früljt. Einstweilen genüge es, daß auch ber Reichskanzler dem Hauptgedanken gegenüber sich freundlich gestellt habe.
*
Berlin, 22. Febr. (Priv-Tel.) Das „Berl. Tagebl." meldet aus Dresden: Bon morgen ab werden hier Kanloffel- karten eingeführt. Jede Person erhält wöchentlich sieben Pfund Kartoffeln zugeteilt.
Schwerin, 22. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Regierungsblatt veröffentlicht eine Verordnung über die Einberufung eines a u ß e r o r d e n t l i ch e n L a n d t a g e s. Der Großherzog hat beschlossen, einen auf den 21. März 1916 in der Seestadt Rostock zu eröffnenden außerordentlichen Landtag einzuberusen. Zur Verhandlung gelangen: Eine Abänderung des Einkommensteuergesetzes vom 6. Mai 1913, eine Erhöhung des für 1916/17 .bewilligten Betrages der Einkommensteuer . __
Aus Stadt nnd Cand.
Gießen, 23. Februar 1916.
Gießener Jugendfürsorge vor 100 Fahren
Der Krieg zeitigt allerlei Auswüchse, nicht bloß draußen,
, sondern auch daheim. Zu diesen bedenklichen Erscheinungen gehört auch die Verwilderung der Sitten. Ernst denkende Kreise gehen an diesen Zeiterscheinungen nicht achtlos vorüber, sofern sie die Jugend, die Zukunft des Vaterlandes, berühren. Der jüngste Erlaß des General-Kommandos, der die Entfernung der Jugend von der Straße bei einbrechende? Dunkelheit befiehlt, wurde bei vielen wohlwollenden Freunden der Jugend zustimmend begrüßt, andererseits aber auch hier und da als ein Eingtlff der Behörde in das Erziehungsrecht der Eltern bemängelt. Daß man vor 100 Jahren, da während und nach den Befreiungskriegen dieselben Tatsachen wie heute bei dem Heranwachsenden Geschlecht in die Erscheinungen traten, noch strenger wie heute mit Abstellung der Mißstände verfuhr, zeigen zwei vor uns liegende „Publikanda" der Gießener Großherzoglich hessischen Polizeideputation vom 20. März 1816. Sie lauten:
„Da der mehrmals geschehenen beschwerenden Anzeige nach, von den Knaben auf den Straßen und vor den .Häusern großer Lerm erreget und mancherlei Unfug verübet wird, diesem die Geschäfte störenden, anbei der Sittlichkeit der Jugend zum Nachteil gereichenden Unwesen aber fernerhin nicht nach-zujehen ist, und dahero verordnet worden, daß solche im Betrettungsfall durch die Polizeydiener arretirt und auf die Wache gebracht werden sollen, so wird dieses hierdurch mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß solche nicht eher als nach bezahltem Fanggeld und 30 Kreuzer für die Wache entlassen werden sollen."
Ferner: „Da zu bemerken gewesen, daß des Abends beyn: Zapfenstreich sehr viel Lermen, besoirders von den Schu.kuaben erreget wurde, und sogar dabey Prügelleien zwischen den Klassiken (Gymnasiasten) und Schülern aus der Stadtschule intendiret worden, so werden die Eltern und Vormünder hierdurch aufgefordert, ihren Schulkindern nicht allein dergleichen Unfug nachdrücklich zu untersagen, sondern auch - solche des Abends überhaupt von dem Herumlaufen auf den Straßen abzuhalten, indeme man diejenige, welche fernerhin Lermen erregen und Prügelleien unternehmen werden; durch die Wache oder die Polizeydiener arretiren und aus die Wache bringen, sodann als Ruhestörer von Polizey wegen öffentlich bestrafen
l a s s e n w i r d." ' 6.
*
** Unser Familienblatt mußte heute infolge betriebstechnischer Schwierigkeiten arrsfallen.
*
** Prozessor Dr. Olt, der Direktor des Veterinär-Pathologischen Instituts unserer Landes-Hochschule, der seit Beginn des Krieges als Stabsveterinär in Belgten steht und als Svezialist für Blutuntersuchungen zur Bekämpfung etwa auftretender Seuchen unter dem Pierdebestande des Heeres tätig ist, wurde zum Mitglied des Reichs-Gesundheitsrats für die Zeit von: 1. Januar 1916 bis 31. Dezember 1920 aewählt.
L. U. Berufung. Der ordentliche Professor der Physiologie Dr. Garten hat einen Ruf an die unrversität Leipzig erhalten.
* Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen vom Groß Herzog: Karl L u ck h a u p t III. zu Nreder-Ramsladt und Georg Dieter IV. zu Waschenbach.
** Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteüt: NoMials sei aus den einnraligen Vortragsabend von Professor Mar cell Salzer am kommenden Freitag hingewiesen. Seines künstlerisckien Wirkens im Kriege wird u. a. in der Kölnischen Zeitung vom 21. Januar d. I. mit folgenden Worten gedacht: Die erzieherische Kraft solcher Künstler ist nicht zu unterschätzen; sie gießen Wein in manches Wasser mit der Glut ihrer Begeisterung, sie erheben und läutern, machen nachdenklich und wirken Gutes. Auch im Kriege. Nicht nur uns hinter der Front, sondern auch an der Front hat solche Kunst für Stunden vom Alpdruck der Zeit befreit und beigetragen zur Erholung des Menschen, zur reinen Freude inmitten des Kriegslärms.
** Die hiesige Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins bittet uns um Aufnahme folgender Mahnung, die der Verband für handwerksmäßige und fachgewerbliche Ausbildung der Frau an die Arbeitgeber richtet: Das Ziel der Pflichtfortbildungsschule, unsere männliche und weibliche Jugend zu berufstüchtigen Menschen, zu guten Staatsbürgern, die Mädchen zugleich zu pflichtbewußten Hausfrauen und Müttern zu erziehen, liegt im Interesse unserer wirtschaftlichen und nationalen Entwicklung. Jeder Arbeitgeber erfüllt daher eine vaterländische Pflicht, wenn er die Fortbildungsschule durch Einstellung schulpflichtiger Jugendlicher in ihren wichtigen Aufgaben unterstützt. Der Nutzen dieser Einrichtung für alle' Beteiligten ist leider :wch nicht in vollem Umfange erkannt, denn es kommt noch immer vor, daß Arbeitgeber davon Abstand nehmen, fortbildungsschulpflich- tige Jugendliche einzustellen, ohne zu bedenken, daß die Fortbildungsschule auch Erziehungsanstalt ist, die unüberlegten Handlungen, z. B. häufigem Stellungswechsel, entgegenwirkt. Wenn die Arbeitgeber das durch den Fottbildungsschul- besuch veranlaßte zeitweilige Fehlen als Störung ihres Betriebes empfinden, so müssen sie darauf hingewiesen werden, daß die gute Fachbildung, die die Fortbildungsschule vermittelt, diese Störung reichlich wettinacht. Durch den Unterricht, der eine Ergänzung der praktischen Berufstätigkeit bildet, werden berufliches Können und Wissen erweitert und vertieft, Verständnis und Freude an der Arbeit geweckt und leistungsfähige Arbeitskräfte herangebildet, die sowohl für den einzelnen Arbeitgeber als auch für das Wirtschaftsleben wertvoll sind. Der Krieg r hat große Lücken in die Reihen der Qualitätsarbeiter gerissen. Es muß versucht werden, diese durch Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchs e s beiderlei Geschlechtes schnell wieder zu schließen, damit sich die deutsche Volkswirtschaft nach Beendigung des Krieges in ungebrochener Kraft entfalten kann. Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit muß durch Hervorbringung von Q u a l i t ä t s l e i st u n g e n auf möglichst vielen Gebieten so gesteigert werden, daß nach Friedensschluß der Weltmarkt wieder erorbert werden kann. Durch Einstellung und Weiterbeschäftigung fortbildungsschulpflichtiger Jugendlicher tragen die Arbeitgeber in hohem Maße zur Verwirklichung dieser Ziele bei.
** Ober hessischer Ge s ch i ck t s v e rei n. Die für morgen angesetzte ordentliche Mitglieder-Bersammlimg ist in Rücksicht aus den gleichzeitig stattfind enden Vortrag vor:
Universitütsprofessor Dr. Skallv-cit auf nächsten Montag verschoben worden. Tagesordnung, Zeit und Ort bleiben die gleichen.
** Städtischer Seefischmarkt. Am Donnerstag, den 24. Februar 1916, nachmittags 3 Uhr, beginnt in den Markt- lauben der Verkauf von Seefischen, Schellfisch und Cabliau zu Selbstkostenpreisen der Stadt.
** (Sine Personenstandsaufnahme findet zur Nachprüfung der Brotkartenausgabe Freitag, den 25. Februar 1916, statt. Das Nähere ist aus einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in unserm heutigen Anzeigenteile zu ersehen.
**WarnungvorVersandvonZü::d Holz-Ersatz.
In der letzten Zeit wird von Straßenhändl-ern in Glasröhrchen eine weißliche Masse in Stangenform, bestehend aus metallischem Natrium, verkauft, die bei geringer Befeuchtung mit Wasser lebhaft brennt. Da das Zündmittel als Ersatz für Zündhölzer angepriesen wird, besteht die Gefahr, daß es in Feldtwst- päckchen an Heeresangehörige versandt wird. Tie Zündmasse über- trifst aber an Feuergefährlichkeit noch die Zündhölzer und es ist als sicher anzunehmen, daß sie bei der Versendung mit der Post Brände Hervorrufen wird, sobald das dünne Glas zerbricht und Feuchtigkeit hinzutritt. Dadurch können aber, wie die Erfahrung lehrt, große Mengen von Feldpostsendungen vernichtet werden, und sowohl den Absendern als auch unseren Soldaten im Felde große Verluste erwachsen. Tie Versendung leicht entzündliclwr Sachen mit der Post ist verboten und wird gemäß 8 367, 5 a des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich gerichtlich bestraft. Es wird deshalb vor Versendung des erwähnten Zünomittels, sowie von Cal.nnmkarbü, Streichhölzern, Benzin usw. mit der Post dringend gewarnt. Zur Versendung ins Feld ist das neue Zünd- mittel auch deÄialb höchst ungeeignet, weil metallisches Natrium mit Wasser zusammengebracht, eine ätzende Flüssigkeit gibt, die, wenn sie mit Lebensmitteln in Berührung kommt, gesundheitsschädlich wirkt.
Landkreis Gießen.
□ Lang-Göns, 23. Febr. Ans sein 61jähriges Bestehen konnte der Gesangverein Frohsinn zurückblicken. Zu einer killen Feier fanden sich die noch hier befindlichen Mitglieder im Vereinslokal ein. Es wurden an folgende Mitglieder, die dem Verein seit 25 Jahren angehören, Ehren-Diplome ausgegeben: Konrad Schmidt, Johs. Lang. Philipp Frey, Johs. Hch. T e x t o r, Johs. Rompf XV., Konrad Wilhelm und Wilhelm Aug. R o m p f. — Unteroffizier Otto Müller im Land- wehr-Jnf.-Regt. 38 erhielt die Hessische Tapfeckeitsmedaille, das Eiserne Kreuz hat er bereits erhalten.
Kreis Schotten.
o. O b e r - S ch m i t l e n , 23. Febr. Landsturmmann S ch m o l- lack, der als ältester Krieger aus unserer Gemeinde in Rußland im Felde gestanden hat, ist zum Gefreiten befördert worden und erhielt das Eiferne Kreuz. — Kraftfahrer Jung ist zum Gefreiten befördert worden.
Kreis Friedberg.
e. Friedberg, 23. Febr. Gestern nachmittag wurde hier die sterbliche Hülle des Hofbuchdrnckers Karl Bindernagel, des Herausgebers, Verlegers und Druckers des „Oberh-essiscken Anzeigers", zur letzten Ruhe gebettet. Karl Bindernagel war nach einen: arbeitsfreudigen Leben in der Nacht von Freitag ans Samstag im 79. Lebensjahre sanft verschieden. Der Verstorbene war 65 Jahre in dem vom Vater ererbten Geschäfte tätig, hat über ein Menschenalter der Druckerei und Zeitung vorgestanden und war bis zu den letzten Lebenstagen unermüdlich in seinem Geschäfte tätig, das durch seine rastlose Arbeit auch einen blühenden Aufschwung nahm. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend wurde vor der Beerdigung im Kreise d-er Hinterbliebenen Angehörigen eine kurze Trauerfeier ab gehalten, während am Grabe nur ein Vaterunser gebetet werden sollte. Dieser Wunsch entsprach ganz dem Weser: des Verstorbenen, der jedem äußerlichen Scheine abhold war, sein gutes Herz für seine Mittnenscheu aber bei jeder Gelegenheit im stillen betätigte. Pfarrer Kleeberger hielt die Trauerfeier im Sterbehanse und schilderte in lichtvollen Worten das echt christliche Leben und Wirken des Entschlafenen. Sodann bewegte sich ein langer Trauerzug von Leidtragercken zum Friedhofe. Außer mehreren Freunden des Verstorbenen sprach Jakob Kolmerschlag im Namen seiner langjährigen Mitarbeiter, für die Freimaurerloge „Zu den drei Sternen" Rentner Wilhelm Geo r g i, der den Verstorbenen als Mensch, Freund und LogenbrÄer schilderte.
Ll. Fried berg, 23. Febr. Eine freudige Ueberraschung wurde gestern den Hiesigei: Einwohnern zu teil; als sie gestern zum Umtausch der Brotkarten auf die Bürgermeisterei kamen, er- vielten sie neben der Brotkarte noch eine Zusatzkarte für den Bezug von einem Pfund Niehl für die Person.
LI. Dorheim, 23. Febr. Frau Obersteiger Knoche hier »eiert am 23. Februar in voller Rüstigkeit ihren 8 3. Geburtstag. Die alte Dame liest noch täglich die Zeitung und interessiert sich sehr für Politik, insbesondere für den täglichen Stand des Krieges.
Starkenburg und Rheinhesscn.
ob. Bingen, 22. Febr. Heute früh um 6 Uhr hat der Rhein seinen Höchststand mit 4,54 Nieter erreicht. Seitdem ist das Wasser langsam znrückgeqangen. Heute nachmittag stand der Binger Pegel auf 4,50 Nieter. Auch die Nebenflüsse fallen, ebenso wird vom Oberrhein fallendes Wasser gemeldet. Die Hochwassergefahr ist also vorüber.
Kreis Wetzlar.
ul. D a u b o r n , 23. Febr. Die Witwe D a u st e r von hier beging gestern ihren 9 7. Geburtstag. Frau Dauster ist die älteste Frau von Dauborn und Umgebung.
ra. Naunheim, 23. Febr. Tie Gemeinde Naunheim mit ihren 1250 Einwohnern bat bereits bisher große Kriegsopfer bringen müssen. Es sind von hier 35 junge Leute gefallen barunter vier Brüderpaare.
Hessen-Nassau.
--- Frankfurt a. M., 22. Febr. Die Stadtverordnetensitzung wählte heute in geheimer Tagung mit 32 von 56 Stimmen den Magistratssyndikus Dr. H i l l e r (Frankfurt) au Stelle des verstorbenen Stadtrats Dr. F l e s ch zum besoldeten Stadtrat. 16 «Stimmen fielen auf Dr. Lindemann (Stuttgart) und 8 Stimmen auf den Syndikus Dr. Laudmann (Mannheim). — Die von der Frankfurter Sparkasse veraustaltetc „Gold wo che" brachte 119 000 Mk., ein Beweis, daß immer noch viel Gold in den Schubladen verborge:: gehalten wird.
ul. Limburg, 22. Febr. Bei der gestrigen Vertrauensmänner Versammlung der Zentrumspartei in dem nassauischen Land- iagswahlkreis (Limburg) ist der Parteisekretär Redakteur Heinrich 5) e r k e n r a t h-Limburg als Kandidat für die demnächstige Ersatzwahl ausgestellt worden. Ter Kreis Limburg ist bekanntlich eine Hochburg des Zentrums.
vücherlisch.
. — Gese tz über vorbereit ende Maßnahmen zur Besteuerung der Kriegs ge Winne nebst Ausführungs- besttmmungen hierzu und Anhang: Gesetz über die Kriegsabgabe:: der Reichsbank (Nr. 556/558 -der von Professor K. Gareis heraus- gegebenen, vom I. Staatsanwalt M. Hahn, Münck)en, fott- geführten wohlbekannten Sannnlung Deutscher Reichsaesetze in Einzelabdrucken». Gießen 1916, Verlag von Emil Roth. 8°. Preis 60 Pfennig. Vorliegende handliche ünd so billige Textausgabe ist vom Herausgeber mit Einleitung, Kernworten, erläuternden Anmerkungen und einem alphabetischen «Sachregister versehen worden, sie empfiehlt sich! nicht nur für den Juristen zum prak- ttschen Gebrauch, sondern sie ist wichtig für rvetteste Kreise und von ganz besonderem Interesse für jeden, der sich als Gesellschafter einer Kapitalvereinigung fühlen darf, ferner aber auch für jeden Staatsbürger, in dessen Kreisen über das Für und Wider einer derartigen neuen Besteuerung, vornehmlich des durch den
Krieg direkt oder indirekt verlangten Vermögenszuwachfes (zu der >das unterm 24. Dezember 1915 veröffentlichte Gesetz die „vorbereitenden Maßnahmen" festgelegt hat) debattiert wird.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 23. Febr. SchweiNemarN. Aufgetrieben waren 65 Schweine. Es kosteten: Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Kiioaramn: Lebendgeivicht 108,00—00,0» Mk., Schlacbtgew. 00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine unter 60 Kg. Lebendgewicht 93,00-00,0 > Mk., Scklachtgew. 00.00 Nik.; Voll- fleischige Schweine von 100 bis 120 Kg. Lebendgewicht 118,00 bis 118,50 Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Vollfleischige Schweine von >20 bis 150 Kg. Lebendgewicht 129,00-119,50 Mk. Bei schnellem Handel wird aerä'mnt.
ke. Frankfurt a. M., 23. Febr. Frucht- und Futter- mittet markt. Bei schwachen: Besuch und geringem Angebot ist die Stimmung unverändert ruhig. (Getreide geschästslos. Nach guten Futtermitteln ist große Nachfrage bei kleinem' 'Angebot, da nur noch geringere Ware im freien Verkehr ist. Die Preise lassen sich nicht seststellen.
fc. Frankfurt a. M., 23. Febr. Kartoffelmarkt. Kartoffeln ab Versandstation in loser Ladung per 100 Kilogramm 0,10 Nil.
ko. Wiesbaden. Viehhof Marktbericht von: 21. Febr. Austrieb: 51 Rinder (darunter 22 Ochsen, 3 Bullen, 26 Kühe und Färsen), 14 Kälber, 0 Schafe, 84 Schweine.
Marktverlauf: Großvieh bei hohen Preisen Preise für 100 Pfd. laiigjain, Ueberstand. Kleinvieh ausverkauft. Lebend- Schlacht- O ch s e n. gewicht.
Vollfleifchige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mk.
ivertcs im Alter von 4—7 Jahren . . . 110—116 210 -225 Junge, fleischige, nicht ausgemästeie und ältere
ausgemästete. 102—110 190 — 205
Bullen.
Vollfleischige, ansgew. höchsten Schlachtw.. . 106—112 '200—210
.Vollfleischige jüngere. 94—106 190 - 200
F a r s e i,, Kühe.
Vollfleischige, aiisgemästele Färsen höchsten
Schlachtivertes. 110—116 210—225
Bottfleischige, ausgemästete Kühe höchstel:
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren.$5-105 190—200
Wenig gut entwickelte Färse:: ... . . 100 — 107 190 — 200
Aeltere ausgemästete Kühe ur:d wenig gut
entwickelte jüngere Kühe. 85—95 165-180
Mäßig genährte Kühe und Färsen. 70—85 140 — 165
Kälber.
Feinste Mastkälber. 120-125 200-208
Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 118—125 196 — 208 Geriiigere Mast- und gute Saugkälber . . . 108—115 180—192
Geringere Saugkälber ......... 100-105 166—175
Schweine.
Pollfleischige Schweine vo»: 60 bis 100 kg
Lebendgewicht. 108,00
Vollfleischige Schweine von 100 bis
12«) K» Lebendgewicht. 118,80—00,00 —
Vollfleischige Schweine von 120 bis
150 kg Lebendgewicht. 129,60 — 00,00 —.—
Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzen,
Febr.
1916
|sl
o “ >o
w
2"
bi
"s c o ~ x> ^
£
C
£ c
« S? •§ 5
gf
1
!/ET
i
5 «Ä
jQiO'Z - c e r -
COä
j£g
Wetter
22.
2 46
+ 0,2
2.9
62
_
10
22.
9”
—
— 1,6
3,1
75
—
—
0
23.
— 3,3
3,3
93
10
Schneefall
ochste Temperatur am 21. bis 22. Februar 1vi6 — *+• 0,2 8 C fiebrigste * * 21. „ 22. . 1916 = - 1,8 • C.
Niederschlag: 0,8 mm.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 24. Febr. 1916: Ziemlich heiter und trocken, etwas kälter.
Letzte Nachrichten.
Die italienische „Rüge".
Lugano, 23. Febr. Die italienische Regierung betrachtet den griechisch-italienischen Zwischenfall durch die Verbalnote beigelegt, mit deren Ueberreichung der Gesandte Bosdari in Athen beauftragt worden ist. Die italienischen Blätter stellen die Sache so dar, daß Bosdari der griechischen Regierung eine „Rüge" erteilte und ihr klar zu machen hatte, daß die italienische Regierung das Verhalten des Kammerpräsidenten anläßlich der Beleidigung Italiens und des italienischen Königs in der griechischen Kammer tief bedauerrlswert n:tb respektlos findet. Umso bedauernswetter finde es aber die italie::ische Regierung, daß die griechische Regierung in die Angel eg enliert nicht eingttss. Es wird weiter gemeldet, der Gesandte Bvsdatt habe eine neue Unterredung mit Sluludis gehabt, der die Sympathien für Italien wiederholt betonte, die durch die Wotte des Deputierten von Korfu nicht ge- schmälett worden seien.
Wechsel in der Washingtoner britischen Botschaft?
Genf, 23. Febr. In Pattser diplomatischen Kreisen verlautet, daß England seinen Vertreter in Washington, Ce eil Spring Rice, zurückrufen wird. Sein Nachfolger soll James Bttce werden.
Die Fliegerkünipfe über dem Gardasee.
Lugano , 23. Febr. Die ö st e r r e i chi s ch e n F lu g z eu g e kamen an: Montag in zwei Geschvadern an, dann lösten i:ch dw beiden Geschivader in kleinere Gruppen ans, worauf sich über dem Gardasee listige Luftkämpfe abspielten. Trotz des Widerstandes der italienischen Flieger und der Abwehrgesckültze gelang es einigen der österreichische:: Flieger, bis nach Desenzano am Gardasee vorzudringen und Bomben zu werfe::, wodurch eine Anzahl Menschen getötet und verwu:cktt wurde. Mittlerwcrle erlstelten aber die Italiener Verstärkungen, so daß die Oesterreicher vor der Uebermacht weick-e:: mußte::. Auf dem Rückfluge warfen s:e :wch Bomben auf Sirmioni, die jedoch ihr Ziel verfehlten, ferner aus Gargnano und Turcolauo, sowie ai:f Salo, wo eine Bombe in dem Garten des Uuterpräfekten platzte imb den Gärtner schwer verwundtte. Auch in Verona svurde zweimal alarmiett, da man auch dort die Ankunft der feindlichen Flieger befürchtete. Die Mitteilungen der italienischen Blätter weisen statte Zensurlücken auf. Die Mailänder Presse stellt aber fest, daß der Smnalddenst Ziemlich gut funktioniette. Gleich sei der Abwehrdienst in Kraft getreten, so daß die vom Westen herankommenden österreichischeit Flieger abgewiesen worden seien. Ueber Bergamo kreisten die österreichischen Flieger lange, jedoch ohne Bomben abzuwcrfen. Der eigentliche Angttff erfolgte gegen Desenzano, Salv, Tvezzo d'Adda und Brescia, wo es einige Tote rmd Verwundete gab.
Ernst Mach f.
Berlin, 23. Febr. Der Physiker ui:d Naturphilosoph Ernst Mach, ehemals Professor an der Universität Wien, verstarb auf seinem Besitztun: in München, wo er seit einigen Jahren tn Zurückgezogenheit lebte.
in Tabletten
Der bewahrte Badezusatz für N ®^ vö * e “ nd _®f"®* ende Man verlange ausdrücklich „PmoUuol »n TatHetten 6 Bäder M. 1.50 . 12 Bäder M. 3,-


