Vom westlichen Kriegsschau­platz sind in den letzten Tagen wieder Verwundete hierher ge­kommen, so daß im hiesigen Lazarette nun 45 Beiten belegt sind. Tie Landwehrleute Hermann G ö b e l, Wilhelm Frank, Friedrich Jäger, Karl Henning und Friedrich Krauß fitib bei den Kämpfen vor Verdun teils schwer, teils leichter verwundet worden.

Gonterskirchen, 6.März. Bei den heftigen Kämpfen tm Westen bat der Unterossizier M e u r e r den Heldentod für das Vaterland erlitten.

Kreis Friedberg.

** Bad-Nauheim, 6. März. Bis zum 2. März 1916 waren hier 1991 Kurgäste angekommen. An Bädern wurden blS dahin 28 428 abgeaeben.

0 0. V i l b e l, 6. März. Gestern nacht drangen zwei große Hunde in die auf dein Felde eiiigepserchte Schafherde des hiesigen Cchäfereibesitzers H a r t m ei it u und zerrissen 9 Stück Schake. Diele Schafe sprangen über die Psercheinfriedigung und irrten bis zu ihreni Eiiifangen in der Geiiiarkimq umher. Infolge der zur­zeit herrschenden hohen Fleischpreise ist der Schaden bedeutend, zu­mal das Fleisch der zerrisieuen Schafe sich als ungenießbar er­wiesen hat. Die Eigentümer der betreu Hunde konnten bis je§t nicht ermittelt werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

0. Mainz, f>. März. In der letzten Sitzling der Stadt­verordneten -wurden die Unterstützungssätze für Kriegs­teil, »ehmer-Angehörige um 10 Prozent erhöht und zwar mit Wirkung vom I. Februar ab. Die Stadt hat damit int Jahre 400 003 Mk. mehr für Unterstützungen auszubringen. - Für die Eriveiterung des Elektrizitätswerkes wurden 1500 000 Mk. beivilligt. Den Erlaß einer Orlssatzuna über die Einführung des Bedürfnis- nachwe tf es für Wirtschaft eil wurde zugestintmt. Die Sozialdemokraten lind Stadtverordneter Schä'er sprachen sich gegen die Einführung aus. An der Gründuna einer T r e u h a n b- gesellschait und Hckfskajse durch den Mainzer Schutzverband für Hauseigenti'uner beteiligt sich die Stadt mit 5000 Mk. Für die Anlage eines E h r e n f r i e d h 0 fs für verstorbene Krieger wurden 2200 Alk. beivilligt.

= Mörfelden, 6. März. Beim Bau vonUnterständen* in einer ©cuibqrube stürzte plötzlich ein Teil der Grube ein und begrub zwei Schulknaben. Während der eine nori) gerettet werden könnt", wllrde der zlvölijährige Schüler Christian Weg als Leiche aus den Sandmassen heroorgeholt.

ffrdS Wetzlar.

ra. Wetzlar, 5. März. Die Jahresrechnung der Stadt- kasse für 19>4 mit 3724 Belegen gegenüber 3806 mt Vorjahre schließt ab tu Einnahme mit 1 368 708,23 Mk., in Ausgaben 1 344 3 i6,37 Mk, mithin einelii Bestandsüberschuß von 24 371,86 Bit - Für Kriegszwecke »vlirdeu bisher insgesamt 966 008,22 Mk verausgabt und 946 147 Mk. zurücker'laltet.

ra. Krofdorf, b. März. Lehrer Jäger von der hiesigen Schule ist auf Anordnung der Schulbehörde für die Kriegsdauer au die Schule zu Salzböden versetzt.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 5, März. Im laufenden Steuer- i a b r stellen die 18 Millionen Mark Gemeindeeinkommensteuer für Frankfurt einen Kopssatz von 39,73 Mk. dar. Die Stadt steht damit in Bezug auf die Gesamtsteuersumme an zweiter Stelle im Reich. Nur Wilmersdorf erhebt 45,94 Mk. Die gesamten Gemeindesteuern bringen in Frankfurt 27 208 600 Mk. oder 60,06 Mk. auf den Kopf. Hier steht Frankfurt neben Wilmersdorf und Charlottenburg an dritter Stelle. An 90. Stelle unter den 110 kreisfreien preußischen Städten steht Frankfurt mit feinet: 150 Prozent Einkommensteuer­zuschlag.

Frankfurt a. M., 5. März. Professor Tr. Friedrich Ko epp, bisheriger Ordinarius der klassischen Archäologie in Münster, und vom 1. April ds. Js. ab Direktor der Römisch-Ger­manischen Kommission des Kaiserlich Archäologischen Instituts in Frankfurt a. M., wurde zum ordentlichen Honorarprofessor an der hiesigen Universität ernannt. Prof. Dr. Koepp, der im 56. Lebensjahr steht, wurde zu Biebrich a. Rh. geboren und unternahm zur Vorbereitung auf sein Lehramt große Studienreisen nach Italien, Griechenland, Kleinasien und der Türkei. Von 1992 bis 1896 wirkte Koepp an der Universität Berlin als Privat­dozent, seit 1896 gehört er deni Lehrkörper der Universität Münster an. Unter seinen fachwissenschaftlichen Werken sindAlexander der Große",Die Römer in Deutschland" und die dreibändige Archäologie" besonders zu nennen.

sc. Wiesbaden, 5. März. Prinzessin Elisabeth zu Schaumburg-Lippe begeht heute in ihrer Villa an der Nerobergstraße ihren 75. Geburtstag. Die Prinzessin hat sich, seit­dem sie hier Aufenthalt genommen, seit 1868, überaus in der werktätigen Nächstenliebe und auf dem weiten Gebiet der vater­ländischen Wohlfahrtsbestrebungen hervorgetan. Seit 1883 steht sie an der Spitze des Verbandes der Vaterländischen Frauen- veveine im Regierungsbezirk Wiesbaden und des Zweigvereins der Stadt Wiesbaden. Prinzessin Elisabeth ist die Tochter des verstorbenen Fürsten Georg zu Schaumburg-Lippe, des Großvaters des jetzt regierenden Fürsten Adolf. Sie vermählte sich am 13. Ja­nuar 1866 mit dem nunmehr verstorbenen Prinzen Wilhelm, späteren Fürsten von Hanau, eines Sohnes des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen. Die Hochzeitsfeier­lichkeiten wurden in dem Schicksalsjahre des Kurfürstentums in Frankfurt a. M. im Englischer: Hose mit großem Gepränge be­gangen, König Wilhelm von Preußen hallte auch einen Ver­treter gesandt, die kirchliche Trauung vollzog der bekannte Frank­furter Geistliche Oberkonsistorialrat Ehlers. Die Ehe wurde jedoch bereits 1868 geschieden, worauf die Prinzessin ihren Wohn­sitz in Wiesbaden nahm.

ul. Limburg, 5. März. Morgen tritt die neue Verordnung des Magistrats betr. Einführung der Butterkarte in Kraft. Don da an sollen wöchentlich ein Viertelpfund Butter auf den Kopf der Bevölkerung verabreicht iverden.

Gietzener Strafkammer.

th. G re ßen, 5. März.

Am Freitag verhandelte die Strafkammer unter Vorsitz von Landgerichtsrat Wiener einen juristisch recht verwickelten, der Sachlage nach allerdings sehr einfachen Fall. Cs handelte sich um falsche Beurkundung und Viehseuchenvergehen. Ter Schwernehändler W. K. von Friedberg hatte im Mai v. Js. aus Hannover einen Transport von etwa 50 Ferkeln bezogen, die er unmittelbar nach Ankunft auf hessischem Gebiet ans einem oberhessischen Viehmarkt zum Verkauf brachte. Der Handelsmann hat damit gegen die durch das Kreisamt erlassenen Vorschriften zur Bekämpfung der Seuchengesa.hr verstoßen, indem er die aus dem preußischen Ausland eingeführten Tiere nicht 12 Tage in Quarantäne gehalten hat, ehe er dieselben in den Verkehr brachte: er hat weiter gegen die Vorschrift verstoßen, die eingesührte:: Ferkel nach Ankunft durch einen beamteten Tierarzt untersuchen zu lassen. Ferner hat er es unterlassen, der Vorschrift zu genügen, wonach er als Viehhändler verpflichtet war, das betreffende Vieh in ein dazu bestimmtes Kontrollbuch einzutragen. Weiter verfehlte sich der Angeklagte, indem er den Beigeordneten R. von Bermutshain anstiftete, ihm Ursprungszeugnisse ausnistellen. wonach ein Teil der hannoverischen Ferkel aus den St llen mehre ec namhaft ge­machten Bermutshainer Züchter herrühren sollten. K. machte dann von dieser erlangten Urkunde, wissend, daß die darin ange­gebenen Tatsachen falsch waren, dem auf den: Viehmarkt kontrol­lierenden Gendarmen geger:über zum Zwecke der Täuschung Ge­brauch. Da die in Bermutshain erlangten Ursprungszeugnisse nicht für den ganzen. Vorrat hinreichten, den K. auf den Markt bringen wollte, veranlaßt« er die Ehefrau des Scksweinehündlers Ang. Will). Kl. in Bellersheim, ihm weitere Urkundszeugnisse ausstellen zu lassen, wonach ein Teil der Ferkel, die er aus Hannover einge­führt hatte, Bellersheimer Zuchten entstammen sollten. Erst mit den falschen Ursprungszeugnissen war es möglich, die eingesührte Ware ohne weitere Umstände und Kosten im Großherzogtum bezw. in Oberhessen -an den Mann zu bringen.

Der Friedberger Handelsmann war im großen und ganzen geständig. Auch die Ehefrau Kl. gab zu, dem Kollegen ihres im Felde stehenden Mannes behilflich gewesen zu sein, nachdem dieser ihr wacker zuaeredet hat. Die Frau erklärt, daß sie nicht daran gedacht hat, daß sie mit dieser Gefälligkeit etwas Straf­bares begehen könnte. Der angeklagte Beigeordnete erklärte, daß man es bei Ausstellung von Ursprungszeugnissen im allgenreinen so handhabt, daß man auf die Angabe der Handelsleute diese Scheine ausstellt im Vertrauen darauf, daß die Angaben stim­men. So sei auch der vorliegende Fall behandelt worden. Er bestritt, gewußt zu haben, daß die in den Ursprungszeugnissen enthaltenen Angaben falsch waren. In der Beweisaufnahme wurde aber festgestellt, daß die Vermut hS ha iner Züchter, aus deren Ställen die Kerkel stammen sollte::, zur Zeit der Ausstellung der Ursprungsscheinc keine Ferkel besessen haben, und daß zweifel­los der Beigeordnete des Dorfes, der selber Schweinehandel be­treibt, dies auch gewußt haben muß.

Die Strafkammer verurteilte den Handelsmann K. wegen Viehseuchenvergehens, wegen Ucbcrtretnng der KvntrollVorschriften, tvegen Anstiftung zu einer fälschen Beurkundung und in zwei Fällen wegen Gebrauchs von Urkunden, voi: welchen er wußte, daß dieselben falsch waren, zu 3 Monaten und 2 Wochen Ge­fängnis und zu einer Geldstrafe von 25 Mk., hilfsweise 5 Tage:: Gefängnis, den Beigeordneten R., der als Beamter vorsätzlich eine rechtlich erhebliche Tatsache falsch beurkundet hat, zu sechs Wochen Gefängnis, und die Ehefrau K. wegen wissentlicher Bei­hilfe zur Erlangung einer falschen Urkunde zu einer Geldstrafe von 50 Mk., hilfsweise 10 Tagen Gefängnis.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der Ziegeleiarbeiter Fr. S. voi: Wieseck wegen Blutschande zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt .

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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Höchste Temperatur a>n 4. bis 5. März 1916: -ft 4,7° 6. Niedrigste * 4. 5. . 1916;1,9*0.

Amtlicher Wetterbericht.

O öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 7. März 1916: Bedeckt, zeltiveije leichte Niederschläge, keine Temperatnränderung.

Letzte Nachrichten.

Zu den Kämpfen im Westen.

Kristiania, 6. März. Aus Paris wird unterm 4. März gemeldet: Der Kampf um Verdun tobt unaufhörlich mit un­verminderter Heftigkeit fort. Hauptsächlich wird um das Dorf Douanmont gekämpft, das jetzt nur nody ein Ruinenhauseni ist. Tie Franzosen hielten das wichtige Dorf bis Donnerstag nacht. Unter den: fürchterlichen Ansturm der Brandenburger mußten sie aber den Ort räumen.

Paris Mischen Furcht und Hoffnung.

Lugano, 6. März. T-er Pariser Vertreter desSecolo* schildert außerordentlich lebendig den Seelenzustand der Pariser während der ersten Woche der Berdunkämpse. Zuerst wollte nie- n:and die Nachricht vom Angriff der Deutschen glauben. Es hieß, es handle sich nur um eine Kriegslist. Andere sahen in dem Vor­gehen des Feindes die Absicht, nach Paris vorzudringen, und blick­ten bekümmert zum Himmel, als suchten ihre Äuget: die jüngst erscbiennen Z pp.lme. Am nächsten Tage, den 22. Februar, langten Schlachtender ichtc an. Tie Optimisten drückten ihr Vertrauet: in die Generale Humbert, Herr und Langtet laus. Tie Pessimisten stimmten nicht in die Lobesäußerungen ein, sondern wiesen auf die ungeheuren Verluste ut:d det: Rückzug der Frat:zosen hin.

Des Zaren letzte Soldaten.

Zürich, 6. März. Nach Schweizer Blättern ruft ein Er­laß des Zaren in ganz Rüßland, ausgenommen das Kaukasus- nnd das Anrurgebiet, die Jahrgänge 1916 bis 1908 'der Reichs« wehr zweiten Aufgebots ejn.

Salandra schweigt.

Lugano, 6. März.Secvlo" berichtet zur Abstimmung in der italienischen Kammer: Tie Lage ist verwirrter als je. Tie Führer der Parteien der Linken begaben sich heute zu Salandra, um ihn zu ftagen, wann er eine Regierungs erklär rimg über Italiens äußere Polftik geben wolle. Salandra versprach, die nötigen Erklärungen Anfang April (also in einem Monat) zu geben. Unterdessen wurden 150 Anfragen gegen die Regierung beim Bureau der Kammer angemeldet.

Sven Hedin in der Türkei.

Konstantin opel, 6. März. Sven Hedin ist am SamL« tag abend hier eingetroffen. '

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