Ausgabe 
28.2.1916 Erstes Blatt
Seite
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Herten türkischen Armee ohne Auncyub wrr. ou v .rietic öitlicl) von Erzerum auf der Straße von Tvapezunt warfen wir feindliche Nachhut«: zurück und besetzten das Dorf Dschkala.

Kuropatkiir Befehlshaber an der Nordfront.

Petersburg, .26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ku r o p a t li n ist zum Befehlshaber der Armeen an der Nord­front ernannt worden.

Der Linzng der österreichisch-ungarischen Truppen in Durazzo.

Berlin, 28. Febr. Das Eindringen der österreichisch- üngarischeu Truppen in Durazzo wird von den Müttern an hervorragender Stelle gewürdigt- Iin ,^Lokal-Anzeiger" liest man von der Hand eines rnilitärischen Mitarbeiters:

Der Fall TuraWos war nach Abschneiden des Weges nach Süden durch die Besetzung von Kavaja bereits als sicher goi betrachten. Dem irnans gesetzten Drängen des Feindes von Norden, Süden und Osten gegenüber blieb nichts übrig, als ein Zurück weichen ans die Halbinsel, die acht Kilometer nördlich und unmittelbar östlich der Stadt durch je eiire schmale Berbindutigsstraße mit dem Festlande verbunden ist. Das; die üsterreuhisch-n::garischen Truppen es Vorzügen, die Uebergangsstellen im Sturm zu nehmen, statt ganz DuraWo zusammenzuschießen, legt Zeugnis für den Offensiv­geist unserer Bundesgenossen ab, für die es eine allerdingB hochwillkommene Gelegenheit sein mußte, mit den früheres Mrndesbri'ldern, den Italienern, einmal gründlich abzurech- vxn. Nach dem Falle Durazzos steht dem Weitermarsch der ösherveichisch-ung arischen Armee nickffs inehr im Wege.

Durazzo ist das alte Dyrrhachmm der Römerzeit, das in der alttönnsch-en Kriegsgeschichte eine ganz hervorragende Stellung einnimmt; es befand sich auch am Ausgang! des Mittelalters längere Zeit hindurch im Besitze des König­reiches Neapel und dann der Republik Venedig. Dies gab offen­bar für die Italiener den .Hauptgrund ab, um auch Durazzo zu demunerlöstcu" Italien zu rechne,: und sich dort ftslznfttzen, nachdem Albanien infolge des Ausganges des letzten Balkan- lrieges zmn Rairge eines selbständigen Staates erhoben worden war. Schon die alten Griechen hatten die Bedeutung des Hafens »°n Durazw erkannt; sie mündeten an jtzm im Jahre 625 v Chr. Z^Z T fnT

chtc Kol«me, der sie dm Ramm Epidamnos,gaben, und die sich h rr( ? M «Ä 1 * «LfeSS

sehr schnell zu einer bedeutenden und volkreichen Stadt ent­wickelte. Part ei kämpfe in EpidamNos hrten im! Jahre 431 v. Chr. den bekannten Zwist zwischen Kerkyra (dem heutigen Korfu), der Mutterstadt der Kolonie, und Kärinth, der Mutterstadt Ker- kyras, herbei, dem sich dann der peloponnesische Krieg ent­wickelte. In: Jahre 229 v. Chr. gelangte die griechische Kolonie in den Besitz der Römer und erhielt von diesen den Rainen Tyr- rhachium. Ter Hafen von Dyrrhachinm hatte in der Zeit der römischen Weltherrschaft eine überaus wichtige Bedeutung als Landungsplatz für den Uebevgang von Italic:: nach Griechenland. Die Römer stellte:: zur Verbindung mit Griechenland eine ihrer bedeutendsten Heerstraßen, die heute noch bestehende via Egnatia, her, die von Dyrrhachinm über Thessalonike (Saloniki) und Phi­lipp: nach Byzantirrm führte. Eine sehr wichtige Rolle spielte Dyrrhachinm in dem Kriege zwischen Cäsar und Pompeius, dar sich in Dyrrhachinm festgesetzt hatte und dort von Cäsar 48 v. Chr. belagert wurde. Es gelang aber &eu Truppen des Pompeius, die Truppen Casars zum Rückzuge nach Mazedonien zu drängen Bei der Teilung des rönrischen Weltreiches im Jahre 395 fiel Dyrrhachinm als Hauptstadt der römische:: Provinz EpiruS Nova an das oströmische Reich; in: Jahre 481 wurde es vom Ostgoten könig Thcoderich, in: 10. und 11. Jahrhundert zweimal von den Bulgaren vorübergehend besetzt. Besonders denkwürdig ist die Belagerung Dyrrhachiums in den Kämpfen der Kreuzfahrer gegen Ostrom durch den Normannenherzog Bohemund in den Jahren 1107 und 1108. Trotz des Anmarsches eines starken byzantinischen -Heeres setzte Herzog Bohemund die Belagerung fori und tat dies selbst dann noch, als er von den Truppen des .Kaisers Alexius voll­ständig eingeschlofsen worden war. Im Frühjahr 1108 lies; er seine eigenen Schiffe zerstöre::, um aus ihnen Holz für Belagerungs- Maschinen zu gewinnen. Bohe:nund ließ einen die Mauer über­höhenden und mit Fallbrücken versehenen Turm erbauen und fiihrte diesen gegen die Festnngsmauern heran. Den Verteidigern Dyrrhachinm s aber gelang es, den Turm zu verbrennen. Den von den Belagerern angelegten Minen setzten die Belagerten noch wirksamere Gegenminen entgegen. Sie bediente:: sich dabei in überaus geschickter und wirkungsvoller Weise desgriechische:: oeners", das den in den Miinengängen vordringenden Soldaten aus Siphonen (Röhren) ins Gesicht geblasen wurde. Da cs der byzantinischen Flotte schließlich gelang, dem .Herzog Bohemund legnche Zufilhr abzufchmiden, blieb diesem nichts anderes übrig, als vor dein Kaiser Alexius zu kapitulieren. Auch in der Ge- sch:chte der unglücklichen Hohenstaufen, die welscher Tücke und H:nterl:st m Italien unterlagen, spielt Dyrrhachinm, hoffen Name bald daraus d:e italienische Form Durazzo annahm, eine Rolle. In der Mtte des 13. Jahrhunderts trat der oströmische Kaiser Mrchael II. bic Stadt und den Hafen von Dyrrhachmm an den Sohn des Kaisers Friedrich II., de:: tapferen Manfred, ab, der dann in: Jahre 1258 König beider Sizilien geworden ist. 1272 ge­langte Durazzo, wie es fortan geirannt wurde, in den Belitz des .Königreichs Neapel und wurde voir diesem im Jahre 1392 an dre Republik Venedig abgetreten, die es bis zuM Jahre 1501 be­haupten konnte. In diesem Jahre setzten sich die Türken in den Besitz der Stadt, nachdem sie iin Jahre 1493 Konstantinopel er­obert und ihr«: siegreichen Vormarsch auf dem Balkan fortgesetzt Wen. Bis zu dem Balkaukriege im Jahre 1913, der dem Staate Albamen dre Selbständigkeit brachte, war also Durazzo türkischer Besitz Nun lind die Wogen des Weltkrieges auch über die alte Hafenstadt Dyrrhachinm hereingebrockien, die von der frühesten Zgchrchte «Europas an bis in die neueste Zeit so wecUelvolle Schicksale erlebt hat, und die bevorstehende Einnahme der Stadt durch dre siegreich vordrirgend«: österreichische:: Truppen wird emen neuen Wendepunkt in ihrer ereignisreichen Geschichte be deuten.

Wilsons Standpunkt.

Washington, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich ) Meldung des Reutmchen Bureaus. Zn einem Briese an Senator Stonr saat Wilson. Die Haltung, die die Mittelm äcl-te, .vre sie an gekündigt haben, in Zukunft in der Unterseebootskriegführung an nehmen wollen, widerspricht so offenbar den ausdrücklichen Ber sicherungen, die sie uns jüngst gegeben haben, daß man an- nehmen muß, es werden demnächst Erklärungen folgen, die ein anderes Licht auf die Frage werfen. Aber in jedem Falle liegt unsere Aufgabe klar vor uns. Keine Nation ooer eine Gruppe von Nationen hat das Recht, während der Dauer des gegenwärtigen Krieges die Grundsätze zu ändern oder außer acht zu lasse::, au die sich alle Nationen zur Milderung der Schrecken und Leiden des Krieges einigten, und wenn die klaren Rechte amerikanischer Bürger etwa unglücklicherweise durch eine solche Handlung be­einträchtigt oder bestritte:: loerden sollte::, würde die Rücksicht auf unsere Ehre uns keine Wahl bezüglich unserer Haltung lassen. Ich kann keine Beeinträchtigung der Rechte amerikanischer Bürger nach irgend einer Richtung znlassen. Dte Ehre und die Selbstachtung unserer Nation stehen .ans den: Spiele. Wir lieben den Frieden und werden ihn um jeden Preis bewahren außer um den Preis unserer Ehre. Unseren Mitbürger:: zu ver­biete::, von ihren Rechten Gebrauch zu machen ans Furcht, wir könnten in die Lage kommen, diese Rechte für sie gelteird zu machen, wäre eine tiefe Erniedrigung lntö wäre in der Tat eine Zirstinv- muitg zur Verletzung der Rechte der dNenschhel durch jede Nation und unter jedem Vorwände. Ein freiwilliges Aufgeben unserer bisherigen stolzen Haltung als Wortführer der Gesetzlichkeit und des Rechtes mitten in den Wogen des Krieges würde alles, was wir bisher erreicht haben, bedeutungslos machen Wenn wir jetzt Nützlichkeitserwägungen an Stelle von Grund- satzen treten lassen würden, wäre noch weiteren Zugeständnissen Türe und Tor geöffnet. Man gestatte nur ein einziges Abweichen von den: Recht, und zahlreiche andere Demütigungen werden zweifellos folgen, und das gan^e schöne Gebäude des Völkerrechts würde unter unseren Händen Stück für Stück abbröckeln. Amerika kann nicht nachgeben, ohne die eigene Ohnmacht zu gestehen und seine unabhängige Stelliuvg unter den Nationen der Welt tat sächlich preiszugeben.

Berlin, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt znm U-Bootkrieg: Es sind trotz der klaren Tarlegimg des Herrn Staatssekretärs von Jagow Zweifel entstanden, ob die Grundsätze der unter dem 10. Februar veröffentlichten Denkschrift über die Behandlung be­waffneter Kauffahrteischiffe durchgeführt werden würde::. Diese Zweifel sind gänzlich unverständlich und unbegründet. Es hat nie die Absicht bestände::, von den in der Denkschrift angekündigten Maßnahmen abzuweichen. Tie energische Führung un seres N- Bootkrieges nach der: Grundsätzen der Denkschrift wird zn den: angesetzten Zeitpunkt beginnen.

TieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht sodann den von dem Reuter scheu Bureau verbreiteten Brief des Präsidenten Wilson an den Senator Stone und bemerkt dazu: Tie in der deutschen! Denkschrift dargelegten Grundsätze widersprechen keineswegs dem Völkerrecht, denn die in der Denkschrift veröffentlichten Geheim befehle der englischen Marine weisen armierte englische Handels schifft ausdrücklich an, sich nicht nur zu verteidigen, sondern auch ihrerseits z-um Angriff überzugehen. Tie weiter mitgeteilte:: zcchl- re:chen Emzelfälle erweisen, daß dieser Befehl befolgt wird. Solche Schiffe hören aber nach de:: Grundsätzen des Völkerrechts auf, friedliche Handelsschiffe zu sein. Andererseits erscheint das Ver­halten unserer Gegner als ein grober Bruch des. Völkerrechts, da diese mit ihren Handelsschiffen Kriegsakte auf 'See vornehmen, zu denen nur Ivirkliche Kriegsschiffe berufen sind. Wenn Präsident Wilson in seinem Briefe an den Senator Stone behauptet, daß die angckündigten Maßnahmen aegeu bewaffnete feindliche Handels­schiffe den ausdrücklichen Versicherungen Deutschlands und Oester­reich-Ungarns widersprechen, so beruht dies offenbar auf einem Mißverständnis. Denn diese Versicherungen bezogen sich nur au' friedliche Passagier schiffe, nicht aber auf solche, die mit ihrer Armierung Angriffstzwecke verbinden. Das Mißverständnis ist offenbar darauf zurückzuführen, daß sich die Denkschrift init den: beigefügten Material noch nicht in den Händen der amerikanischen Regierung befindet und daher von den: Präsidenten Wilson noch ferner Prüfung unterzogen sein kann.

Die Beschlagnahme deutscher Schiffe durch Portugal.

Lissabon, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Mi msterpräsident erklärte auf eine Anfrage in der Kummer, dre Beschlagnahme der deutschen Schiffe war infolge der wirtschaftlichen Lage des Landes notwendig. Es

alle Gebisse beschlagnahmt, um Zerstö eugen, von denen schwere Fälle auf sieben

wurden rangen vorz

Schiffen festgestelkt worden sind

Der russische Bericht.

Petersburg, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Ber:cht vom 25. Februar. Westfront: Im Abschnitte vm R:ga, m der Gegend südöstlich der Insel Dalcn, heftiges, beider- Icnttges Feuer. In der Nähe von Dünaburg, bei Jlluxt :mb Gar- bunvwka, wurde das heftige Feuer von gestern wieder ausgenommen Siidlvestlich von Pinsk überstiegen unsere Truppen das feindliche Drahthinderms, überraschte,: eine:: Posten und :nachteu 6W- fangene.

.Galizien: In der Sftgend der Dörfer Hladki u:ü> Wo- robnowka (nordwestlich von Tarnopol) und bei Michalcze dauert der Handgranaten kam Pf um den Besitz der Spreu gtrickster an.

Schwarzes Meer : Unsere Torpedoboote versenkten in der GeglNld von Sinope vier Segler, zerstörten Brücken an der Küstenstraße, ver:::chteten einen Teil und zerstreuten den änderet: Änl einer Kamelkarawane, die unter der Bedeckung einer Truppen- abterllmg marschierte.

^ a uka s u s : Unsere Truppen nahmen im Sturm die Stadt Jsp:r. a.:e Berfolg:mg des Gegners in der YKgend von Erzerum und Chnayskala dauert an.

Persien: In der Gegend von Kcrmanschah warfen unsere Truppen de:: Fnnid aus der Stadt Sah::c l60 Kilometer nordöstlich von Äirmanschah) m:d von den beherrschenden Berg­stellungen: sie erbeitteLei: vier Kanonen. Unsere Tnippn: drangen :n die Stadt Kachan (200 Kilometer südlich von Teheran) ein

Prtersbura 27. Febr^ (jmf. Frkft.» Mitteilung des Großen (keueralstabs von: 26. Febrimr.

In Galizien, in der Gegend von Michalcze, am Dnjestr gelang es dcnn Feinde, nach langandauenwen: Bombenwerfcn sich eines unserer Trichter zn bemächtigen, er wurde aber durch einen ungestümen Gegenangriff tvieder zurückgeivorfen.

K a n k a s >: s f r v n t : AIS Ergebnis der Operationen um Erzerum, die verglichen nnt den, großen erzielte:: Erfolge mit nubedeuteudcu Verlusten vertvirklicht wurden, machten wir 235 Offiziere und 12 753 Soldate:: zu Gefangenen und erbeuteten. 9 Fahnen und 323 Kanonen. Außerdem erbeuteten ,oir in Cr- *mun, dcw eine erstklassige türkische Festung war, große Waffen- wger, Mnnitious und Proviant Vorräte, verschiedene Gegenstände nir den Verbindungsdii'nst unter den Truppen, Parks usw. Wir m in der Verfolgung des Restes der geschlagenen und denrorali

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Der 5eeMeg.

London, 26. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Rcntterschen Bureaus. Das englische PaketbootMa­loja" (12 800 Tonnen) ist auf der Höhe von Dover unter- aegangen. Es soll auf eine Mnre gelarrfen sein. Der Darnpfer hatte 57 Passagiere an Bord und befand sich ans der Fahrt nach Bombay. Ein anderer Dampfer, der den Schisfbrüchi- aen Pr Hilfe eilte, lief cbenfaNs auf eine Mne und ver­schwand. Lloyds meldet aus Dover: Der schwedische DampferBirgit" ist nntergegangeu 17 Ueberlebende wurden gerettet.

«x . ß ?ü b0 cS' 27 (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des

Reutersche:: Mircaus. Die untergegangeneM a l o j a" tvar ein Postdampfer vm: 12 431 Tonnen. Drei Leichen sind in Dover gelandet wordei:. Die Benmrrweten sollen a::f ein Hospitalscknff gebracht lvvrdcn sein.

. Der Danipfer, welcher auf eine Mine lief, als er dem Post- dampftrMalvia" zu Hilfe eilte, war dieEmpreß of Fort William" (2181 Tonnen). Sie sm:k iniurhalb ei:

Stunde. Die Besatzimg ist gelandet.

emer halben

Vlissingen 27. Febr. (WTB. Mchtamtlick-.) Der PostdampferMeckle nbura" (288.5 Tonnen) der Zee- land-Linie ist auf der Reise nach Vlissingen auf eine Mine gelau.se::. Das Schiff ist verloren. Dre Zeelaird-Kompaa- me erhielt ein Telegramm, ivouach, sich die Fahrgäste und die Besatzung derMecklenburg" an Dovd des holländischen DantpsersWesterdyk" befinden.

Der nutergegangeue schwedische DampferBirait" war ein Dampfer von 1117 Tonnen.

26 Febr. (WTB. Mchtamttich.) Hicr ,st du Nachricht von der T o r p e d: c r u i: g eines Dampfers eing- getroffe::. Es dürfte sich um den DanwftrWestoorby" han­deln. Der DampferT r e v c riet) u" traf ein Boot mit 15 Mann an und rettete d:e Insassen. Eine andere. Bootsbesatzung wurde von eucem unbekannten Dainpfer gebvrgeit. Nach bon Mitteilungen emos Mannes von derWestoorby" wurde der Dampfer durch ein Geschoß :n zwe: Teile zerbrochen.

. Marseille, 26 Febr. -MTB, Nichtanttlich.) Der Post- danwftrB : l l e h e M a d r i d" der Compagnie TrauSatlanttgue, der h:er eingetroften i.t, uuirde auf der Fahr! von einem feind-

ucpen Unter leeboot dejcyoj je n. Alttt VoclDamps geka:^ es dem Postdampfer, der zmeinral geirofje:: wurde, aber keinen fchlvere: Schaden erlitt, dem Unterseeboot zu entkommen.

Berlin, 26. Febr. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." mel­det aus Genf: Der belgische FischdampferPetit Henriette" ist lautPetit Journal" bei Vlissingen von einem deutschen U-Boot versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet.

2S*ts Stadt und Land.

Gießen, 26. Februar 1916.

Deutschland über alles!

Im großen Hörsaale der Universität hielt am Samstag atab 81.2 Uhr Fräulein Tr. Käte Schirmacher einen Vortrag mtt den: ThemaDeutschland über alles". Aus dem Inhalt der Rede, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, geben wir folgerwes wieder:

Das Lied, das Hoffmann von Fallersleben 1841 auf dem' damals noch englischen Helgoland dichtete, bedeutet unseren Fein­den den Schrei nach. Weltherrschaft, uns ist es das dc:ttsche Ein­heitslied und das deutsche Opferlied: Deutschland steht jedem Teutsckien höher als sein eigenes Selbst.

Dies gilt für Mann, Frau und K.ind. ,

Was bedeutetDeutschland über alles" für den Mann? Die Aufgabe alles Persönlichen, Neigung, Beruf, Gewinn, Gesmwheit, Leben. Was bedeutet es für die Frau? Tie Hingabe der Männer ihrer Familie. An dies Opfer ist die deutsche Frau ror allen anderen gewöhnt. Ungewohnter war ihr die wirtschaftliche An-> passnng an den Kriegszustand, da weite Kreise deutscher Haus­frauen wirtschaftlich nicht genügend geschult waren, um einen Haushalt kriegsgnnaß umaestalten zn köimen. Das ist nicht ihre Schuld. .Hier liegt ein Versäumnis des Staats vor, der wottl den.Mann zwangsweise zur militärischen Wehrpfiicht erzieht, nicht aber die Frau zur haustvirtschaftlichen.

Die wirtschaftliche Wehrfähigkeit der deut-, scheu Hausfrau ist un: so wichtiger, als unsere Febwe uns wirtschaftlich niederringen wollten. Wir l)aben etwa 11 Millionen deutscher Hausfrauen. Gelang es, diese in Nahrungs sorgen zu setzen, so hatte der Feind einen kräftigen Bundesgenossen im Lande selbst. Deshalb nrüssen die Hm:sfrauen die polüischen Folgen der Lebensmittellenerung klar sehen. Ein Teil dieser Teiwrung und der brran^ folgenden Entbehrungen ist durch Wucher verursacht, einen Wucher, der teu Feinden in die Härche arbeitet. Diese Eittbehrrmgen s:nd vermeidlich und müssen von Staat irrfb Gemeinde mit jeden: wirksame:: Mittel bekämpft werden. Ein Teil der Entbehrungen ist unvermeidlich, denn es ist Krieg. Diesen Teil soll die deutsche Hausfrau entsckLossen imb willig auf sich nehmen. Denn nur wenn wir bereit sind, bis z::m Giftbe anszw- halten und alle nöttgen Opfer wcklig zu bringen, können wir den uns günstigen Frieden erreichen, den einzig«:, den wir erreichen wollen.

Wir nlüssen unsere Entbehrungen stets an der Front Mesfen- dann werde:: sie uns imuver erträglich erscheinen.

Daß bei den: Frieden die Notwendigkeiten des Siegers maß­gebend sind, ist wiederum der: Frauen deutlich zu machen. Mit Sentimentalitäten kon:men wir da nicht weit. Tie Deut­schen sind dem Ausland gegenüber ein weiches Volk, leicht allem Fremden Zugänglich, leicht zn beeinflussen. Um dem ?lusland gerecht zn werden, sind :vir oft ungerecht gegen uns selbst. Ties« Schrväche muß verschwi:ü>en, wir müssen in diesen: Sinne hart werden gegen das feindliche AiMand. Dazu gehört eine kraft­volle dei:tsche Erziehung, die uns die lebendige Kenntnis deutschen Wesens und des deutschen Nottvendigen gibt. Wir sind das einzige gvoße Kulturvolk, das in nnnnterbvochenem Zusapunenhang mit seinen tausendjährigen Vergangenheiten steht; kein anderes großes Kulturvolk hat eine. Götter- und Heldensage, hat Volkslieder und Märchen von einer Größe, Schönheit rmd Innigkeit wie wir. Das alles lebt heute noch, und wohl sollen wir auf dies Erb^ stolz sein.

Deutsch und deutsche Geschichte müssen daher im Mittelpunkt unserer Erziehung stehen. Dazu kommt die K ö r p e r b i l d u n g. die besonders bei dcn: Mädchen gefördert werden muß. Tie deutsche Frau steht vor den größten Mutteranfgaben <Rußland z. B. nahm in d«: letzten Jahren um je 3 Millionei: Köpfe zu), d:ese Ausgabe:: kann nur ein körperlich und seelisch starkes Frauen-, geschlecht ecftillen. Deshalb brauckien wir das Frauen-Dienst- jahr: die Grundlagen von Kochen, Haushalten, Kinder- und Lkrankcnpflege und grundlickie Körperbildung. Das Schult u r- :: e u (auf dem Lande und in den lleinen Städten oft gar nicht Vorhand«:) genügt da nicht. Wir mtissen eine weibliche Jngendwehr haben, die auch das Mädch«: lehrt, Körper und Geist beherrschen, unweigerlich gehorchen, sich in die Allgemeinheit ngen, keine gestellte Aufgabe unvollendet lassen. Mir haben starke, 'tolze und kühne Männer, :vir brauchen starke, stolze und kühne Frmien.

Ta der Schalle ein nur beschränktes Maß von Zeit und Kraft zur Verfügung steht, müsse:: andere Lehrfächer znrückttetu:: z. V. ranzösische und «:.glische Wahffächer. Die Auslandsschule ist für uns beendet. In Zukunft müssen unsere Beziehungen zun: feinde lichen Ausland stets von: Sta:wMnkt völkischer Würde beherrscht werden: Einschränttmg deutscher AuÄvandernng, dentschen Reise- und Handelsverkehrs nach Westen, Bevorzugung deutscher Erzeug- insft. Unsere Frieden saufgaben liegen nach Osten, wo der dentsll^e Lehrer auf allen Gebieten verlangt wird, demgemäß nruß sich unsere Erziehung gestalten m:d unsere Zukunft sich richten.

Wir sind das einzige, große und wehrhafte Germanenvolk. Nur mit Anspannung aller Kräfte können :vir n::s erlialten. Das Deutschem tvird eben ein stets bedvohtes Gut sein, unsere geographisck>e Lage unser cnnger Sitten predigen. Für nns gibt es nie :nehr sorgloses Behage::. Vielleicht sind wir deshalb zum Kulturpräger der Menschheit ersehen. Denn für uns heißt es aus alle Zeit«: mit Herder:

Arbeiten ist cm göttliches Gesetz," mit Goethe:

Genießen macht gemein" undD«ttschland über alles".

**Jn unserem Familienblatt komtni von heute ab Fedor von Zobeltitz mit seinem RomanDie arme Prinzessin" zn Worte. Der liebenswürdige Erzähler, dessen wie eine nnmtere Qtuelle plätschernder, klarer und froh­gemuter Stil den Leser bald gefangen nimmt, holt seinen Stoff aus einem stillen Fleck ans märkischer Erde, wo dicht nofren einander die bröckelige, armselige Herrlichkeit eines v-erarmten Fürstengeschlechts ein sonderbares Zwitterdasein -ristet und die kernfeste Bodenständigkeit eines nicht viel jüngeren Bauerngeschlechts den Ruhm der Arbeit kündet. Die Mrstenkinder ::nd die Rangen des Bnrgmüllers ivachsen in der weltfernen Wald-einsamkeit miteinander durch ein glückliches ^hinderdasein heran; verschwiegene Parkwinkel, die Ruinen des alten Fürstensitzes lächeln zn dem gemein- amen Spielen. Dann kommt häs Leben und läßt sie den Gegensach zwischen Arm und Reich, Hoch und Medrig er­kennen; führt sie in buntem Wechsel zu Höhen des Daseins und stößt sie wieder hinab aber der Hafen der stillen^ trauten Heimat, die zwar ihr Gesicht, aber ihre Siißigkeit nicht verbir, bleibt ihnen erhMen; in ihn fährt ein Lebens- 'chifflein nach dem andern ein, als ihn: der Sturm lda draußen büe Segel genügend zerzaust hat. Wie ein sonniges Leuchten g:cht es aus der bilderreichen und buutbewegten Erzählung. Der Zauber der deutschen Heimat weht uns an. Der Leser wird^ bald rechte:: Anteil an den lieben Menschen der geinütshvarinen, tiefangelegten Dichtung nehmen und ihren: GeMck gerire durch die verschlu:meueu, jvie ver­wachsene Pap:ckwege anmutenden Pfade der Erzählung folgen