obachdete Erschleimurg, von ihren Tvcrnspvrten getrennt hatten, unr ein ihnen passendes, in der Nähe der Heimat ge" legenes Lazarett z>u erreichen. Der Umfang der zn bewältigenden Arbeit läßt sich daraus ersehen, daß die Wlonnc zuweilen 36 Stunden, einzelne Ddannschasten sogar 56 Stunden ununterbrochen im Dienst waren. Es kam nämlich zu den Ausgaben der Kolonne am hiesigen Bahnhof noch die fveitere hinzu, B e g l e i t m a n n s cha s t e n f ü r die Der - wundetenzüge z-n stellen, die bis Kassel und darüber hinaus mitsahren mußten. Dadurch waren Wochen hindurch fast stets Mannschaften der Kolonne unterwegs. An einem Tage mußten sogar 22 Begleitmannschaften gestellt werden. Diese Tätigkeit horte erst auf, nachdem der ordnungsmäßige Besord-erungsdienst in Lazarett- und Krankenzügen durch» geführt war.
Zum Abtransport Verwundeter vom Bahnhof in die hiesigen Lazarette standen zu Beginn des Krieges die von »der Kolonne schon vorher angesihasften Krankentragen, 2 fahrbare Krankentragen und 10 Automobile im Privatbesitz zur Verfügung. Weiter richtete die Kolonne zwei Möbelwagen zunr Verwundetentransport ein unter Venvendung ihres schon lange vorher beschofften Tragesystems. Diese Beförderungsart hat sich jedoch, trotz ihrer Empfehlung im „Nichlemannschen Leitfaden", nicht bewährt: sie ist besonders bei unseren Geländeverhältnissen zu schwerfällig und der Abtransport vollzieht sich zu langsam. Deshalb war es sehr zu begrüßen, als durch die Freigebigkeit des Herrn Geh. Kommerzienrats H e i ch e l h e i m ein Kran ken-Kraft wagen zur Verfügung stand, der, mit vier Tragen ausgerüstet, in der gleichen Zeit das 4sache leistete als die beiden Möbelwagen. Weiter wurden noch zwei fahrbare Krankentragen angeschafft, so daß, einschließlich der beiden dem hiesigen Garnisonlazarett gehörigen und einer von dem G a i l s ch e n Tonwerk zur Verfügung gestellten F-ahrbahre, deren 7 zum Verwundetentransport zur Verfügung stehen. Leider können die anfänglich verwendeten Privat-Automobile jetzt nicht mehr benutzt werden, so daß dar Abtransport sich langsamer vollzieht und die Verwundeten zunächst in dam dafür eingerichteten U n t e r k u^n s t s - raum am Bahnhof untergebracht werden müssen. Ist diesem sind eine große Anzahl von der Kolonne und dem Roten Kreuz beschaffte Tragbahren 'ausgestellt, die mit Ma tratzen und Wolldecken versehen eine bequeme Lagerung der Verwundeten ermöglichen: die erforderlichen Bettücher und Deckenbezüge, die nach jedesmaligem Gebrauch aus gewechselt und gereinigt werden, stellt das Rote Kreuz Die nrcht mit einem Verdeck versehenen Tragbahren wurden anfangs bei besonders großen: Andrang auch zum Trans Port Verwundeter in die nächstgelegenen Lazarette verwen det. Das geschah aber nur ausnahmsweise und unterbleibt jetzt ganz, schon um die Verwundeten nrcht müßiger Neu gierde auszusetzen, die sich häufig lästig bemerkbar machte.
Eine Aenderung im Bahnhofsbetrieb des Roten Kreuzes und der Kolonne wurde nötig durch die von der Eisenbahndirektion Fnanksurt ans Verkehrsrücksichten kurz vor Weihnachten 1914 verlangte Räumung des als Ver bandstelle eingerichteten Wartesaales 3. Klasse. Diese Räu mung bedingte eine zeitweilige Schließung der Erfrischungsstelle, weil die ganze Einrichtung der Verbandstelle in Er mangelung anderer Räumlichkeit: in der auf den: Bahn steig errichteten Männschaftsbaracke und -Küche unterge bracht werden mußte. Damit war die planrnäßige Verband stelle ganz aufgehoben und ihre Aufgaben übernahm die Bahnhofs-Sanitätswache der Kolonne. Auch die Tätigkeit der Kranken-Erfrischungstelle ging vom 12. Januar 1915 ab aus sie über. Durch das Fehlen der Küche und die Notwendigkeit sparsamer Verwendung aller Lebensmittel war der Betrieb zunächst sehr beschränkt, er konnte erst nach dem 1. Mai erweitert werden, als durch die Einrichtung einer neuen Verbandstelle die Küche wieder frei wurde. Diese Verbandstelle hat, weil von den Bahnsteigen weit abgelegen, in Wirklichkeit nur die Bedeutung eines Unterkunftsraumes für hier auszuladende Verwundete, die auf ihren Abtransport in hiesige Lazarette warten, und einer Uebernachtungstelle für Leichtverwundete. Der Bahnhofs- Erfrischungsdienst erfuhr im Laufe des Jahres 1915 dadurch eine Erweiterung, daß nicht nur Verwundete, sondern auch einzeln oder in Transporten durchkommende ge- sechtsfähige Truppen Erfrischungen erhalten, solche auch an den Zügen mit längerer Aufenthaltsdauer angeboten werden. Diese Erweiterung machte die Anstellung einer Kochsrau erforderlich.
Der Umfang der Leistungen der Kolonne ist *n ersehen aus der Zahl der von Kriegsbeginn bis zum Erwe des Jahres 1915 ausgeführten Transporte und der Anzahl der Verbände. Erstere betragen 9195, letztere 3268. Die Zahl der erfrischten Truppen einschließlich Verwundeten beläuft sich auf rund 180000. Die Zahl der Tag-Nacht- wachen beträgt 1509. Der Mannschaftsbe stand hat durch die erweiterte Einziehung zum Heeresdienst große Aenderungen erfahren. Zu Kriegsbeginn rückten ins Feld 11 Mitglieder als aktive Soldaten. Von den 255 Mitgliedern sirrd bis zum Jahresschluß 1915 weitere 124 Mitglieder militärisch eingezogen worden. Soweit sie der Stammmannschaft angehören, haben sie sämtlich im Heeres-Sani- tätsdienst Verwendung aefurrden. Zu Ende des Jahres 1915 betrug der Mitgliederbestand noch 44 einschl. der zu Krankenpflegern Ausyebildeten, von denen jetzt noch 12 in hiesigen Lazaretten Dienst tun. Aus dem Kriegsschauplatz waren am Jahresschlnß 5 Mitglieder als Krankenpfleger verwendet, 4 weitere stehen auf Abruf zum Dienst in der Etappe bereit. Auch die beiden als Sanitätshundeführer ausgebildeten Leute stehen noch im Felde.
Zur Vorbeugung gegen Ansteckungsjgjesah'r wurden samt liche Mitglieder gegen Pocken geimpft, im Jahre 1915 auch die Schutzimpfung gegen Cholera rrnd Typhus vor genommen.
Die Kolonne hat es sich auch angelegen feüt lassen für die Familien ihrer im Felde stehenden Mitglieder zu sorgen, urrd dazu die im Jahre 1913 gegründete Unter stützunaskasse wesentlich erweitert. Der Bestand der Kasse ber Kriegsausbruch betrug 196 Mk., die Einlagen bis zum 31. Dezember 1915 waren 1195.26 Mk. An Unter stützungen wurden ausaezaylt 945.20 Mk. Die Einnahmen der Unterstützungslasse bestehen lediglich aus Beiträgen von Mitgliedern, die sämtlich nicht in günstigen Vermögens Verhältnissen leben. Außer diesen Unterstützungen wurden auch an die im Felde stehenden Kolounenmitalieber von Zeit zu Zeit Liebesgaben abgeschickt, deren Kosten eben falls aus solchen Beiträgen bestritten wurden. Man kann darin einen Beweis für den guter: kameradschaftlichen Geist der Kolonne erblicken. Rückblrckend auf die bisherige Kriegstätigkeil der Kolonne kann gesagt werden, daß sie sich ihrer Aufgabe gewachsen gezeigt hat. Wir dürfen uns aber nicht verhehlen, daß manches, woran im Frieden viel Arbeit und Geld gewendet wurde, sich im Krieg als unbrauchbar herausgestellt hat, und daß die spätere Friedervstätigkeit
sich in manchen Punkten in anderer Richtung zu bewegen hat. Der große Lehrmeister Krieg wird auch hier den rrch- tigerr Weg zeigen.
' Auszeichnungen. Dem Wehrmann Lndw. V o g e l h ös c \ von hier im Landwehr - Infanterie - Regiment 87, Inhaber der Hessischen Tapserkeitsmedaille. wurde auch das Eiserne Stvcir. verliehen. - Dem Oberleutnant und Kompagnieführer Tr. Kar Hahn aus Gießen, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klane, sonne der Hessischen Tavserkeitsinedaille, wurde von der freien und Hansastadt Hamburg das H a u s e a t e u kr e u z verliehen - rer Unteroffizier Heinr.. W e i m e t, Sohn des hiesigen Eisenbalmbnu- Unternehmers Weimer, 6 Res.-Jns.-Div., erhielt am 6. Febr. d. I. das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Schmalzverkaus und Ererverkaus des ommunalverbandes. Die Fettknappheit hat die Zen- tral-Einkaufsgesellschaft in Berlin veranlaßt, u. a. dem Kommunalverbaird Gießen aus ihren Beständen anSchweme- schmalz Mengen in: Verhältnis zur Zahl der Einwohner zum Verkauf freizugeben. Der Kommmralverband har sich die ihm angebotene Menge S ch m a l z gesichert; es ist rn vorzüglicher Beschaffenheit eiilgetvoffen. Der Verkauf erfolgt in kleineren Mengen in den Verkaufsstellen der Firma Gebr. Grieb, Dampfmolkerei. Das Schmalz wird in Paketen von 1 Pfund und l/z Pfund zum Preise von 2.45 Mk. für das Pfund abgegeben. Der Kommunalverband Greßen hat ferner wieder einen Waggon frische ungarische Eier bestellt. Die Eier sind eingetrofserr und werden in den ver schiedeiren Verkaufsstellen der Firma Gebr. Grieb, Dampf Molkerei, zu 1b Pfg. das Stück verkauft.
** Ortsgewerbeverein. Der Vorstand des Orts- aewerbevereins hat irr einer Sitzung am Montag abend be schlossen, einer ihm vorliegenden Aufforderung zur Terl nähme an der Gründung einer Genossenschaft „O st preußenhilse" zu entsprechen und die Gründung trn Interesse des Handwerks tatkrästigst zu unterstütze!:. Glerch zeitig faßte er den einstimmigen Beschluß, mit aller Kraft gegen den Antrag im hessischen Landtag aus eine allge meine Erhöhung der Vermögenssteuer zu wir ken, da der Haus- und Grundbesitzin dieser für ihn so schweren Zeit eine lveitere Belastung in der vorgeschlcv- genen allgemeinen Form nicht mehr vertragen könne.
** National st iftung. Der Haupt Vorstand des Ver eins für das Deutschtum im Ausland (Allg. Deutscher Schul verein) zu Berlin hat durch Vermittelung der Tarmstädter vereinigten Ortsgruppen dem hessischen Landeskomitoe der National stiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen den Betrag von 2 0000 Mark überwiesen, und zwar aus den Er trägnissen der Kriegsnrarken, Postkarten usw. des Mlg. Deutschen Schulvereins. — Tic Firma E. Merck, chemische Fabrrk rn Tarmstadt, überwies der Nationalstiftung den Betrag von 10 000 Mark.
*' S t a d t t h e n t c r. Aus dem Stadttbeaterbnreau wird uns geschrieben! Iran Käte Basts von: K. u.K. priv. Theater in der Iosefftadt m Wien, ein Mitalied der berühmten Künstlerfamilie Baslö, wird mit ihrer Gesellschaft am Donnerstag, den 17. Februar, ein einmaliges G a st s p i e l mit dein neuen Lust spiel von Robert Reiner „Die rätselhafte Fra it" geben Tie Künstlerin hat aus ihrer Kunstfahrt durch ganz Deutschland an zahlreichen Bühnen große Erfolge erzielt und z. B. vergangenen Sonnner an fast allen Kurtheatern — so auch in Bad-Nanheim und Ems - wiederholt erfolgreiche Gastspiele gegeben. Die Vor stellung findet außer Abonnement statt.
** Der Verein zur Förderung des H an d w e r k e unter den Israeliten hielt gestern im Gasthvf Grüne- wald seine erste Hauptversammlung während der Kriegszeit ab Aus der vom Vorstand gegebenen Berichterstattung ging hervor, daß die Tätigkeit des Vereins durch den Krieg gelitten l>at. Im Kalenderjahr 1915 unterstützte der^ Verein noch vier jüdische Handwerkerlehrlinge, woraus in 1915 zwei neue junge Leute dem Bäcker- und dein Tapezierhandwerk zugeführt wurden ln den beiden Jahren 1914 und 1915 wurden für die Lehrlings
auszuführen, die geeignet erscheinen, die Blüten und Früchte zu rhalten und zur weiteren Entwicklung zu bringen. Dazu gehört in erster Reihe die Bekämpfung der Schädlinge und eine reichliche O b st b a u m d ü n g u n g.
L. Frankfurt a. M., 14. Febr. Der Mittelrh. Beraub Evangel. Arbeitervereine hielt gestern hier eine ou 19 Vereinen besuchte De l e g i e r t e n v c r s a m m l u n g ab. Neben der Berichterstattung über Verbandskasse, Verbands- sterbekasse, Abteilung -Volksversicherung und Verbandsvrgan gesaugten zwei Anträge der Verbandsvereine Bocken he im bezw. Frankfurt a. M. zur Besprechung. Ter Antrag Bockenheim: bei den Handwerkskammern anregen zu »vollen, daß durch eine Verfügung die Beschränkung der Zahl der in Gewerbebetrieben zu beschäftigenden Lehrlinge wählend des Krieges aufgehoben wird, wurde einstimmig angenommen. Tie vom Verein Frank- urt gegebene Anregung, bei den maßgebend"-»: Stellen dahin zu wirken, daß die Frauenarbeit in gewerblichen und sonstigen Betrieben auf das wirklich Notwendige beschränkt wird,' ries eine eingehende Aussprache hervor. Wenn auch allgemein anerkannt lvnrde, daß die durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse die Mitarbeit der Frauen in gewerblichen und sonstigen Betrieben notwendig erscheinen lassen, so dürfe dies doch nicht dahin führen, daß die allgemeinen Lohnverhältnisse dadurch ungünstig beeinflußt, oder daß nicht militärpflichtige Personen (Berufsinvaliden usw.) daiduvch brotlos würden. Auch auf die durch die Zusammenarbeit von männlichen und weiblichen Personen erhöhten sittlichen Gc- ähren wurde hingewiesen, ebenso auf die Schädigung der Gesundheit der mit schweren und anstrengenden gewerblichen Arbeiten beschäftigten Frauen.
— Könrgstein i. T., 15. Febr. Auf der Haltestelle Münster der Königsteiner Bahn entgleiste der Acht- uhr-Abendzug mit einer Lokomotive und mehreren Wagen, anscheinend infolge Versagens der Weiche. Mehrere Per- oiten erlitten leichte Hautverletzungen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oessentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am 'Mittwoch, den 16. Febr. 1916: Vorwiegend trüb, stellenweise Niederschläge, zeitweise ausklärend, keine Temperatnränderung.
fürsorge vom Verein, der 105 zahlende Mitglieder besitzt, über 1600 Mk. ausgeivendet. Der Verein sperrdete für Zwecke des Roter: Kreuzes 300 Mk. urrd für die im ersten Kriegswinter eingerichtete Volksküche 100 Mk. Der Verein verfügt über ein Vermögen von etwa 5000 Mk., er hat während seines 27jährigen Bestehens im ganzen 87 israelitische Knaben dem Handlverk zugeführt und an diese während der Lehrzeit teilweise recht erhebliche Unterstützungen gegeben. In der sich an die Berickstmbattung anschließenden lebhaften Aussprache ivurde darauf äufnrerffam gemacht, daß z-weisel los nach Beendigung des Krieges eine gute Schulung des Nachwuchses auch für Gewerbe und .Handwerk durchaeführt werden müsse und daß dann Mich eine stärkere Inanspruchnahme des Vereins eintreten werde. Bedauert ivurde lebl-aft, daß die Glarrbensge nassen aus dem Lande den Bestrebungen des Vereins wenig Interesse und fast gar keine Unterstützung entgegen bringen. Bei Eintritt des Friedens ist man geneigt, durch persönliche Fühlungnahme mit den GlaudensgcnoYen in der Provinz und durch Vorträge die Vereinsziele zu fördern.
Landkreis Gießen.
Ü Lollar, 1b. Febr. Großer Wildschaden wurde an den Stratzenbäumen der Straße RutterShausen-Wißmar angerichtet. Hirsche haben an 14 Apfelbäumen die Rinde derart abgenagt, daß wohl einige Bäume eingehen werden.
6 . R e i § k i r cd e n , 1b. Febr. Dem Pionier Albert Launspach, Sohn des Balthasar Launspach II., wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Pionier Launspach ist zunr zweiten Mal schwer verwundet.
Kreis Friedberg.
^ Friedberg, 15. Febr. Zunr Hauptmann oefbrdert wurde der Oberleutnaut Dr. Loos vor: der Augrrstiuersehule. - Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Schuch im Fuß- Art.-Regt. 3.
q. Bad«-Nauheim, 15. Febr. Von dem seit Jahresfrist als ve rin ißt gemeldeten Reinhard Gries, der in Galizien ge- känrpst hat, traf aus dem Ural die Nachricht ein, daß er in russische Gefangenschaft gesallcrr sei. - Seit Freitag abend wird der hiesige verheirolele Einrvohner Bernhard Stol l vermißt.
4P N i e d e r - F l o r st a d t. 15. Febr. Die Hessische Tapfer- keitsnredaitle erhielt der Pionier Hirsch.
Slarkenburg und Rheinhessen.
— Darmstadt, 15. Febr.^Der kürzlich verstorbene Geheime Finanzrat Dr. Lauer hak die Stadt Darmstadt zrrr Erbin seines BermögerrS eingesetzt und dazu bestimmt, daß das Erbteil als „Stiftung der Eheleute Geh. Finanzrat Dr. Lauer- zu wohltätigen Zwecken Verwendung finden soll.
Hessen-Nassau.
Die Mainwasserkräfte.
----- Frankfurt a. M., 16. Febr. Die preußische Regierung beabsichtigt, wie «cmrtlich bekmrnt gegeben wird, für die Nntzbarmaeyung der Mainwasserkräfte den Einbau von Turbine np feiler n in den Stromstaustufen Mainkur Kesselstadt und Krotzenburg. ^
=-= Frankfurt a. M., 15. Febr. Mit der Frage, wie sich voraussichtlich die Obsternte in diesem Jahre gestalten wird beschäftigte sich gestern in der hiesigeir Gartenbau-Gesell s ch a f t der Leiter der Großh. Obftbaumschule F r i e d b e r g i. H., Ockonomierat Spieß. Das Jahr 1915 brachte eine geringe Steinobsternte, dagegen eine sehr erhebliche Kernobsterrrte. Sie bot nrit ihrer Fülle von Früchten den mannigfacbsten Ersatz für gewisse, sonst reichlicher vorhandene Produkte. Nach allen Be obachtungen und Erfahrungen ioird in diesem Jahre die Kernobsternte vorairssichtlich gering sein, dagegen die Stein ob st ernte reichen Ertrag liefern. Die zahlreick>cn Frucht knospen an den Steinobstbäum ei: berechtigeir zu dieser^ Annahme i Ockonomierat Spieß rät deshalb, nur solche Arbeiten im Obstbau
Letzte Nachrichten.
Der Gedenktag der Winterschlacht in Masuren.
B e r l i n', 15. Febr. Die Geschichte der Winterschlacht in Masuren, die vvr einem Jahre ftattfcmd, wird von einem alten preußischen Offizier im „Berliner Lokalanzeiger" lebendig geschildert. Tann heißt es: Unser Kaiser gab den tapferen Heeren den schönsten Siegeslorbeer, den der Soldat sich wünscht. Er tat den Ausspruch: „Vom Landsturmmann bis zunr jüngsten Kriegsfreiwilligen wetteifern alle, ihr Bestes für das Vaterland herzu-» geben. Weder griminige Kälte noch tiefer Schnee, weder unergründliche Wege, iroch die Zähigkeit des Gegners, haben ihren Siegeslauf zu hemmen vermocht."
Besprechungen des Reichskanzlers mit Führern der preußischen Landtagsfraktionen.
Berlin, 15. Fabr. Tie Führer der preußischen Landtags- fraktronen folgten gestern abmd einer E i n l a d u n g des Reichs- kanzlets und Ministerpräsidenten. Ihre Unterredung mit dem leitenden Staatsmann bezog sich, wie das „Berliner TägeÄatt"' meldet, aus der: Beschlußi des Haushaltsausschusses über den U - Boo t kr ie g. Es sei zwar noch nickst sicher, sagt das Blatt, aber doch wahrscheinlich, daß die Angelegenheit von ihren Ur- heberrr nicht iveiter fortgesetzt iverden würde. Wie verlautet, soll heute vormittag auch eine Besprechung zwischen dem Kanzler und den Führern der Reichstagsfraktionen stattfinden.
Im „Berliner Lokalanzeiger" heißt es zu derselben Sache: Herr von Bethmann-Holliveg hatte geivünscht, mit den maßgeben- de»: Persönlick>keiten des Landtages die Lage zu besprechen, wie sie dureh die „Lufitania"-Frage Amerika gegenüber und durch den in der Tenkschrift gekennzeichneten deutschen Standpunkt in der U-Bootfrage geschaffen ivorden ist. Tie Aussprache lüerüber sollte nvä) vor dem Erscheinen der Denkschrift stattfinden. Es kam jedoch nicht dazu, da Herr von Bethmann inzwischen zürn Kaiser berufen ivurde. Seinen Wunsch, den parlamentarische Führern die politische Lage cruseittanderzusetzen, hielt der Kanzler jedoch aufrecht. Griechenland und Bulgarien.
Rotterdam, 15. Febr.' Die „Times" müden aus Bukarest: Dem .Journal des Balkans" zufolge richtete die bulgarische Regierung vor kurzem an die g r i e ch i s ch e Regierung die Bitte, ihre Haltung Bulgarien gegenüber zu be- st i m Tu c n. In der vorigen Woche hätte der griechische Gesandte in Sofia eine Unterredung mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Radoslawow. Im Laufe der Unterredung, die länger als eine Stunde dauerte, soll zuverlässigen Meldungen aus bulgarischer Quelle zufolge der griechisck-e Gesandte erklärt haben, daß Griechenland beabsichtige, sogar im Falle eines bulgarischen Angriffes auf Saloniki neutral zu bleibeu.
Der Fehlschlag von Rom.
Lugano. 15. Febr. B r i a n d s R v m r e i s c fit beendet, und die italienischen Blätter bespreche»: ihr Ergebnis. Tie französischen Gäste haben überall Gelegenheit genommen, rhre unendliche Befriedigung auszusprechen, und die Jtalreirer habe»: ihnen reichlich zugejubelt. Während der Festtage ivar die Freude groß. Salandra und Sonnino haben sich indessen, ivie die Blätter melden, über die Ergebnisse sehr reserviert ausgesprochen. Dock, soll der Ministerpräsident nach dem Festmahl deS Ministers Brrand
gewesen. Las man von Herrn Canrpologhnie, der sehr gute Be Ziehungen zu informierten französischen Kreisen hat und deren Staridpunkt M vertreten Mögt, vorher im „Seoolo", »o kau: Brrand mit außerordentlickwn Forderungen, durch deren Erfüllung oder "Nichterfüllung Italien über Leben und Tod des B'.erverband^ entscheiden müßte. Ist diese Forderung nun erreicht worden, oder aber haben die Italiener einen entgegengesetzten Stcurdpunkt eur- genommen? Liest man die Blätter jetzt, so war das Ergebnis der Kundgebung in Rom nichts anderes, als die Aussicht aus neue Besprechungen in Paris.
Die rumänische Sphinr.
Haag, 15. Febr. Die Wochenzeitschrift „The Nation" be» handelt in einem Leitarttkel die Halt u n g R u m ä i: ic ns und sagt, daß von allen Seiten, nur nicht von Runränien selbst. Gerüchte kämen, Rumänien werde sich an dem Weltkrieg beteiligen. Die Haltung Rumäniens sei absolut nicht deraft, daß man begründete Hoffnung haben könne, das Land werde sich innerhalb kurzer Zeit der Entmte anschließen. Es würde übrigens ziemlich unklar sein, daß sich Rumänien jetzt in den Krieg einmischen sollte, da es dies nicht getan habe, als Serbien noch unversehrt dastand und in Griechenland noch Benizelos ain Ruder- war.
Lord Northcliffe wird nicht Luftminister.
London. 15. Febr. Einige Blätter und mehrere Tanscnck Leser der „Teilt) Mail" schlugeir vor, Lord Rorthclisse zuin L u f t m i u i st e v zu machen. Die „Daily Mail" schreibt dazu: Lord Northcliffe lasse daraus antworten, daß es Männer gebe, die für dieses Amt viel geefirneter seien, mrd daß er es nickst m»t seinem Gennss-err vereinbaren könnte, in einer Regierung einen Sitz einzunehmen, die den Krneg viel mehr als Verteidigung denn als Angriffskrieg führe.
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