Ans Ltn-t nn- Land.
Giebe»,, 16. Februar 1916.
Mode und Krieg.
Das ciuanker Ausschli-eHende und auch das Vereinigende, das zwischen den Begriffen Krieg und Mode obwaltet, tft in unserem Blatte schon wiederholt besprochen worden. Auf ben ersten Blick erscheint es, als ob neben dem Eisenkleid des Kriegers Spitzengeraschel und Farbengetändel zu verschwinden hätten; und dem wäre auch so, wenn nicht gerade der Krieg über das Wort „Mode" Bedingungen und Forderungen stellte, die ihm die Mode wie alte Erscheinungen des Tages untertan machen. So ist denn auch des Vereinigenden zwischen den beiden Begriffen genug gewesen, um es in den letzten Wochen in Frankfurt zu der mehrfach von uns erwähnten M o d e b u n d w o ch e kommen zu lassen: Man erachtet — mit Recht — eben den Kriea als den ge aebenen Augenblick zur Befreiung von der Modevormundschaft des Auslandes. Zu erörtern, unter welchen Gedanken und Zielen man diesen Weg gehen will, und wie er überhaupt gangbar ist, soll nicht der Zweck dieser Zeilen sein, sondern vielmehr der Hinweis auf eine weitere, rein praktische Seite des Themas „Mode und Krieg". In der letzten Versammlung des hiesigen Hausfrauenvereins wurde daraus von Frau Geheimerat U s i n g e r nachdrücklich aufmerksam gemacht, und es erscheint wichtig genug, dem Gegenstand einen größeren Platz einzuräumeu. Die Rednerin behandelte nämlich die vom volkswirtschaftlichen Standpunkt überaus wichtige Frage des Erspare ns von Stoff in dieser schweren Zeit an der Damenkleidung, für die eben die Frankfurter Modewoche unter seltsamer Verkennung der wirtschaftlichen Zusammenhänge den „weiten gerafften R o ck" fordert. Frau Geheimerat Usinger belegte ihre Forderung mit der Verlesung eines Aussatzes der „Franks. Ztg." zur Frage der Stoffvergeudung. Es sei hier folgendes daraus wieder ge geben:
„Wir wollen und sollen sparen! Keine Ausgabe, die nicht unbedingt nötig ist, und vor allem keine, die Geld in<> Ausland bringt! Das mögen sich die Frauen gesagt sein lassen, bevor sie an die Bestellung neuer Fr ü hj a h rs kl e i de r gehen. Ms die Gefahr hin, unmodern zu erscheinen, dürfen sic sogar den verpönten engen Rock wieder aus dem Schrank nehmen, es werden gute Patriotinnen sein, die in ihm trippeln. Damit kommen wir zum Vorwurf der Stoffverschwendung, den man den Gebilden des Modebundes macht. In der Tat: Ter Zug nach dem Osten, der die neuen Kleider charakterisiert, muhte notwendigerweise Kur stofflichen Weitschweifigkeit verleiten. Wir wollen aber mit der neuen Mode nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich zielen. Wir können es den Damen nicht gestatten, daß sie in der schwersten Zeit, die das Vaterland durchmacht, drei- oder viermal nrehr Stoff für ein Kleid gebrauche, als vor dem Ausbruch des .Krieges. Die künstlerischen Berater des Modebundes haben natürlich, als sie Modelle östlichen Baus einforderten, den weiten Faltenwurf und gebauschte Röcke nicht beanstandet, >der Volks Wirtschafter muß es, weil wir unsere Vorräte strecken wollen. Tie meisten der vorgeführten Kleider werden nicht Massenartikel, sondern nur in ihren Motiven benutzt werden. Das Leitmotiv bei der Motiv-Verwendung wird aber zu lauten haben: Spart Stofs! Es könnte sonst bei längerer Dauer des Krieges soweit kommen, daß die Frauen, weil sie sich nach der Mode anziehen. nichts mehr anzuziehen haben (obgleich sie das, nebenbei bemerkt, immer behaupten werden). Uebrigens zeigt der Modebund auch eine Anzahl stoffarmer Kleider, uwnach sich die Bestellerinnen richten können. Bei vielen aber geht die Stosfülle über das vom Volkswirtschafter erlaubte Maß hinaus, und es ist kein Trost für ihn, wenn ihm gesagt wird, daß die wundervoll geblümte Seide aus Krefeld stammt." ,
Die Frau-en könnten, so führ die Rednerin dann fort, hier praktisch mithelsen und insbesondere anch die Schneider und Schneiderinnen nnd Geschäfte in ihreni Bestreben aus Sparen von Stoffen in dieser schweren - Zeit unterstützen. Für Schneiderinnen werde es ja schwer sein, jemandem ,abzuraten, wenn er einen recht weiten Rock haben wolle, denn die Schneiderin werde sich sagen: Wenn ich das nicht mache, geht die Kundin zu jemand anderem. Deshalb müßten die Frauen dahin wirken, daß niemand diejenigen, die Kleider Herstellen, in eine solche Verlegenheit bringe.
Wie wir höret:, will sich der rührige Gießener Haus- franenverein die Verfolgung dieser Frage auch weiterhin angelegen sein lassen, und wenn man bedenkt, daß in dieser Zeit zunächst einmal die praktischen Zusammenhänge zwischen Krieg und Mode und dann erst die ästhetischen zu berücksichtigen sind, werden sich alle, die es angeht, namentlich auch die Angehörigen des Schneidergewerbes, von den in dieser Beziehung zu unternehmenden Schritten des genannten Vereins nicht ansschließen. Gerade die letzteren sind daran schon ans dem einfachen Grunde interessiert, weil eine Stoffvergeudung in Verbindung mit der schon erfolgten Beschränkung der Textilindustrie dazu führen könnte, daß es eines Tages viel weite Röcke, aber keinen Stoff mehr gebet: könnte.
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•• Amtliche Personalnachrichten. Das Ehrenzeichen iür Mitglieder sreiwilliger Feuerwehren wurde vom Großherzog Philipp G e r st e n s ch l ä g e r, Friedrich StorckV., Jakob Bolz, sämtlich zu Groß-Bieberau, verliehen.
** Stadttheater. Alls dem Stadttheaterblireau schreibt man: Robert Reinerts erfolgreichesLustspiel „Die rätselhafte Frau" — mit dein Frau Baste morgen Donnerstag hier gastiert — ist in letzter Zeit neu ailgeiloiilmen, beziv. auigeiührt worden in Hamburg, Metz, Zürich, Graz, Hannover, Prag, Nürnberg und Dresdell. Am Berliner Komödienhaus erlebt das Werk in den nächsten Tagen bereits seine hundertste Aufführung.
** Vom Gießener Konzert-Verein wird uns mitgeteilt: Das für nächsten Sonntag, 20. Februar, vorgesehene Konzert muß wegen Verhinderung der Hofopernsängerin, Frau Cläre Dux, verschoben werden. Bekanntgabe des neuen Datums und des Programms erfolgt nach st ms.
** Jubiläen der Arbeit. Das ehrenvolle Gedenken einer ununterbrochenen vierzigjährigen Tätigkeit im Betriebe dev Brühlschen Druckerei konnten in diesen Tagen zwei ulte, treue Mitarbeiter des Geschäftes, die dessen blühende Entwicklung aus bescheidenen Anfängen heraus mitgefördert haben, begehen. Am 14. Februar waren es 40 Fahre, daß der Alt-Maschinenmeister Alwin Andreas sein Arbeitsverhältnis in dem Unternehmen angetreten hat. Um den Jubilar sammelten sich gestern in der Mittagsstunde alle dem Geschäfte vom Kriege noch gelassenen Angestellten und Arbeiter, um ihm und dem Hilfsarbeiter Melchior O ß- wald, der gleichfalls auf ein langes Berbnndensein mit dem Betrieb, auf über 41jährige Arbeitstätigkeit, zurückblickt, ihren Glückwunsch auszusprechen. Buchdruckereibesitzer Lange richtete an die Versammelten eine herzlich gehaltene Ansprache; aus seiner kurzen Schilderung der Ent- Wicklung der Brühlschen Druckerei entnahmen die alten Veteranen des Betriebes manch gemeinsame Erinnerung an treues Mitarbeiten an der Blüte des Geschäfts und' der junge Nachwuchs ein Beispiel dafür, wie mit vereinter Krast ein Ziel erreicht werden kann, auch wenn die Verhältnisse, nne wir sie nach dem Kttsrege wohl erwarten müssen, schwerer sind, als wir sie in langen Friedensjahren kennen lernten. So bedeuteten die Worte des Chefs für die Jubi- lare die beste Anerkennung ihrer treuen Dienste, für die er im werteren auch unter Ueberreichung eines Ehrengeschenks den warmen Ausdruck seines Tankes fand. Die Zeitverhält-
nrsse verboten natürlich eine geräuschvolle Ausgestaltung der schlichten Feierlichkeit, aber aus der einfachen Veranstaltung nahmen die Geehrten gleichwohl die Ueberzengung mit« daß sie ihre langjährige Arbeit von Geschäft und Kollegen herzlich anerkannt und gewürdigt sehen.
** V o nt Eierverkauf des Kommunalver- b a n d e s. Bei unserer gestrigen Mitteilung über den Eierverkauf des Kommunalverbandes ist ein Drncksehler unterlaufen. Die Eier werden in den verschiedenen Verkaufsstellen der Firma Grieb zu 16 P f g. das Stück verkauft, nicht wie es irrtümlich hieß, zu 19 Psg. Wir verweisen auch auf die Anzeige in unserem heutigen Blatte.
** DerKreis-L)bst- und Gartenbau-Verein ($) jene n bäll am Sonntast, den 20 Febr., nachmittags 3'/, ttßr, eine Vereinsversammluug zu G r o ß e u - L i lt ö c n, Gaslbaus „Zur Linde", ain Babnbos, av, in der Oekonomierat Spieß von Fried- berg über die Arveilen im Obßvan in gegenwärtiger Zeit svrechen wird. Anschließend findet eine Gralisverlossmg von Obstbäumen, Garten,verkze»aen, Sämereien nsiv. statt. Näheres im Anzeigenteil.
** Ter O v e r h e s s i s ch e G e s ch i ch t 8 v e r ei n bält am Donnersta , den 24. Februar 1916. avends Uhr. eine ordentliche Mitglieder-Versammlung im Saale des Botels Schütz ab. Auf der Tagesordnung fictit u. a. ein Bortraa von Protz,Dr Belke: „Tie Reife Bernhards von Breidenbach und des Gra'en Fohanu von Solms 1183 nach Palänma, dann Sinai nnd Aegypten." Naderes ist ans dem Anzeigenteile zu ersetze
** Bortra n N r. V der vom Kau'mämnschen Verein tmd Orts-Gewerbeverein abgehalteuen Borlragsreii-e findet Donnerstag, den 17. Februar 1916, abends Sy a Uhr pünktlich in der neue» Aula der Universität statt. Pfarrer Lie. Tr. Schwarz lose aus Frankfurt a. Ni. wird über Das religiöse Leben im Felde sprechen.
Landkreis Gießen.
Fl. K l o st e r Arnsburg, 15. Febr. Vor gerade 70 Jahren, wenige Wochen nach der ans den 12. Januar
1846 fallenden Feier des 100. Geburtstages Pestalozzis, faßte I. P. Schäfer aus Altenstädt, der spätere Leiter der Blindenanstalt in Friedberg i. H., den Plan, ein rechtes Denkmal Pestalozzis dadurch zu setzett, daß in H>esseu ein Rettungshaus für v e r w a h r l o ft e Kinder errichtet werde. Mit Hilfe des Grafen Otto zu Solm s - Lauda ch, der ein Haus mit Garten im Bezirk des Klosters Arnsburg bei Lich zur Verfügung stellte, und dttrch srei- willige Gaben konnte das Rettungshaus am 27. Oktober
1847 in Arnsburg eingeweiht und eröffnet werden. In den 70 Jahren ihres Bestehens hat diese Anstalt überaus segensreich gewirkt. — Eine weitere Fürsorge- Erz iehungs-Anstalt in Hessen, das S t. M a r i e n - W a i s e n- haus für Mädchen bei Neustadt im Odenwald, sieht in diesem Jahre auf sein 60jähriges Bestehen zurück. Die Anstalt wurde 1856 von beni Mainzer Bischof Frei Herrn von Ketteler rnit hochherziger Unterstützung des Fürsten Karl zu.Löwenstein-Werthet.m-Rose'nberg. des jetzigen Paters Ray- mund Maria im Dominikaner-Ktoster Trans Cedron in Benloo, gegründet. In dem Waisenhaus haben in den 60 Jahren seines Bestehens gegen 1550 arnie, verlassene und verwahrloste Mädchen Aufenthalt und Unterweisung erhalten, so daß sie ihr Fortkommen finden konnten.
O G r ü n b erg, Io. Febr. Unter zahlreicher Beteiligung wurde hellte unfcv ältester Mitbürger, Rentner Johannes Gill er, zllr letzten Rntze gebracht. Am 6. Februar komlte er noch iil geistiger Frische imö unter reger Anteilnahme der hiesigen Einwohner seinen 100. Geblirtstag feiern. — Am Montag abend zwischen 9 mtd 10 Uhr war hier eilt G e io i t t e r bei starkem Sturul lmd heftigem Regeuwetter. Alls kurze Zeit versagte auch das elektrische Lkcht. Seit heute ist null Schilee gefallen mrd eine handhohe weiße Decke hüllt die Erde ein.
Kreis Schotten.
— Schotten, 15. Febr. Der Vorstand des hiesigen ^2 e h r e r h c i in s" beschloß eine Erweiterung des Heims durch einen zweistöckigen Anball für 14 Gastzimlner, Wirlschaits- unb Gesetlschaüsrämne. Die Bauausführung bedarf noch der Genehmigung der Generalversammlung.
Kreis Fricdberg.
.bl. Friedberg, 16. Febr. Die hiesigen Schweinemetzyer machen folgendes bekannt. Auf unsere Eingabe an die zuständige Behörde wegen Erhöhung der Fleisch- und Wurstpreise ist uns ein absagender Bescheid geworden. Da es uns unmöglich ist. für die festgesetzten Preise zu verkaufen, sehen wir uns genötigt, unsere Geschäfte von Mittwoch ab zn schließen. — Die „Friedbcrger Zeitung" schreibt dazu: Es entzieht sich unserer Beurteilung, ob die Schweinemetzger zu diesem Schritte tatsächlich gezwungen sind, weil zu den behördlich angesetzten Preisen nicht mehr mit Verdienst gearbeitet werden kann, aber eins muß mit Naä)druck gefordert werden, nämlich, daß die Ernährung unserer Bevölkerung sichergestellt wird, ob mit ob ohne Schweinemetzger.
Starkenburg und Nheinhessen.
A Darmstadt, 16. Febr. Der „Tägl. Anzeiger" berichtet: Bei dem Sturme gestern morgen ist in der Herulauustraße ein großer Ast voll einem Baume herabgerisseu worden; dieser traf ein jliuges Mädcheil und verletzte es so schwer, daß es von der Rettungswache in das städtische Krankenhalls eingeliefert werden mußte. Der Zllstaild der Schwerverletzten gilt als hoffnllngslos.
Hessen-Nassau.
sj M a r b u r g, 15. Febr. Gestern abend nnd vergangene Nacht tobten im Lahn- und Ohmtale heftige Gewitter mit Sturm und Hagel. In der Kirchhainer Gegend besonders wurden vielfach Bäume entwurzelt. und sonstiger Schaden angerichtet. Heute trat Schne-cfall ein, der stundenlang anhielt.
--- Frankfurt a. M., 16. Febr. Ein orkanartiger Sturm, der gestern nachmittag zwischen 2% und 3y a Uhr über Frankfurt dahinbrauste, l)atZn den tvestlichen Vororten und in der Stadt selbst erheblichen Schaden angerichtet. Am schlimmsten hauste er int Stadtteil Dackenheim. Hier riß ein Windstoß einen 20 Meter hohen Schornstein um. Der Schornstein stürzte auf Hintergebäude und durchschlug deren Stockwerke. Ein Hinterhaus wurde fast ganz zerstört. Unter den Trümmern wurde eine Frau Engemann begraben. Artilleristen der nahet: Kasente leisteten die erste Hilfe und befreiten die erheblich verletzte Frau aus ihrer gefährlichen Lage. ,.W-eitcrcn Einsturzgefahren an den Häusern beugte daun die Feuerwehr vor. Der Schaden ist sehr erheblich. — Von der grüßet: Gewalt des Sturmes legen ferner zahlreiche entwurzelte Bäume, abaedeckte Dächer und umgewehte Kamine! Zeugnis ab. Atlf der Eschersheimer Landstraße riß der Sturm ein^u Klavierwagen um. am Roßnrarkt drückte cs eine große Scheibe ein. In Seckbach und Eschborn fegte er mehrere Dächer von den Häusern. Auch in den Tannnswäldern richtete das Unwetter mancherlei Unheil an.
= Bad Homburg v. d. H., 16. Febr. Der Magisttat beschloß die Balmersche Sammlung Hamburger Altertümer in der Englischen Kirche unter zu bringen. Tie gesttige Stadtverord- netenversanlmlung trat dein Beschluß bei. oblvohl einige Mitglieder religiöse Bedenken dagegen äußerten. Für den Kreis Lötzen bewilligte man 1000 Mk. Der Entwurf eines neuen Ortsstatuts für die Kur- und Badeverwaltung wurde nach langer Debatte nach derr Aendermtgsvorschlägen der vereinigten Ausschüsse angenommen. Ms Nachkredit beioilligte die Versammlung 630 Mk. für Unterstützungen, 500 Mk. für Unterhaltung des Krankenhauses und 750 Mk. für das Waisenhaus. Mit der Einrichtmtg einer besseren Beleuchtung der Kurhatistvandelhalle erklärte man sich einverstmrden. Die Mittel hierfür siitd bereits im Haushaltunas- plan vorgesehen. Zur Steuerung der schweren Mißstände bei der einzigen Berttnlungsstelle des städttsck>etl Sckpnalzcs und Fettes beschloß matt die Einrichtung einer zweiten, gegebenenfalls einer dritten Ausgabestelle.
Fe. Wiesbaden, 15. Febr. Bei starkem Sturm und Regen ging gestern abend gegen 9 Uhr hier nnd in der Umhegend ein heftiges Gewitter nieder. Der Sturm richtete Schaden itt den Banmplantagen an. Er entwurzelte ans bem Gelände des ehemali
gen Taunusbahnhofes eine alte mächtige Linde nnd legte die Umzäunung an der Kaisersttaße in einer Länge von 70 Metern völlig nieder. Eine ähnliche seltene Naturerscheinung in der ietzigen Jahreszeit wurde hier zuletzt am 21. Januar 1893 beobachtet.
T i l l e n b u r q, 15. Febr Auf dem Förderturm der Elfengrube „Nikolausslotleu" v e rsti u g l ü ck t e der Bergarbeiter Heinr. Hain ans Frohnhausen t ö d l k ch.
g. Hersield. 16. Febr. Am 1. März wird die Eisenbahn t e i l st r e ck e Grebenau—Alsfeld eröffnet, fo daß dann die neue Bahnlinie Hersield—Nlederailla—Alsfeld vollständig im Be- lriebe ist.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 16. Febr. S ch w e i n e m a r k t. Aus- getrieben lvareu 29 Schwellle. Es kosteten: Vollsteischlge Schweine von 60 bis 100 Kilogramm Lebeudgeioicht 108 , 00 — 00,0 > Mk., Schlactztgew. 00,00 Mk.; Bollsleischige Schweine unter 80 Kg. Lebeudgeioicht ' 93 , 00 - 00,0 ' Mk., Schlachtgew. 00,00 Mk.; Volt- rleischige Schlverue von 102 bis 120 Kg. Lebcudgeiolcht 118,00 bis 118.50 Mk., Schlachtgeiv. 00,00 Dtk.; Bollfleischige Schweine von 120 bis 150 Kg. Lebeudgelviclst 129,00-0o,00 Mk. Geschäft flott, ivird 'an aeroumt.
fc. Frankfurt a. M., 16. Febr. Frucht- nnd Futter-
u'. > t t e l m a r k t. Am tzentigen Markle kanin eine^ Älendernug. Stimlnnng iür FtlUermittel sehr fest. Getreide gefchästslos. Angebot gering, Nachfrage rege.
fc. Frankfurt a. M.» 16. Febr. K a r t o s i e l m a r k t. Kartoffeln im tzttoßtzaudel m loser Ladung ab Versandstation 6,10 Mk. per 100 Kilo.
fc. Frankfurt a. M.» 15. Febr. Heu- und Stroh mar kt
2luf dem heutigen Heu- und Strohmarkt ivar nichts auge'ahren.
Amtlicher Wetterbericht.
Wetteraussichteu in Hessen am Tonuerstag, den 17. Febr. 1916: Trüb, Negenialle, mild.
Letzte Nachrichten.
Geheimrat Schenck-Marburg 1.
Marburg, 16. Febr. Der Direktor des physiologischen Instituts der Universität, Geheimrat Friedrich S ch e n ck, ist im Alter von 54 Jahren g e st o r b e n.
Die neue englische Thronrede.
London, 14. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die bei der W i e d e r e r ö f f n u n g des Parlaments gehaltene Thronrede lautet:
Meine Alliierten und mein Volk, die in diesem Konflikt mit immer stärker werdntden Banden der Sympathie und des Ein- verftänduisses sich vereinigten, bleiben fest entschlossen, Genugtuung für die Opfer uirprovozierten tmd nicht zu rechtfertigendeul Verbrechens und ivirksamere Garantien für alle Nationen gegen einen Uebersall seitens einer Macht zu erhalten, die fälschlich die Gewalt als ein Recht der Zweckmäßigkeit und als Ehre bettachtet. Mit stolzem und dankbarem Vertrauen blicke ich auf den Mut und die Hartnäckigkeit der Hilismittel meiner Flotte und Armee, von denen wir bei einer würdigen Erreichung dieses Zieles abhängen. Das Unterhaus wird für die Finanzierung der Kriegführung zu sorgen haben. Nur Maßregeln, die dazu beitragen, unser gemeiu- santes Ziel zu erreichen, werden dem Parlamente vorgelegt werden.
Der russische Mißerfolg in Besjarabien.
Amsterdam, 16. Febr. Wie mir mein Londoner Gewährsmann berichtet, hat ein hoher englischer Offizier im Aufträge des englischen Kriegsamtes einige Monate an der ^russischen Front in Bessarabien geweilt, um die dortigen russischen Aussichten zu studieren. Der Offizier ist jetzt zurückgekehrt und sagt in seinem Bericht, der Hauptzweck der russischen Armee an dieser Front war, eine große feindliche Armee durch fottgesetzte Massenangriffe von anderen Kriegshandlungen abzuhalten. Das mißlang jedoch gänzlich. Die Russen haben seit Ende November 100 000 Mann g e o p f e r t, während der Feind noch nicht den fünften Teil der genannten Ziffer verlor, obwohl er kaum halb so stark war wie die Russen. Die Angabe, dre feindliche Front bei Czernowitz sei gefährdet, ist völlig falsch. Dre Zahl der direkten Verteidigungstrupi>en ist gewiß nicht sehr groß, die Reserven sind ebenfalls gering, aber hinter der Front bewegen sich fortwährend große Truppennrassen, die nach dem Balkan gehen oder von dort kommen und jeden Augenblick eingreifen können. Deshalb hat der Feind nicht notig, vor der bessarabischen Grenze ein riesiges Heer aufzustellen. Die Erfolge der russischen Armee sind nicht nennenswert. Es ist unmöglich, die feindliche Front zu durchbrechen und alle Opfer, die man noch bringen wird, werden vergeblich sein. (Voss. Ztg.)
Selbstmord des italienischen Botschaftssekretärs in London.
Bern, 16. Febr. Ter Londoner Korrespondent des „C o r r i» e r e d e l l a Sera" drahtet, am Montag habe der erste Sekretär der italienischen Botschaft in London Selbstmord verübt.
Der Aufruhr in China.
i. Köln, 16. Febr. Der „Köln. Ztg." zufolge ist dein Pariser Journal über die revolutionäre Bewegung in China eine Meldung der Petersburger Telegrapl)en-Ageittur zugegangen, ivonach die Regi-erungsttuppen bei Tschungtsckeng geschlafen wurden und den Rückzug angetteteu haben. Die Rebellen beietzten Sutschufu, die Regierungsttuppen zogen sich vom unteren Jangtsekiang znnück. Außer Tschengtschusu ist die ganze Provinz Setschwan in der Hand der Rebellen. Bis jetzt l>at sich die Revolution auf fünf Provinzen ausgebreitet, ivovon drei bereits ganz im Besitz der Rebellen sind. Tie Ausrührer verfügen über 12 Kanonen mrd 2 Maschinengewehre.
Flchtennade-l -Kräuterbäder’ In Tabletten für Nervöse und Genesende
Der bewährte Badezusatz
Man verlange ausdrücklich „Pinofluol In Tabletten 6 Bäder M. 1,50 - 12 Bäder
Bekanntmachung.
Betr.: Ausbruch der Schafräude in der Gemarkung Mainzlar.
In der Gemarkung Mainz! a r ssst die Schaftände ausge- bvochen.
Die ersorderlickien Sckutzmaßregeln sind angeordnet.
Gießen, den 15. Februar 1916.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. _ I. P.: H e m m e r d e.
Bekanntmachung.
Betr.: Maul- und Klauenseuche im Kreise Marburg.
In Bernsdorf ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. T« angeordneten Schutzmaßregelu sind aufgehoben.
Gießen, den 11. Februar 1916.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
I. B.: H e m m e r d e. /
Giehener Uonzert-Verein.
Das für nächsten Sonntag, 20. Februar vorgesehene Konzert mutz wegen Verhinderung der Hofopernsängerin, Frau Cläre Dux verschoben werden. Bekanntgabe des neuen Datums u. des Programms erfolgt nächstens. imD Der Vorstand.


