Nr. 25
Der Slehener Anzeiger
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Erster Blatt
M. Jahrgang
Montag, 3h Januar Wb
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oherhefsen
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BezugSpreiÄ.
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«Erfolge im Westen. Alessio und San Giovanni di Medua besetzt.
Ein Zeppelin-Angriff aus park.
/cw Großes Hauptquartier. 29.Januar.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Nordwestlich des Gehöftes La Folie (nordöstlich von Neuville) stürmten unsere Truppen die feindlichen Graden m 1500 Metern Ausdehnung, brachten zweihundert- neben und dreißig Gefangene, darunter einen Offizier, und neun Maschinengewehre ein.
Vor der kürzlich genommenen Stellung bei Neuville brachen wiederholte französische Angriffe zusammen, jedoch gelang es dem Feinde, einen zweiten Sprengtrichter zu besetzen. Im Westtcile von S t. L a u r e n 1 (bei Arras) wurde den Franzosen eine Häusergruppe im Sturm entrissen.
Südlich der Somme eroberten wir das Dorf Frise und etwa 1900 Meter der südlich anschließenden Stellung. Dre Franzosen ließen unverwundet zwölf Offiziere neunhundertsiebenundzwanzig Mann, sowie dreizehn Maschinengewehre und vier Mincnwcrfer in unserer Hand. Weiter südlich bei Li ho ns drang eine Erkundungs.- abteilung bis in die zweite feindliche Linie vor. machte einige Gefangene und kehrte ohne Verluste in ihre Stellung zurück.
In der C h a m p a g n e lebhafte Artillerie- und Minen kämpfe.
Auf der Combres-Höhe richtete eine französische Sprengung nur geringen Schaden an unserem vordersten Graben an. Unter beträchtlichen Verlusten mutzte sich der Feind nach einem Versuch, den Trichter zu besehen, zurück- zrehen.
Bei Apremont (östlich der Maas) wurde ein feindliches Flugzeug durch unsere Abwehrgeschütze heruntergcholt: der Führer ist tot. der Beobachter schwer verletzt.
_ jDnr Luftangriff auf Frei bürg in der Nacht zum 28. Januar hat nur geringen Schaden verursacht. Ein Soldat imd zwei Zivilisten sind verletzt.
Oeftlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Bei Bereit i a n y wiesen österreichisch-ungarische Vortruppen mehrfache russische Angriffe ab.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 30.Januar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
An und südlich der Straße Vimy — Neuville dauerten die Kämpfe um den Besitz der von uns genommenen Stellung an. Ein französischer Angriff wurde abgeschlagen. Die südlich der Somme eroberte Stellung hat eine Aus dehnung von 3500 Metern und eine Tiefe von 1000 Metern Im ganzen find dort siebzehn Offiziere und ein rausendzweihundertsiebzig Mann, darunter einige Engländer, in unsere Hand gefallen. Die Franzosen versuchten nur einen schwachen Gegenangriff, der leicht ab gewiesen wurde.
In der Champagne kam es zeitweise zu lebhaften Artillenekämpfen. Auf der übrigen Front wurde die Feuertätigkeit durch unsichtiges Wetter beeinträchtigt. Gegen Abend eröffnten bei klarer Sicht die Franzosen ein lebhaftes Feuer gegen unsere Front östlich von P o n t - a - M o u s s o n Das Vorgehen feindlicher Jnfanteneabteilungen wurde ver eitelt.
Oeftlicher und Balkankriegsschauplatz.
Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.
Oberste Heeresleitung.
Zwei englische Transportdampfer vernichtet.
Berlin, 29. Jan. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat am 18.Januar den englischen armierten T ra n spo r td a m p fe r „Marere" im Mittelmeer und am 23. Januar einen englischen Truppentransportdampfer im Golf von Saloniki vernichtet.
*
Am 17. Januar 10 Uhr vormittags hielt das Unterseeboot 150 Seemeilen östlich von Malta einen Dampfer an, der die holländische Flagge führte und am Bug den Namen ..Melanie" trug. Der Dampfer stoppte, machte Signal ..Habe Halt gemacht" und schickte ein Boot. Als sich darauf das Unterseeboot zur Prüfung der Schiffspapiere dem Dampfer näherte, eröffnete dieser unter holländischer Flagge aus mehreren Geschützen und Maschinengewehren ein lebhaftes Feuer und versuchte das Unterseeboot zu rammen. Diesem gelang es nur durch schnelles Tauchen, sich dem völkerrechtswidrigen Angriffe zu entziehen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Die neuen Erfolge im Westen bienen einem vorteilhaften Ausgleich der Fronten, dürfen int übrigen aber nicht überschätzt werden. Die Zeit einer großen, planmäßigen Abrech-
UlS Front im Westen. b > Armentferes-LiUe
WTAZM; Meteaasslkhe FraaSPofe. £
ntng mit Jofsres Heeren scheint noch nicht gekommen zu €m ; ob sie bald bevorsteht oder nicht, das weiß nur unsere oberste Heeresleitung, die sich erfahrungsgemäß nie zu früh • n 1 Sorten blicken läßt. Einstweilen halten wir die Feinde rm Westen durch gelegentliche Vorstöße und Belehrungen, wie sie der letzte Zeppelinbesuch über Paris darstellt, in dem nohgat SRefacft. Haben die Franzosen stolz verkündet, daß ihre Flieger die offene Stadt Freiburg mit Bomben au- gegriften haben, so erfährt heute die Welt, daß wir Mittel und Wege haben, sogar der Hauptstadt des Feindes einen Denkzettel zu geben. Wir haben am Samstag damit begonnen, eine Reihe von Kartenskizzen über die Westfront zu veröffentlichen Uiid empfehlen nnsern Lesern, diese Skizzen aufzubewahven Und später zu einem Gesamtbilde cnrenr a riberzureihien.
Wir dürfen das Vertrauen haben, daß unsere und un- erer Verbündeten Heere auch in der nächsten Zukunft noch ne Kraft haben werden, Schläge auszuführen, wie sie int testen Jahre in Galizien, Polen, Kurland, Serbien und neuerdings in Montenegro ausgeteilt worden sind. Für unsere österreichisch-ungarischen Bundesgenossen sind die besten Aussichten in Albanien erwachsen. Die beiden großen Gegner an der Adria sind in einer Kampsphase angekommen, wo bereits deutlich zu erkennen ist, wer unterliegen wird. Alessio und San Giovanni di Medua ind fortan unsere Stützpunkte, und im Vormarsch auf Durazzo und Valona leuchten den öster- rerchisch-Mgarischen Truppen die fcefteit Aussichten, während die Italiener in offensichtlicher Verlegenheit sich befin- den. Ihr Verhältnis zu England und Frankreich verschlechtert sich zudem mit jedem Tag. Zahlreiche italienische Blätter entladen bereits ihren Groll gegen die Entente, und auf beiden Seiten wächst das Mißtrauen. So viel läßt sich sicherlich sagen, daß große, erfolgversprechende Pläne unter un- eren Gegnern zurzeit nicht erwogen werden können. Wenn )eute die englischen Minister Lloyd George und Bonar Law in Paris angekommen sind, um wieder einmal das Lied von einträchtigem Planen zu siurgeu, so ist dies fein Ereignis erster Ordnung. Man wird höchstens vielleicht überlegen, ob man von Saloniki zitrück soll nub ob es vielleicht angebracht wäre, den in Albanien vorrückeirden Oesterreichern durch irgend welche Mittel den Weg, zu versperren. Me Reise wird am ehesten so enden, daß Frankreich uriL> England die eigne Trostlosigkeit in noch hellerem Lichte schauen tverden als bisher. Me englische Dakrik der Ueberwältigimg Derttsckp lands ohne Dranfetznng zu viel Blutes, nur durch Aushungerung uud Mattsetznng des deictschen Handels, ist gänzlich aus den Saud geraten. Der schwendende Respekt der neutralen Staaten vor Englands Machtstellung, namentlich die drohende Sprache Amerikas, haben Sir Ednxrrd
/o r/r.P.
Grey, wie es scheint, veranlaßt, das mit hohen Tönen hervorgezogene Schwert der verschärften Blockade gegen Deutschland wieder in die Scheide zu stecken. England „beherrscht" jetzt einen ganzen Ozean von Mißerfolgen. In der „Köln. Ztg." wird dies wie folgt dargetan:
, Achtzehn Monate lang arbeitet das englische Geld, die eng- chche ^eegewalt, das englische Kabelmonopol, kurz Englands gesammelte Macht gegen uns, und diese Zeit hat gelehrt, daß die .neden der englilchen Staatsmänner ans der Anfangszeit des Krieges von der Vernichtung Deutschlands kindischer Unsinn waren. England hat eine Welt gegen uns in Bewegung gesetzt, wir arbeiten und wirtschaften, nähren und kleiden uns. führen den gewalkten Krieg von Erfolg zu Erfolg, erobern Länder und verbinden Mitteleuropa dem Osten, ohne daß England es hindern kann Unsere Vorräte an den wichtigsten Nahrungsmitteln sind für unsere Feinde unantastbar. Unsere Ernährung stützt sich ans eine Landwirtschast, deren Boden vom Krieg so gut wie nicht berührt ist und unser Wirtschaftsleben wird getrageii von einem iitnent Markt, dessen Stärke keine Macht der Erde unterwühlen kann. Me zu Beginn des Krieges geschaffenen Organisationen zur saaigem atzen Behandlung der Nahrungsmittel und der Rohstoffe diese größten derartigen Berwaltungsorganisationen. welche die Welt je gesehen hat, arbeiten mit der Sicherheit nioderner Ma- schilien. Was wir essen und verarbeiten, kanii in jedem Augenblick ms auf Pfund und Gmnrm genau kontrolliert und verteilt roe'- ?*n. A,er vollendetste Verloaltungsapparat, hinter dem die deut- m Wissenschaft, die deutsche Technik und das svstema tische deutsche senken stehen, hat unser Leberl ganz auf das Turchhalten eingestellt. England kann das alles gar nicht treffen.
Ob dem Briten reiche heute überhaupt noch ein fest um- rlssenes Kriegsziel vorschwebt, das es unter den veränderten Umständen erreichen zu können vermeint?
Die österreichisch-ungarischeit Tagesberichte.
Wien, 29. San. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 29. Januar 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Die Brückenschanze nordwestlich von Uscieszko am Dnjestr wurde heute früh heftig angegriffen. Die tapfere Besatzung schlug den Feind zurück. Das Vorfeld ist mit russischen Leichen besät, lieber der Strypafro nt erschien gestern ein feindliches Klugzeuggeschwader. Von den elf russischen Flugzeugen wurden zwei durch Artiller.enolllrcffer vernichtet, drei zur Notlandung hinter den feindlichen Linien gezwungen. Bei Berestiann am Styr schlugen unsere Feldwachen Vorstöße stärkerer russischer Aufklärungsabteilungen zurück.
I t a l i c n i s ch c r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Keine besonderen Ereignisse.


