Wert der Naturalliebasgaben berechnet sich cmf 106000 Mark. Bei der Abschätzung der einzelnen Gaben wurde der vom Roten Kreuz bei Anschaffimgen im Großen gezahlte Preis zu gründe gelegt, so daß sich der Anschaffungspreis für die Einzel gaben wohl noch wesentlich erhöht. Damit sind die Leistungen der Einwohner unserer Stadt aber nicht erschöpft, denn es werden von einzelnen Familien aus der Stadt noch an 764 sogenannte. Vergessene von Zeit zu Zeit Liebesgaben abgeschickt, deren Wert nicht abgejchätzt werden kann. Ferner sind sowohl an die Verwundeten in den Lazavetttn als auch an die Truppen Gaben unmittelbar abgegeben worden, die deshalb in den Büchern des Roten Kreirzes nicht vermerkt werden konnten Die Ausgaben betrugen bis 31. Dezember 1915 91 894.55 Mk. Der größte Teil der Ausgaben entfällt ans die Anschaffung und Herstellung von Wäsche und Wollsachen zur Versendung an die Truppen ins Feld und Abgabe an die Lazarette hier und im Kriegsgcbiet. Die Einrichtung und Unterhaltung der Verband - und Kranken erfrisch ungs ft eile am Bahnhof hat bis zum Ende des Jahres 1915 einen Kostenaufwand von rund 23 000 Mk. per ursacht.
** Die Laushaltungsschule des Aliceschulvereins entließ am Samstag 12 Schülerinnen die ihre 5nronatliche Ausbildung vollendet hatten Von diesen waren aus Gießen 4 (nur 4.'), während 8 van auswärts waren. Es sieht also so ansl, als ob man in Gießen die 9-otw endig Leit einer gründlichen hauswirtschaft- lichen Ausbildung der jungen Mädchen noch nicht genügend würdigte, trotzdem in Schrift und Wort von berufensten Stellen (vergl. den Käte-Sch irr mache?-Vortrag) so oft diese Notwendigteit betont worden ist. Xie Prüfung der Haushaltungsschülerinncn bestand in der selbständigen Her stellung eines feineren Mittagnmhls, an dem außer dem Vorstand der Schule muf» eine größere Zahl von Angehvri gen der Schülerinnen ttilnalfmen, und in einer mündlichen Prüfung über die verschiedenen Gegenstände des Lehrplans. Dre im H a n d a r b e i t s u n t e r r ich t gefertigten Arbeiten waren in einer kleinen Ausstellung vereinig. Auch der Kvchkursus, der zweite dieses Winters, schloß in der letzten Woche mit einem yon den iShülerinnen hergestellten Pvobeessen ab. Weiter wurde ein unentgeltlicher Abendkursus in einfacher Küche für unbemittelte Mädchen zu Ende geführt, dessen Teilnehmerinnen zum größeren Teil in den umliegenden Dörfern und nur zum kleineren Teil in Gießen ansässig waren. In der Abteilung II der schule findet jetzt nur noch der Seminarunterricht statt, der erst im Mürz mit der vom 20.-24. März währen den staatlichen Abschlußprüfung beendet wird. Haushaltungs- und Kiochschule sowie die Kurse der Abteilung I beginnen von neuem am 14. März, während das neue Unterrichtsjahr der Seminare erst am 26. April anfängt. Die von der Abteilung I der Schule in der letzten Woche veranstaltete Ausstellung ihrer Schülerinnen arbeiten wurde an den drei Tagen von über 1400 Per sonen besucht.
** Eine ö ffentliche Sitzung des Provinzial ausschusses findet am Samstag, den 4. März 1916, statt Auf der Tagesordnung steht 1. Antrag auf Enteignung von Ge- inm Ausbau der Ederstraße und der Parallel sttaße zur
Eisenbahn hier:
zu Gießen. Klage des
lande
Sternstraße von der Schottstraße bis zur 2. Wasserversorgung des unteren Niddatales;
Müllers Jüngst auf der Harbmühle. 3. Enteignung von Gelände für Erweiterung des BahnhoD Schotten. 4. Verkündung des wrnzialansfthbrsses in Sachen Enteignung von zum Ausbau der Bismarck- und Wilhelmstraße
Urteils des Sttaßengelände zu Friedberg.
. ** Stadtthea 1er. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns Mrtgtteilt: Em ganz besonderer Genuß steht für Dienstag, den 7 ds. Mts., in Aussicht, indem an diesem Abend eine Opernauffüh^ rung unter dem Titel „Hei tere r R o kokv -O p ern * % b e nb" stattflnden wird. Gegeben werden die beiden einaktigen Opern „Bastien und Bast renne" von Mozart, und die ,Magd als Herrin" von Pergölefe. Ein Zwischenteil bringt »reiz volle Terzette, Barette und Arien aus verschollenen Opern, die ebenfalls im Kostüm vorgetragen werden. Mitwirkende sind bekannte Künstler : Die Sängerin Sophie Hehmann-Engel, der Bassist An ton Sistermanns und der Tenorist Max Men sing. Die eigen-» artigen Ausführungen haben überall außerordentlich gesallerr — Vorbestellungen zu diesem heiteren „Rokoko-Opern-Llbend" werden sihon jetzt entgegengenonrmen.
or * * Oberhessischer Kunstverein. Die Kunstwerke zur Ausstellung der deutsch-österreichisckMn Künstler sind eingetrofsen -rre Eröffnung dieser Ausstellung kann demnach am Sonntag den 5. März, erfolgen.
** Im Lichtspielhaus, Bahnhgfftraße, findet morgen, Donnerstag, 8 Uhr, ein großer bunter Abend statt, bestehend aus: Instrumental- und BokaldarbiÄungen, kinematographiischen Aufführungen, deklamatorischen Vorträgen, Rezitationen usw. Ms Mitwirkende sind Frankfutter Künstler gewonnen. Näheres ist aus dem Anzeigenteile unseres heutigen Wattes zu ersehen.
** G esellschaft für Erd - und Völkerkunde. Der dritte Bortrag findet Sonntag, den 5. März 1916, 8 1 /* Uhr, m der Neuen Aula der Universität statt. Santo Bey de Semo, Kaisers. ottomanischer Ingenieur, wird über das Thema Berlin — Bagdad (Mesopotamien) einen Vorttag mit Lichtbildern halten.
<** S :tT Deutsche Frauenverein vom Roten Kreuz rur dre Kolonien, Abteilung Gießen, hat ftir Donnerstag, 2. März, abends 8V« Uhr, Dr. Vöhringer zu einem Vorttag über seine Erlemnsie während des Krieges in Kamerun und in der englischen Kriegsgefangenschaft gewonnen. Der Vortrag ftndet in der neuen Aula der Universität statt.
** ft a ctoffelmefjf. Die Preise für ftartoffelstärkernehl sind ab 1. März 1916 gegenüber den im Juni 1915 festgesetzten Preisen um 8 Mk. für 100 kg erbotst worden.
** Höchstpreise für Eiche n - und Fichtenrinde. Mit dein 1. 3. 1916 tritt eine Bekanntmachung in Kraft, durch die Höchjtpreise für Eichenrinde. Fichtenrinde und zur Gerbstoffgewinnung geeignetes ftastanieuholz festgesetzt werden. Die Der- kaufsvreise für den Zentner Rinde sind je nach der Güte abgestuft. Tie Einzelheiten der Bekanntmachung ergeben sich aus ihrem Wortlaut, der am hiesigen Rathaus angeschlagen ist.
** Das Ausflop sen von Teppichen. Das Grvßh. Polizeramt teilt mit: Berechtigte Klagen über erhebliche Belästigungen durch rücksichtsloses Teppichklopfen zu jeder Tageszeit, insbesondere auch in den frühen Morgenstunden, geben Veranlassung, darauf aufmerksani zu machen, daß das Ausklopsen von Teppichen usw. auf die Werktage von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags zu beschränken ist. Sollte dieser Hinweis wider Erwarten keine Beachtung finden, so wird die Polizeibehörde Sttafmaßnahnlen zur Anwendung bringen.
Landkreis Gießen.
e. Lich, 1 . März. Die diesjährige Aufnahmeprüfung am hiesigen Borseminar findet am 13. April statt. Die Anmeldung hierzu muß vor dem I. April geschehen sein. Sie ist mit 1,50 Mk. Stempel zu bekleben, und die Anmeldepapiere sind ihr beizufügen. ^ Ebenso ist vorherige kreisärztliche Untersuchung des Schülers nötig. Bei den Verlusten, die gerade der Lehrerstand infolge des Krieges erlitten hat, sind die Aussichten in diesem Berufe in den nächsten Jahren gut.
e. ^L i ch. 29. Febr. Im Laufe dieses Winters fanden im hieben schlosse zu Wohltätigkeitszwecken eine Reihe musikalischer Veranstaltungen statt, ausgeführt durch ein Quartett Frankfurter Künstler unter Leitling von Konzertmeister Ferd. Kaufmann aus
tyranffurt a. M. Ermutigt durch den außerordentlichen Anklang.
den d,e Veranstaltungen fanden, Hai sich ans Anregung der F ü r st i n S" Solnis-Lich der Künstler nunmehr zu zwei aufeinanderfolgenden Ausführungen größeren Stils entschlossen. Am nächsten Samstag abend wird im neuen Saale des Fürstl. Schlosscs ein Kammer- m u s i k a b e n d staufinden und am Sonnt«n nachmittag eine zweite Veranstaltung, in der das Quartett. verstutt durch eine Reche weucrer Künstler aus Frankfurt, trnd eine Anzahl musikalischer ftrarte des G i e ß en e r ft o n z e r t v e r e t n s, soivie ans Darrn- stadt und Lieh. Beethovens 3. Symphonie (Ero i eal, sowie Orchester- werte von Grieg und Mozart zur Aufführung briitgen wird. In ledern der beiden Konzerte wird eine Sängerin milwirken. Der Ertrag beider Veranstaltungen soll wieder der Kriegswohltätigkeit zugeführt werden. In Anbetracht der außerordentlich hohen künstlerischen Qualität des Quartetts ist nuzunehmen, daß beide Konzerte auch von den musikalisch interessienen Kreisen Gießens, sowie unseren Nachbarstädten befnd)t werden. Beide Konzerte sind so gelegt, daß die Züge nach zwei Richtungen benützt werden können. Alles nähere ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.
Kreis Alsfeld.
— Alsfeld, l.März. Bei Altenburg sind infolge der vielen Niederschläge der letzten Tage an der neuen Eisenbahnlinie Als- selo -Grebenau größere Dammrutschungen eingetreten, so daü die stir Mitte März vorgesehene Bahneröffnuna erst später stattfinden kann.
Kreis Friedberg.
Q. Bad-Nauheim, 1. März. Der hiesige Spar- und 8 o r s ch u ß v e r e i n erzielte im Geschäftsjahr 1915 einen Ge- Umsatz von 27 557 514 Mk. gegen 38 Millionen 1913 und * Millionen 1914. Ter Reingewinn beläuft sich ans 37 586 Mk Der 620 Mitglieder umfassende Verein hält am kommendeil Lamstag seine Hauptversammlung ab, in der über die Verwendung des Reingewinnes Beschluß gefaßt wird.
Starkenburg und Rhcinhessen.
. —..Aus dem 'Odenwald, I. März. Bei der Station Gaumühle der Hanau-Eberbacher Eisenbahn fiel der Schaffner Johannes Schnellbacher ans einem Zuge. Er wurde über- fahren und auf der Stelle getötet.
Hessen-Nassau.
^Frankfurt«. M., 29. Febr. Tie Gesamtzahl der ?o ^o- Februar in den Gefangenenlagern des Bezirks des 18. Armeekorps aus den Kämpfen bei Verdun eüigelieferten Frau zvsen btträgt rund 14 000 Mann. Hiervon entfallen auf T a r m- stadt und Gießen etwa je 5-000, auf Worms 4000 Mann Nach Mainz kamen 200 Offiziere. — Einen hübschen Scherz leistete ,ich der bekannte „Setzerlehrling" eines hiesigen Blattes Er brachte es fettig, den Stellvertteter des Chefs des österreichisch ungarischen Generalstabes zum Standesbeamten unseres Vorort Rodelheim zu, machen. Die Unterschttfi des amtlichen Tagesberb der österreichisch-ungarischen Heeresleitung lautete nämlich:
„von Höfer, Feldmarschall-Leutnant, Standesamtsbezirk Rödelheim."
-- Frankfurt a. M., 1. März. Dre gestern abgehaltene S> t a d t v e r o r d n e t e n s i tz n n g beschäftigte sich nach einer Anfrage des Stadtverordneten Zielowski (Soz.) über die Maßnahmen zur Beseitigung der L e b e n s m i tt e l t e n e r u n g ausschließlich mlt Lebensrntttelversorgungssragen. Sie nahm nach längerem Meinungsaustausch darüber folgende Anträge an: Einführung von Brotteilkarten, wie diese schon mit bestem Erfolg in Berlin, München, Stuttgart usw. im Gebrauch sind; Herstellung einer Kriegs wur st in drei Sotten aus den für Frankfurt ge mästeten Schweinen; bessere Organisation der bereits bestehenden Einrichtungen für Butter- und F e t t b e s ch a f f u n g . ftartoffelversorgung irnd Beseitigung der Fleisch- teuerung. Ferner fand ein Antrag auf straffere Fürsorge und Unterstützung von Schulentlasseneri durch die Kriegssürsorge einstimmige Annahme. Dem Antrag des Stadtv. Fleischer, der dringend den^Anschluß Frankfurts an den Balkanzug fordert, stimmte die Sitzung ohne weiteres zu.
Forts schon vor länger Zeit abgerüstet wurden Er entnimmt dann einem Berichte des „Petit Pariffen" verschiedene Einzelheiten
über die Kämpfe: Nachdem der Angriff eröffnet war, sah man die dunklen Massen der Deutschen über den schneebedeckten Boden vor- dringen.Arup über die Mhänge schwebten die Reihen der deutschenJnk santcrie herab. Tie ftanz. Infanterie eröffnete in jenem 2lugenblick ein mördecsiches Feuer, worauf die schwere französische Artillerie fick) ihrerseits in den Kampf einmischte. Nach einer Anzahl von Angriffen wurde die Höhe 345, Douaumont gegenüber, von den Deutschen im Sturm genommen, und die Flut der Deutschen um
toste^ den Berg von
>ie Deutschen versuchten auf
den Höhnen Fuß zu fassen, und schließlich gelang es dem Brandenburger 24. Infanterie-Regiment, den Gipfel des Forts zu erstürmen. Das berühmte französische Korps, das wie die preußische Garde, stets dahin besohlen wird, wo das Gefecht am größten ist, begann sofort den Gegenangriff, und gegen Mittag war das Fort Douaumont 'stieder im Besitz der Franzosen, und die Franzosen leisteten dem deutschen Versuch, sic wieder herauszuwcrfen, heftigen Widerstand. In einem zweiten Bericht geben die Fran- zoieii aber trotzdem zu, daß das Fott Douaumont tvirder in dent- Befitz und vom Feinde dauernd gehalten werde. An der Ostfront von Verdpn, so fährt der „Times"-Korrespondent sott, haben die Franzosen ihre Laufgräben in der Ebene ungehindert erreicht und sich auf den die Ebene bestreichenden Höhen kon-
re
vücherüsch.
— Kriegsgewinnsteuergesetz. In der Sammlung deutscher Reichsgesetze in Einzelabdrucken (Verlag Emil Roth Gießen) ist als Nr. 556/557 „Das Gesetz über vorbereitende Maß nahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne" erschienen. Ein Anhang enthält das Gesetz über die Kttegsabgaben der Rcichsbank. Nr. 558 der gleichen Sammlung bringt die „Ausführungsbestim- mnngen zu erstgenanntem Gesetz". (Preis 40 bezw. 20 Pfg.)
Märkte.
F. C. Frankfurt a. M , 1. Aiärz. Schweinemarkt. Auf getrieben waren 279 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 ftg. Lebendgewicht 108.00-00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 80 ftg. Lebendgewicht 93,00-00,00 Mk.; Voll- leischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 Mk. bis 118,50 Mk.; Vollfleischige Schweine von 120 8is 150Ka. Lebendgewicht 129.00-00,00 Btt. Marktverlauf flott, ausverkaust.
, ko. Frankfurt a. M., 1. März. Frucht- und Futter- m t t.t elmark t. Geringes Angebot, große Nachfrage. Am Futter mittelmarkt festere Stimmung. An Getreide kein Angebot.
ko. Frankfurt a. M., 1. März, ftartosfelmarkt. Kartoffeln nn Großhandel in loser Ladung ab Ver andstation 6,10 Mk. per 100 Kilo.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdien st, Gießen. Wttteraussichten in Hesseil am Donnerstag, den 2. März 1916 - Wechselnd bewölkt, zeitweise leichte Niederschläge, Temperatur wenig geändert.
kehle Nachrichten.
Vier feindliche Kriegsschiffe versenkt.
Berlin 1. März. (WTB. Amtlich.) Von unseren -Booten wuwen zwei französische .Hilfskreuzer mit ;e 4 Geschützen vorLeHavreuntzeinbewaffneter englischer Bewachungsdampfer in der Themse- mundung versenkt. Im Mittelmeer wurde laut amtlicher Meldung aus Paris der französische Hilfskreuzer , L a Provence"^der mit einem Truppenttansport von 1800 Mann nach Saloniki unterwegs war, versenkt Nur 696 Mann sollen gerettet sein. *
Das am 8. Februar an der syrischen Küste versenkte ranzoslsche Kriegsschiff war, wie die Meldung des zurück- gelehrten U-Bootes ergibt, nicht das Linienschiff „Lufs- n *n^, sondern der Panzerkreuzer „Admiral Char-
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
*
Die Kämpfe im Westen.
Der Sturm aus Douaumont.
, Ro t tcr d am 1. März Ter Berichterstatter der „Ti mes" berichtet über die Borgange bei Berdun: Die Franzosen wurden gezwungen, mtter dem Drucke des Gegners ans den oorgesckwbenen Stellungen sich auf die nördliche Verteidigungslinie von Verdun zurückzuIieheu. Die Lage sei andauernd ernst, und mit großer Spannung werde der weiteren Entwicklung entgegen gesehen .ue Franzosen seien aber immer noch im Besitze der 'Hauptver- terdigungslmre und man hofft, daß es ihnen gelingen wird. Verdun zu halten Ter Kern der ganzen Lage sei, daß die Franzosen nur vorge,chobene Stellungen an den vordersten Betteidigungslinien aufgegeben haben, daß, wre heftig der Kampf auch war, das schwerste Ringen twch bevvrstehe. Wenn es dazu kommen würde, seien die Franzosen in mancher Hinsicht im Vorteil: Ter Besitz der hauptsächlichsten Höhen setzt sie in den Stand, die Angreifer mit ihrem Feuer zu erfa,sen. Ter Korrespondent des englischm Wattes erklärt, er habe die Verteidigungswerke von Verdun früher besichtigt. Er könne aus eigener Anschauung bestätigen, daß die
zentrrert. Der Rückzug sei durchaus freiwillig gewesen. Franzosen behaupten auch die am Fuße jener Höhen befind- Stellungen. Mittlerweile versucht die schauere deutsche Artillerie bw St abt Verdun z u beschießen und ebenso zuzu- richten wie Wpern. Bor der Schlacht war die Stadt vollständig von der Zivilbevölkerung geräumt worden.
*
Die neue Kriegsanleihe.
Berlin, 1. März. Mit Bezug auf die Ankündigung der neuen Kriegsanleihe sagt die „Bettiner Morgenpvst": Die Vor- vedlngungeil find so beschaffen, daß es für jeden einzelnen leicht und vorteilhaft fit, Mi dem ^Lerke der vierten Kriegsanleihezeiw^ nung mitzuwirken. Jeder tue seine Pflicht nach seinen Kräften, dann endm diesmal der finanzielle Ansturm mit dem deutschen Siege
^ 1t? "Flitter Tageblatt" urteilt: Unzweifelhaft ist die Bürde
der Kriegskosten außerordentlich schwer. Aber wir dürfen, wenn wir heute die Lasten des Reick)es vom Standpunkte des 2lnleiHeerwerbers aus beurtttlen, nicht vergesseii. daß das deutsche Nationalvermögen ein Vielfaches von dem Bettage, was bisher ausgegeben wurde, ist, und was noch wichtiger sein dürfte: dis Kapitalkraft der deutschen Volkswittschaft hat sich keinesfalls in demselben Maße verniindert, wie die Anleiheschuld des Reiches gestiegen ist. Die bisher ansgegebenen drei ersten Kttegsanleihen luittm ein mveils steigendes Zeichnungsergebnis, das in den Zahlen 47g 9 und 12 Milliarden seinen Ausdruck fand Wir glauben, daß seit der im Herbst vorigen Jahres veranstalteten! dritten Subjkriptton der Wille des Kapitals, die finanzielle Bereitschaft des Reiches zu stärken, trotz der inzwischen eingetretenenj Verteuerung der Lebenshaltung keine Einbuße erfahren haben rvird^ Wir find uns dessen bewußt, daß das schwere Werk zu einetzst guten Ende geführt werden muß, und wir wissen alle, worin der ner- vus rerum bei der Kriegführung besteht. Die Reichsregierung hätte infolgedessen mit gutem Grunde davon absehen können, bei der Ausstattung der vierten Kttegsanleihe andere Ä^adalitäten zu wählen, als bei der ersten, zweiten und dtttten. Wenn sie gleich- wohl neben den fünfprozentigen Schuldverschreibungen zum ersten 47prozentige Schatzanweisungen schafft, so muß das unter Berücksichtigung der Verlosungschaneen des Anleihetypus als ein neues Reizmittel erscheinen. Es ist aber in Wirklichkeit unter J^oiltlschen Gesichtspunkten, als ein erster Schritt zur Herab- druckung des mit 5 Prozent reichlich hoch bemessenen Zinsfußes anzuseyen. Ohne aus bas Für und Wider der beiden Änleihe- arten vom Standpunkt der Kapitalisten aus näher einzugehen, möchten wir unter allgemeinen Gesichtspunkten wünschen, daß dem Reiche gelingt, bei ferneren Unleihebegeb nn gen durch tatsächliche Ermäßigung des Zinsfußes seine Lasten zu vermindern und der allgemeinen Kreditentwicklung zu dienen. Diesem Ziele wird das Reich- umsomehr zustteben können, je eher zu einem siegreichen Friedensschlüsse kommen. Eine der Bor- bedingnngen hierfür aber ist wiederum, daß auch die viette Kriegsanleihe einen großen Erfolg hat. Darum auf zur Zeichnung?
. Die Tabaksteuer.
.. Berlin 1. März. Die nächste der neuen Steuervorlagen» me veröffentlicht werden soll, wird laut „Berliner Tageblatt" die Tabaksteuer sein. Die Veröffentlichung des Entwurfes und seiner Begründung dürfte unmittelbar bevvrstehen.
Die Wehrpflicht der Ledigen in England.
-H li a g, l.März. Die „Dailv Mail" bettckstet, daß eiu L ol J l öItw«t Erlaß ergehen wird, wonach ledige Männer im Alter Unter 30 Jahren nickst mehr reklamiert werdest tonnen, auch wenn sie in Munitionsfabttkeii und sonstigen resers vretten ' - ri ' ' ' ~ ■
es
eilte
Diensten, wie bei Zeitungen usw.,. beschäftigt sind.
- klr'Ziitei'dsckTr' in IsdleL^en für Nervöse und Seaeseetde Man TCJlaafie aa&drQcklicb „Pinoflool in Ta^tetten
6 BMer M, 1^0 . 12 Bäder M. 3,— _-E«
_
In der Genesungszeit wie nach Blutverlusten oder Operationen, auch in Zeiten besonderer dlnsttengungen und Auf-' regnngen ist Sanatogen das ideale Mittel, den Krästeverbrauch' rasch und sicher wettzumachen. Daher ist es auch ebenso für unsere' in den Lazaretten liegenden Verwundeten und Kranken, wie für die Krieger draußen im Felde zur Kräftigung und Erhalttmg ihrer Gesundheit und Widerstandskraft von gleich großer Bedeutung.. Es sei auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der Sanatogenwerke Bauer & Eie.. Berlin SW. 48, verwiesen. 1590 D
Bekanntmachung.
Betr.: Höchstpreise für Kartoffelstärlemehl.
Unter Bezugnahme auf die.Bekanntmachung am 22. Funk 1915 (Kreisblatt Nr. 54) und vom 9. November 1915 'Gieß. Anz. vom 9. November 1915) wird der Höchstpreis für Kartofselstörke- mehl im .Kleinverkanf mit Wirkung vom. 1. Mär- 1916 ab auf 6 8 P f g. für das Kilogramm (3 4 P s g. für das Pfund) gegen seither 60 Pfg. für das Kilogramur (30 Pfg. für das Pfund) erhöbt Gießen, den 29. Februar 1916.
Gwßh. Kreisamt Gießen. I. V.
a n g e r m a n n.
Der Oberbürgermeister. Keller.
Statt Karten.
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Ihre Verlobung beehren
sich anzuzeigen
DORA KAMMER NICOLAUS KLEIN
Gießen, den 2. März 1916.
Differten
Licher Straße 23 07997
bei Saarbrücken
vorrätigen echten
bin ich gezwungen, meine noch
Perser-Teppiche
wertvolle Stücke, zu jedem annehmbaren Preise < r egen Kasse zu verkaufen. Schriftliche Angebote nnter 08012 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbeten"


