Ausgabe 
26.2.1916 Zweites Blatt
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157
 
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Hr. 48 Samtes Blatt

Cuschernl täglich mit Ausnahme des SornrttqS.

D» ^Ketzener Fa»«endsätter" werden dem ,9n^TT a \wrmrt «Schrntiich beiqelegt, r «Krcistttttt Öen Kreis Gießen" jioennoi wocheueÄch. Die ^lM-Mrsichafliicheo Seit- nid^twcti monatlich $n?eunaL

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J66. Jahrgang

General-Anzeiger für Oderhejjen

Samstag, 2b. Februar 1916

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lang e, Gießen.

Schrütleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul­straße?. Geschäftsstelle n.Verlag:E^D51, Schrift­leitung: «^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Die Kriegssteueworlagen.

Berlin, 25. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) In eurem Ar­tikel derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" über die Kr regs- ftcucröorlageu heißt es unter anher cm: Bei der Einbringung ,'des Entwurfs eines Kriegsgewinitftcu-ergc)ctcs weiß sich bi e Reichs­leitung im grundsätzlichen Einverständnis mit bau 1 deutschen Volke .in seiner wohl ausnahmslosen Gesamtheit. Die Sonderbesteuerung entspringt in erster Linie ethischen Motiven. Sie ist die For­derung eines sozialen Gewissens. Es entstehen jedoch mancherlei Schwierigkeiten, die richtige Mittellinie bei ihrer Airs­gestaltung zu finden. Es wäre falsch, den Unternehmungsgeist und die Arbeitsfreude des deutschen Kaufmanns, der deutsckien In­dustriellen und des deutschen Landwirts durch allzuscharfe Stener- maßnahmen zu uirterbindeir. Dem Unternehmungsgeist und der rast­losen Arbeit unserer schaffenden Stände verdanken mir in erster Linie die erfolgreiche Umstellung.der Friedenswirtschaft auf Hie Kriegswirtschaft, und die Vermeidung schlimmer Stockungen rn der Fortentrvicklrrng des Wirtschaftslebens, deren Folgen die Ar­beitslosigkeit und Brotlosigkeit getvesen wären. Neben der Kciegs- gewinnsteuer beabsichtigt die Reichsregierung dem Reichstag in der nächsten Tagung eine Reihe von S t e u e r g c s c tz e n t - würfen vorzulegen, die insgesamt etwa 500 Mil­lionen Mark erbringen sollen, nämlich: 1. den Entwurf eines Gesetzes über die Erhöhung von Tabakabgaben, 2. den Entwurf eines Quittungsstempelgcsetzes: 3. den Ent­wurf eines Gesetzes über die mit den Po st gebühren zu erhe­bende Reichsabgabe: 4. den Entwurf eines Gesetzes betreffend Frachturkunden st empel und dessen Ausdehnung auf Stück­güter.

Diese Gesetzentwürfe bilden eine notwendige Ergänzung zu dem im März dem Reichstage zugehenden Etatsentwurf des Deut­schen Reichs. Tie Steuervorlagen bezwecken, nicht die Lösung der Frage nach Deckung der gesamten aus dem Kriege sich er­gebenden Belastung. Diese Ausgabe wird nach Beendigung des Krieges zu lösen sein. Eine weitere direkte Besteuerung neben der Kriegsgewinnftener scheidet aus. Bereits jetzt haben die Einzel­staaten und Kommunen die direkten Steuern stark in Anspruch genommen, und es läßt sich nicht übersehen, bis zu welcher Höhe dies im ipcitercn Verlaufe noch geschehen Muß. Es ergibt sich hieraus die Notwendigkeit, auf dem Gebiete der indirekten Besteuerung die Erschließung weiterer Einnahmen zu suchen. Diese Steuern müssen aus einen möglichst weiten Kreis gelegt Werden, tunlichst unter Schonung der durch den Krieg ohnedies in ihrem Einkommen und Vermögen hart Betroffenen, insbe­sondere der minderbemittelt«!. Klassen der Bevölkerung. Bereits in den früheren Vorlagen der Regierung ist nachdrücklich auf eine erweiterte Besteuerungsfähigkeit des Tabaks hin gewiesen worden. Die Belastung mit Tabaksaus gaben auf den .Kopf der Bevölkerung betrug im Jahre 1912 in Deutsch land 2,78 Mark, in England 6,28 Mark imd in Frank­reich 7,68 Mark. Eingehende Verhandlungen mit Vertretern des Tabakgewerbes haben ergeben, daß die Erhöhung der Tabakabgabe im gegenwärtigen Zeitpunkt für das Gewerbe und die Verbraucher erträglich ist. Die Vorlage sieht eine verhält nismäßig niedrige Belastirng der billigen Tabake vor und eine wesentlich stärkere des Luxuskonsums. Die Ertragserhöhung der Ab­gaben auf Zigaretten soll unter möglichster Schonung der Be­triebsverhältnisse in der Zigarettenrndustrie vorgenommen werden. Die Einführung des Quittungsstemvcls wird nicht ohne Be läftigung des Verkehrs abgehen, denn ein Quittungsstempel ohne Qujttungszwang würde nicht die erforderlichen Erträgnisse bringen. Zahlungen von geringeren Beträgen und zu bestimtnten Zwecken bleiben von der Steuer befreit. Den Bestrebungen zur Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs trägt die Vor­lage in »veitem Umfange Rechmmg: unter anderem soll mit dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes der S ch e ckstem p c l in Fortfall kommen. Eine ansehnliche Einnahmesteigerung ist durch eine stärkere Heranziehung des Post-, Telegraphen- und Telephonverkehrs zu erzielen. An der Aufbringung dieser neuen Einnahmen wird fast die ^anze Bevölkerung teilneh­men, doch Iverden nur leistungsfähige Schultern durch sie in stär­kerem Maße belastet. Mit dieser Neick)sabgabe steht die Einführung eines Stempels auf Frachturkunden von Stückgutscndungen auf Eisenbahnen und Schiffen in engem Zusammenhänge. Neben der Einführung eines Stückgutstempels ist eine Erhöhung des be­stehenden Fra ch t urkundenstempels geplant.

Tic treuen Steuern sind Kriegs st euer n , nichts mehr und nichts tvcniger. Für den Augenblick handelt es sich darum, eine ordentliche Finanzwirtschaft des Reiches auch während des Krieges im Gange zu halten. Es ist ein Kriegserfordernis, daß uns dieser feste Boden gesichert bleibt, Nachdem das deutsche Volk in zwanzig- rnonatigem militärischem und wirtschaftlichem Ringen mit be­wunderungswürdiger Einmütigkeit und beispiellosem Opfersinn sei­nen Entschluß bewiesen hat. den ihm aufgezwungenen Daseinskampf zum siegreichen Ende zu führen, ist kein Zweifel gestattet, daß cs auch die finanziellen Lasten aus sich nehmen wird, die dieses Ziel erheischt- Durch die Veröffentlichung des Entlvurfes des Kriegs- gewinnfteuergesetzes im gegenwärtigen Stadium seiner gesetzgebe­rischen Behandlung soll der breiten Oesfenttichkeit und den wirt­schaftlichen Organisationen Gelegenheit gegeben werden, den für unsere gesamten wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse be- deutsamen Entwurf frühzeitig einer Prüfung zu unterziehen, zu seinen Einzelheiten Stellung ztl nehmen und dadurch die Arbeiten der gesetzgebenden Körperschaften zu unterstützen.

Aus Hessen»

Die tzausbaltsberatung.

rb. D a r m st a d t, 24. Febr. Die gemeinsame Haus- baltsberatung des Finanzausschusses mit der Regierung wurde heute nachmittag zunächst unter Vorsitz des Aüg. M o l - lha n fortgesetzt. Beim Etat des Ministeriums des In­nern (Kapitel 23) ist bekanntlich von der Regierung beantragt, eine Teilung bt der Abteilung III insofern cintrrtm zu lassen, daß die la nc> wirtschaftlichen Ringel egen heilen losgelöst und einem besonderetr Ministerialrat tmterstellt und die Kapitel Handel unb Gewerbe alsdann eine Abteilung für sich bilden. Es würde dem­nach die Stelle eines neuen Ministerialrats geschaffen werden, während dafür ein Hilfsarbeiter gestrichen würde. Die Regierung gab dem Ausschuß nähere Auskunft über die ^äotweudigkcit dieser Maßnahme: ein Beschluß des Ausschusses ist jedoch noch nicht erfolgt. Beim Kapitel 36, Landesuniversität, und Kapitel 124, hat der Ausschuß besonders den beantragten Erwerb der Kinlxw- klinik beanstandet und in Verbindung damit die laufenden Aus­gaben für diese gestrichen, auch nähere Auskunft über die im Kapitel 53 gestellte Anforderung von 50000 Mark für Mut­ter- imb Säuylin gSfi'cr sorge verlangt. Die Regierung legte die Verhältnisse eingehend auseinander, besonders die Stellung zu dem jetzigen Besitzer der Kinderklinik: es habe sich die Notwendig- seit ergeben, diese Klinik auf den Staat zu übernehmen. Die Ne- snerung begründete auch die Anforderimg der 50 000 Mk., während ,:e zugab. daß der Erwerb der Kinderklinik ewutuell nock) zuriick- gülellt werden fönte Damit kamen die 100 000 Mk. für die letztere imd dce laufenden Ausgaben mit 14 800 Mk. im Voran- >iag rn Wegfall. Bei dieser Galegnüieit bracküe die Großb. Re- merun g auch die jüngst erfolgte Versetzung eines höheren Be­amten m den Ruhestand, die airs seinen Antrag erfolgte, znr

Sprache. Die Regiermig erklärte, daß dessen Pensionierung ledig lick aus Gesundheitsrücksichten erfolgt sei. Falls sich hierbei nach­ttäglich noch andere Momente ergeben sollten, so kann die Re­gierung auf dem Wege des Disziplinarverfahrens einschreiten. - Beim Kapitel 57 a, Heil- und Pflegeansta.lt Alzey waren im Aus­schuß gegen die Beschaffung eines eigenen Fuhrwerks Bedenken ge­äußert worden. Die Regierung ist der Meinung, daß bei derartigen Betriebsausgaben möglichst gespart werden müsse, und erklärte sich mtt Streichung dieser Anforderung einverstanden. Kapitel 69, Kreis geoMeter, die Kreisgeometer, welche für behinderte Beamte in benachbarten Bezirken Dienst tun müssen, erhalten dafür nur gekürzte Tagegelder, was der Ausschuß beanstandete. Die Regie­rung erllärte, daß diese Verkürzung nur dann erfolge, wenn die Beamten sehr viel Dienst in benachbarten Bezirken zu tun hätten. Tre geringere Gebührenzahlung erfolge aus Sparsamkeitsgründen. Beim Kap. 74, Bodenmeliorationen, hat der Ausschuß die Mehr­forderung von 30 000 Mk. nicht genehmigt: die Regierung wil­ligte in die Streichung dieser Summe ein. Beim Kap. 75a, Land- wirft chaftskammer, ersuchte der Ausschuß um Aufklärung, ob der gesamte Betrag von 195 290 Mk. in den Jahren 1914 und.1915 an die Landwirtschaftskammer_ abgegeben worden sei, oder für 1916 vielleicht ein Abstrich erfolgen könne. Die Regierung ant­wortete, daß für 1914 ein kleiner Betrag erspart wurde, während für 1915 das Ergebnis noch nicht feststehe. Sie erklärte sich damtt anverstanden, daß der gesamte Betrag mit dem Vorbehalt event. Ersparnisse bewilligt wird, die der Staatskasse züfiießen sollen, -dasselbe Verfahren solle auch bei dem Staatszuschuß für die Han­delskammer erfolgen. Tic Weiterberatung erfolgt am Freitag vor­mittag.

tb. Tarmstadt, 25. Febr. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer setzte heute vormittag gemeinsam mit der Regie­rung die Etatsberatung fort, der auch Kammerpräsident K iH) I c r * Worms beiwohnte. Beim Kap. 38, Gymnasien, Realgymnasien, Obcrreal- und Realschulen beschloß der Ausschuß entsprechend seinem früheren Beschluß auf Zusammenlegung der beiden Darm- »tädtcr Gymnasien, die Positionen für die beiden Direktoren nur auf den Inhaber zu bewilligen. Bei den Kapiteln 78, Handels­kammern, und 79, Förderung des kaufmännischen Unterrichts, wurde beschlossen, wie gestern bei der Landwirtscyaftskammer die angeforderten Summen mit der Maßgabe zu bewilligen, daß die daraus verbleibenden Ersparnisse wieder der Staatskasse zuslicßen sollen. Bei der Verhandlung über Kap. 65, Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke, stimmte die Regierung dem Ausschuß­beschluß zu, die daraus den drei Pro vinziattSiechenan statten für Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen zufließenden Staatsbei­hilfen auf je 20 000 Mk. festzusetzeir. Die Negierung erklärte sich auch mit den übrigen Beschlüssen dis Ausschusses zu diesem Kapitel, so besonders dem bezüglich des Kapitalstockes, daß über das Ver mögen nur mit Zustimmung der Landstände verfügt werden kann, einveritanden. Weiter wurde noch über den an- geforderten ^taatskommissar für die Zenttalkassc der landwirtschaftlichen Genossenschaften verhandelt, aber noch kein Beschluß darüber gefaßt. Bei der Beratung über das Kapitel Direkte Steuern usw. wurden mit dem Re- giernngs Vorschlag aus Erhöhung der Staatseinkommensteuer um 20 Prozent und der Vermögenssteuer von 95 Pfennig auf 1 Mk. für je 1000 Mark Vermögen auch die beiden Steueranträge der Mgg. Henrich und Ulrich mit zur Erörterung gestellt. Es wurde jedoch darüber im Ausschuß' noch kein Ergebnis erzielt sondern die Besprechung um y 2 2 Uhr abgebrochen. Die nächste Sitzung des Ausschusses mit der Regierung findet am Dienstag nackMittag statt. Am Vormittag tagt der Llusschuß für sich aNein.

Ans Stsdt nnd Land.

Gießen, 26. Februar 1916.

Ausstellung der Aliceschule.

Am Freitagwegen um 10 Uhr rvuroe in btmi Mm alten Schloß gehörigen Mbengebäude Sonuenstraße 2, das der 1. Abteilung der Aliceschule für die Dauer der Bean­spruchung ihres Schulhauses am Ostvaldsgorten zu Kriegs­zwecken durch das Großh-erzoglick-e Hofmarschall<unt über­lassen wurde, eine Ausstellung eröffnet, die die Lei­stungen der Schul ab tei lang während dieses Winters zeigen soll. In drei Sälen finden sich die Arbeiten vereinigt 'die von den Schülerinnen in den Kursen über Schneidern, Weist- Keugnähen, Sttcken unb Hairdarbeiten, sowie in dem 'Kursus über Bügeln und Kunftwasckien cm gefertigt wurden, und um es gleich zu sagen, der Besucher tritt einer Neberfülle von Arbeiten fleißiger Mädchenhände entgegen. Seit mehreren Zähren hat die Schule keine größere Ausstellung veran- staltet; die Ausstellung dorn August vorigen Jahres in dem Schulhaus der Steinstraße gab nur einen kleinen Ausschnitt aus ihrer vielseitigen Tätigkeit. Die jetzige dagegen zeigt Wi ^^ ^ ^ n tt gs h i gke i t der ersten Abteilung Der Besuch war denn <mdy den ganzen Xaq über außer­ordentlich stark, so daß der Schulvorstand die Offenhaltung der Allsstellung auch noch aln Sonntag angeordnct hat «Wir auf d,e tm Anzeigenteil enthaltene Bekanntmachung der Attccichule htn.)

^ Wir beginnen den Rund gang init dem Besuch des Saales, in dem die Schülerinnen des Schneiderkursirs arlS- aestellt haben unter der Leitung ihrer Lehrerttl Fräulein Sack. Wir sehen da, wie neue Wasch-, Woll- und Seiden-. sbosfe, aber aurlf wre. alte getvaigene .Kleiderstoffe durch Waschen und Aufdämpfell zil neuen .Kleidungsstücken ver­arbeitet ftnd, wie alte Capes und Mittel zll kleidsamen gatten und Mänteln gemacht wurden. Ein hübsches Damen- kosttlm enoelst sch aus einem alterl Mlitür'.nantel gearbei­tet. Wir feheil »veiler Loden- und Straßen-Kostüme, HaitS- Aeider und Blusen tit geschmackvollen Formen ansgesteltt auch »vre aus demselben Stoffquantlun, txrs für einen engen Rock nötig ivar, ein mäßig weiter (Klocken^vck entstau den ist. Eine Anzahl .Handstickereien au Kleidern und Blusen salleildurch richttgesund schöneFarbenzusanlinenstellnng auf.

vsNl zweiten Saal haben die Schülerinnen von Frl. Euler ui außerordcutlicher Neichhalligkeit ausgestellt. Es lvegeu da zunächst aus die BorschrlftSarbeittii de^s ersten Biertelfahrs: Handtücher, Kissenbezüge, Tag und Nacht­hemden, Beinkleider usw. Sodann die Arbeittn, die nach freier Wahl im zweiten Vierteljahr gearbeitet sind: außer vorgenannten Gegenständen Zierschürzen, Prinzeßunter- rocke Morgeniacken, Waschblusen uslv. Die Mitte dc'S Saals enthält die Allsbesserungsarbeiten an den verschiedenen Wäschestücken. Auch die Zeichnungen zu den Wäschestücken sind ausgestellt. Endlich enthält der Saal die Ausstellung der Handarbeiten: Arbeiten in Hardangerdurckibritck>, Weiß-, Loch- und Ausschnittstickcrei, Netz, Knüpf nnd Bändckfen- arbett, Tülldurchzug, Frivolitäteuarbeiteu, Musen, Kissen und Wandschirme in Nadelmalerei.

Ei« dritter Raum enthalt die Ausstesiung der imtc-r

der Leitung der Bügellehrerin Frl. Noll ausgesührten Bügel- und Reiniguugsarbeiten. Man ist hier erstaunt, zu hören, daß eS sich uni lauter gebrauchte Kissen, Decken usw. handelt; denn die Sachen präsentieren sich alle, als ob sie funkelnagelneu wären.

So bietet die ganze Ausstellung ein schönes Bild weib­licher L>andfertigkeit, dessen Ge-nuß sich alle Gießener Damen nicht entgehen lassen nwgen.

*

** Militärische Ausbildung der Jugend. Die für nächsten Sonntag vorgesehene Hebung gegen die Juiigniannschaft Grünberg muß verschoben werden, da die Leistungen für unsere Jungviäuner bei dieser Witte-> rung zu anstrengeiid wären. Statt dessen findet Exerzieren statt. Angetreten wird 2si2Uhr vor der neuen Kaserne (Licher Straße).

** Gießener Ha.usfrcru.en -Verein. Ter Bor- staiid hat beschlosseii, aiich weiterhiii 5 t o ch v o r f ü h r u n - g e n stattfinden zu lassen. Mtt Rücksicht auf die immer »veiter steigenden Fleischpreise soll hauptsächlich« die Zu- berettung^von fleischlosen Speisen gezeigt werden. Frau ^aih, Schulstvaße 10, hat sich dem Verein für diese Zwecke zur Verfügung gestellt uno hat eS in dankenswerter Weise übernommen, die Vereinsmttglieder in der Zuberei­tung schmackhafter, fleischloser Speisen zu unterrichten. Nummern, die zu dem Besuch der Kochvorführungen he- rechttgen, werden in der Geschäftsstelle, Mäusburg 5 , Mon­tag von 68 und Dienstag von 35 Uhr an die Mitglieder des Vereins ausgegeben (siehe Anzeige). In der Geschäfts­stelle sind auch dieS ch u h e o h n e L e d e r" zu besDihtigen.

**.Oberhessischer G e s ch i ch t s v e r e i n. Wir »veisen nochmals darauf hin, daß die Mitgliederversammlung Montag, vktz b., Mts., abends 8^/2 Uhr, im Hotel Schütz ftattfinbet. Dre geschäftlichen Verhandlungen werden nur ganz kurze Zeit in Anspruch nehmen und sind ebenso öffentlich wie der im Anzeigen- terl angekündigtc Vortrag.

Landkreis Gießen.

O Grün b erg, 25. Febr. Am Sonntag, den 27. Februar, veranstaltet der lüelige Geiverbeverein im Gastdaus zum Rappen einen Lichtbildervortrag. Ingenieur Professor Brock- mann aus Offenbach spricht über »Wilhelm Bauer, der Erfinder des ^.auchbookeS. Taten und Eriolge der Unterseeboote/ In letzter Zeit sind wieder drei Kampfer von hier mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet worden. Es sind dies der Rektor unserer Realschule, Oberleutnant Angelberger, d^r als Batterieiührer im Westen steht, sowie Unterofstzier Karl Möser, der lange Zeit ziveiler Turnwart des hiesigen Turnvereins war, und Pionier Georg Schenk.

Hessen-Nassau.

. ( ) A u s K u r h c s s e n, 26. Febr. Der Borsitzeirde der Land- wrrttchaftskamnrer zu Cassel fordett die Larrdwirte zum Flachs­bau auf imb teilt zugleich mit, daß diejenigen, welche Samen! beziehen wollen, sich bis zum 1. Marz melden müssen.

^-Frankfurt a. M., 25. Febr. Im Ostbahrthof wurde am Donnerstag abend der Schaffner Adalbert Schinidt von einem Zuge überfahren und so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit im Krankenhause verstarb. Beim Schlit­tenfahren in der Bergerstraße kam am Donnerstag der zwölfjährige Sohn des Arbeiters Wohlfahrt, Falltor- straße 41, so unglücklich zu Fall, daß er gegen die Bordsteine geschleudert »vurde und dabei einen Schädelbrnch erlitt, an dessen Folgen er heute früh im Bürgerhospital verstarb.

Zur Behebung des Mangels geschulten männlichen Per­sonals beschloß der hiesige Gastwirteverein, beim Polizei­präsidium dahin vorstellig zu werden, daß auch w e 1 b l ich e s Personal zum Bedienen der Gäste herangezogen werden kann. Weiter beschloß der Verein, der Einführung der Einheits-Speisekarte näher zu treten. Der Vorstand »vurde mit der lveitcren Erledigung der Angelegenheit betraut.

. ch- ?.k- Goar. 2b. Febr. Im Rheine, unterhalb von hier­bei dem Kilometer 56, fit eine männliche Leiche gelandet worden Man glaubt, daß es sich um den Goldzähler Reinhold M a l 0 w s k i aus Wiesbaden handelt, der seit dem 18. Januar 1916 vermißt ist.

Eine andere Leiche wurde bei Kamp im Rheine gelandet. Dieser Leiche fehlen die Arme und die Beine. Sie muß schon sehr lange im Rheine gelegen haben und ist vollständig unkenntlich gcivorden

Börsen-Wochenvcricht.

= Frankfurt a. M., 25. Febr.

Tic erfolgreiche Wiederaufnahme der Offensive an der Westfront hat ihren Eindruck aus die Börse nicht verfehlt. Gestaltete sich die Preisbewegung aus den einzelnen Märkten auch nicht ganz einheitlich, so kennzeichnete sich die Grundstimmung im freien Verkehr dvckr vvnviegend als fest Vorübergehend hatte in dieser Woche die Nähe des Monatsendes etwas einschränkend auf das Geschäft und abschwächend auf die Kurse gewirkt, auck hatten die bevorstehende neue Kriegscurleilre und die Erötterimgen über unser Verhältnis zu Amerika starke Zurückhaltung hervorgerufen, die zuversichtliche Haltung kam aber bald wieder zum Durchbruch, so daß dir meisten ^.Kursrückgänge der ersten Wochenhälfte bald wieder ein<whvlt wurden nnd nreicere Kurssteigerungen bei guten Umsätzen die Regel bildeten Eine starke Anregung gaben dabei die zur Bcröfientliclmng gelangten I a h r e s a b s ch l ü s s e, die durchweg gute und meist höhere Er- ttägnisse erkennen lassen und aufs neue den Beweis erbringen, daß ebensowenig wie TeulsÄands Wehrkraft auch Deutsch­lands Wirtschaftskraft zu besiegen nnd zu orr- ukfiten ist. Das Hauptinteresse lick^ett sich. wie schon seit langem ans Jndustricpapicre. wo namentlich »nieder RüstungS- und Autowette im Vorderginnde standen. Deutsche Waisen, Rlieinmetall, Köln.Rottweiler Pulver. Löwe nnd Bismarckln'ittc, sowie Daimler, Benz, Meyer nnd Fahrzeug Eisenach wurden lebhaft gebandelt nnd nach vorübergelwnder Abschivächung schließlich nieder höher bezahlt. Größeres Interesse zeigte sich auch ür einzelne Elektrowertc. namentlich Akkumulatoren Berlin und die Aktien chemischer Fabriken. Leder fab rikaktien, »vie Adler & Oppenheimer unb Spicharz, begegntten ebenfalls lebhafter Nach- rage, nnd rege Umsätze fanden auch in Deutsche Erdölaktien statt, die mehrere Prozent an ziehen konnten. Gntgefiagt waren ferner Hirsch Kupfer nnd Heddernheimer Kupwnverkc, zumal für letzten' mit einer Dividendenerhöhung aus 10 Prozent bei verstärkten Ab- chreibungen gerechnet wird. Mvntanpapierc lagen ruhig, doch ziemlich fest. Etwas schwächere Haltung zeigten Schiffayrts- aktien. nwgegen Banken ans den günstigen Eindruck, den die bis fetzt veröffentlichten Bankbilanzen tnn'erkießen. etwas an* ziehen konnten. Deutsck^ Anleihen lagen fest, Kriegs anlei den »varen gefiagt, auch österreichisch-ungarische Werte waren teil­weise besser. Griechen nach einer stärkeren Ermattung schließlich wieder befestigt. Auch in Mexikaner») bat das Angebot noch* gelassen. Die Geldsätze uvuen wenig ocrÄnbert. PridaMskont etwa 4 1 /? Prozent.