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1.3.1916 Erstes Blatt
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Nr. 5 \

Der Ebener ÄRgttqer

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Erstes Blatt

(66. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger Kr Oberhessen

Mittwoch, !. März M«

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monatl. 85 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.50: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl, 75 Pf.: durch diePost Mk.2.30viert^- jährl. ar-.Sschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., ausw. 20 Pf. Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; Ute otuöt und Land, Vermischtes und Ge-

Roiatisnr-nick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Lteindrnckerei N. Lange. Schriftleilung. Seschäftrstelle und Druckerei: Schulstr. 7. B°ck°ümiuch mG^ß-n'

(6575 Wann vor Verdun gefangen, 78 Geschütze eröentet. Allgemeiner Vormarsch in der Voevre-Ebene.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Februar. (Amtlich.)

.Westlicher Kriegsschauplatz.

Die verstärkte Artillerietätigkeit hielt an vielen Stellen an. Oestlich der Maas stürmten wir ein kleines Panzcrwerk dicht nordwestlich des Dorfes Douau- mont. Erneute feindliche Angriffsversnchc in dieser Gegend wurden schon in der Entwicklung erstickt. In der W o e v r e überschritten unsere Truppen Diepe, Abaucourt, Blanzee. Sie säuberten das ausgedehnte Waldgebiet nordöstlich von Watronville und .Haudiomonl und nahmen in tapferem An­griff Manchmllcs sowie Champion.

Bis gestern abend waren an unverwundeten Ge­ls angenengezählt: Zweihundertachtundzwanzig Offiziere, sechzehntausendfünfhundertfünf­und s i e b z i g M a n n. Kerner wurden a ch t u n d s i e b z i g Geschütze, darunter viele schwere neuester Art, sechs­undachtzig Maschinengewehre und unüb ersetz- bar e s M a t e r i a l als erbeutet gemeldet.

Bei der Försterei Thiaville (nordwestlich von Ba- donviller) wurde ein vorspringender Teil der französischen Stellung angegriffen und genommen. Eine größere Anzahl Gefangener blieb in unserer Hand.

Oeftlicher und Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Nicht nur die hohen Beutezissern sollen uns erfreuen, sondern jeder Deutsche sollte heute die Karte zur Hand nehmen und sich vergegenwärtigen, was unsere Truppen in kurzer Zeit geleistet haben. Bisher standen die Angriffe im Nor­den der Festung Verdun im Vordergrund, und auch der neueste Tagesbericht meldet uns von dort einen neuen er­freulichen Erfolg. Es wurde nämlich ein kleines Panzerwerk dicht nordwestlich des Dorfes Douaumont gestürmt, neue An­griffe des Feind«es wurden blutig ab gewiesen. Herve drückt in einem Pariser Blatte die Ueberzeugnng aus, daß die Kampf­pause im Nordender Festung nur die Ruhe vor pem Sturm be­deute, daß man nicht annehmen dürfe, den Deutschen sei der Atem ausgegangen, sondern daß sie das gewonnene Gelände befestigten und ihre Artillerie aufs neue in Stellung brächten. Ganz Frankreich, so erklärt der französische Publizist, er­wartet mit Beklemmung das Ergebnis der nächsten Tage.

Die amtlichen französischen Berichte ergehen sich aus­führlich über die Bemühungen, die der Verteidiger von Verdun, General Humbert, machte, aber es ist aus den vielen Worten doch in der Hauptsache nur zu entnehmen, daß es Bemühungen ohue besonderen Erfolg geblieben sind. Es wird den Franzosen Sand in die Augen gestreut, und manche Unwahrheit wird verzapft. So hat der französische Bericht bis jetzt noch nicht offen eingestanden, daß das Fort Douau­mont in die Hand der Angreifer gefallen ist; nur einmal wird darauf hingewiesen, daß es von den angreifenden Franzosendicht nrndränat" sei. Und über das Zurück- weichen in der Woevre-Ebene stößt man beim Vergleich des neuesten deutschen Berichtes mit den französischen Ver­lautbarungen'auf arge Schönfärberei Joffres. Er läßt von Erfolgen bei Orten sprechen, die nach dem klaren Wortlaut unseres Heeresberichtes in deutsche Hand übergegangen sind. Und hier^ in der Woevre-Ebene, sind jene Ueberraschungen vor sich gegangen, die die Ereignisse im Norden von Verdun auf kurze Zeit ab gelöst haben. Ueber den landschaftlichen Charakter der Ebene und der Cote Lorraine findet der Leser im Feuilleton des zweiten Blattes eine anschauliche Schil­derung. Unsere Truppen stehen jetzt durchschnittlich etwa drei Kilometer vor der am Fuße des Höhenznges östlich .von Verdun verlaufenden Straße BezonvuuxEi^-Hau- diauniont. Tie Sttecke Ornes-Bezonvaux ist nach Süden hin bereits zwei Kilmneter überschritten; an diesem Punkte ntacbt die deutsche Front einen Bogen, der in westlicher Richtung auf Douaumont führt, in süd östlicher und südlicher Richtung an Dieppe und den anderen, im amtlichen Tages­bericht genannten Orten, die in deutschem Besitz sind, vor- -übersttercht. Es kann gar kein Zweifel darüber herrschen, daß die Kämpfe in der Woevre-Ebene vollständig zu dem Ziele geführt haben, daß sich unsere Heeresleitung gesteckt hat. Einzelne Truppenteile südlich von Etain sind etwa zehn Kilometer weit nach Westen vorgedrungen. Die Fortkette von Verdun ist jetzt im Bereiche der deutschen Artillerie. Die in den nachstehenden Nachrichten wiedergegebene allgemeine An­weisung des Generals Josfre an die Oberkommandierenden der französischen Heeresgruppen gibt ein Bild von der geisti­gen und moralischen Verfassung, in der sich die französischen Truppeil befinden. Wir verstehen es, daß, nach den Worten Herves, ganz Frankreich dem Kommenden mit Beklemmung gegenübersteht.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. Februar 1916.

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues.

I ta l ien isch cr K riegssch aup latz.

Gestern nachmittag war das italienische Geschützfeuer gegen Teile des Görzcr Brückenkopfes und die Hoch­fläche von D o b e r d o wieder lebhafter.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höser, Feldmarschalleutnant

" * * *

Die Uämpfe im westen.

29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.)Figaro" schreibt: Mtinsterpräsident Briand erschien gestern abend in den Wandel- aängen der Kammer und erklärteste Lage sei gut. Die Truppen seien von Eifer beseelt. Starke Reserven seien bereit, den stärksten Stoß auszuhalten. Die Zeitungen geben übereinstimmend an, der französische Gegenswß habe am 20. Februar begonnen und werde mit vollern Erfolge durchgeführt. Tie Deutschen hätten keinen Zoll breit mehr Boden gewonnen.

Bern, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die Schwei­zerische Depeschenagentur meldet ans Genf: In Lyon treffen seit 48 Stunden unaufhörlich zahllose Sanitäts- züg e ein. Alle Spitäler der Stadt und des Südostens sind nttt Verwundeten belegt.

Ter französische Bericht.

Paris, 29. Fbr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Montag nachmittag: Belgien beschossen unsere Batterien die deutschen Einrichtungen gegenüber Steenstratte. In der Champagne gelang es dem Fein^ in der Gegend der Farm Navariu, nördlich von Souain, durch einen Handstreich in einige Teile unserer vorgeschobenen Linie und des Unterstützungsgrabens einzudringen. In der Gegend nörlich von Verdun dauert die heftige Beschießung, be­sonders im mittleren Wschnitt und des rechten Abschnittes gegen Norden hin, an. Auf die Cote P-üvre wurde kein neuer Angriffs­versuch gemacht. Gestern abend versuchten die Deutschen wiederum mehrmals Uns das Dorf Douaumont zu entreißen. Mle An­strengungen brachen sich an dem Widerstand unserer Truppen, die auch durch die wütendsten Angriffe nicht zum Wanken gebracht wurden. An dem Fort Douaumont, das eng umschlossen bleibt, ist die Lage unverändert. Auf dem Gelände im Norden des Dorfes Vaux war der Kamps weniger heftig. In der Wo evre nahm der Feind gestern abend und im Laufe der Nacht eine leb­haftere Haltung an. Tie Eisenbahnstation Eix wurde durch einen Angriff und einen Gegenangcist von beiden Gegnern genommen und wiedergenommen. Sie blieb in nnftrem Besitz. Alle An- grifte gegen die Höhe 255 südöstlich! von Eix waren nicht imstande, uns davon zu vertreiben. Ein weiter südlich! angesetzter deutscher Angriff gegen Mancheulles schäkerte vollständig. Unsere Ar­tillerie erwiderte energisch! die feindliche Beschießung aus der ganzen Front. In den Vogesen beschossen wir mehrere feind­liche Quartiere in der Gegend von Ban-de-Sapt.

Paris, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Montag abend: In den Argonnen richteten unsere schwe­ren und Feldbatterien ihr Feuer auf die Zugangsstraßen des Feindes, besonders in der Gegend des Gehölzes von Chappy. Morgens sprengten wir bei dem Hügel 285 eine Mine in die Luft und besetzten den Trichter. In der Gegend nördlich von Verdun ist die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien noch immer sehr lebhaft, außer im Abschnitt westlich der Maas, wo ein gewisses Nachlassen der feindlichen Beschießung gemeldet wird. Tie Deut­schen versuchten im Laufe des Tages mehrere Teilangrifse, die durch unser Feuer und Gegenangriffe zurückgewiesen wurden. Be­sonders westlich des Forts Douaumont lieferten unsere Trup­pen einen Kamps Mann gegen Mann; der Gegner wurde aus einer steinen Redoute vertrieben, in der er sich einrichten konnte. Im Woevre sind zwei Angriffe aus Fresnes vollständig gescheitert. In Lothringen zeigte sich unsere Artillerie sehr tätig in den Abschnitten von Rcillon, Do me vre und Bad on weil er.

Belgischer Bericht: Aus der ganzen belgischen Front gegen­seitige Beschießung von geringer Heftigkeit.

Aus Verdun.

Berlin, 29. Febr. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." meldet aus Paris: Nach Erzählungen von Flüchtlingen von Verdun in Pariser Blättern waren am Sämstag morgen bereits 150 Häuser in der Stadt selbst durch das deutsche Bombardement zerstört. Am Mtttwoch befanden sich noch ungefähr 4000 Einwohner in der Stadt.

Joffres Anweisungen.

Berlin, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Unter den in den letzten Tagen erbeuteten Papieren befindet sich fol­gender Befehl:

Gr. H.qu. Gen.-Stab Nr. 18 630.

Geheim! j 31. Jan. 1916.

Anweisung für die Oberbefehlshaber der Heeresgruppen.

Mehrfach hat der Feind in der letzten Zeit an verschiedenen Stellen unserer Front steine örtliche Angriffe gemacht. Jedesmal hatte er Erfolg und behauptete ihn. Dieser Zustartd kann nicht fortdauern, ohne auf die Stimmung der.Armee zu drücken. Ich kann nicht zulassen, daß die Zeitspanne des Abwartens, die nur durchmcssen, zur Tatenlosigkeit fühtt. Die Führung aller Dienst­grade muß sich darauf entrechten, den deutschen Unternehmungen zuvorzukommen und sic zurückzuweisen. Das wird sich, ohne die Infanterie allzu großen Verlusten ausznsetzen, dadurch erreichen lassen, daß jedesmal die gesamte zur Verffigung stehende Artillerie, schwere Artillerie, Feldartillerie und die Graben-Artillerie unver­züglich zur Wirkung gebracht wird, unter Einsatz von Munition, nach Ermessen. Auf diese Weise wird der Gegucangriff gelingen

^*9^' m ^ir* er entweder sofort einsetzt und dein Feind keine Zeü laßt, sich einzurichten, oder sobald als möglich, aber daun nach einer neuen gründlichen Artillerievorbereitung.

Tie Anweisung vom 20. Januar 1915 gibt hierzu alle not­wendigen Fingerzeige. (gez.) Josfre."

Wagenmangel in Frankreich.

Paris, 29. Febr. (WTB Nichtamtlich.) ,/Echo de Paris" enthält folgende Mitteilung: Jnfobg'e von militärischen Not­wendigkeiten und wegen Unterbrechung der Schiffahrt tver- den für eine gewisse Zeit Waggons nur in sehr be­schrankter Zahl im Verhältnis zu. den Bedürfnissen des Handels zur Verfügung gestellt werden können. Das Pu­blikum wird verstehen, daß die Interessen der Landesver­teidigung den Sonderinteressen Vorgehen, und mit patrio- ttscher Entsagung neue Opfer bringen.

Eine französische Anleihe in Amerika.

London, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich;.) DerTeilt) Telegraph" erfährt aus New Aorl, daß Berhandluwgien wegen einer nfprozentigen Anleihe von 200 Millionen Dollar eingelcitet worden sind.

* . *

Das Ergebnis des Züricher Prozeßes.

Tie Verhandlungen des Züricher Kriegsgerichts der 5. DH, Vision haben erwiesen, daß die beiden Obersten Egli und voir Wattenwyl sich lediglich eine Inkorrektheit haben zu schulden kommen lassen. Aber das hat alle Welt schon vorher gewußt. Schon Anfang Februar verkündete der Sckiweizer Bundes­rat, daß es sich weder um Hochverrat noch um Spionage handele, sondern höchstens um eine leichtere Vernachlässigung der Pflicht. Mit anderen Motten hieß das: Die beiden Obersten haben toeder ihr eigenes Vaterland, noch Frankreich noch Deutschland verraten. Aber der welsche See raste und wollte seine deutschen Ovfer haben. Die deutschen Obersten mußten auf das Armesünderbänkchen. Ich hatte das Gefühl, daß man mich nur so als eine Art (Sut* ziffernngsmaschine bettachte," so erllärte der Hauptbelastungs- zeuge Tr. Langie. Also ging er hin und denunzierte ferne, Vorgesetzten bei der russischen Gesandtschaft und beim Schweizer Bnndesrat. Ter Funke glimmt. Das Feuerchen ist entzmtdtt. Ans der bekannten Mücke wurde der bekannte Elefant. Alles> was sich jetzt in der inneren Polittk der Schwerz abspielte, war eine Folge dieser kleinlichen Md unüberlegten Angeberei. Die Welschen tobten in ihren Versammlungen. Tie Kautönlis tele-, vhonierten den Bmrdesrat an, warum er die beiden Obersten noch nicht krmum geschloffen habe. Die Sozialdemokraten fingen den Sturniwind in ihren Segeln auf, um gegen die Militärhierarchie anzurennen, die den guten Geist der Milizarmee vernichte. Und der christliche Jünglingsverein von B o u d r v faßte eine Resolution, die natürlich sofott auch in allen Zei­tungen Frankreichs zu lesen war, und wottn die sofortige Be­strafung der Schuldigen erlangt und erllärt wird, man werde, wenn nötig, mit allen Mitteln dahin wirken, daß die bevorstehen­den Neueinberufungen der ersten und zweiten Division solange verhindert würden, bis die Soldaten die Sicherheit bekommen haben, daß in der Schweiz alle Bürger vor dem .Gesetz gleich sind. Man wollte Listen unter den Rekruten zur Unterzeichnung dieser Drohung verbreiten. Aber da ritten die welschen Hetzblätter selber ab. Es war zu toll. Nun haben die Ergebnisse des Prozesses zur Entspannung geführt. Das Fieber läßt nach. Man sieht ein, daß der llttnc Denunziant nicht nur über die politischen Folgen sttner Angeberei im Unklaren war, sondern daß er sich auch in der Wirkung seines sensationellen Geheim­nisses fürchterlich geirrt hat. Durch ein disziplinarisches Verfahren hätte das festgestellt und eine etwa wirklich vorgefal­lene Unregelmäßigkeit geahndet werden können. Aber der Angeber wollte es anders. Er hing es an die große Glocke, und diese hat nun sgeläuttt.

Vieles von dem', was dieser Prozeß auswühlte, wird sich nicht Mehr glätten lassen. Auch wenn General Wille, gegen den sich die Spitze des welschen Ansturms ttchtet, auf seinem Posten bleibt, so werden doch die Forderungerr gesetzespolitischer Natur, die diese Krisis mit sich brachte, erfüllt werden müssen. Vieles Mili­tärische und Diktatorische, das der Weltkrieg mit sich brachte, soll jetzt wieder bürgerlich iverden. Die parlamentarische Kvn- trolle soll ihre Macht zurückempfangen, die Zuständigkttt der Kriegsgerichte sohl zugunsten der Zivilkammern eingeschränkt wer­den. In den nächsten Tagen wird sich das Schweizer Bundes- parlament versammeln. ?luch dort wird die Oberstenaffäre noch eine Rolle spielen.

Ueber den weiteren Verlauf des Prozesses verzeickmen wir folgende Einzelheiten:

Zürich, 29. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In dem Prozeß Egli und Wattenwyl sagte der zweite Angeklagte, Oberst von Wattenwyl, Chef der Nachrichtensektion, aus, daß er mit den Attaches mcr toenig außerdienstlichen Verkehr gehabt habe. Im Laufe des letzten Herbstes sei ihm in Abwesenheit des Obersten Egli bekannt geworden, daß die Attaches der Mittelmächte Bulle­tins erhielten, was ihm nicht besonders ausgefallen sei, da er sich glttch gedacht habe, daß es sich um Kompensationen handle. Der Angeklagte gab zu, daß vom internen militärischen Standpunkts aus die Uebermittelung von Bullttins an nicht bezugsberechtigte! dritte Personen imzulässig sei. Auf Grund eines Dokuments sei auzunehmen, daß ent Attache der anderen Mächtegruppen ebenfalls Einsicht in die Bulletins gehabt hat. Wichtige und geheime Nach­richten ivurden in den Bulletins nicht ausgenommen. Der Ati- geklagte machte sich kttne Bedenken über die Frage der Neutralitäts­verletzung. dluf die Frage des Gvoßrichters antwortete Wattenwyl, niemals den Militärattachäs über den Inhalt dechiffrierter Depeschen gesprochen oder ihueit solche gezeigt zu hab-u. Jarauf folgte die Vernehmung des H a u p t b e [ a st u :t g o z e u g c n Dr. Langie-Montreux, bessert Vater, ein gebürtiger Pole, 1860 in die Schioeiz gekonimen ist: seine M:utter ist eine gebürtige Schwei­zerin. Langie arbeitete 14 Moirate nn Dienste des General stades. Ter Inhalt der rund 200 von ihut bearbeiteten Dokumeitte scküen ihm für die Schweiz nicht interessmtt. Langie schöpfte aus uet*.