'ntwS in BerMndUng “mit enter Nckgellmg, züntal Gießei lnsher eines solchen Schmuckes noch entbehre: aber die Schwierigkeiten, die sich diesem Plan aus praktischen Ge ™ n t heraus entgegcnstellten, empfählen ihn nicht zur Ausführung. Die zur Wahrung der Beständigkeit der ge- nagelten Teile notwendigen Anlagen würden den eigent luhen Gedanken des Mals z.u sehr in den Hintergrund' treten lassen. Einer Lösung der Frage komme man näher, wenn vergegenNmrtige, daß ein Wahrzeicl)en, das die ^verhe unserer Zeit lebendig fortzupslauzen berufen sein Volle, dem Lärm und den Augen des profanen Alltags ent riickt werden müsse. Wenn man sich dazu entschließen könne, beispielsweise eine Tür von künstlerischen Qualitäten für me allgemeine Nagelung auszuwählen, so ergebe sich in Berbinwmg mit dem Gesagten leicht der Gedanke, diese Tür einer Ghrenhalle oder einer Grusttäpelle einzufügen, die ihrerseits wieder Platz in einem im Stadtwalde anzulegenden Heldenhairr finden müsse. Die .Halle würde die Namen der für ihr Vaterland gefallenen Mitbürger den späteren Geschlechtern aufbewahren, und alljährlich würde sich die Bürgerschaft an einem bestimmten Tage an dieser Weihestätte zur Ehrung des Gedenkens an die Helden aus ihrer Mitte zusammen finden.
An diese Vorschläge des Oberbürgermeisters schloß sich eme angeregte Aussprache, die mancl)erlei fruchtbringende Gesiclchspunkte airswarf. Der Rektor der Landesuniversitüt Geh. Rat Prof. Dr. Sie Vers stellte gewissen Ansichten gegenüber zunächst fest, daß die Universität mit der Nagelung ihres Wappens keinerlei Eigenbrödelei getrie- l»en, sondern nur den Zwecken eigener, wohlerwogener Kriegsfürsorge gedient habe. Die Nagelung eines Gießener Wahrzeichens werde auch die Universitätsangehörigen mit vollem Verständnis Seite an Seite mit der Bürgerschaft finden. Warnen möchte er allerdings vor einer Uebereilnng der Angelegenheit. Oberbibliokhekar Dr. Heuser warf die Frage auf, ob sich für die Gießener Verhältnisse eine Nagelung überhaupt empfehle. Jedenfalls sei der Gedanke un sympathisch, daß es zur Vollendung derselben nachher aller Hand Lockmittel und Reklametricks bedürfe. Der Oberbürgermeister teilte eine solche Befürchtung nicht; der gleichen Ansicht war Provinzialdirektor Geheimerat Dr. U s i n g e r, der es als eine vaterländische Aufgabe bezeichnete, der großen Zeit nach dem Vorbild anderer Städte auch bei uns ein sichtbares Zeichen zu geben.
In der weiteren Aussprache, die ausführlicher wiederzugeben den Rahmen dieses Berichts überschreiten würde wurden ram eine ganze Reihe von Vorschlägen für die Form des künftigen Gießener Kriegswahrzeichens gemacht Architekt Meyer ließ die Wahl zwischen Tür, Tafel oder Säule in Verbindung mit einer Ehrenhalle, Geh/ Rat Prof Dr. Sommer schlug vor, auf einer nach ästhetischen Gesichtspunkten zu schaffenden Kartentafel Europas die Siegeszüge unserer Truppen mit lapidaren Linien in Eisen einzuhämmern als Symbol der Festigkeit unserer Stellung und als historische, treue Erinnerung ajn den Verlau- des Krieges; Eisenbahnsekretär Compter war für eine monumentale Ausgestaltung des eineu Eudes der Lud- wigstraße, wo im freien Feld durch Erdberoeguug eine halbkreisförmige, mit Gedächtniseichen, Ruhebänken und Obelisken umgebene Anlage geschaffen werden solle, die in ihrer Mitte einen von einem Wasserfall gespeisten und mit einer Brücke versehenen Teich aufweisen möge; Redner legte sogar eine Skizze dieses umfangreichen Planes auf dem Tisch des Hauses nieder. Lanbgerichtsrat Wiener bezeichnete als den berufensten Gegenstand für die Nagelung den Schild einer auf einem Steinhügel zu errichtenden, frei ins Land hineinschanenden Germania, der Schirmerin unseres Vaterlandes. Das Innere des .Hügels möge man zur Ruhmeshalle ausgestalten. Architekt Burg schlug an Stelle der Nagelung die Zusammensetzung eines M o - saikbildes durch die Bürgerschaft nach'den gleichen Bedingungen vor, unter denen die Nagelung vor sich geht, während Architekt Seuling für die Schaffung einer .Halle odereines Tempels in künstlerischem Zusammen- t-ang mit einem genagelten Wappen eintrat. Geh. Hosrat Pros. Dr. Behaghel gab für die Nagelung einige Asthe- tische Richtlinien, indem er ausführte, daß eine Tür oder ein Schild eine Nagelung, also eine Festigung mit Eisen, ihrem Wesen nach vertrügen, daß diese künstlerische Geschlossenheit aber entfalle, wenn es sich um Säulen oder Bildwerke handle. Vüajor Stephan regte an, sich bei der Nagelung des H e s se n d e n kma l s bei Gravelotte, des ruhenden hessischen Löwen, als Vorbildes z-u bedienen. Stadtv. Winn erklärte sich mit der Nagelung einer Tür oder Tafel einverstanden, die späterhin einer geeigneten Verwendung zugefi'chrt werden könnten, warnte aber davor, allzu kostspielige Pläne ins Auge zu fassen, da der Ausgaben nach dem Friedensschluß ohnedies genug sein würden. Geh. Hofrat Prof. Dr. Fromme trat dafür ein, während des Krieges noch mit der Nagelung zu beginnen. Später träten andere Aufgaben in uns heran.
Als Ergebnis der fast anderthalb ständigen Aussprach e konnte der Oberbürgermeister feststellen, daß volle Einmütigkeit darüber herrsche, d a ß ein Wahrzeichen des Kriegs m unserer Vaterstadt geschaffen werden soll. Sache eines Ausschusses soll es nun sein, ans den geinachten Vorschlägen die empfehlenswertesten auszuwählen und mit sachverständigen, ins Einzelne gehenden Vorschlägen einer zweiten Versammlung zu unterbreiten. Der Oberbürgermeister sprach die Hoffnung ans, daß unsere Gießener Architekten ihr Können unentgeltlich in den Dienst der Sache stellen und der Bürgerschaft die notwendigen Entwürfe gern zur Urteilsbildung vorlegen würden. Die Zusammensetzung des Ausschusses, dem in erster Linie die Architektenschast angehören soll, überließ die Versammlung dem Oberbürgermeister.
Mit dem Ergebnis der Versammlung dürfte sich die Bürgerschaft wohl einverstanden erklären. Erfreulich ist namentlich die Einmütigkeit, mit der man die Wahl eines eisernen Mannes zur Nagelung ablehnte. Hoffentlich wird es dem mit der Frage zu betraueudeu Ausschuß gelingen, im Sinne der von den meisten Anwesenden wohl grundsätzlich gebilligten Ausführungen des Oberbürgermeisters demnächst brauchbare und einwandfreie Vorschläge zu machen, wie solche bereits in einem früheren Artikel zu diesem Gegenland an dieser Stelle vertreten wurden.
Von verschiedenen Seiten sind uns heute Zuschriften zu dem Verlauf der gestrigen Versammlung zugegangen. Wir find der Meinung, daß gestern abend eineni genügend werten Kreise hinreichende Gelegenheit geboten war, ausführlich zu Worte zu kommen, eine Gelegenheit, die denn auch bis zum Schluß der Rednerliste ausgenutzt wurde. Wir sehen deshalb von einer Wiedergabe der Zuschriften ab, zuuial sich befirrchten tapt, daß in einer solchen Frage eine Erörterung i.'k Form von Zeitungseinsendungen ins Uferlose führen müßte.
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Sonntagsgedarrkerr. ?
Durch einen unserer Feinde ist uns nun bestätigt, was w)vn langst unsere UeberzeugUng ist, daß wir und unsere Verbündeten die Bediiigungen des Friedens werden vorzuschreiben haben. Vielleicht wird dies in der Stimmung unserer Feinde eine weitere Wandlung herbeiführen. Denn un ganzen sind sie doch immer noch in ihrer Täuschung besangen, irgendwie könne die Sache doch noch gut für sie ausgehen, wenn sie ja auch ihren ursprünglichen Plan verloren gegeben haben. Ihre Zweifel mußten indessen durch oic neue Nachricht vergrößert werden. Um so besser für sie, ;e eher sie erkennen, tvie großes Unrecht sie getan, diesen Krieg herbeizuführen. Am furchtbarsten ist ja die Schuld Englands. Vielleicht wird cs ja noch retten, was zu retten
^ber nach allem, was schon geschehen ist, kann man auch annehmen, daß es dabei beharren wird: Ich bin ge- wült, ent Bösewicht zu sein. Dann ist es gewiß, daß es sich selbst rns völlige Verderben stürzt. Ein schreckliches Schicksal.
. Um so größer ist die Aufgabe, die uns zuge- wtesen ist. Die Ueberwindimg all der Schlechtigkeit unserer Feinde werden wir durchführen. Im voraus sind wir dessen gewiß, ehe es die Ereignisse selbst bestätigt haben. Aber dcmn bleibt uns noch eine große Aufgabe. Je unfähiger sich unsere Feinde dafür zeigen, um so größer wirb für uns diese Verpflichtung für das Wohl unserer Länder und der ganzen Welt. —
Serajewv
Amtliche Pers onalnachrichten. Nebertraqen wurde mn 17. Januar der Lehrerin Katharina Gölz zu Hansen, Kr-eis Offenbach, eine Lehrermstelle an der Volksschule zu Klein Welzheim in deinsellien Kreise.
** St adtt he a te r. Aus dem Theaterbureau: Der Kaiser einem Erlaß bekanntlich den Wunsch ausgesprochen, daß anläßlich seines Geburtstages von den sonst üblichen festlichen <>cranstallungen abgesehen werde, und gebeten, an seinem Geburts tage ldeii Gesiuiiungen fün ihn durch Gaben der Liebe zur Linderung der durch den Krieg geschlagenen Wunden oder durch erhöhte Teilnahme an der K r i e g s f ü r s o r g c Ausdruck zu geben. Die Leitung des Stadltheaters hat sich deshalb entschlossen, am Donners tag, L/cn 27. Januar eine Vorstellung zu veranilalten, deren Reinertrag der städtischen Kciegsfürsorge zusließen soll. Gegeben wird als einmalige Aufführung Fritz Llenharvts Lustspiel „M ü n ch - Hausen" mit Hosschauspieler Fritz Gerhard von Weimar als Gast in der Titelrolle. Es darf wohl erwartet werden, daß die Bevölkerung durch regen Besuch der Vorstellung deren wohltätigen Ziveck in vollem Maße sicl-erstellt, lieber das Stück und dm Gast wird noch näheres mitgeteitt werdeii.
** Gießener H a u s f r a u e n - V e r e i n. Dienstag, dm tb. oannar, nachmittags 4 l / 2 Uhr, findet Neustadt 6t die erste K o ch v o r f ü h r u n g statt, in der das Braten ohne Fett in der Düte gezeigt wird. Es ist wohl nur den Wenigsten bekannt, daß die Speisen durch die Zubereitung in der Düte an Wohlgeschmack, Saftigkeit, Nährkraft und Bekömmlichkeit ganz erheblich gewinnm. Das Fleisch schrumpft nicht ein, man kann mit einer Mehrausgabe von 30—35 Prozent rechnen. Sodann Nt das Verfahren von großer Bequemlichkeit. Wenden, Begießm oes Fleisches fällt fort, und trotzdem ist ein Anbrmnm ausgeschlossen. Der Vorstand rechnet darauf, daß die neue Einrichtung recht zahlreich in Auspruch genommen wird. Mit Rücksicht an* den beschränkten Raum ist eine Einteilung der Besucher nötig. Deskxilb werden in der Geschäftsstelle, Marktplatz 14, Nummern ausgegeben. Man verweist auf die Anzeige in diesem Blatte und auf die Anschlagtafeln.
** Einen Meister k n r 8 für orthopädische Schn linkst ch e v a rbeiten beabsichtigt der Ortsgemerbeverein Gießen bei ausreichender Beteiligung in dem Gewerbchans abhalten zu lassen. Näheres ist im Anzeigenteil zu ersehen.
** Frl. Martha Schild, die Sentimentale unseres Stadttheaters, hat nach einem Gastspiel als Luise Millerin eine Verpflichtung an das Stadttheater in Magdeburg angenommen und wird zu Beginn der nächsten Winterspiel- zeit nach dort übersiedeln. Man wird sich bei dieser Gelegenheit gern der mit viel eigenem, schöpferischem Empfinden auf die Bithne gebrachten Gestalten erinneln, die der Künstlerin als Thekla, Luise Millerin, Agnes Bernauer oder Rose in Heyses „Kolberg" gelangen, und die ihr in der Vorliebe unseres Theaterpublikums eine erste Stelle sicherten. Die künstlerische, klare und eigene Werte schaffende Eigenart des demnächst scheidenden Mitglieds unserer Bühne wird einen Ersatz nicht leicht machen.
•* Der Eisenbahn - Imker - Verein hielt am 19. d. Bl. eme erste Haupkversammlung unter dem Vorsitz von Verkehrs- kontrollenr Schlicht ab. Der zahlreich besuchten Versammlung wohnte Herr Regierungs- und Bäumt Stähler bei. Am 16. Juni vor. Js. ivltrde der Verein mit 45 Mitgliedern gegründet, heule ind es deren 85. Er verfügt über ein ansehnliches Vermögen, das zur Errichtung eines Vereins-BienenstandeS unb zur Beschaffung von Jmkereigeräten verwendet werden soll. Der Vereins-Bieneii- tand ivird zwischen dein Leihgesteriier Weg und der Wilhelmstraße Aufstellung ßiiden. Zn diesem Ziveck sind von der Stadt Gießen 500 Quadratmeter Gelände in Pacht genommen ivorden. Er soll mit etwa 50 Völkern, auch solchen rein deutscher Rasse, besetzt werdeii. Die Eisenbahndireklion Frantturt a. Vl. unterstützt die Bestrebungen der Imker, wie sie überhaupt die Kleintierzucht und den Gartciibail zinn Bestell ihrer Beamten in jeglicher Weise zu fördern sucht. — Ter Vorsitzende des Oberhessischen Bienenzüchter. Vereins hielt einen Vortrag über den Nutzen der Bienenzucht.
° Wieder ergriffen ist der von dem Arbeitskommando Grube .Friedrich" in Trais-Horloff am 17.1. 16 entwichciie belgische Kriegsgefangene Clause, At a u r i c e am 18. I. 16. in Wohn- bach i. d. Wetterall.
Landkreis Gießen.
e. Steinbach, 21. Jan. Am 5. Januar wurde dem Schneidermeister Heinr. Horn I. hier der 7. Sohn geboren. Der Großherzog hat bei ihm Patenstelle übernommen.
Kreis Friedberg.
ke. Friedberg, 21. Jan. Die hiesigen Aepselweinwivte Ichlugen um z>vei Pfennig für den Schovveu alif.
e. B a d - N a n h e i m, 22. Jan. Bis zinn 22. Januar 1916 waren hier 40 5 Kurgäste augekonimen. Bäder wurde« bis dahin 7787 abgegeben.
Hessen-Nassau.
=: Frankfurt a. Al., 22 Ja». Ein Wirbelstnrm, den heftige Hagelböen und starke elektrische Entladungen begleitete» hat in Frantfiirls Hingebung in der vergangenen Nacht erheblichen' Schaden angcrichtet. In Hanail riß er den Alittelban des neuen Bckleidimgsamtes wie ei» Kartenhaus zusammen. Bei der Station Wixhausen zivlsehen Frankfurt und Darnistadt brach der Sturm eine Anzahl ^Telegravhenimiste ab unb warf sie aus einen gerade uor- beifahrendeu Zug, der iusolgedeffen längere Zeit ans offener Strecke halten inußte. Ailch zahlreiche andere Züge erlitten erhebliche Ver- spätungen. Im Zuge der Bergstraße fnicFte das Unwetter viele Bäume um und richjete an den Häusern und in den Gärten erheb- licheii Schaden an.
ke. B n d O r b , 22. Jan. Die Stadtverordneten beiviNigten eine weitere Anleihe von 80000 Mark für die städtische Kriegs- snrsorge, so daß jetzt für diesen Zweck rund 53 000 Mark be,villiat ivorden finb.
kitzle Nachrichten.
Die Kapitulation Montenegros.
t. Köln, 22. Jan. Einer der „Köln. Ztg." aus zugehenden Depesche nach nimnck die Uebermcktelung des Kapitulr- tionsbeschlusses an die montenegrinischen Heereskeile wegen schwieriger Verstärtdigungsmöglichkeit viel Zeit in Anspruch. Außerdem müssen die Sammelbecken der Kapitulierten, sowie die Aufnahme- orte für Verpflegung und ärztliche Hilfe bestimmt werden. Der König hat Cetinje am 12. Januar verlassen und befindet sich jetzt hinter der Demarkationslinie! bei seinen Truppen. Der Empfang der österreichischen Soldaten seitens der Bürger von Cetinje gestaltete sich, offenbar auf Wunsch des Königs, wie ein Volksfest. Sie zeigten keinerlei Furcht. Auch in allen anderen Gemeinden boten die Ortsvorstehec ihre Unterwerfung an. — Die Entsendung unseres Delegierten erfolgte erst nach der Zusage bedingungsloser Uebergabe. Mit den Detailfestsetzungen der Uebergabe wurde sofort begonnen.
Venizelos in Saloniki?
Genf, 22. Jan. Die Pariser Zeitimgen melden aus Saloniki, daß Venizelos auf einem französischen Kriegsschiff aus Kreta dort emgetroffeu ist.
Der Kampf im Miltelmeer.
Berlin, 22. Jan. Der Wiener „Zeit" wird ans Genf gedrahtet: Der Vierverband erklärte das Mittelländische Meer östlich von Malta als Kriegszone.
Die italienischen Sozialisten gegen den Krieg.
Bologna, 22. Jan. Bei Eröffnung des zweiten Sitzungstages des fozialistischen Nationalkongresses betonte der Präsident vor Eintritt in die Tagesordnung, daß alle Sozialisten ehrlich und aus tiefstem Herzen gegen den Krieg p r o t c st i e r t e n. Diese Worte verursachten Beifalls^ lündgcbungen im ganzen Kongreß.
Clemenceau für die Diktatur.
Zürich, 22. Jan. Clernenceau empfiehlt im ^,Honmte enchaine" eine Diktatur. Er schreibt: Die Diktatur, die ich verlange (ich wage das Wort auszusprechen), würde nicht zu Verdächtigungen eines einzelnen Mannes führen. Vaillant hat mir einige Wochen vor seinem Tode geschrieben, ich möchte dieser Frage meine Aufmerksamtnt schenken und sie zum GeZenftand einer Diskussion zwischen den Vertretern der beiden Kammern machen. Ich erklärte ihm, daß ich bereit sei, ihn zu unterstützen. Das tue ich, weil mir die Form der Diktatur als die genräßigtste aller revolutionären Reformen erscheint. Ich glaube, der Moment ist geeignet, unter diesem Gesichtspunkt das nationale Problem zu betrachten.
Mordauschlag auf Buanschikai?
Köln, 22.. Jan. Exchange Telegraph berick-tet aus Peking, daß dort eine Vers ch w ö r lt n g zur Ermordung P u a n s ch i - ka i s entdeckt worden sei. Die Verschwörer legten Bomben und Sprengstoffe int Palast nieder mit der Absicht, das Gebäude in die Luft zu sprengen und Puauschikai zu ermorden. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen.
^ Fremdenverkehr Berlin—Wien—Konftantinopel.
Wien, 22. Jan. In der letzten Stadtratssitzung berichtete Bizebürgcrmeister Hier Hamm er über die von Wien in die Wege geleitete Unterstützung des Planes, eine Zentralstelle! zur Förderung des Reiseverkehrs Berlin—Wien— Budapest—Konstantinopel zu errichten, woran alle interessierten Länder beteiligt wären.
Die norwegische Thronrede.
, Kristiania, 21. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DerKönig crösfnete heute das S t a r t i n g mit einer Thronrede, in der er u. a. ausführte: Das freundschaftliche Verhältnis zu allen befreundeten Mächten wurde während der Verhandlungen aufrecht- erhaltcn, die Norwegen und die Kriegführenden, jeder zum Schutze seiner Interessen, über die Fragen ffihrten, die der Krieg ver- anlaßte. Unter Beobachtung strengster Neutralität nach allen Seiten arbeite dtorwegen daran, die Gefahren abzuwctrden,- und die Hindernisse für unser Wirtschaftsleben zu entfernen oder cinzuschränken, sowohl die Hindernisse, die jeder Krieg in unserer Näh? bewirkt, als solche, die sich den Neutralen infolge von Unterstellungen cntgege,istellen, die als nicht nach dem Völkerrecht erlaubt angesehen werden können. In diesen Zeiten gewährt es besondere Beffiedigung, festznstecken, daß Nortvegen gerade in seiner Arbeit zur Wahrung der Recküe der dckeutralen die guten Beziehungen zu Dänemark und S ch w e b e n aufrecht erhallen hat. Die Thronrede nennt ferner eine Anzahl von der Regierung getroffener Veranstalwngen und kündigt eine Vorlage über Maß- nahnren gegen bie Teuerung sonne eine Vorlage über außer- ordentlick^e Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigung zu Wasser und zu Lande an.
Alfred Dovc f.
Berlin, 22. Jan. Im Mer von 71 Jahren ist in Freibnrg i. B. der bekannte Professor, Historiker und Journalist Alfred Dove, der mit Freytag die Wochenschrift „Das neue Reich" ins Leben rief, verstorben. Sein jüngerer Brnder Heinrich ist der bekannte Parlamentarier und Syndikus der Berliner .Handelskammer.
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Fabrik
FrankfortaJ,
Amtlicher Wetterbericht.
Oöffentlicher W e tt e r d i e n st, Gießen. Wetterausstchten in Hessen am Sonntno, de» 23 . Januar 1916 : Wechselnd bewölkt, zeilweise SsiclÄ vschläge, inild.
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Amtlicher Teil.
Berichtigung.
In der Bekanntinackping im .^msblatt Nr. G vom 21.
xvomter
1916 betr. Regelung des Verkehrs mit Bwtgetreide und Mehl muß
es heißen:
bei 7 Personen höchstens 126 kg „statt
bei 8 Personen höchstens 144 kg „statt
bei 9 Persoucn höchstens 162 kg „statt
136 kg", 154 kg", 1V2 kf".


