Ausgabe 
17.2.1916 Erstes Blatt
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Kr. 40

Der Gkehener Anzeiger

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich GlehenerFamilirnblälter; zweimal wöchentl.Areis- blatt sürden Ureis Gietzen (Dienstag und Freilag): zweimal monatl. Land- wirtschaflliä^ Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: fürdie Schritt! eitung 112 Verlag,Geschäitsstelle51 Adresse iür Drahtirach- richten: Anzeiger «Ziehen. Annahme von Anzeigen lür die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

Erster Blatt

$ 6 . Jahrgang

Donnerstag. \l. 5ebruar M6

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General-Anzeiger für Ober

Die Sturmzeichen im Westen. Die Lösung des Ztahlproblem

(WTB.) Großes Hauptquartier. 16.Februar. (Amtlich.)

WeftlicherKriegsschauplah.

Die Engländer griffen gestern abend dreimal ver­gebens die von lms eroberte Stellung südöstlich von Ypern an. Ihr Gefangenenverlust beträgt im ganzen rund hundert Mann.

In der Champagne wiederholten die Franzosen, den Versuch, ihre Stellungen nordwestlich von T ahn re zurück- zugewinnrn, mit dem gleichen Mißerfolge wie am vorher­gehenden Tage.

Allgemein beeinträchtigte stürmisches Regenweiter die Kampstätigkeit.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Bei Schneetreiben auf der ganzen Front hat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Der französische Kriegsminister j® a 11 1 e n i hat anläß­lich des Zusammentritts der französischen Kammer einen wortreichen Ueberblick über die jüngsten Kämpfe im Artois und in der Champagne angestellt. Havas hat ferner eine nicht minder umfangreiche Erläuterung zu der Bedeutung der erhöhten deutschen K a m P f t ä t i g k e i t im Westen von sich gegeben, in der u. a. gesagt ist, die Deut­schen bemühten sich, um den Anschein militärischer Erfolge zu erwecken, ihre mit bedeutenden Kräften und großen Ver­lusten geführten letzten Angriffegehörig auszuschlachten". Dies nur zur Kennzeichnung der neuesten Beruhigungspille des französischen Bureaus. Denn von einerAusschlachtung" des von uns in den letzten Tagen Erreichten ist hierzulande nichts zu spüren gewesen. Bemerkenswert ist das Mitteilungs­bedürfnis der französischen amtlichen Stellen aber immer­hin. Es hat den einzigen, deutlich erkennbaren Zweck, den ungünstigen Eindruck zu verwischen, den die Betrachtungen gemacht haben, die die Pariser Fachkritik über die Vorgänge crn der Westfront «an^u stellen gezwungen war. Namentlich der vom britischen.Hauptquartier unter dem Drucke der Ver­hältnisse zugegebene Geländeverlust in dem taktisch wichtigen Sektor YpernCommines hatte die Pariser Militärsachver­ständigen zu der Auffassung gebracht, daß man deutscherseits in steigendem Maße neue Angrifssmethoden ausprobe, die in der allernächsten Zeit von dem mit Sorgfalt vorbereiteten Hauptschlage an irgendeiner Stelle gefolgt sein würden. Noch lasse sich die Stoßrichtung des bedrohlichen Planes nicht erkennen, aber Josfre und Haig müßten auf der Hut sein. In diesem Sinne waren seit einigen Tagen die meisten Pariser Leitartikel gehalten, und es liegt auf der Hand, daß die Volksstimmung auf diese Art für den kritischen Augenblick nicht sehr widerstandsfähig gemacht wurde. Auf einen Wink von oben hat npvmehr die französische Presse den Maskenwechsel vom sorglichen, ängstlichen Berater der Heeresleitung zum siegesgewissen, Unüberwindlichkeit in den Adern spürenden Kraftmeier vorgenommen. Der auffälligste Beweis dafür ist die Mauserung desTemps", der vor drei Tagen noch furchtsam das Loch in der Front suchte, wo die Deutschen durchzubrechen versuchen könnten, und der sich heute bereits, ohne daß irgendwelche ersichtliche äußere Veranlas­sung vorläge, wie der Hahn auf dem Dunghaufen geberdet und in die Welt hinauskräht, er und die Alliiierten faßten die Lage nur nach einem Gesichtspunkte auf:Krieg bis bis zum Aeußersten!" Die Marke, unter der diese Auslassung des Blattes segelt,Falsche Manöver!", fühlt man sich stark versucht, den Experimenten derer auf- zukleben, die diesen auffälligen Stimmungswechsel inspiriert haben. Mit diesen Manövern macht man es in Paris niemandem mehr plausibel, daß eine deutsche Offensive, wenn sie wirklich einsetzen wird, bedeutungslos sein und höchstens zu kleinen Geländeverschiebungen'führen werde. Diese Ansicht ist nämlich in der französischen Presse der nun­mehr überwundenen Angst vor den deutschenStoßproben" gefolgt.

Mit Stolz und Frerrde vernimmt man die aus amt­licher Quelle stammende Nachricht, daß es der deutschen Wissenschaft gelungen ist, unsere Stahlproduktion unab­hängig zu machen. Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns dazu:

Die deutsche Stahlproduktion und damit vor allem die Her­stellung von Granaten ist nicht mehr abhängig von der Einfuhr der Manganerze aus den» Ausland. Wir haben selbst genug Mangan. Wir finden es in unseren Bergwerken. Und »vir haben eine»r E r s a tz st o f f, der weit über den jetzigen Bedarf hinaus die deutsche Stahlerzeugung in eigene»: neuen Fabriken für alle Zukunft sicherstellt. Die Mitteilung »nag für eine einfache .Kenntnisnahme genügen. Aber wohl jeden treibt die Wißbegierde, sich zu erkundigen, um rvas es sich dabei eigentlich handelt. Zur Erläuterung mag folgendes die»ren: Granaten sind Geschosse, die in erst er L inie durch ihre Durchschlagskraft und dann erst durch ihre Sprengladung wirken sollen. Sie müssen daher aus festesten» Acaterial, aus Stahl hergestellt »yerden, dev ungeheuer hart, aber mcht spröde ist, so daß er beim Aufschlag nicht zerspringt, son­dern elastisch durchschlägt. Als das geeignetste Eisen , zur Her­stellung dieses Stahls hat sich das Ferromangan erwiesen, d. h. e»n Eisen, das mit 2030 Prozent Mangan und bis 7 Prozent Kohlenstoff legiert ist. Natürlich gibt es noch eine ganze Anzahl von Geheimnipen, die bei der Herstellung des Kruppstahles und der wnstrgen deutschen Stahlarten mitivirken. Aber der not­wendige Zuiatz des M,anganeise.ns »var doch die Hauptsache, auf «e AuÄaud sture Ländliche Hoffnung baute, indem es uns

die Zufuhr auch dieses Rohstoffes abschnitt oder doch abzuschneideu versuchte. Den Ersatz so rasch und gründlich zu finden, ist wieder einer jener gewaltig enTriu in phederdeutschenTech- nik, die neben der unvergleichlichen Tapferkeit unserer Truppen den Weltkrieg zu unseren Gunsten entscheiden »vird. Und wenn die Feinde in ihren vielen Konferenzen und Kongressen den kom­menden Wirtschafts- und Handelskrieg gegen Deutschland mit Worten vorbereiten, hier ist schon durch die deutsche Tat ein furchtbar er Hieb gegen die feindlichen Anschläge geführt. Man denke nur: Der englische Stahl ist entthront! Jahraus jahrein vor Kriegsausbruch haben deutsche Stahl handlungsfirmen englische Fabrikate und Marken, besonders in Werkzeugstahl an­gepriesen und vertrieben. Vorurteil und alte Gewohnheit, jahre­lange Bekanntschaft und Freundschaft zu englischen Fabrikanten und Lieferanten hatten sich verbündet, um einem Niesenkreis von Konsumenten »rur englische Ware in die Hand zu schmuggeln. In vielen Fällen »vurde das englische Fabrikat von deutschen Händ­lern oder Vertretern unter deutscher Firma bei uns eingeführt und verkauft. Und sich selbst verschaffte der Käufer durchaus keinen besonderen Nutzen! Denn seit 10 oder 15 Jahren stehen die Fa­brikate der deutschen Qualitätsstahlindustrie bei »nindestens glei­chen Preisen den ausländischen nicht nur nicht nach sondern über treffen s ie, »vie jeder Techniker bestätigen »vird. Eins wird nun anders werden, die 25 Millionen für Werkzeug stahl, die sonst alljährlich ins Ausland gingen, werden bei uns bleiben. Es wird sich dabei erweisen, daß der Vernichter Krieg auch ein ge­waltiger Schöpfer ist, der mitten im blutigen Kampf schon die Segnungen des Sieges und des Friedens sät. Dies ist der tiefere Sinn und die gewaltige Bedeutung des regierungsamt­lichen Hinweises darauf, daß »vir genügend Eisenmengen besitze»».."

Der österreichisch-ungarisch c Tagesbericht.

Wien, 16.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. Februar 1916.

Russischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Artillerieknmpfe an der k u st e u l ä n d i s ch e n und dem anschließenden Teile der Kärntner Front dauern fort. Im Abschnitte von Doberdo kam es auch zum Mincnwerfer- und Handgrnnatenkampf. Am Javorcek wurde eine italienische Feldwache zum achten Male aus­gehoben. Das Vorfeld unserer neuen Stellung im Ront- bon-^Gebiete ist mit Feindesleichen bedeckt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Französische Verblendung.

Paris, 16. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas". Unter der Ueberschrift: Falsche Manöver! schreibt derTemps": Es gibt Leute, die nichts entmutigt, dre trotz aller Warnungen hartnäckig dabei bleiben, ihre Auffassungen, die man nicht haben »vill, aufzudrängen. Es gibt Neutrale, dre bei den Versuchen beharre»», den F-rieden zwischen den Völkern wieder herzustellen, »»»dein sie sich ein­bilden, es würde möglich sei»», durch großherzige Formeln dre schwierigsten Probleme, die die zivilisierte Welt kennt, zu lösen. Wir wollen gern zugeben, daß diese Neutralen von den beste»» Absichten erfüllt sind und daß bei ihnenc kein personl»ches Interesse obwaltet. Aber nach dem Mißerfolg aller ihrer Versuche, eine Annähernng herzustellen, müßten s»e srch überzeuge»», daß ihr Standpunkt nicht der unsere, fern kann. Wenn Deutschland verspricht, wirklich mit Wohl­wollen alle Friedensvorschläge, die ihm die Alliierten machen würden, zu prüfen, so hat dies keine Bedeutung aus dem sehr einfachen Grunde, weil die Mliierten feine derartige»» Vorschläge machen, sondern ihre Bedingungen den Mittelmächten diktieren werden, ohne daß es not­wendig ist, sich danach zu erkundigen, ob Deutschland mehr oder weniger geneigt ist, sie zu erörtern oder anzunehmen. DerTemps" schließt: Weder Friede, noch Waffenstillstand, noch eine Vermittlung irgendwelcher Art, sondern Krieg bis zum äußersten, so faßt man die Lage in den Landern der Alliierten auf. Wenn man sie dort anders auffassen toird, dünn »vird es nur deshalb der Fall sei»» wert unsere Heere ihr Ziel erreicht haben und Oesterreich- Ungar»» und Deutschland sich bes ie g t erklären.

Der Eindruck der Romreise Briandö in Frankreich.

Genf, 16. Febr. Der Senator Henrtz Ber enger ist von dein Ergebnis der Romreise Briands nicht befriedigt Er schreibt imParis du midi", die Minister seien nicht bloß »rach Rom gegangen, mm Reden z n ha l ten -oder sich sehe»» zu lassen Mai» habe erwartet, daß sie von ihrem Besuche 'etwas inehr als »e merzen Geneval Joffr-e zurückbrächten. Alle die Dereinba- ririlgen über Einheit der Leitung usw. seien leere Phrasen Nur die militärischen Operationen könnten den Gang der Ereignisse beeinflussen, und nichts in der Welt kömve die Mliierten der Not­wendigkeit überheben, iden Sieg mit Waffengewalt zu zwingen. Eine ähnliche Tendenz zeigt Clemenceaus Artikel im L vonnne enchaine. Dort ne»»»»t er alle bisherigen Versprech»maen Jtal»ens neapolitanische Musik.

Die deutsche Tätigkeit bei Ipern.

Rotterdam, 17. Febr. DieTimes" berichten ans dem britischen Hauptquartier vom 13. ds. Mts.: Seit eini­gen Tagen zeigen die Deutschen eine außergewöhn­liche Tätigkeit in der Gegend von Ypern. Was besonders interessant ist, ist, daß der Zweck dunkel ist. Es sing an m»t einer Beschießung der Laufgräben in der Nähe von Boeshinge an der Eisenbatznbrücke. F-reitag früh gegen

3 Uhr drang eine feindliche Abteilung in ein k»»rzes Graben­stück, wurde aber bald darauf von uns wieder vertriebe»». An» nächste»» Tage eröffnete der Feind ein schweres Bombardement gegen unsere Stellungen auf dieselben Stellen, die er am Tage vorher augegriffe»» hatte. Gleich­zeitig richiete der Feind auch das Feuer auf unsere Trup­pen hinter der Front, als wollte er zeigen, daß er etwas besonderes vorhabe, um Truppenverschiebüngen nach den vordersten Linien zu vereitelu. Zweifellos erlitt der Feind durch unser Feuer starke Verluste. Unsere Artillerie war sehr tätig. An drei Stellen drangen deutsche Soldate»» über unsere Brüstungen; an einer Stelle rund 80 Mann, an einer anderen rund 30 Mann und an einer dritten Stelle rund 20 Mann. Vielleicht kamen sie, um zu erkunden, ob unsere Gräben noch besetzt seien. Sobald sie über die Brüstung hinüber waren, wurden sie nieder gemäht. Sicher­lich haben die Deutschen wieder so um 5000 Granaten gegen unsere Stellungen bei Hooge abgeschossen.

Hierzu bemerkt der"Berliner Lokalanzeiger": Jüzwi- schen hat die deutsche oberste Heeresleitung berichtet, daß 800 Meter englischer Stellungen erobert »vurden u»»d Gene­ral Haig selbst hat den deutschen Erfolg notgedrungen zugegeben.

Der türkische Bericht.

Kon sta ntinopcl, 16. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) A nr t- l i ch e x Kriegsbericht. An der I r a k f r o n t überflog eines unserer Flugzeuge die feindliche Artilleriestellung bei Kut el A m a r a und »oarf mit Erfolg zwölf Bomben ab, die ei»re sehr große Wirrung hatten. Nach der Niederlage in der Schlacht be» Batiha westlich von Corna ließ der Feind aus den Rückzugsstraße»» eine große Zahl von Toten. Die Verluste, die der Feind in der genannten Schlacht erlitten hat, belaufen sich, soweit bisher' fest- bestellt wurde, auf 2000 Mann und 300 Tiere.

A»» der Kaukasusfront verlor der Feind be» heftigen Srellungskämpfen, die trotz des kalten Wetters »md des Schnees in den letzten drei Tagen ftattfanden, 5000 Tote und 60 Mann an Gefangenen.

An der Dardan el len fr out feuetten ain 13. Februar eil» Kreuzer, ein Monitor und ein Torpedoboot des Feindes 20 Granaten erfolglos gegen T e k k e B u r u n. Infolge des Gegen- feuers unserer Küstenbatterien wurden sie gezwungen, sich zu entfernen. Bei Aden, in den Wäldern zwischen Scheik Os- man u»»d Elu Alle wurde eine Aiufkläru»»gsabteilung des Feindes in einen .Hinterhalt gelockt i»nd fast vollständig aufgerieben. Die Ueberblcibender» flüchtete»» m der Richtung auf Scheik Osrnan unter Zurücklassung der gesamten Bagage.

Die Belagerung von Erzerum.

Petersburg, 16. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Arntlicher Kriegsbericht vom Dienstag:

Westfront: Deutsche Flieger erschienen über den» Abschnitt voi» Riga. Der Kanrpf mmml im ganzen Abschnitt an Leb­haftigkeit zu. J»n Abschnitt von Dünaburg dauerte der hef­tige Kanipf u»n einen Minentrichter bei Jlluxt an; wir besetzten den Trichter. Zwischen Meddw»-See und Demmen-See besetzten unsere Truppen ein Waldstück südtvestlich» von Rugenischki. In der Prip ec-Gegend griffen unsere Don-Kosaken bei Jezieroc (23_ Kilometer nordwestlich von Ravalowka) einer» österreichischen Posten an und vernichteten ihn. Am Oberlauf der S t r y p a beun­ruhigten zahlreiche Patrouillen vo»r uns die ganze Nacht den Feind. Das durch Patrouillen begonnene Feuer an einem Teil der Stellung in dieser Gegend dauerte den ganzen Tag an. An der mittleren Sttypa schoß unsere Attillerie gegen feiird- liche Flugzerrge. Ein Flugzeug »vurde getroffen und fiel in die feindliche»» Linien nieder.

Kaukasus: Bei unserer Offensive in der Gegenb von E r z e r u m nähme»» wir nach Artillerievorbereitung noch ein Fort der Festung i»n Sturin, erbeuteten 20 Geschütze und Vcn- nition u»»d »nachten Gefangene.

Aintlicher Bericht vom Mittwoch: Kaukasus: Außer deu beiden kürzlich besetzten Forts von E r z e r u m eroberte»» am Abend des 15. Februar unsere Truppen noch sieben Forts. In unseren Händen befiirden sich die Forts: Karginbek, Tasta, Tschombandele, Tasanghez, Uzunakhmen-Kärakol, Uzunakhtn'en Nr. 1, Kaburga, Ortaiuk und Ortaiuk-Jsliavessi.

Der militärische Mitarbeiter desB. L." schreibt über die Festung Erze rum, die jetzt den russischen Llnqrisfen ausgesetzt ist: Seine »nilitärischen Befesttgu»»gen stimnien jedenfalls nicht mit der Annahme »"»berein, daß es den Schlüssel zu Kleinasien bildet. Seine Nähe zu der russisch- türkischen Grenze setze es russischen Angriffen aus, gegen die man türkischerseits wahrsche»»»lich nicht an ernste Verteidigung denken »vürde, we»»n Erzerum eben nicht darunter litte, da e«s die Hauptstadt des Bilajets Erzer»»m ist. Es fragt fick», so sagt der Sachverstär»dige weiter, ob die Befestignrigei» von Erzerum n»oder»»em schwere»» Geschütz gewachse»» sein würden. Es fragt sich allerdings andererseits, ob die Russen inlstande sein würden, zur Zeit des besonders gri»nurigeu Wetters iin Kaukasus über die tiefversch»»e»ten Gebirgspässe Belagerungsgeschütze hera»»zu- bringen, wenn sie überhaupt moderne schwere ^schütze auf diesen» Nebenkriegsschauplatz haben sollten. Große Ma­gazine und Reparattrrwerkstätten in der Stadt ermögliche»» jede»»salls den Verteidiger»» eirien verlängerten W i d e r st a n d.

* * *

Wieder eine Rohsiossrage gelöst.

Berlin, 16. Febr. Wieder muß von der Aushunge- rungsrechnu»»g unserer Feinde ein Posten abgesctzt werden. In» So»nn»er 1915 haben Engländer und Frairzosen 1h»w- retisch eimvandfrei bewiesen, daß bereits im Herbst 1915 die deutsche Stahlproduktion und da»nit die Herste!l»»ug von Gra»»aten zunächst in der Güte, dann auch in der Menge