Ausgabe 
29.2.1916 Erstes Blatt
Seite
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um uit ui Höhr (Redensarten, Vln-e testen, Lichtungen in s }Jhmb- «rt\ Lehrer Stück rath in Biebrich (von dem ein Idiotikon von Odcvauroff 2700 Zettel ergab). So hat der Zufluß für das Wörter­buch auch im Kciegsjahtr nie ganz ausgesetzt: erst in den letzten

zwei Monaten hat er merkbar nachgelassen. Dementsprechend war der Apparat des Wörterbuchs, der im vorjährigen Bericht rund 80000 revidierte Zettel umfaßte, auf rund 94 000 gestiegen. Turch Verarbeitung, ständige Kombination und Bereinfackmng ist er jetzt wieder auf etwa 82 000 reduziert worden. Tie Assistenten und unmittelbaren Helfer sind inzwischen alle ins Feld gerückt. Don ihnen ist sind. Freund für das Vaterland gefallen. Sonst )var wissenschaftliche Hilssarbeit in diesem Jahre schwer zu haben. Im Frühjahr ist das Wörterbuch zusammen mit dem Sprack-atlas des Deutschen Reichs in gröbere schöne Räume umgezogen, welche mm auf lange Zeit ausreichen werden und für die Arbeit an den beiden groben Werken wie auch für ihre Benutzung genügenden Platz und alle notwendigen Hilfsmittel enthalten.

Landkreis Gießen.

** Harbach, 29. Febr. Am Donnerstag verstarb unser Lltester Einwohner, der Schäfer Kaspar Schäfer, im Alter von 93 Jahren. Er versah seinen Dienst volle 70 Jahre und legte ihn erst vor zwei Jahren nieder. _

Bo. Burkhardsfelden, 29. Febr. Dem Gefreiten Wilh. Rühl im Jnf.-Rgt. 168 wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. ver­liehen.

6. Ob er-Hörgern, 29. Febr. Dem Geiangenenauffeher Heinrich Sei pp. z. Zt. Gekreiter im Landsturmbataillon Fried­berg. Sohn des Zimmermeisters Tobias Seipp aus Ober-Hörgern, ist das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen worden.

e Grünberg, 29. Febr. Von den ins Feld gezogenen Lehrern der Realschule wurden bis jetzt 5 mit dem Eisernen Kreuz und 3 mit der hessischen TapferkeitsMedaille ausgezeichnet. Vor kurzem wurde Herrn Lehramtsassessor Dr. Lepper, Leut­nant in einem Jnfcrlrterie-Regun-ent, das Eiserne Kreuz verliehen.

re. Rodheim, 27. Febr. Plärrer Schlosser, der nun bereits sechs Jahre lang in unserer Gemeinde segensreich gewirkt hat, wurde von der St. Jakobigemeinde der Stadt Chemnitz (Königr. Sachsen) znm Diakonus gewählt. In vier Wochen wird er nach seinem zukünftigen Wirkungskreise übersiedeln. Pfarrer Schlosser, dem zurzeit als Reserveleutnaut und Kompagnieführer die Aus bildunq einer Rekrutenkompaguie in (ließen übertragen ist, wird mit Uebernahme seines Amtes vom Militärdienst entlassen werden.

- Dem Sohne des hiesigen Gemeinderechners, dem Landwehr­mann Gefreiten Karl Hol mann bei einer Munitionskolonne in Rußland, sowie dem Ersatzreseroisten Heinrich Nicolai bei einer Maschinengewehrabteilung auf demselben Kriegsschauplätze, wurde die Hessische Tapferkeilsmedaille verliehen. Bisher wurden im ganzen neun Auszeichungen an Kriegsteilnehmer aus unserer kleinen Gemeinde verliehen. Fünf Krieger starben aus dem Felde der Ehre den Heldentod.

z Steinheim b. Hungen, 27. Febr. Am 3. Februar d. Js. wurde der Unteroffizier der Res. Heinrich Kops von hier mit dem Eisernen Kreuz allsgezeichnet. Er ist der achte aus unserer Gemeinde, der dieses Ehrenzeichen trägt. Kops wurde bereits schon zweimal verwundet.

Kreis Büdingen.

# Ortenberg, 28. Febr. Die Rote-Kreuz-Medaille erhielt Prinzessin Mathilde zu Stolberg-Roßla. Die Hessische Tapferkeitsmedaiüe erhielt der Gefreite Hebbel im Feld-Artillerie Regiment 111.

Kreis Laulerbach.

M. Lauterbach, 29. Febr. Tödlich verunglückt ist gestern abend aus dem hiesigen Südbahnhos der Gastwirt Konrad Köhler von der Freiherrlich Riedeselschen Burgwirtschaft hier. Er wollte von dem um 6K Uhr emlausenden Vogelsberger Güter zug eine Kiste in Empfang nehmen. Beim Ueberschreiten des Ver­ladegeleises geriet er zwischen die Puffer zweier Güterwagen, die gerade in diesem Augenblick gegeneinander fuhren und Köhler ein klemmten. Die Wagen wurden sofort auseinandergeschoben und der Veriinglückte befreit. Er starb jedoch nach einigen Minuten an inneren Verletzungen.

rr. Schlitz, 28. Febr. In vergangener Woche hielt Missionar Rüger von der Leipziger Mission in sämtlichen Pfarreien des Schlcherlandes stark besuchte M i s s i o n s v o r t r ä g e, in denen er überdie Leiden und die Hoffnungen der Mission im Weltkrieg" sprach. Rüger, deffen Arbeitsgebiet Hinterindien war, wurde bald nach Ausbruch des Krieges interniert und befand sich zuletzt im großen Gefangenenlager zu Sinqapor. Ueber seine Behandlung durch die Engländer hatte er weniger zu klagen, als die Missionare in anderen Gefangenenlagern. Verhältnismäßig früh, im Mai vorigen Jahres, wurde er nach Deutschland entlaffen. Wie sehr die Ausführungen des Missionars Anklang fanden, geht äußerlich schon daraus hervor, daß über 200 Mk. für die Mission gespendet und zahlreiche Missionsschriften verkauft wurden.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 28. Febr. Von den Schülern der Stadt­schule wurden 10170 Mk. im Januar und 1600 Mk. im Februar in Gold gesammelt und in Papier umgetauscht.

Q. Bad-N anheim, 29. Febr. Aus dem Geschäftsbericht des Turnvereins 18 6 0 ist folgendes zu erwähnen. Die Mit­gliederzahl einschließlich 28 Zöglingen und 27 Turnerinnen betrug im Jahre 1915 482. Von den Mitgliedern sind bisher 215 Nur Fahne einberufen, von denen 21 das Eiserne Kreuz und 8 die Tapferkeits-Medaille besitzen. Einschließlich Grundbesitz und Inventar beträgt das Vermögen des Vereins 115 943 Mark dem 85 237 Mart Schulden gegenüberstehen. Me Einnahmen und Ausgaben für 1915 schließen mit der gleichen Summe von 8319 Mark ab.

chj: Nieder -Florstadt, 28. Febr. Hier und in dem Nachbar- dorse Ober-Florstadt tritt gegenwärtig die Diphtherie unter den Kindern heilig auf. Das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt der Wehrmann Sprunkel.

Starkenburg und Rheinhessen.

Rieder-Ramstadt, 29. Febr. Die JlligschePapier sabrik wurde von einem Großfener heimgesucht, das Ma schirren und Materialien im Werte von mehr als 200000 Mk vernichtete.

^ Hessen-Nassau.

re. Biedenkopf, 29. Febr. Der Vorstand des Gewerbe Vereins hat beschlossen, die militärische Vorbereitung der Jugend als P s l i ch t u n t e r r i ch t in den Lehrplan der gewerblichen Fortbildungssä ule mit ausiunebmen.

= Frankfurt a. M., 29. Febr. Der Magistrat verbietet in Zukunft jede H a u s s ch l a ch t u n g von Rindern, Kälbern, Schafen und Schweinen ohne vorherige Genehmigung des Schlacht Hofdirektors. In der Gasfabrik an der Schielestraße zeritörte ein Brand die Inneneinrichtungen einer mechanischen Werk- stätte. Der Schaden beträgt etwa 8000 Mk. Trotz des Krieges war am gestrigen Sonntag der Verkehr nach den nahen Ge­birgen und an den Rhein so stark, daß verschiedentlich Sonderzüge eingelegt werden mußten. Mit der Cronberger Bahn wurden allein 2500 Personen befördert.

* B e r l i n, 28>Febr. (Priv.-Tel ) DerBerliner Lokalanzetger* meldet au§ München: Der hier verstorbene bayerische Reichsral Geh. Juslizrat o. A u e r hat für Wohltätigkeitszwecke große Ver- mächtntsse hinterlassen, so 100 000 Mk. für die Unterstützungskasse der bayerischen Anwälte.

-Das bl-Brot, ein Krastbrot. kl-Brot, d. h. ent Brot, das mehr Stickstoff, also mehr Eiweiß als unser gebräuch­liches Kriegsbrot enthält, empfiehlt Dr. Noßmann in der Chemiker- Zeitung. Tie Herstellung dieses eiweißreichen Krastbrotes geschieht durch den Zusatz von Nährhefe, die bekanntlich aus Eiweiß de- leht. Ein Zusatz von 2 % Proz. Nährhefe zu dem Teig gab ein wohlschineckendes, gut aiissehendes Brot, dessen Krume und Kruste iiorinal beschaffen waren. Der Nährheseznsatz ist iveder 511 sehen noch heransznschmecken. Die Ausnützung der Nährhefe durch die menschlichen Verdailungsorgaue ist, wie Versuche ergeben haben, zusriede»,stellend. Der Preis des Brotes, das in der Konium- genossenschastsbäckerei Berlin-Lichtenberg gebacken wurde, über- teigt den des geivöhniicheu Brotes um einige Pfennige. Doch wird der Preisunterschied genügend allsgewogen durch die höhere Nährkrast, die das Brot besitzt. Im übrigen wird sich in Zukunft der Preis billiger stellen können, da die Hefe durch das Delbrück- sche Verjähren, das sie aiü Ammoniak imter Ziickerziisuhr züchtet, in jedeni Umfange zu billigen Preisen hergestellt werden ka,iu. Das A-Brot dürste daher sowohl für die Kriegszett wie auch für die kommende Friedenszeit ein zweckmäßiges Nahrimgsmiltel darstellen.

vermischter.

Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben uuberüasichtigt.I

w. in ©. Sofern es sich im Januar l. Js. um Heuuaturlaub handelte und Ihnen zu dieieni Zwecke ein Fahrschein ausgestellt wirrde. habe>i Sie für diesen Urlaub Anspruch auf Beköstigungs­geld mit 1 Mk. 50 Pfg. pro Tag. Ob es sich in den: einen oder anderen Falle um Heiiiiatiirlaub handelt, hat der Kompagmemhrer zu entscheiden. Für den Urlaub im November v. Js. kommt kein Beköstigungsgeld in Frage, da die Bestimmung erst Ende Dezember Js. in Kraft getreten ist. _

vor.

Märkte.

Gießen, 29. Febr. Marktbericht. Auf dem heutigeii Mochenmarkte kostete: Blitter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 16-17 Pfg., Käse das Stück 8-10 Psg., Käsematte 1 Stiick 30 Psg., Kartoffeln der Zentner 3,75 bis 0,00 Mark, Milch das Liter 38 P'g., 'Spinat 25-30 Psg. das Pfund, Wirsing 15 bis 20 Pfg. das Stück, Gelberüben 20-00 Pfennig das PsiUid, Rotkraut 0000 Pfennig das Stück. Rosenkohl 2530 Psg. das Pfund, Weißkraut 2025 Pig. das Stück, rote Rüben 0-0 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20-25 Psg., Nüsse 100 Stück 00 -00 Psg., Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 0-00 Pfennig das Stück, Grünkobl 15-18 Psg., Feldsalat 10-12 Pfg. Marklzeit von 8 bis 2 Uhr.

ke. Wiesbaden. Vieh hofmarkt bericht vom 28. Febr. Auftrieb: 212 Rinder (darunter 48 Ochsen, 20 Bullen, 144 Kühe imd Färsen), 276 Kälber, 21 Schafe, 253 Schweine.

Marktverlauf: Trotz rveiteren Rückgaiiges des Auftriebs war das Geschäft au Großvieh langsam; der hohen Preise wegen ,var

auch bei dänischem Vieh der Verkauf sehr flau.

Preise für 100 Pid. Lebend- Schlacht­gewicht.

Mk.

130130

Mk.

220 -240

103120 200-225

118-125

102-115

215

195

225

210

Ochsen.

Vollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlacht­wertes im Alter von 47 Jahren . . .

Junge, fleischige, nicht ausgemästeie und ältere

ausgemästete.

Bullen.

Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw.. .

Vollfleischige jüngere.

Färsen, K ü he.

Bollfleifchige, ausgemästete Färsen höchsten

Schlachtwertes.120130

Vollfleischige, cmsgemästete Kühe höchsten

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren.112-120

Wenig gilt entwickelte Färsen ..... 105115 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut

entwickelte jüngere Kühe. ..100108

Mäßig genährte Kühe und Färsen.8290

Kälber.

Feinste Mastkälber. 125-00 208-00

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 136145 226240

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 120135 200225

Geringere Saugkälber. 105115 176192

Schweine.

Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg

Lebendgewicht. 108,00

Vollfleischige Schweine von 100 bis

120 kg Lebendgewicht. 118,8000,00

Dollsieifchige Schweine von 120 bis

150 kg Lebendgewicht. 129,60-00,00

Genf, 29. Febr. DerPetit Parisreu" berichtet: In den Pariser Werkstätten, Lehranstalten und Gasthäusern drängt die Schicksalsfrage von Verdun alle anderen Gegenstände von all­gemeinem Interesse, selbst die 'Lebensmittelteuerung, in den Hinter­grund. Das genannte Blatt erhielt vom Verduner Deputierten einen Situationsbericht über die Möglichkeit einer etwaigen Be­förderung der Verduner Garnison nach einem anderen Gelände. Er meint, das Wövre-Gebiet bereite hierfür enorme Schwierig­keiten. Umgeben von allen parlamentarischen Parterchefs, erneu­erte B r i a 11 b im Vorsaale des Bourbonpalastes die Versicherung des unerschütterlichen Gleichmutes der Obersten Heeresleitung. Die Besorgnis sei ungerechtfertigt, daß die zuständigen Faktoren sich von den Ereignissen würden überraschen lasien. Zu den De­putierten VerdunS gesandt, versicherte Briand, daß den in Paris und anderwärts nntergebrachten zahlreichen Verduner Flüchtlingen die umfassendste Unterstützung sicher sei. Mehrere dieser Flücht­linge befanden sich gleichzeitig im Bourbon-Palast. Ihre Er­zählungen über die Verheerungen der deutschen Artillerie in und um Verdun reichten bis Dienstag der Vorwoche zurück.

Genf, 29. Febr. Ausgenommen die üblichen Joffre-Noten, war am Sonntag der Drahtverkehr Frankreichs mit dem Auslande vollständig gesperrt. Ueberdies drohte man der Pariser und der Provinzpresse mit bisher noch nicht an­gewandten Strafen, falls sie über die durch die ernsten Verdun- und Vogesen-Vorgänge notwendig gewordenen Truppenbewegungen eigene Nachrichten veröffentliche oder solche Informationen auch nur zu beschaffen suche. Unter diesen Umständen ließen die stark .beengten Militärkritiken die Frage offen, ob Generali Humbert auf 'Grund von Erwägungen seines Generalstabes oder auf Jofsre- Castelneausche Anordnungen die vergeblichenopf erreichen fünf Anstürme gegen Fort Douaumont versuchte. Ebenso vorsichtig gleiten die fachmännischen Beurteiler über die .Humbertschen Maßnähmen angesichts. der bedeutenden weiteren Ausbreitung der deutschen Stellung östlich und westlich Douaumont hinweg. Clemenceau entschuldigt sich bei seinen Lesern, daß er anstatt eines militärischen einen philosophischen Artikel veröffent­liche. Das Publikum werde seine Stimmung begreifen

Sonnino über die Räumung Durazzos.

Lugano, 29. Febr. Ueber den letzten Ministerrat liegen neue Einzelheiten vor. Sonnino führte aus, daß die nach Durazzo entsandten vier Regimenter ihre Ausgabe völlig gelöst hätten. Man müsse bedenken, daß die Brigade sich bei sehr stürnn- scher See einschiffen mußte und die Italiener nicht allein großen Mut gegen den Feind bekundeten, der in der Uebermachtwar, sondern auch den Kamps zu ihren Gunsten entschieden, da sie größere Berlust-c zufügten als erlitten. Tie Einschiffung der Italiener sei unerhört schwierig gewesen, da das Meer stürmisch war, die österrei­chisch-ungarische Flotte mit allen Tücken die Ein­schiffung hinderte und die feindliche Artillerie ein fürchter­liches Feuer unterhielt. Hoffentlich sei mittlerweile die Einschif­fung der letzten Truppen vollzogen. Tie Räumung Durazzos sei übrigens längst beschlossene Sache gewesen. Man habe Durazzo nur vorübergehend besetzt halten wollen. Nunmehr tauche das Problem von Valona aus, wo die Brigade von Durazzo ver­mutlich inzwischen angekommen sei. Man nässe bisher noch nicht, ob die Oesterreicher den Marsch nad> Valona sortsegen merben. Jedenfalls sei Valona uneinnehmbar und werde mit allen Mitteln verteidigt werden. Hierüber sei die Regierung ganz ruhig.

220-240

210-220

200-215

195-205

160-180

Parteitag in Rom.

i. Köln, 29. Febr. DerKöln. Ztg." zufolge gestrige republikanische Parteitag,

Der republikanische

nahm der

__ _ __, in Rom, nachdem

8er Äg eördnete Pirolini seftgestellt hatte, daß die Mission Briands gescheitert sei, eine Tagesordnung an, worin das Wanken und die Sorglosigkeit des Vierverbandes beklagt und gefordert wird, daß sich Italien dem Vierverbande enger an­schließe und an Deutichland den Krieg erkläre.

Jswolski als Zensor.

Genf, 29. Febr. Laut einer Mitteilung aus Paris unter­nahm der russische Botschafter Jswolski infolge gewisser, Ar­tikel der ftanzösischen Presse, die sich auf die Unabhängrgkett Polens bezogen, bei der ftanzösischen Regierung Schritte. Diese Beschwerde veranlaßte die Zensur, den französischen Zeftungen zu verbieten, sich ohne Ermächtigung der russischen Botschaft in Paris mit Polen zu beschäftigen. Jede Einmischung in die innere Politik Rußlands ist untersagt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oöffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 1. März 1916: Zunehmende Bewölkung, meist trocken, keine Temperatur­veränderung.

Letzte Nachrichten.

Die Schlacht bei Verdun.

i. Köln, 29. Febw Ter nach dem ivestlichen Kriegsschau­platz entsandte Sonderberichterstatter derKöln. Ztg.", der im Kampfgelände von Verdun weilt, teilt mit: Unter der Verschleierung durch dichtes Schneegestöber feuerte die deutsche Artillerie unablässig. Auf deni Höhenzug von Douaumont bis zur Cöte de ftoide Tevre wütete der Hauptkampf, worauf sich das dQitsche schwere. Feuer konzentrierte. Hefttge Rauchentwick> lung verriet Brände. Westlich von Douaumont wütete, wie aus dem Ausschlag der gegnerischen Schrapnells zweifellos zu schließen war, ein Jnfanteriegefecht. Das feindliche Ar­tilleriefeuer beschäftigte sich anscheinend nur in der vordersten Kampflinie und schien gegen die rückivärtig feuernde deutsche Ar­tillerie machtlos. Ter Berichterstatter erkannte durch das Glas entstehende Brände in Verdun und erkannte auch nach Südwesteri hinüber, daß bei den in Richtung auf V a ch e r a u v i l l e ge^ legenen Beftstigungen der Kampf wütete.

Genf, 29. Febr. Nach- demMatin" wurde die Bevölkerung Verduns fortaeschafft, so daß keine Zivilpersonen mehr in der Festung verweilen.

Genf, 29. Febr. LautFigaro" erzählte Briand in den Wandelgängen der Kammer, daß bei den vergeblichen An­griffen, das Fort Douaumont ivieder zu nehmen, ein von der franzö­sischen Verteidigung bisher in Reserve gehaltenes Ar - nieekorps ange setzt wurde.

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