»Svrgung haben öirriai, oas aua) oa£ A*h> oer Czerrtagorzett ui lauten Händen ist.
Jrn Rahmeir der Patrouillengefechte aicf der Nordostfront (toetfctent ein mit besonderem Schund durchgesührtes Reitergefecht ,mn unteren Styr l-ervorgehoben zn nwrden. Hier warf unsere Kavallerie an Zahl weit überlegene Kräfte Zurück.
Entgegenkommen Rumäniens?
Berlin, 2. Febr. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Dofia gemeldet wird, zeige Rumänien in der Getreidefrage Entgegenkommen. Nach Ablieferung der angetansten 50000 Waggons sollen weitere große Mengen an Getreide und Futtermittel nach Deutschland und Oester- . reiche Ungarn aus geführt werben. Die englischen Aus - .kaufe sollen die Durchführung des bereits beschlossenen Ausfuhr Vertrages und des Waggonverkehrs nicht behindern. 'Die Englischen Agenten hätten einen ums zwei bis drei Franks I höheren Preis pro 100 Kilogramm der einzelnen Getreidesorten bezahlt, als seinerzeit die deutschen und österreichisch- ungarischen Aufkäufer.
Munitionsmattgel in Italien.
Bern, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Jdea Nationale" erklärt, das Problein der Herstellung von Munition, Waffen und Flugzeuge werde für das italienische Heer immer ernster und dringlicher. Die Erzeugung müsse erheblich gesteigert werden, um die Kriegskraft des Heeres auf der nötigen Höhe zu halten.
Helfferich in Wien.
Wien, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter nrelden, hat der Kaiser dem Staatssekretär Dr. Helfferich das Großkreuz des Leopoldsordens verliehen. Bei dem gestrigen Festmahl zn Ehren des Staatssekretärs feierte der ^Mrnisterprüsident Graf S t ü r g k h, der „Nenen Freien ^Presse" znfolge, in einer Ansprache den Staatssekretär, der in Wien als guter Freund herzlich ausgenommen werde, ^eder sei hier voll Bewunderung für die Führung derReichs- »fincrnzverwaltung, sowie für seine großen glänzenden Reden iim Reichstage, wie überhaupt für sein gesamtes öffentliches iWirken. Graf Stürgkh drückte die Hoffnung aus, daß das > Zusammen arbeiten der verbündeten Reiche auf politischem »Gebiete sie auch wirtschaftlich und finanziell einigen werde ftrnd daß sie dann mit geeinigter Kraft das Ziel eines vollen Erfolges gegen die Feinde erreichen werden. Dr. Helffe- rich drückte seine Freude darüber aus, nach Wien gekom- »men zu sein, wo er viele Freunde habe. Der Staatssekretär idrückte ferner die Ueberzeugung ans, daß -das Zusammen- lwirken der Leiden verbündeten Reiche nicht nur für die /Waffenbrüderschaft im Felde, sondern auch in gemeinsamer izäher wirtschaftlicher Arbeit zum Ausdruck kommen würde. /Das unlösbare Zusammenhalten der österreichisch-nngari- ffchen Monarchie mit Deutschland habe sich voll bewährt und Idie Erfolge eines gemeinsamen siegreich bestandenen Rin-
E ‘~~würden auch in späterer Zukunft reiche Früchte tragen, e Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifalle ausge- men.
Ein Bortrag deSReichstagsabgeordneten Naumann in Wien.
Wien, 1. Febr. (WDB. Nichtamtlich.) Der deutsche 'Neichstagsabgeordnete Naumann hielt heute abend auf ^Einladung des Oesterreichisch-deutschen Wirtschaftsverbän- ^des im großen Saale des Konzerthauses einen Vortrag über • das Thema: „Auf dem Wege nach M ittele ur o pa". .Der Saal war bis auf den letzten P'laH gefüllt. Das Publikum erwartete mit Spannung den durch sein Buch „Mittel- /eunopa" allgemein bekannten Bolkswirtschaftler. Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende des Oesterreichisch-deutschen Wirtschaftsveroandes, Erzherzog Karl Stefan, den deutschen -Botschafter, den sächsischen Gesandten, den Vertreter des ibayerischen Gesandten, die Vertreter der Türkei und Bul- >gariens und sämtliche österreichi.schen und anwesenden ungarischen Minister. Als Naumann die Rednertribüne betrat, wurde er stürmisch begrüßt. An vielen Stellen seines Vortrages, wo er das innige Zusammengehen Oesterreich- Ungarns und Deutschlands hervorhob, erneuerte sich der Beifallssturm.
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Der türkische Bericht.
-K-onstantinopel, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht. An der Kaukasusfront wurde ein feindliches Bataillon von einem unserer Vorposten des Zentrums angegriffen und mit einem Verlust von 200 Toten und Verwundeten zurückgeschlagen. An den übrigen Fronten keine Aenderung.
Die Ernennung des Sultans zum Feldmarschall.
Konstantinopel, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) An- , läßlich seines Geburtstages hat der deutsche Kaiser den ^Sultan znm F e l d m a r s ch a l l ernannt.
Eine russische Niederlage an der türkisch-persischen Grenze.
Berlin, 1. Febr. (Priv.-Tel.) Die „Vossische Zeitung" - meldet aus Konstan tinopel: Von der türkisch-persischen Grenze wird gemeldet: In der nächsten Umgebung von Saweh griffen 14 000 persische Krieger die russischen Krästean, warfen sie in die Flucht und erbeuteten einige Kanonen, 850 Gewehre, 8 Automobile und sehr viel Sanitätsmaterial.
Der russische Bericht.
Petersburg, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher russischer Bericht vom 31. Januar:
W e st s r o n t: Die deutsche Artillerie beschoß S ch l o k und entwickelte südlich des Babit-Sees eine lebhafte Feuertätig- : feit Bei Oger (5 Kilometer ivestlich Borkowitz) brachte der Feind im Schützeugrabenkampf Explosivgeschosse zur Anwendung.
1 Nördlich der Eisenbahn nach P o n i e v i c z und zwischen den Seen Med dum und Demmen begann der Feind eine heftige Artillerietätigkeit. In Galizien, an der mittleren Strypa ! umstellten unsere Patrouülen eine österreichische Feldwache. Im 'Handgemenge wurde ein Teil der Feldwache mit der blanken 'Waffe niedergemacht und der Rest gefangen genommen. In der letzten Zeit konnte man eine beträchtliche Vermehrung der Ueber- läufer vom Feinde zu uns feststellen.
Kaukasus-Front: Die Operationen der letzten vierzehn sTage an der türkischen Front haben ihren Abschluß gefunden und rechtfertigten unsere Erwartungen durchaus. Nachdem der erste Stoß gegen das Zentrum der türkisckien Armee einen vollen Erfolg brachte, verschoben sich die Truppen des Generals it b e n i t ) ch aus der Verfolgung des geschlagenen Feindes mit ihren Anfängen bis vor die Werke von E r z e r u m. Gleichzeitig zwangen sie die Türken durch einen Stoß gegen den rechten Flügel, die Gegend von M e l a s k e r d und Chnyskala zu räum'en und bis aus das Muschtal zurückzugehen. Das Ergebnis der Operationen ist. daß wir den Feind in einer Breite von 60 Werst aus seiner lange vorbereiteten und ausgebauten Stellung vertrieben. Wir kamen dadurch aus dem Gebirgsgelände mit feinem harten Klima heraus und ein dichter bevölkertes Gebiet sowie ein gangbares Gelände, was die Unterbringung unserer Truppen während der Winterperiode bedeutend erleichtert. Im Lause der Operationen machten wir zahlreiche Gefangene an /Offizieren und Mannschaften und erbeuteten Kanonen, Maschinen-
geiuepce uno groge wLLNgeu tiuuicn& uno Am 29. Januar warfen unsere Aufklärungsabteilungen aus der Verfolgung die Türken an den Fluß Chorock zurück. Sie machten neue Gefangene an Soldaten und erbeuteten über hundert Haupt Rindvieh und sonstiges Verpslegungsmaterial.
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Die Auseinandersetzung über den Fall der „Lufitauia"
Berlin, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Rcutersche Bureau meldete vor zwei Tagen aus Amerika, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin und Washington sei m erwarten, wenn nicht binnen kurzem deutscherseits zufriedenstellende Zusicherungen zur Beilegung der „L u s i t a n i a" -Angelegenheit gegeben würden. Aehnlich äußerten sich die „Trmes", die betonten, daß zwar kein Ultimatum gestellt sei, jedoch Washington sich weigerte, die seit einiger Zeit zwischen dem Botschafter Grafen Bernstorff und dem Staatssekretär Lansing gepflogenen vertraulichen Aussprachen über den „Lusitcmia"-Fall fortzusetzen.
Es ist richtig, daß am 29. Januar ein telegraphischer Bericht hier einging, aus dem hervorgeht, daß es bisher nicht möglich war, auf dem Wege eines mündlichen, vertraulichen Meinungsaustausches zu einem beide Teile befriedigeuden Ausgleich über den „Lusitania"- Fall zu gelangen. Tie Weisung an den Botschafter, die eine endgültige Verständigung erhoffen läßt, wurde heute telegraphisch nach Washington übermittelt.
Eine Sinnesänderung Wilsons?
Berlin, 1. Febr. (Priv.-Tel.) Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus dem Haag: Die Exchange Telegraph Co. bringt die sensationelle Nachricht, Präsident Wilson werde in der bevorstehenden „Lus itania" - Note Deutschland Mitteilen, daß den Amerikanern verboten werden soll, aus den Handelsschiffen kriegführender Staaten zu reisen.
Das Dicnftpflichtgesctz in England.
London, I.Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der „Times" bezweifelt, ob das Dienstpslichtgesetz die notwendigen Armeen liefern werde. Angesichts zahlreicher Ausnahmen bestimmter Berufe könne man bestenfalls auf 1400 000 Mann rechnen. Diese Summe würde es nur ermöglichen, die bestehenden Divisionen zu vervollständigen und sie bis in den Herbst in der vollen Stärke zu erhalten, vorausgesetzt, daß der Krieg den gegenwärtigen Charakter behielte und keine der verbündeten Großmächte niedergeworfen wäre. Man könnte nur mit einer stärkeren Anwendung des Zwangsdienstes mehr erreichen.
Der militärische Mitarbeiter der „M o r n i n g P o st" schreibt: Nur Italien und England besitzen noch unberührte Mannschaftsreserven. Kitchener hält nach einem unwidersprochenen Bericht IV 2 Millionen Rekruten für die Kümpfe im Jahre 1916 für notwendig. Das Ergebnis der Werbungen Derbys und des neuen Gesetzes bleibt allen Erwartungen nach erheblich dahinter zurück. Die Aussichten lassen aber keine allzu große Zuversicht aufkommen. Die gegenwärtigen Maßregeln können über den Sommer Hinweghelsen, aber noch vor Jahresende wird sich ein großer Truppenmangel fühlbar machen. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder den Krieg zu beenden oder den Rahmen der Rekrutierung erweitern.
Die Fren im englischen Wehrdienst.
London, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterscheu Bureaus. Das Kriegsdepartement hat einen Bericht über die Rekrutierung in Irland veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß sich seit Kriegsbeginn 86 227 Rekruten anwerben ließen. Insgesamt stehen 145 669 Iren in Heer und Flotte.
Die Vertc^enheiten der englischen Färbcrcigenossenschaften.
Berlin, 1. Febr. (Privattel.) Die „B. Z. a. M." meldet aus Amsterdam: Durch Rundschreiben der englischen Färberei gen offen schäften ist den Fabrikanten mitgeteilt worden, daß in Anbetracht des Mangels von Farbstoffen und anderen Chemikalien, die früher aus Deutschland bezogen wurden, keine weiteren Aufträge angenommen werden. Wenn die vorliegenden Aufträge erledigt sind, werden neue nur von Tag zu Tag zu vorher vereinbarten Preisen entgegengenommen.
Militärische Musterungen in der Schweiz.
B e r n, 1. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Der Bundes- rat hat heute eine Verordnung erlassen, wonach sämtliche Schweizer vom 16. bis 60.Lebensjahre, die jemals im Dienst mit Gewehr oder Karabiner ausgebildet worden sind, oder sonst mit der Handhabung von Gewehr, Karabiner oder Stutzen vertraut sind, sich einer persönlichen Muste- r u n g zu unterziehen und sich über ihre Schießfertigkeit auszuweisen haben. Sämtliche Schweizer Dienstpflichtigen, oder auch eingesessene Ausländer, die Gewehr, Karabiner oder Stutzen besitzen, haben diese Waffen bei der Musterung vorzuweisen. Die nichtmilitärpflichtigen Schweizer der Jahrgänge 1883 bis 1892 haben sich einer Nachmusterung zu unterziehen. Zuwiderhandlungen werden militärgerichtlich bestraft.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 2. Februar 1916.
* A u S z e i ch n u n g. Regierungsbaumeister Kurt Emm elius aus Gießen, welcher seit Beginn des Krieges im Osten mit dem Wiederaufbau von Brücken und Eisenbahnen beschäftigt war, wurde mit dein Eisern en Kreuz ausgezeichnet.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herz 0 g hat zum 1. Februar dem Kreisarzt des Kreisgesundheits- amts Erbach Dr. Adolf Jaup den Charakter als Medizinalrat erteilt. — Der G r 0 ßherz 0 g hat dem Posiagenten a. D. Friedr. F r i ck in Dorndürkhecrn das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Ter Großherzog hat am 12. Januar dem seitherigen Feldschützen Michael Wassermann II. zu Ober-Olm aus Anlaß seines Ausscheidens aus seinem Dienst das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen.
L. U. P r 0 fess 0 rDr. E rnstLeutert hat nach Rück- berujung des Direktors der Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke, Herrn Prof. Dr. von Eicken, aus dem Felde seine Tätigkeit als Leiter der genannten Klinik nunmehr eingestellt. Er ist heim Ausbruch des Krieges für den ins Feld gerückten Direktor der Klinik freiwillig eingetreten und hat nahezu 1 1/2 Jahre lang in aufopfernder Weise unter Einsetzung seiner ganzen Kraft diese umfange reiche und verantwortungsvolle Tätigkeit ausgeübt. Er hat dübei nicht nur die Interessen der Zivilbevölkerung, sondern auch die des Heeres wahr genommen, in dem er in dem ihm unterstellten Vereinslazarett des Roten Kreuzes täglich durchschnittlich 25, zusammen über 400, verwundeten und kranken Heeresangehörigen seine Hilfe und Pflege hat angedeihen lassen. Für diese selbstlose ehrenamtlickie Betätigung gebührt ihm der Dank der Landesuniversität, der Zivilbevölkerung, insbesondere der Stadt und des Kreises Gießen sowie auch nicht minder derjenige der vielen Heeres-
Linderung ihrer Schmerzen und die Wiederherstellung ihrer Gesundheit verdanken.
** Von der Erfrischungsstelle des Roten Kreuzes am Bahnhof wurden im Monat Januar 21.733 durchreisende Soldaten, darnmer 167 Verwundete, ersrischt. Die Sanitäts-Kolonne hat 558 Verwundeten-Transporte. ausgeftihrt und in 149 Fällen sonstige Hilfe geleistet.
** Web-, Wirk- und Strickwaren. Am 1. Februar 1916 sind ztvei umfangreiche Bekanntmachungen, betreffend Beschlagnahme und Bestandsechebung von Web-, Wirk- und Strick- warm (W. M. 1000/11. 15. K. R. A.) und betreffend Beschlagnahme und Bestandsechebung von Bekleidungs- und Ausrüstungsstücken für Heer, Marine und Feldpost (W. M._ 1300/12, 15.
K. R. A.) erschienen, durch die in umfassender Weise im Interesse einer voraus schauenden Versorgung von Heer und Marine der freie Handel mit den durch die Bekanntmachungen betroffenen Gegenständen eingeschränkt werden mußte. Gleichzeitig haben jetzt die Militärbefehlshaber m* den verschiedenen Bezirken ein Verbot erlassen, das für alle Kreise der Bevölkerung, die an dem Einkauf von Web-, Wirk- und Stricktvaren beteiligt sind, von besonderer Bedeutung ist. Nach diesem Verbot dürfen Web-. Wirk- und Strickwaren (gleichgültig, aus welchen Spinnstoffen sie hergestellt sind), sowie die hieraus gefertigten Erzeugnisse zu keinem höheren Preis verkauft werden, als der vor dem 31. Januar 1916 bei gleichartigen oder ähnlichen Verkäufen erzielte ist. Hat ein Verkäufer vor dem 31. Januar 1916 den betreffenden Gegenstand nicht gc- l)andelt, so ist der Preis maßgebend, den ein gleichartiges Geschäft innerhalb desselben höheren Verrvaltungsbezirks vor dem 31. Jan. 1916 für den Gegenstand erzielt hat. Hiernach darf angenommen werden, das; einer Preissteigerung in Web-, Wirk- und Strickwaren und den aus ihnen gefertigten Gegenständen wirksam oorgebeugt ist.
** Die H essische Lazarettzeitung bringt in ihrem allgemeinen TeÜ eine Groteske von Ludwig Bauer, Die Soldaten- sabrik, eme Klarlegung zur Frage, ob sich Soldaten operieren lassen müssen, und eine Darlegung über Beköstigungsgeld und Löhnung bei Laz-aretturlaUb. Ferner bringt das Blatt die M- teilungen Fürsorge für Kriegsteilnehmer, Arbeitsmarkt, Lazarett- Beratung und einen reick^haltigen unterhaltendcir Teü. Die Weße- ner Beilage tveist ein Gedicht „Der Genesende" von M. v. Brädke auf, zwei Aufsätze „Tie Weihnacht der Deutschen Kolonisten- banern in Rußland" und Förderung des Obst- und Gemüsebaues, sowie die Müteilungen über Verwundelen-Unterricht usw.
•* K 0 n z e r t v e r e i n. Das nächste, fünfte Konzert in diesem Winter findet am Sonntag, den 6. Februar, statt. Es ist als Kainmerinusik°Abend ganz dem Streichquartett, dieser intimen, nuckikalische Bildung und Erkennlnis am wirksamsten fördernden Gattung, gewidinet. Das in Aussicht genommene Rose- Qnarteit au3 Wien mußte absagen, weil ihm der erforderliche Urlnub nicht erteilt werdeil konnte. An feiner Stelle hat der Vorland das Stuttgarter Quartett der Herren Profesior Earl W e u d l i u g, Hans ÜH i ch tt e It 3, Philip Neter und Alfred Saal gewoimen. Prof. Wendliim ist vielleicht inanchem noch aus der atterersteil Zeit unter Büloiv als vortrefflicher Primgeiger aus Joachim'scher Schule in Erinnerung. Das Wendling-Quartett, das hier zum ersten Male musiziert, hat allerorts reiche Lorbeeren geerntet. Trotz des Kults, der viele Jahre hindurch mit ausländischen Kammermufikvereinigungen getrieben wurde, stellte sich das Deutsche Wendling-Quartett den hervorragendsten Mitbeiverbern an die Seile und gehört seit Jahren zu den häufigen und regelmäßigen Gästen in den Konzertiälen der Großstädte. Die Atüllchener Kritik sagte von ifjnen: „Was die „vier Stuttgarter^ leisteten, ist wohl das Bedeutendste, was seit langem von einer hiesigen Konzertbühne herab zu Gehör gebracht wi,rde. Dieses souveräne Beherrschen der Marerie, das restlose Erschöpfen ihres psychischen (Gehalts, das willrderbare Zusammenspielen dieser hochbegabten Musiker sichert ihnen einen allerersten Platz in der Kunslivelt."
**DerAllgemeineSl> 2 ats-Eisenbahner-Ber- ein Gießen hielt am Samstag, den 29. Januar in Kobels Restaurant seine diesjährige Hmiptvcrsammlung ab, mit der gleichzeitig^ eine Kaisergeburtstags-Feier verbunden war. Der Saal war überfüllt. Der erste Vorsitzende, Ejsenbahndirektor Zimmer- mann leitete die Versammlung und gedachte in seiner Ansprache der ernsteic Kriegsverhältnisse und bestimmten Siegoszuversiclft in seffelnden längeren LtusMvungen, die in ein begeistert ans gebrachtes dreimaliges Hoch ans den Kaiser und den Großl-er-og von Hessen ans- tlangen. Die Tagesordnung war ziemlich ausgedehnt, da der günstige Kassenbericht, die Entlastung. des Kassenwarts und die Ersatzwahl ausscheidender Vorstandsmitglieder sowie andere Vereinsangelegenheiten zu behandeln ivaren. Es wurden erhebliche Unterstützungen an den Eisenbahn-Töchterhort, die Kriegsfürsorge, Rotes Kreuz und hiesige Krankenhäuser bewMigt. Ferner »vurde der Wegfall der Mitgliederbei träge für Arbeiter, die zum Militärdienst an der Front eingezogen sind, beschlossen. Auch soll den in Feindesland mit der Waffe dienenden Mitgliedern ein vom Verein gestiftetes Liebespaket zugesandt werden. Gesangs Vorträge der rührigen Gesangsabteüung gaben der Versammlung erneu stimmungsvollen Abschluß.
** Die Anmeldungen neuer Fernspreckan- schlüsse, die gelegentlich des planmäßigen Ausbaues der Fernsprechanlagen im kommenden Frühjahr und Sommer liergestellt werden sollen, müssen — abgesehen von den Orten, in denen keine Unterbrechung der Fernsprechbauarbeiten eintritt — spätestens bis zum 1. März bei den zuständigen Postanstalten vorliegerr. Verspätet angemeldete Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsendung eines Bautrupps usw.) hergestellt iverden können, werden in dem kommenden Bauabschnitt nur dmrn ausgesührt, wenn die Antragsteller als Entschädigung für die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mk. entrichten, oder, falls die Mehrkosten den Betrag von 30 Mk. übersteigen, den wirllich ausgewendetett Kostenbetrag erstatten.
** R 0 t e s K r e u z. Zu der in der letzten Samstagsnummer enthaltenen Uebersicht über die Weihnachtsgabentätigkeit des hiesigen Roten Kreuzes teilt man uns mit, daß vom Roten Kreuz auch 208 Weihnachtspakete von privater Seite weiter- geleitet worden sind.
Landkreis Gießen.
ch^Klein-Linden,2. Febr. Dem Wehrmann L. M a n d l e r. zurzeit in russischer Gefangenschaft, wurde die Hessische Tapfer- keitsmedaille verlieheit.
oe. B e l l e r s h e i m, 2. Febr. Leutnant Kammer, der Pächter des hiesigen HofguteS, wurde als Wirtschafts' offizier nach Litauell berlifen.
Kreis Lauterbach.
— Lauterbach, 1. Febr. Nachdem in den letzten Jahren mit staatlicher Unterstützung im Vogels borg bereits inehr als 3000 Morgen Oedland der Kiillur erschlossen wurden, iverden in der Gemarkmig Ilbeshausen weitere 500 Morgen zu Weiden und Ackerland mngewaiidelt.
Kreis Friedberg.
ke. Butzbach, I. Febr. Ein Sohn des Pfarrers Roth von hier, 2!ssistenzarzt Dr. Roth, Ji,Haber des Eisernen Krerizes tmb des Hessischen Sanitätskrenzes I. Klaffe, wilrde zürn Oberarzt befördert.
Starkenburg und Rheinhessen.
Die Kunst im Gefangenenlager.
CK. D a r m st a d t, 2. Febr. Zu den unfreiwilligen Sommer- und Winterfrischlern im Gefangenenlager zu Griesheim bei Tarmsbadt, so schreibt uns ein Mitarbeiter, gehört auch der Pariser Bildhauer Leo Gall, aus dessen Werkstatt am Boul'Montparuasse nicht lange vor dem Kriege eme reizvolle Figur eines Knieendens liervorging, die den Namen des jungen Künstlers rasch in weiten Kreisen bekannt machte. Ter Krieg rief ihn zum Heeresdienst: er wurde gefangen und kam nach Griesheim. Tie deutschen „Barbaren" nnrchten es rnöglich, ein regelrechtes, wenn auch- lleines Atelier im Gefangenenlager einznrichten. in dem^ Leo Gall seiner Kunst weiterleben kann. Seine ersten Arbeiten hier waren Medaillonporträts seiner Vorgesetzten, der leitenden Aerzte des Lazaretts usw., und nachdem er auf diese Weise deu Befähigungsnachweis geliefert hatte, wurde ihm Material für eine große Arbeit zur Verfügung gestellt: zu einem Den k m a l für die hier in Darav,


