Ausgabe 
11.2.1916 Erstes Blatt
Seite
38
 
Einzelbild herunterladen

jteljt,ju einer Uebexctnjtimmmtg zu gelangen, wre er bei der deutschen Regierung und im deutschen Volke vorhanden ist, so wird es keinen Bruch in den guten Beziehungen geben, ore mehr als hundert- Jahre zwischen den beiden Ländern bestanden haben."

Die ,Mln. Ztg." bemerkt dazu u. a.: Dre obigen Nach- rrchten werden von dem deutschen Volke mit einem Gefühl der Erleichterung ausgenommen werden. Sie zerstreuen alle Beforgnrsse, als würden die deutsche Regierung oder die unserer Verbündeten sich die scharfe Waffe des Tauchboot- rrreges ans derr Händen winden lassen, die unseren Feinden schon so großen Schaden zugefügt hat, und von der wir noch viel rn der Zukunft erwarten. Der Reichskanzler hat mrt einem Ernst und einer Entschiedenheit, für die chm das deutsche Volk dankbar ist, der amerikanischen Oeffent- lichkeit mitgeterlt, daß Deutschland die Versen­kung derLusrtania" nicht als gesetzwidrig bezeichnen und damit seinem ganzen Tauchbootkrieg das Todesurteil sprechen kann, daß es selbst auf die Gefahr ernes Krieges mit den Veveinigteii Staaten hin nicht die Taten vermissen will, die unsere Helden mit dem kleinen Tauchboot mit höchster Lebensgefahr und beispiellosem Heldenmut verrichtet haben.

Die Haltung Griechenlands.

t . ^t^n, 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence vavas. In der Kammer sitz ung waren sämtliche Abgeord­nete anwesend. Ministerpräsident Skuludis verlas die Rcgie- rungserkläruiig über die Politik der Regierung, die vor allem darin bestehe, die Kräfte der Nation unversehrt zu erhal- ten und dce nationalen Interessen zu wahren.Diese Politik" sagte Skuludis,hat die Billigilng der Mehrheit der Nation ge- sunden. Sie wird fortgesetzt werden trotz des Druckes, den das Volk mutig ertragen wird." Der Abgeordnete Popp brachte cme abweichende Auffassung zum Ausdrück. G u n a r i s erwiderte ihm m einer längeren Rede, in der er das Programm der Re­gierung entwickelte. Die Sitzung dauert an.

Athen, 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Die Kammer hat der Regierung mit 266 vvn 277 Stimmen ihr Vertrauen ausge­sprochen. Im Laufe der Aussprache erklärte Gunaris über die Frage der Neutralität: Wir werden aus der Neu­tralität heraustreten, wenn die nationalen Interessen es erheischen werden. Im Monat Märzi 1915 sind wir auS der Neutralität nicht herausgetreten, weil die Interessen des Landes es verlangten, daß wir neutral blieben. Es äst noch nicht an der Zeit, ein ge^ schichtliches Urteil über die Politik her Regierung zu fällen. Der Ministerpräsident schloß mit den Wiorten, die Regierung müsse die Mobilmachung aufrechterhalten. Wenn später irgend ein Anzeichen die Möglichkeit einer Mrüstung erkennen lassen sollte, so würde die Regierung ihre Zweckmäßigkeit prüfen.

Aus Rumänien.

K M ?f^ r *I ( rV 1( L 3£6c -JS- Nichtamtlich.) Im Senat

besprach Ca t y l l t toc angeblich Verfolgung ö o n Rumä --

^ch- Ungarn und verlangte vom Minister ^ ^.dre Ziehungen Rumäniens

»u -Oesterr nch-Ungarn. Der Munster des Aeußern Porumbaro antUwrtete. er anerkenne das Recht des Parlaments aus Intern vellatwnen m Fragen der allgemeinen Politik. In gleicher Weise VfJ? ^ lder vollziehenden Gewalt, sich jeder ÖffenL Ä 1 Lesprechmrg zu enthalten, wenn die Umstände eine solche

Interessen schädlich erscheine Frage des Interpellanten, die in vielen bm rnt^twnalen Beziehungen zusammenhänge, habe schon der Ministerpräsident verlangt, von der Besprechung selben befreit zuwerden. Ich wende mich, erklärte der Ministes

der gleichen Richtlinie an ^ besonders der Minderheit, damit sie nicht durch die Ruhe und Zurückhaltung störe, die die

Um 5? lt Nutzen Wer die ihr übertragenen großen Interessen zu wachen. ' * M

^ Bukarest 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Kammer Der Llbgwrdnete Protopepescu richtete an den Ackerbau^ Münster, der auch Präsident der Zentralkommission für die Aus- JfJVTr ist, eine Anfrage, ob ihm bekannt sei, daß

d^ 3entraI!omMission im Zusammenhänge Mit den Getrewelreferwigen ms Ausland Kommissionen cm p san- ^ n ^ a&en k ^AEwbaumnnster Konstantinescu erwiderte, daß diese Presü sehr übertrieben werden sei und weder die Bedeutung habe, die Protopepescu ihr geben wolle. Der Minister gab eine Darstcälimg des ioahren Sackver- Annahme, -als ob es sich um persönliche r? ? K - T 6 or H-.^audle, für unbedingt unrichtig Er saate daß seiner Äftificht nach Soceleann, gegen den sich die' erwähnten LÄrwurfe richteten, vielleicht unüberlegt gehandelt habe daß feJ5? Korruption keineRede sein ksnneTn MniftÄ betrachte alle Verleumdungen mit Verachnmg. Tie lentralkom- * .vollkommen ihre Pflicht (Beifall) und ^rde ^

scheiden, was mit der Summe -zu geschehen habe. Er, der Minist'r man sre nicht ^annehme. Nachdem sich mehr erg diesem Smne aussprachen, war der Zwischenfall ledigt. Viktor Ionescir begründete eine Interpellation üb-r bip zugunsten Deutschlands und von den Deutschen im Lande be Propaganda, bei der es zu einE leb haften Wmt Konstantin Arion und Delavranza kam Auf die Bemerkung Delavranzas: Wir haben niemals aeaen hi? w"!

h^ 9 r 9 ar ln x? öm ? Iütt geschmiedet, aber Arion hat das mit Hilfe des Auslands getan, erwiderte letzterer: Das ist eine Infamie!

Die türkischen Finanzen.

10., Febr. (WTßg Nichtamtlich.) In Jv^ 3 r &md ? t, cn beTt rnteriMiftische Finanzmi- Y in der Kammer gab, stellte er zunächst NE ttadflfcen Gebarungsjahres ein Defizit

oon rund 14 Millionen Pfund answeist und um 5Hz Mlllio- uen großer sei als das im lausenden Finanzjahr vor­gesehene. Hiervon entfällt ein Anteil von 31/2 Millionen aus vermehrte Ausgaben, während der Abgang von 2 Millio- nen sich aus der Verminderung der Einnahmen erklärt, -ine -Voranschläge für Krieg und Märine sind fast unverändert, ^ * 11 bon ^äfen und von Eisenbahneii sirrd durch die Militärverwaltung 1 460 000 Pfund ausgeworseri. Bezüglich des Ergebnisses des lausenden Gebahrungsjahres stellte der Minister l t]t ' der Ausgaben bet einem Voranschläge

dou ,4.WO 000 Psuno, Ergänzungskrediten von rund 26 Millio­nen, darunter 20 Millionen hauptsächlich für Anforderungen des Kriegsministerrums, 62 Millionen Pfund erreichte. Tie Ein­nahmen des ersten .Halbjahres betrugen rund 11 Millionen. Die erreich-Ungarn und Deutschland gegen die Emission von Kafsenscheinen abgeschlossenen Vorschüsse ergaben 14h. Millionen. Mit Dtefeit Goldbeständen konnte der Staatsschatz die .Kriegsaus­gaben decken und, soweit möglich., die Kosten der Zivilverwaltung bestreiten^ Einnahmen des zwecken Halbjahres warfen unge­fähr 10 Millionen ab.

Damit und mit denk Ergebnis der Vorschüsse von 20 Mil­anen, die mit Ermächtigung der Kammer mit der deutschen Regierung abgeschlossen worden sind, wird der Staatsschatz ge­nügende Mittel besitzen, um bis zum Ende des am 31. März ablaufenden Gebahrungsjahres alle ordentlichen und außerordent­lichen Ausgaben zu decken. Im Voranschlag für das nächste Ge- bahrrlngsiahr sind 3 Millionen für die Unterstützung erwerbsloser Familien von Soldaten ausgeworfen. Außerdem wird an diese Fa- Nilren Saatgut verteilt werden. Ferner wird der Staat dafür o^ 9 en, daß ihre Felder bebaut werden, um eine hinreichende Ernte im nächsten ^ahre sicherzustellen. Was die militärischen Regui- Ntronen betrifft, so konnte der Staat, wie der Minister ausführte, i. m ^ sämtlich bezahlen. Dagegen gestatte er, daß Steuern mit Rcguisltionsbonds beglichen werden. Schließlich stellte er die Reauisitronen selbst soweit als möglich ein, indem aUe Käufe be 'zahlt werden.

Ein französisches Flngzeuggeschrvader über Smyrna

London 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DieDaily News meldet aus Athen: Man erfährt aus Mytilene, daß gestern ein franzos isches Flugzeug-GeschwaderSmyrnabombar- diert hat. Ueber den angerichteten Schaden wird nichts gemeldet.

Das französische Flugwesen.

H a oA?' I? ^ ebr lWTB. Nichtamtlich.) Der Artillerie- Oberst Artre Regnrer, Drrektor an der pyrotechnischen Mrlttarzentralschmle, ist zum Direktor des militä­rischen Flugwesens im Kriegs Ministerium er­nannt worden.

Die neue englische Kriegsanleihe.

* ? °r5 b ' i°- ^Ebr. (WTB. Nichtamtlich.) DerDaily Tele graph schreibt: April wird eine neue Kriegs anlei

- - .. 11 ai v. .uueysumeu t

von unbegrenzter Hohe ausgegeben. Man hofft, ^daß ihr ctn beträchtlicher Sieg im Felde vorausgeht.

Der beekrieg.

Berlin, 10 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Schioeiz gelangen, angeblick)^ aus Südamerika, Nachrichten hierher, daß es deutschen Handelsschiffen gelungen ist, trotz der Bewachung durch englische Anegsschisfe unter der Flagge der Unionsstaaten süd- amerikanische Hafen zu verlassen, um im Atlantischen und E t i l l en O zean zu kreuzen. Wie wir an zuständiger Stelle erfahren beruhcm diese Nachrichten auf freier Erfmtdung Unsere Gegner können sich unschwer überzeugen, daß die Schiffe

Öafm l/^en. Wir können in "einm Verdächümrng der Schifft mir eure feindliche Finte erkennen.

Aus dem Reichs.

Eine Zentralstelle für Gemüsebau im Kleingarten

Kr 10 ^ F 11 - lWTB. Amtlich, Zur Förderuu-, des für

me B 0 1ksernahrung überaus wichtigen Gemüsebaues Reichsamt des Innern eine Zentralstelle für den Gemüsebau rm Kleingarten eingerichtet. Der ZEalstelle befindet sich in Berlin, Behrenstraße 21.

Gemeinden und der Volksernährung, sich Mit der Zentralstelle m allen den Gemüsebati im Kleingarteii betrefftnden Fragen schleunigst in Verbindung zu setzen.

Der türkische Bericht.

«^M'ü'LLLre E««»>»»

t,n/" Kaukasus- und Jrakfront nichts von Vedeu-

K,Februar beschoß d^e russische Flotte, ohne be- c^n^.^den anzurichten, den Kohlenhafen von Z 0 n g u l d a k l $' ß Augzeug-Mntterschiff, das am Kampfe teilnahm' tunröe ^urch eines unserer Unterseeboote torpediert

An der D a r d a n e l l e n f r 0 n t beschoß am 7. Februar ein Kreuzer auf der Hohe von Ieni Schehir erfolglos mit zecht G?a^ Ä 1 }.^ $f ]tc von Tekke Burnu. Unsere Artillerie schlug ein ^ugzeug m bie Flucht, das vormittags Sedd-ül-Bahr uberflog. Em anderes Flugzeug, das denselben Abschnitt ital ,ni f ta -?f.^rflog, enffernte sich infolge unseres Artilleriefeuer' and ituchtetc nach Jmbros, von einem unserer Flugzetige^nfolgt'.

Die Einschließung der Engländer bei Kut el Amara.

London, 10. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus D e l h i : (Jui Communiqus über die Ovnatio- neu m M e so v 0 t a m i e n besagt, daß General T 0 w n sh e n d noch innner Kut el Amara als einen Punkt sttategischer Bedeu­tung behauvter und datz General Aylmers Operattoneu bezweckcm ihn dort zu unterftützen. Es ist kein Rückzug beabsichtigt. '

... "Times" schreibt dazu in einem Leitartikel:' Diese An- ftmdigung lst interessant, weil sie bie künftigen Absichten enthüllt fi* lcf $ l)t bie , Hauptsache, daß bie beiden Generale

A öerein . t ^ e 1 l - General T 0 wn s hend wird bei Kut el Monaten belagert. Das ganze Reick ^tsaskolonnm die schwicrigm 28 Mei.

, weicye sie von Kut el Amara trennen, uberwunden haben."

Aus Stodt uud Land.

Gießen, 11. Februar 1916. Die Balten.

. .Ter für gestern abend 8^ Uhr im Saale desGesellschaftsver- crns^ angesetzte Vortrag über ,D>te Balten", der, wie aus der Einladung zahlreicher hiesiger Vereine hervorging, lebhaften Anteil erweckte, wurde^in Stelle des erkrautten Rittergutsbesitzers Silvio Bvoedrich, von Tr. Stafen Hagen, ebeiffalls einem Kurl ander geyatten. '

Wie der Redner ausMrte, kamen zwn ersten Male deutsche Kaufsahrer von Labeck aus im 12. Jahrhundert m dre Dünamtin- dnng^ Als eigentlicher Gründer der Kolonie Riga wird Bischof ?^bert angespwchen, der auch den Schwertbrüderorden gründete durch dessen Tätigkeit bie Stoen, Kuren. Eschen und Letten unter* hrorfen nmrdem Ws er seine Aufgabe gelöst hatte, war auch der Lsruen aufgerreben und wurde vom Deuffch'herrnorden abgelöst der ^uterwers-ung vollendete bis zu jener Grenze, von der Ostsee den Peipuchee nach dem Tnjepr, die von keinem geringeren m A ölC natürliche, strategische Grenze gegen ^ das astatische MoSkowttertum aufgestellt wurde. Neue Bistümer und Städte nmrden gegründet. Me Städte ivaren der Hcntsa angeichbosten und die Bedeutung der balttsckzen Pwvinz«i war groß fürs Reich, denn ne bildeten das Durchgangsland für den deilffchen Handel tu , der ,Ostsee. In Gwß-Nowgorod l/atten bic

Viertel, den deutschen Hof von §rrschien^' ^ ^ ans fte den ganzen nördlichen Handel be-,

r-rßvi schwerer Schlag für die blühenden Lande war die erste Schlachtber T an neu b erg 1410, wodurch der Orden Livland an Polen v'brlor Der Orden blieb zwar souverän, war aber von Livland abge^chnttten und auf die verwaisten Provinzen erhoben Polen und Danenmrk ihre Ansprüche, und auch die Moskowiter

Anfang des 16. Jahrhunderts A fte -ben GiNfall, wurden aber zweimal unter dem Land- marschall Walter von Plettenberg aufs Haupt geschlagen und m der nun folgenden 50jährigen Friedenszeit hreitete sich die / r ^n a t i o n aus. Hierauf gelang es Iwan dem Schrecklichen die Livlander zu schlagen, ^hr Kampflied:Christ ist erstanden' mtonte vergeblich der Landmarschall fiel, die Ordensfahne sank Tre Gmufamkeit der Moskowiter kannte keine Grenzen. Tie alten Choomken zahlen alle Greuel her, die sich die Russen diesmal in '.stpreußen zu schulden kommen ließen. Livland wn.rde völlia ver- Nlchtet Es kam mit Esthland an Schweden, Kurland wurde ein polnisches Herzogttim In dieser Zeit hat sich das Reich nicht um die Balten gekümmert, obwohl sie während der Ausbreitungszeit ^t^bsEnatron Mutschland vor dem äußeren Feinde bewahrt

führte Peters des Großen Kampf um den Besitz^er Ostsee die zweite Schreckenszeit über die Balten A' Aer Befehl des Zaren hatte gelautet,Zerstöre alles", und dieser Befehl konnte nicht sorgfälttger ausgeführt werden.

Frieden fiel das Land an Rußland. Es bildeie einen deut^ !chen ^L-taat im russischen Reiche, hatte seine deutsche Verwaltung, und ein >v blühendes Vv lksschnlwesen, daß nur 2% An­alphabeten gezählt wurden. Dorpat war seit 1802 Universität mit deutscher Sprache. Enge Beziehungen bestanden mit Deutsch- ^.'»^E^der und Hamann hielten sich in Riga auf, Kants r rrUl L. i)( r r^men Vernunft erschien bei ecnem jetzt noch bestehen- ?/u Rigaer Verlagshause. Schillers Don Carlos erlebte seine mcister"^^ unb Richard Wagner war dort Kapell-

In den Anfang der russischen Herrschaft fällt die Befreiuna von der Leibeigenschaft, die vom Rittertum selbst durch- gefuhrt wurde ^per Gutsbesitz durfte auch nur von Bauerti ge­kauft oder verkauft werden. Die volitischen Angelegenheiten wurden lelbft verwaltet, Stimmrecht für den Landtag hatten me ttoligen imd die Großgrundbesitzer. Anträge zur Heranziehung ocr ofluent lturbcit wiederholt von der russtschen Regierunq ab- gelehnt, weil sie sich dadurch eines wirksamen Mittels, die Letten zu verhetzen, beraubt hätte.

Tls das neue Deutsche Reich gegründet hvurde. ttafen die Balten ^^5. 1 a J ^ f $ i . ä <1 Russisch wurde die Landessprache,

Richter kamen ms' Land, die das niederdeuffch geschriebene Recht nlch. einmal lesen konnten, die Verfassung der Städte wurde umgestoßcui und die schulen russifiziert. Me Letten und Estlfen Si ^ an ihren blühenden Volksschulen, die Zahl der

?S eg au -- Prozent und eine sittliche Ver-

wahrlofung griff um fich. Die Revolution 1905 war nicht v Teutfchen gerichtet, nur gegen die zarisckfe Negierung Vp b .trotzdem hatten die Deutschen ebenso wie

stellttn fcZT' bK W Uf ^ d-r Rrgrcntng

»-LLKL S U8 S »L 5

rung btlDcn, ruht doch ui ihren Händen die kulturelle B e- Landes. Tie Hälfte des gesamten privaten .^utWr Hand. Die Ritterqnts- lil'ßZ fi m ? fr -/aß alle deutsch. Die deutsche Oberschicht AL 3 s atlonakl1 3»vecken mit erheblichen fteiwilli - gen Steuern, ttls Korperationeu und Vereinen wieder das Reckst >vurde, Schulen ihrer Sprache zu gründen, brachten die ^00000 Mark allein dafür auf. 5 deutsche Gym- sch-acke^denffch^ ^ Ätiegc ' Landtage war die Geschäfts-

dtnch irr den Städten ist die Hälfte bis zwei Drittel des

kXvA Al d/i/scv m deuffcher Hand, ebenso sind die Stadtverordneten fa,t nur Deutfche. Es wird stteng darauf ge-

sm rV fein in Nichtdeutschen Besitz übergeht, weil das abhängig ist. Ebenso ist der Handel m deuffcher Hand An der Unwerntat Dorpat wird in deutschn ^hen d^tsche Landsmannschaften. Allein 4 6 Ieitnngen und ZeiffckMften erscheinen in denffcher Sprache, zur Forderung der Kulturintereffen bilden den geistigen Deutfche Verein hatte über 1 Million jährliche Einkünfte und Ausgaben. Er rief 72 Schulen ins Leben errichtete Bibliotheken und Sparkassen und wurde von tätigen Frauenbünden unterstützt.

f ^ C11 k"d G sthen sind bis auf die Sprache deutsch-

ftiltwierte Baumn. Sie erlernen das Deutsche leichter wie das SÖX/ Svrackze stark mit niedersächsischen Lehnworten

euvckstetzt ist. Rn Goldmgen drängten sich die Letten in die während a/i,KrlAes eroftne1e deutsche Schule. Die Letten sind ein aus- fterbendes Volk won nur emtausendstel Bevölkerungszuwachs.

oEntsche Bauer fehlte m jenen Provinzen, seit der s £ hc \ ^°uen verschlosfen war. Nach der Revolntwn ^ ^"UHend gelungene Versuch gemacht, deutsche Kolonistenbauern aus dem Innern Rußlands anzusiedeln Es wurbm rn Kurland 13 000, in Livland 7000 Kolonisten cm- hierzuist Merreichlich gegeben. 22 Pro- P 1 b Domänen, die Bevölkerungsdichte be- tragt 28 Menfchen ans den Quadratkilometer. Wenn die 2 Mill der vom Zaren enteigneten deutschm .Kolonisten dort an gesiedelt wurden, stiege die dickte erft auf 50 Menschen ans den Quadrat- -Bevölkerungsdichte Ostpreußens gleichkanw. Berechnungen haben ergeben, daß bei emer Erhöhung um 21/2 Millionen und einer Erweiterung 1 ttet r bie wirtschaftliche Bedeutung dm

balttsckMi Provinzen so gesteigert würde, daß sie einen Getreido-

- 1 f l J I;l0n ?^unen lieferten, was nn»- ^ ^ dem .Kriege etwa gleichkame.

gleichen Verhältnis tvimte unsere Einfuhr an Pferden!

^e/wmdm ^ hUX{$ * ^^berschuß der baltischen Provinzen

Erlaufe schilderte der 'Vortragende die tragffcbcn ^ f aIten seit dem Tage der 9Nvbilmachung und l^mlichen Hoffnungen. Der Deutsckfe Eerem wurde aufgelöst, ^Hulen geschlossen, me Zeitungen unterdrückt, die deutsche Sprache au, der Straße, ,ogar im Hause und in verschlossenen Briefen verboten, was die Balten um so härter ttaf, als sie zum größten Teil kem rtlfftsch verstehen. Als Strafe auf den geringsten

übipünA^^^i^Pgnis. Verschickung nach Sibirien' und' Er- schwßung. Selbst Schulkinder wurden mit Gefängnis besttaft. ZEl ledem deutfchen Erfolge wurde der Druck auf die Balte!: um )o schlmnner. Eme Hilfsaktion .für die notleidenden Verschickten.

,ebenfalls mit Verschickung geahndet. Tragisch foar das Schickfal der nn rufsrfchen Heere dienenden Balten. Trotzdem er-

bte den deutschen Sieg und im

ttnfckstuß daran ans eme bessere Zukunft.

mtp asicttisck^n Horden verfolgt den gleichen Zweck

wie dav Kolonistengesetz, das schoik die Enteignung deutschen Grund- *AL m o C £? ^Erobernden Gebieten vorsah. Rußland verlangt wrch.der Offfee. Llbau und Reval hat es seine Kriegshäsen, ' !« R/Za bedeutende Werften Die OstseeistRußlandsAus- 'f !' 1 !.! 1 Schweden und Deutschland. Das ganze

rilsflfche Hinterland hangt nom Besitz der eisfreien Ostseehäfen ab. ^ie Nacht, die sich m den Befitz der eisfreien Häsen setzt, har das ~ m0n cvrS* ^.Rußland, dem es dann auch unnröglich sein '

Rußlands Angst davor zeigte d^ ^ Irländischen Domänenbesitzes, in dem

wre? dlufkcmfs von Bauerngütern, in der Vernichtung der baltüchen Landwirtschaft und Industrie. Ter letzte Ministerial- befchluß geht sogar dahm den ganzen protestantischen Besitz zu Mrnichten. Benndrc deutschen Heere wieder abziehen. im'rd das Balt^itmn vernichtet und die Ostsee das unbestrittene Ansfall^tor oer Ruffen fern.

der Redner von einem heimlichen Wu ns che der Rigaer Deutschen, an Stelle jenes E r z st a n d b i l- etc r 0 dcs Großen, das, von den Rußen entfernt, auf dew Grund der Itsee hmabfank, auf dem freigewordenen Sockel ein

APAllL 0 1 ft . a l h zu errichten, ein Wunsch, der bei den Anwesenden eingehendes Verständnis und reichen Anfall fand.

z. z

.. Derso na ln ach richten. Das Ehren

zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen' Georg Gottinann n., Wilhelm Hosmann I., Wilhelm K r « f U' Wilhelm Kern III., Ludwig Meyer I., Georg Pferffer IV., sämtlich zu Eberstadt bei Darmstadt.

- ** treib cf d) v 0 t Die Landwirtfchastskmniner für

das Großherzogtnm Hessen schreibt uns: st^ach Mitteilnim der Landesderteilungsstelle für Fnttermittel werden mm- mehr lmeder größere Mengen Getreideschrot als Futtermittel zur Verfügung gestellt. Die Landwirte, die von der früheren Lieferung erhalten haben, wissen., welches gute Futtermittel dasselbe darstellt. Durch die Be­reitstellung dieses Fiutters ist den Landwirten die Möglichkeit geboten, M i lch zu erzeugen und Schweine in ailsaedehnLe- rem Maße zur Mast arrfzustellen. Die Landwirte werden auf- gefordert, bie gebotenen Futtermittel fich zu besckwffen und Mrlch und Fleych zu erzeugen im Interesse unseres Vater­landes.