Ausgabe 
10.2.1916 Erstes Blatt
Seite
35
 
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«otendecrmig Und Goldbestand p stärken. Das k<mn znm allgememen Dosten geschehen, ohne baß der Einzelne davon Schaden hat Im Gegenteil, er kann sogar Zinsen ziehen nnd ledcnsalls die Gefahr des Abhandenkommeirs von Geld- Mitteln beseitigen, wenn er sie ans sein Wonto einzahlt uird Zahlungen invglichst an sich nicht in bar oder Banknoten, sondern durch Überweisung mit» Verrechnung vollziehen läßt- Kleine Unbequemlichkeiten dürfei, davon nicht ab­halten. Was im Frieden schon erstrebenswert n>ar, nämlich den Barverkehr ein zu sch ranken, das ist im Krieg unerläßlich, weil es die deutsche Widerstandskraft ans Wirt- schastlichem Gebiete stärken Hilst. Wo es sich um so große Ziele zum Besten der Allgemeinheit handelt, wird der Einzelne init größeren Baroingängen auf unzeitgemäße Ge- wohnheiten gern verzichten.

** Obst- und Gartenbauv er ein Gießen Am Samstag, den 5. ds. Mts., fand im Fel senkest er abends 8 V 2 Uhr emc Mitgliederversammlung des Vereins statt Auf der Tagesordnung llund ein Vortrag des Offizierstellvertreters Obstbautechnikers Lorentz über das Thema:Wie fördern wir die Rentabilität des Obstbaues?" Der Vortra­gende erörterte in etwa IVsstündigem Vortrage das Thema in übersichtlräier Werse, besprach zunächst die kleinen Mittel zur He­bung der Rentabilität bei sc^on bestehenden Anlagerr durch sorg- fältioe Baumps eg^, Bodenbearbeitung, Düngung, naturgemäßen Schnitt, Schädlingsbekämpfung, tadellose Obsternte, Sortierung, Verpackung urrd Versand. Dann kamen die indirekten Mittel zur Förderung der Rentabilität des Obstbaues, gründliche technische und kaufmännische Ausbildung bezw. Wahrnehmung einer jeden Gelegenheit dazu zur Verhand'ung, weil rmr die vielseitigste Um­schau imstande sind, bei Herstellung einer Neuanpflanzung vor groben Fehlern zu belvahren. Darauf ging der Berichterstatter zu der Herstellung von yttuanpflanzungen mit landwirtschaftlichen Unterkulturen über und warnte im Interesse der Landwirtschaft vor fru dichter Pflanzung und namentlich vor Zwischenpflanzung von Steinobstbäumcn zwischen Apfelstämmen. Ms beste Boden­vorbereitung wurde bei dickster Pflanzung z. B. Mirabellen zwischen Birnen oder Süßkirschen das Rigolen der Baumstreifen mit denr Rigolpflug und Untergrundspflug empfohlen und ge­raten, die Baumstweifen dauernd mit Hackfrucht nach erstmaliger Gründüngung zu bestellen oder abwechselnd einen Ackerstrcifen zwischen zwei Danmrcihen mit Hackfruckst und den nächsten mit Halmfrucht anzubaucn, damit die Baumpflege ungehindert ausge­führt werden kann. Für ganz intensive Öbstkultur wurde An­pflanzung von .Halbstämmen und Buschobstbäumen mit Bcerenobst und Gemüse, besonders auch Rhabarber und Spargel als Zwischen­kultur in eilige friedigten Grundstücken, bei Erdbeeren die Anwen­dung der natürlichen Vermehrung durch Hinüberrankenlassen, empfohlen. Die Grundstücke sollten aber möglichst quadratig sein, damit die Umzäunung billig, Uebersicht und Forstschutz, leicht ans- zuführen sind. Vom Obstbau ohne irgendwelche Zwischenkulturen wurde entschieden abgeraten, da die Obsterträge durch Spätfröste und Trockenheit viel zu schwankend, die Zwischenkultnren dagegen viel sicherer sind und so einen etwaigen Ausfall an Obstfrüchten aus­gleicheil. Dem Vortrag wohnten auch einige dreißig Verwundete, Schüler des Vortragenden, bei.

"Viehhändler-Verein für den Kreis Gießen- Eine von etwa 60 Viehhändlern aus Gießen, besonders aber aus Ortschaften unseres Kreises stark besncbte öffentliche Viehhändler- Versammlung beschäftiqte sich mit der Schaffung einer Organisation dieser Handelstreibenden. Es wurde beschlossen, einen Viehhändler- Verein für deil Kreis Gießen zu bildeil, den: aitcf) Viehhändler au§ den preußischen Nachbarkreifen als Mitglieder beitreten können. Dem Verein traten sofort 50 Mitglieder bei, die den Entwurf voll Satzungen annahmell, wonach - der Verein sich als eingetragener Verein allftun soll. In den Vorstand wurdell gewählt: Hermann K a tz - Wieseck 1. Vorsitzender, Alex B a n in - Gießen dessen Stell­vertreter ; Ferd. Bär-Gießen Schriftführer nnd Liebmann K a tz- Osteßerl Rechtler. Zn Beisitzern wurden ernannt: Leov. Eckstein- Kesselbach, S. K a n il-Ruttershausen nnd D. Ster n-Londorf.

** Früherer Ladenschluß. Nachdem der Laden­schluß an Sonntagen von der Behörde aus 2 Uhr festgesetzt nnd der Wochentags-Geschäftsschluß auf 7 Uhr abends von eirngen Geschäftszweigen eingeführt ist bezw. eingeführt werben soll, hat der mit der Bearbeitung der Angelegercheit beauftragte Ausschuß, da er den Forderungen, eine be­hördliche Schließung aller Geschäfte rmr 7 Uhr abends anFustreben, nicht glaubt willfahren zu können, beschlossen, die weitere Verfolgung der Angelegenheit den einzelnen Brairchen zu überlafserl. Beweiskräftig für das Verständnis der sozialen Bedeutung dieser durch den Krieg veranlaßten Neuerung, deren allgemeine Einführung ein großer Teil unserer Geschäftsleute auch für Gießen herbeiwünscht, ist ein Aufsatz in derDextilwvche", in denr über den 7-Uhr- Ladenschlnß in Braunschweig u. a. folgendes zu lesen ist: Es handelt sich bei diesem Borgehen um eine in vollster Freimütigkeit und großer Einmütigkeit dnrchgeführte Maßrrahme der Detaillistenschaft aller Zweige. Durch ein gemeinsames Rundschreiben von 120 Firmen ist diese Be­wegung ein geleitet worden und hat allgemein Nachfolge gefunden. Dre Handelskammer und das Generalkommando haben sich allerdings auch mit einem späteren Stadium be­flißt, indessen ist bisher keinerlei amtliche Maßnahme er­folgt. Vielmehr hat die Bewegung aus sich selbst l)erans bereits einen so großen Umfang angenommen, daß die fast vollständige Ärrchführung bereits ans diesem Wege ge­sichert ist. Die Gründe sind sowohl Ersparung an Kosten für Heizung und Licht, wie hygienischer nnd sozialpolitischer Natur. Allgemein ist der Wunsch, die Maßnahmen auch in Friedenszeiten für die Sommermonate beizubehalten. In diesem Sinne sprechen sich säst alle Braunschweiger Ge­währsmänner ans, von denen keine abweichende Stimme zu verzeichnen ist. Unter anderem schreibt uns ein sehr an­gesehenes nnd altes Geschäftshaus:Wir bemerken noch, daß mar: von vielen Seiten den Wunsch äußern hört:hof­fentlich bleibt es auch nach dem Kriege so", wie sich auch allgemein daranschließend der Wim sch nach einer gesetzlichen allgemeinen Sonntagsruhe geltend macht. Die Kündschaft nru'ß dazu erzogen werden, die Einkäufe zeitiger am Tage #u machen, und wenn sie das jetzt während des Krieges lernt, dann wird es auch nach dem Kriege der Geschäftswelt nicht schwer fallen, bei einmütigem Vorgehen die getroffene Einrichtung beizubehalten, falls nicht so wie so der 7-Uhr- Ladenschlnß bis dahin gesetzlich eingesührt sein sollte. Es wäre das eine oder das andere mit Rücksicht auf das persön­liche Wohl der Geschäftsleute und ihrer Angestellten sehr zu wünschen."

** Verkehr mit Kriegsgefangenen in Japan. Nach vielfachen Klagen unserer kriegsgefangenen Landsleute m Japan kommen schon seit langer Zeit Postsendungen, dre auf Wege über Schweden -RußlandSrbrrien an sie abgesandt waren, nicht mehr an. Es empfiehlt sich daher, dresen Weg nicht mehr zu benutzen und Sendungen an Gefangene in Japan nur noch mit denr Leitvermerküber Holland" oderüber die Schweiz" zur Post zu geben. Sendungen ohne Lertvermerk werden von der Post über Holland (Amerika) nach Japan be­fördert. Postanweisungen sind an die Oberpostkontrolle in Bern oder an das Königlich Niederländische Postamt im Haag zn richten, wo sie in Postanweisungen nach Japan umgeschrieben werden. Ueber alle Einzelheiten erteilen die Postanstalten auf Anfragen Auskunft.

Landkreis Gießen.

6. H 0 l z h e l m , 10. Febr. Der Unteroffizier Wilh. M ü Iler erhielt am 23. Januar die Hessische Tapserkeitsmedaille.

rru A b e n d st e r n, 10. Febr. Der M 0 t 0 rwa gen Wetzlar-

Lollar, der aus unserer Station Anschluß an

Bievertal-Bahn nimmt, traf heute mit einer vollen Stunde Verspätung hier ein. Kaum halte der Wagen die Haltestelle Atzbach passiert, so versagte er znin großen Leidwesen seiner vielen Insassen. Eine von Station Lollar telegraphisch angesorderte Maschine hotte den Triebwagen an seiner Unfallslelle ab. In­folgedessen erlitt and) der folgende Zug LollarWetzlar einige Verspätung.

Kreis Büdingen.

^ ^ Nidda, 10. Febr. Der Geildarinerie-Wachtrneister und

Statwns'iihrer Gustav Frühling von hier ist mit Wirkung vom ü Avril d. Is. nach Seligenstadt a. Ad versetzt worden. An seine Stelle kommt Wachtmeister Porth von Viernheim. Der beute hier abgehaltene Schweine m arkt lvar sehr mäßig befahren. Tie zahlreichen Kaufliebhaber fanden nur geringes Angebot. Tie Preise waren erstaunlich hoch. Es kostete das Paar Ferkel, etwa 6 Wochen alt, 70 bis 80 Mk., ältere das Paar 120 Mk. Der Markt war sehr rasch geräumt.

Kreis Schotten.

§ H a r t m a n n s h a i rr, >0. Febr. Der 78jährige Kriegs­veteran von 1870/7 1 Ludwig Henkel von hier wurde unweit Zelters bei Stockheim in der Nidder tot aufgesnnden. Jedenfalls ist der aste, hochbelagte Mann von der Srraße abgekommen und in den stark angeschivollenen Bach gestürzt.

A Ulfa, 10. Febr. Der Sohn des Rechners Philipp Hos- mann, Lehrer Heinrich Hof mann in Mainz, beim Fuß-Art.- Regiment Nr. 10, ist znm Unteroffizier befördert und mit der Hessischen Tapfer teils medaille ausgezeichnet worden. Starkenburg und Rheiuhessen.

ch. Bingen, 10. Febr. Bei der Bergfahrt durch das zweite Fahrwasser ist per SchleppkahnMerkur" in der starken Strö­mung, die lpas Fortkommen überaus erschwert, obwohl zwei Schlepper der Firma Raab Karcher vorgespannt waren, abgerissen. Ter Kahn trieb schnell ab und mit dem Hinterschiff gegen den Poßbachergrund gegenüber von Aßmannshausen. Das Steuer er­litt dabei Beschädigungen. Der Kahn liegt bei Aßmannshausen und muß geleichtert werden.

Hessen-Nassau.

Theobald Ziegler.

! Frankfurt a. M., 10. Febr. In voller Frische und ungewöhnlich großer geistiger Regsamkeit feierte heute Professor Tr. Theobald Ziegler seinen 70. Geburtstag. Ursprünglich Theologe, dann Gvmnasiallehrer, ist Ziegler schließlich Hochschul­lehrer geworden. Als solcher habilitierte er sich für Philchophie und Pädagogik 1886 an der Universität Straßburg, der er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1911 treu blieb. Neben seiner er­folgreichen akademischen Lehrtätigkeit betätigte sich Ziegler als ein ungemein vielseitiger Schriftsteller. DieGeschichte der Ethik", Der deutsche Student am Ende des 19. Jahrhunderts" und vor allemDie geistigen und sozialen Strömungen des 19. Jahr­hunderts" kennzeichnen am besten Zieglers Bedeutung für das geisttge Leben Deutschlands. Seinen Hauptruhm verschaffte und sicherte er sich aber als tiefgründiger Kenner des Schulwesens, er darf als Begründer der Sozialpädagogik bezeichnet werden. Die deutsche Volksschullehrerschast nennt ihn mit Stolz ihren wahren Freund. In Würdigung dieser Tatsuche wurde Professor Ziegler auch heute zum Ehrenmitglied des Frankfurter Lehrer Vereins ernannt. Seit 1911 wohnt Professor Ziegler in Frankfurt a. M. Er nimmt hier im öffentlichen und wissen­schaftlichen Leben eine führende Rolle ein.

--- F r a n k f u r t a. M., 9. Febr. Auf dem Grundstück der Kohlenhandlung E. Michels fiel der 46jährige Fuhrmann Matthias Habensberger von einem Wagen. Er erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er auf der Uebecführung in ein Krankenhaus verstarb. Bei dem Zusammenstoß eines Straßen­bahnzuges mit einem sehr schnell fahreirden Kraftwagen am Theaterplatz wurden beide Fahrzeuge so schwer beschädigt, daß sie abgeschleppt werden mußten. Leider erlitt auch ein Fahrgast schwere Verletzungen, die seine sofortige Ueberführung in das Krankenhaus erforderlich machten.

ßj Marburg, l0. Febr. Die H 0 eb st a p l e r i n , die kürz- lich hier nnd tu Gießen eine Anzahl Geschäftsleute durch Aufgabe von Bestellnngen und Entnahme von allerhand Sachen schwer schädigte, ist ermittelt.

rtttiversUät-.Nachkrchten.

Frankfurt a. M., 10. Febr. Für die im Felde ge­fallenen Studierenden der hiesigen Universität werden nach Been­digung des Krieges Gedächtnistafeln in dem Universitäts­gebäude angebracht.

vermischtes.

* Die Schönheit des dunklen Pa^is. Fast täglich konnte man in den französischen Zeitungen Klagen über die Finsternis in den Straßen lesen, die so viele Unglücksfälle mit sich bringt. Es gab sogar viele Atenschen, die sich in ihrem Aerger soweit sortreißen ließen, zu behanpten, die Regierung habe die Finsternis nur aus Sparsamkeit über die ftühere Lichtstadt ver­hängt. Nun aber, wo die Pariser durch! die Zeppelin besuche eines Besseren belehrt worden sind, beginnen _ sie notgedrungen die Schönheiten der dunklen Stadt zu besingen, ja, sie bedauern es nachträglich, daß die Schönheit der Nacht solange verkannt wurde. So weiß ein Berichterstatter desTemps" in einem Dithyrambus auf das dunkle Paris Vietor Hugo als Zeugen für die Schönheit der Nacht aufzurusen, die vor dem Kriege leider von den Be­hörden und den Vekttikern in einen künstlichen Tag verwandelt worden sei.Jetzt, wenn der Wolkenvorhang sich etwas öffnet, ist Uns der nächtliche Himmel wieder geschenkt: der Mondcuschein verbreitet ein märchenhaftes Licht, das den Bürgern bisher völlig unbekannt war. Bei bedecktem Himmel hat die fast gänzlich in Nebel gehüllte Seine dumpfe, ernste Harmonien, die Whistler m Begeisterung versetzt hätten So entdeckt man in dieser Sinfonie der Dunkelheit eine ganz neue Stadt. Nicht nur die spärliche Be­leuchtung hüllt Paris in ein mystisch undurchdringliches Gewand, auch der Rauch der vielen neuen Unternehmungen hängt noch seinen verhüllenden Schleier darüber." Man sollte nun freilich erwarten, daß die neuentdeckte Schönheit der dunklen Stadt immerhin in einem gewissen Gegensatz zu der Stimmung der Bewohner stände, die ja als eine besonders siegesgewisse und optimistische geschildert zu werden pflegt. Aber dem Pariser Bericht­erstatter derDaily Mail", der die Poesie des finsteren Paris nidjit genug zu rühmen weiß, ist es Vorbehalten geblieben, auch hier eine eigenartige Harmonie zu entdecken, die vielleicht dazu führen wird, alle optimistische Gesinnung künftighin in eine graue Färbung zu kleiden.Ich find-, daß der graue Ton vorzüg­lich zu der Stimmung des Volkes paßt, er stimmt gut zu ihren geheimen Gedanken. Alles ist grau, nicht nur die Gebäude und die Außenseite der Dinge. Grau sind die Männer, die uns mit Kaffee «und Likör bedienen, grau die Schelkarten, ein grauhaariger Chaufteur bedankt sich! für das gelvohnte Trinkgeld. Sogar dre Zeitunsverkäuferin paßt mit ihrem grauen Haar in das Bild. In diesem Grair, in dieser Finsternis liegt viel mehr Poesie als in der früheren strahlenden Helligkeit."

Markte.

ke. Wiesbaden , 8. Febr. V i e b m a r k t. Auftrieb:

961 Rinder, darunter 40 Ochsen, 13 Bullen, 218 Kühe, 159 Kälber. 0 Schafe, 109 Schweine. Bei lebhaftem Handel und abermals anziehenden Preisen wurde schnell der Markt geräumt._

Briefkasten der Bedaktion.

Mnouyme Anfragen bleiben unberücksichtigt^

w in G Obwohl in der fraglichen Vnndesratsverordnung nur von der gesetzlichen zwei- und dreijährigen Dienstzeit die Rede ist, muß angenommen werden, daß auch die auf Grund des Wehr- pflichtgesetzes geleistete Kriegsdienstzeit bei der Aufwandsentschä­digung berücksichtigt wird.

t. 3. H. Das Zeichen 75 bezeichnet: Plattfuß, L Landsturm-

t _ __tanglichkeit, Z zeitige Uutauglichkeit. In Ihren weiteren Ansragell

den Schulerzng derist die jeweilige Entscheidung der Heeresoermattung zn erwarte n.

B. Während mit der Verleihung des Eisernen KreiueS 1870 die Zahlung eines Ehrensoldes verbunden war, ist tn der (Smeueninßlurfunbe 1914 nur erwähnt, daß eine versasfungs- inäßige Regelung der Ehrenzulage vorbehalten^bleibt.__

Aii-chl-che Nachrichte«.

Israelitische Religio,isgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge (Siid-Anlage).

Samstag, deil 12 . Februar 191t>: Vorabend: 5.15 Uhr- Morgens: 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbatausgang: 6.25 Uhr.

Israelitische Religionsgeselljchaft.

Gotterdienst.

Sabbatfeier am 12. Februar 1916:

Freitag abend 5.10 Uhr.

Samstag vormittag 8.3" Uhr.

Samstag nachmittag 3.3 > Uhr.

Snbbatalisgang 6.25 Uhr.

Wochengoltcsoienft morgens 7.00, abends 5.00 Uhr.

Wetteraussichten in Helfen am Freitag, ben 11. Febr. 1916:

Wew>eln 0 bewölkt, meist Nocken, kälter, Nachtfrost.

Letzte Nachrichten.

Russische Befürchtungen einer Offensive gegen Dünaburg und Riga.

Rotterdam, 10. Febr. Aus Petersburg wird gemeldet, gerüchtweise verlaute, daß bald ansehnliche deutsche Streitkräfte von der französischen Front nach der Front bei D ü n a bürg und Riga hingebracht werden sollen. Nach der Ankunft würde eine entscheidende Offensive gegen beide Städte anfangen, deren Beginn Mitte März zu erwarteir sei.

Neutrale Urteile über die Kriegslage.

A m st e r d a m, 10. Febr. ,,N i e u w s van d e n T a g" schreiben in einer Kriegsübersicht über die Aussichten einer neuen Frühjahrsosfensive und kritisieren dabei die Prophez-eiungsn des militärischen Mitarbeiters derTimes" über die .bevorstehende deutsche Offensive im Westen oder Osten, die infolge der Vorbereitungen der Verbündeten mißglücken würde, folgendermaßen: Angenom­men, die Deutschen wollen wirklich einen Angriff unter­nehmen, so sind die Alliierten nicht dort, wo sie sein sollen. Der strategische und politische Zustand ist, daß die Verbün­deten angreisen müssen, wenn sie den militärischen Zustand vor Beginn der Friedensunterhandlungen verbessern wollen. Die Deutschen müssen noch immer aus Frankreich, Polen und Belgien vertrieben werden; es ist unbegreiflich, daß man darüber in den Betrachtungen der englischen und ftunzösi- schen Presse nichts liest.

DieLusitania"-Angelegenbeit erledigt.

i. Köln, 10. Febr. DieKöln. Ztg." erhält eine Funk- spruchmeldung ihrech^Vertreters in Washington, wonach die Lusitania-An gelegenheit als beigelegt betrachtet wird.

Zur Aufbringung des DampfersAppam".

i. Köln, 10. Febr. Zur LluftrinPMg des DampfersAp­pam" meldet der Washingtoner Korrespondent derKöln. Ztg.", daß 14 deutsche Passagiere seit dem 1. Februar sich in der Nähe von Norfolk in Sicherheit befinden.

Haubitzen in Konstantinopel.

Kvnftantinopel, 10. Febr. Auf dem Platz vor dem! Kriegs Ministerium wurde am Mittwoch vormittag die von den Dardanellen zurückgekehrte österreichisch-unga­rische 15-Zentimeter-Haubitzen-Batterie durch den Kriegsminister Enver Pascha feierlich be- grüßt. Zum ersten Male seit Menschengedenken ertönten auf dem weiten Platze österreichisch-ungarische Hornsignale, als der Kriegs­minister aus dem Portale auf die wartende Batterie in Begleitung des Generalstabschefs Pronsart von Schellendorf und des Ar- tilleriechess von Schlee zuschritt. Auch der Minister des Innern, Talaat, war erschienen, sowie unser Milftärattachs von Lossow und der österreichiscki-ungarische General von Pamiamentvs. Enver Pascha äußerte den Wunsch, die,Batterie in Gefechtsbereitschaft zu sehen, und ließ sich alles von dem Führer der Batterie, dem k. und k. Hauptmann Manouschek, zeigen und erklären. Ein feines, halb verborgenes Lächeln ging über sein Gesicht, als ihm der Haupt­mann erzählte, wie er nrit seinem Geschütz am zwecken Tage nach der Ankunft eine gefürchtete französische Ddotorbatterie durch Steck­feuer zum Schweigen gebracht hattll Die Batterie hatte noch am 9. Jairuar um y*7 Uhr vormittags in die abziehenden Kolonnen des Feindes den letzten Schuß Und Volltreffer hineingesetzt. 31/4 Stunden weilte Enver Pascha bei der Batterie, die dann durch Pera nach der Fatimkaserne zog, wo der führende Hauptmann noch eine Ansprache an die Kaiwniere hielt und, tvie aus glüch- liäfer Heimkehr aus dem Felde üblich, das Gebet blasen ließ.

Zar und Großfürst.

Basel, 10. Febr. Baseler Blätter berichten, daß zwi­schen dem Zaren und dem Großfirrsten Nikolai Mkolajewrtsch ein Telegrammwechsel aus Anlaß der im Kaukasus errunge­nen russischen Erfolge stattgefunden habe. Darin betont oer Großfürst, daß das Schwerste noch bevorstehe.

Schweizerische Staatsangehörige nach Sibirien verschleM.

i. Köln, 10. Febr. Nach derKöln. Ztg." sind bei bem über­stürzten Rückzuge der Russen aus Ostpreußen auch eine Anzahl Schweizer, ^ümal Berner, mit verschleppt worden, die in ber Landwirtschaft beschäftigt iwrreit. Nach Ermittelungen wurden sie nach Sibirien gebracht. Versuche der schweizerischen Regie­rung, ihre Freilasiung zu envirken, blieben bisher erfolglos.

Giolitti in Turin.

Lugano, 10. Febr. Giolitti ist am Dienstag in Turin' eingetroffen und am Bahnhof von dem Bürgermeister von Turin, Ross i, empfangen worden. DerSecolv" macht darauf aufurerk- sam, daß die Ankunft Giolittis in Turin wenige Tage nach der An­wesenheit Salandras erfolgt sei, und legt der Tatsache politische Bedeuttmg bei.

Große Entnahmen aus den französischen Sparkassen.

Paris, 10. Febr. Bei den französischen Postsparkassen betrugen im DeFember 1915 die Einlagen 6 772572 Francs, die Entnahmen 113 182315Francsim Zusammen­hang mit den Zeickplungen auf die neue Anleihe.

Weitere Einschränkung der Nachtbeleuchtung Englands.

Haag, 10. Febr. Während bis jetzt nur in den östlichen und südöstlichen Bezirken Englands die Nachtbeleuchtung verboten oder stark eingeschränkt war, hat der letzte Zeppelinstreiszug ge­lehrt, daß auch die nordwestlichen und zentralen Graf­schaften nicht sicher sind. Daher wird das Verbot künftig auch für diese Gebiete gelten. Auch die Städte N 0 t t i n g h a m, Sheffield, Liverpool und Derb y haben Verbote in gleichem Sinne erlassen. Der Bürgermeister von Birming­ham hat mit seinen Kollegen der Nachbarstädte Beleuchtungs- Vorschriften und Zeppelinwarnungen vereinbart, und für dies» Maßnahmen die Bestätigung der Regierung beantragt.

Die fürsorgliche Türkei.

Konstantinvpel, 10. Febr. Ter Berwaltungsrat de» türkischen Flottenbundes beschloß, die Initiative zur Organrsation des Anbaues der unentbehrlichen Leben s mr t tel, wie Weizen. Mois. Gerste und Kartoffeln im großen Maßftave zu ergreifen. TerDänin" veröffentlicht bereits eine Reche von Artikeln, in denen er die Bevötkeruirg und die Schuliucumd von Konstantinopel auffordert, nach dem Beispiel Ocsterrerch-Unganrs und Deutschlands in der Umgehung der Stadt Gemüse- und Zrer- gärten zu bebauen.