der Verre/Jjger Verduns Der russische Bericht.
Petersburg, 4. März. (MTB.) Amtlicher Heeresbericht
vom 3. März. -
Westfront: In der Gegend rwrdlich Czartorysk versuchte der Gegner anzugreifen, wurde aber durch unser Artilleriefeuer zerstreut.
Kaukasus: Unsere Truppen drängten den Feind weiter zurück. In der Richtung von Bitlis versuchten die Türken bei Nasra (23 Werft südwestlich Bitlis) anzugreisen, wurden aber zim'tckgeschlagen. In dieser ^segend wird der Kampf unter be-r sonders schivierigen Verbältnissen fortgesetzt; die Wegeverhältnisse sind ungemein schlecht, es herrscht strenge Kälte und tiefer Schnee. Soeben kommen Nachrichten, daß unsere Truppen in dieser Nacht die Stadt Bitlis im Sturm genommen haben; cs wurden sechs Kanonen erbeutet. Unter den türkisch«: Gefangenen befinden sich 17 Offiziere, darimter ein Regimentskommandeur.
Petersburg, 5. März. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 4. M arz:
M e st f ro n t: An der Dün a zwischen Dünaburg und Jakobstadt und in der Mhe von Jlluxt erfolgreiche Tätigkeit unserer Aufklärer. Weiter südlich auf der galizischen Front das ^übliche beiderseitige Feuer.
Wir besetzten in Persien Nach Kampf Bidjar (130 Kilometer nordwestlich Hamadan).
Petersburg, 5. März. (WTB. Nichtamtlich.) Amtliche dNeldung der Petersburger Delegraphenageutur. Ergänzenden Mel- durrgen zufolge griffen die russischen Truppen iu dem Klampfe bei Bitlis die feindliche Stellung nachts während eines Schnee- sturmes an, ohne einen Schuß, abzufeuern. Gegen drei Uhr nachts wurde ein Bajonettsturm unternommen, und die Türken wurden: nach erbittertem Widerstand geworfen. Die türkische Artilleriestellung wurde nach einem Nahkampf genommen, in welchem die mit einem verzweifelten Adute kämpfe:wen Verteidiger der Stellung bis auf den letzten Mann getötet wurden. In der Stellung und lxn der Verfolgung nahmen wir 20 durchwegs verwendbare KrUppgeschütze neuen Systems. Außerdem ernteten wir in der Stellung viele Patronen und Kartuschen., sowie in Bitlis selbst ein großes Artilleriemunitionsdepot. Im Laufe der Verfolgung wurden viele Türken niedergemacht. Die Zahl der Gefangenen stieg; die der gefangenen Offiziere allein beträgt 40.
Die rufischen Verluste.
Stockholm, 5. März. (WTB. Nichtamtlich.) „Dagens Nyheter" veröffentlicht einige Angaben über die russischen Verluste im Kriege bis Ende 1915. Das Blatt hat Zahlen, die offiziell sind, aber nicht veröffentlicht werden, von einem durchreisenden Ausländer erkalten. Die Gesamtsumme der Gefallenen vom 1. Januar bis 31. Dezember 1915 betrug 1 942 610. Von Offizieren sind fett Kriegsbeginn 125 436 tot, darunter 277 Generale. Enver Pascha in Jerusalem.
Konstantinopel, 3. März. (WTB.) Der Berichterstatter der Telegraphen-Ageutur Milli in Palästina meldet: Ter Vize- Generalissimus Enver Pascha kam in Begleitung des Kommandanten der vierten Armee, Ds chemal - Pascha, nach I e - rusalem und besuchte die Omar-Moschee und die übrigen heiligen Stätten. Während des Besuchs erschienen alle Ulemas von Palästina, die Scheichs der verschiÄ>enen Sekten und die Notabeln, um Enver-Pascha zu begrüße:: und verrichteten Gebete für den Sieg und das Gedeihen des Islams. Hierauf besuchte Enver Pascha den griechischen Patriarchen, die Patriarchen der anderen Riten und die heiligen Stätten der Christen, wo er von den Oberhäuptern der religiösen Gemeinschaften empfangen wurde. Anläßlich des Besuches wurden religiöse Feim: veranstaltet. Die große Kirche von Alkamame war reich geschmückt. Tie nur bei außerordentlichen Feierlichkeiten gebrauchte große Glocke wurde geläutet, um das Ereignis zu feiern. Die religiösen Oberhcücpter sprachen Gebete, daß das türkische Reich, das seit Jahrhunderten den Geistlichen der verschiedenen Bekenntnisse die größten Vorrechte unh Freiheiten gewährt habe, aus diesem für den Triumph des Rechts unterTwmnrenen Kriege siegreich hervorgehen möge. In den anläßlich der Feier gehaltenen Reden wurde hervorgehoben, daß die christliche Bevölkerung seit dem große:: Khalifen Omar, der ebenfalls die Stätte von Alkamame besuchte, unter dem Schutze der Muselmanen in Glück und Wohlergehen gelebt habe, und daß die in Frage stehende Bevölkerung seit der Mobilisierung aller Wohltaten und Fürsorge der Regierung teilhaftig geworden ist. Beim Scheiden wurden Enver Pascha und Tschemal Pascha von den Anwesenden herzliche K:mdgcbungen bereitet. Tie ganze Stadt war geflaggt und jede Gemeinde ließ in ihrem Stadtviertel große Triumphbogen errichten. Der von der Bevölkerung Palästinas Enver Pascha anläßlich der Truppeninspizierung in Palästina und Syrien bereitete Empfang und die Zeichen der Anhänglichkeit der Bevölkermrg an die Kaiserliche Regierung' stellen ein hervorstehendes geschichtliches Ereignis von großer Tragweite dar.
Ein Eisenbahnunglück in Italien.
Bern, 5. Marz. (WTB. Nichtamtlich.) Die Agenzia Ste- fani meldet aus Ancona: Auf dein Bahnhof Pedaso stieß in der letzten Nacht ein von Ancona nach Castellamäre fahrender Personenzug mit einem Miltitärzug zusarrrmen. 10 Personen wurden getötet, 40 verletzt.
Aus Japan.
Berlin. 6. März. In verschiedenen Mvrgenblättern findet sich die Meldung aus Tokio, der Kaiser habe den Fürsten Maschall O y a m a , den Großsiegelbewcchrer Pamagata, den Präsidenten des Geheimen Rates, den Premiernrinister Grafe,: Okuma und. endlich Jshii, der: Minister des Auswärtigen, in einer längeren Auhienz empfangen, derei: Gegenstand geheim blieb. Aus mehreren Anzeichen schließe man aber, die Konferenz bezwecke ein engeres Bündnis mit Rußland.
Der Seekrieg.
Die Heimkehr der „Möve".
Leipzig, 5. März. (WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich der glücklichen Heimkehr der „Möve" hat der Flvt- tenpunddeutscherFrauen an den Deutschen Kaiser wlgendesTelegramm gerichtet; SeinerMajestät dem Deutschen
' Kaiser, Großes Hauptquartier. Eure Kcnserttche Majestät wollen allergnädigst aeruhen, die ehrerbietigsten Glückwünsche des Flottenbundes deutscher Frauen zu der glücklichen Heimkehr Ew. Majestät Schiff „Möve" von seiner so außerordentlich erfolgreichen, mit kühnem Wagemut unternommenen Kreuzfahrt in den feindlichen Gewässern entgegenzuneh- men. Mit hoher Freude und Bewunderung begrüben wir den umsichtigen Führer und die tapfere Besatzung des Schiffes in der Heimat. Frau Marie Peters, 1. Vorsitzende des Flottenbundes deutscher Frauen.
Berlin, 6. März.. Zur Heimkehr der „M ö v e" heißt es in der „B o s s i s ch £ n Zeitun g": Sie hat den Völkern der Welt verkündet, wie wenig von der Prahlerei der Engländer, die Ozeane zu beherrschen, zu halten ist. Nach wie vor können deutsche Kreuzer die Schiffahrt der Feinde Deutsch^- lands auf den: Weltmeere schädigen. Die Heimkunft der „Möve" nach so vielen Monaten hat auch für uns Deutsche eine symbolische Bedeutung. Sie mahnt uns, nicht die Geduld zu verlieren. Namentlich führt sie uns wieder einmal deutlich die Tatsache vor Augen, daß in diesem Kriege Fristen von Wochen, ja von Monaten gar nichts bedeuten, die militärischen und maritimen Ereignisse von langer Hand vorbereitet werden müssen und eine verhältnismäßig lange Zeit zur Vollendung bedürfen. Die uns auferlegten Wartezeiten werden daher lcn:ge. — Unter der Ueberschri.fi: „Hurra Möve!" schreibt Kapitän zur See a. D. v>on Kühlwetter im „Lokal-Anzeiger": Nur der Geist der Kreuzer und der Flottengeist konnten das vollbringen lassen, was der „Möve" gelang. Es ist deutscher Geist, deutsche Art! Dieser Krieg hat uns noch kein Verspiel gezeigt, daß sie auch anderwärts wohnen. Hoffentlich wird uns der „Möve"- Zug ins Gedächtnis schreiben, was es bedeuten würde, Stützpunkte im Ozean zu haben, von denen der „Möve"- Flug vielhundertmale seinen Ausgang nehmen könnte. Mit der „Möve" hat sich einer der edelsten preußischen Namen, der der Dohnas, iu der Geschichte unserer jungen Flotte eingeschrieben. Ja, Herr Asquith, so wie die Leute von der „Möve" sehen auch die anderen von der Flotte aus, die auf Britanniens Flotte sehnlich warten. Die „Möve" kehrte heim und spottete erneut der lauernden Feinde.
Zum Untergang der „Provence II".
Paris, 4. März. (WTB. Nichtamtlich.) ,Lournal" meldet, daß die letzten über den Untergang der „Provence" «ngegangenen Nachrichten cmgeben, daß sie mit der Besatzung zusammen 1800 Mann an Bord hatte und daß 870 gerettet sein sollen; 930 sollen unter gegangen sein. Man hofft, daß sich diese Zahl noch verkleinern wird, da eine gewisse .Zahl von Ueberlcbenden von anderen Schiffen ausgenommen worden ist.
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Amsterdam, 4. März. (WTB.) Lloyds meldet: Der englische Dampfer „Teutonia n" ist v e r s e st k t worden. Die Besatzung wurde gerettet.
Ariegsbriefe aus dem westen.
Telegramm unseres Kriegsberichterstalters.
Die Bedeutung der Erstürmung des Dorfes Douaumont.
G r. H a u p t q u a r t i e r, am 3. März.
Mit der soeben gemeldeten Erstürimmg des Dorfes Douaumont ist den Franzosen, 'wenn man ihrer eigenen offiziösen Berichterstattung der letzten Tage glauben darf, ein viel härterer Schlag versetzt morde::, als durch den Verlust des Forts Douarr- mont. Das Dorf Douaumont gehörte — immer nach den französischen Darstellung«: — zu dem während des Krieges gemachten inneren Verteidigungsgürtel der Feldbesesttgungen vor Verdun, an deren Ausbau man alle Kraft gesetzt hatte, nachdem die Er- fahrungen gelehrt hatte::, wie wen:g die modernsten Forts den großen deutschen Kalibern gewachsen sind. Ein Feldfort dieser Zone, ähnlich wie da's weit vorgelagerte Brabant, aber unvergleichlich stärker, war das Torf Douaumont geworden. Man hatte hier aus der: benachbarten Forts gezogene, schwere Geschütze in Stellung gebracht. Betonierte Unterstände sollten größeren Trup- penmassen Schutz gegen jedes Twmrnelfeuier gewähren. Ein Kranz von breit ausgesponnenen, mit elektrischer Hochspannung beschickten Trahtgewrrren war seinerseits noch dadurch vor jeder Annäherung geschützt, daß das Gelärrde vor ihm mit Flatterminen gespickt war. Hier stieß«: unsere Sturmtrupp«: mit d«l starken französiichen Kräften zusamrn«:, die zur Rettung des Forts zu spät kamen. Tage hat das heiße Ring«: .Mann geg«: Mann gewährt, ohne daß das in unserer Hand befindliche Fort enM scheidend Eingreifen konnte, da das am Fuße des steil aufsüigenden Kegels liegende Dorf sich im toten Winkel der Geschoßwirkung des Forts befindet. Noch gestern hat der ftanzösische Nachrichteiü- dienst in die Welt gefunkt, daß die deutsche Besatzung des Forts Douaumont belagert iverde. Heute hat er die Antwort, nach deutscher Art, durch die Tal!
_W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
Aus dem Reiche.
Bundesratsbeschlüsse.
Berlin, 4. März. (WTB.) Der Bundesrat beschloß in seiner^Sitzung, daß pflanzliche und tierische Oele und Fette jeder Art, ausgenommen Butter, Margarine, Schmalz sowie Seiseu, die aus dem Ausland eingeführt werden, an den Kri e g s au s schu ß für pflanzliche und tierische Oele und Fette G. m. b. H. Berlin zu liefern sind, ferner, daß das aus dem Ausband eingeführte Schmal) und Schweineschmalz nur durch die Zentraleinkaufsgesellschuft m. b. 5). Berlin in Verkehr gebracht werden darf.
Der Bundesrat hat außerdem beschlossen, daß 8 1 Ab- satz 1 der Bekanntmachung betreffend die Einfuhr von Getreide, Hülse nfrüchten, Mehl und Futtermitteln vom 11. September 1915 (Reichsgesetzblatt Seite 569) folgenden Wortlaut erhält: Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Mais, Hülsenfrüchte und Buchweizen, wie alte Produkte und Abfälle der vorgenannten Erzeugnisse, welche durch Vermahlen, Schälen oder Schroten gewönne:: werden, allein oder in Mischungen auch mit änderest Erzeugnissen, sowie Malz, sind, soweit sie ans dem Ausland ein geführt werde::, an die Zentraleinkaufsgesellschast m. b. H. Berlin zu liefern.
An» Stadt und Land.
Gießen, 6. März 1916.
Zeichnungen bei der Post.
Tie Post ist als Vermittlungsstelle für bte Zeichnungen auf die vierte Kriegsauleihe wiederum tättg. W)er sich also dieses bequemen Weges bedienen will, den: steht jeder Postschalter zur Verfügung. Wie bei der dritt«: Anleihe ist auch diesmal |bea gesamte Verkehrsapparat der Post (also nicht nur ar: solchen Orten, die keine öffentliche Sparkasse haben) in den Dienst der Kriegsanleihe gestellt. Nirr zwei Umstände sind zu beachten:
1. daß die Post nur Zeichnungen aus die 5o/o Neichsänleihe (nicht auch solche auf die 41 / 20/0 Reichsschatzauweisungeu) entgegennimmt,
2. daß die g^eichnet«: Beträge spätestens am 18. April voll bezahlt sein müssen. Sie können schon am 31. März bezahlt werden.
Andere Einschränkungen bestehen nicht. Wer bei der Post zeichnen will, kann sich an jedem beliebiger: Schalter einen Post
zeichnungsschein geben lassen. In den Landvestellbezirken und in Orten bis zu 20 000 Einwohnern wird allen Perlonen, die als Zeichner in Frage kommen, der Zeichnun g s sch ein ins Haus gebracht. Ueber .die Znchnungsbedingungen geben die in den Zeitungen veröffentlichten Prospekte und ein besonderes Merkblatt, das an jedem Schalter zu haben ist und in kleineren Orten auch ins Hans gebracht wird, Ausschluß. Es ist gar nicht möglich, daß über irgend eine Frage Unklarheit besteh«: kann; denn die Presse sorgt sortlauferw für Besprechung aller wichtigen Einzelheiten, und wer ernsthaft daran denkt, sich an der Zeichnung zu betcittgen, der nimmt sich «wohl die kleine Mühe, sich über alle Voraussetzungen zu unterrichten. Schwierigkeiten irgendwelcher Art gibt es nicht. Die Postzeichmmgsscheine, die einen Vordruck enthalten, werden ausgefüllt: Betrag der Zeichnung, Name, Stand, Wohnort und Wohnung des Zeichners. Dann werden sie entweder am Schalter abgegeben oder in einem unfrankierten Umschlag mit der .Aufschrift „An die Post" in den Br:efkasteu gesteckt.
Durch die Post erhält dann der Zeichner eine Zahlungsaufforderung mit einer .Zählkarte zugestellt, die der Ze:chner selbst auszufüllen hat. Mit dieser Karte begibt er sich zu der Postanstalt, bei der die Zeichnung erfolgt ist, und zahlt dort den zu leistenden Betrag ein. Auf dem Lande kann die Einzahlung durch Vermittlung des Briefträgers erfolgen, bei dem die gewünschte Auskunft über das einzuschlagende Verfahr«: einzuhvleni i>t. Die Einzahlungen haben, wie schon gesagt, bis spätestens! zum 18. April zu erfolgen. Die Berechnung der zu zahlenden Summen ist «ne ganz einfache: Der Preis der 5 0/0 Reichsanleihe Mark für je 100 Mark Nennwert. Wenn nun am ol. März Dollzahlrrng geleistet wird, müssen dem Zeichner Zinsen für 90 Tage vergütet werden, iveil der Zinsen.laus der .Anleihe erst am 1. Juli beginnt. 5 Prozent Zinsen aus 90 Tage für 100 Mark machen 1,25 Mark aus. Es sind also statt 98,o0 nur 97,25 Mark für je 100 Mark .zu entrichten (die gezeichnetem Beträge müssen in vollen Hunderten aufgehen, da das kleinste Anle:hestück über 100 Mark la:ttet. Es können also nicht 150, 250, 350 usw. Mark gezeichnet werden, sondern nur 100. 200, 300 usw.). Bei Vollzahlungen, die nach dem 31. März bis zum 18. April erfolgen, werden Zinsen für 72 Tage berechnet. DaD heißt von 98,50 Mark wird 1 Mark abgezogen. Der Preis stellt sich also aus 97,50 Mark. Wirr 200 Mark zeichnet und nach dem 31. März zahlt, hat also zweimal 97,50 gleich 195,— Mark zu entrichten. Bei 1000 Markfüw es zehnmal 97,50 gleich 975,— Mk. Tic Post nimmt auch Anmeldungen auf Schul dbucheintra- guugen entgegen. Mles Notwendige erfährt der Zeichner am Schalter. Tie Wahl des Reichsschuldbuches verursacht keine bs-, sondere Mühe, bietet aber außerordentlich große Vorteile: Kostenlose, sichere Unterbringung des Anleihebesitzes, Be- fteiung von aller Sorge um Verwahrung und Verwalttmg, regelmäßige Zusendrmg der Zinsen durch die Post oder fortlaufende kostenlose Ueberweisuug derselben an die .Bank, Sparkasse oder Genossenschaft des Gläubigers.
** Kriegsanleihe. Die Provinz Ob erhoffen wird sich an der vierten Kriegsanleihe mit V 2 Million Mark beteiligen. (Vorherige Zeichnungen insgesamt 1950000 Mk.)
** Hessische Lazarett-Zeitung. Die neu ersckste- nene Nr. 15 bringt ein Preisausschreiben für Kriegsbeschädigte: „Ist der Verivundet«u-Unterricht den Kriegsbeschädigtei: von
Nutzen?" Ter Ausschuß für Kriegsbeschädigteu-Fürsorge hat drei Preise ausgesetzt in der Höhe von 50 Mk., 30 Mk. und 20 Mk., sowie eine Anzahl Trostpreise. Ferner bringt das Blatt folgends größere Artikel: „Hüwenburg" von Sven Hedin. „Die Knegs- beschädigten in den Werkstätten der städt. Gerverbeschule zu Frankfurt g. M.", „Die Zeitungen, eine moderne Geschichtsquelle" von Tu Götz, sowie d«: Arbeitsmarkt, Fürsorge für Kriegsteilnehmer, Lazarettbevatung :md die Rätselecke. Die Gießener Beilage bringt ein Abendlied von Gottfiied Keller, die Auftätze „Eine rvichttge Erfindimg für einarmige, arm- und liandverletzte Kriegs- invalio«:" von Oberlehrer Poetschc, „Der Weltkrieg eine Ncrveu- frage", von Dr. F., und „Sparsamkeit im Tabaks verbrauch ein« vaterländische Pflicht", außerdem, wie üblich, die Ankündigimgen, von Verwuudeten-Uuterricht, musikalischen Unterhaltrmgen und Stellenvermittlung.
** St adttheater. Aus dem Sdlwttheater-Burvau; :vrrd uns geschrieben: Nochmals sei auf den morgigen „Hei- t e r e r: R 0 k 0 k 0 - O p e r n - Ll b e n d" hürgewiefen, der einen ganz eigenartigen und cinzigarttgen (Äenuß in Aussicht stellt. Dieselbe Veranstaltung hat gesteri: im Kurtheater iu Bad-Nauheim einen dort nicht oft erlebt«:, stürmischen Erfolg errungen, an dem die drei Mtwirkendeu, Frau Heymann-Engel, Herr Arttvni Sistermans und Herr Leo Gollanin, der für den :rn- vermutet eiuberufenen Tenor Men sing als vorzüglicher Ersatz cingetreten war, in gleicher Wj«se teil hatten. Svrvohl die beiden Opern, wie nanientlich der ZwischenteU „Humor aus verschollenen Opern" geftel«: ausnehm«:d. Es wäre dring«:d zu wünschen, daß für den Abend sich noch stärkere Teilnahnn: kurügäbe, und es sei deshalb :wch eine ausivärtige Besprechung d«: bevorstehenden hochinteressanten Aufführung an dieser Stelle angeführt. Es heißt da: ,^>n verstaubt«: Bibliothetwiukeln und vergilbt«: .Handschriften schlrunmern durch >die Zeiten hindurch vergessene Goldschätze . . . Ta ist es ein des wärmsten Lobes tvürdiges, verdienstliches Werk, nicht Staub u:ü> Mühe zu fürchten und emsig in den Bibliothek- geheim nissen nachzugraben nach verloren gegangen«: kunstvoll geharrten, von Wohllaut glitzernden schönen Torckläugen. Dieser imrsikalischen Schatzgräberei hat sich Frau Sophie Heymann- Eugcl mit niumrermüdem Eifer viele Jahre hm gegeben und eine glänzende Perlenreihe selten schöner musikalischer Schöpfung«^ Bruchstücke, oder ganze Werke, aus der Nacht wieder ans Licht gefördert irnd zrr n«:em .Mang und Leben geiveckt. Mit eineml eigenen kleinen Mnstl-ertrio besucht sie die Konzert- und Theaterbühnen in L>aupt- und Provinzstädben und bringt aus den wieder entdeckt«: Schätzen Herzerfreuendes' nach beliebiger Wahl zur Auf- ftihruug . . . Das äußere G«vand der AuMhrimgen, die farben- ftöhliche, heitere Zierlichkeit des Rokoko erhöht den arrrrruttgen Reiz dieser glitzernden Tonbilder aus llrurgroßmutters Jugendzeit ; wie arrch besonders Frau Heymann-Engel mit ihrer zierlichen Figur, den schönen, sttlgerechten Kostüm«: und der Puderperücke wie eh: Rowko-Porzellanfigürchen anmutele."
** Der Gießener Hausfrauen-Verein beabsich- ttgt, am Mittwoch rmd Donnerstag dieser Woche eine Ausstellung von Gelatine- Speisen zu veranstalt«:.
lieber Gelattne als Nährrnittcl sägt Dr. med. E. Hornberger in seiner Schrift: „Gelattne als Nähr- und Heilmittel": Kein and«es Nährpräparat eignet sich so sehr zur Volks«näh- rung wie die Gelatine, sie ist ein ärlßerst billiges und natürlick>es Nahrungsmittel. Zur Erhaltung des Lebens sind Eiweiß, Fett und Kohlehydrate not:v«ü)ig. Nach Versuch«: von Prof. Munk ist es erwiesen, daß 5 /e des nvtrvendigen Ehveißes durch Gelattne ersetzt werd«: können: dabei tvird zugleich «ne Ersparnis an Fett und KoHlebydratm erzielt.
Frau Maria Back, Frankfurt a. M., die eine Anzahl von Kochvorschriften über Verw«:dung von Speise-Gelattne herausgegeben hat, bemerkt in ihrem Vorwort zu diesen Kochvorschttf- ten: Sowohl als nährender Zusatz zu den v«schiedenst«: Speisen, wie als selbstäiwiges Gericht ist die Gelattne vorteilhaft zu ver- wend«:. Das bisher meistgekannte Verfahren war aber zu um- stär:dlich und zu kostspielig, um im sparsam geführten Haushalte eine große Rolle spiel«: zu körmen. Zurzeit dürfte cs von besonderer Wichtigkeit sein, einfache und billige, dabei doch vielseittge Kochvorschriften zur Gelattneverwertnug kennen zu lernen, weil dadurch b« Herstellung von sehr nahrhaft«: Speisen me hl Haiti ge Nahrungsmittel gespart werd«:. — Tie Gelatine-Ausstellung des Hausfrauen-Vereins soll zeig«:, wie viele billige und schmackhafte Gerichte sich mit Gelatine Herstellen lassen und rme sehr (Gelattne als gesrmdes Volksnahrungsmittel zu dienen geeignet ist. Die Ausstellung findet in den Räumen des „Metropol", Plocks'ttaße 5, statt, die der Eigentümer dieses Anwesens, Bauunternehmer H. W. Rin 1 :, Gießen, in überaus entgeg«:- kommender Weise dem Verein zu diesem Zwecke kostenlos zur Bcr- fügm:g gestellt hat. ,
Mitglieder des Vereins haben gegen Vorzeigung der Mit«


