Ausgabe 
4.1.1916 Zweites Blatt
Seite
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® vres bWhende Leben deittfch-evan^li scheu Lebens in Paris fuvchtbarc Kttegswette-r im vorigen Jahre jäh vernichtet. Tic deutschen ßjieinemden wurden vollständig zersprengt. Die Mitglieder imrf-.lrn fliehen oder wurdeir interniert, die kirchlichen Gebäude sequestriert, die Geistlichen wurden, soweit sie anwesend waren, mußten ihre .habe zurücklassen. Die deutsche ^oltsschute auf dem Hügel ging zugrunde. Das Llrbeitsheim der huFelgemoinde - ein Asyl für arbeitslose Deutsche - wurde schon am 2^ August 1914 vom Pöbel zerstört.

.. ^ JS' 1 Eness werden wird, weift niemand. Wohl aber

?? b,C ^? xtc beherzigen müssen, die der deutsche

Pastor Georg streng m Paris rm Hinblick auf die Zukunft der deiltsch-evaugelischen Kirche dortselbst gesagt hat:

eil * vollständiger Umschwung in denr Berhälttns zwischen -Deutschland und Fraukreich ein treten wird, dürfte Mif ^nge Zett hinaus jede deutsch-kirchliche Arbeit unnwglich' sein sollte ledoch dasUn)nahrscheirtliche geschehen und eine unerwartete Wendung der osfentlicheu Verhältnisse die sofortige Wiederauf­nahme der deiitsch-kirchlichen Arbeit in Paris ermöglichen, dann se» sie uuteruonimen in gründlicher Erwägung der gemachen Er­fahrungen Wenn ein neues deutsch-kirchliches Werk in Paris ent- steden n»ird, dann muh von dem evangelischen Deutschland seine Edeutuug ungleich höher cingeschätzt werden, als es seither prak- Es würde daml auch wieder die deutsche ^me^in Paris der S<unmelvunkt für Mitglieder aller deutschen Landeskirchen werden und Glaube und Liebe zur Kirclse, die in ^ ber kirchlichen Arbeit dort ganz eigentümlich der- nest und verankert hatteil, würden als ein Segen, der weit reichen wußte, in die deutsche Heimatzurücksehren "

^ahrc 1913 zum Deik recht erhebliche Mehrbelastungen ein- aetreten siird und daß weiterhin die damals durchcreführte Neuernschätzung des Vermögens der hessischen SteuerMhler das für einen Staat mit etwa 1300 000 Einwohnern doch immerhin das recht nette Sümmchen von über 400 Millionen Mark Steuerkapital mehr ergeben hat. Endlich wird man aber auch schon aus dem Grund nicht jetzt ,vieder kurzer­hand mit einer neuen Steuererhöhung Vorgehen können weil man ja zurzeit noch nicht entfernt zu beurteilen vermag, in welcher Richtung sich die KriegKsteuer-Gesetz-» ge düng des Reiches entwickeln wird. '

Aus Kessen.

Grinc unverbindliche finanzpolitische Aussprache.

rb. Darmstadt, 3. Jan. Der Finanzausschuß der Zwerren Kammer tritt am Mitttvoch, de,i 5. Januar, ku einer ku^en Beratung zusainmen. Im Anschluß daran findet dann eine Atzung des erweiterten Wirtschaftsausschusses statt, in welcher Minister des Iuuerir v. Hombergs einen Bortrag über die bisher gemachten Erfahrungen auf dem Gewct der Lebensmittelversorgung halten wird, wonach dre etwa weiter darüber zu treffenden Maßnahmen und Verordnungen besprochen werden sollen.

Mit ganz besonderem Interesse darf man der am Don­nerstag den 6. Januar, anberaumten gemeinsamen Be­ttung des Finanzausschusses und Aeltestenrates der Zwei­ten Kammer mit der Großh. Staalsregierunq entaeaen- sehen, zu welcher Staatsminister Dr. v. Ewald die An- ' SvA'geben hat. In dieser Sitzung, an welcher alle Mrnrster mtt ihren Räten leiluchtneu, wird der neue Präsi­dent des Ministerrum-s der Finunzeu, Staatsrat Dr. Be cke r uahere vertrauliche Mitteilungen über den Stand der aegeu- wärtigen Gesamtlage der hessischen Finanzen machen, woran sich daun eine unverbindliche allgemeine Aussprache über dre devorstehende Gestcütung des neuen Staatsvoranschlaas chr 1910 und den zweifellos zu erwartenden FehTbetrag und dessen Deckung anschließen soll. Es handelt sich, wie bemerkt, zunächst nur um eine unverbiutzliche Aussprache zwischen Regierung und Volksvertretung und es wird abgewartet werden müssen, nach welcher Richtung hin die dabei zutage senden Vorschläge und Maßnahmen sich zu etwaigen Beschlüssen verdickchm werden. Daß man, wie hier rurd da gemunkelt" wird, schließlich doch zu dem einfachen All­heilmittel einer abermaligen Steuererhöhung schreiten lvird halten wir bei der ganzen jetzigen Wirtschaftslage für völlig ausgeschlossen. Denn eüunal steht unser Groftherzoatunt bekanntlich schon längst hinsichtlich der steuerlichen Lsben mit an der Spitze der deutschen Bundesstaaten und anderer­es darf nicht vergessen werden, daß nach, der letztwr großen >Lteuererhöhung vom Jahre 1910, die nur unter Opferung des damaligen Finanzministers auf 46 Prozent der Einkommensteuer urrd 20 Prozent der Vermögenssteuer von den beiden Ständekammern herabgedrückt wurde auch durch die Neuregelung der Gemeindesteuerverhältnisse im

vevnresehtes.

^ 11 r imOanudt. ®ie Natur liegt in diesem härtesten Wintermonate durchaus nicht so tief im Schlafe wie besonders der Städter anzunehnten pflegt. Freilich hängt viel vom Wetter ab: rauhe Ostwinde schaden dem Pflanzen- und Tier- leben, ^udwestwinde fördern es. Wenn sie nicht gerade ein­gefroren _ sind, dann blikhen schon das Gänseblümchen iVellis- perennls), der rote Biencnsaug iLanüum purpureum) und die Vogelmiere dstellaria media), auch ivohl das Kreuzkraut (Senecio vulgaris). Mitunter blühen auch die Helleborusarten, der Hasel- ^.uch.und das Hungerblümchen (Draba Verna). Weniger augen- al 'S, das; ßich aus altem Holze kleine Pilze entwickeln und daß viele Moose ^porenkapseln ansepen. Im Tierreiche regt es sich auch. Zwar Reptilien und Amphibien halten ihren Winterschlaf, und man sieht weder Frösche noch Kröten. Auch Insekten und spinnen ruhen an versteckten Stellen. Einige von ihnen aber zeigen sich bei günstigen, Wetter, wie z. B. Wolfsspinnen. An Vaum,lammen sieht man funge Ehepärchen, nämlich etliche Winter- Weibchen, denen die Flügel fehlen. Auch das Geistchen (Wuctta pterodactilus) scheint sich aus der Kälte nichts zu machen und ledermann weift, daft in der Wintersonne Mücken (Trichoccra hiemalis) tanzen und über den Schnee sog Sckinee- Wnner, d s. schwarze Käserlarven, laufen. Ten Fischen macht die Kalte nichts und die Quappen laichen sogar. In der höheren Tier­welt beginnen ,chon dre Hasen ihre Liebesspiele und auch die Fleder­mäuse feiern zum Teil Hochzeit. Andere freilich schlafen noch ebeipo wie Hamster und Haselmäuse. Die Rehböcke tragen weiches Bastgeweih, für sie, Hirsche und Wildschweine, ist jetzt harte rahrungsknappe Zeit. Von unseren Vögeln sind die meisten sortge^o-gen, geblieben, und nur Sperlinge, Kolkraben, .Krähen ^£rU Ö T n Älerer Gesellschaft Goldanuner, Meisen, Hasel- und Feldhuhn, Amseln und Zaunkönige, die uns sogar durch Gesang erfreuen. -Liifterdem haben ivir aber Gäste aus deni hohen Norden :?5 l ä^vug, finden, Schneeainnrern, Schneefinken'

Nebelkrahen, Moweii. Nutzhäher und ähnliches Volk. Mitunter

ver GirnPe?' ^ ^ errci ^ u ^ ort au ^ dem Süden zurück, es ist

Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene höchstenSchlachtw. 7075

Bollflerschige, jüngere.6569

Färsen, Kühe.

ZoNflelschrge ansgenr. Färsen höchst. Schlachtw. 68-73 VoUsletschlge ausgem. Kühe höchsten Schlacht-

wertes bis zu 7 Jahren.

Wenig gut entwickelte Färsen . . ' . . .

Aellere ausgemästete Kühe.]

Mäftg genährte Kühe und Färsen ....

Gering genährte Kühe und FäZen ....

Kälber.

Mittlere Mast- und beste Sarigkälber . . .

Geringere Dtast- und gute Saiigkälber. . .

Geringe Saugkälber.

Schake.

Wcidemastschase.

Mastläminer und jüngere Masthammel. . .

S cb iv e i n c.

Vollfleischige Sch,veine von 80 bis

100 kg Lebendgewicht.

Vollfleischige Schweine von 120 bis

löO Lebendgewicht. .

w Diehhofinarktbericht vom 3?'Jan

Austrieb: 387 Rinder (darunter 9 Ochsen, 26 Bullen, 270 Knbc und Färsen). 305 Kälber. 4 Schafe, 214 Schweine. ^

-carktverlanf: Geschäft lebhaft, bei Rindern geringer Ueberstand

Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- gewicht.

64-70

60-65

51-58

4652

40-45

8286

7682

70-76

124130 118-128

128- 135

120130 120-130 102-116 92104 91 -102

137-143

129- 140 119129

74-00 160-00

108.0000.00 138. 125.50 129.50 161.

Mk.

7278

Mk. 130142

6672 120-130

6674

6066

114128

105-114

Märkte.

«icßeit, 4. 3an. Marktbericht. Ans dem heutiaen

sr 1 w*P U s le , r Hühnereier das

f Ö h Kaie das Sltick S-10 Ps-,.. Käsen,alte 1 St.ick

psg., Kartoftelii der Zenlner 3,75 bis 000 Mark

Zentner 6 bi» OTtfÄ

^z:! 2 fn 9 ' 19 m^ fu ! lb ' W-I5 Psff. das Stück, tvelbe.

p,'p30-k2 Pleiiing das P,u»d. Rotkraut I5- Plenniq

» Psj,. das Psnnd, Kohlrabi k bis

8 das Stuck Weißkraut IS-LSPia. das Stück, Birnen 7 bis

ünnick:' Qnhf** 0 s'"q?( 0 das Psnnd, rote Rüben 7-8 Psx;., ^nm?' 3rc><ebetii der Zentner 25-00 Mk., ß m cm 5 i? 0 60 dfg-, Blmnenkohl 20-50 Psq., Sellerie 8^bi» 2 Uhr.^ ^" b "i°n 10-12 Psg. - Marktzei, von

8ra»fsurt a. M. Viehh ofm arktbericht vom 3 Jan

K"H? a2 vn''''£"l eT l ° d,!e " 291 < Bulle» 40, Kühe und Zotten 26^8), Kälber 308, Schafe 103, Ochweine 48.

Markwerlauf: Der Markt wird bei flottem Handel geräumt.

Preise sür^loOPfd.

Ochsen Lebend- Schlacht-

Vollfleischige, ausgemästete,'höchsten Schlacht- Mk. 3C ülC ^f

wertes, 4-7 Jahre alt. 7678 138 14»

Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemastete . 70-75 130-136

Ochsen.

Vollfleischige. ausgemästete, höchsten Schlacht­wertes im Alter von 47 Jahren . . .

Jimge, fleischige, nicht ausgemästeic und altere

ausgemästete ..

Bullen.

uusgew. höchsteu Schlachtw.. .

Vollfleischige füugere.

m , rr( .... Färsen, Kühe.

Bollsielschlge, ausgemastete Färsen höchsten

Schlachtwertes. .

Vollfleischige. ausgemästete' Kühe ' höchsten

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren.65-70

Wenig gut entwickelte Färsen ...... 6572

Aellere ausgeniästete Kühe und ivenig aut

Entwickelte jüngere Kühe.6564

Mahig genährte Kühe und Färsen.45-55

Kälber.

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 8087 Geringere^ Mast- und gute Saugkälber . . . 7580

Geringe iLangkälber.6372

Schafe.

Weideniastschase:

Mastlämmer und jüngere Masthannnel. . 6000,00 . . Schweine.

Vollfleischige Schweine von S0 bis 100 kg Lebendgewicht.^ 10800

(|! ^"dqewlchl ......... ii8.c>o

Vollfleischige Cchweme von 120 bis 150 kg Lebendgewicht. . 129 00

Meteorologische veodachtungen der Station Gießen.

7278 128140

11813C 11412?

105116

95-104

135-14S 126135 105126

130-00

Jan.

1916

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7

0

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Bew. Himmel KlarerHimmel Bed. Himmel

Höchste Temperatur am 2. bis 3. Jan. 1916 = 4- 12 1° c. Niedrigste »2.-3. 1916 = 4- 7 6® P

Niederschlag: 0,9 mm. -r ,o G.