Nr. 44 Zweiter Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Slehener Zamiliendlatler" werden dem
»Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Lreirblatt für den Nreir Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- Itogcn" erscheinen monatlich zweimal.
M. Jahrgang
teßcncr
General-Anzeiger für Gberheffen
Dienstag, 22. Kedmar J9J6
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei«
R. Lange, Gießen.
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Mittelstandrbanken.
In dresen Tagen ging die Nachricht durch die Presse, daß man in Baden eine größere Aktion zugunsten des Mittelstandes beabsichtigt und zwar in der Farm, daß erne Organisation für die Bedürfnisse des Mittelstandes rns Leben gerufen wird. Man erinnert sich in Hessen angesichts dieser Bestrebung an die gelegentlich der Krisis in der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank in der Ersten Kammer gepflogenen Beratungen, die bekanntlich ebenfalls dahrn gingen, eine „Hessen!asse" nach dem Vorbild der „Preußenkasse" für den gesamten Mittelstand in Hessen mrt Unterstützung des Staates zu schasfön. Die damaligen Anträge sind leider nicht voll durchgefüjhrt worden. /Ts wurde nach langen Verhandlungen der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank ein Staatsdarlehen in Höhe von zwei Million Mark gewahrt, während man die Gründung einer Mittelstandsbank noch vertagte, wobei allerdings der Munster der Finanzen wiederholt seine Uebereinstimmuna mrt diesem Gedanken erklärte.
Der Augenblick ist gekommen, auf jene Idee wieder znrückzngreifen und auch in Hessen nicht in der Fürsorge für den Mittelstand hintenan zu bleiben. Es ist allgemein begannt, daß gerade diejenigen Bevölkerung^schichten in Hessen, dre man als Vätttelstand bezeichnet, und nament- lrch der gewerbliche und kanftnännische Mittelstand mit am schiversten unter den Kriegs Verhältnissen leidet. Es ist daher un Interesse des Vaterlandes jede Maßnahme zu begrüßen, dre dem selbständigen Mttelstanld die Möglichkeit schafft nach dem Kriege mit neuer Kraft sich wieder existenzfähig zu machen und die dann eintretenden günstigen Konjunk- turerl, auf die wir alle nach unseren bisherigen großen Er- svlgen mit Sicherheit rechnen dürfen, auch richtig auszu-
Dazu scheint uns die Errichtung eines 'großen Instituts unter staatlicher Mithilfe, das bei angemessenen Bedingun- Zenden gesteWwten Kreditbedürfnissen des erkverbenden Mittelstandes Rechnung trägi, als eines der geeigneten
Wegsdriefe aus dem Westen.
Bou rnrferm Kriegsberichterstatter. -dSerechtler« Nachdruck, Mich ausMgsweise, verbot«.)
Der Krieg und die Tiere.
Großes Hauplgnartier, am 14. Febr. ^er große Elefant in Antwerpen ist durch den Kriea tiefimn™ g*”-,. *2*2&£> mi M gingen, ist aber dü Antwerpen emgeschlosscn winde und der Geschützkainpf sich dem ^eren Fartgurtel näherte, wurden die großen Raubtiere und M«rschenahm durch belgische Soldaten ^bgeschossen, Limit sie nM bei EMem Bombardement der Stadt aus ihren Käfigen brechen w ^ Stürzen konnten. Das Schießen im
getroffenen Bestien erregt/ schon die ^£22! des Tierparkes, so daß sie alle ihr Wesen Nei--
und zu fühlen schienen, es ttage s ch UnEttJ !u Ms
& ^elmabizeB^chi-ßung feWKC
"^Een -txere nach den Eizählnnaen der Wärter vor Angst. Eine scheinbare Ausnahme macht^ Nant 8n*rtzm midi er ein ganz verändettes Wesen zur Scka^ ^ er n r^ t -l n S^ e & ^ ^ me & v innerlich Unaufhörlich schritt
begann, in seinem Zwinger auf imb nieder ^ ^ üc ^-' °P n€ austzAiruhen. Von Zeit zu Heit berhnfftV^
emeSekunde, spreizte die breiten Ohren, hob den Rüssel tt Pr
H»"' Sknchsam kopffchüttel^d über da^Un- semm Trott weiter. Stora ein SranatrinfAfoo tn Kr lernen unmitielboren ©nbrmf 3 ginkre wnmben spater hob er manchmal den Rüssel und lauschte wie *r
It tat. Antwerpen mar qwymmm
nahm seinen alten Lauf, soweit
Lin englischer «riegrbuch zum Lob der deutschen Kultur.
Erscheinungen der Kriegslitcratur jen- ßtaVbwSr ein von neun englischen und schottischen
^lehrteu^persaßLes und von dem Professor der Edinburger Und-
«SrÄ Kn'a V u, herausgegebenes Buch „Deutsche
^-^^r den Untertitel fuhrt: „Ter dlßtttl der
Eunst im Leben der Menschheit". m ^ndvn herauskam, ist um so !?,^r^rrAMrwr, als es nicht etwa von Renegaten oder revo- au^^ii^ttE/^r^d^onlichketten geschrieben ist. sondern von Patrioten, dre aber als Wissenschaftler genug
^A^ a l vte ?' n? ihr unabhängiges Urteil über das ethiiche Deutschland abzugeben. Trotzdem die Verfasser ans ibn',-
^Z 5rti3n >I sÄÄt
M der SchluUolgenmg, dag „die Tcutschen ahne dm UV ««e». b« grögtcn Völker der
^ mn Teil der intellektuellen und SlrÄ 3 “^* ber alten &nedm |uni> der praktischen Weis-
und das, ihr Beitrag zum gemein- M«»,chiMt sehr gras; ist. Sie haben
s, '? Spur ihrer Mnwrnknn« - und a,t ,nar diese Mitwirkung eine lehr tiefe — m allen höheren Gebieten des Lebens und der Arbeit JS ^^lichcn Geistes hmterlassen." Wie der Herausgeber Pa-
t. nson werter auschhtt, ist der Zweck des -.Buck-es einen Ueberblick
ÄI ^Micher Tätigkeit „."dieser Richtung
ohne EinseitiBe.t uuo Patternahme zu geben". Es handelt sich py*. a ^° E Nichts weniger als ein englisches Dokument der Ein- fchatzung des deutschen Anteils an der Weltkultur Da die ^lukoren ihren austz-esprocl^nen politischen antideutsckzen Standpunkt nirgends verbergen und über ihre Stellungnahme zu dem deutsch-englischen
l-spm, so s.nd ihre fast >«d^illiq ab" gegebenen lobenden Urteile von um so größerer Wirkung.
In dem Kapitel über Philosophie heißt es fw ^Een in der Aietaphhsik schlechthin unübertroffen 'seien Dam be,ondecer Mut mb eine besondere TZe dZ DenÄ T^ttchland allein war mrftande, eine Philosophie zu schaffen' welche iDmanttsch genannt werden nmß, und daß es dies konnte'
Größe als der Mängel seiner Philo- !nnsik setze die geduldige Gründlichkeit und den ^ oeni der Deutsche niemals übertrosfenl M ^ 's^ ll fl n den Anteil Deutschlands an den praktischen ^ a r/- c n A beionders während der letzten 100 Ialn e ^Emtfchen seien in ihrer iwrmalen Verfassung emüi Geists in Europa, und der größte
cricheine in diesem Sinne durch- msu 111 ^Esländiger Deut)ck>er, rarr daß er teitier die VOrrahir
bic Tne^Ä^^atl
im Kriege möglich ist. Der Elefant aber ist seitdem verstört geblieben. Er nimmt von seinem Wätter und lernen alten Bekannten keine Notiz mehr, und von Zeit zu Zeit kommt ein Anfall über ihn. Dann läuft er wieder tagelang auf und ab, üermeigert die Nahrung und horcht in gewissen Abständen mit lenkrecht erhobenem Rüssel in die Ferne, ob der Krieg nicht wiederkehre. Wir haben hier also den Fall, daß ein Tier von hoch- entwrckcltem^ lBerstande, dessen Nerven, vielleicht allerdings zu Unrecht, sprichwörtlich als besonders stark gelten, durch das Geschütz-- gedrohn einen dauernden Nervenchock erlitten hat, und zwar durch nn Maß von meist ziemlich entsernte-m Lärm, das damals wohl den -beteiligten als ungeheuer erschienen ist, nach den Begriffen des Dtellnngsrrleges aber für die Schützengrabeninsassen „einfach gar Nichts" bedeuten würde.
Tie alte Streitfrage der Tierpsychologen, ob das Pferd ein nrutigcs oder ein sinnlos ängstliches Tier ist, hat durch diesen Krieg em lehr umfangreiches und einstweilen nicht zu überschendes Velegmaterial erhalten. Zwei Hauptmannspferde, die in einem beichofsenen Stalle mit ein paar anderen die einzig Ueberlebenden von über vierzig Artgenossen waren, blieben noch nach Monaten sthr ichreckhaft und drohten, ohne äußeren Anlaß, auszubrechen. Verwundtte Pferde sind nach ihrer Heilung teils sofort wieder unbedenklich ins Feuer gegangen, teils selbst nach längerem Erholungsurlaub hinter der Front bei jedem entfernten. Gewehrschuß scheu und kopflos geworden. Wiederholt ist mir gesagt worden, daß sich die Tiere in der Feuerlinie allmählich ebenso an den un- unterbrocheneii oder in Ab stände nf beginnenden Feuerlärm gewöhnen und gegen ihn einigermaßen gleichgültig worden, wie der Mensch. In den Ställen einer Feldartttteriebatteriechabe ich beobachtet, daß die Tiere zwar auf die Einschläge der feiiidlick-en Geschosse mit otsensichtlicher Anteilnahme lauschten, daß aber deren allmähliches Näherkommen sie nicht beunruhigte, vielleicht, weil sie ein sicheres Schützlings vermögen dafür hatten, daß die Entfernung immer noch ziemlich weit war. Aber man hat mir auch von gmiz entgegengesetzten Erfahrungen berichtet. Bei den großen feindlichen Offensiven an der Westftont sind die Pferde der Mnnitionsiolonnen wiederholt nicht durch die Sperrseuerzone hindurchznbringen gewesen, und der Geschoßersatz mußte durch die auf das Doppelte ihrer Leistungen angespannten 5hraftfahrtruppen vorgebracht wer- ven.^ Tie Nervenkrast des Tieres hat hier versagt,'während die Entichlossenheit des letzten.Mannes unter unseren Truppen die Schrecken des Sperrfeuers überwunden hat.
Ein sehr reiches Boobachtungsmaterial haben in diesem Kriege die Hunde geboten. Es gibt ja keine Stellung, kein Fliegcr- lager, keinen Bagagezug, wo nicht einige Hunde die Kriegsschicksal ■ Kver Herren teilen. Von den Sanitätshnnden, die als richtige Kriegsteilnehmer zahlreich an der Front sind, ist "mir überall berichtet worden, daß nian mit ihren Leistungen außerordentlich zuftieden sei. L)nnde, die in vordersten Stellungen völlig an die feindliche Beschießung gewöhnt sind, habe ich öfter gesehen, aber als Gegenstück auch einen, der nach der gar nicht sehr heftigen Beschießung einer Ortsck>aft, welche auf die dattn beftndlichen Mannschaften kaum einen Eindruck gemacht hat, einen „Gemütsklapps" weg hatte, mit gesenkten Augen ängstlich hernmschlich und sich bei redem Schutz zitternd versteckte. In einem BrZaldlager im südlicheren Teile der Front hatten cs die dott befindlichen Hunda genau heraus, daß die Franz-osen von Zeit zu Zeit mit schweren Gcichutzen hinüber schossen. Während sie sich sonst durch das ständige 0 'vuer und die Minenkämpfe gar nicht stören ließen, machten sie
. lvwrt, sobald an Einschlag in der 9Lähe des Lagers die Wiederkehr der Beschießung anzeigte, ans dem Stande, um nach dem etwas werter hinten besmdlicheii Küchenlager zu fliehen, wo Ire erwhrnngsgemäß in guter Deckung und Sickierheit waren. Hier hatten sie sich anfangs, mehrere Tage ausgebalten. später kamen sie zuruck, sobald die Be|chießung des Lagers aufhötte. Man hatte den Eindruck, daß sie nach einer gemeinsamen Verständigung han- delken^Katzensind in ihrer bekannten Mhänglichkeit an ihre Wohnstätte auch rn ganz zerschossenen Ortschaften, wie es seinerzeit Muffel nnp Sier und bei meinem letzten Besuche La Bassöc waren zurückgeblieben, smd auch in Schützengräbenunterständen nicht gerade selten hernnsch. J
Daß es Tiere gibt, auf welche die Front eine besondere An- zreyiingskraft ausübt, wissen die Bewohner der Schützengräben, r tc besondere Schutzvorrichtungen gegen
den Besuch vonl Mäusen einrichten mußten, zu denen in den Rrgonnen als Landplage auch die niedlick-en Bi l che mckommen
Dw Ratten sind ein .Kapitel für flch, die Ratten von der Lovettohohe z. B. em grausiges.
Eine benierkenswerte Unempfindlichkeit gegen den Schlachten-. lärni haben die Vögel beobachten lassen. Nicht nur der stumpfsinnige Fasan, sondern auch das Feldhuhn haben es sehr bald herausgebracht, daß dieses Schießen nicht ihnen galt. Beim Beginne des Stellungskrieges sah man große Völker in aller Ver- ttanthüt dicht hinter der Frontlinie. Tauben bleiben bei ihren Schlägen, wo die Dächer von Schrapnells zerschlagen sind, Dohlen in halbzerschossenen Türmen. Im vergangenen Frühjahr war ich m einem Wäldchen an der Somme, das die Franzosen täglich mit allen Kalibern abstreuten und in dem manche Wipfel kahl gelmosten, manche Stämme umgeknickt waren. Die Singvögel ließen sich dadurch nicht im Nestban stören und sich ihre Lieder nichh verbittern. Man erzählte mir, daß sie kaum während der eigent- lichen Beschießung zu singen aufhörten. Auf dem Kirchhofe von P. in der Picardie sah ich Stare zum Neste tragen, obwohl die Kirche, noch rauchte, die in den vorhergehenden Tagen von den Franzosen in Trümmer geschossen worden war. Merkivürdiger noch war das Verhalten von Eulen, die sich die Näannschaften einer Batterie in den Südvogesen h selten. ^Nachdem die jungen Tiere zahm geworden waren, erlaubte man ihnen Ausflüge, von denen lie regelmäßig in ihre Käfige zurückkehrten, die sich nritten zwischen den feuernden Geichützen an einer Tanne befanden. Die Euleir kehrten auch dann zurück, wenn in der Zeit ihres Ausflugs die Batterie feuerte. Ter Lärm und die Lufterschütternng schreckte sie al|o nicht ab,, wie man annehmen sollte. Auch die vorsichtigen Krähen wi|sen, daß der Krieg nicht ihnen gilt und daß der Soldat an anderes denkt, als ihnen nach dem Leben zu trachten, ^vaprend des Bewegungskrieges, als sie sich in unzähligen Scharen um das Aas gefallener Pferde und Rinder sammelten, schien es, a.s ob diese dunklen Gesellen ihre aus alter Zeit gewohnte
} n bas Grauen des Krieges hineinbringen wollten. Jetzt :ui 5 Etappenvügel geworden, welche die Zufahrtsstraßen
und Berladeplätz-c,genau kennen und sich dort dafür entschädigen, daß |o viel unbestelltes Ackerland ihnen die Nahrung schuldig blecht. W. Scheuer mann, Knegsberichterstatter.
Dokumente zum belgischen Sraititireurfrieg.
Eine wichtige Ergänzung zic der voni deutschen Auswärtige«: Amt herausgegebenen Tenftchrift über „Die völkerrechtsnndriga Führung des belgischen Volkstneges" bietet Dr. Paul Rohr
dcs englischen Ministers, bleiben, der erklärte, die brittschen See- svldaten, die er nach Antwerpen entsandte, seien dazu bestimmt gewesen, „an der Seite der erschöpften belgischen Soldaten und der städtischen Bevölkerung zu kämpfen". Daß — ioie die oben erwähnte Denkschrift nachvoeist — auch die belgische Regierimg die völkerrechtswidrige Haltung ihrer Bevölkerung gegenüber dem deut--> sckun .Heere ivesentlich verschuldet hat, kann keinem Zweifel mehr unterliegen. Rohrbach weist nun durch die Zusammenstellung einer groi'en Zahl — meist faksimiliert wiedergegebenen — Auszügen ans belgischen Zeitungen nach „daß ein nicht geringer Teil der Schuld der belgischen Regierung darin liegt, daß sie das völlig wahnwitzige Treiben einer aus Rand und Band geratenen Presse hat gcwälw-en lassen." Es tvird nicht versckMiegen, daß sich in even belgischen Blättern Ermahnungen zur Ruhe und zur Besonnenheit befanden sowie Auffvrdenmgen an die Bevölkerung, sich feindseliger Betätigung gegen die Deutschen zu enthüllen. „Aber," fragt Nohrbach mit stiecht, „was hat eine Aufforderung an die ftivilbevolkerimg, nicht zu kämpfen, für Wett, wenn dicht daneben eine vcotiz über iraendeine ^'(«4*'
nifyt giVß zu sein. In einer großen Lbrzahl von Entdeckungen und rn der Wetterenttvicklung von Ideen hätten die deickschm Forschr einen solchen Einfluß ausgeübt, daß er als „von ewiger T-aner" (ever lastrng) bezeichntt werden müsse."
rc- c?? Kapitel über die deutsche Litera tur wird der Einfluß der ,gdftm Einfalt und stillen Größe" der griechischen, Kultur auf Schiller undGoethe hervorgetivben. Trotz mannig- facher Angriffe wird die klassische Periode der deutschen Literatur t ] r m • l 5 rei11 Ind-ividualiLmus mnd in ibrem Kvsmo-
pouttsinus, bezeichntt. In den Ervtterungcn über die Kinist wird gesagt' datz ^eut|Mand in der Philvsoplste und der Musik die führende Stellung habe mid zwar weit der charakteristische Zug der deutichen Kultur dre, Tiefe des Intellekts sei. In der M a l e r e'i ftär t b€n bie Teuftchen hinter Italien zuttick. Jimnerlftn wird die der rrligwien Bewegung, die idyllisäre Süßigkeit und cne latent trolle Hingebung der deutschen Malerei de-s Mittelalters aNes der Att in Italien Entstandenen iveit En L &nn 0, Ä^ mi ^u^refte sind die Ausführungen über ^ i 1 - f 1U ^- Religion. „Ter deutsche Eifer
bsebrete |m zur einseitigen Pa-ttttlickikeit ge- Deutschland traten aggressiver Ehrgeiz und individire le Zeucht unter dem Teckinautel des Patriotismus auf. Dahe^ auch, datz dre deutsche ^tivn in diesem Kriege so einmütig ,ei m den Opfern von Leben und Wohlstand."
In dem der Politik gewidmeten Kapitel ivird zugegeben ber xrang nach Weltpoliftk auf der englischen Seite ebenso
^Älbttttsck" M ^ Aschen' daß also die Engländer ebenso „panbrittich und wie die Deutschen „Panqermairisch" ia fnnnr
JMj*“ irt ' cngiiidK', 9 ba
fo S fll f ^ te? KvmHsptatz amxn. während E-rgland
io viekÄ als inck^es ®rt>e zn«cfallm fn. Tcr fflrijeg fri im ®nmbe cm Krieg zweier »e [ t an irfwirn n gen «nb ™ "En, bau ftirrm Tentschlanb. das nicht imncr WE N-eders-nge gcwc,cn scl. der .(Weg unvermeidlich war R-l i selbst verchs;ta Schlnschipitcl bchanknlt
rin'f n und Theo log ie. Es wird eingeräumt, daß ffemeien der den Rahmen ftA' die Größe des btttischen religroien Lebens gespannt liabe". Ebenso wird in großer- Ehr "^^reEntwicks-Mlg der deutsckxai Religion^ Plnlosophie vorigen Jahrwmdetts dirrckr S ch l e i e r m a ch e r ?^^?a e l ohne jedes Gegenstück in der Welt sei. der namentlich ^.^^bntannicn nichts Ähnliches an die Seite zu stellen sei Kirche sei eines ^ größten aller mgaL ierrcn apistlickien Gcmemwefen und stelle als eine Schule d,-,- ^^lini'gkett und Eharakterbikdnng. sonste als Instrument christ- ^"^dienstes eine Mnsterleistnng dar." Das Buch ist als englische Dokument zu unseren Gunsten und MltEs Geistes, die in der Literatur des
eine Notiz über irgendeine Franktireirrtat steht: welche Bedeutung hat, eme Ermahnung zur Ruhe, wenn in der nächsten Spalte toller Spionen fang oder Vernichtung deutsckien Eigentums in größter Breite geschildert wird, und nenn der Zeittingsschreib« dott seiner ohnmächtigen Wut gegen Dentschland in giftigen Verleumdungen und Beschimpfungen Ausdruck gibt? Und vor allent: welche Bedeutung kommt ihnen zu, ivenn die Regierung nichts tut, um! dieie platonischen Ermahnungen der Presse und dem Publikum gegenüber auch durchzusetzen?" Aus der von Rohrbach mit- gcteilten langen Rtthe von belgischen Geständniffen und Berichten über belgisches Franktireurivesen sei eine kleine Bkütenlese hier wiedergegeben. Das Grau^rhafteste in ditter Beziehuna ist zweifel- los wner Anschlag, den man nach dem Bettcht des Sekrttärs des ehemaligen französischen Konsuls in Düsseldorf an den Zugängen bekgiicher Gemeinden angebracht hat: „Die Jagd auf die Tiere mit nt pvnffrt^ ^ Jagdscheine sind gratis." Sehr
mit Helmen ist eröfftrett Die ^
.-^Der bede utend steDi chter von Mittel am er ika gestorben Erst 49 Jahre alt, ist dieser Tage einer der de- dentendsten span,|ch-amettkanisck)en Dichter, der Lyttker Rüben Dario in Nicaragua gestorbeii. Als junger Mann war er nach Bans gecommen, ivo er sich besonders eng an Verlaine und Mal- larmo auichlaß. Später vertrat er die Republik Mcaragua als Geiandter in Spanien und dann als Konsul in Patts: ob er in dieser amtlichen Eigenschaft viel gelttstet bat, steht dabin, denn er geriet walirenddes>eu immer mehr in das literattfcde und wurno- 0 >n>che Leben der französischen Hauptstadc huiein, dem zuliebe er imkießlich ,em 9lmt ganz niedertegte. Er gründtte darauf in Rttttel- anierika verichiedeue Zeitungen, rief in Patts die Rionatsschrift: „ sndia. ins Leben und veröfsentlichte seine Dichtungen reget- 111 * >er in Lson (Mcaragua) ersckxnnenden Zeitschrift „E5 Alba , die außerdein mir noch Aufsätze über ihn brachte. Seine;
Rttsebande —■ Sonattna, Der Trinmphularsch, Das zeit- genoluiche Spanien, Wanderimgen, Somienland, Lebens- und Hosstmugslieder, ?lugelus, Zentaurengespräche, Antwort all Verkäme ww.— zählen zu den l^dcutendchm ^ckwpftmgen der mccher- neu ipamitpen Literatur und Izaben schließti<l|, wenn auch ihre starken Beziehungen zu der sranzösisckren Dekadenz ihrer Verbrxstttmq ^nächst geschadec haben, durch den ?ldel ihrei' Stoffe imd di, Bottendmlg llwci' tfornt ihrem Verfasser einen Namen gemacht.
, r . ... Reliquien des Dichters der Marseillaise.
Ein ^ kürzlich erstdieneires Autognrplien -Verz-eickmis de« Londoner JC-anie* w>aggs enttKlt Reliquien von Ro n g e t de Lisl e dem
Dichtero in ilüiken letzten Jahren beziel-en, dazu rnntt die Ottgrnch- sowie verschiedene andtwe Ettiulernngen. Mden Jn1>ilt der erwäkmleu Briefe angeht, so ist umio^n-standiiiiie zu bemerdm, daß Rvügets Einkünfte in den »^ien ^ebensiahven sich fast <nmz aus eine Pension aus Louis Phikipps Privatichotutte beschränkten, die volle 400 Mark im Jahre NUN Böranger liei der französischen Roqi«mng 'intlag ein, dem dichter der Päarseiüaffe eine Pension zu ae- wählen. Jur erfk'it der jetzt in London aioxp-botenen Briefe der Sn J832j t« u nnt, spricht er mit großem Untinihm' vmr
beit answeicktzmden Antworten, dir die Regierung ihm erteilte Sie konnte i«h schließlich nur dazu entschließen. Ron nu de "i-Ue noch wertere 400 Mark im Ja lue zu g-eivälnen. Spättu geörng 'et Btzranger, wie aus den Sckuijtstückeii des weiteren hervor-iebt etwas bessere Ergebnisse zu erzielen, indem das Minisku-imn des
"iöle Pensionen tnnt je- 800 Mark lalwlicki bewilligten, Ter Dichter bat sich dann dreier Unterstützungen nur noch ivemM Jahre erfremm könmm. da .u be. teils im Jahre 1830 verstorben ist.


