Ausgabe 
17.2.1916 Erstes Blatt
Seite
59
 
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-ersicherimgsamt, Darmstadt, Neckarstraße 1 (Tel. Nr. 2141) entgegen, die auch zu jeder Auskunft gerne bereit ist. Das Antragsformular wird auf Wunsch den Gesuchstellern kosten­frei zugeschickt. An B e i t r ä g e n gingen bis jetzt schon über Vs Million Mark ein, die bei der Darmstädter Bank und der Deutschen Bank verzinslich angelegt sind. Der Zins- aewinn beträgt bereits über 25 000 Mark.

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Für die Angehörigen von Vermißten

ist die Frage von Bedeutung, ob und unter welchen Um­ständen sie die ihnen beim Tode ihres Ernährers zustehen­den Versicherungsansprüche geltend machen

körnten.

I.

Auf Grmü) der Invalidenversicherung kom- Men folgende Ansprüche in Frage.

1. Witwenrente. (Besondere Voraussetzung: Inva­lidität der Frau. Eine Fvau, die selbst noch arbeiten kann, erhält keine Rente.)

2. Waisenrente. (Besondere Voraussetzung: Alter

unter 15 Jahren.) r

3. Witwengeld. (Besondere Voraussetzung: Außer­dem Mann muß dre Frau selbst gegen Invalidität versichert

fem) .

4. Waisenaussteuer. (Besondere Voraussetzung: Außer den: Vater muß auch die Mutter der Kinder gegen

.Invalidität versichert sein; ferner Vollendung des 15.. Le­bensjahres.)

Nach 8 1265 der Reichsversicherungsorduung können diese Ansprüche von den Angehörigen eines Vermißten gel­tend gemacht werden,wenn während eines Jahres keine glaubhaften Nachrichten von ihm eingegangen sind und die Umstände seinen Tod wahrscheinlich machen."

Die Angehörigen des Vermißten tun gut daran, eine Bescheinigung beizubringen, aus der sich ergibt, seit wann und unter welchen Umständen die betreffende Person vermißt ist, welche Schritte zu ihrer Ermittlung geschehen sind und ob der Tod mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen tst. Wegen der Ausstellung einer solchen Bescheinigung wend,e man sich an den Bezirksausschuß für ver­mißte und kriegsgefangene Deutsche, Gießen, Alte Klinik.

Die Ansprüche sind bei dem Versicherungsamt des letzten Wohn- bezw. Beschäftigungsortes des Vermißten, unter Vorlegung der Quittungskarte und der standesamt­lichen Urkunden, anzumelden. Dort erhalten die Hinter­bliebenen auch Auskunst über die einzelnen weiteren Vor­aussetzungen, unter welchen ihnen die oben ausgeführten Ansprüche zustehen.

Nach § 398 des An g e stel l te n - V e r s i che r u n g s- aesetzes steht der Witwe und, salls eine solche nicht vor­handen ist, den noch nicht 18 Jahre alten Kindern eines verstorbenen Anaestellten-Versicherten ein Anspruch auf die Hälfte, bei freiwilliger Versicherung auf Dreiviertel der für die Versicherten geleisteten, zum großen Teil sehr erheb­lichen Beträge zu. Die Angehörigen von Vermißten können diesen Anspruch dann geltend machen, wenn während eines Jahres keine glaubhaften Nachrichten von ihm eingegangen -sind und die Umstände seinen Tod wahrscheinlich machen. Der Antrag aus. Rückerstattung ist zu richten an den Rentencrusschuß Berlin in Berlin-Wilmersdorf, Nikols/ burger Platz. Dem Anträge ist die Versicherungs- karte des Vertnißten, die Heiratsurkunde der Witwe (bei Waisen auch die Sterbeurkunde der Mutter) und die Geburtsurkunden der Waisen beizufügen. Der An­trag hat zugleich die näheren Angaben zu enthalten, aus welchen sich das Vermitztsein des Versicherten ergibt. Zweck­mäßig ist es, diese Angaben durch Beifügung einer Bescheid nigung des Ausschusses für deutsche Kriegsgefangene (siehe oben unter I) KU. belegen.

III.

Zur Vermeidung von Verlusten sollen die oben angeführten Ansprüche rnnerhalb eines Jahres nach, dem Vermißtsein bei den zuständigen Stellen geltend gemacht werden. Dies gilt insbesondere für den Anspruch auf Wit­wengeld (siehe oben I 3) und den Anspruch auf Mckerstat- tung der Beitrag shälfte der Angestellten-Vcrsicherung (siehe oben II). Diese Ansprüche verfallen nämlich, wenn sie nicht binnen einem Jahre geltend gemacht werden.

** Auszeichnung. Dem Schutzmann Hch. Wolf von hier, Vizefeldwebel im Landw. -Inf.-Regt. 85, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß­herr og hat am 16. Februar den Kreisamtmaun bei dem Kreis­amt Tarmstadt, Negierungsrat Ernst P i stör .aus sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt; dem kommissarischen Hilfsarbeiter im Reichsamt des Innern zu Berlin, Regierungsassefsor Karl Me- lior, den TitelKreisamtmann" verliehen, und dem Rogie- rungsassessor Dr. Rudolf S i e g e r t zum Zkreisamtmann ernannt. Der Großherzog hat am 9. Februar den Direktor des Ge­werbemuseums und der Bibliothek der Zentralstelle für die Ge­werbe Dr. Hermann Kienzle mit Wirbmg vom 1. Marz d. Js. auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen. In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller in der Hessisch-Preu­ßischen Ersenbahngemeinschast Adam Dörmer zu Lich vom 1. März d. Js. an.

** Das Unwetter der letzten Tage, das im ganzen Reiche schwere Verheerungen angerichtet hat, ist für Gießen verhältnismäßig günstig ab gelaufen. Einige Bäume, so auch im Botantschen Garten, mußten wohl der Wucht des orkanartigen Sturmes zum Opfer fallen, sonst aber sind größere Sturinschäden bisher noch nicht gemeldet. Die Schnee- und Regenmassen, die in diesen Tagen hernieder­gingen, haben jedoch in der letzten Nacht die Wieseck zu einem ungewöhnlichen Hochwasserstcmde anschwellen lassen. In dem hochgedäncmten Bett, das ihr innerhalb der Stadt angewiesen ist, bespülen die schmutzig gelb vorbei gurgeln den Fluten die Wölbungen der Brückenbögen. Trotzdem reichte dies erweiterte Bett nicht aus, die ganzen Wassermasseu in sich auszunehmen und so hat sich vor unserer Stadt ein gewaltiger Stausee gevildet, der von der Eisbahn bis zum Wiesecker Weg und zum Philosophenwald reicht und den Wiesenweg vollständig in sich begraben hat. Es gewährt einen eigenartigen Anblick, dieses Seegebilde plötzlich an ungewohnter Stelle auftauchen zu sehen. Die weite braun­gelbe Wasserfläche wird von nichts überragt, was einem Fremden sagen könnte, daß es sich nur um eine vorüber­

gehende Erscheinung handelt. Ganz seltsam nimmt sich neben dem schmutzigen Hochwasser der klare Spiegel der künstlich unter Wasser gesetzten Eisbahn aus, zumal beide Wässer so ziemlich den gleichen Höhenstand haben und nur durch einen schmalen Damm voneinander getrennt sind. Bei dem neuerlichen Wetterumschlage wird das Stauwasser wohl in kürzester Frist wieder avgelaufen sein.

** Staottheater. Man schreibt uns: Welch ausgesucht künstlerische Unterhaltung das heutige Ensemblegastspiel uwer der Meifterkunst Käte Bastes verspricht, das zeigen u. a. die fol­genden Besprechungen: Kieler Stadtthmter:...Käte Bast6 ist eine Künstlerin von Ruf und in ihrem Fache wie geschaffen dazu, ein Liebling des Publikums zu sein und allerorten die Herzen der Zuhörer zu erobern. Ihre Domaine ist die Dame der Ge­sellschaft, die sie in allen möglichen Schattierungen mit meister­hafter Bühnengewandtheit darzustelleu vermag." Würzb. Ztg : ,Ks war ein künstlerischer Genuß seltener Art, Kate Balte und ihr ausgezeichnetes Ensemble wurden mit Beifall aus dem aus­verkauften Hause überrascht..." _ .

** Sammelt das alte Papier! Während m den feindlichen Ländern schmr seit längerer Zeit eilte immer mehr zunehmende Papiernot herrscht, war es, wie der Kricgs- ausschuß für das deutsche Papierfach schreibt, der deutschen Papiermacherei bisher noch ohne besondere Schwierigkeiten möglich, den heimischen Papierbedarf zu decken. Es muß jetzt aber auch bei uns mit einer Einschränkung der P a - piererzeugung gerechnet werden. In dem Maße, als die Hauptrohstofse der Papiermacherei, nämlich Holzschliss, Zellstoff, Strohstoff, Lumpenhalbstofs knapper werden, stei­gert sich die Nachfrage nach dem gleichfalls zur Papier- und Pappenherstellung dienenden Altpapier und Papierabfall. Dieses Material ist um so mehr im Werte gestiegen, als die ausländische Zufuhr (1913 fast V- Million Zentner) fast völlig aufgehört hat, als viele Lumpensammler ihre Sammel­tätigkeit wegen Einberufung, wegen Mangel an Fuhr­werk usw. einstellen mußten und auch weil der Papter- absall heute vielfach auch zur Füllung von Schnnzsäcken und Strohsäcken im Felde verwendet wird. Unter diesen Um­ständen ist es eine gebieterische Pflicht, auf eine bessere Sammlung des alten Papiers bedacht zu sein. In den .Haus­haltungen, auf Böden und in Kellern, in den Geschäften und Äemtern, überall liegen große und kleine Vorräte an altem Papier, gft unbeachtet, oft als lästiges Gerümpel. Das alles muß der Papier- und Pappenmacherei wieder zugeführt werden. Verbrennt keine alten Zeitungen, Bro­schüren, Pappkartons usw.! Werft kein Papier in den Müll­kasten! Es ist im v ater ländischen Interesse, diese Dinge jetzt sorgfältig "i sammeln und sie für die Abholung bereit zu halten. Der Kriegsausschuß sür das deutsche Papier­fach wird in diesen Tagen durch einen besonderen Unteraus­schuß darüber beraten, wie diese Abholung am schnellsten bewerkstelligt werden kann.

Landkreis Gießen.

LJ L a 11 g - Göns, 1?. Febr. Pize - Wachtmeister Otto S ch n e t b e r , Sohn des Postagenten Karl Schneider dahier, er­hielt die Hessische Tapferkestsmedaille. Vize-Wachtmeister Otto Schneider sicht schon seit Beginn des Krieges im Felde.

Kreis Friedberg.

# Friedberq , 17. Febr. _Die Note Kreu z Medaille erhielt die Schwester Toni Schäker von hier, die Hessische T a p f e r k e i t s m e d a i l! e der Leutnant H i r s ch e l.

A Fr ie dber g, 17. Febr. Wie wir gestern meldeten, hat­ten die Friedberger S ww e i ncm.etzg er bekcrnntgegeben, daß sie sich genötigt sähen, ch-: Läden zu ichlicsten, da es ihnen un­möglich sei. zu den feste- letzten Preisen zu verkaufen. Im An­schluß daran bringt die Friedberger Zeitung" eine kreisamtliche Bekanntmachung, welche b.sagst:

Die Schweinemetzger der Stadt Friedberg haben heute ihre Läden zum Verkauf nicht geöffnet und die Schließung der Läden wegen behördlicher Verweigerung einer Erhöhung der Fleisch- und Wurstwaren in der Presse vorher angezeigt.

Wir bemerken Ijico:, daß die Schließung der Metzgerlöden: unzulässig und strafbar ist und Ixrß ferner eine Veranlassung zu einem solchen Schritt i" seiner Weise vorliogt. Ta die angekün­digte Schließung der Lid':' zugestandenermaßen wegen der Preis­frage erfolgt ist, handelt sich lediglich um dm Versuch eines ungesetzlichenStr-iks, gegen den die Behörden nrit polizei­lichen Müteln em^u'chre:eu gezwungen sind. Erst vor tvenigen Tagen wurde eine Erhöhung der Preise für Sch.veinesleischwarcn vorgenommen. Tie Einkaufspreise für Schiveine Iw den sich dagegen infolge der bestehenden Höchstpreise überhaupt nicht geändert. Das Vorgehen der Schweinenretzger ist daher in jeder Beziehung unveranlaßt. Die Oefsnung der Metzger lüden ist poli- zellich angeordnet.

Starkcstburg und Nhünhessen.

Wa. Groß-Gerau, 17. Febr. Hier fand unter Mitwirkung einheimischer wie einiger auswärtigen musikalischen Kräfte ein Wobltätigkeits-Konzert für KricgLfürsorge statt. Die Groß-Gerauer Qua'tcttvereinignng mit der als vorzügliche Pianistin bekannten Iran Direltor Lertermann einer G i e ß n e r i n und ehemaligen Schülerin von Professor Trautmauu am Klavier, und den Herren Kohl (Violine), Ku n k e (Bratsche» und Becker (Cello) brachte in beachtenswerter Ausführung Kammermusik von Beethoven, Mendelssohn tu a. zu Gehör, während die Damen Frau Rechtsanwalt S t e i w aus Frankfurt und die einhemnsche Konzertsäng-rm Fräulein Thilde Walther, sowie Herr Weber aus Groß-Gerau den gesanglichen Teil des Abends übernommen hatten. Hervorzuheben wären die prächtigen Brahms- Lieder, mit denen Fratt Stein ihren angenehmen Mezzosopran sehr gefällig zur Gütung brachte. Fräulem Walther, die eine Nichte des in Gießen auch in musikalischen Kreisen wohlbekannteit Mcdi- zmalratS Prof. Walther ist und bei einem G i e ß c n e r Kirchenkonzert mit Erfolg auftrat, riß insbesondere mit der ganz vorzüqltchen Wiedergabe derFreischütz'-Ane die Zuhörer zu lautem Beifall hin. Dre Herren Weber und Kohl gefielen in ihren Solovorträgen stir Gesatig und Violine.

M. Offenbach a. M., 17. Febr. Der Hauptausschuß tagte gestern zur EntgegennalMe des Abschlußergebnisses des eisernen Mannes. Prof. Eberhardt berichtete über den Verlauf der Arbeit, teilte mit, daß die Gesanrteinnähme sich auf rund 61000 Mark beliefe. Der Eiserne Mann war 12 Wochen ausgestellt, die durch­schnittliche Tageseinnahme stellt sich also auf über 700 Mark; als bester Tag erwies sich der Opfertag, der über 5000 Mark Ein­nahme ergab. _ r ^ .

ch. Bingen, 16. F-br. Noch heute Den ganzen Tag hin­durch dauerte hier das stürmische Wetter an. Infolge des Regens ist der Rhein gestiegen. Am hiesigen Pegel stand der Rhein heute über 2 Meter und ist seit gestern um 20 Zentimeter ge- stiegen. Weiteres Steigen ist zu erwarten, zumal auch der Ober­rhein wächst.

Hessen-Nassau.

ss Marburg, 17. Febr. Infolge bes SchueefalleS und des anhaltenden Negenwctters ist das O h m t a l bei Kirchhain und das Lahntal südlich unserer Stadt zum wiederholten Male in diesem Winter überflutet. Dis Wasser war heute noch andauernd im Steigen begriffen.

[1 Biedenkopf, 17. Febr. Auch die Stadt und der Kreis Biedenkopf haben jetzt ihr Kriegswahrzerchen, nämlich einKreuz, in Eisen", das am Sonntag unter den üblichen Feierlichketten enthüllt und eingewciht wurde. Tie Nagelung ergab am ersten Tage bereits die erkleckliche Summe von 2206 Mk.

Fr a n k f u r t a. M., 17. Febr. Unterhalb der Unter- mainbrücke ist infolge des hestigenSturmes heute früh auf dem Main ein g r o ß e s K o h l e n s ch i f f gesunken. Die Schiffer konnten sich rechtzeitig an das Ufer retten. Von dem Schiff ragen nur noch Oberdeck und Masten aus dem Wasser. Die gärtnerisch mustergültigen Anlagen des Bockenheimer Vereins sür Kleingartenbau wurden gestern durch das Un­wetter fast völlig zerstört. Die Mehrzahl der Gartenhaus- ch c n bildet einen wüsten Trümmerhaufen, zahllose junge Bäume liegen entwurzelt am Boden. Auch die weitbekannten Schlingrosenanlagen sind vernichtet.

----Frankfurt a. M., 17. Febr. Tie städtische Kriegs- k o m m i st i o n b.'willigte 5000 Mk. für den Krcmkmpflegescmds und 1000 Mk. zur Förderung des Anbaus brachliegenden Geländes. Ferner wurde beschlossen, die Errichtung eines Arbeitslagers für Kriegsgefangene, die in der Schwerindustrie beschäftigt sind, durch Gewährung eines Vorschusses von 10 000 Mk. zu fördern.

R ü deshei m, 16. Febr. Im Alter vott 102Jahrev verstarb gestern nach einem rcichgesegnelen Leben der Privat,nanu Fobonnes Sch raut er. Vor zwei I ihren wurde sein 100. Ge­burtstag von dein ganzen Städtchen n'sllich begangen. Des alten Herrn Wunsch noch den siegreichen Ausgang des Feldzuges zu er­leben, ist leider nicht in Erfüllung gegangen.

= Flörsheim, 17. Febr. Auf der hiesigen Station riß der Sturm die Schutzdecken von sechs Eisenbahnwagen mit Stroh ab. Ter Zug mußte fast zwei Stunden halten, ehe die Decken wieder aufgelegt werden konnten.

ul. Lnnbnrg. 17. Febr. Der Bischof von Limburg ordnet »ür seine Diözese ans Sonntag, den 5. März (Fastnachts-Sonntag) einen a l l g e n, e t n c n B e t t a g an.

ul. Limburg, 17. Febr. Infolge der gewaltigen Regen- ,nassen» die in den letzten Tagen über unsere Gegend niedergegangen stnd, ist die Lahn annerordentlich gestiegen und bereits in der unteren Aue über die Hier getreten.

Iht i>crfttät**2Tacforicfytctt»

Hk. Halle a. S. Der Geheime Justizrat Pros. Dr. jur. et Phil. Rudolf Stammler, Vertreter -des römischen Rechts, des deutschen bürgerlichen Rechts und der Rechtsphilosophie an der Universität Halle a. S., der zum kommenden Sommersemester an die Universität Berlin übersiedelt, begeht am 19. Februar seinen 60. Geburtstag. Geheimrat Stammler ist ein geborener Hesse und war auch früher im hessischen Justizdienst tätig. Seine a fade mische Laufbahn begann er in Leipzig (1879), lehrte dann in G i e s; e n und Marburg rmd kam 1885 nach Halle als Nachfol­ger von Pros Leonhard. Der Gelehrte ist Tr. Phil. h. c. von Kö­nigsberg.

vermischtes.

Das Unwetter.

Hamburg, 17. Febr. (Priv.-Tel.) Der scharfe Süd- weststurin, der am Mittwoch nachmittag mit Hagelschlag und Platzregen einsetzie, «.rtete gegen Abend zum «Orkan aus. Schon vor 9 Uhr abends zeigten die von den Bastio­nen am Stindfang und am Fischdeich abgegebenen War- nnngsschüsse die herannahende Sturmflut an und die in der Folge noch bis 11 Uhr abgegebenen Schüsse ließen eine schwere Gefahr für die Wasserkante be­fürchten. Gegen 1 Uhr nachmittags hatte Hamburg Wind­stärke 9 und einen Wasserstand von 7,07 Metern. Cuxhaven meldet am 16. ds. Mts., 9 Uhr 5 Min. abends, einen Wasserstand von 6,90 Metern und bereits um 11 Uhi 15 Min. einen solchen von 7,75 Metern.

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Wegen der durch den Sturm verursachten Drahtstörun­gen ist ein Teil des Nachrichtenmaterials Mlsgebtieben.

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Bluttat.

* Berlin, 16. Febr. (Priv.-Tel.) DerBerliner § 0 * kalanzeiger" meldet aus Hannover: In einem Ansall geistiger Umnachtung tötete die Frau des Kaufmanns Gläbn in Schätzendors ihre f ü n f S ö h n e von drei bis drei­zehn' Jahren durch Revolverschüsse und verletzte sich selbst schwer. Religiöse Gegensätze zwischen den Eheleuten, sowie »virtschaftliche Schwierigkeiten sind nach einem Briese an die Mutter die Ursache der Bluttat.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießern. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 18. Febr. 1918' Wechselnd bewölkt, zeitweise 9üederschläge, Temperatur ivenig geändert. __

Letzte Nachrichten.

Bulgarisch-rumänische Verhandlungen?

Budapest, 17. Febr.No wo je W rem ja" meldet au? diplvmatisck)er Quelle, daß vor kurzem die Ministerpräsidenten Bratianu und Radvslawow auf lnügariscktem Boden eure Reihe nächtiger Fragen persönlich besprochen haben. Der bulgarische Gesandte R adew habe die Unterredung vorbereitet, um dce sck>wo- benden aktuellen Fragen der Nachbarstaaten durch persönliche Be­rührung der beiden Regierungschefs einer befried,gerrden Lösung näher zu bringen. ES nnrd behauptet, daß Bratianu und Rados- lawow mehr über wirtschaftliche Fragen gesprochen haben, tat­sächlich sotten aber auch w i ch t i g e p o l i t i s ch e Fragen erör- tert und zivischen den beiden Ministerfwäs,denken darin eme Eini­gung erzielt lborden sein. Seit dieser Besprechung sei zwischcii den beiden Staaten eine auffällige starke Annäherung zu verz-eickmen, die das Mißtrauen der Entente gegenüber Rumänien Hervorrufe.

Erfolgreiche Minensprengungen an der bcssarabischen

Kampflinie.

Berlin, 17. Febr. DasBerliner Tageblatt" meldet cnrZ dem K K. Krieaspressequartier unter dem 16. ds. Mts.: Tie Erfolglosigkeit ihrer Angriffs vor suche ftUt die Russen nicht ab, auch neuerdings nneder sich unseren Stellungen zu näherii, dock) wurden sie stets t u r ü d o e w o r f c n. An der bessarabischen Front kam es am 13. Und 15. Februar bei Tagesaubnich zu drei Sprengungen eigener Minen, und a l l e d r e i gelangen. Dig Trichter und die feindlichen Grabenstücke wurden ungesäumt von den eigenen Truppen besetzt und in die eigenen Stellungen ein- b e zo g c n. Gefangene Hiussen sagten auS, daß anr Ib.^Febrrmr fnTI) zwei russische Kompagnien be i einer Spren­gung vernichtet ivorden seien. Auch die Fliegertätigkeit an dieser Front war neuerdings äußerst rege. Gestern erschienen, russisck^e Flieger in großer Höhe Aber Czerrwwitz und uuikreisten mehrmals die Stadt, ohne jedoch Bvnll>en abzuwerfen.

Allgemeike MkriNlkellkche fökjja

Die Beiträge zur Krankenkasse und Invaliden- Versicherung sür Dezember 1915 können noch bis zum 24. d. Mts. ohne Kosten bezahlt werden.

Gießen, den 16. Februar 1916.

Der Borstand.

I. A.: Alb. Lentz. 1208 O

Alieeschttle und Pensionat.

Beginn des S o m m e r ° S e m e st e r s für alle Kurse

rcbncider«, Weißzeuanaben. Handarbeiten. Bügeln), wie für die Koch- und HauSbaltungsschule am 1. März, siir daS Handarbeits- und das HauS-

irtschastS-Scminar am 2«. Avril.

Anmeldungen für erstere bis 11. bezw. 4. Marz, für e Seminare bis 1. März. ^ . «LD

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